28
May, 2012

Endloses Bewusstsein

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Passend zu Pfingsten, dem Tag an dem die Jünger vom “heiligen Geist” erfasst wurden, lese ich gerade das Buch “Out Of Our Heads – Why You Are Not Your Brain and Other Lessons from the Biology of Consciousness”,  in dem Alva Noe, Philosophieprofessor und Neurowissenschaftler  in Berkeley, davor warnt, Bewusstsein auf das Gehirn zu reduzieren oder es ausschließlich für ein Produkt des Gehirns zu halten. Eine Annahme, die  zwar durch die neuen bildgebenden Verfahren, die “das Gehirn bei der Arbeit” zeigen,  in den letzten Jahrzehnten gleichsam selbstverständlich geworden ist, aber dennoch nicht mehr ist als eine Annahme.  Auch wenn die  bunten Bilder, die moderne Scanner von den Aktivitäten bestimmter Gehirnregionen aufzeichnen, beeindruckend sind, erklären oder beweisen sie nicht, was Bewusstsein ist – sie zeichnen nur bestimmte Gehirn-Aktivitäten auf, die  notwendige Vorraussetzungen für die Anwesenheit von Bewusstsein zu sein scheinen.  Die Scans sind keine fotografische Darstellung der Produktion von Bewusstsein, sondern, so Noe, allenfalls vergleichbar mit dem Werk eines Polizeizeichners, der versucht sich aufgrund verschiedener Aussagen ein Phantom-Bild zu machen.  Oder dem Versuch, sich den Vogelflug allein anhand einer Analyse der Federn zu erklären. Read more

23
May, 2012

Nwahulwana

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Gestern bekam ich nach langer Zeit Post von meiner alten Freundin Brigitte, ob ich mich noch  an “unser Lied” erinnere, das wir immer wieder von der Kassette gehört hatten,  wenn wir bei Freunden in ihrem romantischen Berghaus in den Alpen waren. Oh, das ist fast 15 Jahre her, aber welches Lied sie meinte, wußte ich sofort – ein wunderbarer afrikanischer Song, doch von wem er stammt und wie er heißt war schon damals aus der unbeschrifteten Cassette nicht hervorgegangen. Weil der Sänger eine recht hohe Stimme hat, die mich irgendwie an Babba Maal erinnerte, hatte ich dann etliche Platten von ihm vergeblich nach dem Song durchsucht. Aber jetzt hatte Brigitte ihn wieder gehört, in dem Film “Das Versprechen” von Sean Penn, der im TV gelaufen war. Eine heiße Spur – die nach so vielen Jahren, Google und Youtube sei Dank, sofort zum Erfolg führte. Der Sänger heißt Wazimbo,  seine Band “Orchestra Marrabenta Star de Mocambique” und das Stück “Nwahulwana”.  Auf CD ist es bei Piranha Musik erschienen und weil es einfach wunderschön ist, will ich es den geneigten Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten.

22
May, 2012

Die Panzerfamilie

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Wer eine schrecklich nette Familie kennen lernen will, sollte sich mal den Kraus-Maffey-Wegmann Clan ansehen, und wer etwas über die sauberen Herrschaften weiß, das zu ihrer Verurteilung führt, kann 25.000 Euro Belohnung einstreichen. Das wird möglicherweise nicht so ganz leicht, denn scheinbar ist alles, was die Besitzer des Panzerherstellers Krauss-Maffey tun, völlig legal – auch die Lieferung von 270 Leopard-Panzern an das Regime in Saudi-Arabien. Die Bundesregierung hat den Deal schließlich genehmigt. Da bleibt nur, die Profiteure dieser Geschäfte an den moralischen Pranger zu stellen – und das hat das “Zentrum für politische Schönheit” mit dieser Aktion getan. Auch wenn es damit nicht gelingt, einige dieser “Merchants of Death” ins Gefängnis zu bringen (“ohne Bewährung”!) – den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass Deutschland die ganze Welt aufrüstet ist mehr als überfällig.

21
May, 2012

Drama dahoam

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Das Champions-League-Finale war ja mal wieder ein schöner Beweis dafür, dass Gott rund und Fußball interessant ist. Nicht einmal der Bessere hat bei diesem Spiel eine Garantie, auch zu gewinnen. Das verspricht für die kommende Europameisterschaft einige Überraschungen – abgesehen davon, dass im deutschen Team “Chefchen” Schweini keine Elfer mehr schießen darf und die Holländer dem unfähigen Arjen Robben die Ausführung von Ecken und vor allem Elfmetern streng untersagen. Auch wenn ich wahrlich kein Bayern-Fan bin waren meine Sympathien am Samstag bei den Münchnern, sie haben das Spiel gemacht, hatten die größeren Chancen und hätten den Sieg verdient. Gescheitert sind sie nicht an einem übermächtigen Gegner, sondern an der eigenen Unfähigkeit – und so etwas macht ja den Angeberclub  aus der Säbernerstraße gleich wieder sympathisch. Und Schweini kann, wenn die Tränen getrocknet sind, irgendwann auf jeden Fall noch Boss des “großen FC Bayern” werden.

Das eigentliche Fußball-Drama daheim aber wurde heute vom DFB-Sportgericht verkündet: die Haupstadt kickt wieder mindestens ein Jahr lang zweitklassig, Hertha BSC ist mit seiner Forderung eines Wiederholungspiel nach der Fan-Randale bei der Relegation in Düsseldorf  gescheitert. Zwar ist noch eine Berufung möglich, aber dass diese Instanz anders entscheidet, scheint unwahrscheinlich. Auch wenn mir die Berliner grundsätzlich im Recht scheinen: für den ordnungsgemässen Ablauf eines Spiels ist der Gastgeber verantwortlich und eine Platzstürmung fünf Minuten vor Schluss stellt eindeutig irreguläre Bedingungen her. Dass auch Berliner Fans Böller zündeten und mit auf den Platz stürmten und der Schiri von Hertha-Spielern geschlagen und beleidigt wurde ist dabei völlig zweitranging. Es geht um faire Spielbedingungen, die der Düsseldorfer Ordnungsdienst nicht über die gesamte Spielzeit gewähren konnte. Dass Spiele in den letzten Minuten gedreht werden können ist nicht nur Bayern-Fans aus dem klassischen Drama gegen ManU wohl bekannt. Doch die Bedingungen dafür sind schlicht nicht mehr gegeben, wenn der Elfmeterpunkt schon als Souvenier ausgegraben und um die Eckfahnen Trauben grölender Zuschauer stehen. Dass die Fans, wie das Sportgericht begründete, “nicht in feindseliger Haltung” gestürmt hätten, ist bei Licht betrachtet kein Argument  bzw. nicht besser als  “der will doch nur spielen”  angesichts  eines nicht-angeleinten Kampfhunds. Wenn das Urteil bestätigt wird und Schule macht könnten dann Fans ein knappes Spiel künftig jederzeit beenden, wenn sie Absperrungen und Ordner überwinden und “in freundlicher Absicht” den Platz stürmen ?  So  können die DFB-Juroren das eigentlich nicht gemeint haben….

19
May, 2012

The Substance

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Die Berichterstattung über LSD ähnelt in der Regel dem Bericht eines Außeriridischen, der den Straßenverkehr auf der Erde untersucht und  dabei nur auf den Unfallstationen recherchiert. Er wird zu dem Ergebnis kommen, dass die Erdlinge, die sich freiwillig mit ihren Autos auf solche Horrortrips zu begeben, bei denen jährlich zigtausende ums Leben kommen,  definitiv verrückt sein müssen. Seinen Artgenossen, die über diesen Bericht erstmals von der auf der Erde verbreiteten Droge “Auto” und ihren schrecklichen Folgen hören, können sich diesem Urteil nur anschliessen – solange sie von den Millionen unfallfreier Reisen noch nie gehört haben, die den Horror der Unfälle in Relation setzen. Denn es ist wahr, was Timothy Leary einst sagte, dass nämlich die psychedelischen Drogen wie LSD in Jahrzehnten weniger Schäden und Leid verursacht haben als Alkohol an einem einzigen Wochenende. Und dass LSD-Reisen in den Weltraum der Seele unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen millionenfach nicht nur  völlig unfallfrei verlaufen sind, sondern absolut bereichernd und beglückend. Doch nachdem LSD 1966 zuerst in Kalifornien und später weltweit illegalisiert und Dr. Leary von Richard Nixon zum “Staatsfeind Nr. 1″ erklärt worden war, gelten solche Aussagen als unkorrekt und verboten. Die Zeigefinger mit Verweis auf Unfallstation und Irrenhaus werden seitdem in der Bericherstattung aber derart massiv und hysterisch eingesetzt, dass man sich Terrence McKennas Schlußfolgerung nur anschliessen kann, nach der “LSD offenbar Psychosen vor allem bei denen erzeugt, die es noch nie genommen haben.” Read more

17
May, 2012

Hier spricht der Blogwart

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Während die hochwerte Edelfeder dieses Blogs sich feiertagsmäßig vergnügt – ob  beim “Herrentag” oder bei der “Himmelfahrt” wissen wir nicht, vermutlich beides -  ist unsereiner gezwungen, sich in den unterirdischen Maschinenräumen mit  Aufräum,- Update, und Archivierungsarbeiten zu plagen. Andererseits: wenn man  hier so durchblättert, was der Meister an nicht veröffentlichungswürdigen Entwürfen angesammelt hat – und was die Horde von Trollen, Irren, Wahnsinnigen und Spamrobotern im Laufe eines Jahres hier so ablässt,  das hat auch schon wieder was. Also langweilig ist mir die Arbeit nicht geworden – und zumindest halbwegs ist der Laden wieder aufgeräumt und die Software  auf dem neuesten Stand (WordPress 3.3.2). Zudem bin ich befugt den geneigten LeserInnen hier mitzuteilen, dass sie ab sofort nicht nur Kommentare schreiben, sondern die schon geschriebenen auch bewerten können – und anhand der Bewertungen auf einen Blick sehen, ob es sich lohnt, diesen Kommentar zu lesen.Laut Statistik erscheinen hier zur Zeit  im Duchschnitt 12 Kommentare pro Posting – da macht ein “Rating” aus Gründen durchaus Sinn. Vorallem, wenn die ca. 15.000 “unique visitors”, die hier jeden Monat lesen, dieses kleine Stimmungsbarometer auch benutzen: also “Daumen hoch” oder “Daumen runter”. Ein automatischer Bullshitdetektor sorgt dann dafür, dass die abgewerteten Kommentare erst mal aus dem Blickfeld verschwinden. Viel Spaß beim Voten wünscht

Der Blogwart

14
May, 2012

Was ist Bewusstsein ?

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Von allen Fragen, die mich als neugierigen Menschen seit Jahren umtreiben und antreiben, ist die Frage “Was ist Bewusstsein ?”die spannendste und wichtigste  überhaupt. Einige meiner Recherchen dazu hatte ich in dem  1998 erschienen Buch “Das sogenannte Übernatürliche” veröffentlicht ( wie das 2000 erschienene Taschenbuch unter dem Titel “Können Tomaten träumen?”  seit langem vergriffen, aber demnächst wieder als e-Book) und eine Fortsetzung möchte ich irgendwann noch schreiben. Vor allem über die überzeugenden Belege, dass Bewusstsein kein Nebenprodukt der Gehirnaktitviät ist, sondern Gehirne und die DNA des Körpers so etwas wie Speicher, Empfangsgeräte, Projektoren sind, die mit dem Bewusstsein ungefähr so viel zu tun haben wie das TV-Gerät mit dem Programm. Ein weites Feld, und zudem  “nicht-lokal”… schwierige Sache, aber quantenphysikalisch durchaus im Rahmen.  Licht  – “Photonen”-  sind  der Informationsträger, das Medium, das in unserem  stockdunklen Gehirnkasten und in jeder Körperzelle für “Erleuchtung”  sorgt und das Wunder der Wahrnehmung und des Lebens insgesamt ermöglichen. Darüber hatte ich mit einem der Pioniere und Entdecker der “Biophotonen” – dem Biophysiker Fritz-Albert Popp – Ende der 90er Jahre ein ausführliches Gespräch geführt, das immer noch zu den meisteglesenen Seiten dieses Blogs zählt -  Das Licht des Lebens. Und für mich nach wie  vor zu den interessantesten wissenschaftlichen Forschungen an der Schnittstelle von “Geist” und “Materie”. Deshalb hier die Leseempfehlung für einen neueren Vortrag von Professor Popp: “Bewusstsein als Entwicklungsprozess”

11
May, 2012

Cum cura et defectus intellectus

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“Mit Sorge und Unverständnis verfolgen wir als Autoren und Künstler die öffentlichen Angriffe gegen das Urheberrecht”, hebt eine Online-Resolution an, mit der ein Schar von Urhebern “gegen den Dienstahl geistigen Eigentums” protestiert. Weil mich der pastorale Ton an päpstliche Enzykliken erinnerte , die immer nach ihren lateinischen Eingangsworten benannt werden und das Lateinabitur zu lange her ist,  habe ich vom  Google Translator checken lassen, was “Unverständnis” heißt – und “defectus intellectus” klingt nicht nur gut, sondern paßt auch in anderer Hinsicht zu dieser Bulle, denn so wirklich intelligent ist es nicht, was die Damen und Herren Urheber schreiben.  Dass das Ende des Holzwegs gekommen ist, haben sie offenbar noch nicht verstanden

“Die alltägliche Präsenz und der Nutzen des Internets in unserem Leben kann keinen Diebstahl rechtfertigen und ist keine Entschuldigung für Gier oder Geiz.” – wohl wahr, aber auch Mord und  Totschlag sind ja durch die Präsenz des Internets nicht entschuldigt. “Die neuen Realitäten der Digitalisierung und des Internets sind kein Grund, den profanen Diebstahl geistigen Eigentums zu rechtfertigen oder gar seine Legalisierung zu fordern. Im Gegenteil: Es gilt, den Schutz des Urheberrechts zu stärken und den heutigen Bedingungen des schnellen und massenhaften Zugangs zu den Produkten geistiger Arbeit anzupassen.” Hmmmh. Den letzten Halbsatz würde ich unterschreiben. Ansonsten aber scheint mir die ganze Erklärung als stures Beharren auf dem Status Quo und letztlich genauso naiv wie die “Alles Gratis”-Mentalität juveniler Netzpiraten. Read more

9
May, 2012

Hordenjournalismus

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Mit Nazivergleichen muß man vorsichtig sein, zulässig sind sie nur , wenn irgendwo “Freiheit” und “Demokratie” herbeigebombt werden sollen und zur allgemeinen Mobilmachung der nächste  “Hitler” ausgerufen wird. Da kann man es dann mit Analogien so richtig krachen lassen, wie seinerzeit zum Beispiel Hans Magnus Enzensberger mit Saddam Hussein als  Adolfs “Wiedergänger”. Weniger freundlich aufgenommen – und mit Nazi-Beschimpfungen bombardiert – wird hingegen, wer wie Günter Grass auf die Atomwaffen und die  Kriegsdrohungen Israels hinweist. Dass der Schriftsteller dieses Bombardement als mediale “Gleichschaltung”  bezeichnete wurde ihm umgehend als unkorrekter Nazivergleich vorgeworfen, was Grass zu der Präzisierung veranlasste, es handele sich um “Hordenjournalismus”. Das trifft es in der Tat besser – auch wenn man wie Rudolf Maresch in seinem Telepolis-Artikel heute – durchaus auch von Gleichschaltung der Medien sprechenkann. Read more

8
May, 2012

Kognitive Infiltrierung

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Auf die seltsamen Methoden eines Beraters und Vertrauten des US-Präsidenten Barack Obama, Cass Sunstein, im Umgang mit den Zweifeln an der offiziellen 9/11-Legende hatte ich in einem Artikel zum Jahrestag 2010 hingewiesen: “Cass Sunstein empfiehlt in einem Papier die “kognitive Infiltrierung” des 9/11-Truth-Movements. Von der Regierung bezahlte Agenten und Autoren sollen die Bewegung von innen diskreditieren. Die offizielle Verschwörungstheorie soll also dadurch gestärkt werden, dass die Regierung nun selbst alternative Theorien unter das Volk bringt. Nicht um der Wahrheitsfindung willen, sondern um die Verwirrung zu steigern. Wir dürfen also gespannt sein, was zum 10. Jahrestag 2011 da alles aufgefahren wird.”

Bei einer Veranstaltung an der Universität New York wurde der Harvard-Professor jetzt mit seinem Vorschlag konfrontiert – und gefragt, ob ihn derlei Propagandamethoden nicht an Joseph Goebbels erinnern würden… Doch Sunstein will sich nicht einmal mehr richtig erinnern, diesen Aufsatz überhaupt geschrieben zu haben.

Update: Wunderbar ins Bild der Propaganda-Fakes in der Church Of Fear paßt die neueste Version der Unterhosenbombe, die von der CIA bei irgendwem, irgendwie, irgendwo, irgendwann gefunden – aber…. gerade noch rechtzeitig entschärft wurde. War echt knapp !!!

Update 2: Der Bomber “turned out to be a CIA employee”, der Anschlag war erfunden, aber die Unterhose war echt. Immerhin.

3
May, 2012

Die Gasprinzessin auf der Erbse

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Die Timoschenko-Kiste wird immer doller. Ich hatte ja schon 2004 gefordert, dass in dem Getue um die “demokratische” Gasprinzessin eigentlich nur noch Arni Schwarzenegger auftreten müßte, um die Hollywood-Schmonzette perfekt zu machen; aber jetzt hat sich immerhin Vitali Klitschko eingeschaltet, das könnte dann noch für eine Babelsberg-Vorabend-Produktion reichen. Der ukrainische Ex-Boxer und Politiker fordert Julia Timoschenko auf, den Hungerstreik abzubrechen, in den sie angeblich am 20. April getreten ist – wobei dieser möglicherweise ebenso ernst zu nehmen ist wie die komplizierten  Rückenschmerzen, die angeblich nur im Ausland behandelt werden können. Darauf lassen zumindest Angaben ihrer ehemaligen Zellennachbarin schließen, die auf den stets vollgepackten Kühlschrank in der Luxuszelle der Ex-Präsidentin verweist: “Wo gibt es denn sonst im Gefängnis eine Mikrowelle, Kühlschrank, Dusche, Plasmafernseher, Möbel, Geschirr, etc.?” Dem Opfer der ukrainischen Justiz-Willkür scheint es sooo schlecht nicht zu gehen – selbst die im Knast eigentlich verbotenen Haarfärbemittel werden der Fake-Blondine geliefert…. berichtet jedenfalls die ukrainische Presse, die möglicherweise allerderdings genauso ins Positive übertreibt wie die hiesigen Medien die Dame zum gequälten Folteropfer und zur Märtyrerin hochstilisieren. Und dabei stets  vergessen, dass jemand, der quasi über Nacht zu einem Milliardenvermögen gekommen ist, schon allein deshalb zu Recht in Untersuchungshaft sitzt. So sieht das im Übrigen auch die Bevölkerung in der Ukraine, die den PR-Schwindel mehrheitlich zu durchschauen scheint. Hierzulande wird indessen weiter auf aus allen Kanälen georgelt und getrommelt – und nachdem die Drohung diverser Politiker, der EM fernzubleiben von den Fußball-Fans weltweit mit Begeisterung, statt mit Schrecken begrüßt wurde, werden weitere Massnahmen geprüft. Minister Dirk Niebel, Spezialexperte für Mehrheitsbeschaffung, empfiehlt trotzdem hinzufahren aber  aus Solidarität “orange Schals” zu tragen in Erinnerung an das gleichfarbige Revolutionsgedöns der Oligarchin. Im Hochsommer ? Und gegen Holland ? Hier muß unser Verniebelungsexperte noch nachbessern – wahrscheinlich  hat die Naumann-Stiftung in Kiew noch Restbestände von der gefloppten Orange-Revolution im Keller, die er endlich loswerden wollte. Vielleicht sollte er bei Jogi Löw vorstellig werden, damit sich seine Buben  “Julia” auf die gestählte Brust schreiben um mit hochgerissenem Trikot nach jedem Tor Sympathie zu demonstrieren…beziehungsweise seinem Job als Entwicklungshilfeminister endlich nachkommen: dass es in der gesamten Ukraine mit ihren 50 Mio. Einwohnern keinen Orthopäden gibt, der einen Bandscheibenvorfall behandeln kann, ist ein untragbarer Zustand!

Wie auch immer, bis Juni werden wir sicher noch weitere Versuche erleben, die große Fußball-Gala zu instrumentalisieren, von Timoschenko-Fans, die zahlenmäßig zwar wenige sein mögen, aber weil sie an den Schaltstellen der Medien sitzen wie ein Posaunenchor tönen – und wichtige Informationen außen vor lassen. Wie etwa den Hinweis von Julian Assange, dass Timoschenko ihre ergaunerten Millionen in London geparkt habe. Im russischen Fernsehen beschwerte sich der Wikileaks-Gründer jetzt darüber, dass der “Guardian” diese Information aus einem Interview mit ihm herausgeschnitten habe. Solange solche geschäftlichen Hintergründe in der Berichterstattung unerwähnt bleiben, kann sich niemand ein halbwegs objektives Bild machen, was sich bei diesem Kampf der Oligarchen-Fraktionen in der Ukraine eigentlich abspielt. Klar ist nur, das die dumpfe Schmonzette mit dem demokratischen Engel hier und den tyrannischen Despoten da so falsch ist wie der güldene Haarkranz der Timoschenko…

2
May, 2012

OBLadi, OBLada

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Zum Jahrestag des angeblichen Ablebens von Osama Bin Laden läuft der Kalenderschurnalimsus  mal wieder auf Hochtouren, Obama fliegt gar 11.000 Kilometer, um in Afghanistan 11 Minuten lang an den Showdown mit dem Terrorgespenst zu erinnern. Dass  in  Rechtsstaaten Exitus per Kopfschuss kein Schuldbeweis ist, diese Nebensächlichkeit findet in den Würdigungen zum Todestag des Terrorphantoms indessen keine Erwähnung. (Wo kämen wir da auch hin, wenn  “Terroristen” ordnungsgemäß angeklagt und verurteilt werden müßten, da säßen dann in 90 (95, 98 % ?) der Fälle Schlapphüte und  Staatsdiener auf der Anklagebank und dürften wg. “innerer Sicherheit” nicht aussagen.) Aber dann schleicht sich im ehemaligen Nachrichtenmagazin  doch eine Passage ein, die das ganze wohlfeile OBLadi OBLada-Geschwätz desavouiert:

“Belegbare Fakten gibt es tatsächlich kaum. Die Leiche wurde nie gezeigt, ein Foto vom toten Bin Laden bald als Fälschung enttarnt. Mehrere Bücher und Artikel darüber, was genau in jener Nacht in Abbottabad geschah, tun nur so, als seien es originalgetreue Rekonstruktionen der Bin-Laden-Tötung. Demnächst kommen in den USA zwei Spielfilme heraus, auch sie am Ende nur Spekulationen.

So wie die Spielfilme und Dokumentationen über 9/11 insgesamt. Unterschlagen wird dabei, dass in diesem Blog schon am 10.5.2011 exklusiv und zweifelsfrei enthüllt wurde, wie es in der Zentrale des globalen Terrornetzwerks wirklich aussah.

1
May, 2012

Revolutionsmusik

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Mit der kulturindustriell produzierten “Revolutionsmusik” ist es bekanntlich eine zweischneidige Sache: zum einen ist es von oben gesteuerter, zum Geschäft gemachter “Protest”, zum anderen aber auch von unten kommende, authentische, radikale  “Rock-Power”.   “Wie musikalisch ist die Revolution ?” fragte Helmut Salzinger, Deutschlands erster “Poptheoretiker”, 1972 in einem Buch “Rock-Power” – ohne eine schlüssige Antwort zu finden, aber mit großen Hoffnungen auf das politische Potential, das in den Texten, Haltungen, Lebensstilen der Woodstock-Generation aufgebrochen war. Die währten nicht allzu lange…als ich Helmut Salzinger in den 80ern kennenlernte, hatte er sich schon in die Moore der Wesermarsch zurückgezogen und schrieb auf seiner “HEAD-Farm” am liebsten Naturgedichte. Den  Kopf von “Jonas Überohr” hätte ich jetzt gern konsultiert als die Nachricht kam, dass dem Übervater der politischen Popmusik – Bob Dylan – im Weissen Haus der Presidential Freedom Award verliehen wird. Von einem Präsidenten , der in seiner Amtszeit mehr Bomben geworfen und Leichen produziert hat als jeder andere Mensch auf der Welt,  einem waschechten Master of War.

O tempora, o mores – aber die Musik brauchen wir trotzdem (oder erst recht) , wie den einfachen Riff auf der ersten “Revolutionsplatte” meines Lebens, Street Fighting Man,  den man auf der Wanderklampfe nie so genau hinbekam, weil Keith Richards ihn in Open-G-Tuning und mit Kapo spielte – und den kreischenden Chuck-Berry-Lick von John Lennon, meine Revolutionsplatte Nummer zwei, schon gar nicht. Dann Berlin, der Mariannenplatz war blau soviel Bullen war’n da …und “Schreibt die Parole an jede Wand: KEINE MACHT FÜR NIEMAND. Die “Scherben” waren großartig, aber seit ihre Mucke seit hundert Jahren auf jeder Demo läuft, kann man sie irgendwie auch nur noch einmal im Jahr hören. Tolle Musik, aber vorbei – so wie Fela Kuti (International Thief Thief), Bob Marley (Get up, stand up), die Clash (Revolution Rock) und Gil Scott-Heron (The Revolution Will Not Be Televised) – aber gefacebooked, getwittert und gesimst wird sie auch nicht. Ja, was legen wir denn auf,  Talkin Bout Revolution am 1. Mai ? Read more

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