30
Aug

Einladung

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Seit 1992 Jahren leistet die Gemeinde der “12-Apostel-Kirche” was in ihrem von Prostitution und Suchtproblemen gezeichneten Kiez in Schöneberg am meisten Not tut: Drogenarbeit.  Diese 20 Jahre ehrenamtlicher Arbeit werden morgen nicht nur in einer kleinen Feier gewürdigt, Pfarrer Andreas Fuhr und seine Frau Mona haben mich auch eingeladen, über  “Die Drogenlüge” zu sprechen – jene das Elend und die Erniedrigung fördernde Politik der Prohibition und des “war on drugs”, die einen schadensmindernden Umgang mit Drogen nach wie vor verhindern. (Gemeindesaal, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin – Freitag 31.8.2012, 19 Uhr 30 – Plakat: Gerhard Seyfried)

Update: Passend zum Thema ein aktuelles Interview mit Dr. François van der Linde, der als Präsident der Präsident der “Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen” die Schweizer Bundesregierung 30 Jahre lang beraten hat: «Drogen zu konsumieren 
sollte straffrei sein»

19
Apr

Was gesagt werden muß (2)

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Im Rahmen des “Zukunftsdialogs”, den Kanzlerin Merkel im Internet aufgerufen hat, konnten bis zum 15. April online Vorschläge von Bürgern eingereicht werden, und die Forderung Cannabis zu legalisieren landete mit über 152.000 Stimmen auf dem zweiten Platz. Wir dürfen nun gespannt sein, wie die “Experten” und Politiker sich dieses Vorschlags, den  Georg Wurth  für den Deutschen Hanfverband eingereicht hat, annehmen – die Hoffnung aber, dass tatsächlich ein Ende des Prohibitionswahnsinns eingeläutet wird, hält sich bei mir in Grenzen. Dass in den USA, dem Mutterland des “Kriegs gegen Drogen” und der Hanfverfolgung, jetzt  wieder einmal Wissenschaftler, in diesem Fall 300 Ökonomen, mit einem Papier an die Öffentlichkeit getreten sind und  die Legalisierung fordern; oder dass, wie der Guardian meldet,  Präsident Obama auf dem “Summit of the Americas” einen neuen, verständigeren  Ton angeschlagen hätte, als er auf die Forderung vieler lateinamerikanischer Präsidenten nach einem Ende des Drogenkriegs antwortete – auch das mögen zarte Hoffnungsschimmer sein, die einen Durchbruch möglich erscheinen lassen. Doch wie u.a. in “Die Drogenlüge” gezeigt, sind die Erlöse aus diesem Krieg zu groß, um aus gesundheits,- und sozialpolitischen, zivilgesellschaftlichen Gründen darauf zu verzichten. Wie einst die imperialen Kriege des britischen Empires sind heute die Feldzüge des US-Imperiums auf die verdeckten Einnahmen des Drogengeschäfts angewiesen – und nur die Prohibition hält die Gewinnmargen dieses Geschäfts in exorbitant lukrativer Höhe. So kommt es, dass heute die Bundeswehr die Opium,-und Heroinproduktion in Afghanistan überwachen muß – weil damit die Warlords und Kombattanten bezahlt werden, ohne die das Land nicht gehalten (und die Pipelines nicht gebaut)  werden könnten – und gleichzeitig hierzulande Verfolgung und Verbot des Stoffs aufrechterhalten werden müssen, weil nur so aus einem Agrarprodukt für 1000 $ eine Schwarzmarktpreciose im Wert von 100.000 $ wird.

Wenn die Ökonomen vorrechnen, dass durch eine Marihuanalegalisierung 13,7 Milliarden Dollar per anno eingespart werden können, scheint das zwar schon ein nettes Sümmchen, doch verglichen mit dem was CIA & Co. außenpolitisch mit dem globalen Drogengeschäft einfahren sind diese Ersparnisse an der Heimatfront eher bescheiden. Deshalb wird auch diese Musterrechnung wenig helfen, genausowenig wie die Tatsache, dass unter den Ökonomen auch drei Nobelpreisträger sind. Denn mit der Prohibition ist es ähnlich wie mit dem Tabu von Israels Atomwaffen:  man darf sie “natürlich” kritisieren, aber abgeschafft wird sie garantiert nicht. Man darf auf die Absurdität von erlaubter Heroinproduktion hier und Verfolgung des Konsums da aufmerksam machen, aber geändert wird daran nichts. Man kann den ungerechten Doppelstandard bei der Regulierung des Alkoholkonsums (mit zigtausend Toten per anno) und des Verbots von Cannabis (null Tote seit Beginn der medizinischen Aufzeichnungen) beklagen, so wie die Willkür bei der Unterscheidung in “legal” und illegal” – es hilft nichts. Und wenn selbst der oberste Drogenbeauftragte des Landes diese Willkür bestätigt findet und beim Namen nennt wird er – wie Professor Nutt in England – sofort entlassen.  Insofern muß man kein Prophet sein um vorherzusagen, dass die 152.000 Bürgerinnen und Bürger, die in Zukunft Cannabis für Erwachsene legalisiert sehen wollen, bei Angela und ihren Experten gegen die Wand laufen-  und wie die Antwort lauten wird: dass Cannabis im Vergleich ja tatsächlich weniger schädlich sei als manche legalen Drogen, aber man “kein falsches Signal” senden wolle, und man den Hanfkonsum keineswegs “verharmlosen” dürfe usw. usf.

Auch wenn die Frage der Hanflegalisierung angesichts der aktuellen Nöte dieses Planeten und seiner Bewohner ein Randproblem darstellt – und man solche Lappalien eigentlich im Handumdrehen erledigen könnte, weist der öffentliche Umgang damit auf den durchaus globalpolitischen, globalstrategischen Charakter des Problems. Ein “falsches Signal” könnte ja – Gott bewahre! – einen “Dammbruch” im Paradigma der Prohibition bedeuten, und an dem hängt nicht nur die Außenpolitik des US-Imperiums, sondern auch die Innenpolitik sämtlicher Staaten und ihrer Überwachungs,- und Kontrollapparate. Und so kann der mündige Bürger zwar im “Zukunftsdialog” mal sagen was er will, die Entscheidung was er seinem Körper zuführen darf, trifft aber auch weiterhin nicht er, sondern Minister seines Inneren.

11
Feb

AMERICAN DRUG WAR

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Auf der gerade gestarteten Berlinale, dem größten deutschen Filmfestival, läuft nach meinem zugegeben flüchtigen Programmüberblick nur eher belangloses Zeug… es ist also nix oder wenig  dort mit “In Cino Veritas”, von daher muß man wo anders kucken. Etwa bei Kevin Booth und seiner Dokumentation “American Drug War – The Last White Hope”, die in zwei Stunden filmisch dokumentiert, illustriert und präsentiert, was ich in meinen Buch “Die Drogenlüge” auf 220 Seiten versucht habe darzustellen: dass der Krieg gegen Drogen keine ehrliche Gesundheitspolitik ist, sondern eine verlogene Geschäftspolitik, mit der Geheimdienste und Staaten illegale Bürgerkriege, Warlords und Terroristen sowie einen gigantischen Repressionsapparat finanzieren – und  dieser verlogene Krieg mehr Schaden und Opfer produziert als die Drogen selbst.

“Three and a half years in the making, the film follows gang members, former DEA agents, CIA officers, narcotics officers, judges, politicians, prisoners and celebrities. Most notably the film befriends Freeway Ricky Ross; the man many accuse for starting the Crack epidemic, who after being arrested discovered that his cocaine source had been working for the CIA.
AMERICAN DRUG WAR shows how money, power and greed have corrupted not just drug pushers and dope fiends, but an entire government. More importantly, it shows what can be done about it. This is not some ‘pro-drug’ stoner film, but a collection of expert testimonials from the ground troops on the front lines of the drug war, the ones who are fighting it and the ones who are living it.”

 

15
Jan

Vielleicht sollten wir öfter vielleicht sagen.

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“Ohne Opium, kein Empire” lautete die bündige Schlußfolgerung  einer Finanzanalyse des britischen Weltreichs im 18. und 19. Jahrhundert von Professor Carl A. Trocki , die für die Imperialmächte des  20. und 21. Jahrhunderts nach wie vor Geltung hat. Soeben wird gemeldet, dass die Opiumernte in Afghanistan 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 61% gestiegen ist, was nicht nur den Sold  für die Warlords und “Freiheitskämpfer” sicherstellt, denen USA und NATO dieses Geschäft gestatten.

“Der Handel mit diesen Drogen”, so Prof. Trocki in “Opium, Empire and the Global Political Economy” (1999), “führt üblicherweise zu einer Form von Monopol, das nicht nur den Drogenverkehr zentralisiert, sondern auch die Strukturen der damit verbundenen sozialen und ökonomischen Bereiche verändert. Die zwei wichtigsten Wirkungen sind die Schaffung eines Massenmarktes und der Zufluß enormer, wirklich beispielloser Geldmengen. Die Existenz eines solchen Monopols führt zur Anhäufung riesiger Reichtümer. Eine solche Anhäufung von Reichtümern durch den fortgesetzten historischen Drogenhandel zählte zu den ersten Grundpfeilern des globalen Kapitalismus….”

…und stellt bis heute einen solchen Grundfeiler dar. Zwar gibt es keine “British East India Company” mehr, die diesen Handel offiziell betreibt,  das Monopol liegt jetzt bei den Geheimdiensten und Militärs, denn nur sie haben die Strukturen um den massenhaften Export zu organisieren. Und nur hier,  an der Schnittstelle Export/Import, werden die “beispiellosen Geldmengen” geschöpft. Und eben deshalb hört der “war on drugs” nicht auf, weil nur das Verbot diese normen Profitmargen erzeugt. In meinem Buch “Die Drogenlüge”  wird u.a. gezeigt, wie so aus Agrarprodukten im Wert von 500 $ an der Börse 2 Millionen $ werden – und die Forderung aufgestellt, Heroin und Kokain  wieder zurück in die Apotheken zu bringen, denn nur so läßt sich der Wahnsinn beenden. Vielleicht.

“Vielleicht” deshalb, weil wir die Robert Anton Wilson Woche feiern, und die vielleicht wichtigste Weisheit des Meisters lautet:

“Maybe if we all said ‘maybe’ more often, the world might be a nicer place.” 

…und weil diese Anweisung auch  für eigentlich völlig klare, rationale Analysen und Forderungen gilt,  selbst für die Logik an sich. “Maybe Logic” heißt deshalb auch die DVD-Dokumentation, die Leben und Werk des Guerilla-Ontologen RAW beispielhaft präsentiert.

16
Nov

To Big To Fail ? Occupy Prohibition!

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Der “Guardian” hat am Sonntag mal wieder ein kämpferisches Editorial über das Scheitern des Drogenkriegs veröffentlicht -The war on drugs and the shameful silence of our politicians  – doch es wird, wie so viele redliche und faktengesättigte Analysen und Kommentare in den letzten Jahrzehnten, einmal mehr nichts nützen. Jeder weiß, dass der “war on drugs” aussichtslos ist, dass er mehr Schaden anrichtet als verhindert und die Opfer produziert, die er zu retten vorgibt . Mehr als 2,5 Billionen Dollar haben allein die USA in den letzten 40 Jahre ausgegeben, um diesen Krieg zu führen, mit dem Erfolg, dass heute mehr Drogen  als je zuvor konsumiert werden – und dennoch die  Budgets dieser bizarren “Drogenbekämpfung” jährlich weiter steigen. Warum ? Wie die Großbanken ist auch der Drogenhandel to big to fail, das Drogengeschäft ist “systemrelevant” – USA und NATO zahlen ihre Partner im Afghanistan-Krieg jetzt seit zehn Jahren  mit Heroin. In meinem  Buch “Die Drogenlüge – Warum Drogenverbote den Terrorimsus fördern und Ihrer Gesundheit schaden” wird diese Systemrelevanz u.a. mit einem Zitat des ehemalige CIA-Chefs William Casey verdeutlicht, der 1986 vor dem Untersuchungsauschuß der Iran-Contra-Affäre darüber aussagen mußte, warum sein Dienst den Großhandel mit Kokain ermöglichte:

“Meine Aktionen mögen als kriminell angesehen werden, weil sie zahllose Amerikaner zur Drogenabhängigkeit verdammen. Das ist mir egal. Jeder Krieg produziert Opfer. Grundsätzlich ist ein Krieg um so kürzer, je gewalttäiger er ist. Meine Wahl war entweder einem andauerenden Guerilla-Aufstand des Kalten Kriegs in Lateinamerika zuzuschauen, oder die verfügbaren Mittel zu nutzen um einen gewalttätigen Krieg von kurzer Dauer für die Demokratie zu finanzieren und zu führen. Ich stehe zu meinen Entscheidungen. Das Werkzeug ist Kokain. Der Trick ist zu verstehen, dass die Drogenkonsumenten die Freiheit der Wahl haben. Sie wählten die Droge. Und ich entschied ihre Gewohnheit zu benutzen um die Demokratie zu finanzieren, an der sich alle Amerikaner erfreuen. Und um diese Amerikaner vor der kommunistischen Bedrohung zu schützen, die an unsere Hintertür in Lateinamerika klopft. Um dies zu ändern muß der Drogenkonsument seinen gesellschaftlichen Beitrag leisten.”

Dieser “Beitrag” zur Finanzierung von “Demokratie” ist auch heute noch zu groß, um darauf zu verzichten -  weshalb CIA und NATO ihren Kombattanten weiterhin die Kanäle für das Drogengeschäft offenhalten – und gleichzeitg mit dem “Krieg gegen Drogen” dafür sorgen, dass die Gewinnspannen exorbitant bleiben. Denn nur dank der Illegalität werden aus einfachen Agrarprodukten wie Mohn oder Coca im Wert von 1000 $ die “Luxusprodukte” Heroin oder Kokain mit einem Endkundenpreis von 100.000 $. Kämen sie dahin zurück, wo sie einst herkamen – die Apotheke – wären es nur einfache und billige Arzneimittel. Und die Milliarden von Schwarzgeld, die über die noch immer nicht geschlossenen Schattenbanken in das legale Börsengeschäft fließen, könnten keine Krokodilfonds für illegale Kriege, Warlords und “Terroristen” “Freiheitskämpfer” füttern. Deshalb und nur deshalb wird die irrationale, kontraproduktive und sozial,-und gesundheitspolitisch destruktive Politik der Prohibtion aufrecht erhalten. “There’s no business like drugbusiness” – und wie die Finanzoligarchie muß diese Drogenherrschaft gebrochen werden. Geschäfte, die to big to fail sind, sodass die Allgemeinheit für ihre Verluste und Schäden aufkommen muß, darf es künftig nicht mehr geben: Occupy Prohibition!

5
Jun

Die Drogenlüge

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Das Medienprojekt PSI TV hat eine Vorstellung, Lesung, Diskussion des Buchs “Die Drogenlüge” im taz-Café auf Video festeghalten:

27
Apr

Iran-Contra – still alive

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Wer mein Buch “Die Drogenlüge” gelesen hat wird nicht sonderlich überrascht sein, dass einmal mehr ein Fall von staatlich sanktioniertem Drogengroßhandel offenkundig wurde – wenn man der Aussage von Jesus Vicente Zambada Niebla folgt, der als Logistikchef des mexikanischen “Sinaloa”-Kartells vor einem US-Gericht angeklagt ist, tonnenweise Kokain in die USA gebracht zu haben. Die Anklage steht im Zusammenhang mit dem Absturz eines us-amerikansichen Jets in Yukatan, Mexiko, 2007, der knapp vier Tonnen Kokain geladen hatte. Unser investigativer Freund und Kollege Daniel Hopsicker ging den Besitzern und Vorbesitzern des mysteriösen  Gulfstream Jets mit der Zulassungsnummer N987SA umgehend nach – und landete mitten in dem CIA-Sumpf, in dem er seit zwei Jahrzehnten recherchiert: der Geschichte des Iran-Contra-Chefpiloten Barry Seal und dem Flughafen Venice Beach, Florida, auf dem die späteren 9/11-”Hijacker” ausgebildet wurden. Read more

6
Mar

American War Machine

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Ein nettes Interview mit dem Drogengeldfahnder Robert Mazur, der Ende der 80er zu den Ermittlern gehörte, die die berüchtigte BCCI-Bank auffliegen liessen, der Top-Kunden  nahezu auschließlich aus Diktatoren, Drogendealern, Waffenhändlern, Terroristen und anderen suspekten Kreisen stammten. Einer der BCCI-Direktoren war James A.Bath, Partner in George W.Bushs  Ölfirma “Arbusto Energy” und US-Vermögensverwalter der Familie Bin Laden. Eine Connection, die die lakonische Antwort des Geldwäscheexperten Mazur auf die Frage erklärt, ob seine Fahndungserfolge dazu beigetragen, das heute weniger Geld über amerikanische Banken gewaschen wird: “Leider scheinen die Regierungen kein Interesse zu haben, einzuschreiten.” Read more

1
Mar

Kein Frieden ohne ein Ende der Drogen-Prohibition

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Heute in “Neues Deutschland”: »Die Drogenlüge – Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden« heißt das neue Buch von Mathias Bröckers. Darin spricht sich der langjährige Kultur- und Wissenschaftsredakteur der taz für eine kontrollierte Freigabe aller Drogen aus. Im Interview mit dem ND-Mitarbeiter Fabian Lambeck spricht Bröckers über den Zusammenhang zwischen Drogen, Geheimdiensten, Banken und Terror.

ND: In Ihrem Buch »Die Drogenlüge« fordern Sie die Freigabe und Legalisierung sämtlicher Drogen. Kokain im Kaufhof – ist das wirklich die Lösung des Drogenproblems?
Bröckers: Kokain im Kaufhof wäre in der Tat gefährlich. Noch gefährlicher wäre es, Werbung für Drogen zu erlauben. Eine Legalisierung aller Substanzen muss mit einem Reklameverbot und einer kontrollierten Abgabe verknüpft werden. Das heißt, wenn wir über die Legalisierung von Drogen reden, dann geht es nicht darum, sie dem freien Markt zu überlassen. Wenn Werbung für Kokain gemacht wird und das weiße Pulver in jedem Supermarkt verkauft wird, kann das natürlich zu einem schweren Missbrauchsproblem führen.

Wie kann man das verhindern?
Eine Legalisierung muss einhergehen mit einem strikten Werbeverbot – auch für Alkohol und Zigaretten – sowie natürlich mit einer alterskontrollierten Abgabe dieser Substanzen. Außerdem sollten wir das gesamte Geld, welches wir durch das Ende der Prohibition einsparen, in Präventionskampagnen stecken. Read more

30
Jan

Buchvorstellung “Die Drogenlüge”

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Worum es in meinem jüngsten Buch “Die Drogenlüge” im Allgemeinen  geht erschließt sich mit einem vergrößernden Klick auf die untenstehende wunderbare Grafik von David McCandless – im Besonderen geht es darum, dass in dieser großen, weiten Welt der Drogen einige Substanzen als illegal eingestuft sind und weltweit strafrechtlich verfolgt werden. Vor ziemlich genau 100 Jahren, im Jahr 1909,  brachte eine internationale Opiumkommission das erste Globalisierungsgesetz auf den Weg, das Verbot von Drogen. Ein Jahrhundert später ist dieses Verbot nicht nur sozial- und gesundheitspolitisch gescheitert, sondern unterminiert durch seine Nebenwirkungen die Rechtsordnung und Gesellschaft in vielen Regionen der Welt: Drogengeld ist die Hauptfinanzquelle des internationalen Terrorismus und der organisierten Kriminalität. Die Kosten des Verbots übertreffen bei weitem die gesellschaftlichen Schäden des Drogenkonsums. Nur ein Ende der Prohibition und die konsequente Legalisierung aller Drogen kann diese Spirale von Schwarzgeld, Gewalt und Terror stoppen.

Am kommenden Mittwoch, 2. Februar 2011, stelle ich das Buch im taz-Café vor. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

8
Nov

Drogenbekämpfung ist gefährlicher als Drogen.

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Ich weiß nicht, ob Tom Koenigs “Die Drogenlüge” schon gelesen hat, sein lesenswerter Beitrag in der heutigen “Frankfurter Rundschau” jedenfalls kommt genau zum selben Schluß:

“Die Konsequenzen der Drogenbekämpfung sind gefährlicher als die Drogen selbst. Keine andere politische Strategie bringt Kriminellen, Terroristen und korrupten Beamten so viel Ertrag ein wie die Drogenprohibition. Kein anderes politisches Konzept erzeugt so viel Gewalt, Korruption und die Ausbreitung von HIV/Aids, Hepatitis und anderen Krankheiten.Nach Jahrzehnten erfolgloser Drogenpolitik ist radikales Umdenken nötig. Als die Alkohol-Prohibition in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr Opfer forderte, Kriminalität und Banden hervorbrachte, die den Rechtsstaat bedrohten, setzten sich einige mutige Politiker für die damals höchst umstrittene Entkriminalisierung von Produktion, Handel und Konsum von Alkohol ein. Die weltweit steigende Zahl der Opfer, die Unregierbarkeit der Narco-Staaten, die Verbindungen zum Terrorismus und die hohen Infektionsraten bei HIV/Aids sollten uns überzeugen, zu Beginn des 21. Jahrhundert mit anderen Drogen ebenso mutig zu sein.”

2
Nov

Schöner Morgen…

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…heute morgen. Und in der Sendung “Schöner Morgen” auf Radio 1 wurden mir einige Fragen zur Volksabstimmung in Kalifornien und zur Drogenlüge gestellt. Hier im Podcast kann man es nachhören (ab Minute 21).

18
Oct

“Ein Sachbuch, das Wellen schlagen wird”

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Langsam erscheinen die ersten Besprechungen zur “Drogenlüge”, der Rezensent von Drug-Infopool.de quittierte die vorgelegten Belege und Fakten staunend und “mit offenem Mund”:

“Bröckers Werk polarisiert schon mit Cover und Titel, schafft es dennoch mit stichhaltigen Belegen und interessanten historischen Fakten seinen Standpunkt zu belegen. Dieser ist auf einen Satz zu komprimieren: Die Entkriminalisierung von Drogen. Das leicht zynisch angehauchte Buch provoziert damit, rutscht aber nicht ins Subjektive ab, sondern bleibt gerade dadurch leicht lesbar und verständlich. Je weiter man sich in die Tiefen des Sachbuches vorangräbt, umso erstaunlicher und unwirklicher erscheinen die Auslegungen Bröckers. Mit nahezu offenem Mund liest man sich von Seite zu Seite.Gerade die weitverzweigte Doppelmoral der Politik in den USA (aber auch anderen Ländern und, ja, auch Deutschland) zur Verfolgung der Drogenkriminalität, lässt einen kopfschüttelnd vor den Seiten sitzen. Und das macht aus der “Drogenlüge” ein Paradebeispiel für ein Sachbuch, das noch so einige Wellen schlagen wird.”

Ein paar Wellen wären schon schön, angesichts der Ebbe, die  in Sachen Drogenpolitik zu herrschen scheint. Und sei es nur, um den Verantwortlichen klar zu machen, dass der nahezu täglich beschworene Kampf gegen den Terrorismus nur Erfolg haben kann, wenn der Kampf gegen Drogen aufgegeben wird und so die wichtigste Finanzquelle des Terrorismus ausgetrocknet wird. Oder anders herum gesagt: Solange der ‘War on Drugs’ dafür sorgt, dass mit Heroin und Kokain mehr Profit gemacht werden kann als mit jedem anderen Produkt dieser Erde – dazu hier eine Grafik aus dem Buch -  so lange bleibt jeder Kampf gegen Terrorismus aussichtslos.




16
Sep

Die Drogenlüge und der Sündenfall

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Das neue Buch “Die Drogenlüge” ist seit einigen Tagen in der Auslieferung, Telepolis hat heute einen Auszug aus dem Kapitel veröffentlicht, dem der Titel des Buchs entstammt. Es handelt von der Erfindung der Drogensucht und des Süchtigen als Kranken und Kriminellen:

“Der ersten Lüge über Drogen begegnen wir bei Adam und Eva, denen der Herr des Paradieses droht, dass sie sterben müssten, wenn sie die Früchte vom Baum der Erkenntnis äßen. Doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Der Genuss der verbotenen Frucht erweitert ihr Bewusstsein, sie werden sich ihrer selbst und ihrer Körperlichkeit bewusst. Erst mit der Übertretung des Verbots also, mit der Entlarvung der Drogenlüge, werden die Menschen überhaupt zu Menschen. Die jüdisch-christliche Mythologie hat dieses Ereignis seit jeher als “Sündenfall” interpretiert und aus dieser “Erbsünde” zwei große Tabus abgeleitet: das Tabu des Körpers und der Sexualität sowie das Tabu des Bewusstseins und seiner Erweiterung durch “Pflanzen der Götter”. Read more

7
Sep

Die Drogenlüge

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Im Jahr 1909 wurde das erste Globalisierungsgesetz auf den Weg gebracht: die Prohibtion von Drogen.Ein Jahrhundert später ist dieses Verbot nicht nur sozial- und gesundheitspolitisch gescheitert, sondern unterminiert durch seine Nebenwirkungen die Rechtsordnung und Gesellschaft in vielen Regionen der Welt. Das ist das Thema meines nächsten Buchs, das am 15. September erscheint :  “Die Drogenlüge – Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden”.
Im Folgenden ein Auszug aus der Einleitung:

Am Anfang war das Drogendelikt. Eva und Adam nahmen von der verbotenen Pflanze und wurden mit der Vertreibung aus dem Paradies bestraft. Theologen mögen einwenden, dass dies eine allzu profane Deutung des Sündenfalls sei, doch wenn wir die Geschichte aus dem Buch Genesis beim Wort nehmen, kann kein Zweifel daran be stehen, dass es sich bei der verbotenen Frucht um eine psychoaktive, bewusstseinsverändernde Pflanze – eine Droge – handelt. Und ebenso klar ist, dass Eva und Adam über ihre Eigenschaften im Dunkeln gelassen wurden: Die Autorität im Garten Eden hatte die Pflanze verboten, weil ihr Genuss angeblich tödlich sei. Mit dieser noblen Lüge – »nobel«, weil Gott per se nur das Beste für seine Ge- schöpfe im Sinn hat, und »Lüge«, weil es sich um Desinformation handelte – steht und fällt die ganze Dramaturgie der Geschichte. Denn was wäre geschehen, wenn Gott die Paradiesbewohner über »Risiken und Nebenwirkungen« des Präparats vom »Baum der Erkenntnis« sachgemäß aufgeklärt hätte? Eines kann man mit Sicherheit sagen: Der Menschheit wäre viel Ärger erspart geblieben. Vielleicht hätten die beiden es erst einmal Read more