5
Jan, 2013

Defamation

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Nachdem das Simon-Wiesenthal-Center den “Freitag”-Herausgeber Jakob Augstein auf seine internationale Hitliste der Antisemiten gesetzt hat ist einmal mehr eine Diskussion entbrannt, inwiefern Kritik an der rechts-extremen israelischen Regierung mit Antsemitismus gleichzusetzen ist.  Dass sich das IWC bei seiner Begründung der Platzierung Augsteins in einer Liga mit den Muslimbrüdern und anderen fanatischen Judenhassern auf den “Experten” Henryk  “Alles Antisemiten außer Mutti!” Broder beruft, sollte eigentlich – wie schon die Erstellung einer solchen “Worst of”-Liste überhaupt – klar machen, dass es damit nicht um eine ernstzunehmende Diskussionsanregung, sondern um Propaganda und “Shoa-Business” geht.  Ohne die ständige Beschwörung von Antisemiten allüberall liessen sich die aggressive Besatzungspolitik und die Atombewaffnung Israels nicht länger rechtfertigen, weshalb den Freunden dieser Politik jede Diffamierung recht ist. Der israelische Regisseur Yoav Shamir hat sich auf die Suche nach dem “modernen” Antisemititsmus gemacht und darüber einen sehr sehenswerten Dokumentarfilm gedreht:

15
Apr, 2012

“Wipe off the map”

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“Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen  der Geschichte verschwinden” – dass   diese Äußerung des iranischen Präsidenten seit 2005 im Zentrum des Bedrohungszenarios steht, nach dem der Iran vorhat, Israel “zu vernichten”,  “auszulöschen”, “von der Landkarte tilgen” liegt an diesen bewußt fehlerhaften Übersetzungen, die sich nach jahrelanger Penetration über alle Medienkanäle tief in’s öffentliche Bewußtsein eingeprägt haben. In der allgemeinen Empörungswelle über Günter Grass’ Hinweis auf das isarelische Atomarsenal gilt  der unbedingte Vernichtungswille Irans nach wie vor  als selbstverständliches Faktum, schließlich hätte  Präsident Ahmadinejad  ja selbst gesagt hat, dass er “Israel ausradieren” will.

Die Hartnäckigkeit, mit der sich diese Aussage hält, zeigt die volle Breitseite, mit der die  “Weapons of Mass Deception” getroffen  und die Medien den Massen  die Falschbehauptung  ins Hirn gepflanzt haben, dass die Forderung nach einem “Regimechange” dasselbe ist wie die Vernichtung des Landes und seiner Bevölkerung. Und dass  der Iran genau das vorhat und dafür Atomwaffen entwickelt, die dann einen “neuen Holocaust” bedeuten.  Diese drei Unterstellungen – das Betreiben eines Angriffskriegs (wie ihn Iran seit Jahrhunderten nicht mehr geführt hat), der Bau von Atomwaffen (der selbst nach Erkenntnissen von CIA und Mossad weder aktuell  noch kurz-bis mittelfristig stattfinden wird), sowie der geplante Einsatz dieser Waffen gegen Israel -  werden in der allgmeinen Hysterie des Grass-Bashings als ausgemachte Tatsachen, als erwiesene Fakten, als wahre Realität dargestellt – doch sie sind und bleiben Unterstellungen, auch wenn sie massenhaft und quer durch alle politischen Lager wiederholt werden müssen. Denn nur so läßt sich die völlig selbstverständliche Forderung, dass  auch Israel der Internationalen Atomenergiebehörde rechenschaftspflichtig sein muß, als “unerhörte Provokation”  hinstellen und der Übringer der Nachricht als “ewiger Antisemit” und  “Judenhasser”.  Läßt man  aus dem mit Unterstellungen zum aggressiven Holocaust-Monster aufgeblasenen Iran ein wenig die Luft raus bleibt von der Aufregung um das Grass-Gedicht nur eben dies:  die völlig selbstverständliche Forderung, dass  auch Israel der Internationalen Atomenergiebehörde rechenschaftspflichtig sein muß.

Vielleicht kann es die wütenden Israelisten und rasenden Philosemiten zur Räson bringen, dass mittlerweile auch der stellvertretende israelische Premierminister, Dan Meridor , zurückrudert und gegenüber Al Jazeera zugibt, dass auf iranischer Seite nie jemand behauptet hat, Israel von der Landkarte  löschen zu wollen: “They didn’t say ‘we’ll wipe it out’, you are right, but [that] it will not survive, it is a cancerous tumor, it should be removed.” Inwieweit das mit dem “Tumor”  irgendein iranischer Offizieller wörtlich gesagt hat, weiß ich nicht – was aber Landkarten und  unkontrollierte Wucherungen betrifft, liegt der Vergleich so falsch dann auch wieder nicht.

Update: Gestern abend zappte ich kurz bei Jauch rein, als in der Grass-Debatte gerade vom notwendigen “Fingerspitzengefühl” bei der Kritik an Israel die Rede war, an dem es den Deutschen und insbesondere Grass ermangele. Eine angesichts der deutschen Geschichte sicher angebrachte Forderung. Einerseits. Andererseits: wenn schon der einfache Hinweis auf die Gefahr israelischer Atomwaffen als unsensibel und überzogen gilt – ebenso wie der Hinweis auf die Apartheid in den besetzten Gebieten -  kommt das gebotene “Fingerspitzengefühl” nicht schon der Unberührbarkeit gleich ?

12
Apr, 2012

Günter Grass und Lord Voldemort (3)

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“There’s No Business Like Shoa Business” – das Wortspiel hörte ich zum ersten Mal von dem israelischen Dramatiker Jehoschua Sobol, den ich 1984 traf, als sein Stück “Ghetto” in Berlin inszeniert wurde. Wir redeten über sein Stück, in dem es um die Konfrontation zwischen linken und rechten Juden im Ghetto Vilnius (bzw. im aktuellen Israel) ging, und nach dem Interview sprach ich ihn noch auf einige weitere Bücher und Werke zum Thema des Holocaust, der Shoa,  an. Und Sobol sagte so etwas wie “Oh, that is not my thing, you know,  that’s Shoa-Business”. Ich runzelte zuerst die Stirn, weil ich Show-Business verstanden hatte, aber dann fiel der Groschen. Wir lachten und sprachen dann noch über die künstlerischen Möglichkeiten, die ideologische Instrumentalisierung des Holocaust als Propaganda zu überwinden – und den rechten, militaristischen Zionismus zugunsten eines demokratischen, zivilen Israel.

Ich weiß nicht wie Jehoschua Sobol auf das Gedicht von Günter Grass reagiert hat, aber ich vermute stark, dass er die Sache ähnlich sieht, wie der Kommentator der Haaretz, Gideon Levi, der meint “Israelis can be angry with Gunter Grass, but they must listen to him” – und sich in seiner Haltung wohltuend von dem delirierenden  Amoklauf mit der Auschwitz-Keule unterscheidet, den der hiesige Medienmainstream veranstaltet. Dieser rasende Philosemitismus, der auf Knopfdruck “Antisemitismus” schreit, ist “Shoa Business” live und in Reinkultur,  Instrumentalisierung des Holocaust für politische, militärisch/industrielle Zwecke -  in diesem Fall für einen von Israel seit Jahren propagierten “Präventiv”-Krieg gegen Iran, über dessen konkreten Beginn in den westlichen Medien seit Wochen spekuliert wird. Weil der Iran angeblich bis an die Zähne (und demnächst mit Atombomben) bewaffnet schon an seinen Grenzen steht, bereit Israel und die gesamte Judenheit zu vernichten.

Diese groteske Realitätsverzerrung (siehe Karte) ist – wie schon bei den nicht vorhandenen WMD des Irak – ein publizistischer Grundpfeiler der Kriegsstrategie und sie funktioniert durch flächendeckende Medienpenetration. Nur was wieder und wieder repetiert wird, bleibt hängen – und so wurde in den letzten Jahren mit ein paar falsch übersetzten Verbalinqurien die Aggresivität der iranischen Außenpolitik wieder und wieder beschworen. Und wie schon beim Irak sind nicht vorhandene Massenvernichtungswaffen und die dadurch drohende die “Gefahr eines neuen Holocaust” permanent in den Nachrichten. Diese Propagandaoperation hat  Grass nachhaltig gestört und ihr den Zauberstab der Definitionsmacht und Meinungshoheit entrissen – der alte Blechtrommler hat für einen Moment die Kriegstrommeln zum Schweigen gebracht und der Welt einen Durchblick auf die wahren Größenverhältnisse im Konflikt Israel/Iran gebracht: 500 zu 0. Zählt man die rund um den Iran herum stationierten USA mit ihren 5500 Nuklearbomben dazu  liegt das Verhältnis von Angreifer und Verteidiger, Täter und Opfer bei 6000 : 0. Zugunsten des “Opfers”, was somit garantiert keines ist und nach allen Gesetzen der Logik und des Menschenverstands auch keines werden kann.

Weil aber diese Gesetze im Reich von Lord Voldemort auf den Kopf gestellt sind wie unter  Orwells Big Brother - War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. -  werden diejenigen, die diese groteske Realitätsverschiebung beim Namen nennen mit der “magischen Verfolgungsmarke” belegt. Das ist nun  im Falle Grass mit einer derart überzogenen Hysterie geschehen, dass das bis dato wie geschmiert laufenden “Shoa-Business leidet  – denn wie das so ist, wenn ein Verkäufer  mit seiner Werbung maßlos überzieht: die Kunden werden mißtrauisch, fragen nach, vergleichen. Was ihr gutes Recht ist und ihnen niemand verwehren kann, der weiter im Geschäft bleiben und seine Reputation behalten will. Und da noch die schärfsten Gegner des Gedichts jetzt unisono betonen, dass Kritik an Israel “natürlich” erlaubt und auch seine Massenvernichtungswaffen “kein Tabu” sind – dann könnte  ja die öffentliche Diskussion darüber jetzt endlich beginnen. Auch die deutschen Waffenlieferungen könnten zum Thema werden, wenn nicht mehr bei jedem Einwand reflexhaft das “Existenzrecht” in die Waagschale geworfen wird, sondern über das “Expanisonsrecht” Israels  diskutiert werden kann. Ebenso wie über die Apartheidspolitik, die man bis dato nicht in den Mund nehmen durfte, ohne vom  Holocaust-Hammer der  Inquisition getroffen zu werden.

Noch ist von einem derart offenen Diskurs aber wenig zu merken, zwar rudern die Grass-Verleumder ein bißchen zurück – Israels Einreiseverbot und Forderungen des Nobelpreisentzugs sind dann doch wohl zu nordkoreanisch für die angeblich “einzige Demokratie im Nahen Osten” – doch im Grundtenor regiert weiterhin das große “Aber”. Denn natürlich sei “Kritik an Israel” jederzeit erlaubt  – doch dann folgen das große “Aber” und spaltenlange Ergüsse über das Seelenleben und die Befindlichkeiten des Autors, seiner Vergangenheit, seines Alters, seiner verheimlichten Nazi-Jugendsünden. Was nichts anderes ist als das Niedermachen des Botschafters zwecks Verleugung der Botschaft. Oder hat man in den Leitmedien jetzt schon eine Recherche über die israelische Nuklearprogramm gelesen, oder darüber, wie einst Adenauer erpresst wurde, hinter dem Rücken der USA  das erste Uran dafür zu liefern, oder eine Debatte darüber, inwieweit der Weltfrieden aktuell eher von der Politik der  USA und Israels bedroht ist als von der des Irans ? Und ob der Doppelstandard der westlichen Politik, den man zugespitzt auf die Formel bringen könnte “Israel darf alles” tatsächlich so alternativlos ist, dass er auch weiterhin ein Tabu bleiben muß ? Wie kann die Sicherheit des Landes garantiert werden, wenn es abrüstet und sich in seine völkerrechtlich anerkannten Grenzen zurückzieht ? Diese großen und wichtigen Fragen müssen auf den Tisch und inflationäres Geschrei von Hitler, Holocaust und Antisemitismus ist keine Antwort. Wenn Grassens letzte Tinte dazu den Anstoß geben könnte wäre es ein Segen -  für Israel, für Deutschland, für den Weltfrieden.

21
Jan, 2012

Alles – außer 9/11!

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Nachdem Anfang November das Radio Berlin Brandenburg” (RBB)  seinem langjährigen “Ken FM”-Moderator Ken Jebsen mitten in der Sendung das Mikrophon abgestellt hatte, weil ein paar islamophobe Blogger und ihr Lautsprecher Broder haltlose Antisemitismusvorwürfe geäußert hatten, konnte er zwar kurz darauf wieder auf Sendung gehen – wenige Wochen später jedoch kündigte der RBB das Arbeitsverhältnis,  mit der Begründung, er “hätte sich nicht an Absprache gehalten” und gegen “journalistische Standards verstoßen”.  Das ist Ken Jebsen nach über 10 Jahren und 545 Sendungen ein bißchen zu dürftig, weshalb er jetzt Klage  gegen die Kündigung eingreicht hat.  Er will genaueres wissen. Gegen die Antisemtisimus-Vorwürfe hat ihn der RBB selbst in Schutz genommen, die sind also nicht der Grund für den Rausschmiß, doch welche Standards er ansonsten verletzt haben soll wurde nie konkretisiert.  Was sind die “Standards” einer Rock’n Roll Sendung, die  wie “Ken FM” mit ihrem Mix aus Musik, Glosse, Essay und Satire zum Kult auf “Fritz”-Radio werden konnte ? “Würde man Monthy Python vorwerfen, dass sie historisch nicht korrekt sind ?” fragt  der Moderator, weist aber darauf hin, dass nicht alles in seiner Sendung nur Satire war.

Das trifft auch auf die KenFM-Sendung vom 11.9.2011 zu, für die er mich eine Stunde lang über das neu erschienene Buch zu Thema interviewte - und die er mit einem faktengesättigten Teaser unter dem satirischen Titel “Happy Birthday Terrorlüge” einleitete. Als ich mittags um 14 Uhr das Radio einschaltete und diesen grandiosen Parforce-Ritt des Schnellsprechers Jebsen zum ersten Mal hörte, fiel ich fast vom Stuhl, vor Begeisterung und Ziehen meines nicht vorhandene Huts: besser als in diesen zehn Minuten konnte man den Shitstorm, der uns seit 9/11 als Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern aus allen Medienkanälen ins Hirn geblasen wird, einfach nicht auf den Punkt bringen. Als wir uns zwei Wochen zuvor für das Interview getroffen hatten, waren meine Erwartungen eher gering. Zwar hatte Ken Jebsen vor dem Gespräch das Buch tatsächlich gelesen – was in der Branche keineswegs üblich ist – und sehr präzise Fragen, auf die er mich ausführlich antworten liess, aber aus den vielen Interviews zum Thema 9/11 weiß ich, was hinterher meistens gesendet wird: im besten Fall ein längerer Auschnitt, im schlechten ein paar Fetzen mit abwertender An-und Abmoderation.  Nicht so bei KenFM – hier lief das Interview nahezu  ungeschnitten und nur unterbrochen von Musik. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Zumal nach den Erfahrungen, die ich mit der ARD gemacht hatte, für die ich auf verschiedenen Radiokanälen und Sendern in den 80er und 90er Jahren häufig als Autor tätig war.  In der Wahl meiner Themen für Kommentare, Rezensionen oder Features war ich immer frei, bis es im Spätherbst 2001 hieß: “Du kannst alles machen- außer 9/11!” Ohne dass es ein Direktive der Intendanz gegeben hätte wußten die Redakteure, dass sie Ärger bekommen, wenn sie anderslautende  Meinungen zulassen. Auch wenn  es an dem Dogma der offiziellen Version fundierte Zweifel gab, gerüttelt werden durfte daran nicht.

Dass das nun 10 Jahre danach anders zu sein schien, dass nicht nur meine Recherchen bei KenFM gebührlich zu Wort kamen, sondern auch noch andere kritische Stimmen – und dass der Moderator dies alles in einem zündenden “Happy Birthday”-Kracher zusammengefaßt hatte, gab durchaus Anlaß zur Freude. Die Inquisition, das öffentlich-rechtliche Medien-Mittelalter schien zu Ende, das Tabu, 9/11 anders zu beurteilen als das Weisse Haus, schien gebrochen. Bis der Radiomann, der sich diese Freiheit genommen hatte, gefeuert wurde.  Weil er “journalistische Standards” verletzt hat. Insofern könnte das Verfahren vor dem Arbeitsgericht interessant werden, in dem man hoffentlich mehr über diese Standards erfährt -  und vielleicht auch über die Tatsache, dass die gebührenfinanzierte Meinungsfreiheit nach wie vor und selbstverständlich alles umfaßt – außer 9/11.

15
Aug, 2011

“Focus”-Schmiere

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( mit 2 Updates) In Folge 37 der Telepolis-Serie “The WTC Conspiracy” hatte ich am 2. März 2002 geschrieben:

“Nachdem das linksliberale politische Magazin The New Statesman Anfang Februar unter der Schlagzeile “The Kosher Conspiracy” eine Titelgeschichte über die unkritische Unterstützung der Politik Sharons durch die britische Regierung veröffentlicht hatte, hagelte ein Sturm von Antisemitismus-Vorwürfen auf das Blatt. Dass einer der Autoren, der renommierte australische Journalist John Pilger, für seine investigativen Reportagen über Menschenrechtsverletzungen wie den Genozid in Ost-Timor mehrfach ausgezeichnet wurde, rettete ihn nicht vor der Holocaust-Keule. Die trifft derzeit jeden Nicht-Juden, der Israel und seine Unterstützer öffentlich kritisiert – die 20.000 jüdischen Demonstranten dagegen, die kürzlich in New York gegen Sharons Terrorpolitik protestierten, tauchten in den Mainstream-Nachrichten kaum auf… “Cui bono?” – bezieht man knapp ein halbes Jahr nach den Anschlägen diese Frage auf die Länder und Regierungen, denen sie genützt haben, bleiben nur zwei: USA und George Bush sowie Israel und Ariel Sharon. Nun wäre es wahrlich ein zu kurzer Schluss , diesen beiden schon deswegen eine Mittäterschaft zu unterstellen, weil sie die Hauptprofiteure sind. Bei der Frage nach einem Motiv für die Tat jedoch, die für jeden Kriminalisten bei der Erstellung von Täterprofilen zentral ist, müssten Bush und Sharon auf der Liste der Verdächtigen mittlerweile ziemlich oben stehen.”

Daraus macht das Burda-Magazin “Focus” in seiner heutigen Print-Ausgabe Folgendes:

“Die Fragen, die Verschwörungstheoretiker stellen, sind ganz und gar nicht so “offen”, wie sie gern behaupten ihre Antworten steht von Anfang an fest. Bröckers fragte schon 2002 in einem Artikel mit der bezeichnenden Überschrift “Die Kosher Conspiracy”, wem denn die Anschläge genutzt haben könnten, und antwortete gleich selbst: “Es bleiben nur zwei: USA und George Bush sowie Israel und Ariel Scharon.” Der Autor ist davon derart überzeugt, dass er sogar vor dem Berliner Landgericht, vor dem 2003 eine Klage gegen den NDR verhandelt wurde, der ihm Nähe zum Antisemtismus unterstellt hatte, erklärte: “Scharon müßte auf der Liste der Verdächtigen ganz oben stehen.”

Das ist ein sehr schönes Beispiel, wie Schmierenjournalisten mit manipulierten Zitaten und Falschbehauptungen ihre Thesen konstruieren: dass die “bezeichnende Überschrift” nicht von mir stammt, sondern aus einer respektierten Zeitschrift zitiert ist, wird unterschlagen. Ebenso unterschlagen wird, dass dem Satz: “USA und George Bush sowie Israel und Ariel Scharon” eine umgehende Relativierung folgt: “Nun wäre es wahrlich ein zu kurzer Schluss , diesen beiden schon deswegen eine Mittäterschaft zu unterstellen…”. Stattdessen wird dann behauptet, ich sei “derart überzeugt” von der verfälscht wiedergegebenen Behauptung, dass ich vor dem Berliner Landgericht erklärt hätte: “Scharon müßte auf der Liste der Verdächtigen ganz oben stehen.” Eine solche Erklärung hat es vor Gericht – im Rahmen meiner erfolgreichen Klage gegen eine “Panorama”-Sendung des NDR, die mit ähnlich illegalen Methoden wie jetzt “Focus” einen Antisemitismusvorwurf konstruiert hatte – nie gegeben. Der “Focus”-Schmierant hat sie sich vermutlich aus dem letzten Satz des oben zitierten Artikel-Abschnitts gebastelt, – und den dort ebenfalls erwähnten Bush dann noch unterschlagen, um seine Diffamierung ein bißchen zuzuspitzen. Soll man derart lügende Dreckschleudern einfach gewähren lassen ? Nein! – ich habe den Fall deshalb heute morgen meinen Anwälten übergeben…

UPDATE: Das 9/11-archiv hat die Beiträge zum 9/11-Titelthema von “Focus” analysiert und kommt zu dem betrüblichen (aber wenig überraschenden) Schluß: “Insgesamt der größte Käse, den man im Deutschen Blätterwald seit dem Spiegel-Dossiers zu Verschwörungstheorien in 2003 und 2006 lesen konnte.”

UPDATE 2: Die Abmahnung wegen der falschen Tatsachenbehauptung wurde von “Focus” zurückgewiesen: “Das Zitat der Gerichtsverhandlung ist authentisch. Es basiert auf persönlicher Wahrnehmung,” heißt es in dem Schreiben der “Focus”-Anwälte. Die Aussage sei aus meinen Ausführungen vor Gericht “korrekt zitiert”. Solche Ausführungen gab es aber gar nicht, denn ich hatte in der gesamten Verhandlung kaum etwas gesagt. Und schon gar keine Erklärungen zu “Israel” und “Scharon” abgegeben, um die es bei diesem Fall auch überhaupt nicht ging. Ich hatte 2003 gegen NDR/Panorama geklagt, weil sie mit vier falschen Behauptungen versucht hatten, mein Buch zu diskreditieren und eine Verbindung mit dem Neo-Nazi Horst Mahler herzustellen. Bei zwei dieser Behauptungen wurde dem NDR die Weiterverbreitung untersagt, die beiden anderen sah das Gericht gerade noch von der Meinungsfreiheit gedeckt, weil dort nicht konkret mein Name genannt wurde, sondern von “Verschwörungstheoretiker” die Rede war.

12
Dec, 2010

Das Böse der Banalisierung

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Heute nur ein paar kurze Hinweise auf interessante längere Texte zu verschiedenen Themen, die mir in den letzten Tagen auffielen: Read more

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