Syrer lieben Assad!

(Mit einem  Update) Wer von dieser Überschrift überrascht sein sollte, ist vermutlich nur der hiesigen Propaganda auf den Leim gegangen. Nach einer von der NATO erhobenen Umfragen hat die Zustimmung zur Regierung Assads in Syrien in letzter Zeit stark zugenommen: 70% der syrischen Bevölkerung unterstützen Assad, 20 % bezeichneten sich als neutral und 10% unterstützen die Aufständischen:

“A report to NATO said Syrians have undergone a change of heart over the last six months. The change was seen most in the majority Sunni community,which was long thought to have supported the revolt.“The Sunnis have no love for Assad, but the great majority of the community is withdrawing from the revolt,” the source said. “What is left is the foreign fighters who are sponsored by Qatar and Saudi Arabia. They are seen by the Sunnis as far worse than Assad.”

Wie man angesichts solcher Daten ernsthaft in Erwägung ziehen kann, den Aufstand durch Waffenlieferungen weiter anzustacheln und mit dubiosen Propagandameldungen wie dem angeblichen  Giftgaseinsatz durch die syrsiche Regierung Stimmung für weitere Eskalation zu machen, ist mir schleierhaft. Es sei denn, man verfolgt eine geo-politische Agenda der Destabilisierung sämtlicher Staaten, die sich dem Diktat der USA und Israels nicht beugen wollen und auf ihrer Souveränität bestehen. Dass es sich bei dem regierenden Assad-Clan nicht um luprenreine Demokraten handelt und Freiheit und Menschrechte in Syrien nicht sehr hoch im Kurs stehen ist zwar unbestreitbar, doch angesichts dieser Umfragewerte –  sowie der Tatsache, dass es sich bei den “Aufständischen” um  durchgeknallte wahabitische Wickelmützen handelt, die von erz-reaktionären Feudalregimen gesponsort werden – scheint es angebracht, bei diesem blutigen Konflikt gar nicht von einem wirklichen “Bürgerkrieg” zu sprechen, sondern eher von einem von außen initiierten Putschversuch.

Update: Die FAZ  hat Präsident Assad interviewt – und dieser scheint auf alle Fragen vernünftige Antworten zu haben.  Ebenfalls interessant die Analyse des Syrien-Konflikts von Robert Fisk im Independent.

10 Comments

  1. Matthias, das ist keine Quelle. Will die Zahlen ja gar nicht bezweifeln aber da ist kein Link zu irgendeiner NATO-Studie, da ist nur eine Behauptung von einer World Tribune website die höchst zweifelhafte Seiten wie WorldNetDaily und breitbart zu ihren Partnern zählt.

     
  2. @Welttribun:
    Der Guardian hatte schon im Januar 2012 ähnliches veröffentlicht:
    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jan/17/syrians-support-assad-western-propaganda
    und wie alle Umfragen muß man auch diese aktuelle mit Fragezeichen versehen. Sie scheinen mir aber glaubhafter als der Propagandamüll, der uns zB vor den Kriegen in Irak und Libyen aufgetischt wurde – und wie jetzt das Zeug von der “roten Linie” und dem “Giftgas”. Das riecht mir doch penetrant nach “Wag The Dog”.
    Seit zwei Jahren versuchten die Medien, einen Volksaufstand in Syrien herbeizuschreiben – doch offenbar ist es so, dass es außer ein paar Al Qaida-Söldnern dort niemanden gibt, der diesen Aufstand wirklich führt.

     
  3. Thomas, das ist auch mein Eindruck. Nur, wenn man sowas dem allgemeinen Geschwätz Entgegenlaufendes sagt und dann mit Quellen belegt, die sich beim genauen Hinschauen als nicht stichhaltig erweisen, dann geht der Schuss nach hinten los. Und diese Quelle habe ich schon an einigen Stellen auftauchen gesehen und war nicht in der Lage, den angeblichen NATO-Report zu finden. Wollte ich nur drauf hinweisen.

     
  4. Dass es sich in Syrien nicht um einen Volksaufstand handelt, sondern um eine von langer Hand geplante Operation, gibt der ehemalige franz. Außenminister Dumas offen zu:

    In an interview with the French TV station LCP, former French minister for Foreign Affairs Roland Dumas said:

    ‘’ I’m going to tell you something. I was in England two years before the violence in Syria on other business. I met with top British officials, who confessed to me that they were preparing something in Syria. This was in Britain not in America. Britain was organizing an invasion of rebels into Syria. They even asked me, although I was no longer minister for foreign affairs, if I would like to participate. Naturally, I refused, I said I’m French, that doesn’t interest me.’’

    http://www.globalresearch.ca/former-french-foreign-minister-the-war-against-syria-was-planned-two-years-before-the-arab-spring/5339112

    Es geht dort nicht um “Menschenrechte”, sondern um die Balkanisierung des Nahen Ostens, die Beseitigung autonomer Regierungen und ihren Ersatz durch Marionetten-Regime – und es geht (mal wieder) um Öl, um die russische Pipeline, die schon bis in die Türkei führt und die durch Syrien ans Mittelmeer weitergeführt werden soll. Das wollen BP und US Big Oil verhindern, weshalb die Briten in diesem Konflikt federführend sind

     
  5. Aha, es geht also um die Pipeline. Ich frage mich schon die ganze Zeit, um was es da geht, ich habe das leider immer noch nicht kapiert, warum die Amerikaner dort Islamisten unterstuetzen, die sie ja sonst angeblich bekaempfen. Wenn jemand mir das noch genauer erklaeren kann, freue ich mich, ich blicke da leider nicht durch.

     
  6. Syrien ist nur ein Land auf der Liste, die man nach 9/11 abarbeitet. Da gab es ein aufschlussreiches Interview mit General Wesley
    Clark: “We’re going to take out 7 countries in 5 years: Iraq, Syria, Lebanon, Libya, Somalia, Sudan & Iran..”

    Es ist ein Grundirrtum, die außenpolitische strategische Linie würde sich nur wegen Obamas Präsidentschaft ändern. Solche Fragen überlässt man nicht dem Wahlvolk. Der Stil mag ein anderer sein – mehr soft power und special operations statt brutaler Kriegsrhetorik – die Ziele bleiben dennoch unabhängig vom Wahlausgang.

    Auf den ersten Blick mag es absurd scheinen, dass die USA die gleichen islamistischen Krieger, die sie auf die Terrorliste setzt und in Afghanistan zerbombt, in Syrien ausrüstet und unterstützt. Das ist aber nur eine altbewährte Methode, dafür zu sorgen, dass sich die jeweiligen Gegner – fanatische Islamisten auf der einen und nicht prowestliche Diktatoren auf der anderen Seite –
    gegenseitig ausbluten, anstatt sie mit eigenen Truppen bekämpfen zu müssen. Es ist nichts anderes als zynische Machtpolitik.

    Was ich allerdings nicht verstehe: Wieso hat sich die französische Außenpolitik so gewandelt? Noch der Gaullist Jacques Chirac hat sich zusammen mit Schröder und Putin massiv gegen die Irakinvasion gestellt und ausgerechnet der Sozialist Hollande
    marschiert in Libyen, Mali und Syrien stramm vorneweg. Was ist daran linke Politik?

     
  7. Was daran linke Politik ist? Das selbe wie bei Blair, Obama, den Grünen und dem Sozialisten Hitler.

     
  8. Zwischen Chirac und Hollande gab es ja noch einen andern Präsidenten, von dem behauptet wird, er habe die Gaullistische Partei unterwandert (sagt Meyssan, mein ich) und sie nun in eine zeitgemäß andere Richtung geführt. Und das wird jetzt eben fortgesetzt. Manche Politiker sind ihrer Partei treu, manche haben aber auch andere Loyalitäten.

     
  9. Schon im Dezember 2011 und im August 2011 brachte der Kopp Verlag in seinen Nachrichten und auf der Kopp-Online-Seite mehrere Hinweise darauf, dass die meisten Medienmeldungen über die Unruhen in Syrien größtenteils auf Angaben dieser einen einzigen genannten Quelle basierten. Auch unabhängige Internet-portale berichteten von den Beiträgen der internationalen Presse, die sich offenbar unhinterfragt auf die mysteriöse Londoner Quelle berufen. Darunter: CNN , CBS , Associated Press , Reuters , AFP , BBC , Tagesschau , FAZ , Holtzbrinck , Springerpresse , Spiegel , Focus , Al Jazeera , al-Arabiya und so weiter und so fort bis hin zu taz , Guardian und RIA Novosti .

     

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