French Revolution needed!

Gestern abend um Acht gab es zwar keine Sturmwarnung, aber das allgemeine  Aufatmen über die Rettung der Demokratie haute einen fast um. Der nette Monsieur Macron  – aka: Emmanuel Clinton – hatte zwar erdrutschartig gewonnen, aber gefühlt sind wir damit hauchdünn am Faschismus vorbeigeschrammt, da kann man ja schon mal beglückt aufatmen. Aber nur kurz, weil: gewonnen ist mit diesem idealen Schwiegersohn nix, die Krise geht in die Verlängerung. Und weil die Agenda Macrons nichts anderes vorsieht als die Fortsetzung der neoliberalen Marktwirtschaft inklusive neo-kolonialistischer Kriegspolitik wird Marine Le Pen dann nicht nur von einem sondern von zwei Dritteln der Franzosen gewählt werden. Es sei denn unsere Nachbarn raffen sich bis dahin zu einer wirklichen Revolution auf – da waren sie schon vor 250 Jahren weit vorne und heute braucht Europa dringend wieder eine kämpferische Avantgarde, die dem (Neo-)Feudalismus der (Finanz-)Aristokratie ein Ende setzt.

Dass die Völker diese Signale durchaus hören würden, zeigt die Wahl: Zwar haben 11 Millionen für den Rechtsnationalismus gestimmt, so viel wie noch nie. Und 20 Millionen haben Macron gewählt, doch je nach Umfrage fast zwei Drittel von ihnen nicht,  weil sie für sein Programm, sondern weil sie gegen Le Pen sind. Zählt man die 12 Millionen Nichtwähler und die 4 Millionen ungültigen Stimmen dazu wäre der Humus für eine neue französische Revolution also durchaus vorhanden. “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” übernehmen wir von der alten, Guillotinen werden nicht unbedingt gebraucht, aber die Raubritterburgen der Neofeudalherren – “Steueroasen” genannt – müssen ausgetrocknet und die Umverteilung von oben nach unten in Gang gebracht werden. Warum das mit Nationalismus und Minderheiten-Bashing nicht funktioniert und wie die künftigen jungen Revolutionäre es anstellen könnten,  haben wir in “Die ganze Wahrheit über alles” schon mal angedacht:

Ihr werdet den Nationalismus in Folklore verwandeln – mit Fähnchen und Gesängen und Tschingderassabum oder, wie das neuerdings in den Fankurven heißt: Choreographie. Ihr werdet kapieren, dass der Nationalstaat nicht das Endziel, sondern nur eine Etappe darstellt auf dem Weg der nomadischen Primatenhorde über die ersten Siedlungen, Dörfer, Städte und Kleinstaaten hin zu immer umfassenderen Organisationseinheiten. Ihr werdet keinen Angriff von Außerirdischen auf die Erde brauchen, um einzusehen, dass ihr alle Erdlinge seid und die Lebensbedingungen auf eurem Heimatplaneten nur erhalten könnt, wenn ihr zusammenarbeitet (→Wettbewerb). Was mit dem Hochziehen von Grenzzäunen und nationaler Abschottung nun mal schlecht funktioniert. Denn »erst wenn man auf Spezialisierung und Nationen verzichtet, wird die Menschheit eine Überlebens- chance haben. Es geht darum: Alle oder keiner«, notierte schon Buckminster Fuller in seiner “Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde” – und er hat recht. Angesichts globalen Klimawandels, weltweiten Warenverkehrsund globaler Kommunikation sind nationale Lösungen kaum mehr als lächerliche Sandkastenspiele eines Vogels Strauß, weshalb ihr das Idyll des Nationalstaats als Wolkenkuckucksheim schleunigst hinter euch lassen werdet. Nicht zugunsten einer Globalisierung, die noch die letzten Zipfel der Erde in eine normierte Einheits-Shopping-Mall verwandelt, sondern weil ihr als planetarische Multitasker beginnt, lokal und global zu denken und zu handeln. Und immer größer werdende Organsiationseinheiten auf der einen Seite durch die Erhaltung und Entwicklung der kleinen Einheiten ergänzt, was den lokalen, kommunalen, regionalen Strukturen mehr Autonomie verschafft, ihre Ökonomie, Kultur, Dialekte und Eigenarten erhält und fördert und mit dieser dezentralen Vielfalt den Gegenpol zu einer alles gleich machenden Globalisierung bildet. »Glokalisierung« heißt euer neues Zauberwort, mit dem ihr die Kinderkrankheit »Nationalismus« überwinden und Heimatgefühle mit Weltverbundenheit, patriotisches und planetarisches Bewusstsein auf erwachsene Art verbinden werdet.

4 Comments

  1. Ich bin entsetzt1
    Ich werde hier nicht mehr kommentieren!
    Mit seiner Verunglimpfung von “Staat” als rechtsradikaler “Nationalstaat” fällt Herr Bröckers hier leider auf die Propaganda der Globalisten herein.

     
  2. Oh ja, auch ich bin entsetzt – nie wieder werde ich irgendwo irgendetwas irgendwie kommentieren.
    Was mir auffiel: warum wird die Revolution von den Franzosen erwartet? Klar, sie haben Übung darin sich nichts gefallen zu lassen, doch warum ist es in Deutschland noch immer genau umgekehrt? Wirkt das ‘duck dich’ unterm Nazi-Regime noch immer nach? Nicht den Rasen betreten!
    Warum sollen es andere richten? Nur die ‘richtige’ Partei zu wählen bewirkt erfahrungsgemäß garnichts.

     
  3. Frankreich zeigt: Inzwischen funktioniert bei Wahlen die Farce mit den beiden großen Volksparteien (Sozialdemokratie auf der einen und Konservative auf der anderen Seite), die Konkurrenz und demokratischen Pluralismus lediglich simulieren, nicht mehr.

    Auch bei Trump gab es dieses Momentum, denn er ist sowohl gegen die Demokraten als auch gegen den republikanischen Parteiapparat gewählt worden. In der BRD sehen wir den Verschleiß von SPD und CDU in „großen” Koalitionen, die in einzelnen Bundesländern schon gar keine Mehrheit mehr bilden können, weil sie nicht mehr „groß“ genug sind.

    Der globale Widerspruch ist soweit herangereift, dass es sich auf die zentrale Frage konzentriert: für oder gegen den räuberischen und unsozialen Neoliberalismus des Establishments. Diese Transparenz ist gut, denn nun wird den Leuten jenseits jeder Täuschung klar, worum es tatsächlich geht.

    Die entscheidende Frage ist, weshalb fast überall nur “schwer vermittelbare” Rechtspopulisten die Herrschaftselite herausfordern. Man würde eigentlich annehmen, dass gegen eine Politik des Krieges, der sozialen Arroganz und der maßlosen Bereicherung einer kleinen Elite eine starke linke Bewegung losbrechen sollte.

    Dann wäre das Problem für die politische Klasse und ihre trickreichen Auftraggeber noch wesentlich härter.

    Dafür, dass dies nicht geschieht, kann die Obrigkeit sich bedanken: Entweder bei den Linken für deren seltsame Passivität oder bei den Rechten, dass diese das Thema “Revolution” besetzen und damit “verdorben” haben. Vielleicht sind Letztere auch nur nützliche Idioten, wer weiß, wäre ja nicht das erste Mal…

     
  4. Revolution ist immer schlecht…weil alte anmaßende Arschlöcher stets durch neue anmaßende Arschlöcher ersetzt werden, die .meistens noch als “Pupprts” von Hintergrundmächten fungieren und ein Haufen Unschuldiger sein Leben verliert
    “Neue” Ideen zur auskömmlichen Sozialordnung der “Primatenhorde” existiert ja auch keine
    Alle Ideologien des 21. Jahrhunderts sind durch und verbrannt .
    Der Islam & die herrschende EU-Religion sind bereits in der Theoriebildung bestens verarmt. Die herrschende Global-Elite huldigt dem Satanismus, der mit Selbstvernichtung, nach Vernichtung aller Anderen endet. Das Beste rückblickend war immer noch die katholische Soziallehre in der alten BRD….WIRKLICH !!!! ( Natürlich zyklusbedingt im gerade erst anlaufenden Schuldgeldsystem, das als solches gar nicht reflektuert wurde…. damals )

    Ein „Retro-Alt-68ziger Wunschdenken aus der Hasch-Pfeife“ bietet anno 2017 weder Widerstands- noch Zukunftsaspekt

    Beispiel :
    „ Die Steuer-Oasen austrocknen“ das machen doch schon die Consensus-Clowns der G20
    https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/04/2016-04-16-g20-zu-pananma.html
    1.
    Das davon UNTEN im Volk nichts ankommt, das ist doch eh sonnenklar .„Ausgetrocknet“ wird halt der, der nicht compliant ist, damit sein Vermögen sich ein anderer Krimineller einstecken kann, oder damit der entmündigte nationale Staat es den Banken auf die Spieltische schmeißt
    2.
    Für die Welt des „ Shadow-Bankings“ und der „ OTC-Geschäfte“,
    also da wo wirklich die kriminelle Finanz-Musik spielt, da sind die von G20 eh nicht zuständig, weil abhängig davon
    3.
    Von einem globalen Parallel-Finanzsystem der „Black Budgets“ hat man noch nie was gehört, bzw. falls da ein „Schäuble & Co“ mal aufmischen wollte, wäre der Mann natürlich nicht mehr im Amt am nächsten Tag
    The Black Budget | Vortrag

     

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