1
Mar, 2015

Diskurshygiene in der Konsensfabrik

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“Die Politik predigt Alternativlosigkeit, und die Medien skandalisieren jede Tabuverletzung. Es ist kein Wunder, dass immer mehr Bürger vom “System” frustriert sind”, notierte unlängst “Die Zeit” und führte zur Erklärung aus: “Offenbar ist im Zuge der Entideologisierung, Entfeindung und Versachlichung der deutschen Politik das Spektrum tolerierter Positionen immer enger geworden. Das betrifft nicht allein die Politik. Denn sosehr die Öffentlichkeit inzwischen allergisch reagiert, wenn “alternativlose” Politik durchgesetzt wird, so sehr hat sich zwischen Politik und Medien eine stille Übereinkunft über legitime politische Vorstellungen gebildet. Und während die Medien seit Jahren die “Langeweile” der Politik bejammern, haben sie zugleich leidenschaftlich die Rolle des Grenzwächters übernommen. Politische Linientreue wird verhöhnt, Grenzverletzung jedoch gnadenlos skandalisiert. Die Medien, die den bleiernen Konsens kritisieren, sanktionieren zugleich seine Missachtung.”

So ist es – und wenn es selbstkrtitisch gemeint ist müßte sich an der “Zeit” so einiges ändern,   wobei es unter fortgesetzter Anwesenheit der transatlantischen Gatekeeper eine “Ausweitung der Kampfzone”, wie sie die Autoren fordern,  wohl nicht  geben wird. Weder bei der “Zeit” noch sonst irgendwo in   den “Leitmedien” genannten Konsensfabriken, deren Produkte bei den Verbrauchern derzeit auf wachsende Skepsis stossen. Und dies umso mehr, wie eine schwarz-rot-grüne Diskurzwalze alles plattmacht und skandalsiert, was sich dieseits und jenseits der Konsensautobahn bewegt. Da werden Großdemonstrationen von Bürgern mit Frustrationshintergrund (“Pegida”) dann komplett als Naziaufmärsche denunziert, Montagsdemos mit alternativ-friedensbewegtem Hintergrund als Zirkus von Verschwörungsspinnern und Reichsbürgern heruntergeschrieben und der allgemeine Unmut über die einseitige Ukraine/Russland-Berichterstattung als perfides Werk von Kreml-Agenten und Putin-Trollen dargestellt. Dies alles im Namen der Aufklärung und der Vernunft, jedoch, so hieß es in der NZZ hierzu:  “Die Aufklärer, die hier auftreten, reden im Gestus strenger Kolonialoffiziere, die ihren noch immer nicht diskurshygienisch stubenreinen Eingeborenen die Leviten lesen, aber auf keinen Fall zuhören wollen.” Und weiter:

“In einer kuriosen Volte geriert sich als faktisch konservatives Establishment, was sich vom Selbstverständnis her eher linksliberal und grün-alternativ fühlt. Der Medienanalytiker Lutz Hachmeister spricht von einem «bürgerlichen Zentrismus», der den deutschen Medienkonsens seit geraumer Zeit präge. Legitime Publizistik darf nach der Überzeugung dieses Juste Milieu nur in den Grenzen seiner Wahrnehmungs- und Urteilsmuster stattfinden. Dabei sind die Konturen der einzelnen Medien ebenso abgeschliffen wie im überwältigenden sozialdemokratisch-ökologischen Konsens der deutschen Politik, an den sich Medien gern anlehnen. Explosive Konfliktthemen werden gern ausgeschlossen, wenn ihre öffentliche Erörterung als «nicht hilfreich» gilt. Polarisierungen werden lieber künstlich erzeugt und in Debatten mit bekannter Dramaturgie übergeführt.”

mediahostilityDiese Grenzen der Wahrnehmungs- und Urteilsmuster sind eng gesteckt, Dissens kläßt der schwarz-rot-grün-liberale Zentrismus nur in homöpathischer Dosierung zu. Über den westlichen Kuschelkurs mit der Marionettenregierung in Kiew und ihren Nazi-Bataillonen darf man zwar die Nase rümpfen, ernsthafte Kritik und gar die Forderung von Konsequenzen aber sind Tabu: das würde “einen Keil ins westliche Bündniss” treiben und sowas geht gar nicht. Weshalb der Putsch in Kiew eben auch keiner sein darf.  Über Sinn und Unsinn der NATO zu diskutieren ist “nicht hilfreich”; ebensowenig wie die von deutschen Standorten koordinierten Drohnenmorde Obamas anzuklagen, weil sie gegen Verfassung und Völkerrecht verstossen;  wer  Aufklärung der 9/11-Verbrechen, der Initialzündung des “Gobal War On Terror”, fordert, ist als Opfer “kruder Verschwörungstheorien”  diskurshygienisch disqualifiziert, wer die internationale Finanzelite und das Federal Reserve-System kritisiert wird in eine Schublade mit Antisemiten und Holocaustleugnern gesteckt. Empörung ist angesagt, wenn das Assad-Regime die eigene Bevölkerung bombardiert, wenn Nethanjahu oder Poroschenko es tun: Bitte weitergehn, hier ist nichts zu sehen!

Von der CSU bis zu den Grünen, von der Seidel,-bis zur Böll-Stiftung zieht sich der konsensuale Einheitsbrei,  die Medien von FAZ bis taz, von Bild bis Spiegel, von ARD bis Super-RTL rühren ihn täglich neu an und dass die meisten Journalisten dann klingen wie Regierungssprecher wundert bei dieser supergroßen Konsenskoalititon dann auch nicht mehr.  Erstaunlich ist aber dann doch, dass sich die deutschen Medien bei ihrer Polarisierung in Sachen Russland offenbar noch päpstlicher als der Papst in Washington geben. Dies ist das Ergebnis einer Studie über die Russland-Berichterstattung in den globalen Medien, die anhand des Verhältnisses von neutralen zu negativen Beiträgen einen “Feindlichkeits-Index” erstallt hat: noch vor den USA ist hier Deutschland Weltmeister. Da die Studie von einem russischen Thinktank erstellt wurde ist ja klar, dass es sich um Kreml-Propaganda handeln muß. Einseitigkeit und vorurteilstriefende Berichterstattung lassen sich unsere Medienmacher ungern nachsagen – “Lügenpresse” sind immer die anderen. Und doch lesen sich die hiesigen Artikel über den bis dato völlig ungeklärten Mord an dem Oligarchen und Oppositionspolitiker Boris Nemzov, als sei Putins Pass im Fluchtauto gefunden worden….

26
Feb, 2015

Alles außer 9/11

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wtcDie Zeitschrift ÖkologiePolitik hat mich zum Thema Medienmainstream und Verschwörungstheorien befragt.

Herr Bröckers, woher kommt Ihr großes Interesse an Verschwörungstheorien?

Mathias Bröckers: Eigentlich interessieren mich Verschwörungstheorien nicht. Zumindest nicht in dem Sinne, dass ich selber wild spekuliere und welche aufstelle. Was mich interessiert, das sind von staatlicher Seite verbreitete Verschwörungstheorien – deren Ungereimtheiten und die Methoden ihrer Verbreitung. Und was mich motiviert, das ist die unglaubliche Bereitschaft der Massenmedien, die offiziellen Verschwörungstheorien ohne kritisches Nachdenken zu übernehmen und wiederzugeben.

So wie nach den Attentaten des 11. September 2001?

Ja, genau. Mein Buch widmet sich nur der offiziellen Darstellung der Geschehnisse und zeigt in 38 Kapiteln jeweils eine Ungereimtheit. Und jede würde in einem normalen rechtsstaatlichen Prozess zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens führen. Wer sich nur für wenige Stunden nüchtern und vorurteilslos mit den Lücken, Widersprüchen und Unklarheiten im 9/11-Abschlußbericht beschäftigt, der erkennt, dass die Geschichte, die uns erzählt wurde, nicht wahr sein kann. Doch kann es meiner Meinung nach nicht darum gehen, der offiziellen Verschwörungstheorie neue inoffizielle Verschwörungstheorien entgegenzusetzen. Die „9/11-Truther“ tun das teilweise – und verstricken und zerstreiten sich dabei. Ohne die Macht und die Mittel eines unabhängigen Gerichts kann die Wahrheit nicht ans Licht kommen.

Was sind von 38 Ungereimtheiten die seltsamsten?

 Neunzehn Hijacker mit Teppichmessern schaffen es, vier Flugzeuge zu entführen, die Luftabwehr stundenlang am Boden zu halten und drei Wolkenkratzer zu pulverisieren, obwohl sie nur zwei getroffen haben.  Und der dritte Turm, das WTC 7, stürzt quasi im freien Fall zusammen – das ist schon sehr merkwürdig. Noch merkwürdiger ist, dass die BBC den Einsturz des WTC 7 schon 20 Minuten vorher meldete und dass die Berechnungen, die den offiziellen Gutachten zum Einsturz der Türme zu Grunde liegen, nicht veröffentlicht werden weil dies gegen die „nationale Sicherheit“ verstoßen würde.

Sie begannen schon am Tag nach den Anschlägen mit einer Artikelserie, die sich kritisch mit den offiziellen Darstellungen befasste. Warum?

Ich wunderte mich, warum schon nach 45 Minuten erstmals der Name „Osama Bin Laden“ und dann immer wieder, irgendein anderer Verdacht wurde nie genannt und nach ein paar Stunden stand der „Täter“ quasi schon fest. Da schien mir etwas faul zu sein, zumal Bin Laden dann in einem Interview zwei Tage später jede Tatbeteiligung explizit abstritt. Kaum glaublich schien mir auch  das wichtigste Beweistsück für den „islamistischen“ Hintergrund der Tat, der Koffer von Mohamed Atta, der zufällig als einziger des gesamten Passagiergepäcks in Boston geblieben war und Beweistücke wie sein Testament, einen Koran und eine Anleitung für das Fliegen von Boeings enthielt. Das schien klar auf eine gelegte Spur zu deuten, denn warum nimmt jemand bei einem Selbstmordattentat sein Testament im Koffer mit ?

Warum wurde die offizielle Darstellung praktisch von allen Massenmedien völlig kritiklos übernommen?

Das habe ich mich angesichts solcher offensichtlicher Ungereimtheiten, die ja jedem Journalisten hätten auffallen müssen, auch gefragt. Dass ihnen nicht nachgegangen wurde hat vermutlich damit zu tun, dass sie  sich in eine Art patriotischen Kriegsrausch versetzt sahen. Dan Rather etwa, der Nachrichtenchef von CBS, meinte damals: „George Bush ist der Präsident. Er trifft die Entscheidungen – und wie es sich für einen Amerikaner gehört: Wo immer er mich haben will, ich reihe mich ein, sag mir nur, wo.“ Eine solche Haltung hat mit unabhängigen Journalismus natürlich nichts mehr zu tun und Dan Rather, später dazu befragt, sagte: „Es beginnt mit einem patriotischen Gefühl in einem selbst.“ Irgendwann finde man sich dann in der Situation, in der man zu sich selbst sage: „Ich weiß zwar die richtige Frage, aber es ist vielleicht jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, diese Frage zu stellen.“ So ging es wohl den meisten Journalisten – auch dem Redakteur eines ARD-Radios, für dessen Sendung ich jahrelang geschrieben hatte und der zu mir sagte: „Du kannst jedes Thema machen, nur nicht 9/11“.  Er wusste, wenn er mich die  „richtigen Fragen“ senden läßt, steht 10 Minuten später die Sendeleitung auf der Matte und macht ihm Ärger und Stress…

Das gesamte Interview  (als pdf) hier.

22
Dec, 2014

Vom Niedergang des Journalismus

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PropagandaEinen Essay von Wolf Reiser – “Freiwild – Über Zähmung, Verwahrlosung und Niedergang des Journalismus”, erschienen in “Lettre International” Nr. 107 und nur gedruckt erhältlich – möchte ich, bevor ich über die Feiertage mal ein paar Tage offline gehe, allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs zur Lektüre empfehlen. Er erzählt aus der Perspektive eines freien Journalisten wie es mit unserer Branche in den letzten Jahrzehnten abwärts ging – und die “Unerbittlichkeit des Adlers” der  “auf die unsortierten Trümmer der Ruinenlandschaft herabschaut” ist ebenso erhellend wie deprimierend. Erhellend weil einem Adlerauge die aktuelle Desinformation und “vorauseilende Gleichschaltung” der Leitmedien in Sachen “Majdanwahn und Klitscho-Hype” natürlich nicht verborgen bleiben kann; deprimierend weil alles in dieser Ruinenlandschaft der Medien so kaputt, so verkommen und so aussichtlos ist, wie Wolf Reiser es beschreibt. Als Alters,- und Branchengenosse, der sich seit 25 Jahren als “Freier”  durchschlägt, habe ich diesen Niedergang genau so erlebt, bis hin zu dem entscheidenden Knacks im System:

“Im Nachinein ist es so, daß mit den ungeklärten Vorgängen von 9/11 der Tod des freien Journalismus einsetzte. Wer auch immer seither der offiziellen Version Zweifel entgegensetzte, landete in der Schmuddelecke des Verschwörungswahns. Wer die Nagelprobe nicht bestand konnte die Karriere als fester wie freier Journalist beenden.”

Ich konnte damals meine bescheidene “Karriere” als Autor bei verschiedenen ARD-Radios freiwillig beenden -  nachdem “meine” Redakteure mir gesagt hatten: “Du kannst alles machen außer 9/11″ – weil ich mich als erster auf genau dieses welterschütternde Thema stürtzte und im Alleingang eine Artikelserie für Telepolis und ein Buch schrieb, das ein internationaler Bestseller wurde. Damit war zwar der Lebensunterhalt als “Freier” für’s erste gesichert, ebenso sicher war aber auch ein  Platz in der “Schmuddelecke des Verschwörungswahns”.  Also nix mehr mit Edelfeder, “seriöser” Journalist und “renomierter” Autor – die neue Inquisition duldet (wie die alte) keine Abweichler. Wie damals etwa auf das Märchen von der Jungfrauengeburt muß heute auf das Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern geschworen werden – wer darauf besteht, dass es sich um ein Märchen handelt, fliegt. Weshalb der Springer-Verlag nach 9/11 sicherheitshalber “Die Unterstützung des transatalntischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.” in Vertragswerke aufgenommen hat, damit jeder neu eingestellte Redakteur weiß, um was es bei der “Journalismus” genannten Produktion des Hauses geht. Dass derlei “deformative Betriebsanleitungen” (Wolf Reiser) auch anderweitig existieren ist wahrscheinlich und wenn  sich dann, wie unlängst in einer Umfrage ermittelt, nahezu zwei Drittel der Bevölkerung von den Leitmedien in Sachen Ukraine schlecht oder einseitig informiert fühlen, ist das natürlich kein  Thema in eben jenen Medien. Sie schalten lieber die Kommentarfunktionen ab.

Dass Wolf Reiser keine Lösungen weiß – auch mir fällt außer der Forderung, dass aus Gerüchteküchen wieder Rumorkliniken werden müssen nichts ein – ist kein Drama; es gilt, die Tragödie, deren Trümmer er detailgenau inspiziert und eloquent beschreibt, überhaupt erst einmal wahrzunehmen, anzunehmen, ernstzunehmen. Ich habe deshalb vor zehn Jahren mit diesem Blog begonnen, der zwar überhaupt nichts einbringt, aber mittlerweile im Monat etwa 25.000 Besucher hat, die 100.000 Artikel lesen. Das entspricht ja quasi schon der Gemeinde einer kleinen Lokalzeitung – und wenn dann in der künftigen Digitalen Räterepublik Deutschland so ein kleiner Lokalredakteur aus der Kultursteuer mit sagen wir mal 10 Cent pro Besucher bezahlt wird, müßte man sich um den Journalismus, die Meinungsvielfalt und die politische Willensbildung keine Sorgen machen. Womit wird uns  bei der Empfehlung dieses grandiosen Abgesangs auf eine verwahrloste Branche doch noch mit einer positiven Vision aus der Affäre ziehen. Schließlich ist Weihnachten.  Und schließlich kann – mit Werner Finck  – “unsere Aufgabe nicht in unserer Aufgabe bestehen”, weil wir – mit Wolfgang Neuss – “nie aufhören von unten anzufangen”. All You Need Is Love. Frohes Fest!

29
Aug, 2014

Lost in translation

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»Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen,« notierte der Wiener Schriftsteller Karl Kraus, nachdem auf eine Falschmeldung der deutschen und österreichischen Presse über einen französischen Bombenabwurf auf Nürnberg Ende Juli 1914 unmittelbar die Kriegserklärung an Frankreich erfolgt war. Dieser fingierte Bericht war für ihn die Urlüge und das Paradebeispiel für die Manipulation der Massen in Kriegszeiten, die Kraus dazu führte, »den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen«. Als einer der Pioniere der Medienkritik hatte Kraus erkannt, dass die Medien die Wirklichkeit nicht abbilden, sondern erzeugen, dass Meinungen und Stimmungen nicht einfach entstehen, sondern gemacht werden: »Ich habe erlebt, wie Krieg gemacht wird, wie Bomben auf Nürnberg, die nie geworfen wurden, nur dadurch, dass sie gemeldet wurden, zum Platzen kommen.«

Das schrieb ich vor vier Wochen im Vorwort zu unserem Buch “Wir sind die Guten”, das am Montag offiziell erscheint. Genau 100 Jahre nach dieser Falschmeldung, die den ersten Weltkrieg eskalieren lies, scheint Karl Kraus aktueller denn je. Auch zu den Schlagzeilen von heute und gestern, die von FAZ bis taz und auf allen Kanälen von einer “russischen Invasion” berichten und in den Kommentaren die Empörung in neue schrille Höhen schrauben…. uuuaaah DIE RUSSEN KOMMEN….  um dann, wenn die Botschaft weltweit über alle Kanäle zwei Tage lang in der Wiederholungsschleife penetriert wurde, wie das Leitmedium “Tagesschau” kleinlaut zu twittern:

29.08.14 17:54-Bildschirmkopie

Kann ja mal passieren. Und wenn mit der New York Times die weltbeste Zeitung und mit Reuters die weltgrößte Agentur etwas behaupten, wird’s ja schon stimmen, und Übersetzungsfehler können mal vorkommen, klar. Was aber offenbar gar nicht mehr vorkommt, im Schurnalismus unserer Tage,  sind Recherche, Investigation und Nachforschungen. Geheimdienste, Politiker, PR-Agenturen belügen Journalisten und machen mit der medial erzeugten Realität Politik – was nur gelingt, weil keiner nachfragt, nachforscht, nachhakt. Die großen Agenturen und großen Zeitungen die großen Konzernen gehören orgeln ihre Propaganda in die Welt und eh den Fake jemand bemerkt sind schon wieder Millionen Gehirne mit der gewünschten Botschaft infiltriert. Und eh er im Kleingedruckten korrigiert und als Propagandalüge zum Thema wird, wird schon die nächste falsche Sau durchs Dorf getrieben. Dass einer der  Autoren der NYT-Story just derselbe ist, der einst mit Judy Miller der Welt ein paar Aluröhren als  Saddam Husseins “Massenvernichtungswaffen” verkaufte… Kann ja mal passieren, Übersetzungsfehler und so…

P.S.: Der Titel unseres Werks scheint sich schon einzuprägen: in einer Rezension des Kölner Stadtanzeigers des gestrigen Maybritt Illner Talks über Waffelieferungen, taucht Panzer-Ursel van der Leyen bereits als eine Art Phänotyp der “Guten” auf.

Update: reuters meldet (ohne jede Korrektur)  noch immer fröhlich weiter: Poroschenko – Russisches Militär hat mit Invasion begonnen

4
Aug, 2014

MH17 – bitte melden!

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20.03.14 09:19-Bildschirmkopie

Es sind jetzt achtzehn Tage seit dem Absturz des Flugs MH 17 der  malaysischen Airline in der Ukraine vergangen, zehn Tage seit Bergung und Übergabe der “Black Boxes” mit den Voice-Recordern an holländische bzw. englische Behörden, vierzehn Tage seit der Pressekonferenz des russischen Generalstabs und seiner Forderung an die ukrainischen bzw. us-amerikanischen Behörden nach Veröffentlichung ihrer Radar-und Satellitendaten – und von Seiten des Westens  kam bis dato: Null, Niente, Nothing, Nichts. Was war im Cockpit der Maschine vor dem Absturz los, warum wich sie schon vorher von ihrem Kurs ab, von welcher Art von Geschossen  wurde sie getroffen ? Anhand der “Black Box” Daten müssen diese Fragen wenn nicht erschöpfend so doch zu wesentlichen Teilen zu beantworten sein.

Hallo Kollegen, Journalisten, Redakteure, Chefredakteure, Medienschaffende  – seid ihr jetzt  allesamt derart zu Pre$$titutes und NATO-Nutten verkommen, dass ihr zwar pfeilschnell und flächendeckend die Verschwörungstheorien und  Schuldzuweisungen des Imperiums verbreitet, an Aufklärung und Wahrheitsfindung aber keinerlei Interesse mehr habt ? Wollt ihr nicht, dürft ihr nicht oder ist es euch einfach nur sch***egal, was ihr eurem Publikum als Realität präsentiert, Hauptsache am Monatsersten ist das Gehalt da ? Was ist da los ? Sind wir jetzt endgültig im Kindergarten und spielen nichts anderes mehr als das Blame Game ? Fast scheint es so, wenn der “Spiegel” mit der Kritik an seiner infamen Ausschlachtung der Opfer und dem Vorwurf der Propaganda so umgeht, dass er mit einem lachhaften Artikel über die fürchterliche  Propaganda in Russland kontert  – in dem keine Zeile über den ungeklärten Absturz steht, der jetzt zum Anlass von Sanktionen, Aufrüstungsforderungen und Kriegsgeschrei genommen wird.

Ist es euch noch nicht in den Sinn gekommen, dass die Nicht-Aufklärung des Unglücks seitens der USA und ihres Marionetten-Regimes in Kiew mittlerweile streng nach einer False Flag Operation riecht, wo die CIA nun schon fast drei Wochen braucht um irgendwelche Aluminiumröhren als Massenvernichtungswaffen Beweise herbei zu konstruieren ? Oder brauchts nicht mal mehr solche Konstrukte, weil die Journallie schon gar nicht mehr danach fragt und  alles nachjault was ihnen die großen Hunde vorbellen ?  Und als Meute willig folgt, wenn die westliche Plutokratie auf Bärenjagd geht ?

Vor ein paar Tagen schrieb ich im Vorwort für das kommende Buch ” Wir sind die Guten”- es geht in dieser Woche in den Druck und erscheint am 1.September:

»Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen,« notierte der Wiener Schriftsteller Karl Kraus, nachdem auf eine Falschmeldung der deutschen und österreichischen Presse über einen französischen Bombenabwurf auf Nürnberg Ende Juli 1914 unmittelbar die Kriegserklärung an Frankreich erfolgt war. Dieser fingierte Bericht war für ihn die Urlüge und das Paradebeispiel für die Manipulation der Massen in Kriegszeiten, die Kraus dazu führte, »den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen«. Als einer der Pioniere der Medienkritik hatte Kraus erkannt, dass die Medien die Wirklichkeit nicht abbilden, sondern erzeugen, dass Meinungen und Stimmungen nicht einfach entstehen, sondern gemacht werden: »Ich habe erlebt, wie Krieg gemacht wird, wie Bomben auf Nürnberg, die nie geworfen wurden, nur dadurch, dass sie gemeldet wurden, zum Platzen kommen.«

Genau hundert Jahre später sind wir wieder an diesem Punkt. Ich war damals nicht auf der Welt, kann aber hier und heute kaum anders als mit Karl Kraus »den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen.«

28
Sep, 2013

Lügen – Grundnahrungsmittel der Medien

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Es gibt ja immer noch eine Menge Menschen, die die offizielle Legende der 9/11-Anschläge für die historische Wahrheit halten. Das kann man ihnen nicht verübeln, denn die Geschichte von Osama und den “Hijackern”, denen es mit 19 Teppichmessern gelang, die US-Luftabwehr zwei Stunden lang am Boden zu halten und mit zwei Flugzeugen drei Wolkenkratzer zu pulverisieren, wurde (und wird) über nahezu sämtliche Medienkanäle seit 12 Jahren massiv verbreitet. Zweifel daran werden als gefährliche “Verschwörungstheorie” diskriminiert – und wer sie äußert, muß damit rechnen, zum Außenseiter, Spinner, Verrückten abgestempelt zu werden. Selbst wenn er oder sie diese Zweifel nicht aus Dummheit oder Böswilligkeit äußert, sondern sie aufgrund rationaler und logischer Betrachtung gewonnen hat. In meinen Büchern zum Thema habe ich mehrfach behauptet, dass jeder, der sich nur ein, zwei Stunden mit den offenen Fragen und den Ungereimtheiten des Falls beschäftigt,  zu dem Schluß kommen muß, dass die offizielle Version der Ereignisse eine Lüge ist. Wer nicht lesen will kann sich in derselben Zeit auch die Statements von 40 Experten anhören. Oder sich kurz in diesem Video anschauen, dass selbst die Mitglieder der 9/11-Untersuchungskommission wissen, dass ihr Abschlußbericht nicht der Wahrheit entspricht.

Unterdessen schreibt Seymour Hersh, einer der letzten US-Journalisten, die diese Berufsbezeichnung noch verdienen, an einem Buch, in dem er u.a. belegen wird, dass an der Story über die Ergreifung und Erschießung Osama  Bin Ladens “kein Wort wahr ist”.  Zudem fordert Hersh, dass 90% aller Redakteure entlassen werden müssten, weil sie schlicht ihrem Job nicht mehr nachkommen, nur noch Wasserträger für die Mächtigen sind oder irrelevanten Bullshit verzapfen,  -  und sagt über die Obama-Regierung und die Medien: “Lügen ist ihr Grundnahrungsmittel”. Solange das 9/11-Märchen weiter als Realität verkauft wird, bleibt diese Diät an der Tagesordnung.

 

9
May, 2012

Hordenjournalismus

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Mit Nazivergleichen muß man vorsichtig sein, zulässig sind sie nur , wenn irgendwo “Freiheit” und “Demokratie” herbeigebombt werden sollen und zur allgemeinen Mobilmachung der nächste  “Hitler” ausgerufen wird. Da kann man es dann mit Analogien so richtig krachen lassen, wie seinerzeit zum Beispiel Hans Magnus Enzensberger mit Saddam Hussein als  Adolfs “Wiedergänger”. Weniger freundlich aufgenommen – und mit Nazi-Beschimpfungen bombardiert – wird hingegen, wer wie Günter Grass auf die Atomwaffen und die  Kriegsdrohungen Israels hinweist. Dass der Schriftsteller dieses Bombardement als mediale “Gleichschaltung”  bezeichnete wurde ihm umgehend als unkorrekter Nazivergleich vorgeworfen, was Grass zu der Präzisierung veranlasste, es handele sich um “Hordenjournalismus”. Das trifft es in der Tat besser – auch wenn man wie Rudolf Maresch in seinem Telepolis-Artikel heute – durchaus auch von Gleichschaltung der Medien sprechenkann. Read more

15
Feb, 2012

Medien, Lügen, Afghanistan

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Im Auftrag seines Arbeitgebers, der US-Armee, war Oberstleutnant Daniel L. Davies im letzten Jahr  in Afghanistan auf Inspektionsreise unterwegs, um mit den  dort stationierten US-Truppen zu sprechen.  Nach seiner Rückkehr wurde er zu einem Whistleblower, denn den “Fortschritt”, den Generäle und Medien hier seit Jahren behaupten, konnte er nirgendwo entdecken, dafür aber allenthalben das Gegenteil:
“Entering this deployment, I was sincerely hoping to learn that the claims were true: that conditions in Afghanistan were improving, that the local government and military were progressing toward self-sufficiency. I did not need to witness dramatic improvements to be reassured, but merely hoped to see evidence of positive trends, to see companies or battalions produce even minimal but sustainable progress.Instead, I witnessed the absence of success on virtually every level”, heißt es in einem Artikel, den er daraufhin für die Fachzeitschrift “Armed Forces Journal” schrieb. Read more

21
Jan, 2012

Alles – außer 9/11!

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Nachdem Anfang November das Radio Berlin Brandenburg” (RBB)  seinem langjährigen “Ken FM”-Moderator Ken Jebsen mitten in der Sendung das Mikrophon abgestellt hatte, weil ein paar islamophobe Blogger und ihr Lautsprecher Broder haltlose Antisemitismusvorwürfe geäußert hatten, konnte er zwar kurz darauf wieder auf Sendung gehen – wenige Wochen später jedoch kündigte der RBB das Arbeitsverhältnis,  mit der Begründung, er “hätte sich nicht an Absprache gehalten” und gegen “journalistische Standards verstoßen”.  Das ist Ken Jebsen nach über 10 Jahren und 545 Sendungen ein bißchen zu dürftig, weshalb er jetzt Klage  gegen die Kündigung eingreicht hat.  Er will genaueres wissen. Gegen die Antisemtisimus-Vorwürfe hat ihn der RBB selbst in Schutz genommen, die sind also nicht der Grund für den Rausschmiß, doch welche Standards er ansonsten verletzt haben soll wurde nie konkretisiert.  Was sind die “Standards” einer Rock’n Roll Sendung, die  wie “Ken FM” mit ihrem Mix aus Musik, Glosse, Essay und Satire zum Kult auf “Fritz”-Radio werden konnte ? “Würde man Monthy Python vorwerfen, dass sie historisch nicht korrekt sind ?” fragt  der Moderator, weist aber darauf hin, dass nicht alles in seiner Sendung nur Satire war.

Das trifft auch auf die KenFM-Sendung vom 11.9.2011 zu, für die er mich eine Stunde lang über das neu erschienene Buch zu Thema interviewte - und die er mit einem faktengesättigten Teaser unter dem satirischen Titel “Happy Birthday Terrorlüge” einleitete. Als ich mittags um 14 Uhr das Radio einschaltete und diesen grandiosen Parforce-Ritt des Schnellsprechers Jebsen zum ersten Mal hörte, fiel ich fast vom Stuhl, vor Begeisterung und Ziehen meines nicht vorhandene Huts: besser als in diesen zehn Minuten konnte man den Shitstorm, der uns seit 9/11 als Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern aus allen Medienkanälen ins Hirn geblasen wird, einfach nicht auf den Punkt bringen. Als wir uns zwei Wochen zuvor für das Interview getroffen hatten, waren meine Erwartungen eher gering. Zwar hatte Ken Jebsen vor dem Gespräch das Buch tatsächlich gelesen – was in der Branche keineswegs üblich ist – und sehr präzise Fragen, auf die er mich ausführlich antworten liess, aber aus den vielen Interviews zum Thema 9/11 weiß ich, was hinterher meistens gesendet wird: im besten Fall ein längerer Auschnitt, im schlechten ein paar Fetzen mit abwertender An-und Abmoderation.  Nicht so bei KenFM – hier lief das Interview nahezu  ungeschnitten und nur unterbrochen von Musik. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Zumal nach den Erfahrungen, die ich mit der ARD gemacht hatte, für die ich auf verschiedenen Radiokanälen und Sendern in den 80er und 90er Jahren häufig als Autor tätig war.  In der Wahl meiner Themen für Kommentare, Rezensionen oder Features war ich immer frei, bis es im Spätherbst 2001 hieß: “Du kannst alles machen- außer 9/11!” Ohne dass es ein Direktive der Intendanz gegeben hätte wußten die Redakteure, dass sie Ärger bekommen, wenn sie anderslautende  Meinungen zulassen. Auch wenn  es an dem Dogma der offiziellen Version fundierte Zweifel gab, gerüttelt werden durfte daran nicht.

Dass das nun 10 Jahre danach anders zu sein schien, dass nicht nur meine Recherchen bei KenFM gebührlich zu Wort kamen, sondern auch noch andere kritische Stimmen – und dass der Moderator dies alles in einem zündenden “Happy Birthday”-Kracher zusammengefaßt hatte, gab durchaus Anlaß zur Freude. Die Inquisition, das öffentlich-rechtliche Medien-Mittelalter schien zu Ende, das Tabu, 9/11 anders zu beurteilen als das Weisse Haus, schien gebrochen. Bis der Radiomann, der sich diese Freiheit genommen hatte, gefeuert wurde.  Weil er “journalistische Standards” verletzt hat. Insofern könnte das Verfahren vor dem Arbeitsgericht interessant werden, in dem man hoffentlich mehr über diese Standards erfährt -  und vielleicht auch über die Tatsache, dass die gebührenfinanzierte Meinungsfreiheit nach wie vor und selbstverständlich alles umfaßt – außer 9/11.

28
Sep, 2011

Kognitive Dissonanzen

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“Geraten wir in diese von den Psychologen als kognitive Dissonanz bezeichnete Gemütslage, reagieren wir reflexartig immer auf dieselbe Weise: indem wir alle Fakten ausblenden, die unsere fundamentalen Überzeugungen ins Wanken zu bringen drohen. Und je größer die Dissonanz, je größer die Gefährdung unserer Überzeugungen, desto geringer unsere Bereitschaft, die unser Weltbild stützenden »Fakten« auch nur in Frage zu stellen. Und 9/11 sorgte für eine gewaltige kollektive kognitive Dissonanz, stumm in der Tiefe der westlichen Gedankengebäude widerhallend, im Schlepp einen unwiderstehlichen inneren Befehl: Don’t go there! Don’t even think about it!

So heißt es im Nachwort des neuen Buchs über die Schwiergkeit weltbilderschütternde Tatsachen wahrzunehmen – und bei den Diskussionen, die ich in den letzten Wochen bei den Buchvorstellungen hatte, ging es oft um diesen Punkt: dass die Belege, warum 9/11 nur als “inside job” durchführbar war, zwar überzeugend bis überwältigend sind, das man sich das aber dennoch nicht vorstellen kann. Dass “unsere” gewählten Volksvertreter solche Verbrechen begehen, um Kriege durchzusetzen, dass unsere “investigativen” Medien dabei mitspielen und zu Stenografen und Propagandisten verkommen sind, dass wir als Zuschauer systematisch in die Irre geführt, verängstigt und verarscht werden – wenn das wahr wäre, wäre in der Tat nichts mehr wie es war. Und schon gar nicht, wie es sein sollte – da schauen wir am besten gar nicht hin. Gibt schließlich  genug Probleme, da noch an den Basiskoordinaten zu rütteln macht alles nur noch komplizierter. Da halten wir uns doch lieber an das, was sie in der “Tagessschau” erzählen…

Für die  Dokumentation ’9/11: Explosive Evidence – Experts Speak Out’ haben Psychologen und Therapeuten Auskunft über die Schwierigkeit gegeben, erschütternde Fakten zu akzeptieren:

25
Aug, 2011

Wag the Dog in Libyen

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Dass die Menschenrechts-Bellizisten der NATO in Libyen einmal mehr das Völkerrecht brechen, hatten wir hier schon mal leise beklagt. Aber was sind schon rechtstaatliche Prinzipien,  wenn “böööööhhhhse” Diktatoren oder Terroristen beseitigt werden müssen ? Und was sind journalistische Prinzipen der wahrheitsgetreuen Berichterstattung wenn es um Propaganda geht ? Hier ein schönes Beispiel  der BBC, einem der einstigen Herolde “seriöser” Nachrichten – gezeigt wird der angebliche Jubel der libyschen Massen über die “Befreiung” am “Green Square” Platz. Doch die Bilder “Live aus Tripoli” – stammen aus Indien:

Update: Die BBC hat sich auf Anfrage mittlerweile entschuldigt, die Redaktion sei “confused” gewesen und hätte versehentlich einen falschen Clip eingespielt, was aber umgehend bemerkt worden sei. Der Clip lief dennoch bis zum Ende und auch danach war von den beiden aufgekratzten Moderatoren keine Richtigstellung zu hören…

11
Aug, 2011

Styleguide 9/11

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Damit im Medienbordell nichts schiefgeht, wenn zum 10. Jahrestag der 9/11-Anschläge das Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern auf allen Kanälen repetiert wird, hat die Nachrichtenagentur AP vorab einen Styleguide veröffentlicht – auf dass den Pre$$titutes und ihren Praktikanten keine unbedarften Schnitzer unterlaufen, wenn sie die offizielle Legende jubiläumsgerecht als historische Wahrheit verkaufen. Etwa die von der 9/11-Commission zurechtgezurrte Timeline, oder die Wahrheit über Osama Bin Laden: “He founded al-Qaida and was killed by U.S. forces in Pakistan in May 2011. Pronounced oh-SAH’-muh bin LAH’-din” . Mehr muß man einfach nicht wissen über den sinistren Alleintäter. Wichtig ist laut AP auch, nichts dazu zu erfinden: “Do not make up names, however. There is no Boston Airport, for example. The Boston airport (lowercase airport) would be acceptable if for some reason the proper name, Logan International Airport, were not used.” Das werte Publikum kann zum Jahrestag also sicher sein, nur mit absolut korrekter Groß,- und Kleinschreibungen bedient zu werden. In dieser Beziehung ist auf die vierte Säule der Demokratie, die freien und unbestechlichen Medien, 100-prozentig Verlass – dass jemand durch einen nicht vorhandenen “Boston Airport” verwirrt wird ist nicht zu befürchten. Da kann man die (laut FBI) in Sachen 9/11 nicht vorhandene “hard evidence” gegen Osama Bin Laden oder den am Logan International Airport entdeckten magischen Koffer Mohamed Attas mit den zauberhaften Beweisstücken  doch glatt vernachlässigen. Was mit ziemlicher Sicherheit auch flächendeckend geschehen wird, ganz im Sinne des Styleguides der Puffmutter AP: Wenn wir der Öffentlichkeit schon ein X für ein U vormachen, dann aber wenigstens korrekt geschrieben!

Unterdessen wurde von unserem Buch “11.9. – zehn Jahre danach” drei Wochen nach Erscheinen mittlerweile schon die dritte Auflage ausgeliefert, bei Amazon ist es jetzt auch in der Kindle-Edition verfügbar und die hervorragenden Kundenrezensionen dort werden ebenso wie die gesamte Nachfrage wohl nicht abreissen, solange die Mainstreammedien sich von ihrer Rolle als Stenograf und Erfüllungsgehilfe von Brainwashington D.C. nicht verabschieden – und das Verbrechen des Jahrhunderts nicht mehr als Thema einer Märchenstunde behandeln, sondern  zum Gegengstand der Recherche machen.

UPDATE: Zum Beispiel die jüngsten Aussagen des einstigen US-Anti-Terror Zars Richard Clarke über das Handling der späteren “Hijacker” Al Midhar und Al Hazmi, deren Terrorumfeld der CIA  seit Jahren bekannt war, – sie gingen in einem observierten Al-Qaida-Hub im Jemen ein und aus – die aber dennoch freizügig ein-und ausreisen konnten und sich so sicher fühlten, dass sie sich sogar im öffentlichen Telefonbuch von San Diego registrieren liessen. Clarkes Behauptung, dass die CIA ihre Informationen über die beiden Herren bewußt zurückhielt, wurde von der CIA natürlich sofort zurückgewiesen – Clarke ist unterdessen längst nicht nicht der einzige informierte Zeuge. In unserem neuen Buch heißt es dazu:   “Der Autor Lawrence Wright sprach mit einigen der Beamten der FBI-Einheit I-49, die für Al-Midhar und Al-Hazmi zuständig gewesen wäre, hätte sie denn von seiner Rolle erfahren. Dass sie davon nicht erfuhren, so glaubt »mindestens die Hälfte der Jungs im Büro«, hatte damit zu tun, »dass die CIA Al-Midhar und Al-Hazmi schützte, weil sie hoffte, die beiden zu rekrutieren«. Oder, können wir hinzufügen, dass die CIA sie im Joint Venture mit den saudischen Kollegen schon rekrutiert hatte als V-Männer (oder Agents Provocateurs?) in der »Logistikzentrale« von Al-Qaida…”

14
May, 2011

Der kategorische Konjunktiv

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Es läuft tatsächlich so, wie vermutet: die öffentliche Wahrnehmung der Tötung Osama Bin Ladens wird nicht von glaubwürdigen, offiziellen  Berichten gesteuert, sondern von  spekulativen Häppchen genährt, die anonyme “senior officials” dem Medienmainstream liefern. Nicht Fakten, nicht “war”, “hat”, “ist”, sondern  Spekulationen “soll”, “hätte”, “angeblich” regieren das mediale Tagesgeschäft (Wahrnehmungs-Managment durch Spekulations-Stimulation): der kategorische Konjunktiv.  In dem derart entstehenden Gerüchte-Biotop spriessen Verschwörungstheorien wie Pilze und die allgemeine Unübersichtlichkeit dieses Wildwuchses katapultiert jeden Orientierung Suchenden zurück in die gute alte bushistische Dichotomie: “Mit uns – oder mit den Terroristen!” Wenn “Wahrheit” auf dem Markt nicht erhältlich ist, wenn sowieso auschließlich Behauptungen, Hypothesen, Gerüchte im Angebot sind – ein Vulkan von Lügen – na dann halten wir uns doch lieber an die von unserem Führer via Volksempfänger verbreitete Version. Alles andere wird zu kompliziert. Und wir warten darauf, bis Hollywood die Unklarheiten und Lücken füllt und das ganze Bild liefert. Read more

1
Mar, 2011

Wiki Killed The Mediastar

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(1 Update) Video Killed The Radio Star hieß ein schöner Popsong, der Ende der 1970er den technologischen Sprung vom Radio zum Video, den Aufstieg von MTV,  thematisierte – und ähnlich  könnte man über 30 Jahre später jetzt wieder texten, nachdem das GuttenPlagWiki den Superstar der alten Medien zur Strecke gebracht hat. Wiki Killed the Mediastar. Die alte Schule der politischen Skandalbewältigung  – Abstreiten, Kleinreden, Aussitzen und immer auf das “Vergessen” der Medien hoffen – hat ebenso versagt,wie noch die von Gerhard Schröder dumpf beschworenen Hauptwerkzeuge postmoderner Regierungskunst, “Bild” und “Glotze”. Ohne das Web 2.0, ohne die Schwarmintelligenz des Wiki, wäre der Fälscher und Hochstapler  zu Guttenberg immer noch im Amt  und mit diesen alten Methoden und Werkzeugen vermutlich sogar durchgekommen. Read more

9
Feb, 2011

Volksempfänger reloaded

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Er ist wieder da, der Volksempfänger, nicht als Bakalit-Kistchen aus dem das Volk His Fuehrers Voice empfängt, sondern über Kabel, Satellit, TV und Handy. Diese Woche beschloß die Federal  Communications Commission (FCC), die Rundfunkbehörde der USA, ein erstes Testprogramm mit einem “Presidential Alert” zu starten, der im Falle von Katastrophen natürlicher oder terroristischer Art auf allen Kanälen eingeblendet werden soll. Wenn  demnächst also mal wieder ein islamistischer Unterhosenbomber aufkreuzt, kann Obama per “Emergency Alert System” (EAS) sämtliche Netze hijacken und den Volksgenossen rechtzeitig eine Warnung zukommen lassen. In Verbindung mit dem vom Heimatschutz-Ministerium in Kooperation mit der Supermarktkette Wal-Mart aufgelegten Programm  “If You See Something, Say Something” sollte es künftig auch an Volksmeldern nicht fehlen. Wann die EAS-App kommt, steht noch nicht fest – lange dauern kann es nicht mehr…

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