28
Sep, 2012

Bibi und die Bombe

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1992: Israeli member of parliament Binyamin Netanyahu predicts that Iran was “3 to 5 years” from having a nuclear weapon.
1992: Israeli Foreign Minister Shimon Peres predicts an Iranian nuclear warhead by 1999 to French TV.
1995: The New York Times quotes US and Israeli officials saying that Iran would have the bomb by 2000.
1998: Donald Rumsfeld tells Congress that Iran could have an intercontinental ballistic missile that could hit the US by 2003.

Und so weiter und so fort – wie hier und in der Chronologie des “Christian Science Monitor” nachzulesen -  und auch wenn seine Vorhersagen keiner mehr ernst nehmen kann warnt Bibi Netanjahu weiter und weiter. Vor zwei Wochen war er bei 6 bis 7 Monaten  angelangt und jetzt belehrt er die UN-Vollversammlung mit einem dicken roten Strich, dass es quasi viertel vor Zwölf ist, oder fünf vor… egal: “Es ist meine Pflicht, die Wahrheit auszusprechen”. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, seit 1992 and still going strong…

Weil die perversen Perser sich aber einfach nicht an diesen Zeitplan halten, lassen sich die USA und der Rest der Welt von Bibis bombiger Rhetorik kaum mehr beindrucken, geschweige denn zum Krieg treiben. Weshalb die Kriegslobbyisten vom “Washington Institute” in großer Sorge sind: “… it’s very hard for me to see how the United States at present can get us to war with Iran”.  Ihre Empfehlung ist deshalb eine “false flag” -Operation, denn anders seien die Amerikaner seit dem Spanischen Krieg noch nie von einem Waffengang überzeugt worden. Wir dürfen also gespannt sein, was da kommt: “Watch out where the huskies go, don’t you eat that yellow snow.”

15
Apr, 2012

“Wipe off the map”

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“Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen  der Geschichte verschwinden” – dass   diese Äußerung des iranischen Präsidenten seit 2005 im Zentrum des Bedrohungszenarios steht, nach dem der Iran vorhat, Israel “zu vernichten”,  “auszulöschen”, “von der Landkarte tilgen” liegt an diesen bewußt fehlerhaften Übersetzungen, die sich nach jahrelanger Penetration über alle Medienkanäle tief in’s öffentliche Bewußtsein eingeprägt haben. In der allgemeinen Empörungswelle über Günter Grass’ Hinweis auf das isarelische Atomarsenal gilt  der unbedingte Vernichtungswille Irans nach wie vor  als selbstverständliches Faktum, schließlich hätte  Präsident Ahmadinejad  ja selbst gesagt hat, dass er “Israel ausradieren” will.

Die Hartnäckigkeit, mit der sich diese Aussage hält, zeigt die volle Breitseite, mit der die  “Weapons of Mass Deception” getroffen  und die Medien den Massen  die Falschbehauptung  ins Hirn gepflanzt haben, dass die Forderung nach einem “Regimechange” dasselbe ist wie die Vernichtung des Landes und seiner Bevölkerung. Und dass  der Iran genau das vorhat und dafür Atomwaffen entwickelt, die dann einen “neuen Holocaust” bedeuten.  Diese drei Unterstellungen – das Betreiben eines Angriffskriegs (wie ihn Iran seit Jahrhunderten nicht mehr geführt hat), der Bau von Atomwaffen (der selbst nach Erkenntnissen von CIA und Mossad weder aktuell  noch kurz-bis mittelfristig stattfinden wird), sowie der geplante Einsatz dieser Waffen gegen Israel -  werden in der allgmeinen Hysterie des Grass-Bashings als ausgemachte Tatsachen, als erwiesene Fakten, als wahre Realität dargestellt – doch sie sind und bleiben Unterstellungen, auch wenn sie massenhaft und quer durch alle politischen Lager wiederholt werden müssen. Denn nur so läßt sich die völlig selbstverständliche Forderung, dass  auch Israel der Internationalen Atomenergiebehörde rechenschaftspflichtig sein muß, als “unerhörte Provokation”  hinstellen und der Übringer der Nachricht als “ewiger Antisemit” und  “Judenhasser”.  Läßt man  aus dem mit Unterstellungen zum aggressiven Holocaust-Monster aufgeblasenen Iran ein wenig die Luft raus bleibt von der Aufregung um das Grass-Gedicht nur eben dies:  die völlig selbstverständliche Forderung, dass  auch Israel der Internationalen Atomenergiebehörde rechenschaftspflichtig sein muß.

Vielleicht kann es die wütenden Israelisten und rasenden Philosemiten zur Räson bringen, dass mittlerweile auch der stellvertretende israelische Premierminister, Dan Meridor , zurückrudert und gegenüber Al Jazeera zugibt, dass auf iranischer Seite nie jemand behauptet hat, Israel von der Landkarte  löschen zu wollen: “They didn’t say ‘we’ll wipe it out’, you are right, but [that] it will not survive, it is a cancerous tumor, it should be removed.” Inwieweit das mit dem “Tumor”  irgendein iranischer Offizieller wörtlich gesagt hat, weiß ich nicht – was aber Landkarten und  unkontrollierte Wucherungen betrifft, liegt der Vergleich so falsch dann auch wieder nicht.

Update: Gestern abend zappte ich kurz bei Jauch rein, als in der Grass-Debatte gerade vom notwendigen “Fingerspitzengefühl” bei der Kritik an Israel die Rede war, an dem es den Deutschen und insbesondere Grass ermangele. Eine angesichts der deutschen Geschichte sicher angebrachte Forderung. Einerseits. Andererseits: wenn schon der einfache Hinweis auf die Gefahr israelischer Atomwaffen als unsensibel und überzogen gilt – ebenso wie der Hinweis auf die Apartheid in den besetzten Gebieten -  kommt das gebotene “Fingerspitzengefühl” nicht schon der Unberührbarkeit gleich ?

4
Mar, 2012

Krieg in Pipelineistan

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Während die Menschenrechtsbellizisten nach den großartigen “Erfolgen” in Afghanistan und Irak ( ca. 1 Mio Leichen) nunmehr Syrien ins Auge fassen um nach bewährter Methode Humanität und Demokratie zu verbreiten, und Israels Präsident mal wieder auf PR-Tour für einen “Selbstverteidigungs”-Krieg gegen die nicht vorhandenen Atomwaffen des Iran tingelt, gerät naturgemäß aus dem Blick, worum es bei dem Zirkus eigentlich geht: Öl und Gas. Seit Mitte der 90er Jahre plante der US-Konzern Unocal  TAPI – die Turkmensistan-Afghanistan-Pakistan-Indien Pipeline. Nachdem sich die ursprünglich als Hüter der Pipeline in Afghanistan installierte Taliban-Regierung bei den Verhandlungen über die Transitgebühren als zu hartnäckig erwies, wurde der vom Unocal-Vertreter angedrohte “Teppich voller Bomben” prompt geliefert und die Taliban unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung aus Kabul wieder verjagt. Als erste Amtshandlung unterzeichnete der danach installierte Prädident Kharzai dann in Dezember 2002 den Vertrag über TAP – ohne “I”, denn die Verlängerung nach Indien blieb noch offen. Die Inder  verhandelten unterdessen über IPI – eine Iran-Pakistan-Indien Pipeline, die den USA ein Dorn im Auge ist, weil sie TAPI relativ unrentabel macht. Doch weder Indien noch Pakistan wollen sich auf eine allein  US-kontrollierte Versorgung mit Erdgas verlassen und halten trotz  amerikanischem Druck an IPI fest, die auf iranischer Seite schon fertig ist und 2014 in Betrieb gehen soll.  Schon seit 2010 in Betrieb ist die russische Pipeline Blue Stream, die Gas durch das Schwarze Meer in die Türkei befördert, und die jetzt mit “Blue Stream 2″ verlängert werden soll – nach Syrien. Dass sich Assad auf dieses Angebot eingleassen hat – statt auf die von USA und EU angebotenen Gaslieferungen aus Ägypten – ist ein entscheidender Grund für den vom Westen massiv propagierten Regimewechsel in Damaskus: der Zugang  für russisches Gas zum Mittelmeer.  Zudem hat Syrien unlängst einen milliardenschweren Vertrag mit Iran und Irak über die Lieferungen von iranischem Erdgas ans Mittelmeer geschlossen – und damit weitere drohende Konkurrenz für das anglo-amerikanischen Piplinegeschäft ebenso wie für die Exploration der 2010 entdeckten großen  Erdgasreserveroirs im “levantinischen Becken” vor Zypern, die Israel ausbeuten will. Es geht bei den aktuell hochgekochten Konflikten also weniger um ein autokratisches Mullah-Regime in Teheran oder einen Diktator in Damaskus, die zugunsten von Demokratie und Humanität  “beseitigt” werden sollen, es geht um Konkurrenten und strategische Kontrolle im Erdgasgeschäft.

12
Jan, 2012

Der neue 9/11-Schuldige: Iran

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Kurz vor Weihnachten hat ein Gaga-Richter eines Bezirksgerichts in Manhattan ein Urteil gefällt, das Iran 100 Milliarden Dollar Schadensersatz aufbrummt – wegen Mittäterschaft/Mitwisserschaft der 9/11-Verbrechen. Handfeste Beweise für diese steile Theorie gab es zwar nicht, aber ein paar dubiose Zeugen und “Experten” reichten dem Richter, um sein Urteil zu sprechen. Und den Medien, um die Kriegstrommel  ein bißchen lauter zu schlagen. Für einen unerklärten Krieg, der, wie der höchstwahrscheinlich  vom Mossad ermordete iranischen Atomphysiker zeigt, auch schon mit Bomben geführt wird.
Gleichzeitig wird gemeldet, dass die US-Armee in Georgien im Eiltempo Militärhospitale bauen läßt, was darauf hindeutet, dass noch mehr folgen wird als nur Mordanschläge. Obwohl der US-Verteidigungsminister gestern in der “New York Times” mit seiner Antwort auf die Frage, ob der Iran an Atomwaffen arbeitet, zitiert wird .- sie lautete “No”! -; und obwohl auch schon zwei Sicherheitsberichte  aus den Jahren 2007 und 2010 zu demselben Ergebnis kommen. Aber Fakten – seit den WMD des Irak offensichtlich – tun bekanntlich nichts zur Sache.  Denn die Pre$$titues machen alles mit, was der militärisch-industrielle Komplex vorgibt.  Die gigantischen Umsatzuwächse seit 9/11  können nicht gehalten werden, der Koloss giert weiter nach Futter, also muß in der Church of Fear jetzt von allen Kanzeln gepredigt werden: wer der Feind ist und dass man ihn nur mit Krieg los wird. Und wenn er keine Atomwaffen hat, und auch in zehn Jahren keine haben wird, dann hängen wir ihm medial einfach 9/11 an. Hat bei Saddam  doch auch schon 1a geklappt…

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