Wikileaks: Die Schwedenmädel-Falle

Wenn man die schon im August erschienen Artikel über die zwei Wikileaks-“Groupies” liest, die sich in die Quere kamen und dann mit Strafanzeigen gegen ihren “Helden” Julian Assange verbündeten, könnte man das Ganze als typischen Zickenkrieg um einen  lonseome cowboy abtun. Wenn sie dann noch ihre Twitter-Einträge über die süße Zeit mit dem tollen Lover löschen und über einen 7-Punkte-Plan der Rache bloggen, scheint der Fall ziemlich eindeutig keiner für den Staatsanwalt, sondern einer für den Therapeuten,  spezialisiert auf christliche, feministische Aktivistinnen im Umfeld des sozialdemokratischen “Brotherhood Movement”, das den Wikileaks-Mitgründer als Referenten eingeladen hatteContinue reading →

Wikileaks: Das Imperium im Nacktscanner

“The first serious infowar is now engaged. The field of battle is WikiLeaks. You are the troops,” bekundete  Electronic Frontier Foundation-Gründer   John Perry Barlow gestern in einem Tweet an die Kommunikationsguerilleros an der elektronischen Front. Amazon hat die Wikileak-Server aus seiner Cloud verbannt, in Frankreich mußten sie ebenfalls abgestellt werden, jetzt sind sie in die Schweiz umgezogen und hier und hier (manchmal) zu erreichen, und was da Tag für Tag aus dem Leck tröpfelt ist alles andere als uninteressant.Continue reading →

Das Leck ist die Botschaft

Dass ich bei aller Skepsis und Kritik ein großer Fan der Wikileaks-Idee bleibe, hatte ich im letzten Posting ja bereits verkündet. Es kommt nicht darauf an, was die vorab informierten Großmedien aus den Dokumenten machen und dass es scheinbar nur Boulevardgeschichten sind, die da “enthüllt” werden, – es wird darauf ankommen, was “wir”, der interessierte Schwarm von Bürgern und Bloggern, daraus machen. Ein paar Schurnalisten durften früher ran und buddelten erstmal  Gaddafis Krankenschwester als ukrainisches Busenwunder aus – geschenkt, so läuft das halt im Medienbordell; auch dass  ein paar herausgepickte Puzzlesteine als Propaganda gegen die üblichen Verdächtigen (Iran) genutzt wird, ist nicht überraschend. Continue reading →

Wikileaks-Enthüllung: Papst ist katholisch!

Dass an Angela “Teflon” Merkel alles abgleitet, dass Außenminister Westerwelle inkompetent ist und Verteidigungsminsiter Guttenberg sich in Washington ausheult, er würde ja gern mehr Soldaten nach Afghanistan senden wenn man ihn nur ließe – wer hätte das gedacht ? Wenn das, was am Wochenende vorab aus der von Wikileaks publizierten Diplomatenpost bekannt wurde, schon die Highlights waren, dann können wir demnächst wohl auf 5 Millionen Geheimdokumente des Vatikans hoffen, die defintiv nachweisen: der Papst ist katholisch!Continue reading →

Neun Thesen über Verschwörungstheorien

Dass der Begriff  “Verschwörungstheorie” seit den Anschlägen  des 11. September als Diffamierung und eliminatorische Diskurskeule mißbraucht wird, hindert reale Verschwörungen natürlich nicht an ihrer Existenz. Deshalb ist es nach wie vor unabdingbar via Verdacht, also verschwörungstheoretisch, zu denken. Die Ableitung eines unbekannten Gesamtzusammenhangs anhand bekannter Einzelteile, die Bildung von Hypothesen anhand von Indizien und Hinweisen – wo immer noch  Fakten, die defintiven Beweise, die passenden Puzzlesteine des Gesamtbilds fehlen, sind wir auf  plausible Vermutungen, auf  begründete Spekulationen und damit auf  “Verschwörungstheorien” angewiesen.  Sie zum Tabu zu erklären und  als “gefährlich” zu deklarieren ist in hohem Maß absurd und irrational, denn sie sind nichts anderes als ein analytisches Werkzeug.Continue reading →

Betr.: John S. Cooper

OK, der “Spiegel” hat uns enttarnt – aber was soll man machen ? Wenn zwei Autoren wegen einer Dokumentation über 9/11 zusammenstoßen, nach Durchsicht der Fakten feststellen, dass man darüber eigentlich nur noch einen Thriller schreiben kann, und zwar am besten einen amerikanischen –   fast, dark, hard-boiled – ; und dass man angesichts der haarsträubenden Fakten nicht viel Phantasie braucht um einen überzeugenden Plot finden. Wenn sich  dann beim Pingpong des ersten Brainstormings  gleich eine spannende Storyline abzeichnet – fiktiv, aber weitaus realistischer als das als  Realität verkaufte Osama-Märchen – und  sich beim Erstellen eines Exposés und der ersten Probekapitel heraustellt, dass das Pingpong nicht nur bei den Ideen, sondern auch in Stil und Schreibe prima funktioniert und die Lektüre bei einigen Verlagen auf großes Interesse stößt, dann muß man dieses Buch eigentlich schreiben.

Blieb nur noch das Problem, dass die Typen, die amerikanische Thriller schreiben, James Ellroy heißen oder John Grisham oder Stephen King, aber nicht Sven Böttcher & Mathias Bröckers, aber das beschlossen wir  zu vertagen Continue reading →

Der Taliban-Hauptmann von Köpenick

Dass Frieden in Afghanistan und ein Abzug der NATO-Truppen nur möglich sei, wenn man mit den aufständischen Taliban verhandelt – diese “moderate” Position war in der Vergangenheit häufig zu hören. Dass der Talibanführer Mullah Omar derlei Gespräche stets abgelehnt hat und weiter auf Zermürbungskrieg setzt, hat die afghanische Regierung und ihre Unterhändler nicht davon abgehalten solche Gespräche zu suchen – und  Verhandlungen mit der angeblichen Nr 2 der Taliban, Akthar Mohammad Mansour, zu führen. Doch wie sich jetzt herausstellt, war dieser Vize-Taliban eine ebensolche Fiktion wie “Nr. 2 von Al Qaida”, die alle Nase lang unter anderem Namen durch die westlichen Medien rauschen bzw. von einer Drohne zielgenau eliminiert werden:Continue reading →