18
Aug, 2013

“Mein Zorn ist echt”

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schrammDass Georg Schramm derzeit Deutschlands Kabarettist Nr. 1 hatte ich hier schon des Öfteren mal festgehalten – und  als ich eben mal kurz im  siebten Komikerhimmel bei meinem Lehrer und Großmeister Wolfgang Neuss  nachfragte,  ob er diesem Votum zustimmt, kam sofort ein unüberhörbares “Ja, na klar!”  – und nach einem Paukenschlag: “Aber auch der Dieter und sein Störsender sind Spitze, wär ich nicht dauerhaft verhindert würde ich sofort mitmachen!” Soweit die aktuellen Durchsagen des viel zu früh von uns gegangenen Ungerheuers von Loch Neuss, das heute leider nicht mehr “Live aus der Lohmeyerstraße” als Youtube-Klickmonster sein Unwesen treiben kann. Hach…das wär einfach zu schön. Aber wenigstens haben wir noch einen wie Georg Schramm, der der taz am Wochenende ein Interview gegeben hat und bekundet, was wir nicht anders erwartet haben: “Mein Zorn ist echt!”

12
Mar, 2012

Endlich Freiheit

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“Alles ist nichts, wenn nicht die Freiheit alles ist, meine Damen und Herren. Gerade als Mensch und Christ sage ich, Joachim Gauck, Ihnen: Nur die Freiheit eines Christenmenschen ist es, die ihn frei macht – und was ist es, was ihn frei macht? Es ist die Freiheit! Doch was ist Freiheit? Was ist ganz konkret Freiheit, wenn von Freiheit hier und jetzt die Rede, meine Rede, ja: unser aller Rede ist? Ganz einfach, meine Damen und Herren: Die Freiheit ist keine x-beliebige Freiheit, sondern eine konkrete Freiheit, die konkret ist, weil sie Freiheit meint.”

Ob sich der Bundespräsident in spe  noch an das Manuskript seiner Rede hält, die schon vorab geleakt und der taz zugespielt wurde, ist zwar zu bezweifeln, sehr viel anders wird’s aber wohl nicht werden, wenn die begnadete Lallbacke vor der Bundesversammlung zur Inauguration antritt – und auf jeden Fall ein Feuerwerk der guten Laune. Zugegebenermaßen hatten wir uns für dieses Großevent in Sachen Feuerwerk ja eher Georg Schramm gewünscht, doch auch mit Gauck tritt, wie Konrad Hartmann-Meister in seiner feinsinnigen und unbedingt lesenswerten Analyse aufzeigt, recht eigentlich ein weiterer Komiker an:

“Der politische Kabarettist Joachim Gauck bewirbt sich derzeit für das höchste Staatsamt. Nachdem der talentierte Satiriker, der für sein Programm “Freiheit” euphorische Kritiken bekam, bereits Stasi-Chef Erich Mielke beerbte hatte, will er nun auch Erich Honecker nachfolgen, dessen Foto einst die ostdeutschen Amtsstuben zierte. Die neue Figur des vielseitigen Künstlers als “oberster Dienstherr” beweist einen feinsinnigen Humor, hatte doch Gauck früher ausgerechnet die Obrigkeit prinzipiell abgelehnt. In den zwei Jahrzehnten der deutschen Einheit glänzte der wandlungsfähige Gauck in kontrastreichen Rollen, die nun in einem Feuerwerk der guten Laune Revue passieren möchten.”

21
Feb, 2012

Präsident aus der Anstalt

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Ist Georg Schramm schon Bundespräsident ? Nein! Da muß ich ja doch mal langsam die erste … äh…Entäuschung… über meinen neuen Hoffnunsträger im Politzirkus, die Piraten, kund tun, bzw. über die Zähflüssigkeit der liquid democracy. Da wünscht man sich ja doch ein bißchen mehr Diktatur der guten Idee und Spontan-Stalinismus der Spaßguerilla. Und Schramm  als Präsident ist eine Top-Idee, selbst wenn sich der Meister noch bedeckt hält, was sicher auch damit zu tun hat, dass die verschnarchten Piraten nicht richtig in die Pötte kommen. Wie auch immer – nachdem ich mich hier schon als Fan geoutet hatte, habe ich für die morgige Ausgabe der taz die Argumente noch mal zusammengefasst:

“Wenn ich draußen bin, kandidiere ich für das Amt des Bundespräsidenten”, hatte Georg Schramm eine Woche nach dem Rücktritt Horst Köhlers im Juni 2010 gesagt. Da war er noch drin, im ZDF-Kabarett “Neues aus der Anstalt” mit Urban Priol, doch mittlerweile ist er dort ebenso raus wie der nächste Bundespräsident aus dem Schloss Bellevue – und mit der komischen Ansage aus dem vorletzten Sommer wird’s ernst. In der Piratenpartei wird seine Nominierung diskutiert, in der Linkspartei äußerte Oskar Lafontaine Sympathien für den Künstler – und Georg Schramm überlegt noch, ob er mit dem einst spaßig gemeinten Ansinnen wirklich Ernst machen soll.Zu wünschen wäre das schon deshalb, weil dem Rostocker Ex-Pastor Gauck ein so Honecker-artiges Wahlergebnis blüht, dass einem angesichts dieses demokratischen Einheitsparteienrituals schon ein ziemliches Gruseln überfallen muss. Da wäre eine Kandidatenrede mit 10 Minuten Klartext von Georg Schramm das Mindeste, um dem von Machtkalkül und Parteitaktik geprägten Pseudowettbewerb zumindest den Anschein einer repräsentativen, demokratischen Veranstaltung zu geben.

Darüber hinaus freilich wäre der 1949 geborene Diplom-Psychologe und Offizier der Reserve ein absolut konkurrenzfähiger Gegenkandidat: ein Mann des Volkes, der sich als Einzelkämpfer bei der Bundeswehr ebenso bewährt hat wie als Repräsentant auf großer Bühne. Derzeit tourt er mit seinem Programm “Meister Yodas Ende”. Dass Meister Schramm gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr ist, dass er vehement soziale Gerechtigkeit einklagt und der Sprechblasen-Kultur der Politik aufs Maul schaut wie kaum ein anderer, disqualifiziert ihn nur, weil die Wahl des Bundespräsidenten im Gestrüpp der Parteiapparate festgeklopft wird. In freier und direkter Wahl wäre ein kluger und uneitler Kopf wie Schramm durchaus mehrheitsfähig – und in der Lage, die fast vergessenen Traditionen der Aufklärung und Humanität, den guten deutschen Geist also, endlich wieder zu repräsentieren. Nach einem leicht beleidigten Sparkassendirektor und einem Apparatschik vom Stamme Nimm kann die verlorene Würde des Amts vielleicht nur noch von einem psychotherapeutischen Kabarettisten zurückgewonnen werden. Endlich keine Witze mehr über den.Bundespräsidenten. Wir lachen direkt über ihn.”

Update: Georg Schramm hat leider abgesagt, seine Erklärung dazu  ist prima!

17
Feb, 2012

Georg Schramm for President!

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Jetzt ist es soweit, Wulff ist zurückgetreten – und wir wiederholen unser Plädoyer für die Nachfolge vom 9. Januar:

“Das Schöne an dieser ganzen Farce, die Wulff das Amt kosten könnte, ist, dass es seit dem Wochenende einen äußerst passablen Nachfolgekandidaten gibt. Kein Oberpaffe wie der grauenhafte Gauck, keine Supermutter der Nation wie Zensursula von der Leyen und auch kein halbwegs skandalfreier Hinterbänkler aus irgendwelchen Parteisümpfen, sondern ein Mann des Volkes, einer, der sich als Einzelkämpfer bei der Bundeswehr ebenso bewährt hat wie als Repräsentant auf großer Bühne und als Vertreter  der fast in Vergessenheit geratenenen  Traditionen der Aufklärung und Humanität wie geschaffen ist, diesen guten deutschen Geist endlich wieder zu repräsentieren – und sei es nur bei seiner Kandidatenrede vor der Bundesversammlung. Die “Piraten” wollen ihn nominieren, ob er annimmt steht dahin – doch die Herzen und Hirne der Republik werden ihm zufliegen: Georg Schramm For President!

UPDATE: In der Umfrage von Telepolis liegt Schramm bei 55 %; bei Fefe entdeckt: ein sehr gutes Interview mit Georg Schramm. (Besonders schön seine kurze Antwort auf die Frage nach 9/11.) Hätten wir eine Direktwahl des Bundespräsidenten wäre der Mann absoluter Favorit,  im vom Parteienproporz korrumpierten  System reicht es dann nur für eine Kandidatenrede. Hoffentlich.

9
Jan, 2012

Der mit dem Wulff tanzt

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Wie “Bild” und die Pressemeute den Bundespräsidenten am Nasenring durch die Manege ziehen, wie Diekmann mit dem Wulff tanzt und dieser sich vollkommen blöde selbst immer weiter in den Schlammassel reitet – mit dieser Gossenkomödie ist die Krise der Repräsentation auf einem Tiefpunkt angelangt. Auch wenn die Glaubwürdigkeit der Politik und der Medien seit Jahren nur einen Trend kennt – nach unten – derart unter Niveau ging es selten zu: das Blut,-und Sperma-Blatt “Bild” als Hort des sauberen Journalismus und Hüter der Verfassung, der oberste Repräsentant des Staats als Depp der Nation und das Ganze seit Wochen in den Top-Nachrichten. Ich wollte diesen Zirkus eigentlich ignorieren, denn es ist bei den heftigen weltweiten Währungskrisen und Skandalen ja nun wahrlich ein Nebenkriegsschauplatz. Aber die Medien haben Blut geleckt und legen nach. Jetzt wird gemeldet, dass sich Wulff auch beim Verlagschef Döpfner telefonisch beschwert haben soll. Ja so was aber auch – als ob nicht jeder, der nur  mal ein Praktikum bei einer Lokalzeitung  gemacht hat, wüßte, dass Bürgermeister, Unternehmer und Honorationen sich über Artikel beschweren, sie verhindern wollen, Korrekturen fordern und mit Konsequenzen drohen. Dem Chefredakteur, dem Verleger und den Reportern selbst.  Derlei Konflikte sind normaler, selbstverständlicher Alltag im Journalistengeschäft  – von der kleinen Provinzzeitung bis zum großen Boulevard-Blatt, vom Vorsitzenden  des Karnickelzüchtervereins bis zum Bundespräsidenten. Und ebenso normal ist es auch, dass sich die Querulanten und Beschwerdeführer dabei im Ton vergreifen. Das sollte einem BuPrä weniger passieren als einem lokalen Vereinschef, aber hey, wir leben doch schon länger in einer Kumpeldemokratie, wo der Christian beim Carsten Urlaub macht, sich von Gert Kohle leiht und dann dem Kai  eben auch mal - alea iacta est  – die Leviten liest. Das alles auf dem AB und damit for the record zu hinterlassen ist dumm und sollte einem BuPrä nicht passieren, aber wegen Dummheit ist bekanntlich noch nie ein Politiker zurückgetreten.  Dass er wegen dieses Fauxpas nun aus dem Amt gemobbt wird, weil er mal drei Sätze gegen das Finanzcasino und für die Integration des Islam losgelassen hat, können nur Diplom-Paranoiker vermuten – wenn sie die Frage ausblenden wie er zuvor  überhaupt ins Schloß Bellevue gekommen ist.

Wer von diesem Fall nun die  “Pressefreiheit” bedroht sieht,  hat das Geschäftsmodell der Presse nicht verstanden, die den Platz zwischen den Anzeigen verkaufen und dafür möglichst jeden Tag eine neue und möglichst fette Sau durchs Dorf treiben muß – was mit Sex, Crime und Sensationen weit leichter machbar ist als mit umfassender, wahrheitsgemäßer, aufklärender Berichterstattung.  Etwa über die allfällige Korruption in Politik und Medien.  So aber wird jetzt einen Korruptions-Mücke zum Elefanten im Porzellanladen der Ehrbarkeit und Amtswürde. Die bei der durchgeknallten ZDF-Redakteurin Schausten schon so weit gehen, dass sie für das Übernachten bei Freunden 150 EURO für angemessen hält – aber den Presserabatt beim Handytarif, Autokauf, Flug etc. etc.  nehmen wir natürlich weiter gerne mit.

Das Schöne an dieser ganzen Farce, die Wulff das Amt kosten könnte, ist, dass es seit dem Wochenende einen äußerst passablen Nachfolgekandidaten gibt. Kein Oberpaffe wie der grauenhafte Gauck, keine Supermutter der Nation wie Zensursula von der Leyen und auch kein halbwegs skandalfreier Hinterbänkler aus irgendwelchen Parteisümpfen, sondern ein Mann des Volkes, einer, der sich als Einzelkämpfer bei der Bundeswehr ebenso bewährt hat wie als Repräsentant auf großer Bühne und als Vertreter  der fast in Vergessenheit geratenenen  Traditionen der Aufklärung und Humanität wie geschaffen ist, diesen guten deutschen Geist endlich wieder zu repräsentieren – und sei es nur bei seiner Kandidatenrede vor der Bundesversammlung. Die “Piraten” wollen ihn nominieren, ob er annimmt steht dahin – doch die Herzen und Hirne der Republik werden ihm zufliegen: Georg Schramm For President!

3
Oct, 2011

Meister Yodas Ende

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Der Meister des aktuellen Kabaretts in voller Länge. Klar, wahr und böse: Georg Schramm.

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