25
Sep, 2016

Popcorn Politics

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Abstrus copyDas Comeback der Woche fällt ohne Frage einem meiner Favoriten im politischen Schmierentheater zu: der Lügenbaron zu Guttenberg, Freiherr von Copy zu Paste und Doctor Sub Omni Canone ist wieder da. Seit Oktober 2015 schon in Seehofers “Kompetenzteam” hält er  jetzt auch  wieder Vorträge in Deutschland.  Ohne Gel im Haar und mit “amerikanischer Lässigkeit” zieht er “das Publikum in seinen Bann”,  freut  sich die FAZ.  Ganz der alte Blender bekennt sich der Ex-Minister “abgrundtief schuldig” für seine Verfehlungen, zeigt sich “schuldbewusst, geläutert, gar gereift” und spielt auf dieser “Klaviatur…ungewohnt virtuos”.  Wir merken: Gutti kann jetzt auch Demut. Wenn er freilich hinterherschiebt: “Ich habe lange gebraucht um meine Eitelkeit zu überwinden,” ist es damit auch schon wieder vorbei. Denn wer wirklich bescheiden ist  kann ein derart eitles Selbstlob gar nicht vom Stapel lassen. Wie schon bei seiner Selbstverteidigungs-Rede 2011, mit der er als “oberfränkische Wettertanne” noch weiter am Amt kleben wollte, bleibt sein  “mea culpa” hohl – “wie das Grinsen ohne Katze leer in der Luft.” Er hat auch in letzten  5 Jahren offenbar nichts wirklich dazu gelernt, ist aber beim bajuwarischen Publikum als charismatischer Hochstapler immer noch der Doppelmoralapostel der Herzen.  Und insofern natürlich auch wieder minsitrabel, oder gar  präsidiabel…

20160924_circusUnterdessen kommt es im Präsidenten-Casting des Imperiums  am Montag zum ersten Showkampf im Käfig: Clinton vs. Trump im TV-Duell. Während sich Altpräsident Bush und reihenweise Prominente aus dem Neocon-Lager auf die Seite der “Queen of War” geschlagen haben, hat Trump in  den wahlentscheidenden “Swingstates” die vor Wochen in den Umfragen noch weit vor ihm liegende Konkurrentin überholt. Es wird eng für Hillary, zumal es ihr nicht gelingt, die wichtige Gruppe der  18-34-jährigen Demokraten-Anhänger hinter sich zu bringen, die Bernie Sanders bejubelten aber Clinton die Stimme  verweigern und lieber für die chancenlosen Kandidaten der Grünen und Libertären stimmen. Mit Bernie als Kandidat hätten die Dems einen Erdrutschsieg in Aussicht – und die USA einen Präsidenten, dem ein “New Deal” a la Roosevelt zuzutrauen wäre.  Jetzt droht ihnen, dass sie mit der unbeliebsteste Kandidatin aller Zeiten so schlecht aufgestellt sind, dass sie gegenüber einem durchgeknallten rassistischen Selbstdarsteller nicht mal als das kleinere Übel akzeptiert wird. Nachdem ein milliardenschwerer Clinton-Unterstützer angekündigt hat, bei dem Duell in der ersten Reihe zu sitzen, hat Trump sehr wirksam gekontert und mit dem Erscheinen einer Ex-Geliebten Bill Clintons gedroht, die per Twitter auch schon zusagte. Großes Kino, must see Schmierentheater, Popcorn bereithalten!

9
Jun, 2016

Bernie or Bust ?

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Für ein endgültiges “Bye Bye Bernie” ist es zwar noch zu früh, Senator Sanders wird auf dem Parteitag der Demokraten noch einmal eine Rede halten, und versuchen, die Partei  von seinem Kurs zu überzeugen, doch die Kandidatur wird er Hillary Clinton nach ihrem Sieg in Kalifornien nicht mehr nehmen können. Als einst ein Bekannter dem alten Joe Kennedy zur Wahl seines Sohns beglückwünschte, antwortete JFK’s Vater:  “Mit dem Geld hätte auch mein Chauffeur die Wahl gewonnen.” –  was mit Sicherheit auch für die von Corporate America gestopfte Clinton bzw. ihre Friseurin gilt. Auch Bernie Sanders konnte sich über Millionen Dollar Wahlkampfspenden freuen, doch die kamen nicht von Goldman Sachs und der Rüstungs,-und Ölindustrie, sondern tatsächlich von seinen Wählern. So wie ja auch Donald Trump von seinen eigenen Millionen im Wahlkampf angeblich gar nichts einsetzen mußte, weil auch seine Show weitgehend von seinen Anhängern finanziert wurde  – und die Medien dem Springteufel reichlich Sendezeit spendierten. Sanders vs. Trump wäre also ohne Frage das Präsidenten-Duell der Herzen gewesen – und laut den Umfragen würde Bernie es deutlicher gewinnen als Hillary – doch jetzt wird es Clinton vs. Trump, was längst nicht so sicher ist. Weshalb sich nun auch Obama eingeschaltet und Sanders beschwört, jetzt Hillary zu unterstützen und seine Anhänger dazu aufzufordern, das ebenfalls zu tun. Ohne diesen Support, das ahnen die Parteioberen der Demokraten, hat Clinton keine Chance auf das Weisse Haus – und als Vizepräsident unter Hillary ist Bernie schwer vorstellbar, denn sie steht für das 1% Plutokraten, deren absolute Herrschaft Sanders beenden will. Weshalb seine Hardcore-Unterstützer der Partei auch die Parole “Bernie or Bust!” ins Stammbuch geschrieben haben und die Demokraten eher  verlieren lassen als sich hinter Clinton zu scharen. Ich gebe zu, dass auch ich die Dame auch niemals wählen könnte, auch nicht um die “Inkompetenz” und “Unberechenbarkeit” eines Trump zu verhindern. Denn Clintons Kompetenz und Berechenbarkeit sind nicht weniger furchterregend.

27
May, 2016

The Bern vs. The Donald

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Bernie Sanders und Donald Trump werden noch vor dem Wahlgang in Kalifornien am 7. Juni debattieren – nachdem Hillary Clinton ihrem Mitbewerber um die Kandidatur eine öffentliche Debatte im bevölkerungsreichsten Bundesstaat ausgeschlagen hatte. Im Fußball nennt man das “mauern” – Clinton hofft ihren Vorsprung über die Zeit zu retten und will Sanders, der deutlich gewinnen müßte um mit ihr noch gleich zu ziehen, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Beim Publikum hat Bernie die weitaus größere Fan-Basis,  Anfang der Woche  füllte er in Irvine ein Stadion mit 20.000, in dem sich bei einer Clinton-Rede höchstens ein paar Hundert  verlaufen würden. Obwohl die bestbezahlte Rednerin der USA  – seit 2001 hat sie zusammen mit ihrem Gatten 153 Millionen Dollar Vortragshonorare kassiert – wird Clinton für ihre Auftritte vorallem von Wallstreet-Bankstern und der Rüstungsindustrie, nicht aber von Wahlvolk geliebt.

Und auch nicht vom FBI, das jetzt eine Ermittlung in Clintons Email-Skandal führen will. Dass die Außenministerin des Landes Staatsgeschäfte jahrelang über ihr unverschlüsseltes privates Mailkonto abwickelt, darüber auch “Top Secret”-Informationen versendet und als das auffliegt und sie zur Herausgabe der “amtlichen” Emails gezwungen wird, die Hälfte davon löscht, weil es sich angeblich um Privates handelt, ist nicht nur einmalig in der Geschichte – einfache Staatsbedienstete (wie etwa Chelsea Manning) landen für solche Vergehen auch langjährig im Zuchthaus. So sieht sogar Clintons Hausblatt “Washington Post” nach dem Untersuchungsbericht des Generalinspekteurs jetzt große Probleme auf Hillary zurollen. Eine Präsidentschafts-Kandidatin, gegen die eine akute FBI-Ermittlung läuft, gabs schließlich noch nie.

Paul Thompson, der nach 9/11 eine unverzichtbare Timeline  ins Leben rief, hat jetzt auch eine  Timeline des “Clinton Email Scandals” aufgestellt – der unter anderem zu entnehmen ist, wie alles anfing: Präsident Obama hatte von der NSA ein abhörsicheres Blackberry bekommen, Außenministerin Hillary wollte auch eins, bekam es aber nicht und spielte dann Prima Donna: “Dann benutze ich eben mein eigenes.” Sämtliche Einsprüche von Sicherheitsbeamten bügelte sie ab und so kam der Stein ins Rollen. Sollte er sie jetzt einholen und die fast sichere Kandidatur verhageln wäre es einmal mehr ein kleiner Treppenwitz der Weltgeschichte: Zicke scheitert an Zickenhaftigkeit.

Unterdessen hat  Springteufel Trump Großes angekündigt: er will  nach seiner Wahl die Partei in eine “worker’s party” verwandeln.   Steht The Donald  also außer für  Xenophobie und Sexismus künftig auch für eine Art  National Republikanische Arbeiterpartei ? Er kündigt jedenfalls an, die “Social Security” zu retten und liegt damit durchaus auf der Linie von Sanders – aber auch nur damit. The Bern vs. The Donald wird also die eigentlich spannende Debatte, während Clinton nur für ein “Weiter so” mit Kriegen und Finanzkrisen steht, die keiner mehr will – außer den Plutokraten, die sie am Ende doch noch ins Amt hieven – stehen die beiden “Volkstribune” für eine Richtungsentscheidung. Mit dem sozialdemokratischen Aktivisten Sanders zu einem “New Deal” a la Roosevelt oder mit dem nationalistischen “Arbeiterführer” Trump zu einem mussolini-artigen Korporatismus.

UPDATE 28.5.: Trump hat die Debatte abgesagt. Er würde gern mit Sanders diskutieren, aber nur, so sagte er am Donnerstag, wenn der übertragende TV-Sender 10-15  Millionen an die Wohlfahrt spendet. Am Freitag zog er auch diese Bedingung zurück, wenn überhaupt wolle er mit der “betrügerischen Clinton” (crooked Hillary) debattieren. Auch Trump hat guten Grund gegen Bernie zu mauern – bei den bundesweiten Umfragen liegt er deutlich hinter Sanders.

22
May, 2016

Der “Panzerbär” ist wieder da

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Das Vorwahl-Spektakel in den USA bleibt spannend: Donald Trump führt bei den Republikanern haushoch, Hillary Clinton hat in Oregon, West Virginia und Indiana verloren, liegt aber wegen des dubiosen “Superdelegierten”– Systems immer noch deutlich vor Bernie Sanders. Der müßte alle ausstehenden  Abstimmungen mit 90% Abstand gewinnen, um  mehr Stimmen zu bekommen als Clinton, was unwahrscheinlich ist. Doch auch wenn Bernie das nicht schafft, könnte der demokratische Konvent ihn am Ende zum Kandidaten machen – weil nur er  in der Lage ist, gegen Trump zu gewinnen. Denn Clinton liegt schon aktuell in den verschiedenen Umfragen hinter Trump, ein Rückstand,  an dem sich wenig ändern wird, wenn sie weiterhin einen Wahlkreis nach dem anderen gegen Sanders verliert – oder wie zuletzt in Nevada nur mit Tricks so hauchdünn gewinnt, dass es stark nach Schiebung riecht. Dass Bernie nicht aufgibt, hat einen guten Grund: er ist in nahezu allen demographischen Schichten beliebter als Hillary und würde Trump klar schlagen. Die von den Clintons auf “War” und “Wallstreet” getrimmte demokratische Partei könnte das freilich ebenso zerreißen wie bei den Republikanern die Nominierung von Trump. In diesem Fall haben die ersten Hardcore-Neocons schon angekündigt bei der Wahl für Clinton zu stimmen. Zwei Außenseiter von rechts und links mischen also das Parteienestablishment mächtig auf, und ginge es bei diesem Spekatkel um echte Demokratie wären Sanders und Trump eindeutig die Kandidaten. Geht es aber nicht, weshalb wir uns traurig abwenden, um in den Untiefen der deutschen Lückenpresse zu entdecken:

Der “Panzerbär” ist wieder da. Das in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs in sieben Ausgaben erschienene “Kampfblatt für die Verteidigung Gross-Berlins” wurde zwar nicht neu aufgelegt, doch jetzt hat es die FAZ übernommen, Gastbeiträge im Geiste dieser Frontzeitung unredigiert zu drucken. “Wann raffen wir uns endlich auf ?” fragt ein Landser der ganz alten Schule, Wolf Poulet, und führen statt “perpetuierter Gutmenschlichkeit” und „2.0-Abbitte für Adolf Hitler“ endlich wieder ordentliche Angriffskriege ? Wer in unserer “friedensverstiegenen Generation” sorgt dafür, dass die Bundeswehr endlich ihre  “ca. 4500” Panzer wieder kriegt, die sie im Kalten Krieg vor 1989 befehligte: “Heute sind es noch zwischen 225 und 300”. Klar, dass Gross-Berlin damit nicht zu halten sein wird, gegen die aggressive Übermacht der  Roten Armee von Stalin aka Putin.  Und gegen die Islamisten überall, und die ganzen Flüchtlinge. Halb Afrika sitzt schon auf gepackten Koffern! Und das nur, weil Westerwelle und Merkel “durchdrungen von ihrer Friedensneigung” den Libyen-Einsatz verweigerten, und an der “Seite von Russen und Chinesen für Enthaltung stimmten.” Was soll man von einer Pfarrerstochter und einem Homo auch erwarten, außer dass sie mit dem Iwan und den Schlitzaugen paktieren und  die Alliierten “desavouieren” – bei ihrem großartigen Libyen-Einsatz, dank dem jetzt der IS und Al Qaida in Tripolis regieren. Mit 4500 Bundeswehr-Panzern (Rommel 2.0!) wär’ das natürlich nicht passiert.  Zudem würde der “Abbau der unspezifischen Friedensverstiegenheit” zu Hause zum Aufbau  der  “nationalen Verteidigungsfähigkeit” beitragen und verhindern, dass  “Parteien mit verquaster chauvinistischer Heilslehre” an die Regierung kommen. Wer also Pegida & AfD verhindern will, muss die Abbitte für Adi einfach mal stecken lassen und wieder ein paar ordentliche “Kampfeinsätze” hinlegen.  Mit Hitlary als voraussichtlicher Präsidentin wird es auf jeden Fall reichlich Gelegenheit geben…

3
Apr, 2016

Der Berg ruft…

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…mal wieder, und auf diesem Blog ist jetzt für eine Woche Pause. Zuvor aber noch kurz die letzten Bernie-News: Hillary , meldet Associated Press,  ist ziemlich  frustriert,  weil Sanders es zunehmend gelingt, junge Wähler zu begeistern. Da hilft auch nichts mehr, dass der publizistische Arm der Clinton-Maschine, die New York Times,  Bernies Auftritt in der Bronx vor 18.500 Leuten mit zwei Fotos illustriert, die nur ein paar Dutzend Anhänger zeigen. Galt New York  in Umfragen vor einigen Wochen noch noch als absolut sichere Bank für die zweimalige Senatorin  des Distrikts, rückt der Brooklyn-Boy Bernie ihr in den letzten Tagen immer dichter auf die Pelle. Meine Hoffnung, dass er New York gewinnt, hat mir aber der Freund und Kollege Daniel Hopiscker in einer mail etwas geraubt: “Prediction: Bernie wins Wisconsin. Then Hillary wins New York, cause voting machines there have been rigged since Godzilla roamed the earth. Them’s the facts about democracy in America.”

Daniel hat seinerzeit eine Doku über die Wahlmaschinen gemacht, die George W. ins Weisse Haus brachten, kennt sich also aus mit diesem Beschissmus… (Schon mein Held JFK hätte es ja damals nicht geschafft, wenn Papa Joe nicht in Nevada die letzten nötigen Stimmen gekauft hätte.) Da steht Bernie als wirklich Unabhängiger ( er ist ja erst im November in die Partei eingetreten) ziemlich im Regen, selbst wenn er eine Mehrheit der Wähler hinter sich hat.
Dass er für den deep state attraktiver ist als Trump, wie der Autor dieses sehr lesenswerten Artikels andeutet… da bin ich mir nicht so sicher. The Donald mag isolationistische Töne spucken und deshalb eine Gefahr für den militärisch-indsutriellen Komplex sein, aber er ist auch eine loose cannon – wohingegen Sanders zwar keine echte Friedenstaube, sondern eher ein Spatz  ist, aber auf keinen Fall ein Falke wie Killary… Hätte sie und nicht Obama die Primaries seinerzeit gewonnen, läge Damskus heute in Schutt und Asche – Obama stoppte nach dem False Flag Giftgas in Syrien die schon bereistehenden Bomberstaffeln. Und soviel Vernunft traue ich Bernie allemal zu… außenpolitisch würde es also nicht wirklich schlechter mit ihm. Und wenn er zu Haus ein paar sozialdemokratische Reförmchen hinkriegt, das wär doch schon was. Wenn die 0,01 % soviel zulassen – und ihn am Leben….

 

31
Mar, 2016

Bernie vs. Hillary

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Mein letztes Stück über Bernie jetzt auch bei “RT”.

27
Mar, 2016

Birdie Sanders fliegt…

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Seit dem Osterwochenende pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Bernie, Bernie, Bernie! Der Senator gewann die Vorwahlen in Alaska, Hawaii und Washington haushoch und während einer Rede in Portland/Oregon flog ein Spatz auf die Bühne, das Publikum lachte, Sanders unterbrach und der Vogel setzte sich für einen Moment direkt vor sein Mikrofon (Video hier). “Ich weiß, dass das keine Taube ist, aber dieser kleine Vogel steht für den Weltfrieden. No more wars!” Und nicht nur der Saal jubelte, sondern auch die sozialen Medien, in den sich die symbolische Szene in Windeseile verbreitete – und Sanders nicht nur weitere Wählerstimmen zutreiben wird, sondern vermutlich auch dafür sorgt – wie ein Kommentar vermerkte – dass Hillary für ihre nächste Rede wohl schon Tauben gemietet hat…  Als Sven mich vor einigen Wochen, nach den ersten Erfolgen Bernies, auf unserem Blog zum Buch fragte, ob sich Sanders  nicht auf dünnem Eis bewegt, weil ihn ein irrer Einzeltäter aus dem Rennen nehmen könnte, sah ich für einen neuen Lee Harvey Oswald keinen Bedarf, weil über den Kandidaten nicht von den Wählern, sondern letztlich von den Funktionären der Partei entschieden werden, die als “Superdelegierte”  das Wählervotum überstimmen können.  Was sie freilich noch nie getan haben in der Geschichte. Es bleibt also spannend und nachdem einer der zuverlässigsten US-Demoskopen nach den vorliegenden Umfragen voraussagt, dass Bernie alle noch ausstehenden Vorwahlen gewinnen wird, denke ich mittlerweile auch, dass er gefährlich lebt. Zumal Sanders in den Umfragen zur Präsidentschaftswahl sehr viel deutlicher vor Trump liegt als Clinton – und er wegen massenhafter Kleinspenden mehr Wahlkampfgeld als Hillary akquiriert. Und riesige Stadien für seine Auftritte mieten kann und  – anders als Clinton – Zehntausende meist junger WählerInnen begeistern, was auch die orchestriert auf Clinton/Trump fixierten Leitmedien dazu zwingt, dem “Außenseiter” endlich faire Sendezeit einzuräumen. Was seiner Kampagne für die entscheidenden Abstimmungen in Kalifornien und New York (im April bzw. Juni) weiteren Auftrieb geben dürfte. Und auch wenn Bernie keine echte Friedenstaube, sondern nur ein Spatz ist… man kann nur wünschen, dass er weiter und noch höher fliegt. Und am Leben bleibt…

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6
Apr, 2015

Faule Eier

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Ich bin mir ja machmal unsicher ob ich die kriegslüsterne Dame als “Hitlary” oder  “Killary” Clinton beschimpfen soll. Für ersteres spricht aktuell, dass sie  als erste im Konflikt mit Russland den bei Kriegspropaganda unvermeidlichen Hitler-Vergleich platzierte, für letzteres, dass in ihrer Außenministerschaft der globale Drohnenterror auf die Tagesordnung rückte. Jetzt könnte auch noch “Dollary” Clinton hinzukommen: Während ihrer Amtszeit hat ihre Familienstiftung 10 Millionen Dollar von ukrainischen Oligarchen kassiert  wie das Wall Street Journal berichtete (hinter einer Paywall, hier Auszüge):

In 2008, Mr. Pinchuk made a five-year, $29 million commitment to the Clinton Global Initiative, a wing of the foundation that coordinates charitable projects and funding for them but doesn’t handle the money. The pledge was to fund a program to train future Ukrainian leaders and professionals “to modernize Ukraine,” according to the Clinton Foundation. Several alumni are current members of the Ukrainian Parliament.

Mit dem Ende von Clintons Amtszeit im November 2013 waren dann offenbar genug “future leaders” trainiert um mit der “Modernisierung” zu beginnen. Dass Außenminister Stiftungen betreiben und in  “regime changes”  investieren hat ohne Frage ein Geschmäckle. Zumal Frau Clinton sich ja gerade für den nächsten Präsidentschaftswahlkampf warmläuft, ebenso wie auf der anderen Seite der nächste Bush.  Was wieder einmal Gore Vidals Diktum von Amerikas “Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln” in Erinnerung bringt – und die Tatsache, dass die Clintons und die Bushs schon seit der 80ern “dicke” sind. Damals ließ Bush als Vize-Präsident von seinem Adjutanten Ollie North Kokain schmuggeln, um den Terror der “Contras” in Nicaragua zu finanzieren. Als ihr Chefpilot, Barry Seal, nach einer Landung in Mena (Arkansas), mit Säcken voller Drogen und Dollars verhaftet und eingebuchtet wurde, war er nach zwei Tagen wieder auf freiem Fuß – dank einer Verfügung des amtierenden Oberstaatsanwalts von Arkansas, Bill Clinton.

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Dazu paßt die Meldung, dass Premierminister Jatsenjuk in Kiew vor der Abwahl stehen soll – wegen Korruption. Der Sprecher  der Petroschenko-Fraktion teilte mit, dazu in der kommenden Woche eine Parlamentskommission einzusetzen. Unterdessen entwickelt sich  die “Demokratie” in der Ukraine ganz prächtig: nach einem neuen Gesetz sind russlandfreundliche Filme ab sofort verboten.   Demnächst auch Bücher vom Tolstoij, Puschkin et. al.? Wie auch immer: zuerst mal beginnen 700 amerikanische “Ausbilder” mit dem Training der ukrainischen Nationalgarde, darunter auch die braunen Kameraden des Asov-Bataillons, die sich darüber besonders freuen, denn der Startschuß fällt an Hitlers Geburtstag.

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Dass bei dem, was dem erschrockenen Publikum als “Terrorismus” verkauft wird, in der Regel Geheimdienste bis Oberkannte Unterlippe involviert sind, ist ja leider nichts Neues. Der soeben in New York “gerade so eben noch verhinderte” Anschlag von ISIS bestätigt diese Regel einmal mehr. Mit Vorratsdatenspeicherung aber kann so etwas nicht mehr passieren, hat der große Vorsitzende Sigmar Gabriel soeben verkündet: “Hätten wir das bereits zum Zeitpunkt der ersten NSU-Morde gehabt, hätten wir weitere vermutlich verhindern können.” Ja klar, fragt sich nur wer “wir” ist, wenn die, die die Daten speichern dieselben sind, die unter ihren Schlapphüten Glatzen tragen und Nazi-Terroristen fördern…

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Die sich  abzeichnende Einigung im Atomstreit mit dem Iran hat in Teheran zu Freudenfeiern geführt und im Rest der Welt zu allgemeinem Aufatmen. Nur Bibi Netanjahu tingelt durch die Talkshows und erzählt, dass damit das “Überleben Israels”, also quasi  der nächste Holocaust vorprogrammiert sei. Wie dies, wo doch der Iran in seiner langen Geschichte noch nie ein anderes Land angegriffen hat  ? Nach Bibis irrer  Zeitrechnung  freilich ist Iran seit 30 Jahren nur zwei Jahre von der Atombombe entfernt , Israel also schon gut ein Dutzend mal knapp an der Auslöschung vorbeigeschrammt weil die Iraner das verdammte Ding einfach nicht abwerfen…

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“Ohne Merkel gäbe es keine Russlandsanktionen”, sagt George Soros und fordert Deutschkand und die EU auf, für die Ukraine 50 Milliarden beretzustellen, damit sie für Investoren (wie ihn) attraktiv wird. “Ich stehe bereit. Es gibt konkrete Investitionsideen, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei Infrastrukturprojekten. Ich würde eine Milliarde Dollar hineinstecken.” Wie in den Jahrhunderten zuvor hat es der Westen vor allem auf die äußerst fruchtbare Schwarzerde abgesehen; Konzerne Monsanto sehen in der Ukraine das Einfallstor für ihr in der EU verpöntes gentechnisch verändertes Saatgut.

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Ob solches Saatgut angebaut werden darf oder nicht, sollen – wenn T-TIP kommt – nicht mehr die Bürger eines Landes entscheiden, sondern internationale Schiedsgerichte. Wie das im Detail aussehen soll  wird – aus gutem Grund – im Geheimen verhandelt, denn mit Demokratie, mit parlamentarischer und rechtsstaalicher Souveränitätet hat das Ganze nichts mehr zu tun. Unterdessen hat Wikileaks das geheime “Kapitel über Investitionen” zur Trans-Pacific-Partnership TTP veröffentlicht, das “Investoren” nicht nur Kompensationen für direkte oder indirekte Enteignungen einräumt, sondern auch “für vorgebliche Verluste von Unternehmen durch soziale Konflikte, Änderungen von Steuergesetzgebungen, Umweltschutz- oder Gesundheitsvorschriften, durch die Investoren ihre Handelsmöglichkeiten und Gewinnaussichten betroffen sehen.”

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Und wie hält man dieses ganze Elend aus ? Musik, Musik, Musik, Musik! Sie wirkt, hat die Wissenschaft jetzt entdeckt, sogar auf unsere Gene. In diesem Sinne: Frohe Rest-Ostern!

 

 

31
Dec, 2011

Heiter weiter!

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“Prognosen sind immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.”

Hier dennoch die amtlichen Vorhersagen für 2012:
–      die Welt wird NICHT untergehn. Der Maya-Kalender ist zwar eine in vielerlei Hinsicht erstaunliche Errungenschaft, aber er sagt keinen Weltuntergang voraus, er hört einfach auf.  Den Maya-Astronomen  ist daraus kein Vorwurf zu machen, sie hatten den Kalender ja nun auch wahrlich lang genug im Voraus berechnet, er hat ihre Kultur mehr als 1000 Jahre überlebt. Aber von Weltuntergang ist bei ihnen nicht die Rede, nur vom Ende eines Zyklus von 25.627 Jahren – und der steht, nach neuesten Entdeckungen von Archäologen  und Evolutionsbiologen eher für das Gegenteil von Untergang, sondern für das plötzliche Auftauchen neuer Arten. Erwarten wir also Unerwartetes…vielleicht sogar eine evolutionäre Optimierung der domestizierten Primaten die sich “homo sapiens” nennen. Nötig wär’s allemal

–       Die “Finanzkrise” wird NICHT gelöst, sondern durch neue Kredite und Fiat-Money verlängert. Die Katastrophe, den diese Verlängerung der Krise  heraufbeschwört ist weit aus bedrohlicher als kosmisches Ungemach – die Schuldenblase ist ein riesiger Meteorit der bei seinem Einschlag unabsehbare Folgen nach sich ziehen wird. Sein Geld von Privatbanken abzuziehen und zu Genossenschafts,- und Raiffeisenbanken zu tragen ist als erste Schutzmaßnahme auf jedem Fall zu empfehlen, hilft aber im Ernstfall etwa nur soviel wie die Aktentasche über dem Kopf gegen die Nuklearbombe. Deshalb wird (und muß) “Occupy” 2012 weiter gehen und wachsen…

–       9/11 wird NICHT aufgeklärt, schon gar nicht im Jahr des Schönheitswettbewerbs um die US-Präsidentschaft. Dass der hoffnungslose Versager Obama, der  auf dem “Hoffnungs”-Ticket in Weisse Haus kam,  es nochmals schafft wäre eigentlich kaum zu erwarten, ist angesichts der erbärmlichen Herausforderer aber durchaus vorstellbar. Nur der republikanische Kandidat Ron Paul wäre eine echte Alternative und liegt in verschiedenen Umfragen auch vorn, will aber die FED abschaffen und das US-Militär weltweit abziehen – was zwar 99 % der US-Bürger Gewinn bringen würde, aber nicht dem 1%, das die Präsidenten aussucht. Also keine Chance für Ron Paul.

–       Jopie Heesters wird NICHT Nachfolger von Thomas Gottschalk, die alte Schleimsocke hat sich rechtzeitig vom Acker gemacht und das frühvergreiste deutsche Unterhaltungswesen steht ohne “Wetten  dass?”- Nachfolger da.  Ein idealer  Job für Guttenberg, den es geradezu manisch in die Öffentlichkeit zurückdrängt, der  als überführter Fälscher und Hochstapler für ein höheres öffentliches Amt aber nicht mehr geeignet ist. Als Showmaster der Herzen freilich könnte er ganz groß rauskommen.

–       Mutti Merkel wird NICHT abtreten, die Drei-Prozent-Partei FDP wird ihr letztes liberales Feigenblatt – den Datenschutz – über Bord werfen und weiterrudern bzw. schlingern bis zu Abwahl. Wulff beibt im Amt, auch wenn Bild & Co. noch ein bißchen Kompromat aus der Hostessen-Zeit der First Lady nachlegen. Die Grünen bauen unterdessen mit Meister Kretschmann “S 21 plus” – ein Schwachsinn  der noch teurer wird als die ursprünglich geplante Tieferlegung des Bahnhofs.

– Die Bahn wird aber vermutlich nicht mehr GANZ so oft zu spät kommen und ihre Infrastruktur wird ETWAS langsamer abgebaut – Mehdorn ist jetzt bei Air Berlin.

– Der Krieg gegen bestimmte Drogen wird NICHT beendet. Warum, hat Hillary Clinton im Februar dieses Jahres mitgeteilt. Drogen können auch 2012 nicht legalisiert werden, weil: “There’s ‘too much money in it.”  Da kann man einfach nicht’s machen.

– Was den Dritten Weltkrieg betrifft: dass er 2012 beginnt, darauf würde ich NICHT wetten. Klar wollen ein paar Wahnsinnige in Jerusalem, Washington und London den Iran angreifen, was aber wiederum die Russen und Chinesen auf den Plan rufen würde – wenn aber der Chinamann sauer wird, steht beim Ami im Walmart ein paar Wochen später nichts mehr im Laden. Selbst wenn zwischen Hillarys Ohren in der Regel Vakuum herrscht, so dumm ist sie dann doch nicht…

– Auch wenn man sich als glücklicher Großvater guter Gesundheit erfreut – und über die Feiertage an wachsender Familie und Enkeln –  denkt man zum Jahresende ja auch mal ans Ende, das eigene. Was man ja eigentlich jeden Tag tun sollte… und nur zu gern vergißt. Wie man lernt, den Tod als Freund zu akzeptieren ist ein mehr als abendfüllendes Thema… immerhin ist mir dazu  jetzt ein wunderbarer Satz, von Stan Laurel, zugeflogen, den ich mir auf der Todesanzeige wünsche: “Wer bei meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr.”

– Weil sich das Elend und die Dummheit auf diesem Planeten am leichtesten mit Lachen ertragen lassen – und der kosmische Kicherfaktor das auch meistens ermöglicht, wenn man nur genau hinschaut – kann die Parole für 2012 nur “Heiter weiter !” lauten. In diesem Sinne wünsche ich alle Leserinnen und Lesern ein entspanntes neues Jahr.