Blackout is beautifull

Gerade  hatte ich im Buch über “König Donald” noch über ihn geschrieben, als historisches Beispiel im Zusammenhang mit Donalds Boykott bestimmter Presseorgane –  “… König Obama ignorierte zum Beispiel “Fox” und auch der berühmte King Kohl, der Ziehvater von Königin Angela, den man “Birne” nannte und der mit “Bimbes” gefüttert werden musste, sprach nie mit dem “Spiegel”…  – da ist es passiert:  Helmut Kohl, der “Kanzler der Einheit” ist tot. Zuletzt schrieb ich 1999 über ihn und gelobte  mich künftig “in Abgesängen auf unseren Oggersheimer Mega -Kanzler” zu hüten. Möge er nunmehr in Frieden ruhen:

“Ist er nicht klasse, unser Bimbeskanzler ? – wie er die beleidigte, nein, die entrüstete Pfälzer Leberwurst gibt, wenn er auf seine Kontenführung und justiziable Kleinigkeiten wie Bestechlichkeit oder Steuerhinterziehung angesprochen wird. Am liebsten – so schien es letzte Woche im ZDF beim freundlichen Verhör durch Klaus Bresser – würde er seine Hosentaschen nach außen krempeln, um zu beweisen, dass nix drin ist. Weil er nie was in die eigene Tasche gesteckt hat. Das glauben wir unbesehen – und auch, daß sein Oggersheimer Häuschen kein Luxusschloß ist oder er sich anderswo so was zugelegt hat, von all den Korruptions-Millionen. Nein, nein – die sind alle, bis auf den letzten Pfennig der Firma, der Partei, der Demokratie, der Bundesrepublik Deutschland,dem Wohl der Menschen „draußen im Lande“ zu gute gekommen. Wer etwas anderes als derlei blühende Unschuld vermutet, der ist an einem „Feldzug“ (Kohl) gegen den Kanzler der Einheit beteiligt und zieht dessen „historischen Verdienste“ (Schäuble) in den Schmutz. So einfach ist das. Von Unrechtsbewußtsein keine Spur, daß es ein „schlimmer Fehler“ eine Million von einem Waffenschieber anzunehmen, hat Kohl eingeräumt, aber kriminell und korrupt, darf das kein Journalist nennen, da geht der schwarze Riese in die Luft – und seine Günstlinge üben sich in Denkmal-Restauration. „Alles was ich bin, bin ich durch Helmut Kohl“, kündete des Kanzlers „Mädchen“ Angela Merkel noch bei ihrer Wahl zur Generalsekretärin – von ihr und den anderen Nespoten zu erwarten, daß sie den Mythos des Riesenstaatsmanns entzaubern, ist zu viel verlangt. Und auch gar nicht notwendig- Kohl beamt sich durch sein Verhalten selbst auf das Niveau zurück, dem er entstammt und das er nie verlassen hat: das des machtbesessenen, aber intelektuell und charakterlich unterbelichteten Provinzfürsten. Dass er den „Mantel der Geschichte“ im rechten Moment erhascht hat und ihm, wie dem dümmsten Bauer die dickste Kartoffel, die Wiedervereinigung in den Schoß fiel, hat diese Wahrheit nur ein paar Jahre verstellt. Als am Tag des Mauerfalls vor zehn Jahren Kohl und die Seinen beim Absingen des Deutschlandlieds vor dem Schöneberger Rathaus hundertausendfach ausgepfiffen wurden, schrieb ich in der taz einen Kommentar, daß damit die Ära Kohl nun wohl endgültig und gottseidank beendet sei. Das war weit gefehlt und seitdem hüte ich mich in Abgesängen auf unseren Oggersheimer Mega -Kanzler. Immerhin ahnte ich schon, als vier Wochen später Schalk-Golodokowski sowie Korruption und Schwarzarbeit in der DDR Thema zum Thema wurde, daß unter dem dem Flick-Skandal-gestählten Kohl auch alles wie geschmiert weiter laufen könnte. (…) Mittlerweile wissen wir , wo unter anderem diese kriminelle Wiedervereinigung stattfand: auf den Schwarzkonten des Herrn Weyrauch, der die Millionen mit Seriosität schwängerte und gewaschen an Kohl weitergab. Die Firma CDU, die 1989 noch mit über 40 Millionen in der Kreide stand, war innerhalb kürzester Zeit saniert. Aber daran kann sich Kohl – jede Wette!,– nicht mehr erinnern. Spendenbelege müssen nur sechs Jahre lang aufbewahrt werden. Für alles, was vor 1993 lief, gilt das alte Kohl-Motto: Blackout is beautifull.”

1 Comment

  1. Ich find’s auch absolut idiotisch, daß man ein Arschloch vom Tage seines Ablebens an, nicht mehr Arschloch nennen dürfen soll. Wäre ja Geschichtsklitterung!

    Daß man es aus juristischen Gründen eventuell etwas diplomatischer, bzw. sachlicher, formuliert, ist natürlich völlig in Ordnung.

     
  2. Ein kleines Mädchen
    das mir die Eintrittskarte
    zur Gesellschaft stiehlt
    erschien mir heut im Traum

    “Setzen Sie sich
    in die dritte Reihe”
    hieß es vorher unter
    Insidern

    die die
    Beitrittszeremonie
    auch besuchen
    wollten

    “Dort finden sich
    diejenigen
    mit
    Mitleid”

    Stattdessen durchquerte
    ich also
    bei der Verfolgung
    jener Diebin

    flugs ein
    rustikales
    Hinterzimmer
    vielleicht Marke Oggersheim

    Wo Trachtenpaare
    feierten
    und lauthals
    sangen

    Von toter Liebe
    und der Wildnis
    als dem letzten Freund
    des Menschen

    Dann ging
    die Geschichte
    in einem Strudel
    in den Abfluß…

    Und ich war
    wieder allein

     
  3. Ich bin davon überzeugt, dass die Einheit nicht in erster Linie Kohls Verdienst war, sondern dass Gorbatschow – nachdem seine UdSSR mit tatkräftiger Hilfe der Reagan-Regierung in die Pleite getrieben und strategisch ausmanövriert war – dringend etwas verkaufen musste, nämlich den Osten. (Retten konnte er seinen Laden damit aber auch nicht mehr.) Und die USA wollten schnellstmöglich (und gegen die Bedenken von Mitterand & Thatcher) ein größeres vereintes Deutschland als treuen NATO-Vasallen und auf keinen Fall ein demokratisch reformiertes Ostdeutschland, dass einen dritten Weg geht (den Menschen auf der Straße die Macht geben – der Alptraum für jedes Imperium). Kohl war – wie andere vor und nach ihm – nur der treue Lakai seiner Meister in Übersee.

     

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *