20
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach

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Im exzeptionalistischen Königreich, dessen disruptive Entwicklung wir in dieser Chronik aufzeichnen, scheint immer noch ein unsichtbarer Krieg zwischen der Regierung von König Donald und den Meistern der Intelligence zu toben – und niemand weiß in welche Richtung sich das Ganze entwickelt. Vor langer Zeit, als noch ein Eiserner Vorhang die Welt teilte, und niemand genau wusste, was auf der anderen Seite vor sich ging,  gab es eine Wissenschaft, die zu ergründen versuchte, welche Politik und welche Pläne in der dunklen Burg der Hauptstadt Moskau ausgeheckt wurden. Diese Wissenschaft nannte sich “Kreml-Astrologie” und versuchte ähnlich wie die Sterndeuter anhand von Konstellationen und Bewegungen am Himmel die Zukunft zu deuten – anhand von Äußerungen und Launen der Kreml-Mitarbeiter, die man “Apparatschiks” nannte. Seit mit König Donald jetzt ein scheinbar unberechenbarer Außenseiter auf dem Thron gelandet ist, existiert im exzeptionalistischen Königreich nun die Wissenschaft der “White House Astrologie” – der Versuch,  aus Donalds kryptischen  Zwitschernachrichten und anderen Kleinigkeiten seine nächsten politischen Schritte zu enträtseln.

Dass die in den Tiefen des Reichs bei den Meistern der Intelligence beheimateten Kreml-Astrologen seinerzeit keinen blassen Schimmer davon hatten, dass das Objekt ihrer Analysen, das sie “das Reich des Bösen” nannten, zusammenbrach und sie erst davon Wind bekamen, als die Berliner Mauer fiel, hatte das Vertrauen in die prophetischen Kompetenzen der Meister nachhaltig erschüttert. Um davon abzulenken und ihre Inkompetenz zu kompensieren hatten sie sich dann umso eifriger daran gemacht, in diesem Reich eine willfährige Marionette als König zu installieren und waren sehr stolz, als ihnen das gelungen war. Mit König Boris, den man den “Wodka-Container” nannte, hatten sie einen  geradezu perfekten Kandidaten für ihre Zwecke gefunden.

Wie aus dem kooperativen Wladimir der aggressive Ultraböse wurde

Diese Zwecke bestanden natürlich vor allem darin, an die Schätze des ehemaligen “Reich des Bösen” zu kommen, das ja eigentlich  gar nicht böse war, sondern im Gegenteil über die größten Mineralien-Reserven der Welt verfügte. Öl, Gas, Metalle, seltene Erden… ein Drittel aller Rohstoffe der Welt lagen unter seiner Erde und wer – wie das exzeptionalistische Königreich mit seiner “Full Spectrum Dominance” – Doktrin – den ganzen Globus beherrschen wollte, musste diese Schätze irgendwie unter seine Kontrolle bekommen. Sie lagerten vor allem in einer Region, die man die “sibirische Schatztruhe” nannte und kaum erschlossen war. Da König Boris aber keinerlei Geld hatte, die notwendigen Bergwerke und Bohrtürme zu errichten, schlugen die Exzeptionalisten ihm einen Deal vor: wir stellen dir alle Förderanlagen hin, sie kosten dich keine Kopeke. Als Gegenleistung wollen wir 25 Jahre lang Öl und Gas fördern, danach gehören die Anlagen dir. Weil sie aber so furchtbar teuer sind, können wir in dieser Zeit keinen Cent für das Öl zahlen.

Da König Boris ständig benebelt war unterschrieb er den Vertrag. Und weil er nicht rechnen konnte, lies er sich bei diesem Deal gnadenlos über den Tisch ziehen. Nachdem ihn dann der viele Wodka völlig unzurechnungsfähig gemacht hatte, wurde ein neuer König gebraucht und mit Wladimir, den man auch “Putin” nannte, kam ein recht unbeschriebenes Blatt auf den Thron. Man wusste eigentlich nur, dass er im Osten des damals noch geteilten Reichs der heutigen Königin Angela als Agent eingesetzt war und dort – wie einst Angela als sogenannte “FDJ Sekretärin für Propaganda” – dem Ostherrscher Erich I. gedient hatte.

Da Arbeit für die Meister der Intelligence  in allen Ländern als geeignete Voraussetzung für höhere Staatsämter gilt, wurde Wladimir nach seiner Thronbesteigung allgemein als geeigneter und fähiger König akzeptiert, auch von den Vertretern und Kaufmännern des exzeptionalistischen Königreichs, die beflissen ihre Zusammenarbeit anboten. Doch diese Sympathie währte nicht lange, denn als Waldimir die Verträge entdeckte, die unter dem benebelten Boris gemacht worden waren, traute er seinen Augen kaum. Sie verpflichteten ihn, die Rohstoffe seines Reichs ein Vierteljahrhundert lang zu verschenken, um am Ende ein paar verrostete Fördertürme über leergepumpten Quellen dafür zu bekommen. Read more

15
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Die Meister der Intelligence nehmen König Donald an die Kandare

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König Donalds Einreiseverbot erregt im exzeptionalistischen Königreich zwar weiterhin die Gemüter, doch von all den Dekreten, die in den ersten Wochen erlassen wurden, stößt der “Bann” auf die größte Zustimmung im Land: 55 % der Einwohner stimmen ihm zu, was Donald natürlich sofort zwitscherte. Auch wenn er zuvor oft  davor warnte, der Gilde der Demoskopen und Kaffeesatzleser Glauben zu schenken – und damit, was die Prophezeiungen des Wahlausgangs betrifft, ziemlich recht hatte – wäre es natürlich wieder  mal “typisch Donald”, dass er sich die Fake News einer für ihn positiven Umfrage eitel an die Twitter-Brust heftet.

Doch in diesem Fall scheint es sich nicht um einen Fake , sondern um ein durchaus realistisches Meinungsbild zu handeln und es trifft nicht nur auf das exzeptionalistische Königreich zu, sondern auch auf Europa. Dort war die Bevölkerung in zahlreichen Königreichen danach gefragt worden – noch bevor Donalds Bann weltweit Schlagzeilen machte – ob die Immigration aus muslimischen Ländern gestoppt werden solle und brachte ein ähnliches Ergebnis: 55 % stimmten dafür.  Auf besonders hohe Zustimmung brachte es dabei wenig überraschend das Königreich Polen, dass sich ja ohnehin  –  von Wladimir, von Angela, vom Rest der Welt –  notorisch bedroht fühlt: 71 % dort haben Angst vor dem Moslem. Auch unter den Österreichern, die zuletzt vor 300 Jahren von den Osmanen belagert wurden, fürchten sich noch immer fast zwei Drittel (65%), ähnlich sieht es in Ungarn und Belgien aus und in Frankreich (61%), Griechenland (58%) und Deutschland (53%) wenig besser.

Nun ist solche Xenophobie nichts worüber man sich freuen könnte, aber sie ist offensichtlich real und es hilft wenig, diese Leute als einen Haufen bedauernswerte Deppen zu bezeichnen, wie Hillary es im Wahlkampf getan hat.  Ebenso wenig hilfreich scheint, sie allesamt als “Nazis” oder “Faschisten” abzustempeln, die sich jetzt mit König Donald einen passenden Führer gewählt zu haben, der nun nur noch auf eine Art  Reichtagsbrand wartet, um eine Diktatur zu errichten. Sowie den nächsten Weltkrieg zu beginnen, weil seinem Einflüsterer Steve “Darth Vader” Bannon der Sinn danach steht und  König Donald genau nach dem Drehbuch vorgehen würde, nach dem einst der blutrünstige Adolf, den man den “Führer” nannte, sein Regime errichtete und in den Krieg zog. Da das exzeptionalistische Königreich kaum mit der Weimarer Republik vergleichbar ist,  scheinen  solche Deutungen aber eher alarmistisch als realistisch, zumal König Donald trotz seiner “Anti-Establishment”-Parolen ja Teil desselben ist und einen Teufel tun wird, es zu stürzen.

Dass Donald sich in den Tiefen des Königreichs mit den Vampiren der Schatzkammern, die auch “Wall Street” genannt wurden, offenbar geeinigt hatte und mehr als ein halbes Dutzend “Goldmänner” in seine Regierung berief, hatten wir schon berichtet. Den unsichtbaren Meistern der Intelligence war das aber offensichtlich noch nicht genug, denn nun sorgten sie dafür, dass König Donald seinem wichtigsten Sicherheitsberater, General Flynn, sein berühmtes “You Are Fired!” zurufen mußte (bzw. seinen “Rücktritt” annahm) – und damit nicht nur in Sachen Finanzen, sondern auch in der Kriegspolitik  beigebogen wurde.

General Flynn war als Großmeister der militärischen Intelligence von König Obama gefeuert worden, weil er verhindern wollte, dass sich die salafistischen Allierten des exzeptionalistischen Königreichs ihr eigenes “Kalifat” in Syrien und Irak aufbauen. Obama und Hillary aber hatten nichts gegen die terroristischen Wickelmützen und ihren Staat, der ISIS genannt wurde, weil er ihnen im Krieg gegen König Assad nützlich erschien. Weil König Donald aber “ISIS” als größte Gefahr und deren Beseitigung als dringendste Herausforderung ansah, hatte er mit Großmeister Flynn einen Chefberater gewählt, der das Problem lösen wollte – in Zusammenarbeit mit dem ultrabösen Wladimir. Dies schien vielen im Königreich und auch anderswo als sinnvolles Vorgehen, denn im Team hätten Don und Wlad den Terrorstaat in Nullkommanichts erledigt. Aber daraus wird jetzt wohl nichts, denn die unsichtbaren Meister der Intelligence haben anderes im Sinn.

Die Beseitigung des Chefstrategen

Im ersten Schritt beseitigten sie nun Donalds Chefstrategen. Sie hörten seine Telefonate ab und stellten ihm eine Falle. Flynn hatte vor Donalds Thronbesteigung mehrfach mit dem Botschafter des Ultrabösen telefoniert und davon dem Vizekönig Mike nur unvollständig berichtet. Die Meister stachen dann eine Abschrift der Telefonate an den Justizminister und die Herolde der “Washington Post” durch. General Flynn hatte gar nichts Illegales getan, aber jetzt konnte man beweisen, dass er seine Vorgesetzten nicht umfassend informiert hatte und das reichte, ihn als “Sicherheitsrisiko” zum Rücktritt zu zwingen. Aber sollte nicht ein nationaler Sicherheitsberater auch schon vor Amtsantritt Kontakte pflegen und gehört diplomatischer Kontakt auch mit dem Reich des Ultrabösen nicht sowieso zu seinen Aufgaben ? Selbstverständlich, doch darum geht es bei diesem “Skandal” ja auch gar nicht, der unter normalen Umständen gar keiner wäre und einen König nicht veranlasst hätte, sich seines wichtigsten Strategen nach kaum drei Wochen zu entledigen.

Welcher Druck Donald dazu veranlasst hat, eine Säule seiner Außenpolitik so einfach fallen zu lassen, ist derzeit noch unklar, die Lappalie dieser Gespräche aber war es sicher nicht. Sie stellte nur neue Munition bereit, für weitere flächendeckende Bombardements mit den  Fake News, nach denen König Donald ja nur durch die Hilfe des Ultrabösen den Thron erobert hätte und eine Marionette von Wladimirs Gnaden sei. Wie an den “heimlichen ” Kontakten Flynns mit dem Botschafter ja wieder mal klar zu sehen. In Vorbereitung dieses neuerlichen Shitstorms hatten  die Meister der Intelligence in den Tagen zuvor schon ihr altes  Pipifax-Gerücht über Donalds angebliche Orgien in der Hauptstadt des Ultrabösen reaktiviert. Diese Faxen hatte Donald vielleicht einfach nur dicke… wie auch immer, in Sachen Wladimir mit dem er bis vor Kurzem noch “klar kommen” wollte, fordert jetzt sein Sprecher den Ultrabösen auf, die Halbinsel Krim an die Ukraine zurück zu geben.  Dass er auch den Papst aufforderte, zum 500. Reformationsjubiläum evangelisch zu werden ist zwar Fake News, aber etwa genauso wahrscheinlich.

Obwohl es also scheint, als ob König Donald an entscheidenden Punkten in kürzester Zeit an die Kandare genommen werden konnte und die Meister der Intelligence ihm gezeigt haben, wer Herr im Hause ist und wo der Hase lang zu laufen hat, sorgt seine angebliche Unberechenbarkeit an anderer Stelle für Furore: überall im Königreich entwickeln sich Wetten auf beziehungsweise gegen Donald zum neuen Volkssport. Wer darauf wettet, dass er wegen geheimer Absprachen mit dem Ultrabösen angeklagt wird, kann seinen Einsatz verfünfachen, ein Friedennobelpreis für Donald schlägt mit dem Hundertfachen zu Buche. Die Wette, dass er seine erste Amtszeit nicht übersteht, ist dagegen deutlich weniger lukrativ, ebenso wie eine auf seine Wiederwahl 2020. Hier allerdings gibt es neue Bewegung, denn schon zeichnet sich eine Gegenkandidatur ab, nicht von King Bernie, den die Clinton-Gang rausmobbte und der in vier Jahren schon zu alt sein dürfte, auch nicht von Prinzessin Tulsi, der demokratischen Kandidatin der Herzen, sondern von niemanden anderem als der alten Schreckschraube Hillary.  Die Leute im exzeptionalistischen Königreich konnten es kaum fassen und die ersten stellten sich schon mal darauf ein, Donald nicht nur vier, sondern ganze acht Jahre ertragen zu müssen…

Auch auf Telepolis erschienen

8
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Könige, Killer und ein Wolf im Wolfspelz

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Im Real Game of Thrones überschlagen sich die Ereignisse noch immer. Was bisher in den Chroniken aufgezeichnet wurde, erfahren sie hier.

Nachdem ein Gericht Donalds Einreiseverbote für unrechtmäßig erklärte und wieder aufhob, zwitscherte König Donald empört zurück, was sich ein “sogenannter Richter” da eigentlich erlaubt. Dass er sich auch als König manchmal an  Verfassung und Gesetze halten muß hatte sich Donald möglicherweise anders vorgestellt, wird es aber künftig noch öfter zu spüren bekommen.

Unterdessen breitete sich die Epidemie des “Anti-Donald-Syndroms” (ADS) im exzeptionalistischen Königreich und auch im Ausland weiter aus. Tiefenpsychologen und Gehirnwäsche-Experten rätseln nach wie vor über der Frage, wie eine solche Massenhysterie durch einen “Moslem-Bann” ausgelöst werden kann, während die Bomben auf Moslems diese Massen kalt liessen, obwohl damit  in den letzten 15 Jahren 1,5 Millionen Menschen ermordet worden waren. Welche mentalen Verschiebungen, Verdrängungen, Projektionen dazu führen, dass permanenter Massenmord keine Empörung auslöst aber befristete Einreiseverbote riesiges Entsetzen haben die Forscher noch nicht herausgefunden. Könnte es sein, fragten sie sich, dass diese Leute einfach nur den Schafspelz wieder haben wollen, aber gegen den Wolf gar nichts haben ? Dass sie es nur nicht aushalten und gar nicht hinschauen können, wenn sie von einem Wolf im Wolfspelz regiert werden ? Dass sie dem kuscheligen König Obama trotz seiner 26.172 Bomben in 2016 nachtrauern und den großmäuligen Donald schon hassen, bevor er eine einzige geworfen hat ?

Nun gab es ja wahrlich genug Gründe, gegen Donald zu sein und recht eigentlich hätte im Königreich der Tapferen und Freien sofort  eine Revolution ausbrechen müssen. Doch schienen die von der ADS-Epidemie befallenen Massen weder eine grundsätzliche Systemkritik noch gar einen Umsturz im Sinn zu haben. Sie wollten nur wieder einen Wolf im Schafspelz als König. Vielleicht, so vermuteten einige Forscher, hatte dieser verbreitete Hass auf Donald auch damit zu tun, dass der Wolfspelz auf dem Thron als Spiegel fungiert, in dem nun sichtbar wurde, was sonst unter den Schafspelzen von Friedennobelpreisen und Transgender-Toiletten verborgen war: die ungeschminkte, aggressive, menschenfeindliche Fratze des Imperiums. Die wollen die Leute nicht sehen und nicht wahrhaben, aber Donald gibt ihnen kaum eine Chance, sie weiter zu übersehen.

Dass der Exzeptionalismus des Königreichs nicht auf Friedlichkeit und Freundlichkeit basiert, sondern auf Gewalt und Ausbeutung, dass seine “freie” Marktwirtschaft nicht von sanfter “unsichtbarer Hand” regiert wird, sondern von eiserner militärischer Faust, und dass es seinen Status als Supermacht nicht seiner Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit verdankt, sondern Erpressung, Betrug und Lüge  – all  diese unangenehmen Wahrheiten wurden in der Figur Donalds nun sichtbar. Und “obszön”, “egozentrisch”, “paranoid”, “rassistisch”, “narzistisch”, “verlogen”, aggressiv”… all die pejorativen Adjektive, mit der die Person  Donalds belegt wurde, sie passten eigentlich auch auf das exzeptionalistische Königreich insgesamt.

Killerklartext vom König

Doch all dies schien durch geschicktes Meinungs,-und Empörungsmanagement seit Jahrzehnten kognitiv und moralisch ebenso unsichtbar geworden zu sein wie die 20-30 Millionen Leichen, die die Kriege des Königreichs unter dem Banner von “Freiheit”, “Demokratie” und “Menschenrechten” seit 1945 produziert hatten. Dass es sich bei den Vorgängern Donalds einschließlich des netten Obamas um Kriegsverbrecher und Massenmörder handelte entsprach zwar den Fakten –  um seinen Ex-Königen lebenslangen Knast zu ersparen war das exzeptionalistische Königreich dem Internationalen Strafgerichtshof bekanntlich erst gar nicht beigetreten – doch wurde das kaum wahrgenommen. Wer gibt auch schon gerne zu, braver Untertan eines leibhaftigen Killers zu sein?  Doch mit König Donald wird das nun anders. Auf die Frage, wie er denn mit einem “Killer” wie dem ultrabösen Wladimir zusammenarbeiten könne, antwortete er: “Wir haben eine Menge Killer. Was glauben Sie? Ist unser Land so unschuldig?” Das  war das exzeptionalistische Königreich natürlich nicht, sondern tatsächlich die größte Killernation der Welt. In den  239 Jahren seines Bestehens lag es  222 Jahre im Krieg, führte zusätzlich hunderte verdeckter militärischer Operationen durch und verfügte aktuell über 1000 Militärbasen rund um den Erdball. Nur einen König, der solchen Klartext raushaut, hatte es schon lange nicht mehr.

Dass Donald nicht nur mit schockierendem Klartext agiert, sondern gerne auch Flip-Flop-artig heute dies und morgen das  Gegenteil behauptet, hat in den ersten Wochen seiner Amtszeit für einige Verwirrung gesorgt, er muss sich offenbar noch daran gewöhnen, dass der neue Laden, den er nun führt, anders als sein Familienkonzern funktioniert und die anstehenden Verhandlungen nicht mehr so laufen wie das Armdrücken mit Lieferanten um die Betonpreise. So hat er einerseits immer wieder gesagt, dass er mit dem Ultrabösen schon klar kommen würde und die Sanktionen für keine gute Idee  hält, aber jetzt soll Donald der Ex-Königin Julia, einer Fake-Blondine mit Hefezopf-Frisur aus dem Königreich Ukraine, off the record gesteckt haben, dass er Wladimirs Reich auch weiterhin sanktionieren will.  Seitdem dieser allein mit der Kraft seiner Gedankenstrahlen die Halbinsel Krim erobert hatte, fordert die Ukraine diese zurück, doch deren neuer Herrscher, den man den “Schokokönig” nannte, wird von den allermeisten Krim-Bewohnern nicht anerkannt. Er war unter umstrittenen Umständen nach einem blutigen Aufstand an die Macht gekommen, den Obamas Meister der Intelligence angezettelt hatten und wurde auch in den Ostprovinzen seines Reichs nicht akzeptiert, die größere Autonomonie forderten. Wladimir unterstützt diese Forderung, will diese Provinzen aber nicht seinem Reich zuschlagen, weil dies eh schon viel zu groß sei. Wie sich König Donald in diesem Konflikt positionieren wird ist noch nicht klar, die ukrainische Ex-Königin indessen, die in ihrer Heimat auch “Sonka” genannt wird – nach einer berühmten Diebin und Gangsterbraut – ist als Quelle einer Nachricht ungefähr so vertrauenswürdig wie das Kraftwerk Tschernobyl für die Energieversorgung.

Zweifel an dieser Aussage sollte auch wecken, dass König Donald ja bis vor kurzem noch  als Marionette des Ultrabösen galt, der mit seinen unsichtbaren Häschern Hillary diskreditiert und Donald an die Macht gebracht haben soll. Solche perfiden Wahlmanipulationen wurden auch im Reich der Königin Angela befürchtet, weshalb sie eine Task-Force ihrer fähigsten Schlapphüte beauftragte, danach zu suchen. Sie durchforsteten alle Winkel des Reichs, stellten verdeckte Erkundungen an, spitzten sämtliche Lauscher und fanden nach einem Jahr – Nichts. Was aber keineswegs Entwarnung bedeutet, denn Angelas hofeigener Herold “Tagesschau” meldet:  “Aus der schwierigen Suche nach den Beweisen lassen sich zwei Schlüsse ziehen. Entweder gibt es den vermuteten Angriff durch Russland nicht. Oder die russischen Dienste sind schlau genug, sich nicht erwischen zu lassen. Die deutschen Agenten neigen eindeutig zur zweiten Version.” Chapeau! “Eindeutig” zuzugeben, das man schlicht zu doof für seinen Job ist, hört man von Top-Beamten nicht alle Tage. Aber gemeint ist natürlich, dass Angelas Untertanen keineswegs aufhören sollen, vor dem eingebildeten Ultrabösen zu zittern.

“Erste Verantwortung der Regierung ist es, die Minderheit der Reichen vor der Mehrheit zu schützen.”

In seinem Killer-Interview hatte König Donald noch einmal deutlich betont, dass er mit dem Ultrabösen gegen die salafistischen Wickelmützen und ihr ISIS-Kalifat unbedingt zusammen arbeiten will – und daran führt ja letzlich auch kein Weg vorbei, wenn diese Kopf-ab-Barbaren wirklich beseitigt werden sollen. Das bedeutet allerdings einen Bruch mit der langjährigen Strategie des exzeptionalistischen Königreichs, durchgeknallte Islamisten mit schweren Waffen auszurüsten und sie als Söldner  für regime change-Zwecke einzusetzen wie zuletzt im Krieg gegen König Assad in Syrien. Wenn Donald das beenden will, muß er sich nicht nur mit Wladimir arrangieren, sondern vor allem  mit seinen eigenen Meistern der Intelligence, die im Untergrund die Fäden dieser “heiligen Krieger” ziehen. Auch die finstere Koalition der “Kalifat”-Unterstützer zwischen den Kopf-Ab-Wahabisten Saudi-Arabiens und Israels König Bibi müsste Donald auflösen, wenn er ISIS wirklich an den Kragen will. Sowohl Russland wie auch China hätte er dabei an seiner Seite, denn beide fürchten ebenfalls den Terror dieser Ideologie.  Die härteste Nuss, die Donald auf diesem  auf diesem Weg knacken muss, sind nicht äußere Feinde, sondern Mächte in den Tiefen seines eigenen Staats.

Mit einigen dieser Kräfte, den mächtigen Vampiren und Zinshaien der Schatzkammern, scheint  König Donald sich mittlerweile geeinigt zu haben, denn er hat etliche dieser sogenannten “Goldmänner” in seine Regierung aufgenommen; auch von seinen Ansagen im Wahlkampf, die einst als Antwort auf den “Black Friday” eingeführte Trennung von Sparkassen und Zockerbanken wieder herzustellen, die König Clinton abgeschafft und so die “Finanzkrise” ermöglicht hatte, ist nichts mehr zu hören; stattdessen dekretierte er, einige von Obama verfügten Regulierungen zu überprüfen und abzuschaffen. Nun hatte trotz Donalds Rhetorik gegen die Schatzkammern und das Establishment niemand wirklich damit gerechnet, dass er als Ultrareicher am System der Ultrabereicherung Grundlegendes ändern würde. Doch wie auch bei seinen anderen Aktionen kann König Donald sich auch dabei durchaus auf seine Vorgänger berufen, hatte doch kein geringerer als König James, der als Gründungvater einst die berühmten checks and balances des exzeptionalistischen Königreichs erfunden hatte, in der Verfassungsversammlung anno 1787 betont: “Die erste Verantwortung der Regierung ist es, die Minderheit der Reichen vor der Mehrheit zu schützen.” Insofern steht Donald als angeblicher “Außenseiter” auf dem Thron doch in sehr klassischer Tradition…

Auch auf Telepolis erschienen

4
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Die Schockstrategie und die Epidemie des Anti-Donald-Syndroms (ADS)

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Das Einreiseverbot, mit dem König Donald Reisende aus sieben Ländern für 90 Tage von seinem exzeptionalistischen Imperium fernhalten will, stößt immer noch auf scharfe Proteste. Nicht nur in den  Städten des Königreichs auch im Ausland kam es zu großen Anti-Donald-Demonstrationen. Dieser Bann, den der neue König ausgesprochen hat, sorgt merkwürdigerweise für sehr viel größere Betroffenheit als die Bomben, die seine Vorgänger seit Jahren genau über diesen Ländern abwarfen. König Obama hatte es im letzten Dienstjahr bekanntlich auf auf 26.172 Abwürfe gebracht und damit zu einem persönlichen Rekord, doch gegen diese Bomben wurde fast nirgendwo demonstriert. Ähnlich ist die Lage  auch bei der so heftig kritisierten Migrationspolitik Donalds, bei der es sich, wie Chronisten des Königreichs jetzt herausgefunden haben, um ein Plagiat handelt. Donald hatte sich bei einer 20 Jahre alten Rede von Bill  “Free Willy”Clinton bedient, gegen die aber damals weder “Pussyhats” noch sonstwer protestierten.

Der neue König setzt also fort, was seine Vorgänger im Namen von “Nation”, “Freiheit” und “Werten” des exzeptionalistischen Königreichs vor ihm getan haben. Zuletzt ließ er im mit Einreiseverbot belegten Königreich Yemen ein 8-jähriges Mädchen erledigen, dessen älterer Bruder zuvor einer Obama-Drohne zum Opfer gefallen war, doch unter Donald stoßen diese Operationen nun weltweit auf  solches Entsetzen, dass sogar einzelne 8-jährige Mordopfer Aufmerksamkeit erhalten.  Dass der von W. ausgerufene  und von Obama fortgesetzte “War on Terror” schon  1,5 Millionen Leichen produziert hat – darunter auch viele Kinder  – war und ist dagegen kein Thema. Denn jetzt ist das “Monster” Donald los.  Das ehemalige Nachrichtenmagazin zeigt ihn als blutigen Kopf-Abschneider. Warum  wirkt bei ihm monströs und schrecklich, was zuvor als normal und akzeptabel galt ? Nur an der Eichenhörnchenfrisur des neuen Königs kann das eigentlich nicht liegen…

Ein Grund mag sein, dass sich Donald mit der gesamten Gilde der Herolde und Lautsprecher angelegt hat. “You are Fake News !” hatte er einem Herold von CNN zugerufen, weil diese Organisation üble Gerüchte über angebliche Orgien Donalds in der Haupstadt des Ultrabösen publiziert hatten. Sodann hatte er sämtliche Mitarbeiter seiner Regierung angewiesen, dieser Bühne keine Interviews mehr zu gewähren. Auch wenn er damit in klassischer Tradition steht  – König Obama ignorierte zum Beispiel “Fox” und auch der berühmte King Kohl, der Ziehvater von Königin Angela, den man “Birne” nannte und der mit “Bimbes” gefüttert werden musste, sprach nie mit dem “Spiegel” –  so wird Donalds Boykott nun als “unerhört”  angesehen.

Zur Beantwortung der Frage, warum unter Donald jetzt furchtbar schlimm ist was vorher als normal galt,  müssen wir einmal mehr in die Tiefen des Staats herabsteigen, zu den unsichtbaren Meistern der Intelligence, die als Schattenspieler und Strippenzieher seit Jahrzehnten die Fäden im Königreich in der Hand haben und für die mit Donalds Wahlsieg einer der größten anzunehmenden Unfälle eingetreten ist. Ein Thronfolger, der nicht aus ihrem Think-Tank-Land stammt, ein “Cowboy” der in die wohlgehütete Domäne der “Yankee”-Herrschaft eingebrochen ist und der sich tatsächlich daran zu machen scheint, einen “Sumpf” trockenzulegen. Nicht den oberflächlichen der Oligarchen und Plutokraten, zu denen er ja selbst gehört und an dem sich auch unter Donald wenig ändern wird und allenfalls das Personal wechselt, sondern den unterirdischen Sumpf des Tiefensstaats,  von dessen Existenz die meisten Leute im Königreich eigentlich gar nichts wußten.

Donald vs. Deep State

Tatsächlich aber existiert im exzeptionalistischen Königreich neben der Regierung noch eine Art Staat im Staat, der einst unter dem Namen C.O.G.  (“Continuity Of Government”) für Notfallzwecke eingerichtet worden war, damit im Falle von Krieg oder Krisen die Geschäfte weitergeführt werden können. Diese im Kriegsministerium des Königreichs auch “Doomsday Project” genannten Strukturen und Befehlsketten waren unter Ronald I. im Geheimen weiter ausgebaut worden, der damit zwei seiner Top-Offiziere betraut hatte. Dies waren Donald Rumsfeld und  der junge Dick Cheney, die später als Kriegsminister sowie als “Darth Vader” unter (bzw. wegen dessen Tölpelhaftigkeit de facto über) König W. amtierten. Unter ihrer Aufsicht geschah  dann 9/11 und wurde in Folge der “War on terror” ausgerufen.

Anders als die üblichen Drei-Buchstaben-Agenturen des Tiefenstaats verfügt  die COG-Struktur über ein Kommunikationsnetzwerk, das parallel und separat von allen Regierungs-und Militärkanälen läuft; und das zum Beispiel benutzt wurde, als unter Ronald und Bush senior Waffen,-und Rauschgift-Geschäfte direkt aus dem Weißen Haus abgewickelt wurden, was später als “Iran-Contra-Affäre” bekannt geworden ist. Wie einer der Erforscher dieser Schattenstruktren, Professor Scott, herausfand, spielten diese Kanäle auch schon bei dem Mord an König Jack, den alle JFK nannten, eine Rolle, ebenso wie bei den Reaktionen auf die “Teppichmesser des Schreckens” nach 9/11. Um wirkliche Macht im exzeptionalistischen Königreich auszuüben, reicht es nicht, nur auf den öffentlichen Thron zu gelangen, denn ohne Kontrolle über die Befehlsketten der unsichtbaren  C.O.G.-Strukturen,  die auch Verfassung und Gesetz außer Kraft setzen,  ist selbst ein König im Ernstfall relativ machtlos. Auch Donalds Zwitschergerät, mit dem er Hofschreiber und Lautsprecher überbrückt und direkt mit seinen Untertanen kommuniziert, würde nichts nützen, wenn alle Ätherwellen gestört sind und nur noch der C.O.G.-Kanal sendefähig ist, um über den “Ausnahmezustand” zu informieren. Deshalb lautet nach dem Kampf Donald vs. Hillary und der Eroberung des Throns die Konstellation  nunmehr Donald vs. Deep State und nur auf diesem Hintergrund sind Donalds Aktionen seit der Amtsübernahme zu verstehen.

Denn was hat die Flut von “Executive Orders” zu bedeuten, mit denen der neue König täglich überrascht, was bringt ihn dazu, mit Blitz-Dekreten wie dem Einreiseverbot nicht nur einige Länder, sondern seine eigenen Landsleute und die ganze Welt auf die Palme zu bringen, warum schockiert er mit Aussagen, dass Folter für ihn akzeptabel sei ? Auch wenn König Donald vielleicht nicht der Schlauste ist, ist er gewiss nicht doof und weiß  genau,  dass er sich mit diesen Aktionen keine Freunde macht und seine Gegner schockiert. Warum macht er es dennoch, warum gibt er sich nicht versöhnlicher, „präsidialer“, warum pfeift er auf eine “gute Presse” und die Demonstrationen gegen ihn?

Die Schockstrategie und die Epidemie des Anti-Donald-Syndroms (ADS)

Was Donald da im Rahmen seiner Schockstrategie Tag für Tag ablässt, sind Testballons, bei denen es weniger um die vorhersagbare Reaktion der Öffentlichkeit geht, als um ein Check-Up der internen Loyalität geht, um ein Ausmerzen von schwachen Gliedern – wie der sofort gefeuerten Justiziministerin – in der Befehlskette. Nur so kann einer, der den Thron gegen den gesamten Apparat erobert hat, seine Macht konsoldieren. Aus diesem Grund hat er auch den Meistern der Intelligence ihren Stammplatz im “Nationalen Sicherheitsrat” gestrichen  – sie werden nur noch “bei Bedarf” hinzugebeten – und an ihre Stelle seinen Chefberater Steve Bannon, den man auch “Breitbart” nannte, gesetzt.

Er nimmt  als persönlicher Einflüsterer des Königs nun dieselbe intime Rolle ein wie einst “Bloody Henry” Kissinger bei “Tricky Dick” Nixon oder Dick Cheney bei W. und hat sich denn auch schon als Donalds “Darth Vader” bezeichnet. Natürlich scherzhaft, aber er meint es ernst – und wird ab sofort dabei sitzen, wenn jeden Dienstag auf der “Kill List” die durch Drohnen zu erledigenden Opfer angekreuzt werden. Diese praktische und zeitsparende Einrichtung hatte König Obama 2016 seinen neuen Rekord an politischen Morden  ermöglicht und wird auch von Donald  beibehalten; ob er der Jagdleidenschaft dann ebenso frönt wie sein Vorgänger bleibt noch abzuwarten.

Gemessen an den Leichenbergen, zu denen Bloody Henry und Cheney ihre Majestäten einst ermunterten ist Donalds Einflüsterer “Breitbart” Bannon zwar noch völlig unbelastet, wird   aber bereits als gefährlich und böse porträtiert. Wie sehr er das wirklich ist, muss sich noch herausstellen, sehr schlau ist er auf jeden Fall. Die überfallartige Schockstrategie mit der die Donald-Regierung gestartet ist, war sicher seine Idee, ebenso wie die erwartbaren hysterischen Reaktionen, die sie auslösten. Nicht zufällig hat der “Breitbart” den Honigdachs zum Wappentier erklärt, der sich auch von Bienenstichen oder Schlangenbissen nicht abhalten läßt:  “he don’t give a shit” – und so dürfen wir ihn uns in Donalds ovalem Büro,  zu dem er als einziger jederzeit Zutritt hat, sehr entspannt vorstellen, wenn er die Nachrichten zur Kenntnis nimmt. Und befriedigt  feststellen kann, dass die Wahlverlierer, seine Gegner aus den liberalen und linken und libertären Lagern in geradezu apokalyptischer Hysterie  ausrasten und dabei alles über Bord werfen, was ihnen an “Werten” wie  Demokratie, Toleranz und political correctness doch angeblich heilig ist. Und selbst die vornehmsten Herolde und Lautssprecher des Königreichs, die den rüden “Breitbard”-Brigaden  stets Hass, Hetze und “Fake News” vorgeworfen hatten, produzieren nun in Sachen Donald nichts mehr anderes als genau das.  ADS – das Anti-Donald-Syndrom – hatte sich epidemisch ausgebreitet und den von aktuen Fieberschüben heimgesuchten Herolden und Lautsprecher war selbst die nach oben geschlossene Hitler-Skala nicht mehr grauenhaft genug wenn es um die Boshaftigkeit des neuen Königs ging. Der Honigdachs war’s zufrieden and didn’t give a shit…

Nur wenige im exzeptionalistischen Königreich waren weder vom Donaldismus noch von ADS befallen. Sie hielten das Anti-Donald Geschrei für genauso selbstgefällig wie den König selbst und völlig ungeeignet, sich ernsthaft über eine Zukunft nach Donald Gedanken zu machen.

Auch bei Telepolis erschienen

30
Jan, 2017

Real Game of Thrones: Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“

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Obwohl nicht wirklich von blauem Blute verfügt König Donald natürlich über ein Wappen und wie es sich für ein königliches Wappen gehört, hat dieses auch ein Motto: “Numquam Concedere”. Was soviel heißt wie “Niemals aufgeben”. Böse Zungen im Real Game of Thrones behaupten allerdings, dass Donald  ursprünglich einen anderen Wahlspruch wünschte, nämlich “Ego Te Demitto” (“You are fired!”), was seine Heraldiker ihm aber gerade noch ausreden konnten.

Nicht auszureden scheint den Herolden und Lautsprechern im exzeptionellen Königreich  unterdessen ihre unbändige Lust am Donald-Bashing,  das die Welt mit immer neuen Enthüllungen überrascht – wie zum Beispiel, dass Donald sogar zu doof zum Kuchenbacken ist. Hat er doch beim königlichen Hofkonditor zur Krönungsfeier dieselbe Torte bestellt, die es schon bei Obama gab, also eine plagiierte Fake-Torte. Schlimm!

Noch schlimmer findet die Gilde der Herolde allerdings Donalds neuen Pressesprecher, der bei den  Zuschauerzahlen von Donalds Krönung die Faktenlage um “alternative Fakten” erweiterte und die “originalen” als Lüge bezeichnete. Die Hofberichterstatter und Edelfedern waren entsetzt: ein königlicher Pressesprecher, der einfach lügt ?! Unter anderen echauffierten sich über den “bizzaren” Auftritt auch Ari Fleischer, der als Sprecher von George W.  stets die reine Wahrheit über Iraks Massenvernichtungswaffen verkündet hatte, sowie der legendäre Herold Dan Rather, der sich kaum noch einkriegte vor Entrüstung: “Fakten und die Wahrheit sind nicht parteilich”, meinte er,  “sie sind der Grundpfeiler unserer Demokratie. Und du bist entweder mit ihnen, mit uns, mit der Verfassung, unserer Geschichte und der Zukunft der Nation…oder du bist dagegen.”

Weil gegen Geschichte und Zukunft eigentlich niemand etwas haben kann, fanden das viele gut und waren dafür, wohingegen sich einige dann doch erinnerten, wie es die Herold-Legende Rather nach den schrecklichen Anschlägen von 9/11 mit den Fakten, der Wahrheit und der Unabhängigkeit seines investigativen Handwerks gehalten hatte. Damals hatte er auf der großen Bühne des bekannten Sprechmeisters Letterman verkündet: „George W. ist der König. Er trifft die Entscheidungen – und wie es sich für einen Patrioten gehört: Wo immer er mich haben will, ich reihe mich ein, sag mir nur, wo.“

Die Teppichmesser des Schreckens

So wie er hielt es damals die gesamte Gilde der Herolde, Ausrufer, Lautsprecher und bezahlten Lallbacken, sie reihte sich ein und verkündete, was W. und die unsichtbaren Meister der Intelligence ihnen steckten. So entstand die Sage von Osama und den 19 Teppichmessern des Schreckens, die ganz allein aus einer Höhle in Afghanistan angegriffen und die höchsten Türme des exzeptionellen Königreichs zum Einsturz gebracht haben sollen. Weil sie nur zwei Türme trafen und drei zerstörten schien die Geschichte vielen unglaublich, aber W. und “Darth Vader” Cheney duldeten keinerlei Zweifel und da alle  Herolde sich einreihten und keiner nachfragte, gilt die Sage heute im ganzen Königreich als offizielles Faktum. Diejenigen, die daran zweifeln, werden abschätzig “Truther” (“Wahrheitler”) genannt und gelten als verrückt, weil sie Wahrheit über das Ereignis herausfinden wollen.

König Donald, der sich mit Türmen auskennt, weil er nicht nur selbst in einem wohnt, sondern auch viele gebaut hat, wäre um ein Haar selbst ein “Truther” geworden, als er nach den Anschlägen feststellte, dass dieser Einsturz eigentlich nicht so aussieht, als sei er von außen verursacht, sondern eher wie eine kontrollierte Sprengung. Dass er aber nun im Amt eine königliche Neu-Untersuchung anordnen wird, ob es sich damals möglicherweise um ein Turmopfer im geopolitischen Schach gehandelt hat, diese Hoffnung einiger “Wahrheitler” beruht auf einer Fake-News.

Wo noch nicht einmal die Ermordung von König Jack aufgeklärt ist und nach mehr als einem halben Jahrhundert noch immer eine “magische Kugel” als offizielles Faktum gilt, wäre es wohl auch verfrüht, jetzt schon  Aufklärung zu den “Teppichmessern des Schreckens” zu erwarten. Bei der üblichen Halbwertzeit der Schatten, unter denen die Operationen der unsichtbaren Meister der Intelligence in den Tiefen des Staats verborgen sind,  wird  das Osama-Märchen  im ganzen Königreich deshalb wohl noch  für einige Generationen als offizielle Tatsache gelten.

Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“

Unterdessen hat König Donald, den manche für die Wiedergeburt des Kaisers von China halten, den man “Mao” nannte, andere gar für eine Inkarnation des  blutdurstigen Führers Adolf,  einfach mit dem Regieren begonnen. Wäre er nur ein eitler Fatzke, könnte er es sich mit seiner schönen Frau auf dem Thron gemütlich machen – oder Obamas königlichen Rekord von 306 Runden Golf brechen – doch König Donald haut ein Dekret nach dem anderen heraus. Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat er einen von König Obama als “TTP” ausgehandelten Vertrag mit den asiatischen Königreichen in die Tonne getreten. Dieser, so befürchtet Donald, würde nur zu weiteren Schließungen von Werkstätten im exzeptionellen Königreich führen. Was übrigens auch King Bernie so sieht, der  bekanntlich nicht König werden konnte, obwohl er den Endkampf gegen Donald locker gewonnen hätte. Er hatte ja deutlich mehr Anhänger als Hillary und nur weil die herrschsüchtige  Vizekönigin und ihre Clique den allseits beliebten Bernie durch gemeinen Betrug aus dem Rennen boxten, bekam der Springteufel Donald überhaupt eine Chance auf den Thron – und nutzte sie.

Auf seiner Anschlagtafel im Weißen Haus verkündet er gleich nach seiner Inthronisierung: “Die Donald-Regierung wird eine Law & Order Regierung sein”. Wobei er aber Gesetze, die ihm nicht passen, vorher noch schnell abschafft, wie zum Beispiel viele Umweltschutzvorschriften. Die allgemeine Gesundheitsvorsorge, die Obama eingeführt hatte aber nicht richtig umsetzte, schaffte  er ebenfalls  gleich wieder ab. Dafür will er  die reiche Gilde der Heilmittel-Hersteller, die ihre Arzneien zu  überteuerten Preisen anbieten, zu massiven Preisnachlässen zwingen. Ob das funktioniert bezweifeln viele, wie Donald mit seinen Aktivitäten als neuer Herrscher ja überhaupt das ganze Königreich in ein Wechselbad der Gefühle versetzt. Die einen halten ihn für einen göttlichen Superhelden, die anderen für die Ausgeburt der Hölle, und je mehr sich die eine Seite empört, desto lauter lässt die andere den Donaldismus hochleben. Dazwischen gibt es derzeit im ganzen Königreich quasi nichts.

Weil es aber nicht hilft, sich dauernd nur darüber zu beschweren, dass Donald sein Königreich an die “erste Stelle” setzen will, kamen aus anderen Teilen der Welt passende Reaktionen: der König der Niederlande etwa reichte bei Donald ein Gesuch sein, sein schönes Holland doch bitte “an zweiter Stelle” anzunehmen – und eröffnete damit das Rennen um die Gunst von Donald dem I. Nachdem dieser per Dekret sein Versprechen einlöste, für 40 Milliarden Taler eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, schickten die Bewohner der Falkland-Inseln sofort ihre Premierministerin mit der Bitte zu Donald, auch um ihr Territorium eine Mauer zu bauen – gegen die Argentinier – sowie der Garantie, dass sie sie selbst bezahlen.

Ein „Höllensystem“ gegen Kampfdrachen

Was die salafistischen Wickelmützen und ihr “Kalifat” ISIS  betrifft hat König Donald angekündigt, wie hier schon erwähnt, dass er es “vom Antlitz der Erde beseitigen” wird und er will dazu notfalls auch auf Folter zurückgreifen und den Meistern der Intelligence gestatten, weitere “Black Sites” einzurichten, in denen sie diesem Handwerk ungestört nachgehen können. “Wir müssen Feuer mit Feuer bekämpfen”, sagte er dazu in einem Interview, in dem er auch davon sprach, vor der Zerstörung von ISIS für die Bevölkerung Syriens “safe zones” einzurichten. Das sind Pufferzonen, in denen die Menschen vor kriegerischen Handlungen geschützt sind, und die auch ganz im  Sinne des ehemals Ultrabösen sind, mit dem Donald in dieser Sache zusammenarbeiten will.

Was aber machen die hiesigen Herolde  aus den von König Donald avisierten Schutzzonen? Sie behaupten, dass es sich um “Flugverbotszonen” handelt: “Donald plant Flugverbotszone und fordert Wladimir Putin heraus”  behauptete der “Spiegel”, den  man schon lange “das ehemalige Nachrichtenmagazin” nannte, und die alte Tante FAZ sekundierte: “Donald will eine Flugverbotszone in Syrien einrichten.”  Das will er aber gar nicht. Vielmehr will er demnächst  mit Waldimir dem Schrecklichen persönlich  sprechen, weshalb wir es bei diesen Meldungen wohl einmal mehr mit “Fake News” zu tun haben. Sowie mit einem Beleg, dass die Ausrufer auf den hiesigen Atlantikbrücken noch immer mit ihren alten Textbausteinen aus dem Nato-Sprech hantieren und noch nicht gecheckt haben, dass unter Donald ein neuer Wind weht.

Zum Glück. Denn dass Hillary energisch für “Flugverbotszonen” stritt, weil sie über Damaskus  “Königin der Drachen” spielen wollte, hätte in einem schrecklichen Desaster gemündet, da Wladimir  dem syrischen König seine “S 400” zur Verfügung gestellt hatte, die man auch das “Höllensystem” nannte und die als die beste Kampfdrachen-Abwehr der Welt gilt. Dass Donald und seine Generäle nicht so dumm sind dieser Abwehr ihre teuren Drachengeschwader zu opfern, stattdessen Schutzzonen am Boden einrichten und mit Putin kooperieren wollen, wird deshalb nicht nur von seinen Verehrern als sehr vernünftig angesehen.

Wer aber  auch nur ein gutes Haar an dem König mit der prächtigen Eichhörnchenfrisur lässt, riskiert umgehend als “Donald-Versteher” oder gar als Anhänger eines faschistoiden Donaldismus beschimpft zu werden. Dass einige seiner Ideen fürchterlich scheinen ändert zwar nichts daran, dass andere durchaus taugen könnten, doch zu irgendeiner Differenzierung sind die Donald-Gegner im exzeptionellen Königreich derzeit noch nicht in der Lage. Alles was er sagt ist Lüge, alles was er macht eine Katastrophe – selbst wenn er in vielen Fällen nur fortsetzt (wie etwa bei der mexikanischen Mauer), was seine Vorgänger längst angerichtet haben. Solange die Opposition gegen Donald auf diesem Kindergarten-Niveau agiert, wird sie ihm keine Anhänger abspenstig machen sondern zutreiben. Und das in Scharen, falls einige seiner „verlogenen“, „falschen“, „aussichtslosen“, „katastrophalen“ Aktivitäten tatsächlich funktionieren…

Auch auf Telepolis erschienen, die anderen Folge der kleinen Serie hier

 

12
Nov, 2016

Epidemische Trumpophobie

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image-1071026-thumbflex-qjkn-1071026Das ehemalige Nachrichtenmagazin hat in Zeiten des galoppierenden Medienschwachsinns mal wieder einen Favoriten ins Rennen geschickt. Es beschwört  “Das Ende der Welt (wie wir sie kennen)” und macht Trump zu einem Himmelsereignis, das als feuriger Meteorit auf die Erde zusteuert. Dabei kam der Oligarch Trump so wenig aus heiterem Himmel wie das Goldman-Girl Hillary, sie entstammen beide der amerikanischen Plutokratie und markieren  in deren “Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln” (Gore Vidal) lediglich verschiedenen Fraktionen.  So konnte Clition denn auch im Wahlkampf  ein Horrorbild von Trump als “unserem Hitler” an die Wand malen – und nach ihrer Niederlage dazu aufrufen, mit dem neuen Führer zusammenzuarbeiten. Doublespeak aus Brainwashington in Reinkultur. Kein Wunder, dass die Schreibknechte in den Redaktionen kaum hinterherkommen und erstmal in Schockstarre verharren. Eine Art Trumpophobie scheint ausgebrochen, was dann zu Titelseiten führt, wie sie sonst nur die “Zeugen Jehovas” oder die “Adventisten der Letzten Tage” verbreiten. Irgendein Schwachkopf der Bild-Zeitung halluzinierte schon, wie der Dämon Trump und das Biest Putin demnächst gemeinsam Europa verschlingen und für den  “Spiegel” fällt Mutter Erde jetzt komplett dem Monster mit der Eichörnchenfrisur zum Opfer.

Am Mittwoch berichtete ein Kollege, dass er die Mitarbeiter seiner Redaktion am Morgen geschockt hätte: “Habt ihr schon gehört – Trump will 9/11 neu ermitteln?”  Starres Staunen, atemlose Stille, man hätte eine Stecknadel fallen hören, dann: befreites Lachen, war ja nur ein Witz, zum Glück….  Was mit 9/11 begann – der Verkauf der großen Lüge der Bush-Administration und des “war on terror” – könnte nach 11/9 tatsächlich beendet werden, wäre Trump nicht nur ein rechter, sondern auch ein rechtschaffener Reformer. Aber soweit wird es nicht kommen – in  seinem Schattenkabinett und “Transition”-Team tummeln sich bereits  soviele Namen aus dem alten, bellizistischen Neocon-Lager wie auch berüchtigte Gestalten der Wallstreet/Goldman-Bankster-Szene, dass von seiner massiven “Anti-Establishment”- Offensive (man schaue sich seinen letzten Wahlspot an ) nicht viel übrigbleiben wird. Wie auch von anderen seiner Ankündigungen, etwa der Abschaffung der Krankversicherung Obamacare, die er heute nach einem Gespräch mit Obama schon zurückgenommen hat.

Was sich The Donald aber wohl kaum bieten lassen dürfte ist,  von einer hiesigen Hillary-Darstellerin mit Betonfrisur zurechtgewiesen zu werden: “Donald Trump muss sehr klar sagen, auf welcher Seite er ist: ob er auf der Seite des Rechtes, der Friedensordnung, der Demokratien steht, oder ob ihm das egal ist und er so eine Art Männerfreundschaft macht,” dekretierte Panzer-Uschi von der Leyen bei Maybritt Illner. Auch Chefdiplomat Steinmeier glaubte, sich eine förmliche Gratulation an den gewählten Präsidenten verkneifen zu können  und Mutti Merkel verband ihre Glückwünsche mit Mahnungen an die Menschenrechte. Peinliche Nummer. Haben unsere Volksvertreter nicht kapiert, dass man einem neuen Imperator Reverenz erweisen sollte, wenn man für seinen Vasallenstaat günstige Verhältnisse schaffen will ? Wieso hat man dem neuen Kaiser, der die Auslandseinsätze seiner Armeen herunterfahren will, nicht sofort die Schließung der Drohnenmord-Zentrale Ramstein angeboten, samt Umwandlung in einen Donald Trump Vergnügungspark  der deutsch-amerikanischen Freundschaft ? Sind nicht nur die transatlantischen Medienfritzen, sondern auch alle Politiker und ihre Spindoktoren von trumpohobischen Schüben derart geplagt, dass sie keinen klaren Gedanken mehr fassen können. Wie lang dauert es, bis NATO-Sprechpuppen wie unsere Möchtegern-Hillary mit neuen Textbausteinen upgedatet werden ?

Dass sich an amerikanischen Universiäten Widerstand gegen das neue Trump-“Regime” (darf man “Regime” jetzt schon sagen, ohne “antiamerikanisch” zu sein? ) regt, ist sicher eine gute Sache, die Frage aber, warum diese Demonstranten Obamas Drohnenmorde, Clintons  Zerstörung Libyens usw. usf. schweigend akzeptierten, muß gestellt werden. Ebenso wie die nach ihrer schweigenden Akzeptanz der globalen neoliberalen Wirtschaftsdiktatur, deren einheimische Opfer, die “weiße Arbeiterklasse” Trump jetzt hinter sich versammeln konnte. Und warum ?  Nicht weil er “Rassist” oder “Sexist” ist, sondern weil die Linken und Liberalen in ihrem multimedialen Wolkenkuckucksheim, das sie für die Wirklichkeit halten, diese Leute schlicht vergessen haben.   Seit Clinton, Blair & Schröder  mit Wallstreet und den Konzernen ins Bett schlüpften ist die traditionelle Wählerbastion der Sozialdemokraten verwaist. Wer einen Trump in Deutschland verhindern will bräuchte also nur einen Bernie Sanders importieren.

Zu mittelalterlicher Kometenangst besteht somit kein Anlass. Die Trumpophoben beim ehemaligen Nachrichtenmagazin aber, die den Untergang der Welt beschwören, scheinen unterbewußt doch irgendwie geahnt zu haben, dass gerade ein ganz anderer Untergang stattfindet. Die ersten Bilder von der Abdankung sind bereits erschienen.

gravemsm

9
Nov, 2016

Trumpokalypse

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Im “Frühkommentar” von heute morgen hatte ich schon geschrieben, dass  die Demokraten die Niederlage allein sich selbst zuzuschreiben haben, weil sie mit Bernie Sanders ihren populären Kadidaten ausmanvörierten und die Wall-Street-Hexe Hillary durchboxten. Dass dabei betrogen und getrickst wurde und Bernie der Sieg bei den Primaries gestohlen wurde, war schon vor den Wikileaks-Veröffentlichung der DNC-emails klar, die es nochmals schwarz auf weiß bestätigten – doch es war kein Thema für die Großmedien. Und damit sind wir beim Thema, dem eigentlichen Verlierer des Tages, dessen dramatischer Niedergang schon lange zu beobachten ist und nunmehr einen kaum zu unterbietenden Tiefpunkt erreicht hat: dem “Qualitätsjournalismus”. Also jenen sich “seriös” und “liberal” nennenden Medien, deren Vertreter man seit heute früh um 6.00 beim betroffenen Stammeln und hektischem Zurückrudern beobachten kann. Und die meisten haben scheinbar noch immer den Schuß nicht gehört, sie leben weiter in den Echokammern ihrer medialen Parallelwelt, die sie für die Realität halten. Eben etwa hörte ich im Autoradio eine ARD-Korrespondentin, die den Trump-Triumph darauf zurückführte, dass die Amerikaner “eben immer noch keine Frau im höchsten Amt akzeptieren können, einen Schwarzen ja, wie man mit Obama gesehen hat, aber keine Frau.” In der Realität haben zwar 53% der weißen Frauen Trump und nur 43% Clinton gewählt, was im Phantasialand solcher Journalisten aber keine Rolle spielt. Die Dame faselte dann noch irgendetwas von “Populismus” und dass Trump  den latenten”Rassismus” der Amerikaner mobilisiert hätte – tatsächlich aber hat er die Swing-States erobert, deren “Rassisten” die letzten beiden Male Obama gewählt hatten.

Das ist nur eine Momentaufnahme, aber eine typische: natürlich hat Trump mit seiner großmäuligen, xenophoben Attitüde sowohl Rassisten als auch dumpfe Macker bedient, aber das ist nicht der reale Grund für seinen Wahlsieg mit  Mehrheiten bei Frauen und den Siegen in Florida, Ohio, Michigan, Pennsylvania, Iowa und Wisconsin. Wahlentscheidend sind diese Super-Macker, Pussy-Grabscher  und Hardcore-Rassisten nur in der Parallelwelt, die unsere Qualitätsschurnalisten konstruieren und auch am Tag danach noch immer nicht verlassen können. Träumt ruhig weiter, Kollegen, konstruiert weiter die Welten, die das War Party/Neocon-Neoliberalcon/Wall Street/Think Tank/Corporate Media Establishment anrührt, aber glaubt nicht, dass euch noch jemand abnimmt, dass es sich dabei um die Wirklichkeit handelt. Etwa der Umfragen, die ihr täglich herbeitzitiert habt, um den souveränen Sieg Clintons zur selbsterfüllenden Prophezeiung zu machen. Warum hat die “Meinungsforschung” versagt ? Weil die Medien jeden Wahlkampffurz von Trump zum krassen Großskandal aufgeblasen haben, während Korruption und Kriegstreiberei Clintons harmlos unterm Teppich blieben – mit dem Ergebnis, dass sich viele Befragte in face to face Interviews nicht trauten, sich zu diesem Trump-Freak zu bekennen. Die solide Internet Umfrage der University of Southern California’s (USC) hingegen hatte Trump schon seit Monaten vorn, blieb aber ebenfalls unter dem Teppich der Mainstreammedien. Tja, und dann wacht man eben am Morgen auf und kann nur von “Schock”, “Tragödie”, “Trumpokalypse” stammeln…

Update: Kleine Presseschau des gesammelten Gestammels der transatlantischen Leitartikler hier

17
Oct, 2016

Kriegstreiber, Rattenfänger, Trumpeltiere

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Kanzlerin Merkel will die Sanktionen gegen Russland verschärfen und den Bundeswehretat verdoppeln, während der Grüne Cem Özdemir Kampfeinsätze gegen Syrer und Russen fordert, weil “Putin und Assad Syrien in die Steinzeit zurückbomben”  – soweit die Durchsagen der schwarz-olivgrünen Kriegstreiberfront vom Wochenende.   Was das Essen betrifft sind unsere Sinne ja ganz gut geschult, ungesunde, verschimmelte, vergiftete Nahrung zu erkennen: Augen, Nase oder der Mund registrieren sie und wenn diese Security versagt, spuckt spätestens der Magen sie wieder aus. Bei der mentalenNahrung, mit der uns die Medien füttern, sind diese Abwehrmechanismen längst nicht so automatisiert.  Deshalb schalte ich immer öfter einfach ab. Weil mir sonst übel wird.  Nun ist von einem “Young Leader” der Transatlantikbrücke nichts anderes zu erwarten, als dass er brav den Schaum schlägt, den seine Mentoren in Washington anrühren, dass er aber so unverfroren auf den verfassungs,- und völkerrechtswidrigen Kosovo-Krieg verweist, an dem man sich in Sachen Syrien jetzt doch mal orientieren solle, wundert dann doch. Denn die Forderung einer “Flugverbotszone” bedeutet nichts anderes als ein Krieg mit Russland, das zusammen mit der syrischen Armee den Luftraum bereits kontrolliert. Und das auch nicht lassen wird, weil Onkel Sam das gerne hätte oder ein Pimpf wie Cem das fordert. Die Olivgrünen können somit nunmehr komplett – und über die maidanbesoffenen, russophobistischen Tanten Beck und Harms hinaus – als integraler Teil des  militärisch-industriellen Komplexes abgebucht werden

Dass Mutti Merkel weitere Sanktionen fordert hörte ich im Autoradio. Als Begründung wurde der “Anschlag auf den UN-Hilfskonvoi” angegeben, der meines Wissens bis dato ungeklärt ist, was aber nicht gesagt wurde. Sie hätte bei Obama angerufen und der hätte Unterstützung für die “härtere Linie” zugesagt, für die Merkel bei den “EU-Partnern” werben wolle. Tolle Wurst: als ob Merkel mit der Idee vorpreschen und Obama um Unterstützung bitten würde. Aber so erzählen es die Nachrichten. Der Hase läuft natürlich genau anderes herum: Washington hat in Berlin und bei den anderen Vasallen weitere Daumenschrauben gen Moskau angemahnt, weil die Operation regime change in Syrien schiefläuft und mit der absehbaren Befreiung Aleppos von Al Qaida-Söldnern mit einem Ende des Kriegs zu rechnen ist.

Unterdessen läuft die Wahlkampf-Farce um das Weisse Haus im Turbo-Modus. Niemand weiß, wieviel genau über die Wahl-Maschinen manipuliert wird, bei denen die Wähler/innen per Touchscreen wählen und ohne Quittung nach Haus gehen – schickt die UN eigentlich unabhängige Wahlbeobachter und IT-Forscher, um diesen Zirkus zu checken ? – aber vermutlich müßte Trump schon “landslide” gewinnen, um als Sieger aus der Wahl hervorzugehen. Weil GOP, für die “Grand Old Party” der Republikaner , mittlerweile mit “Grap Our Pussies” übersetzt wird, ist Trump in den Umfragen abgerutscht. Für die großen Medien, die sich sämtlich Pro-Hillary positioniert haben, ist Donalds sexistisches Super-Machogehabe jetzt DAS Thema, um die Wikileaks-Enthüllungen über die korrupten Clintons und ihre Stiftung sowie  den dokumentierten Betrug  der demokratischen Parteispitze (DNC) an Bernie Sanders zu übertünchen. Außer in einer versifften Bananenrepublik wäre jeder Kandidat nach solchen Veröffentlichungen unten durch, nicht so in Amerika – wo es eben ein heftig durchgeknalltes Trumpeltier als Gegenkandidaten gibt. Damit es den gibt, und keinen halbwegs seriösen Republikaner, dafür hat das Clinton-Lager mit  seinen Medienpartnern von langer Hand selbst gesorgt: “We need to be elevating the Pied Piper candidates so that they are leaders of the pack and tell the press to [take] them seriously,” schrieb Clintons Wahlkampfchef Podesta. Die Rattenfänger herausheben und von der Presse fordern  sie ernst zu nehmen.  Wenn unsere Kandidatin die Pest und eigentlich unwählbar ist, geht es nur, wenn auf der anderen Seite  eine noch unwählbarere Cholera steht – so die Überlegung des DNC. Und so kam es, dass der Springteufel Trump ein Dutzendfaches der Sendezeit seiner Mitbewerber bekam und überhaupt auf den Schild gehievt werden konnte.

9
Jun, 2016

Bernie or Bust ?

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Für ein endgültiges “Bye Bye Bernie” ist es zwar noch zu früh, Senator Sanders wird auf dem Parteitag der Demokraten noch einmal eine Rede halten, und versuchen, die Partei  von seinem Kurs zu überzeugen, doch die Kandidatur wird er Hillary Clinton nach ihrem Sieg in Kalifornien nicht mehr nehmen können. Als einst ein Bekannter dem alten Joe Kennedy zur Wahl seines Sohns beglückwünschte, antwortete JFK’s Vater:  “Mit dem Geld hätte auch mein Chauffeur die Wahl gewonnen.” –  was mit Sicherheit auch für die von Corporate America gestopfte Clinton bzw. ihre Friseurin gilt. Auch Bernie Sanders konnte sich über Millionen Dollar Wahlkampfspenden freuen, doch die kamen nicht von Goldman Sachs und der Rüstungs,-und Ölindustrie, sondern tatsächlich von seinen Wählern. So wie ja auch Donald Trump von seinen eigenen Millionen im Wahlkampf angeblich gar nichts einsetzen mußte, weil auch seine Show weitgehend von seinen Anhängern finanziert wurde  – und die Medien dem Springteufel reichlich Sendezeit spendierten. Sanders vs. Trump wäre also ohne Frage das Präsidenten-Duell der Herzen gewesen – und laut den Umfragen würde Bernie es deutlicher gewinnen als Hillary – doch jetzt wird es Clinton vs. Trump, was längst nicht so sicher ist. Weshalb sich nun auch Obama eingeschaltet und Sanders beschwört, jetzt Hillary zu unterstützen und seine Anhänger dazu aufzufordern, das ebenfalls zu tun. Ohne diesen Support, das ahnen die Parteioberen der Demokraten, hat Clinton keine Chance auf das Weisse Haus – und als Vizepräsident unter Hillary ist Bernie schwer vorstellbar, denn sie steht für das 1% Plutokraten, deren absolute Herrschaft Sanders beenden will. Weshalb seine Hardcore-Unterstützer der Partei auch die Parole “Bernie or Bust!” ins Stammbuch geschrieben haben und die Demokraten eher  verlieren lassen als sich hinter Clinton zu scharen. Ich gebe zu, dass auch ich die Dame auch niemals wählen könnte, auch nicht um die “Inkompetenz” und “Unberechenbarkeit” eines Trump zu verhindern. Denn Clintons Kompetenz und Berechenbarkeit sind nicht weniger furchterregend.

27
May, 2016

The Bern vs. The Donald

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Bernie Sanders und Donald Trump werden noch vor dem Wahlgang in Kalifornien am 7. Juni debattieren – nachdem Hillary Clinton ihrem Mitbewerber um die Kandidatur eine öffentliche Debatte im bevölkerungsreichsten Bundesstaat ausgeschlagen hatte. Im Fußball nennt man das “mauern” – Clinton hofft ihren Vorsprung über die Zeit zu retten und will Sanders, der deutlich gewinnen müßte um mit ihr noch gleich zu ziehen, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Beim Publikum hat Bernie die weitaus größere Fan-Basis,  Anfang der Woche  füllte er in Irvine ein Stadion mit 20.000, in dem sich bei einer Clinton-Rede höchstens ein paar Hundert  verlaufen würden. Obwohl die bestbezahlte Rednerin der USA  – seit 2001 hat sie zusammen mit ihrem Gatten 153 Millionen Dollar Vortragshonorare kassiert – wird Clinton für ihre Auftritte vorallem von Wallstreet-Bankstern und der Rüstungsindustrie, nicht aber von Wahlvolk geliebt.

Und auch nicht vom FBI, das jetzt eine Ermittlung in Clintons Email-Skandal führen will. Dass die Außenministerin des Landes Staatsgeschäfte jahrelang über ihr unverschlüsseltes privates Mailkonto abwickelt, darüber auch “Top Secret”-Informationen versendet und als das auffliegt und sie zur Herausgabe der “amtlichen” Emails gezwungen wird, die Hälfte davon löscht, weil es sich angeblich um Privates handelt, ist nicht nur einmalig in der Geschichte – einfache Staatsbedienstete (wie etwa Chelsea Manning) landen für solche Vergehen auch langjährig im Zuchthaus. So sieht sogar Clintons Hausblatt “Washington Post” nach dem Untersuchungsbericht des Generalinspekteurs jetzt große Probleme auf Hillary zurollen. Eine Präsidentschafts-Kandidatin, gegen die eine akute FBI-Ermittlung läuft, gabs schließlich noch nie.

Paul Thompson, der nach 9/11 eine unverzichtbare Timeline  ins Leben rief, hat jetzt auch eine  Timeline des “Clinton Email Scandals” aufgestellt – der unter anderem zu entnehmen ist, wie alles anfing: Präsident Obama hatte von der NSA ein abhörsicheres Blackberry bekommen, Außenministerin Hillary wollte auch eins, bekam es aber nicht und spielte dann Prima Donna: “Dann benutze ich eben mein eigenes.” Sämtliche Einsprüche von Sicherheitsbeamten bügelte sie ab und so kam der Stein ins Rollen. Sollte er sie jetzt einholen und die fast sichere Kandidatur verhageln wäre es einmal mehr ein kleiner Treppenwitz der Weltgeschichte: Zicke scheitert an Zickenhaftigkeit.

Unterdessen hat  Springteufel Trump Großes angekündigt: er will  nach seiner Wahl die Partei in eine “worker’s party” verwandeln.   Steht The Donald  also außer für  Xenophobie und Sexismus künftig auch für eine Art  National Republikanische Arbeiterpartei ? Er kündigt jedenfalls an, die “Social Security” zu retten und liegt damit durchaus auf der Linie von Sanders – aber auch nur damit. The Bern vs. The Donald wird also die eigentlich spannende Debatte, während Clinton nur für ein “Weiter so” mit Kriegen und Finanzkrisen steht, die keiner mehr will – außer den Plutokraten, die sie am Ende doch noch ins Amt hieven – stehen die beiden “Volkstribune” für eine Richtungsentscheidung. Mit dem sozialdemokratischen Aktivisten Sanders zu einem “New Deal” a la Roosevelt oder mit dem nationalistischen “Arbeiterführer” Trump zu einem mussolini-artigen Korporatismus.

UPDATE 28.5.: Trump hat die Debatte abgesagt. Er würde gern mit Sanders diskutieren, aber nur, so sagte er am Donnerstag, wenn der übertragende TV-Sender 10-15  Millionen an die Wohlfahrt spendet. Am Freitag zog er auch diese Bedingung zurück, wenn überhaupt wolle er mit der “betrügerischen Clinton” (crooked Hillary) debattieren. Auch Trump hat guten Grund gegen Bernie zu mauern – bei den bundesweiten Umfragen liegt er deutlich hinter Sanders.

27
Mar, 2016

Birdie Sanders fliegt…

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Seit dem Osterwochenende pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Bernie, Bernie, Bernie! Der Senator gewann die Vorwahlen in Alaska, Hawaii und Washington haushoch und während einer Rede in Portland/Oregon flog ein Spatz auf die Bühne, das Publikum lachte, Sanders unterbrach und der Vogel setzte sich für einen Moment direkt vor sein Mikrofon (Video hier). “Ich weiß, dass das keine Taube ist, aber dieser kleine Vogel steht für den Weltfrieden. No more wars!” Und nicht nur der Saal jubelte, sondern auch die sozialen Medien, in den sich die symbolische Szene in Windeseile verbreitete – und Sanders nicht nur weitere Wählerstimmen zutreiben wird, sondern vermutlich auch dafür sorgt – wie ein Kommentar vermerkte – dass Hillary für ihre nächste Rede wohl schon Tauben gemietet hat…  Als Sven mich vor einigen Wochen, nach den ersten Erfolgen Bernies, auf unserem Blog zum Buch fragte, ob sich Sanders  nicht auf dünnem Eis bewegt, weil ihn ein irrer Einzeltäter aus dem Rennen nehmen könnte, sah ich für einen neuen Lee Harvey Oswald keinen Bedarf, weil über den Kandidaten nicht von den Wählern, sondern letztlich von den Funktionären der Partei entschieden werden, die als “Superdelegierte”  das Wählervotum überstimmen können.  Was sie freilich noch nie getan haben in der Geschichte. Es bleibt also spannend und nachdem einer der zuverlässigsten US-Demoskopen nach den vorliegenden Umfragen voraussagt, dass Bernie alle noch ausstehenden Vorwahlen gewinnen wird, denke ich mittlerweile auch, dass er gefährlich lebt. Zumal Sanders in den Umfragen zur Präsidentschaftswahl sehr viel deutlicher vor Trump liegt als Clinton – und er wegen massenhafter Kleinspenden mehr Wahlkampfgeld als Hillary akquiriert. Und riesige Stadien für seine Auftritte mieten kann und  – anders als Clinton – Zehntausende meist junger WählerInnen begeistern, was auch die orchestriert auf Clinton/Trump fixierten Leitmedien dazu zwingt, dem “Außenseiter” endlich faire Sendezeit einzuräumen. Was seiner Kampagne für die entscheidenden Abstimmungen in Kalifornien und New York (im April bzw. Juni) weiteren Auftrieb geben dürfte. Und auch wenn Bernie keine echte Friedenstaube, sondern nur ein Spatz ist… man kann nur wünschen, dass er weiter und noch höher fliegt. Und am Leben bleibt…

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