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O'Neills Bekenntnisse
Von der Veschwörungstheorie zu den Fakten einer Verschwörung
Unter dem Titel
"Ein
Insider packt aus" berichtet Spiegel-Online am 12. Januar 2004
:
"Der geschasste US-Finanzminister O'Neill bringt seinen früheren Dienstherren in
Bedrängnis. In einem TV-Interview gestern Abend und in einem Buch wirft er
George W. Bush vor, er habe den Irak-Krieg von Anfang an geplant. In
beispielloser Weise entblößt er den Regierungsstil des Präsidenten und die
Ränkespiele seiner Prätorianergarde."
Merkwürdigerweise fehlt in dem ganzen Artikel der Begriff "Verschwörungstheorie", der bis dato in den Medien stets herangezogen wurde, um Kritik an den "9-11"- und "War on Terror"-Legenden des Bush-Regimes lächerlich zu machen. Ebenso fehlt allerdings auch der Hinweis, dass sich mit O'Neills Bekenntnissen als "Verschwörungstheorie" denunzierte Behauptungen einmal mehr als Fakten einer Verschwörung herausgestellt haben.
Knapp zwei Wochen nach den Anschläge , am 24.September 2001, hatte ich in
der WTC-Conspiracy-Kolumne auf Telepolis ("Zero
Evidence on Ground Zero") geschrieben:
"Gegen die psychische Energie der
Kamikaze-Waffe, über die der Gegner verfügt, helfen keine Panzer und Raketen -
und doch werden sie jetzt aufgefahren und zum Einsatz kommen. Es würde mich
nicht wundern, wenn demnächst "Beweise" auftauchen, dass auch der Irak in die
Sache verstrickt ist, Amerika also jetzt den Bestrafungsfeldzug nutzt, um sich
mit weltweiter Solidarität an den öl-strategisch unverzichtbaren Punkten im Golf
und Vorderasien für das nächste halbe Jahrhundert festzusetzen"
Am
5. November 2001 hieß es dann in der Kolumne
"Ein lange
geplanter Krieg":
Weil der Imperativ des billigen Öls die US-Außenpolitik seit vielen Jahrzehnten
diktiert, hatten wir schon vor einigen Wochen vermutet,
dass bei den Ermittlungen des WTC-Anschlags sicher bald "Spuren" auftauchen, die
auf den Irak weisen. Und siehe
da: der Terrorpilot Atta soll sich in Prag mehrfach mit einem Konsul der
irakischen Botschaft getroffen haben und dabei, so der tschechische
Geheimdienst, könnte auch Anthrax übergeben worden sein. Ist es ein Zufall, dass
diese "Spur" jetzt auftaucht und groß gemeldet wird, während die wirklich
sensationelle Enthüllung der "Times of India", dass Atta vom pakistanischen
Geheimdienst Geld erhalten hat - also im Auftrag des engsten amerikanischem
Verbündeten agierte - keinerlei Widerhall in den Medien gefunden hat ( Manus
Manum Lavat - Money Money Lavamat )? Wird demnächst "eindeutig"
nachgewiesen, dass irgendeiner der Briefe mit Milzbrand-Erregern aus eben jenem
Stamm bestückt war, den man seinerzeit dem netten Hurensohn Saddam verkaufte?
Der wird sich an vergiftete Briefe im übrigen noch gut erinnern, denn Anfang der
60er war er als Offizier an der Operation beteiligt, mit der die Amerikaner den
sowjet-freundlichen Machthaber General Kassem beseitigen wollten. Während die
CIA Saddams Ba'aht-Partei mit Adressen von "Kommunisten" versorgte, die dann von
Killerkommandos erledigt wurden, ließ ihr Chef-Chemiker Sydney Gottlieb - der
berüchtigte Leiter des Drogen- und Gehirnwäsche-Projekts MK ULTRA - ein mit
Sporen vergiftetes Taschentuch an die Privatadresse des Generals senden. Wenn
auch ohne direkten Erfolg - Kassem wurde erst bei dem späteren Putsch
erschossen.
In den Tagen nach dem Anschlag wunderte ich mich, warum in den Medien soviel von
möglichen Folgeattacken durch Biokampfstoffe wie Anthrax die Rede war. Als dann
zwei Wochen später die ersten Fälle auftauchten, schien mir die Panikmache dann
wie eine "selfullfilling prophecy". Hatte man damit nur ein paar irre
Trittbrettfahrer und Angehöriger rechtsradikale Milizen, die in der
Vergangenheit schon Anschläge mit dem Milzbranderreger ausgeführt hatten,
animiert? Oder war die Anthrax-Hysterie eine psychologische Operation, mit der
zum einen vom völligen Versagen der Behörden bei der Verhinderung und Aufklärung
des WTC-Anschlags abgelenkt und ein Angstklima zur Durchsetzung von
Überwachungs- und "Homeland Security"-Gesetzen geschaffen werden sollte - und
zum anderen eine Spur auf den nächsten Gegner im geopolitischen "Great Game"
vorbereitet werden sollte?
Wenn Bagdad demnächst tatsächlich wegen Anthrax in die Schusslinie geraten
sollte, können wir davon ausgehen, dass es sich bei den mysteriösen
Anthrax-Briefen nicht um Sendungen von "Al Qaida" handelt, sondern um "black
valentine"-Grüße aus der CIA-Giftküche.
Nachdem die Anthrax-Spur dann bald darauf tatsächlich zum einem US-Labor führte, verschwand die Verbindung Irak/Anthrax schnell wieder aus den Medien, auch die Irak-Connection Attas stellte sich schnell als Falschmeldung heraus, kursierte aber unterschwellig noch länger weiter, um die Verbindung 9-11/Saddam und die Kriegshetze am Kochen zu halten. Noch im April 2002 fabulierte etwa Hans Krech in der "Welt" - allen Dementis zum Trotz - über "Geheime Kontakte des Irak zum Terror". Doch bis dahin hatten diese Propagandalügen - von zahllosen Journalisten und "Experten" vorbehaltlos und ohne jede Nachfrage in die Welt gesetzt - ihren Zweck schon erfüllt: die Mehrheit des US-Bürger war nach Umfragen überzeugt, dass es sich bei den Tätern des 11.9. um Iraker gehandelt habe, deren Massenmord es nunmehr mit dem Sturm auf Bagdad zu rächen gelte.
Der Irakkrieg stand mit dem Tag auf der Agenda, an dem das Bush-Regime das Weisse Haus erobert hatte: "Go find me a way to do this" zitiert O'Neill die Forderung des Präsidenten in einem CBS-Interview, das in der US-Presse heute hohe Wellen schlägt:
Bush Specifically Sought to Oust Hussein From Start, Ex-Cabinet Member Says
,nyt
Bush was demanding excuse to invade Iraq in January 2001, gumbel
Bush decided to remove Saddam 'on day one', borger
Bush's goal 'was always Saddam', BBC
O'Neil: Bush Told Advisors "Find me a way to" Invade Iraq Pre 9-11, Reynolds
Bush Began Iraq Plan Pre-9/11, O'Neill Says , reuters
Sec. O'Neill: Bush had war plan before 9/11 , sfc
O'Neill: Bush Sought Way To Invade Iraq, interview
Washington Post Has No O'Neill Interview Story As Of 8:00 AM,wp
O'Neill lashes 'blind man' Bush, BBC
Confessions Of A White House Insider, Dickerson
Inside the Pentagon: Neocon propaganda campaign led to war, kwiatkowski
Bush's deception on Iraq, maxwell
Scathing U.S. Army Study Calls Bush Iraq War "Unnecessary" And "Unrealistic",wp
Die Prätorianer-Garde - Vize Cheney und sein Stab - fanden einen Weg, dank des alten CIA-Assets Osama Bin Laden ließ sich nach dem 11.9.2001 zuerst eine internationale "Krieg gegen den Terror" Koalition für die ebenfalls lange geplante Beseitigung der Taliban-Regierung schmieden - um sodann den Spin mit aller willfährigen Medienmacht auf Saddam & den Irak zu lenken.
Hätte es einen Unterschied gemacht, wenn in den Wochen nach den Anschlägen ein paar mehr Journalisten, außer einer Handvoll "Verschwörungsfanatiker" (Spiegel), in dieser Richtung recherchiert und nachgefragt hätten ? Es hätte wohl - und eben deshalb fand es nicht statt: "The Mighty Wurlitzer", die große konzerngespeiste Medienorgel, wurde angeworfen und überdröhnte jeden noch so lauten Zwischenruf. Kritik am Weissen Haus und seiner Kriegshetze wurden als "unpatriotisch" bzw. "anti-amerikanisch" aus dem Mainstream verbannt - und in das Internet exterritorialisiert. Wer es wagte, von dort wieder in der Gutenberg-Galaxie aufzukreuzen - wie ich und ein paar Kollegen mit erfolgreichen Büchern - wurde von den servilen Wachhunden des Medienbordells schon im Vorfeld weggebissen. Gut nur, dass das vorherzusehen war, ebenso wie der Gestus, mit dem man sich jetzt, wo das Unerhörte nicht mehr durch Ignorieren, Lächerlichenmachen oder Denunzieren weggedrückt werden kann - weil, wie in diesem Fall, ein Insider ausgepackt hat - aus der Affäre zieht: "Was wollt ihr denn, das ist doch gar nichts Neues!" Erwarten Sie aber nicht, dass die Mediennutten ihren Dreck von vorgestern zurücknehmen, vielmehr werden sie umgehend die nächste Sau durchs Dorf treiben... Falls dabei etwas als "Verschwörungstheorie" bezeichnet wird, gilt es - mit Gore Vidal - aufzumerken und den Markierstift zu zücken, denn: "Offenbar ist heute ,Verschwörungszeugs' die Kurzformel für ,unaussprechliche Wahrheit'."
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