“Als Vorgesetzter disqualifiziert”

Was hier am 25.2.  schon ahnungsvoll angedeutet wurde – dass es auch schon bei der  ersten juristischen Staatsprüfung zu Guttenbergs nicht so ganz kosher zugegangen sei – hat sich mittlerweile bestätigt. Bis zum 23.2. befand sich  auf der Homepage des Hochstaplers neben der Promotion (“summa cum laude”)  auch der Hinweis auf ein juristisches   “Prädikatsexamen”, doch ein solches hat der Freiherr gar nicht abgelegt. Für die  juristische Karriere bedeutet das, dass man sich  a) auf eine längere Wartezeit auf das Referendariat zum 2. Staatsexamen einstellen muß,  b) die Berufung auf ein Richteramt oder andere Spitzenposten in der Justiz  oder einer Großkanzlei abschminken kann und c) nicht zu einer Promotion zugelassen wird.  Dies ist nur mit einer Ausnahmegenmigung der Universität möglich – und die hatte sich KTzG besorgt,  bei seinem CSU-Amigo und Dekan der Uni Bayreuth Karl-Georg Loritz. Dass die Universität zeitgleich mit dieser Ausnahmegenehmigung  von der Rhön-Klinikum AG  (Aufsichtsrat: KTzG) mit einem Sponsoring von 750.000 Euro zur Einrichtung eines Lehrstuhls am Fachbereich Rechts-und Wirtschaftswissenschaften bedacht wurde, kann natürlich reiner Zufall sein. Doch glauben kann das nur, wer  290 geklaute Texte  für Flüchtigkeitsfehler halten kann.

Wie es kam, dass eine hohle Nuß  überhaupt zur nationalen Lichtgestalt, ein Hochstapler zum politischen Hoffnungsträger avancieren konnte, erschließt sich sehr schön aus einem  von Marcus Jauer zusammengestellten Plagiat, das auschließlich aus dem Lob und Hudel zusammengeklebt ist, dass die Mainstreammedien über den Gegelten so großzügig auschütteten. Und dabei handelte es sich keineswegs nur um die Hofschranzen der Springer(stiefel)presse.

Unterdessen hat die FAZ ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2001 ausgegraben, in dem es um eine gefälschte Hausarbeit an der Bundeswehrhochschule ging. Danach ist, wer als Soldat ein Plagiat erstellt, “als Vorgesetzter disqualifiziert”:

“Das Bundesverwaltungsgericht sah in der Täuschung des Soldaten ein „schwerwiegendes Dienstvergehen“, das grundsätzlich mit einer Degradierung zu ahnden sei. Das Vergehen habe ein erhebliches Gewicht, „da der Soldat in soldatischen Kernpflichten versagt hat“. (..) Der Soldat hatte sein Verhalten mit einer „psychischen Ausnahmesituation“ und als „unbedachte Augenblickstat“ gerechtfertigt. Das Bundesverwaltungsgericht schrieb ihm dagegen ins Stammbuch, er habe die „einfachste Lösung“ gewählt, „um sich weitere persönliche Anstrengungen in einem ungeliebten Studium zu ersparen“.Die Einstellung, er werde schon nicht auffallen, sei „eines Offiziers unwürdig“, da er „zu beispielhaftem Verhalten in Erfüllung der Treuepflicht und der Wahrheitspflicht verpflichtet ist. Das Truppendienstgericht hatte milder geurteilt, doch das Bundesverwaltungsgericht macht sogar deutlich, dass in besonders schweren Fällen sogar eine Entfernung aus dem Dienst möglich ist. Verteidigungsminister zu Guttenberg ist für die beiden Universitäten der Bundeswehr und für die Berufung der dortigen Professoren zuständig.“

Dass es sich bei der Putativ-Promotion des Barons – verglichen mit der Hausarbeit eines Leutnants für die Oberleutnant-Prüfung  – um einen besonders schweren Täuschungsfall  handelt, ist dank GuttenPlag evident. Nur neo-feudale Sonderrechte machen es möglich, dass der  mit Sondernehmigung  aus Buyreuth zum Doktor sub omni canone promovierte Minister weiter im Amt bleibt. Eine derart neo-feudal verkommene  Gerichtsbarkeit scheint im Übrigen auch für die penetrante Zurückhaltung der deutschen Staansanwaltschaft zu sorgen, die sonst so fix hinter Schülern her ist, die ein paar Songs oder Spiele raubkopieren, den seit fast zwei Wochen multimedial entlarvten  Raubkopierer Guttenberg vor einer Anklage aber immer noch verschonen.  Mit einem Strafbefehl über 290 Tagessätze wäre der Fall umgehend erledigt.

4 Comments

  1. Ich muss nochmal betonen, was Frau Bundeskanzlerin Märkel gesagt hat: Guttenberg ist als Verteidigungsminister in ihr Kabinett gekommen, nicht als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Es gehört doch zur Aufgabe eines Verteidigungsministers, bzw.eines Interventionsministers, eben nicht die Wahrheit zu sagen.
    Ist er nicht süß? Er könnte doch aus einem Sissifilm sein.

     
  2. Die Lage ist viel gefährlicher als den meisten klar wird: Guttenberg ist psychisch gesehen ein ‘feiger Hund’. Und feige Hunde sind Angstbeißer. Sie schnappen unberechenbar da zu, wo souveräne Hunde gerade erst bei der Drohgestik, beim Knurren – schlimmstenfalls bereits beim Bellen sind.

    Dieser in die Ecke gedrängte Minister glaubt wohl, daß er sich noch retten könne, wenn er einen Krieg gegen Libyen anfängt.
    Und das Tor zum Angriffskrieg gegen Libyen haben der bedrängte Guttenberg und seine ebenso bedrängte ‘Doktormutti’ Merkel gerade erst weit aufgestoßen. Denn die ersten Militärmaschinen der Bundeswehr sind bereits in libysches Territorium eingedrungen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,747949,00.html . Angeblich um “EU-Bürger” zu retten.

    So wie schon zuvor Guttenberg durch die Lügenpresse (nicht nur der SPIEGEL!) aufgebaut wurde, springen diese dem Guttenberg nun erneut bei. Denn irgendwo ist die Wahrheit zu lesen: Nämlich: DASS DIESER BUNDESWEHREINSATZ VÖLLIG UNNÖTIG UND DARÜBER HINAUS GEFÄHRLICH UND VOLKERRECHTSWIDRIG IST.

    Die Russen haben es doch gezeigt wie man – wenn es denn erforderlich wäre – eigene Bürger aus Libyen bringt. Auf http://de.rian.ru/miscellaneous/20110227/258448848.html
    erfahren wir, daß die russische Regierung lediglich ZIVILMASCHINEN nach Libyen geschickt hatte. Auf http://de.rian.ru/world/20110227/258448178.html lesen wir:
    “Libyens Behörden haben ihre Unterstützung bei der Evakuierung der russischen Bürger aus diesem Land zugesichert, teilt das russische Außenministerium mit.
    Auf Initiative der libyschen Seite fand am Samstag ein Telefongespräch zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem Sekretär des Volkskomitees für auswärtige Beziehungen und internationale Zusammenarbeit Libyens, Mussa Kussa, statt.
    Wie Kussa versicherte, werden die libyschen Behörden weiterhin die notwendige Unterstützung beim Abschluss der Evakuierung von russischen Behörden in Libyen erweisen und die Sicherheit der russischen Diplomaten in Tripolis gewährleisten“; heißt es auf der Webseite des russischen Außenamtes.”

    Warum wollen die Europäer in Libyen das Land überhaupt verlassen? Das ist doch wohl klar: Von den Libyern werden sie zwar nicht angegriffen – aber sie fürchten den alles zerstörenden Angriff der Nato und besonders der Bundeswehr. Wer im Jahr 1999 in Jugoslawien war wollte auch ganz, ganz schnell raus. Und dies nicht aus Angst vor “den Serben” oder Milosevic – sondern aus (berechtigter) Angst vor der NATO! Die hat auf das Leben oder die Unversehrtheit deutscher Bürger noch nie Rücksicht genommen!

     
  3. Der sollte noch ne Weile im Arm der Merkel sitzen bleiben. So viel Schaden aus Überheblichkeit hat bisher nur Dubbja verursacht. Herrlich.

     

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