31
Jul, 2012

Joker auf “Hydros”

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“Ich bin der Joker”  hatte sich James Holmes der Polizei vorgestellt, als sie ihn nach dem Mordanschlag hinter dem Kino in  Aurora/Colorado festnahm – und soll später zu Protokoll gegeben haben,   100 mg Vicodin genommen zu haben. Der Wirkstoff des verschreibungspflichtigen Schmerzmittels, Hydrocodone, ist das meistverkaufte synthetische Opiat in den USA. In “Vicodin” ist Hydrocone mit Paracetamol gemischt, auf der Szene ist der codein-ähnliche Stoff (“Hydros”) aber  eher pur gefragt. Heath Ledger, der Schauspieler der im letzten Batman-Film den Joker spielte, kam 2008 an einer Überdosis Hydrocone ums Leben. Da schon eine Tablette “Vicodin” mehr als 100 Milligramm wiegt (und nur 5 – 7,5 mg Hydrocone enthält) wird vermutet, dass sich die von den Medien berichtete Mengenangabe auf 100 mg Hydrocone bezieht – eine heftige Dosis der sowohl beruhigenden als auch euphorisierenden Substanz, die darauf schließen läßt, dass Holmes vor der Tat die Droge nicht zum ersten Mal konsumierte. Er reiht sich damit ein in eine lange Reihe von Schülern  und Studenten, die unter dem Einfluß von  Psychopharamaka grauenhafte Mordtaten begangen:  “Antidepressant medication is the common ingredient in nearly every school shooting in history.”  Eine solche Medikamentierung  ist auch eine der Zutaten , mit der manchurische Kandidaten – gehirngewaschene, ferngesteuerte Agenten – gezüchtet werden, wie es u.a. in dem hier unlängst erwähnten MK Ultra Projekt versucht wurde.  Dass es sich bei diesem “irren” Einzeltäter um einen solchen Kandidaten  handeln könnte, dafür sprechen einige Umstände der Tat:  die hohe Treffsicherheit bei seinen Gewehrrsalven und die mit militärischen Sprengfallen gesicherte Wohnung  sind untypisch für einen abgebrochenen Studenten der Neurowissenschaften und deuten auf einen gewissen professionellen Hintergrund. Zudem waren der Amok-Läufer – wie auch sein Vater Dr. Robert Holmes – in Projekte der Defense Advance Research Projects Agency (DARPA) involviert. Zuletzt arbeitete sein Vater an der Entwicklung von “cortronic neural networks,” einer prädiktiven Software für Finanzmärkte, mit der die Manipulationen der LIBOR-Raten  durch die Großbanken aufgedeckt worden sein sollen, weshalb Robert Holmes demnächst vor dem Ausschuss aussagen soll, der diesen Skandal untersucht.

Der “Batman-Shooter” James Holmes hatte vor dem Massaker  die Universitäts-Psychiaterin  Lynne Fenton  konsultiert -  und an seine Therapeutin angeblich  ein Noitzbuch mit den Plänen für die Tat geschickt, das allerdings erst drei Tage nach den Morden in der Post gefunden wurde. Bei seiner ersten Vorführung vor Gericht machte Holmes einen verwirrten, abwesenden Eindruck, im Gefängnis soll er den Wärtern gesagt haben, er wisse nicht, warum man ihn eingesperrt habe. Am selben Tag wie das Massaker fand an der Parker Medical School in Denver eine Katastrophenübung, bei der 150 Studenten  die Reaktion auf ein Szenario simulierten, bei dem  ein Amokläufer in einem Kino das Feuer eröffnet und eine Bombe zündet. Wie am 11.9.2001 im Luftraum über New York und Washington, oder am 7.7.2004 in der Londoner U-Bahn wurde also wieder einmal genau das simuliert, was dann Realität wurde bzw. die Simulation als Cover für einen echten Terroranschlag genutzt.

Die professionelle Ausführung des Massakers und die Tatsache, dass sich der vermeintliche  Killer  auf dem Parkplatz hinter dem Kino völlig widerstandslos festnehmen lies, haben Spekulationen darüber aufkommen lassen, dass James Holmes  gar nicht der Schütze war, sondern während der Vorbereitung in den Wochen zuvor von zwei Mitttätern mit einer anderen Droge – Scopolamin – in ein dauerhaftes Delirium versetzt worden sei,  um ihn dann vollgepumpt mit Opiaten als Sündenbock hinter dem Kino zurückzulassen. Scopolamin ist ein pflanzliches Alkaloid, das unter anderem in  Bilsenkraut, Stechapfel, Tollkrische und Engelstrompete enthalten ist und neben einer stark sedierenden Wirkung auch Halluzinationen und  halb-bewußte Trancezustände auslösen kann, in denen Sprach-und Denkfähigkeit zwar erhalten bleiben, der Intoxinierte nach Abklingen des Rauschs aber keine Erinnerungen  daran hat. In Südamerika wurden Scopolamin-Präparate von Kriminellen  traditionell als “K.O.Tropfen” benutzt, um Opfer zu berauben oder zu vergewaltigen, die CIA und andere Geheimdienste experimentierten damit als “Wahrheitsdroge”. Ohne große Erfolge, denn wie auch bei anderen psychoaktiven, bewußtseinsverändernden Alkaloiden ist die Wirkung Substanz nicht systematisch steuerbar. So mag es theoretisch vielleicht möglich sein, einen an Bewußtseinsforschung interessierten Studenten der Neurowissenschaft in ein Experiment zu locken, in dem  “temporäre Illusionen”  – so ein Referat, das Holmes an der Universität hielt – chemisch erzeugt und ausprobiert werden, praktisch scheint aber eine unkalkulierbare Substanz wie der Wirkstoff der uralten Hexenkräuter eher ungeeignet.

Dass die “Regierung” im Rahmen der “New World Order” den Terroranschlag inszeniert hat, um die Waffenkontrolle in den USA durchzusetzen, ist die naheligende und weit verbreitete Verschwörungstheorie für das Motiv hinter dem Anschlag. Beweise dafür gibt es aber nicht, auch wenn die oben genannten Indizien – sowie die zwei am Tatort gefunden Gasmasken – darauf hindeuten, dass es sich bei diesem Angeklagten nicht um einen verrückten Einzeltäter, sondern um das Opfer einer Gehirnwäsche handeln könnte.

26
Jul, 2012

Beschneidungsbefehl über alles ?

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Religiöse Fundamentalisten  – evangelikale Christen im Westen und fanatische Moslems oder durchgeknallte Thora-Orthodoxe im Osten – sind schon seit einiger Zeit auf dem Vormarsch. Dass der irrationale Talibanismus jetzt aber auch im deutschen Bundestag Einzug hält, ist eine relativ neue Erscheinung:

“Sie dürfen nicht übersehen, dass der Beschneidungsbefehl in der jüdischen Religion und im islamischen Glauben fundamental ist. Die Begründung des Bundes Gottes mit dem Volk Israel und Abraham in Genesis 17 beginnt mit dem Befehl an Abraham, die Kinder des Volkes Israel zu beschneiden, sobald sie acht Tage alt sind….Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen. Damit hat er einen sehr hohen Stellenwert. Ein Verbot der Beschneidung jüdischer und muslimischer Kinder würde faktisch bedeuten: Jüdisches Leben und islamisches Leben sind in Deutschland auf Dauer legal so nicht möglich.”

So der Rechtsexperte der Grünen, Volker Beck, diese Woche im Bundestag in seinem Plädoyer, die Körperverletzung von Kindern zugunsten freier Religionsausübung auch weiterhin zuzulassen. Beschneidungsbefehl ist nun mal Beschneidungsbefehl und wenn der Führer (“Gott”) befiehlt muß  gefolgt werden. Da müssen Grundgesetz, Menschenrechte und Menschenverstand einfach zurückstehen.

Wer da den Taliban trapsen hört liegt sicher nicht falsch – und wohin es führt, wenn sich  Recht und Gesetz  den Buchstaben von Glaubensvorschriften unterordnen kann man sich ausmalen: auch Beschneidung der Klitoris, Mißbrauch von Kindern, Verbrennung von Witwen, Tötung von Homosexuellen und viele weitere Perversionen sind aus  “Befehlen” von Religionen ableitbar – und dennoch hierzulande strafbar, weil auch die  “freie Religionsausübung” ihre Grenzen hat. Wo diese zu ziehen ist hat das Bundesverfassungsgericht etwa in einem Urteil 2003 festgehalten, bei dem es um eine weitaus harmloseres Religionsritual als das Herumschnippeln an Kinderpenissen ging: der Musiker Hans Söllner hatte als Angehöriger der Rastafari-Religion eine Anbaugenehmigung für Cannabis eingeklagt. Auch wenn es unbestritten ist, dass der Cannabisgenuß für  Rastafaris ein grundsätzliches Fundament ihrer Religionsausübung darstellt, entschied das höchste  Gericht, dass “auch unter Berücksichtigung dieser grundrechtlichen Position ein Anspruch des Klägers auf die Erlaubnis aber nicht gegeben (sei). Die Glaubensfreiheit werde durch kollidierendes Verfassungsrecht beschränkt. Das Betäubungsmittelgesetz verfolge den Zweck, die menschliche Gesundheit sowohl des Einzelnen wie der Bevölkerung im Ganzen vor den von Betäubungsmitteln ausgehenden Gefahren zu schützen und die Bevölkerung, vor allem Jugendliche, vor Betäubungsmittelabhängigkeit zu bewahren.”

Legen die Verfassungsrichter in Sachen Beschneidung denselben Maßstab an könnte es eng werden für die muslimischen und jüdischen Freunde blutiger Rituale, denn dass  die körperliche Unversehrtheit – “die menschliche Gesundheit des Einzelnen” – durch diesen Einschnitt irreversibel geschädigt werden kann, steht außer Frage. Um solchen Schädigungen vor allem von Kindern Einhalt zu gebieten wurde in Deutschland unter anderem die Prügelstrafe abgschafft. Dass die körperliche Züchtigung von Schutzbefohlenen eine jahrtausendealte Tradition aufweisen kann und einige Eltern immer noch glauben, durch Schläge das Kindeswohl zu fördern hat den Gesetzgeber nicht daran gehindert, derlei Praktiken unter Strafe zu stellen. Und dasselbe hätte auch für die archaische Tradition der Beschneidung zu gelten, die in grauer Vorzeit von einigen Stammesführern ihren Wüstenvölkern aus durchaus praktischen Gründen verordnet wurde: Sand unter der Vorhaut juckt. Ebenfalls praktischer Hygiene geschuldet war die Vorschrift, Schlachttiere durch Ausbluten zu töten, was in Ermangelung von Kühlmöglichkeiten eine bessere Haltbarkeit versprach – und hierzulande mittlerweile – und im Zeitalter von Kühlhäusern zu Recht -  vom Tierschutzgesetz verboten ist. Wenn die Ausübung einer Religion nur durch derart archaische Rituale möglich ist,  hat sie in einem aufgeklärten, säkularen  Rechtsstaat nichts zu suchen – bzw. ist gezwungen ihre Praktiken und Vorschriften zu reformieren. Hätten die Christen ihr archaisches Waterboarding nicht längst durch ein paar symbolische Wassertropfen ersetzt wären Taufen eine strafbare Körperverletzung. Von Muslimen und Juden zu fordern, ihre kinderschänderischen und tierquälerischen Rituale zu reformieren und durch symbolische Akte zu ersetzen, wenn sie ihrer Religion statt irgendwo in der Wüste im Deutschland des 21. Jahrhunderts nachgehen wollen, scheint da nicht zu viel verlangt.

P.S.: Ein Glück nur, dass von einer Illegalisierung der Beschneidung außer muslimischen  auch jüdische Gläubige betroffen sind; nicht auszudenken, was an der islamophoben Propagandafront los wäre wenn allein noch die Muslime diesem brutalen Ritual frönen würden.

16
Jul, 2012

MK ULTRA 2.0

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“Die Eichmann-Zeit ist ein für alle Mal vorbei, nur aus dem Anfang, vorne aus dem Ei, kriechen süße barocke Engele, jede Mengele.” Dieser Kalauer von Wolfgang Neuss fiel mir wieder ein, als ich den erschreckenden Report über die “medizinische” Zwangsbehandlung mit Drogen las, mit denen das US-Verteidigungsminsterium Gefangene in Guantanamo und anderen Militärgefängnissen überzieht. Dabei wurden unter anderem starke bewußtseinsverändernde Mittel wie “Haldol” oder das synthetische Opiat “Demerol”  eingesetzt, um “unkooperative” Gefangene zu Aussagen zu bewegen. Nach dem sexuellen Mißbrauchs im Gefängnis Abu Graihb und den schon bekannt gewordenen Methoden des “Waterboarding”  ist diese Art von medikamentöser Folter ein weiteres Indiz für die Perversion, die der sogenannte “War On Terror” mit sich gebracht hat – und die von den grausamen Experimenten eines Dr.Mengele tatsächlich nicht mehr weit entfernt ist. Dass die Aussagen von Gefangenen, die während der Verhöre durch Neuroleptika benebelt sind, kaum zuverlässig und für weitere Ermittlungen wenig dienlich sind – dieses Argument liessen die US-Offiziellen schon bei der Kritik am “Waterboarding” nicht gelten. Schließlich hat der “Mastermind” der 9/11-Anschläge Khalid Scheich Mohammed nach 182 dieser Torturen doch alles (und noch viel mehr)  gestanden. Da kann man doch nicht meckern.  Ethik und Menschrechte sind eben nur was für Weicheier, würden Rumsfeld, Cheney, Bush, Hitlary Clinton und Obama sagen. Während die beiden Letzgenannten mittlerweile weniger Gefangene machen und  “Verdächtige” per Fernsteueung mit Drohnen gleich vor Ort eliminieren, haben die beiden Erstgenannten eine lange Tradition im Vertuschen perverser medizinischer Menschenversuche, namentlich der CIA-Operation MK ULTRA und des mysteriösen Tods des CIA-Chemikers Frank Olson, der die geheimen Massentests mit LSD kritisiert hatte. Dass MK ULTRA 2.0 weiter lebt ist insofern keine Überraschung…

15
Jul, 2012

The Missing Secrets Of Nikola Tesla

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In den letzten Jahren seines Lebens wohnte er verarmt im billigen Dachzimmer eines Hotels in New York und wenn er noch mit jemandem sprach, dann mit den Tauben auf seinem Fensterbrett.: Nikola Tesla (1856-1943), einer der größten Genies und Erfinder des 20. Jahrhunderts. Heute im Sonntagskino: Lost Lightning: The Missing Secrets of Nikola Tesla

12
Jul, 2012

Gangster, Bankster, Libor-Mafia

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Libor ( “London Interbank Offered Rate”) wird der Zinssatz genannt, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Er wird unter den 16 größten Banken jeden Morgen ermittelt: sie teilen dem britischen Bankenverband BBA die Zinssätze mit, zu denen sie sich Darlehen geben würden, die vier höchsten und die vier niedrigsten Gebote werden gestrichen und aus dem Durchschnitt der restlichen Gebote der Tageskurs ermittelt. Auf dem Libor basieren weltweit Finanzprodukte und Transaktionen mit einem Volumen von mehr 360 Billionen Dollar. Laut einer in New York eingreichten Klage kleinerer Banken und Investoren haben die 16 Großbanken – darunter die üblichen  “To Big To Fail”-Verdächtigen einschließlich Deutscher Bank und West LB – zwischen 2005 und 2011 den Libor durch falsche Mitteilungen an den Bankverband manipuliert. Ein niedriger Libor signalisiert, dass sich die Banken untereinander vertrauen und gesund sind – was im Zuge der Finanzkrise eine publikumswirksame Lüge darstellte; ein höher als der wahre Interbank-Zinsatz ausgewiesener Libor bedeutet, dass die Bank an sämtlichen auf dem Libor fußenden Produkten im Wert von 360 Billionen Dollar  zusätzlich verdient. Dass es hier nicht um Peanuts geht – oder wenn dann  um Peanuts in riesigen Mengen, da alle Geschädigten jeweils nur um kleine Summen betrogen wurden -  zeigt die Geldbuße von 450 Millionen Dollar, die die britische Barclays-Bank  Ende Juni zahlen mußte, nachdem sie als erstes Institut des Betrugskartells überführt worden war und die Manipulationen zugegeben hatte. Trotz der gigantischen Geldbuße regte sich niemand wirklich auf, und in Deutschland war in einigen Kommentaren zu lesen, dass ja eigentlich auch gar kein bezifferbarer Schaden entstanden sei. Das sehen Großinvestoren und Hedgefonds, die zu den Betrognenen gehören, naturgemäß anders – und nachdem der US-Generralstaatsanwalt auf den Wagen aufgesprungen ist, sehen die Experten von Zerohedge eine Flut von Klagen auf die Banken zukommen:

“The resulting lawsuits, most of which in class action format, will be of gargantuan proportions, simply to encourage settlement, as ongoing litigation will easily destroy the financial system. The litigation reserves at the TBTF banks will explode and will cause years of EPS writedowns. But at least they will be one-time charges, so the stocks don’t get crushed too much. That said, forget any growth out of the banking sector, and certainly the 16 BBA member banks, all of whom are about to be sued to smithereens in civil suits as more and more banks step up and settle to avoid criminal prosecution.”

Bob Diamond, der Barclays Chef ist mit einem goldenen Handschlag von 2 Mio. zurückgetreten, statt hinter Gitter zu gehen – und seine Kollegen werden es im  nachtun, d.h. gigantische Geldbußen zahlen um dem Knast zu entgehen. So wird zumindest ein Teil des Geldes, dass die Bankster von den SteuerzahlerInnen ergaunert haben an die Allgemeinheit zurückgeführt. Nicht nur in England und Amerika, denn auch der europäische Referenzzins Euribor wurde jahrelang manipuliert.   Er wird von den 43 größten Banken festeglegt, darunter aus Deutschland  die Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, LBBW, BayernLB, Helaba, NordLB und Landesbank Berlin.  Gegen die beiden erstgenannten wird von  der Finanzaufsicht Bafin bereits ermittelt. Nach einer aktuellen Umfrage hält derzeit jeder vierte Deutsche (24,4 %) Banker für äußerst kriminell.  Auf einer Skala von 10 (unschuldig) bis 0 (äußerst kriminell) kamen die Banker auf 3,3 – und das ist mit Sicherheit kein falsches Bild. Eine Umfrage unter 500 Bankmanagern in Wallstreet und London ergab nämlich gleichzeitg, dass ein knappes Viertel von ihnen unethische oder illegale Praktiken für notwendig hält, um zum Erfolg zu kommen.  Wer bei dieser Kriminellenquote noch weiter davon redet, dass wir  nur alles den “Märkten” überlassen müßte um Wohlstand und Freiheit zu erreichen,  kann, leistet Beihilfe zum Betrug…

P.S.: Und wenn dann der Libor,- und Euribor-Betrug aufgeklärt und abgeurteilt ist kommt es noch dicker, denn, so der “Telegraph”,  auch der Goldpreis wurde manipuliert.

5
Jul, 2012

Die Kartographie krimineller Realpolitik

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Am 17. Oktober 2001 erhielt das „Whitney Museum of American Art“ in New York den Anruf einer Agentin des FBI. Sie fragte nach einer Reproduktion  der großformatigen Zeichnung des Künstlers Mark Lombardi mit dem Titel  „BCCI, ICIC & FAB 1972-1991“ . Das Bild war Bestandteil der laufenden Ausstellung  „From Polock to Today“ und  da eine Kopie des Werks nicht vorhanden war, empfahl die Angestellte des Museums der Polizistin, es doch einfach während der normalen Öffnungszeiten zu besichtigen. Wenig später erreichte die Galerie Lombardis, Pierogi in New York, eine gleichlautende Anfrage, wobei sich der Anrufer des FBI als einer der Ermittler der Terroranschläge des 11.Septembers vorstellte. Man untersuche in diesem Zusammenhang die Finanznetzwerke Osama Bin Ladens und des eines saudischen Großbankers und ehemaligen Direktors der BCCI-Bank Khalid Bin Mahfouz. Da auch die Galerie über keine Kopie des Werks verfügte blieb den Fahndern nichts anderes als ein Museumsbesuch. Dass die Kripo in Museen ermittelt mag nichts Außergewöhnliches sein, zumal wenn Kunstwerke gestohlen oder gefälscht werden, dass aber die Polizei bei ihren Ermittlungen  Kunstwerke zu Rate ziehen -  dieser Fahndungsmethode gebührt durchaus der Rang einer Innovation. Doch nicht nur kriminaltechnisch, auch kunsthistorisch markiert die FBI-Agentin, die akribisch ein Werk der zeitgenössischen Kunst studiert um den Hintermännern von Terroristen auf die Spur zu kommen, eine Neuerung. Freilich eine, die uns nicht allzu vorteilhaft anmutet – oder ist es in unserem vemeintlichen Informations- und Medien- Zeitalter tatsächlich schon wieder soweit, dass wie im Mittelalter selbstverständliche Wahrheiten nicht mehr offiziell, sondern nur noch codiert, verklausliert, in Form von „Kunst“ erörtert werden können ?

Es scheint so zu sein, denn was das FBI bei der Fahndung nach den Hintermännern und Finanziers des 11.9. auf der 1999 entstandenen Zeichnung Lombardis suchte, war kein ästhetischer Genuß, sondern etwas sehr Konkretes:  Namen, Daten, Verbindungen und Zusammenhänge  – und nichts anderes  liefern die von 1994 bis zum Tod Lombardis im Jahr 2000 entstandenen  Werke. Es sind  Diagramme, Fließbilder,  Netzwerke, Rhizome, Charts  – Zeichnungen, die auf den ersten Blick einen Eintrag in das Buch „Die wirrsten Grafiken der  Welt“ zu verdienen scheinen. Bei näherem Hinsehen jedoch beginnen sie ihre Geschichte zu erzählen: von Personen, Firmen, Beteiligungen, Verbindungen, Geldflüssen.  Kreise, die den Namen einer Person oder Firma umrunden, und sechs verschiedene Arten von Linien, die die Art der Beziehung zwischen den einzelnen Punkten des Netzwerks kennzeichnen, sind die einzigen Stilmittel in Lombardis Diagrammen. Schwarz/Weiß mit gelegentlichen Eintragungen in Rot halten sie sich auch in der Farbgebung an diesen formalen Minimalismus und strahlen so beides aus: verwirrende, komplexe Vielfalt und nüchterne, kühle Eleganz.  “It doesn’t exactly roll off the tongue, but in the tradition of the painter’s painter, Mark Lombardi is an investigative reporter’s Conceptual artist. His subject is conspiracy and scandal, his method is to “follow the money.” His pursuit results in big airy line drawings that exemplify Conceptual art’s propensity for diagrams, masses of information and showing how the world works.” schrieb die New York Times im Dezember 1998 zur ersten Soloausstellung des Künstlers, der in seinem Werk investigativen Journalismus und Konzeptkunst vereint.

Vor einigen Wochen ist ein Dokumentarfilm über Mark Lombardi, der sich laut offizieller Darstellung im März 2000 das Leben nahm,  in deutschen Kinos angelaufen, Telepolis stellt den Künstler und den Film heute in einem Beitrag vor: Ästhetik der Konspiration

 

3
Jul, 2012

Operation Reißwolf

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(Mit Updates) Dass der Verfassungsschutz abgeschafft werden sollte, haben wir hier  zuletzt im Januar gefordert – und dass jetzt der amtierende Chef Heinz Fromm schon mal den Anfang macht, ist fraglos ein begrüßenswerter Schritt. Sie wird ihm seine Aussage vor dem parlamentarischen Untersuchungsauschuß etwas erleichtern, der die Frage klären will,  warum in  Fromms Amt Akten über den “Thüringer Heimatschutz” ausgerechnet in dem Moment geschreddert wurden, als die Bundesanwaltschaft Ermittlungen über den rechtsradikalen Verein und  die Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) aufnahm.  “Solche Vorkommnisse machen es schwierig, Verschwörungstheorien überzeugend entgegenzutreten”, hatte der Auschußvorsitzende bekundet, als die Aktenvernichtung letzte Woche bekannt wurde. Und in der Tat hieße des die Unschuldsvermutung extrem zu überdehnen, wenn man hier noch Schlamperei, Zufall oder Murphys Gesetz gelten lassen wollte.  Denn die Operation Reißwolf ist nur das i-Tüpfelchen in einer Kette des Versagens der Sicherheitsdienste, durch die die terroristische Mordserie überhaupt erst ermöglicht wurde – und das wäre noch die freundlichste Interpretation der Geschichte. Denn über das “Versagen” des Verfassungsschutzes hinaus steht eine weitaus schlimmere Frage drohend im Raum, nämlich die einer möglichen Mitwisserschaft und Beihilfe. Mittlerweile ist bekannt, dass bei mindestens einem der Morde auch ein VS-Agent anwesend war – und die Art und Weise, in der  die Aufklärung dieses Vorfalls vertuscht wird, erinnert  doch stark an die schützende Hand über den 9/11-Terroristen, die Ermittlungen im Vorfeld der Tat ebenso unmöglich machte wie eine Aufklärung danach. Insofern wird die “lückenlose Aufklärung”, die Innenminster Friedrich fordert, auch in Sachen NSU wohl nicht stattfinden -  sie würde zu tief  auf jene dunkle Seite der Geheimdienstarbeit führen, die schon das Verbot der NPD unmöglich machte. Dass nicht nur die rechte Partei, sondern auch der rechte Terror aus “Sicherheitsgründen” von Agenten des Staats gesteuert wird ist der Öffentlichkeit nicht zumutbar. Insofern läßt sich als Ergebnis der heute beginnenden offiziellen Untersuchung schon prognostizieren: es wird einen “Pleiten,Pechen & Pannen”- Abschlußbericht geben,  die Anmahnung von  “Strukturreformen”, mit der die Arbeit des VS “verbessert” werden soll, dazu das schon vollzogene Bauernopfer  durch Rücktritt des Chfes – und that’s it.

Update: Die Auschußmitglieder durften mal kurz in die rekonstruierten geschredderten Akten schauen, und haben keine Hinweise darauf gefunden, dass die NSU-Terroristen V-Männer waren. Also: alles ok beim Verfassungschutz, bitte weitergehen, hier ist nichts zu sehen….

Update 10.7. :  Die Prognose  “es wird einen “Pleiten,Pechen & Pannen”- Abschlußbericht geben,  die Anmahnung von  “Strukturreformen”, mit der die Arbeit des VS “verbessert” werden soll, dazu das schon vollzogene Bauernopfer  durch Rücktritt des Chfes – und that’s it.” Das war ein bisschen optimistisch, denn  auch mit “Strukturreformen” wird beim besten Willen nichts zu machen sein. Wer das Protokoll der zirkusreifen Vorstellung liest , die die Verantwortlichen für den Verfassungschutz Thüringen vor dem Auschuß hinlegten und sich an Hand der Highlights ihrer Aussagen eine Vorstellung davon macht, wie es in dieserm Laden zuging, kann nur zu einem Schluß kommen:  dicht machen – und zwar subito!

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