30
Dec, 2016

Nicht rechts, sondern echt

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Der Macher von KenFM, Ken Jebsen,  wurde in den Medien immer wieder als irgendwie “rechts” oder gar als Anführer einer “Querfront” von Rechten und Linken bezeichnet, was mir aber nie aufgefallen war – weder bei den Interviews, die er noch als ARD-Mann und später auf KenFM mit mir führte, noch bei der Sichtung des Programms von KenFM. Stattdessen entdeckte ich ein  aufklärerisches, linkes Programm – und einen Moderator und Macher, der nicht „rechts“ ist, sondern echt: als Kriegsgegner und Anti-Militarist, als Vertreter sozialer Gerechtigkeit und scharfer Kritiker des neoliberalen „Jeder gegen Jeden“, als Anti-Rassist und strikter „Anti-Anti-Semit“, der Israel oft bereist und seine Verwandten dort besucht hat – und mit 545 Folgen „RückblickKEN“ den ARD-Rekord im Warnen vor Faschismus, Gewalt  und Holocaust hält. Dass das öffentlich-rechtliche Radio Ken Jebsen rausekelte, weil ein  berüchtigter Denunziant, der  Journalist der Springer-Presse Henryk Broder, ihn als „Holocaustleugner“ diffamierte, ist insofern ein echter Treppenwitz. Zumal KenFM als nutzerfinanzierte Plattform im Netz jetzt mehr Menschen erreicht als jemals im rbb-Radio.

Weil mich dieser Skandal und der Erfolg von KenFM interessierte, den ich als eine Art “best practice” im Zeitalter der Zeitungskrise sehe, habe ich Ken Jebsen im Sommer drei Tage lang interviewt und daraus ein Buch gemacht. Es ist sehr gut geworden und für alle, die  “irgendwas mit Medien” am Hut haben eigentlich Pflichtlektüre:
“Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 Seiten, 18 Euro), eine Sneak Preview auf das Vorwort gibt es hier und um Bestellungen beim Verlag  (notfalls auch bei den üblichen Verdächtigen) wird gebeten.
Hier die 29. Folge des Medienmaganzins “Me, Myself & Media”, die am 24.12. erschienen ist und unter anderem die nach wie vor höchst merkwürdigen Ungereimtheiten des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt zum Thema hat:

25
Oct, 2016

Der Fall Ken Jebsen

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der-fall-ken-jebsen-coverAm 2. November erscheint das erste Buch des neuen fifty-fifty-Verlags. In Vertriebskooperation mit dem Westend-Verlag werde ich künftig als Herausgeber von fifty-fifty fungieren: “Programmschwerpunkte sind moderne Klassiker aus den Bereichen Politik, Psychologie und Geschichte sowie Bücher zu kontrovers diskutierten gesellschaftlichen Themen”, heißt es in der Ankündigung. Da paßt es, dass der erste Titel von einem der bekanntesten Journalisten des Landes stammt, der gleichzeitig so kontrovers diskutiert wird, wie kein anderer: Ken Jebsen. Sein TV-Kanal KenFM ist das erfolgreichste nutzer-finanzierte Journalismus-Portal im Netz, seine ausführlichen Interviews mit Wissenschaftlern, Autoren und Aktivisten erreichen sechstellige Zuschauerzahlen und auf Facebook hat KenFM mehr Fans als viele etablierte Medien. Gleichzeitig kursieren in diesen Medien und in den Echokammern des Netzes zahlreiche Vorwürfe, Ken Jebsen sei “rechtspopulistisch”, “antisemitisch” und Anführer einer ominösen “Querfront” – Vorwürfe, die ich bei Sichtung des Programms von KenFM in keiner Weise bestätigt finden konnte.  Genausowenig in den Interviews, die er mit mir zu meinen letzten beiden Büchern gemacht hatte, oder in den Gesprächen die wir  davor oder danach führten. Deshalb forderte ich ihn auf, diese Vorwürfe doch einmal richtig zu stellen und seine Position und Haltung klar zu machen, zum Beispiel in einem Buch. Gute Idee, meinte er, und dass er auch schon mal angefangen hätte das alles aufzuschreiben, aber er käme einfach nicht dazu. Bei dem Output, den er als Reporter, Moderator, und “Intendant” von KenFM liefert, wunderte mich das nicht. Und weil der Mann fraglos schneller denkt und spricht als er schreiben kann, schlug ich vor, dass wir uns an einem ungestörten Ort für ein verlängteres Wochenende treffen, und er mir alles erzählt: über sein Leben, seine Arbeit, seinen Rausschmiss bei der ARD und das Erfolgsgeheimnis von KenFM.

Das Ergebnis liegt ab kommender Woche im Buchhandel vor: “Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 Seiten, 18 Euro), eine Sneak Preview auf das Vorwort gibt es hier und um Vorbestellungen beim Verlag  (notfalls auch bei den üblichen Verdächtigen) wird gebeten.

14
Sep, 2015

“Krieg oder Frieden in Europa ?”

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16.07.15 20:36-BildschirmkopieDie  Gesprächsrunde bei Ken FM “Krieg oder Frieden in Europa”, die im Mai aufgezeichnet wurde und Anfang Juni ins Netz ging, hatte mittlerweile schon fast eine halbe Million Zuschauer. Gastgeber Ken Jebsen – unlängst in einer dümmlichen Studie mal wieder als “rechts” denunziert –  hatte Willy Wimmer, Daniele Ganser, Dirk Pohlmann und mich zum Gespräch über den Ukraine-Konflikt geladen. Dass ein fast 3-stündiges Gespräch über Politik auf derartigen Zuspruch stieß – mittlerweile haben auch schon 2.500 Zuschauer/innen das Viedeo überwiegend begeistert kommentiert – hatte wohl keiner der Beteiligten so erwartet.  Jetzt hat Tommy Hansen von “Free 21” dafür gesorgt, dass das gesamte Gespräch transkribiert wird. Zum Nachlesen hier das Transkript.

3
Jun, 2015

Krieg oder Frieden in Europa

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Willy Wimmer, CDU-Urgestein, ehemaliger Vize-Präsident der OSZE/KSZE und Autor des Buches “Wiederkehr der Hasardeure”; Dirk Pohlmann, Dokumentarfilmer für ARTE und ZDF und Dr. Daniele Ganser; Historiker und Friedensforscher aus der Schweiz, sein bekanntestes Buch: “NATO-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung” sowie yours truly – im Gespräch über “Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?”

 

Update: Kaum entwickelt sich die Premiere von Ken Jebsens Talkmarathon zum “Klickmonster” – in drei Tagen schon knapp 100.000 Views und über 1.000 positive Kommentare, davon viele mit dem Tenor: “Jetzt können die ÖR-Talkshows einpacken” –  wird dieser Meinung auch schon Folge geleistet: Günther Jauch gibt auf.  Das ist  sicher kein Verlust, wobei ich seine und auch die anderen Talkrunden wenn überhaupt selten länger als 10 Minuten ertrage und deshalb nichts weiter dazu sagen kann. Ein Wort aber zu den hier und auf youtube in den Kommentaren geäußerten Kritik, dass in dieser Runde keine “Gegenmeinungen” vertreten waren: als Teilnehmer fand ich dieses Format sehr viel angenehmer als den übliche Debattenstil: 1 Minute A, 1 Minute B & C und dann der Moderator mit der Zusammenfassung und die nächste Runde. Grundsätzlich spricht ja nichts gegen Streitgespräche unterschiedlicher Positionen – und keiner der Diskutanten wäre zu Hause geblieben wenn auch Kontrahenten ihrer Position am Tisch gesessen hätten – aber ich bin mir nicht sicher, ob das Gespräch dann für die Zuschauer denselben Ertrag gehabt hätte.  Denn hier konnten alle Teilnehmer “frei” reden, ohne ständig auf Angriff oder Verteidigung gepolt zu sein . Ein solches Gespräch kommt der  “Wahrheitsfindung” möglicherweise näher als ständige Attacken oder argumentativer “cartenaccio”, wobei Ken Jebsen nach dem großen Zuspruch für diese Premiere es in künftigen Runden sicher  gern auch mal krachen lassen wird – wenn sich denn geeignete Konterparts finden…

4
Mar, 2015

Putin ist schuld!

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Dass Ken Jebsen aktuell  zu den meist gemobbten Journalisten im Lande gehört ist eigentlich kein Wunder – er ist einer der wenigen, die noch wirklich ihren Job machen. Der große Rest  klingt ja mittlerweile – nicht nur wenn’s um Ukraine/Russland geht – eher wie Regierungssprecher, Nato-Beauftragte oder McKinsey-Berater, was der verfassungsgemäß vorgesehenen Rolle der freien Presse als “vierter Säule” und Wachhund der Demokratie  nicht mehr entspricht. Aber weil es mit der Demokratie auch nicht mehr so weit her ist, kriegen sie dann für ihre heiße Luft den Medienpreis des Bundestags. Sei’s drum, wir sind ja für Lügenpressefreiheit. Und so lange es noch ein freies Internet gibt können wir uns anderweitig Informationen und Meinungen einholen.  Wie zum Beispiel den folgenden (unter dem O-Ton mit Quellen belegten) Kommentar von Ken FM, der klar macht, dass Putin an allem schuld ist.

 

 

Als Willy Brandt und Egon Bahr 1989 nach Moskau eingeladen wurden, um für ihre Ost-Politik die Ehrendoktorwürde der Lomonossow-Universität entgegen zu nehmen, stellte Brandt dem damaligen Präsidenten der im Zerfall befindlichen UdSSR, Michail Gorbatschow, die Frage, was dieser sich für die Zukunft vom Westen wünschen würde. Gorbatschow, ohne den es die Wiedervereinigung Deutschlands nicht gegen hätte, antworte kurz und auf den Punkt:
VERSTÄNDNIS.
http://www.zeit.de/1989/43/deutsche-fragen-an-einen-deutschen
25 Jahre später ist Verständnis für Russland im Westen in etwa so verbreitet wie Güte beim IWF. Es gibt kein Verständnis. Was es gibt ist Undankbarkeit bis unters Dach, und dabei spielt es keine Rolle, wer in Moskau aktuell die Geschäfte führt.
Wäre statt Putin Gorbatschow heute noch oder wieder im Amt, würden die von amerikanischen Think-Tanks unterwanderten „Deutschen“ Mainstream-Medien exakt die selbe Hetzkampagne gegen Moskau fahren.
Um was geht es? Um Bodenschätze. Genau wie im gesamten Nahen Osten. Bodenschätze bedeuten Macht. Wer sie nutzt oder kontrolliert, kann sich Imperium nennen.
http://www.schatzwert.de/rohstoffe/bodenschaetze/bodenschaetze-russland.html
Nach dem Zweiten Weltkrieg teilten sich die USA und die UdSSR die Welt. Man mochte sich nicht. Doch im Gegensatz zur UdSSR hat das System USA überlebt. Mit dem Zusammenbruch der UdSSR kam den USA aber etwas Elementares abhanden. Ein Feindbild. Mit dem 11. September 2001 wurde der Versuch gestartetet, die Russen durch die Islamisten zu ersetzten, nur hat die Sache einen Geopolitischen Haken. Der Islam ist im größten Teil der ehemaligen UdSSR kein Thema und taugt damit nicht als Feind, den man dort finden und bekämpfen müsse.
Ein Vorwand, der im gesamten Nahen Osten nur verschleiern soll, dass es um den Rohstoff Nr. 1 geht. Öl. Was dort jeden Tag passiert, sind schlicht Erdölbeutezüge, wie Dr. Daniele Ganser bestätigt.
http://www.siper.ch/assets/uploads/files/zeitungsartikel/saarbruecker_zeitung_ganser.pdf
Wie kommen die USA nun an die deutlich größeren Bodenschätze auf dem ehemaligen Gelände der UDSSR. Durch Handel? Möglich. Durch Krieg? Warum nicht. Der Turbo-Kapitalismus nach dem Modell der USA gönnt Dritten nicht einmal die Fettaugen auf der Suppe. Er ist ab Werk von krankhafter Gier befallen. Er rafft bis der Arzt kommt und stirbt lieber an Herzverfettung, als dass er die, die er beherrscht oder zu überfallen gedenkt, in Würde leben lässt.
Die USA haben aus ihren Bürgern Sektenmitglieder gemacht. Tag und Nacht wird diesen eingehämmert, GOTT hat uns auserwählt, auf dass wir ausziehen, um der Restmenschheit die Zivilisation zu bringen. Wenn wir dafür töten müssen ist das nur gerecht, denn die, die sich uns entgegenstellen, sind primitiv und nicht geeignet, die Zukunft dieses Planeten mit zu gestalten.
Russen, Moslems, Alt-Europäer, Chinesen, Afrikaner… egal. Alles Halbwilde, die man wegblasen kann. Krieg ausgeführt durch die USA wird als Notwendiges Übel angesehen. Die Kreuzzüge, erdacht im Pentagon, sind eine Form von patriotischem Gottesdienst. Links die Bibel, rechts das Sturmgewehr, und über allem weht die Flagge der USA.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/gesinnungskampf-an-us-schulen-lehrstunde-in-patriotismus-a-213211.html
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21
Apr, 2014

Lechts und Rinks

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Im politischen Koordinatensystem geht es derzeit irgendwie durcheinander, das Spektrum das von (Alt-)Linken bis (Neo-)Nazis reicht, mit grünen, sozialen, christlichen “Demokraten” in der Mitte, scheint als Gradmesser für Sympathien und Koalitionen nicht mehr hinreichend. In der Ukraine sind mit einem Putsch (Neo-)Nazis an die Macht gekommen und besetzten wichtige Posten einer “Übergangsregierung”, was den Westen, die “Demokraten” der Mitte, aber nicht abhält,  diese Regierung anzuerkennen und zu unterstützen. Obwohl niemand bezeifelt, dass es sich bei der “Swoboda” und dem “Rechten Sektor” um klassische nationalistische, antisemitische Faschisten handelt, werden die Hinweise darauf von der Mitte als “Russenpropaganda” von “Putin-Verstehern” abgetan. Dass man als “Demokrat” mit solchen Nazis definitiv nicht paktiert, auch nicht aus taktischen Gründen, diese Grundregel scheint in dem neuen Koordinatensystem irgendwie außer Kraft gesetzt. Selbst dass der einzige mörderische Terrorismus der letzten Jahrzehnte in Deutschland von eben solchen Nazis (und nicht von irgendwelchen Turbanträgern) kam, spielt  bei den Sympathien für die Putschisten in Kiew keine Rolle. “Der Feind unseres Feindes ist unser Freund”   – mit dieser Parole werden alle Koordinaten der Politik und des politischen Anstands hinfällig. Und so kommt es dann, dass Leute, die für den Frieden und gegen die Eskalation des Konflikts mit Russland demonstrieren, nun hierzulande in eine “neu-rechte” Ecke gestellt werden, was in gewisser Weise logisch erscheint, weil die “Demokraten” der Mitte ja ihrerseits mit den Nazis in der Ukraine paktieren, die den Konflikt mit Russland anheizen. Wobei “neu-rechts” – wie die Montagsdemonstrationen von taz bis FAZ genannt werden – auch eine neue Markierung auf dem Koordinatenspektrum darstellt, wobei ziemlich vage bleibt, was das sein soll. Populisten wie die AfD-Partei sind es nicht, denn die verkaufen den üblichen  Neoliberalismus ja nur im euroskeptischen, nationalen Gewand, typische Nazis, wie die NPD und ihre Kameradschaften sind es auch nicht, auch klassische (auf-)rechte Konservative sind es nicht, denn die demonstrieren in der Regel nicht für den Frieden. Wer ist es also dann, der diese “neu-rechte” Ecke ausfüllt ? Erstaunlicherweise hat sich ein Ur-Gestein der deutschen Linken, die einstige Grünen-Mitgründerin Jutta Ditfurth, jüngst an eine Defintion gewagt, doch die ist so haarsträubend , dass sie auch nicht weiter hilft: Lars Mährholz, der die Montagsdemos initiiert hat, sei ein verkappter Nazi, weil er die Federal Reserve Bank für eine Wurzel des Übels hält, was laut Ditfuhrt gleichzusetzen ist mit der Behauptung einer “jüdischen Weltverschwörung”, ebenfalls ein getarnter Neu-Rechter soll der ehemalige rbb-Moderator Ken Jebsen sein, der auf den Montagsdemos gesprochen hat, sowie der einstige “konkret”,- und “Junge Welt”-Redakteur Jürgen Elsässer, laut Ditfuhrt ein “glühender Antisemit und Schwulenhasser”. Außerdem würden sich auf diesen Demos “Anhänger von Silvio Gesell” und die verschiedensten “Verschwörungstheoretiker” tummeln, die aber alle geeint seien durch einen “antisemitischen Konsens”.

Nun gehören Begriffe wie “Antisemit” oder “Verschwörungstheoretiker” mittlerweile zu den üblichen Diffamierungsstandards für unerwünschte Nachrichten, denen man durch Denunziation ihres Überbringers ihre Relevanz nehmen will. Auch mir wurden nach meinen Büchern über 9/11 diese Etiketten angeklebt, auch wenn ich dort nie eine Verschwörungstheorie aufgestellt, sondern nur die offizielle Legende als eben solche  dokumentiert habe – und auf  drei von mehr als 1000 Seiten auch die Rolle der israelischen Mossad-Agenten erwähne, die von FBI-Protokollen belegt ist. Doch das reicht für die Schublade “Antisemit”, so wie eben die Erwähnung der FED und ihrer in der Tat fatalen Geldschaffung aus Nichts reicht um  in eine Schublade mit Holocaust-Leugnern gesteckt zu werden. Das ist vollkommener Irrsinn, aber so läuft das Spiel – Meinungen, die nicht systemkonform  sind, sind quasi automatisch “antisemitisch” und damit ex communicado. Was im Falle der Kriegstreiberei durch USA/NATO/EU, die sich für die Einverleibung (“Demokratisierung”) der Ukraine expliziter Antisemiten und Neonazis bedient, jetzt zu der absurden Koordinatenverschiebung führt, dass die Kritiker dieser Politik, die Montags für den Frieden auf die Straße gehen,  als “Rechte” und “Antisemiten” denunziert werden. Während die Putschisten in Kiew, wo explizite Nazis das Sicherheits,- und Militärministerium und die Polizei befehligen, als unterstützenswerte Alliierte gelten.

Also: hier stimmt was nicht mit lechts und rinks – im Kopf von Jutta Dittfurth und in den Medien, die diesen Mumpitz kolportieren. Und auch nicht bei all denen, die sich als “Demokraten” der Mitte verstehen, die die NSA-Bespitzelung, den Drohnenkrieg und die Folter-KZs der USA klaglos akzeptieren und sich von diesen großartigen “Freunden” für deren Geschäftsinteressen eher zu einem Krieg in Europa treiben lassen, als “Nein” zu sagen und für den Frieden auf die Straße zu gehen. Nicht weil sie “anti-amerikanisch” sind, sondern weil sie die permanenten Rechtsbrüche unserer “Freunde” nicht länger hinnehmen wollen, und auch nicht, weil sie “pro-russisch” sind, sondern weil sie die Aktionen Putins als verständliche Reaktion auf den vom Westen initiierten Putsch in Kiew sehen.  Wie es im Übrigen nach wie vor die Mehrheit der deutschen Bevölkerung tut, obwohl ihnen 95 % der meinungsbildenden Medien etwas anderes erzählt. In China und Indien, also quasi dem Rest der Welt jenseits der NATO , sieht man das genauso – und freut sich, denn als Reaktion auf die idiotischen Boykottmaßnahmen des Westens können sie ab sofort  Öl und Gas bei den Russen in Landeswährung und nicht mehr in Dollar zahlen. Dass hatte schon Saddam Hussein getan, worauf ihn die USA schnell beseitigten, was bei Putin wg. Atomwaffen aber so nicht geht – womit wir wieder bei der FED und ihrem Dollarzauber wären, der ja nur funktioniert, solange Öllieferungen weltweit dem Zwangsumtausch in US-Dollar unterworfen sind. Denn das ist das einzige, was dieses Luftgeld als globale Leitwährung noch oben hält – doch ehe wir uns jetzt wieder alt-rinkem oder  neu-lechtem Gedankengut hingeben, überlassen wir Ken Jebsen das Wort, der nicht nur auf auf die Denunzianten-Tante Jutta antwortet, sondern darüber hinaus auch über die “Lügenmechanik” der Medien spricht. Ken Jebsen hat vor drei Jahren einmal ein Interview über 9/11 mit mir gemacht, ansonsten kennen wir uns nicht näher – seine Sendung damals war sehr gut und journalistische Glanzstücke wie Happy Birthday Terrorlüge  führten dann dazu, dass er kurz darauf  von den Broder-Brigaden beim RBB rausgemobbt wurde. Seitdem sendet er auf Ken FM im Internet, spricht immer noch ein bißchen zu viel und zu schnell, aber meistens auf dem Punkt: nicht rinks und nichts lechts, sondern gegen die da oben und für die da unten.

8
Apr, 2012

Günter Grass und Lord Voldemort (2)

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Hätte Günter Grass die nicht vorhandenen Atomwaffen des Irans gegeisselt, und sei es in einem noch so holprigen Leitartikel-Gedicht, das Feuilleton und die Medien hätten den 84-jährigen zu Ostern als “Gewissen der Nation” wieder auferstehen lassen, als notwendigen “Mahner” und weisen “Ratgeber”, der das große Schweigen, die Absenz der Intelektuellen in diesem Land endlich durchbricht und noch mit seiner letzten Tinte für den Weltfrieden kämpft und gegen den “neuen Hitler in Teheran”. Vor allem diese Formulierung des Nobelpreisträgers hätte es den Chefredakteuren und Kommentatoren angetan – endlich einer der “Klartext” redet und gegen das “linke Meinungskartell”, gegen  die ” fundamentalistisch Friedensbewegten” und  alle “Islamversteher” die Stimme hebt. Und die drohende Gefahr eines “neuen Holocaust” deutlich benennt. Keine Frage, der alte Blechtrommler und Zwiebelhäuter wäre gefeiert worden – und dass er so lange verheimlichte, sich 1944/45 der SS angeschlossen zu haben ? Mein Gott, er war 17 und ahnungslos, eine Jugendsünde,  er hat doch nur  ein bißchen gezogen, aber nie inhaliert – daraus nach fast 70 Jahren einen Vorwurf zu konstruieren ist absurd. Zumal bei einem Autor, der mit seinem Leben und Werk wie kaum ein anderer für aufrechten Antifaschismus im Nachkriegsdeutschland steht. Und dafür, dass man gerade als Beteiligter am Völkermord der Nazis  jeden “neuen Holocaust” mit allen Mitteln zu verhindern usw. usf….

Wäre es Grass nur um Publicity gegangen, wie sein Altfeind  Reich-Ranicki  dem “ekelhaften” Gedicht  heute in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” diffamierend unterstellt – mit dem Schlagen der Kriegstrommel gegen Iran wäre der PR-Effekt viel höher gewesen. Statt eines rufmörderischen Tsunamis wäre ein Schwall von Lob und Hudel auf den Poeten niedergegangen. Die “Bild” hätte neben der Serie “Der neue Hitler aus Teheran” sofort die GG-Wochen gestartet und jeden Tag ein Grass-Gedicht gedruckt, um den “größten lebenden Dichter der Deutschen” zu ehren, Broder hätte ihn umgehend im Netzwerk der islamophoben Laptopbomber willkommen geheißen und die Bundesregierung gegen die Kritik aus der Linken verlautbart, dass die Meinungsfreiheit “das höchste Gut der Demokratie” und jeder in Deutschland “gut beraten sei”, die Worte eines “international anerkannten Schriftstellers und Nobelpreisträgers zur Kenntnis und ernst zu nehmen.”

So oder so ähnlich wäre es gelaufen, jede Wette. Und in New York hätte man dem “grand old poet”  noch irgendeinen “Samuel Goldberg-Preis” für Völkerverständigung samt  1 Mio. $ verliehen.  So aber – weil er  auf die Gefahren der vorhandenen Atomwaffen Israels aufmerksam machte, statt auf die imaginierten des Iran – muß sich das antifaschistische, sozialdemokratische Urgestein Günter Grass  auf seine alten Tage weltweit als Antisemit und Holocaust-Verharmloser beschimpfen lassen. Die Reflexhaftigkeit und mediale Flächendeckung des Diffamierungs-Bombardements zeigt, dass das “Meinungskartell” keineswegs ein “linkes” oder “liberales” ist, sondern ein “militaristisch-zionistisches”. Zu verbrecherischen Angriffskriegen “Nein” zu sagen ist in Deutschland und im gesamten Westen mittlerweile verboten, wenn diese Kriege im Interesse Israels sind. Die schief übersetzten Äußerungen eines iranischen Präsidenten zum Popanz eines geplanten Vernichtungskriegs aufzublasen und die konkreten Kriegsdrohungen des israelischen Präsidenten zu ignorieren, die  Bringschuld und Transparenz  der zivilen Atomnutzung  Irans permanent zu fordern und die atomaren Massenvernichtungswaffen Israels dabei keinesfalls erwähnen, diktatorische Apartheid und Rassismus überall und notfalls mit Gewalt zu bekämpfen, aber in Israel darüber hinwegzusehen – all das ist erwünscht und hierzulande Staatsräson.  Wer dagegen verstößt, hat in dieser Republik nichts mehr zu melden und wird mit der Höchststrafe am öffentlichen Pranger bestraft: Judenhasser, Holocaustleugner, Nazi…

Was an einer Koryphäe wie Grass gerade durchexzerziert wird sollte jedes kleinere Licht in der publizistischen Öffentlichkeit zu äußerster Vorsicht mahnen, wer den “dessen Name nicht genannt werden darf” beim Namen nennt, wird umgehend geschlachtet und abserviert. Und das multimediale Netzwerk von Lord Voldemorts Truppen ist weit gestreut und mächtig. In Nullkommanix hatte man zum Beispiel der Moderator Ken Jebsen mit der Auschwitz-Keule aus dem RBB gemobt, weil er es gewagt hatte, die Lehrsätze über den Dämon Osama und die Teppichmesser des Schreckens anzuzweifeln. Noch aber reichen Voldemorts Krakenarme nicht überall hin und so konnte Ken Jebsen im Internet weitersenden – und hat jetzt eine Sendung darüber gemacht, worum es im Kern auch im Fall Grass geht, um den zionistischen Rassismus. Eigentlich ein Büchner-Preis würdiger Text, zu dem die Altmeister Grass und Walser die Laudatio halten müßten, wären sie nicht von der “magischen Verfolgungsmarke”  der neuen Inquisition zu Unpersonen deklariert…

21
Jan, 2012

Alles – außer 9/11!

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Nachdem Anfang November das Radio Berlin Brandenburg” (RBB)  seinem langjährigen “Ken FM”-Moderator Ken Jebsen mitten in der Sendung das Mikrophon abgestellt hatte, weil ein paar islamophobe Blogger und ihr Lautsprecher Broder haltlose Antisemitismusvorwürfe geäußert hatten, konnte er zwar kurz darauf wieder auf Sendung gehen – wenige Wochen später jedoch kündigte der RBB das Arbeitsverhältnis,  mit der Begründung, er “hätte sich nicht an Absprache gehalten” und gegen “journalistische Standards verstoßen”.  Das ist Ken Jebsen nach über 10 Jahren und 545 Sendungen ein bißchen zu dürftig, weshalb er jetzt Klage  gegen die Kündigung eingreicht hat.  Er will genaueres wissen. Gegen die Antisemtisimus-Vorwürfe hat ihn der RBB selbst in Schutz genommen, die sind also nicht der Grund für den Rausschmiß, doch welche Standards er ansonsten verletzt haben soll wurde nie konkretisiert.  Was sind die “Standards” einer Rock’n Roll Sendung, die  wie “Ken FM” mit ihrem Mix aus Musik, Glosse, Essay und Satire zum Kult auf “Fritz”-Radio werden konnte ? “Würde man Monthy Python vorwerfen, dass sie historisch nicht korrekt sind ?” fragt  der Moderator, weist aber darauf hin, dass nicht alles in seiner Sendung nur Satire war.

Das trifft auch auf die KenFM-Sendung vom 11.9.2011 zu, für die er mich eine Stunde lang über das neu erschienene Buch zu Thema interviewte – und die er mit einem faktengesättigten Teaser unter dem satirischen Titel “Happy Birthday Terrorlüge” einleitete. Als ich mittags um 14 Uhr das Radio einschaltete und diesen grandiosen Parforce-Ritt des Schnellsprechers Jebsen zum ersten Mal hörte, fiel ich fast vom Stuhl, vor Begeisterung und Ziehen meines nicht vorhandene Huts: besser als in diesen zehn Minuten konnte man den Shitstorm, der uns seit 9/11 als Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern aus allen Medienkanälen ins Hirn geblasen wird, einfach nicht auf den Punkt bringen. Als wir uns zwei Wochen zuvor für das Interview getroffen hatten, waren meine Erwartungen eher gering. Zwar hatte Ken Jebsen vor dem Gespräch das Buch tatsächlich gelesen – was in der Branche keineswegs üblich ist – und sehr präzise Fragen, auf die er mich ausführlich antworten liess, aber aus den vielen Interviews zum Thema 9/11 weiß ich, was hinterher meistens gesendet wird: im besten Fall ein längerer Auschnitt, im schlechten ein paar Fetzen mit abwertender An-und Abmoderation.  Nicht so bei KenFM – hier lief das Interview nahezu  ungeschnitten und nur unterbrochen von Musik. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Zumal nach den Erfahrungen, die ich mit der ARD gemacht hatte, für die ich auf verschiedenen Radiokanälen und Sendern in den 80er und 90er Jahren häufig als Autor tätig war.  In der Wahl meiner Themen für Kommentare, Rezensionen oder Features war ich immer frei, bis es im Spätherbst 2001 hieß: “Du kannst alles machen- außer 9/11!” Ohne dass es ein Direktive der Intendanz gegeben hätte wußten die Redakteure, dass sie Ärger bekommen, wenn sie anderslautende  Meinungen zulassen. Auch wenn  es an dem Dogma der offiziellen Version fundierte Zweifel gab, gerüttelt werden durfte daran nicht.

Dass das nun 10 Jahre danach anders zu sein schien, dass nicht nur meine Recherchen bei KenFM gebührlich zu Wort kamen, sondern auch noch andere kritische Stimmen – und dass der Moderator dies alles in einem zündenden “Happy Birthday”-Kracher zusammengefaßt hatte, gab durchaus Anlaß zur Freude. Die Inquisition, das öffentlich-rechtliche Medien-Mittelalter schien zu Ende, das Tabu, 9/11 anders zu beurteilen als das Weisse Haus, schien gebrochen. Bis der Radiomann, der sich diese Freiheit genommen hatte, gefeuert wurde.  Weil er “journalistische Standards” verletzt hat. Insofern könnte das Verfahren vor dem Arbeitsgericht interessant werden, in dem man hoffentlich mehr über diese Standards erfährt –  und vielleicht auch über die Tatsache, dass die gebührenfinanzierte Meinungsfreiheit nach wie vor und selbstverständlich alles umfaßt – außer 9/11.

7
Nov, 2011

Hallo RBB – noch ganz dicht ?

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Die Broder-Brigaden haben mal wieder zugeschlagen, dieses Mal aber nicht in Form eines islamophoben Killers wie dem bekennenden Broder-Fan Anders Breivik, sondern in Form der Senderverantwortlichen des RBB. Die nämlich stellten ihrem Moderator Ken Jebsen, der seit zehn Jahren jeden Sonntag die Sendung KenFM auf Radio Fritz moderiert, gestern nach einigen Minuten das Mikrophon ab.  Der Grund:  Henryk Broder hatte sich telefonisch und per Blog beschwert, dass es sich bei Ken Jebsen um einen Antisemiten und Holocaustleugner handelt.
Das behauptet er – nach dem Motto “Alles Antisemiten außer Mutti”  – ja nun am laufenden Band und über jeden, der nicht seiner Meinung ist – dass nun aber schon ARD-Verantwortliche vor  einem notorischen Querulanten kuschen und vorausleilend zur Zensur schreiten, wundert dann doch. In einer email, die Broder als “Beweisstück” veröffentlichte,  hatte Jebsen geschrieben, dass “der Holocaust als PR” benutzt wird – was zwar eine Binsenweisheit ist,  vom RBB und seinem Stichwortgeber Broder aber als antisemtische Leugnung des Holocaust angesehen wird. Und da schaltet man den Jugendlichen in Berlin und Brandenburg  ihr “KenFM”, das mit seinem ultraschnellsprechenden Moderator und den  expliziten und kontroversen politischen Themen längst zur Kultusendung geworden ist, einfach mal ab. Und warum ? Weil ein islamophober Paranoiker und seine publizistischen Brigaden von “PI” und “Achse der Guten” in ihren Blogs die Auschwitzkeule schwingen. Hallo RBB – noch ganz dicht ? Reicht es nicht, das diese rassistischen Wirrköpfe und Ideologen die Stichworte für Massenmörder wie Breivik liefern ?  – oder stehen jetzt hier schon gebührenbezahlte Radiobeamte stramm, nur weil kleines dickes Broder mal  wieder “Antisemitismus” in’s Phone furzt ? Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Oder doch ? Sind  die Botschaften scharfer Radiostücke wie  “Happy Birthday Terrorlüge”  auf KenFM doch zu wahr, um sie zu widerlegen und versucht man deshalb, den Überbringer der Botschaft zur Strecke zu bringen ?  Haben die “Überwachungsinstanzen der ARD”, die nach Ansicht der Broder-Brigadisten Raphael Gross schon versagt hatten, weil mich “Titel Thesen Temperamente” zu meinem neuen 9/11-Buch befragte, dieses Mal vorauseilend zugeschlagen ? Wo schon Palästinensertücher bei Piraten neuerdings als antisemtisches Statement gelten und der Nicht-Glaube an nicht vorhandene iranische Nuklearwaffen quasi als Holocaustleugnung,  scheint alles möglich. Auch dass ein durchgeknallter Haßprediger, der sich angesichts des Terrors seines Jüngers Breivik um nichts anderes als um die Ersatzteile seines Autos sorgt, Programmdirektor werden und veranlassen kann, dass einem langjährigen Moderator in der 545. Sendung einfach der Saft abgedreht wird.

Update: Wie soeben gemeldet wird, kann Ken Jebsen kommenden Sonntag wieder auf Sendung gehen.  Hoffentlich mit einer ordentlichen Entschuldigung der RBB-Intendanz und einer saftigen Abmahnung des für das Abschalten verantwortlichen Redakteurs.