Neun Jahre 9/11

Der Jahrestag nähert sich und wie das im leidigen, aber kaum zu ändernden Kalenderjournalismus so ist, gibt es ein bißchen Aufmerksamkeit für ein Thema, das eigentlich nie aus den Schlagzeilen hätte verschwinden dürfen, denn der Massenmord des 11.9.2001 ist bis heute nicht aufgeklärt. Für einen Artikel und ein Interview habe ich jetzt noch einmal die Texte gelesen, die ich in den Tagen danach geschrieben habe. Dass daraus die Serie “The WTC Conspiracy” werden und später ein Buch werden sollte, war weder geplant noch beabsichtigt. Ich hatte im Sommer 2001 begonnen, ein Buch über Verschwörungen und Verschwörungstheorien zu schreiben, die ich strukturell und anhand historischer Beispiele untersuchen wollte. Die Anschläge am 11.9., eine aktuelle Verschwörung, und die sofort aus dem Hut gezogene Theorie (Osama war’s!), lieferten dann sozusagen live und auf freier Wildbahn ein Anschauungsbeispiel dafür, wie Verschwörungstheorien propagandistisch genutzt werden.
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Die Drogenlüge

Im Jahr 1909 wurde das erste Globalisierungsgesetz auf den Weg gebracht: die Prohibtion von Drogen.Ein Jahrhundert später ist dieses Verbot nicht nur sozial- und gesundheitspolitisch gescheitert, sondern unterminiert durch seine Nebenwirkungen die Rechtsordnung und Gesellschaft in vielen Regionen der Welt. Das ist das Thema meines nächsten Buchs, das am 15. September erscheint :  “Die Drogenlüge – Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden”.
Im Folgenden ein Auszug aus der Einleitung:

Am Anfang war das Drogendelikt. Eva und Adam nahmen von der verbotenen Pflanze und wurden mit der Vertreibung aus dem Paradies bestraft. Theologen mögen einwenden, dass dies eine allzu profane Deutung des Sündenfalls sei, doch wenn wir die Geschichte aus dem Buch Genesis beim Wort nehmen, kann kein Zweifel daran be stehen, dass es sich bei der verbotenen Frucht um eine psychoaktive, bewusstseinsverändernde Pflanze – eine Droge – handelt. Und ebenso klar ist, dass Eva und Adam über ihre Eigenschaften im Dunkeln gelassen wurden: Die Autorität im Garten Eden hatte die Pflanze verboten, weil ihr Genuss angeblich tödlich sei. Mit dieser noblen Lüge – »nobel«, weil Gott per se nur das Beste für seine Ge- schöpfe im Sinn hat, und »Lüge«, weil es sich um Desinformation handelte – steht und fällt die ganze Dramaturgie der Geschichte. Denn was wäre geschehen, wenn Gott die Paradiesbewohner über »Risiken und Nebenwirkungen« des Präparats vom »Baum der Erkenntnis« sachgemäß aufgeklärt hätte? Eines kann man mit Sicherheit sagen: Der Menschheit wäre viel Ärger erspart geblieben. Vielleicht hätten die beiden es erst einmal Continue reading →