30
Aug, 2012

Einladung

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Seit 1992 Jahren leistet die Gemeinde der “12-Apostel-Kirche” was in ihrem von Prostitution und Suchtproblemen gezeichneten Kiez in Schöneberg am meisten Not tut: Drogenarbeit.  Diese 20 Jahre ehrenamtlicher Arbeit werden morgen nicht nur in einer kleinen Feier gewürdigt, Pfarrer Andreas Fuhr und seine Frau Mona haben mich auch eingeladen, über  “Die Drogenlüge” zu sprechen – jene das Elend und die Erniedrigung fördernde Politik der Prohibition und des “war on drugs”, die einen schadensmindernden Umgang mit Drogen nach wie vor verhindern. (Gemeindesaal, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin – Freitag 31.8.2012, 19 Uhr 30 – Plakat: Gerhard Seyfried)

Update: Passend zum Thema ein aktuelles Interview mit Dr. François van der Linde, der als Präsident der Präsident der “Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen” die Schweizer Bundesregierung 30 Jahre lang beraten hat: «Drogen zu konsumieren 
sollte straffrei sein»

28
Aug, 2012

„Kiffen macht dumm ? – Versteh ich nicht!“

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„Kiffen macht gleichgültig ? – Mir doch egal! “ – diese alte Raucherweisheit, wissenschaftlich auch als „demotivationales Syndrom“ bekannt, kann nach einer US-Studie jetzt um eine weitere Erkenntnis ergänzt werden „Kiffen macht dumm ? – versteht ich nicht!“ Forscher von der Duke University in Durham (North Carolina) fanden in einer 38 Jahre andauernden Studie mit 1000 Probanden heraus, dass Cannabiskonsum das zentrale Nervensystem schädigen und den Intelligenzquotienten (IQ) senken kann. Bei der Studie wurde der Intelligenzquotient im Alter von 13 Jahren gemessen und dann noch einmal 38 Jahre später – und nahm Angaben der Forscher IQ umso stärker ab, je früher Jugendliche mit dem Konsum begannen und je länger sie ihn fortsetzen. Die in den”Proceedings of the National Academy of Sciences” erschienene Studie bestätigt einerseits Befunde, nach denen Cannabis für die Gehirnentwicklung von unter 16-jährigen schädlich sein kann. Andererseits gilt dies aber auch für Tabak, Alkohol und sämtliche anderen Drogen: wer zu früh anfängt und dann dauerhaft konsumiert tut seinem Gehirn und der Gesundheit keinen Gefallen. Insgesamt hatten nur 50 Personen der Untersuchungruppe angegeben, schon in jungen Jahren mehr als einmal wöchentlich gekifft zu haben, was die Validität des Ergebnisses stark einschränkt. Die  150 Probanden, die sich als regelmäßige Konsumenten bezeichneten und erst mit 18 Jahren begonnen hatten,  schnitten  bei den IQ-Tests nicht schlechter ab als die Nichtkiffer. Insofern bringt diese Studie nichts Neues – kann aber als weitere Argumentationshilfe dafür dienen, dass dem Jugendschutz in der Drogenpolitik entscheidende Bedeutung zukommt und es höchste Zeit ist, dem unkontrollierbaren Schwarzmarkt für Cannabis und alle anderen Drogen endlich ein Ende zu machen : Leaglize it!

24
Aug, 2012

Der Biosprit-Schwindel: Hanf in den Tank – statt Essen auf Rädern!

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“Warum noch Wälder verbrauchen, die Jahrhunderte zum Entstehen brauchen und jahrzehntelang Minen graben, wenn wir dieselbe Menge von Holz und Mineralprodukten aus der jährlichen Ernte von Hanffelder gewinnen?” notierte Henry Ford in den 1930er Jahren – und angesichts der aktuellen Debatte um Biosprit, Welthunger und unethisches Verheizen von Lebensmitteln möchte man diese Erkenntnis den Diskutanten am liebsten Tag und Nacht um die Ohren hauen. Denn ja: es ist verrückt, Millionen Hektar Mais zu Energiegewinnung anzubauen, und nein: damit ist die Energiegewinnung aus Pflanzen keineswegs diskreditiert. Denn es gibt  eine Pflanze, die mehr Biomasse und damit mehr Energie produziert als jede andere  und zudem viel umweltverträglicher ist als Mais, Raps & Co.: Hanf ! (pdf).  Obenstehende Grafik zeigt die Ergebnisse (pdf) eines praxisnahen Versuchs zur Energiepflanzenproduktion die am Agrartechnischen Insititut in Potsdam- Bornim von 1995 -1999 durchgeführt wurden – und Hanf mit einem Spitzenertrag von knapp 12 Tonnen Trockenmasse pro Hektar, vor  allen schnellwachsenden Pflanzen und  sowohl auf ungedüngten wie auch auf  sehr stark gedüngten Böden.
Da Hanf keine Pestizide und Herbizide benötigt, sein Anbau die Böden verbessert satt sie auszulaugen und er deshalb auch als Zwischenfrucht auf für Nahrungsmittelproduktion genutzten Böden hervorragend geeignet ist, gäbe es noch mehr als die 30 Millionen Hektar ungenutzter Agrarflächen in der EU um das gigantische Potential des Hanfs auszuschöpfen. Warum das nicht geschieht und warum die Prohibition dem Biorohstoff Hanf die eigenen Finanzierungsquellen abschneidet habe ich 2005 in zwei Beiträgen beschrieben – hier und hier.  Dass die dort beschriebene Pilotanlage zur Produktion von “Sundiesel” aus Biomasse 2011 Konkurs anmelden mußte - auch das hat die Energiegewinnung aus Pflanzen nicht diskreditiert. Der Grund für die Pleite war die Fehlkalkulation der Kosten für die Rohstoffe – die bei diesem Projekt vor allem aus Holz betsanden. Mit Hanf wäre das nicht passiert. Deshalb ist es höchste Zeit, statt einer verlogenen und irreführenden Diskussion über Biosprit endlich auf die Agenda zu nehmen, dass es eine Alternative zu diesem Irrsinn gibt. Und dass für den zügigen Ausbau und die Entwicklung dieser Alternative Fördermittel in Höhe von 2 Milliarden EURO pro Jahr zur Verfügung stehen – das wäre der Betrag, den der deutsche Hanfverband als zusätzliche staatliche Einnahmen durch die Legalisierung von Hanfblüten errechnet hat. Das sollte ausreichen, um blühende Landschaften effizienter und umweltfreundlicher Energiepflanzen nachhaltig wachsen zu lassen. Es gibt viel zu tun – pflanzen wir’s an!

18
Aug, 2012

Was ist eine AkA ?

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Wenn eine “Ausnahmesituation katastrophischen Ausmaßes” vorliegt darf nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts die Bundeswehr auch mit Waffen im Inneren eingesetzt werden. 2006 hatten die Karlsruher Richter noch entschieden, dass der Einsatz von spezifisch militärische Waffen im Inland gegen das Grundgesetz verstößt; mit der neuen Entscheidung  wird er nun für den Fall einer  “Ausnahmesituation katastrophischen Ausmaßes” legalisiert. Liegt eine AkA vor dürfen Kampfjets, Bomben und Panzer nunmehr auch gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werde – und die Entscheidung darüber obliegt allein der Bundesregierung: “Der Einsatz der Streitkräfte nach Artikel 35 Absatz 3 Satz 1 des Grundgesetzes ist, auch in Eilfällen, allein aufgrund eines Beschlusses der Bundesregierung als Kollegialorgan zulässig.”

Auch wenn das BVG in seiner Entscheidung ausgeschlossen hat, dass Gefahren “die aus oder von einer demonstrierenden Menschenmenge drohen” mit militärischen Waffen bekämpft werden dürfen, von diesem Auschluss abgesehen aber wird die “Ausnahmesituation katastrophischen Ausmaßes” nicht weiter geklärt, was nichts anderes heißt als dass die Defintionsmacht allein dem Führer der  “Bundesregierung als Kollegialorgan” zukommt. Seit gestern versuche ich, mir  eine solche AkA vorzustellen, denn um Panzer gegen Hochwasser oder Kampfjets gegen Erdbeben – also Gefahrenabwehr bei Naturkatatsrophen -  kann es dabei ja nicht gehen.  Da “demonstrierende Menschenmengen” ausdrücklich nicht als AkA gelten sind hier militärische Kampfeinsätze gegen Demonstrationen ebenfalls verboten, auch entführte Flugzeuge dürfen nicht ohne weiteres abgeschossen werden. Was aber dann ist einen AkA, die den Einsatz der Bundesewehr gegen die eigene Bevölkerung rechtfertigt ? Um sachdienliche Hinweise wird gebeten…

11
Aug, 2012

Die vierte Macht

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“Professionelle Publizistik? Warum recherchieren und argumentieren, wenn man doch diffamieren kann? Seit den Terroranschlägen von New York habe der Begriff von der Verschwörungstheorie eine erstaunliche Karriere gemacht, sagt Bröckers. Vom neutralen Ausdruck zum Schimpfwort. Vom deskriptiven Begriff für eine auf Indizien und Spuren beruhenden Hypothesenbildung zur diskriminierenden Diskurskeule. Vom analytischen Werkzeug zum Tabu. Welcher Teufel scheint unsere Medien zu reiten, wenn es um die Klärung eines Falles geht, dessen Auswirkungen in den Demokratien der sogenannten freien Welt noch gar nicht abzusehen sind? Der wie kein anderer die Angst in den Gesellschaftskörper implantiert hat. Die Angst vor dem internationalen Terrorismus, der wir sukzessive und beständig unsere Freiheiten opfern, was den Medien, die sich doch gerne als demokratisches Kontrollorgan verstehen, eigentlich übel aufstoßen müsste.”

Was leider nur in den seltensten Fällen und in Sachen 9/11 gar nicht geschieht. Darüber und über die Rolle der Medien und die Pflicht des Journalisten bei der Suche nach “Wahrheit” auch in die Jauchegrube hinabzusteigen hat mich Dirk C. Fleck im vergangenen Dezember befragt – für ein Porträt über Journalisten in Zeiten der Krise. Zusammen mit Porträts 25 weiterer Kollegen ist es jetzt bei “Hofmann und Campe” erschienen: “Die vierte Machte – Spitzenjournalisten zu ihrer Verantwortung in Krisenzeiten”. Das Buch war heute morgen in der Post, ich nehme es jetzt mit in die Sonne – das Schlußwort von Dirk Flecks Vorwort, eine alte Londoner Redaktionsweisheit, hat mich mit den zu erwartenden lausigen Kollegen vorab zumindest ein bißchen versöhnt: “Journalism is a lousy job, but better than working.”

9
Aug, 2012

Merchants Of Death

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Gerade (via Fefe) entdeckt:  eine großartige 3-D-Animation des internationalen Handels mit Kleinwaffen und Munition . Deutschland hat seine Exporte mit diesen  Waffen, die als “effektivste Massenvernichtungswaffen”, weil durch die weitaus meisten Menschen ums Leben kommen  -  zwischen 2000 und 2010 Jahren  fast  vervierfacht, von 79 auf 301 Mrd.  Mio. $.

8
Aug, 2012

Al Qaida wieder in der Championsleague!

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Hach, wenn Osama das noch hätte erleben dürfen: “seine” Al Qaida  kämpft jetzt   Seit an Seit mit  Saudi Arabien, USA und Israel in Syrien,  schlachtet Christen und wird für diesen “Freiheitskampf” im Westen gefeiert.  Diese Nachricht wäre sicher ganz nach dem Geschmack des  “Terrorfürsten”, der sich vermutlich prompt den Bart gefärbt und wieder eine neue “Videobotschaft”  produziert hätte.  Aber OBL ist futsch und so ist der  der Neuzugang in diesem Spitzenteam der humanitären Championsleague in den Medien etwas unterbelichtet geblieben. Dabei verdient das Team der “Rebellen” mit den finanzstarken Superdemokraten aus Riad, einem halben Dutzend arabischer Feudalfürsten und Chefcoach Hitlary Clinton durchaus Aufmerksamkeit, wird es doch durch den Neuzugang schußstarker Dschihadisten und unberechenbarer Selbstmordbomber im Angriff erheblich verstärkt. Gegen diesen Sturm  wird jede Defensive  – “Diktatoren”, “Despoten”, “Assads”  oder wie die neuen “Hitlers” sonst noch heißen – wenig ausrichten können,  für “Freiheit”, “Demokratie” und “Menschenrechte”  scheint  dank der Kämpfer der guten alten Bin Laden Schule die Meisterschaft so gut wie sicher…

Update: Nachdem der TV-Sender “Fox” – als Teil des Murdoch-Imperiums nun wahrlich kein Medium für  US-kritischen Pazifismus -  über den  Fakt der von den USA gestützten islamistischen Terroristen in Syrien berichtet hatte – und  dem Sender deshalb der Vorwurf gemacht wurde, “Assad-Propaganda” zu betreiben -  antwortete er mit diesem sehenswerten “Reality Check”:

3
Aug, 2012

“Das fünfte Flugezeug” – morgen on air

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Dass der Roman “Das fünfte Flugzeug” von Sven Böttcher und mir unter dem Pseudonym John S. Cooper veröffentlicht wurde, war weniger einem Versteckspiel oder einer Marketingidee geschuldet, als unserem Plan, dass 9/11 ein amerikanisches Thema ist und der defintive Thriller dazu logischerweise  in den USA und aus der Feder eines amerikanischen Autors erscheinen muß. Sowie, weil es sich bei “The Fifth Plane” zweifellos um den spannendsten und besten Roman zum Thema handelt, natürlich in Hollywood verfilmt werden. Aber weder fanden unsere Agenten einen amerikanischen Buchverlag, noch meldete sich irgendein Filmproduzent und meine mails an Woody Harrelson, den einzigen Hollywood-Star, den ich persönlich kenne und dem  die Hauptrolle auf den Leib geschrieben war, landeten wohl im Nirwana. Jedenfalls realisierten sich unsere hochfliegenden “Flugzeug”-Pläne nicht und es wurde “nur” ein kleiner Bestseller in Deutschland daraus. Sowie ein ganz großartiges Hörspiel, das Andreas von Westphalen im vergangenen Jahr für den WDR produzierte. Für alle, die die 2-teilige Sendung verpaßt haben – oder sie sich, weil sie wirklich hörenswert ist, ein zweites Mal anhören möchten,   im NDR  geht  am 4. und 11. August 2012 das Flugzeug wieder on air.

Und wo wir gerade beim Radio sind: Unlängst habe ich mich mit Walter van Rossum für den WDR über Peter L. Bergens Buch “Die Jagd auf Osama Bin Laden” unterhalten. Es wird am Sonntag, 5. August um 12.05 Uhr auf WDR 3 in “Gutenbergs Welt” vorgestellt

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