17
Jan, 2017

Yankee and Cowboy War 2.0 (9)

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Wenige Tage vor den großen Krönungsfeierlichkeit hat sich das Real Game of Thrones im exzeptionalistischen Königreich noch einmal zugespitzt. Ein führendes Mitglied des Senats sagte, König Donald sei “wirklich dumm” wenn er sich mit den Meistern der Intelligence anlegt, denn die hätten “den Sonntag und sechs Tage” es ihm heim zu zahlen. Wie das geschehen könnte, lies der Senator offen. Der abgesetzte Intelligence-Großmeister Brennan warnte den neuen König ganz offen “seinen Mund zu hüten” – eine Frechheit, die sich die stets diskreten Meister eigentlich nie herausnehmen. Angesichts solcher Drohungen  steigen die Befürchtungen im Lande, dass es dem neuen Herrscher genauso gehen könnte wie dem letzten König der es gewagt hatte, sich mit den unsichtbaren Meistern der Intelligence anzulegen.

König Jack, den alle nur JFK nannten, wollte damals den Konflikt mit dem Reich des Ultrabösen nicht mit immer mehr Waffen, sondern durch Gespräche und Abrüstung beenden und war damit nicht nur den Meistern, sondern auch der mächtigen Gilde der Waffenschmiede in die Quere gekommen. Jener Gruppe, die  Jacks Vorgänger, der alte General Ike, der die Armeen im letzten Weltenkrieg zum Sieg geführt hatte, bei seinem Abschied  “den militärisch-industriellen Komplex” genannt und vor ihrem gefährlichen Einfluß gewarnt hatte. Nachdem König Jack dann durch gedungene Heckenschützen ermordet worden war hatten sich alle seine Nachfolger an die unausgesprochene Warnung gehalten, den Waffenschmieden und den Meistern der Intelligence nicht ungefällig zu sein. So waren die Rüstungskammern des exzeptionalistischen Köngreichs in immer exzeptionalistischere Dimensionen gewachsen, ebenso wie die Büros und Budgets der Meister der Intelligence.

Aus den Tiefen des Staats hielten die Meister  diese Maschine am Laufen, indem sie ständig neue  “Feinde” ausmachten. Oder, wenn  keine in Sicht waren,  etwas nachhalfen um die Bedrohung sichtbar zu machen. Das fiel ihnen leicht, denn ihm Rahmen der Operation Mockingbird hatten sie in der Gilde der Herolde und Einflüsterer  an den wichtigsten Stellen eigene Leute platziert, die die Fake News der Meister über drohende Gefahren jederzeit unter das Volk brachten.

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11
Jul, 2016

Hu!

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Die Deutsche Bank findet, dass mal wieder 150 Milliarden zur Bankenrettung gebraucht werden und der Economist warnt schon mal vor, dass die maroden italienischen Banken demnächst ganz übel einknicken.  Mir fällt als Island-Fan dazu nur noch “Hu!” ein. Mit diesem Schlachtruf haben es die Inselbewohner in ihrem gallischen Dorf ja geschafft, ihre Groß-Banker zur Verantwortung zu ziehen und in den Knast zu bringen, statt sie für ihre Untaten mit Steuergeldern zu “retten”.  Nicht nur im Fußball sind die isländischen Fighter vorbildliche Europäer!

Ein derartiger Aufstand, wie ihn die Isländer erfolgreich gegen die Banker durchzogen, ist auch auf militärischem Feld überfällig. Nur mal vorsichtig das “Säbelrasseln” der NATO-Aufrüstung an der russischen Grenze zu kritisieren, wie es der Minister unseres Äußeren getan hat ist nun längst nicht das Äußerste, was man gegen eine Kriegtreiberei und Russen-Paranoia tun muss, die nicht nur Gorbatschow als  hochgefährlichen Übergang in einen “heißen Krieg” sieht . Read more

23
Jun, 2016

Endspiel in Europa

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27.06.13-2139-Bildschirmkopie-300x152Bevor auf diesem Blog für zwei Wochen Sommerpause ist, hier noch ein paar Prognosen und Hinweise:

– der Brexit wird heute knapp abgewählt, die Briten bleiben drin, was dann zum allgemeinen Aufatmen und fröhlichen “Weiter so!” in der EU führen wird. Aber nicht zu irgendeiner Lösung oder einem Stop der europäischen Disintegration.

– es wird auch weiterhin nichts Schlimmes geben, hinter dem nicht Putin steckt. Jetzt hat das ehemalige Nachrichtenmagazin “enthüllt”, dass auch die Hacker des IS “Cyber Kalifats” eigentlich Russen sind. Das Online-Magazin “Sputnik” hat mich  zu dieser neuen Volte im  kindergarten-artigen Russland-Bashing befragt. Read more

30
Apr, 2016

Panzer-Uschi in der Wolfsschanze

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historyIn den Bestsellerlisten notiert der “Rassist der Herzen” (taz) Thilo Sarrazin derzeit auf Platz 1,  knapp  vor Adolf Hitlers “Mein Kampf” –  und Deutschland läßt wieder Truppen gen Moskau marschieren. Zwar ist die Oberkommandierende, unsere Panzer-Uschi,  noch nicht in der Wolfsschanze einquartiert, aber was nicht ist, kann die Leyen-Spielschar ja schon mal üben. Zumal unsere Altvorderen unter Adolf wie schon zuvor Wilhelm und Napoleon bei ihren Auswärtsspielen gegen Russland  stets schwer auf die Mütze bekamen. Sportlich gesehen sind der Iwan und Mütterchen Russland so etwas wie der Angstgegner westlicher Champions-League-Aspiranten, da herrscht also fraglos verschärfter Trainingsbedarf. Dass seit  ’45 Atomwaffen am Start sind, die beim Eindringen in den Strafraum gezündet werden – was für das Mittelfeld (Deutschland) die nukleare Apokalypse bedeutet – läßt solche Truppenbewegungen als  geschichtsvergessene Gymnastikübungen zwar geradezu lächerlich erscheinen. Sie sind aber durchaus ernst gemeint, denn den Chefcoach Uncle Sam juckt es im Ernstfall wenig, wenn das Mittelfeld zum Schlachtfeld wird. Es geht, wie einst unter Adi,  um Höheres, Größeres,  es geht um Absolutes und Totales, um Full Spectrum Dominance,  da müssen einfach Opfer gebracht werden. Dass  sich 95 % der deutschen Bevölkerung eine politische Annäherung an Russland wünschen darf da keine Rolle spielen. So wie es ja auch keine Rolle spielt,  dass 95 % aller Fußballfans eine Wüsten-WM bei 40 Grad in Katar absurd finden, wenn die FIFA das so beschließt – bzw. die NATO, als ihr geopolitsches Pendant und ebenso korrupt und überflüssig. Freilich eine Idee mehr transparent, denn Freundschaft mit Russland ist pures Gift für die Auftragsbücher, nur das Schreckensbild des aggresiven Bären garantiert steigende Budgets.

Wer sich an die Geschichte nicht erinnert, muß sie wiederholen. Und diese Nachrichten könnte man durchaus als einen solchen geschichtsvergessenen Retro-Trip deuten. Die Tragödie des zweiten Weltkriegs läuft jetzt als Farce. Für den Horror vor einer “jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung”, mit dem zu Krieg getrommelt wurde, sind nunmehr  der Islam und einmal mehr die Russen zuständig.  »Spätestens seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln kommen selbst grüne Professoren zu mir, die sagen: Ich habe zwei blonde Töchter, ich sorge mich, wenn jetzt 60 arabische Männer in 200 Meter Entfernung wohnen,« bekundete unlängst der grüne Bürgermeister von Tübingen. Und Otto Köhler fand auf Seite 1344 des Hitler-Werks das Originalzitat: »Der schwarzhaarige Judenjunge lauert stundenlang, satanische Freude in seinem Gesicht, auf das ahnungslose Mädchen, das er mit seinem Blute schändet und damit seinem, des Mädchens Volke raubt. Mit allen Mitteln sucht er die rassischen Grundlagen des zu unterjochenden Volkes zu verderben.« Da wäre dann auch “Türken-Thilo” wieder dabei, wenn auch etwas vornehmer formulierend. Einmal mehr lauert also ein heimtückischer Feind im Inneren – schwarzhaarig, krummnasig, satanisch – unseren blonden Töchtern und damit uns allen auf; und droht von außen der unberechenbare Iwan bis nach Paris vorzustossen, mindestens: “Putin will die Wetmacht!” (Joschka Fischer). Da ist ein kleines Reenactment an der Wolfsschanze das Mindeste.  Zum 75. Jahrestag des letzten Überfalls wird man mit 250 Bundeswehr-Soldaten an der Grenze ja wohl noch ein wenig die Backen aufblasen dürfen  – im Namen von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, versteht sich…

17
Aug, 2015

Von Griechenland,- und Putin-Verstehern

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TOPSHOTS-GERMANY-RUSSIA-MERKEL-PUTIN-PROTEST“Auf Partys in deutschen Designerküchen wird man immer noch angeschaut, als wäre man Rudi Dutschke, wenn man sich als Griechenlandversteher outet. Aber wer ist eigentlich radikaler? Der, der sagt, dass diese Rechnung nie aufgehen wird? Oder “diese nüchternen, beanzugten, ernsten Menschen, die sich selbst als die einzigen Erwachsenen im Raum betrachten, und die doch in Wahrheit verrückte utopische Fantasten sind, die einem fanatischen ökonomischen Kult anhängen”, wie George Monbiot kürzlich im Guardian schrieb? Es sind genau die Jünger jenes Kults, der im Seminar von 1987 noch so viel Heiterkeit auslöste.” Damals, als Student, hatte Sebastian Schoeps im Amerikanistik-Seminar über “Reagonomics”  und die Trickle-Down-Theorie referiert, nach der man um den Armen zu helfen die Reichen reicher machen müsse, Gelächter geerntet und galt als “Liberaler” weil er nicht in Wackersdorf demonstrierte. Heute, nachdem der fanatische Kult unter dem Namen “Neoliberalismus” zur herrschenden Ideologie der Wirtschaft geworden ist, gilt er als “Radikaler”, weil er für die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft (und einen Schuldenschnitt Griechenlands) plädiert. Sein Essay über diese merkwürdige Koordinaten-Verschiebung  – “Hilfe, bin ich Links?”  – hat mir gefallen. Und als jemand, der auf Partys auch manchmal wie der Leibhaftige angeschaut wird, kann ich ergänzen:  als “Putinversteher” geht es einem ganz ähnlich. Auch wenn man gar nichts anderes vertritt als die SPD in den 70er Jahren – etwa im Schlußakkord unseres Buchs “Wir sind die Guten” :

»Wandel durch Annäherung« lautete 1963 die von Egon Bahr geprägte Formel, die eine neue deutsche Ostpolitik einleitete, als Alternative zur alten Politik der Stärke der Versuch des gegenseitigen Verstehens und Verhandelns. Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Berliner Mauer, der den Erfolg dieser visionären Strategie krönte, ist es höchste Zeit, sich wieder an dieses außenpolitische Erfolgsmodell zu erinnern.”

Wo  solche Forderungen  mindestens als unreputierlich wenn nicht gar als extrem und indiskutabel gelten, läuft etwas schief – nicht bei denen, die sie aufstellen, sondern bei denen, die sie vom Tisch wischen. Dass ein Griechenland, – oder ein Putin-“Versteher”, kein “Verehrer” der verschuldeten Griechen oder des autokratischen Kreml-Chefs ist, sondern ein Realist, können die Jünger des Neoliberalismus,- oder des Nato-Kults nicht sehen. Sie halluzinieren standhaft weiter, dass die gigantischen Schulden zurückbezahlt werden und der Machtwechsel in Kiew eine demokratische Revolution war. Dass die Schulden unbezahlbar sind und in der Ukraine der Bürgerkrieg immer weiter eskaliert muss zur Vermeidung kognitiver Dissonanz systematisch ausgeblendet werden. Wenn die Griechen endlich mal fleissig arbeiten und der böse Putin weg ist wird alles gut! Wo der Mainstream sich mit diesem Mantra einlullen lässt, ist es weder links noch liberal noch rechts sondern einfach nur vernünftig, stramm gegen den Strom zu schwimmen.

11
Jun, 2015

NATO nein danke

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stopnatoAuch wenn Umfrageergebnisse stets mit Vorsicht zu geniessen sind, hier ist eines, das Hoffnung machen könnte: 58 Prozent Deutschen sagen, dass Deutschland im Falle eines “ernsthaften militärischen Konflikts” zwischen Russland und einem benachbarten Nato-Land dem Verbündeten nicht militärisch zur Hilfe kommen sollte. Auch in anderen Ländern ist die Bereitschaft der in Artikel 5 des Nato-Vertrags festgelegten Beistandsverpflichtung nachzukommen nicht sehr hoch, nirgends jedoch sitzt die Skepsis gegenüber der Nato tiefer als in Deutschland.

Dieser Vertrauensverlust hat gute Gründe und die sind weniger in der Seele des deutschen Michels zu suchen, als in der Wandlung der Nato von einem Verteidigungsbündnis im Kalten Krieg zu einer internationalen Eingreiftruppe. Der völkerrechtswidrige Angriff auf Jugoslawien, dem die rot-grüne Bundesregierung mit  der Beschwörung des Hitler-Gespensts Legitimiät verschaffen wollte, muß als Beginn dieses Wandels festgehalten werden. Und wer das Ergebnis dieser “Befreiung des Kosovo” heute besichtigt – und kaum mehr als einen gigantischen US-Militärstützpunkt und einen Mafiastaat mit Drogenhandel vorfindet – muß sich eigentlich nicht wundern, dass es mit dem Ansehen der Nato nicht mehr so weit her ist. Es geht diesem Verein nicht um Demokratie/Freiheit/Menschenrechte, sondern um Macht,- und Geschäftsinteressen – was die Vereinigten Staaten nach dem Jugoslawienkrieg auch freimütig bekundeten: es sei darum gegangen, das strategische Versäumnis Eisenhowers am Ende des 2. Weltkriegs zu korrigieren  einen US-Stützpunkt zur Kontrolle Osteuropas einzurichten. Diese “Korrektur” wurde seitdem mit der Nato-Expansion in viele weitere osteuropäische Länder fortgesetzt und ist in der Ukraine noch in Arbeit.

Dass die Deutschen nun mehrheitlich nicht mehr bereit sind, diesem aggressiven “Verteidigungsbündnis” Beistand zu leisten, hat deshalb auch weniger mit einem Mangel an Hilfsbereitschaft oder einem Übermaß an Feigheit zu tun, als mit einer realistischen Einschätzung der Lage. Eine Erhebung zu der Frage, ob man die Nato nicht auflösen und in europäisches Militärbündnis unter Einbeziehung Russlands verwandeln sollte, wäre vermutlich ebenso mehrheitsfähig.

15
Dec, 2014

Niemand will Kriege. Warum werden sie dennoch dauernd geführt ?

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stopnatoFür Abrüstung, Völkerverständigung und Frieden zu demonstrieren scheint derzeit zwar nötiger denn je,  aber nur “Verschwörungstheoretiker, Antisemiten und Neurechte verschiedener Couleur” tun das und wer sich nicht als “Wirrkopf” beschimpfen lassen will bleibt besser zu Hause . Selbst wenn der Redner auf der Abschlußkundgebung in bester pazifistischer Tradition spricht – und man ihm nur das vorwerfen kann, was damals Heiner Geißler den noch friedensbewegten “Grünen”  unüberbietbar unverschämt ins Stammbuch schrieb, dass nämlich “die Pazifisten Auschwitz erst möglich gemacht” hätten. So weit gehen die oben verlinkten Zuschreibungen aus der links-liberalen Presse zwar noch nicht, aber weit ist es nicht mehr, dass Pazifisten mit Holocaustleugnern in einen Topf gemschmissen werden. Von Leuten, die als Mitglieder unserer “Wertegemeinschaft” von sich behaupten, dass auch sie natürlich keinen Krieg wollen, aber…
Zu der Frage, warum niemand Kriege will und sie dennoch dauernd geführt werden, habe ich vor zwei Jahren einmal das Folgende notiert:

“Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Rußland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar….. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt.  Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.”
Dass einer der führenden Nazis und größten Kriegstreiber des 20. Jahrhunderts, der designierte Nachfolger Hitlers und Oberkommandierende der Luftwaffe Hermann Göhring , bei seiner Vernehmung im Nürnberger Prozess 1946 diese Aussage machte, nimmt ihr nichts von ihrer zeitlosen  Richtigkeit.  Die Nazis hatten mit dem Mythos vom “Volk ohne Raum” und der Angst vor einer aggressiven “jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung”  propagandistisch ein  Klima geschaffen, das die Mehrheit der Deutschen willig in den Krieg ziehen lies – und ohne die Schaffung eines solchen Bedrohungszenarios kann bis heute kein Krieg vom Zaum gebrochen werden. Auch der sogenannte Kalte Krieg von 1945 bis 1989, der in mörderischen  Stellvertreterkriegen in den entlegendsten Ecken der Welt ausgetragen wurde,  konnte nur geführt werden,  weil auf beiden Seiten eine Kirche der Angst permanent die Gebetsmühlen der Propaganda drehte und das Volk in Furcht vor dem “Feind” versetzte. Dass die “Massenvernichtungswaffen” des Irak nicht nur vorhanden sind, sondern Europa “in 45 Minuten erreichen können”, wie der britische Premier Tony Blair beschwor, und  dass die Bundesrepublik  nach Ansicht des deutschen Verteidigungsministers gezwungen ist, ihre “Freiheit am Hindukusch” zu verteidigen, sind zwei aktuelle Beispiele  der Panikmache, mit der Regierende ihre ahnuhngslose Bevölkerung in Kriege treiben.

Die Methode funktioniert in der Tat, zu jeder Zeit und in jedem Land. Doch wer sorgt eigentlich dafür, dass sie immer wieder angewendet wird ?  Die unverblümte Antwort, die General Smedley Butler, bei seinem Tod 1940 der höchst dekorierte Marine der us-amerikanischen Armee,  auf diese Frage gegeben hat ist ebenso eindeutig  wie zeitlos richtig:

“Es gibt keinen Gaunertrick, den die militärische Gang nicht auf Lager hat. Sie hat ihre Spitzel, die mit dem Finger auf die Feinde zeigen, sie hat ihre ‚Muskelmänner‘ zur Vernichtung der Feinde, sie hat ein Gehirn, das die Kriegsvorbereitungen trifft, und einen Big Boss, den supernationalistischen Kapitalismus. Es mag merkwürdig anmuten, dass ausgerechnet ich als Angehöriger des Militärs einen solchen Vergleich wage. Aber die Wahrhaftigkeit zwingt mich dazu. Ich habe dreiunddreißig Jahre und vier Monate als Mitglied der agilsten Militärmacht dieses Landes, der Marineinfanterie, im aktiven Dienst verbracht. Ich habe in allen Rängen gedient, vom Leutnant bis zum Generalmajor. Und einen Großteil dieser Zeit war ich ein erstklassiger Muskelmann für das Big Business, für die Wall Street und die Banker. Kurzum, ich war ein Gangster des Kapitalismus. Ich ahnte damals, dass ich nur ein Teil eines großen Gangsterplans war. Jetzt weiß ich es.”

(“War is a Racket, 1935)

Butler Smedleys Kollege im Generalsstand, US-Präsident Eisenhower, drückte sich in seiner  Abschiedsrede 1961  zwar etwas staatsmännischer aus  und sprach nicht von Gangstern, sondern vom “militärisch- industriellen Komplex” , doch  seine  explizite Warnung geht in dieselbe Richtung :

“Wir in den Regierungsgremien müssen uns vor unbefugtem Einfluss durch den militärisch-industriellen Komplex schützen….Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet….Nur wachsame und informierte Bürger können die angemessene Mischung der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können.“

Fünf Jahrzehnte später kann man nur feststellen, dass die Wachsamkeit und Informiertheit der Bürger nicht ausgereicht hat, eine friedliche Außenpolitik der USA zu erzwingen – etwa sechs Millionen Menschen, so schätzt der Politologe John Tirman vom Massachusetts Institute of Technology (MIT),  sind seit 1945 durch Kriege der US-Armee um’s Leben gekommen. Für die laufenden Kriege im Irak und Afghanistan liegt die Zahl der getöteten Zivilisten bei mindestens 650.000 bzw. 100.000 in Afghanistan.

Wenn das niemand will, warum lassen sich dann doch immer Koalitionen der Willigen schmieden, die dieses massenhafte Morden veranstalten ? Es ist der “unbefugte Einfluss” der “gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie” auf die Politik und auf die großen Medien. Diese übernehmen als Erfüllungsgehilfen die Aufgabe, “dem Volk zu sagen, es würde angegriffen”, indem sie die von Think Tanks und Strategen ausgebrüteten Kriegslügen unter das Volk bringen. Dann werden Aluminiumrohre auf der Titelseite des  “New York Times” als Langstreckenwaffen dargestellt, um den Angirff auf Irak zu legitimieren;  oder, wie nach den 9/11-Anschlägen, gefälschte Videos von jubelnden Palästinensern weltweit auf allen TV-Kanälen ausgestrahlt, um die Niedertracht des “Feinds”  zu demonstrieren. Die Liste ließe sich um viele Beispiele erweitern und zeigt, dass sich nichts geändert hat, seit die Nazis einen Überfall auf den Sender Gleiwitz inszenierten und dann behaupteten: “Ab 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen.”

Dass sich Menschenmassen wie eine verängstigte Schafherde leicht in eine Richtung treiben lassen, wenn sie mit einem Bedrohungszenario konfrontiert werden – diese natürliche Reaktion ist der Grund für den Erfolg bellizistischer Panikmache. Sie ist ebenso “natürlich” wie die Gier, die durch die gigantischen Budgets der “Verteidigungsmaschinerie” erzeugt wird. Diese psycholgischen Komponenten – die Empfänglichkeit für Angstszenarien und die Unersättlichkeit menschlicher Gier – lassen sich nicht qua Vernunft einfach abschalten. Eine Transparenz der Einflussnahme der “Verteidigungs”,- und “Sicherheits”-Lobby auf Politik und Medien kann nur ein erster Schritt dahin sein. Solange der nicht vollzogen ist bleibt nur  die Wachsamkeit und Informiertheit der Bürger, die Eisenhower forderte. Sie besteht vor allem darin, sich von Feindbildern und Angstszenarien nicht weiter dumm machen zu lassen.

16
Oct, 2014

Joschka von Marzahn

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16.10.14 20:14-Bildschirmkopie

“Die Europäer müssen begreifen, dass es bei der Frage der Neuaufnahmen um ihre strategischen Sicherheitsinteressen geht, nicht nur um einen immer größeren Binnenmarkt für Gurken und Schrauben. Erweiterungspolitik ist strategische Interessenpolitik der EU.” behauptet  Ex-Außenminister Joseph Fischer im Interview mit dem  Ex-Nachrichtemagazin “Spiegel” – und wenn man “EU” bei dieser Behauptung durch “USA” ersetzt, macht nicht nur dieser Unsinn Sinn, sondern es wird auch klar, woher dem Bauchredner Fischer his masters voice zuweht. Es sind natürlich die transatlantischen Burschenschaften und schlagenden Nato-Verbindungen.  Dass eine europäische Sicherheitsarchitektur, die nicht mit, sondern gegen Russland konstruiert wird, ein gefährlicher Unsinn ist, der niemandem in Europa nützt, liegt auf der Hand – wer die zweitgrößte Nuklearmacht der Erde zum Nachbarn hat, sollte sich sehr gut überlegen, wieviel Krieg er riskiert. Und wer die zweitgrößte Export-Nation der Welt ist, interessiert sich ökonomisch weniger für  die wirtschaftlich völlig marode Ukraine als für gedeihlichen Handel mit dem Rohstoffriesen nebenan. Der Bevölkerung der Ukraine, deren Pro-Kopf-Einkommen weniger als die Hälfte der ärmsten EU-Länder beträgt, die Aufnahme in die EU zu suggerieren – dieser Neuafnahmen-Zauber, den Fischer weit  forcieren will, hat nicht den “Sicherheitsinsteressen” gedient, sondern einen blutigen Bürgerkrieg eskaliert. Das aber ist einem wie Joschka, dem wir schon 1995 ein schweres Stahlgewitter-Syndrom attestiert haben, immer noch nicht genug.  “Putin will die Weltmacht”, tönte die Raupe Nimmersatt im Mai und lies diesem Propagandageschwalle jetzt noch eine veritable Kriegserklärung folgen. Er kriegt den Hals eben nicht voll, der Herr Fischer, ist auch wieder richtig fett geworden, haut schwer rein beim Mittagessen im “Sale & Tabacci” und befeuert seine Tischgäste mit Anglizismen wie weiland Henry Kissinger den Vietcong mit Agent Orange… Aber wo ich grad beginne, mich über diesen Unseligen mal wieder wirklich zu ärgern, da flattert über Facebook diese liebliche Grafik ins Haus, das Ballett der olivgrünen Nato-Schranzen und Ami-Stricher, dirigiert von der Puffmutter himself: Joschka von Marzahn.

 

18
Jul, 2014

Weckruf MH-17

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Während die hiesigen Medien weiter wild Spuren in Richtung Osama Bin Putin  und  “pro-russische Separatisten” legen um über die Ursachen des Absturzes der Boeing 777  irgendetwas Passendes zu verlautbaren, sind belastbare Beweise nach wie vor Mangelware. Auch US-Präsident Obama hatte in seinem jüngsten Statement nur indirekte Beschuldigungen aber nichts Konkretes zu bieten. Da liest sich der vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Lagebericht, den das Blog “Hinter der Fichte” dankenswerter Weise übersetzt hat, vergleichsweise sachlich und nüchtern:

“Angesichts der objektiven Untersuchung des Absturzes der Boeing 777, die auf dem Territorium der Ukraine abgestürzt ist, ist es notwendig, eine gründliche Untersuchung mit der Beteiligung aller interessierten internationalen Organisationen durchführen.

Im Katastrophengebiet sind Streitkräfte der Ukraine, mit Anti-Flugzeug-Raketensystemen “Buk-M1.”

Am nordwestlichen Rand von Donezk befindet das 156. Flugabwehrraketenregiment der Ukraine, mit siebenundzwanzig Raketen-Komplexen Buk M1. Sie sind in der Lage, Luftziele bis zu 160 km entfernt zu erkennen und in allen Höhen und bei einer Reichweite von über 30 km zu bekämpfen.

Über der Region Donezk fliegt die ukrainische Luftwaffe Jets, die mit verschiedenen Arten von Raketen ausgestattet sind

Die Behauptung des offiziellen Kiew, dass diese Komplexe oder Flugzeuge nicht geschossen hätten, wecken ernsthaften Zweifel. In so kurzer Zeit so eindeutige Schlussfolgerung in Bezug auf heftige Kämpfe in diesem Bereich! Solche Aussagen, die verantwortlich ernsthafte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, erfordern umfassende Untersuchung.”

Bezüglich der Unterstellungen über Aktionen der Streitkräfte der Russischen Föderation in den Grenzregionen der Ukraine wird von russischer Seite erklärt:

“Am 17. Juli waren Jets der Luftverteidigung der Streitkräfte der Russischen Föderation in der Gegend nicht im Einsatz.

Flugzeuge der Luftwaffe Russlands haben auch im Bereich der Grenze zur Region Donezk, am 17. Juli dieses Jahres, keine Flüge durchgeführt. Diese Information wird vollständig durch objektive Kontrolle bestätigt.

Bitte beachten Sie, dass der Flug der Boeing 777 außerhalb der Luftverteidigungssysteme der Russischen Föderation durchgeführt wurde und sich im ukrainischen Luftraums unter der Kontrolle der dortigen Flugverkehrsüberwachung befand.

Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, eine gründliche Untersuchung des Absturzes mit maximaler Transparenz durchzuführen.”

(…) Unterdessen hat Putin  Obama am Telefon mitgeteilt, daß er weiß wer geschossen hat. (Die Russen hatten letztes Jahr bereits israelische seegestützte Raketen – aus dem Mittelmeer in Richtung Syrien abgeschossen – identifiziert, meint die Agentur AIS.) Darauf deuten die diplomatischen Formulierungen hin:

Putin sagte bereits, dass die Ursache für den Flugzeugabsturz ein “Verbrechen” sei, was er nicht sagen würde, wenn er sich dessen nicht sicher wäre und ein technisches Versagen in Frage käme.

Er sagte, “der Staat über dessen Gebiet es passiert ist, ist für diese schreckliche Tragödie verantwortlich.”.

Putin hat versprochen, Beweise für seine Aussage zu liefern. (“Ich habe schon Anweisungen an die militärischen Abteilungen erteilt, dass sie die notwendige Unterstützung bei der Untersuchung dieses Verbrechens haben. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um ein objektives Bild von dem, was passiert ist, zu zeigen, der Öffentlichkeit, der Ukraine und der ganzen Welt “).

Putin hat sich also durchaus aus dem Fenster gehängt und wir können wohl davon ausgehen, dass er auch liefert – im fog of war der Propagandaschlachten sind die Russen längst nicht so ungeniert wie das US-Imperium. Für das ehemalige Nachrichtenmagazin freilich sind das alles nur “Verschwörungstheorien”. Obama hingegen, der ohne irgendein Untersuchungsergebnis behauptet , die Rakete sei von Separatisten abgefeuert worden, spricht natürlich nur die reine faktengesättigte Wahrheit.  Die er als  “Weckruf für Europa” bezeichnet, auf dass die kriegsmüden Deutschen nach 1914 und 1942 endlich wieder Lebensraum im Osten erobern helfen. Und auch der Franzose, dem scheinbar die Niederlage von 1812 noch im Nacken sitzt ( als Napoleon gen Russland zog,weil er die Lieferungen des damals wichtigsten russischen Export-Artikels – Hanf – an den Erzfeind England unterbinden wollte), muss motiviert werden. Es geht um das “wehrwirtschaftlich wichtige Donezbecken” (A.Hitler), das auch der IWF ins Auge gefasst hat, denn ohne die Wiedereingemeindung der Region will er der finanziell maroden Regierung keine Kredite geben.

Unterdessen sind  Beweise aufgetaucht, dass die angeblich mitgeschittenen Funkgespräche der “Rebellen”, in denen vom Abschuß eines Flugzeugs die Rede ist, schon einen Tag vor dem Absturz auf youtube hochgeladen wurden; des weiteren gibt es die brisante Aussage eines Fluglotsen der Luftüberwachung in Kiew, dass sich drei Jets der ukrainischen Armee in der Nähe der Maschine befanden. Es scheinen also durchaus auch Indizien  in Richtung Regierung zu deuten – und keineswegs nur, wie die NATO-Medien durchweg behaupten, auf die “Separatisten”.

15
Apr, 2014

Die NATO-Versteher

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stopnatoNATO-Chef Sprecher Rasmussen hat sämtliche Mitgliedsländer aufgefordert, wegen des Beitritts der Krim zu Russland mehr in ihre “Verteidigungs”-Ausgaben zu investieren. Eine solche Aufrüstung scheint ja auch dringend nötig – im Jahr 2012 betrugen die Budgets der NATO insgesamt 990 Milliarden $, wovon 700 auf die USA entfielen. Die russischen Militärausgaben betrugen im selben Zeitraum 90 Milliarden – der Westen ist also militärisch nur 10-fach überlegen. Da muß natürlich dringend etwas geschehen, die Gefahr vom russischen Bären überrollt zu werden ist einfach riesig….uuuuaaaahh.

Wen wundert es da eigentlich noch, dass die Bevölkerung diesen Alarmismus nicht ernst nimmt,  und in Putin mehrheitlich auch keine Gefahr sieht. Kann sie evtl. noch ein wenig rechnen und Kriegsspropaganda von realen Gefahren unterscheiden?  Oder anders herum: sind  95 % aller Journalisten und Politiker schlicht nur irregeleitete  NATO-Versteher, die der Propaganda der USA aufgesessen sind ?  Wie sonst kann man dazu kommen, in diesem bis an die Zähne bewaffneten Bündnis tatsächlich eine Art Friedensbewegung zu sehen. Oder so was wie Greenpeace. Es klingt fast so, wenn man die großartige Headline des ehemaligen Nachrichtenmagazins liest: Zwischenfall im Schwarzen Meer: Russischer Kampfjet näherte sich US-Zerstörer.   Als hätte Wladimir der Schreckliche schon wieder ein Schlauchboot mit braven Naturschützern angegriffen. De facto  hat die russische Luftwaffe im internationalen Luftraum vor ihrer Küste ein feindliches Kriegsschiff beobachtet, was völlig normal ist. Für  NATO-Versteher aber  ein  quasi aggressiver “Zwischenfall” , denn für sie  ist  völlig normal, dass US-Zerstörer im Schwarzen Meer kreuzen.

” … In der Regierung müssen wir uns in unserem Denken vor dem Eindringen von unberechtigten Einflüssen des militärisch industriellen Komplexes hüten, seien sie gewollt oder auch nicht. Die Gefahr eines unheilvollen Anwachsens unbefugter Macht existiert und wird fortdauern. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Gewicht dieser Kombination unsere Freiheiten und demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gesichert ansehen. Nur eine wachsame und kenntnisreiche Bürgerschaft kann eine ausgeglichene Verbindung der gewaltigen industriellen und militärischen Maschinerie der Verteidigung mit unseren friedlichen Methoden und Zielen gewährleisten, so dass Sicherheit und Freiheit gemeinsam gedeihen können ….”  -sprach General Dwight D. Eisenhower in seiner Abschiedesrede, bevor er sein Amt im Januar 1961 dem neuen Präsidenten John F. Kennedy übergab.

Eisenhower war ein Militär durch und durch und alles andere als ein Peacenik. Wie real der Moloch war, vor dem er warnte, sehen wir ein halbes Jahrhundert später – 700 Milliarden $ allein in Amerika müssen ihm pro Jahr zum Opfer gebracht werden, 38 Milliarden in Deutschland. Und er verlangt mehr und mehr. Und weil er immer mehr  Geld und immer mehr Macht bekam, hat der Moloch des militärisch-industriellen Komplexes auch die Politik und die Medien nahezu komplett unterwandert. Und weil “Wess’ Brot ich ess, dess’ Lied ich sing”  bei den domestizierten Primaten nach wie vor zu den Gen-Merkmalen zählt, wurde den NATO-Verstehern die Empathie für diese “Friedensbewegung” für Demokratie und Menschenrechte quasi mit der Muttermilch eingegeben. Weshalb die Bürgerschaft zwar nicht wirklich “kenntnisreich” ist, weil ihnen permanent ein Putin/Saddam/Osama/Taliban/Vietcong – Schurke als Bedrohung vorgeführt wird – “wachsam” aber ist sie schon noch ein bißchen. Und läßt sich von den bedauernswerten gehirngewaschenen NATO-Verstehern jedenfalls nicht im Handumdrehen verarschen….

20
Mar, 2014

Kein Euro diesen Faschisten!

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20.03.14 09:19-Bildschirmkopie

Die Rede zu dieser Landkarte wurde heute im Bundestag gehalten und im Liveticker auf SpOn referiert: “Ex-Minister Hans-Peter Friedrich spricht jetzt im Bundestag und kritisiert Altkanzler Gerhard Schröder scharf. Dieser hatte gesagt, Putin habe “Einkreisungsängste”. Diese Aussage nennt Friedrich “geradezu grotesk”. Putin versuche stattdessen “kaltblütig”, seine Machträume auszuweiten. Wenn Putin nun das Völkerrecht und internationale Abkommen breche, werde der Kreml-Chef das auch in Zukunft tun.”

Logisch, wir sehen ja, wie unverschämt nah er sein Land an unsere Militärbasen heranrückt und wie “kaltblütig” Putin Länder erobert ohne einen einzigen Schuß abzugeben. Während gleichzeitig das neue Regime in Kiew zum Krieg gegen die Krim und zur Visapflicht für alle Russen in der Ukraine aufruft. Die deutschen Medien sind unterdessen weiterhin voll auf der Linie von HP Friedrich und bedienen weiter das Zerrbild des nur blutrünstigen Iwan und der stets friedliebenden NATO, wie ZAPP sauber analysiert hat. Insofern hat man hierzulande eben auch nicht erfahren, dass die neue “Freiheits”-Regierung der Ukraine gleich mal alle russischen Sender abgeschaltet hat, und einen faschistischen  freundlichen Parlamentsabgeordneten (und Mitglied im Auschuß für Pressefreiheit!) mal kurz  mit ein paar Schlägern vorbeischickt, wenn ein ukrainischer Chefredakteur nicht auf Linie einschwenkt. Dieses  Video zeigt, welchen Typen die EU morgen einen Assoziierungsvertrag und Milliarden von Euro in die Hand drücken will.

Was tun ? Die Ukraine war schon gespalten bevor der Konflikt eskalierte und diese Spaltung weiter vorantrieb. Putin war und ist nicht mehr als ein russischer Nationalist, der sein Land vor der hard power der NATO und der soft power westlicher Konzerne und ihrer “NGOs” zu bewahren versucht. Anders als Obama, der von der 0,1%-Elite ins Amt gehievt ist und mit seinen Drohnen und der NSA  jeden Tag das Völkerrecht bricht, hat Putin eine große Mehrheit der gesamten Bevölkerung hinter sich – und anders als USA und NATO betreibt Russland keine globalen Feldzüge, seine “Machträume auszuweiten”. Es sichert sie allenfalls – wie auf der Krim und gegen einen russlandfeindlichen Putsch in der Ukraine, der von EU und NATO mit ihren “Entweder-Oder”- Ultimaten provoziert und von Proxies der nur an Destabilisierung interessierten USA inszeniert wurde. An einem “Haus Europa”, zu dem auch Russland gehört, hat die einzige Weltmacht kein Interesse – ihr geht es  allein um die Schwächung des neben China letzten verbliebenen Hindernisses der totalen globalen Dominanz. Dass man dazu besser einen kleinen Bürgerkrieg entfesselt, als ein gespaltenes Land zu versöhnen, gehört seit Jahrzehnten zum Standardprogramm von US-inszenierten regime changes. Dass sich aber EU und Deutschland willig vor diesen Karren spannen lassen,  und lieber einen Krieg bei und mit ihren direkten Nachbarn entfachen, statt eine eigenständige, ausgleichende Politik zu betreiben, ist fatal. Und einmal mehr scheint Gregor Gysi der einzige Politiker im Bundestag zu sein, der die vernünftigen und friedensbewahrenden Alternativen zu diesem Duckmäusertum aufzeigt:

11
Mar, 2014

Vladimir Putin ist kein Anti-Imperialist!

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Für “Command & Conquer” oder “Starcraft”- Spieler, die den Konflikt in der Ukraine als Echtzeit-Strategiespiel betrachten, kann die Meldung nicht überraschend kommen, dass es auch dort um Rohstoffe geht – denn wer nicht rechtzeitig die vorhanden Öl,-und Gasfelder kontrolliert, hat auch im Great Game um die Weltherrschaft keine Chance. Die Bekundung von  Victoria “Fuck EU” Nuland, dass die USA bereits 5 Milliarden in einen Regimewechsel in der Ukraine investiert haben, deutete ja bereits an, dass es bei der Geschichte nicht um “Freiheit und Demokratie”-Pillepalle, sondern um beinhartes Business geht.  Der britische Politiologe Nafeez Ahmed – einer der wenigen, die auch schon zu 9/11 und zu 7/7 unabhängige Recherchen vorgelegt haben – hat in einem Artikel des Guardian die Lage in diesem neuen Pipeline-Krieg ausführlich erklärt. Fefe hat es in seinem Blog   kurz  zusammengefasst:

Wieso sind die Amerikaner eigentlich so unter Druck bezüglich der Ukraine? Ob man jetzt Putin jetzt ärgert oder in sechs Monaten, wieso ist das so wichtig für die Amis? Und selbst wenn die Ukraine unter russischer Kontrolle geblieben wäre, na und, die Amis haben doch schon alle anderen Länder in der Gegend an die Nato angeschlossen. Wieso drängelt das jetzt so, dass sie der Ukraine dieses bekloppte Ultimatum reindrücken mussten? Hier ist ein Erklärungsversuch: Ende letzten Jahres hat Chevron einen 10-Milliarden-Deal mit der Ukraine gemacht. Dabei geht es um die Förderung von Schiefergas. Einen ähnlichen Deal hat Royal Dutch Shell unterschrieben. Das könnte erklären, wieso die EU mitgedrängelt hat.Schiefergas wird mit Fracking gewonnen. Wenn man auf den Umweltschutz scheißt, ist Fracking auf dem Papier auch echt super — Europa zahlt an die Russen mehr als das Doppelte dessen für Erdgas was die Amis für ihr per Fracking gefördertes blechen. Die Ukraine kriegt zwar von den Russen 33% Rabatt, aber liegt damit immer noch über 50% über dem, was die Amis für ihr Fracking-Gas zahlen.Die Russen haben schon die zweitgrößte Ölraffinerie der Ukraine gekauft, und arbeiten gerade an der Übernahme der größten.Das Erdgas, das Europa bei den Russen kauft, geht übrigens zu einem signifikanten Teil durch die Ukraine, die sich da historisch gesehen immer gerne mal ein bisschen auf dem Weg abgezwackt hat. Ein Spielchen, das auch die anderen Länder auf dem Weg spielen, insbesondere Weißrussland und Polen. Daher hat Russland ja die Pipeline durch die Ostsee gebaut und zur Chefsache von Ex-Kanzler Schröder gemacht.So und jetzt gucken wir uns mal die Karte mit den Erdgasvorkommen in der Ukraine an. Wie ihr sehen könnt, gibt es zwei große Vorkommen, und das größere ist am östlichen Rand. Das ist zufällig (nach der Krim) auch der Teil der Ukraine mit dem größten Anteil an russischsprachigen Einwohnern. An der Karte fallen auch noch die fetten Vorkommen unter dem Baltikum auf, und die unter Polen. Das waren auch mit die ersten Länder, die sich die Nato gekrallt hat. Freiheit! Demokratie! Menschenrechte !!!

Jawoll –  wobei es natürlich auch in der Ukraine um mehr geht als nur um Öl & Gas. Die USA brauchen das eigentlich nicht mehr, weil sie dank heimischem Fracking und traditioneller Ignoranz gegenüber der Umwelt  für die nächsten 100 Jahre mit fossiler Energie versorgt sein werden. Für ihre Vasallenstaaten und Statthalter freilich  ist das Öl,-und Pipelinegeschäft höchst relevant und in der Regel das einzige nennenswerte Industrie,-und Exportprodukt – so auch für die Ukraine, die außer ihrer traditionellen Rolle als “Kornkammer”, in der  China mittlerweile riesige Regionen für den  Lebensmittelnanbau nutzt, wirtschaftlich kaum etwas zu bieten hat. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf liegt noch einmal um etwa  die Hälfte niedriger als das von Rumänien und Bulgarien, den Armenhäusern der EU – was das  Wedeln der EU mit einer Mitgliedschaft der Ukraine einigermaßen absurd und als Propaganda durchschaubar macht, von der veramten Bevölkerung dort aber durchaus als ernst und real aufgenommen wird. Insofern ist Altkanzer Schröder rechtzugeben, der die aktuelle EU-Politik scharf kritisiert – und in Sachen Völkerrecht nicht den Zeigefinger erheben will, wg. Kosovo: “Da haben wir unsere Flugzeuge (…) nach Serbien geschickt, und die haben zusammen mit der Nato einen souveränen Staat gebombt.”

In der Tat – und das war nur ein weiterer Schritt in der aggressiven Osterweiterung der NATO, die gegen alle im Zuge der deutschen Wiedervereinigung getroffenen Vereinbarungen mit Russland ungeniert voranschreitet und mit dem in der Ukraine gewaltsam herbeigeführten Putsch ihre Raketen direkt vor der russischen Haustür platzieren will. Und wie in allen neo-imperialistischen Kriegen wird dabei ebenso ungeniert mit Kriminellen, Terroristen und Warlords zusammengearbeitet. Dass lupenreine Faschisten und gewalttäige Antisemiten in der neuen  Marionettenregierung sitzen ist deshalb ebenso schnuppe wie die Tatsache, dass die als Gouverneure eingesetzen korrupten Oligarchen nach wie vor das Heft in der Hand haben – Hauptsache: “pro-westlich” bzw. “anti-russisch”. Egal ob Putin nun Autokrat,  Demokrat oder, wie Hitlary Clinton meint , der neue “Hitler” ist – kein russischer Präsident und kein Echtzeit-Strategiespieler kann der Umzingelung seines “Hauptlagers” einfach tatenlos zusehen. Dass er dazu auf die Idee gekommen sein soll, vermummte Scharfschützen in die Menge auf den Maidan feuern zu lassen – wie es das amtierende Regime jetzt insinuiert, die das Massaker angeblich untersucht – macht keinen Sinn, die Eskalation nutzte nur seinen Gegnern, die Janukovich stürzen und einen Fuß in die Tür bekommen konnten. Wie sie dort jetzt mit dem ultra-rechten Pack, das sie für den Putsch angeheuert klarkommen, bleibt abzuwarten. Auch wenn Putin kein Anti-Imperialist ist, sein aktuelles Vorgehen ist durchaus besonnenen und moderat;  die einseitige Dämonisierung der westlichen Medien dagegen ist nichts anderes als kriegstreiberisches Brainwashing.

 

5
May, 2013

Quo vadis NATO?

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“Quo vadis NATO ?” lautete der Titel einer interessanten Konferenz vergangene Woche in Bremen. Das 9-11-archiv.net  gibt einen Überblick über die Vorträge und Themen: Zu Medien als Kriegspartei, dem Vortrag von Daniele Ganser über die NATO-Geheimarmee Gladio und von Paul Schreyer über 9/11

 

7
Jun, 2011

The Elite, the ‘Great Game’ and World War III

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Zwei kurze Ausblicke auf das  “Große Schachbrett”, wie es Zbigniew Brzezinski für die einzige Weltmacht USA 1997 vorgezeichnet hat: Prof. Mujahid Kamran skizziert die Tradition und die aktuelle Politik der geopolitischen Großstrategen  – “The Elite, the ‘Great Game’ and World War III” – und Paul Craig Roberts konkretisiert, dass sich das niedergehende US-Imperium nur halten kann, wenn es die beiden kommenden Weltmächte, Indien und China, gegeneinander hetzt; und dass Pakistan als Bühne dieser nuklearen Auseinandersetzung vorbereitet wird.

“The only way the American Empire can be stopped is for China and Russia to realize their danger and to form an unbreakable alliance that reassures India, breaks off Germany from NATO and defends Iran. Otherwise, the American Empire will prevail over the entire world. The US dollar will become the only currency, and therefore be spared exchange rate depreciation from debt monetization. Gold and silver will become forbidden possessions, as will guns and a number of books, including the US Constitution.”

Der Ausweg  den Roberts skizziert – eine neue Achse Peking-Moskau-Berlin – würde als Gegenzug theoretisch wohl  funktionieren, scheint praktisch derzeit jedoch noch eher unrealistisch. Angesichts des Jubels deutscher Auto,-und Maschinenbauer und anderer Industriezweige über den Auftragsboom in China, der für die kommenden Jahrzehnte glänzende Geschäfte verspricht,  sollte  es freilich für eine “Exportnation” wie Deutschland keineswegs  schon ausgemachte Sache sein, auf welche Seite man sich in diesem Konflikt schlägt. Es könnte also durchaus der Tag kommen, wo auch der Bundesverband der deutschen Industrie, und nicht nur ein paar Pazifisten und Linke, zum Austritt aus der NATO aufrufen – und sei es nur, um den sterbenden Riesen aus Washington zur Räson zu bringen und zu verhindern, dass die ganze Welt in Schutt und Asche gelegt wird. Mujahid Kamran zitiert am Ende seines Kapitels Albert Einstein: “I do not know how the Third World War will be fought, but I can tell you what they will use in the Fourth – sticks and stones!”

1
May, 2011

Die Viagra-Killer des irren Gaddafi.

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Uuuhhh, jetzt wird’s aber wirklich Zeit für Bodentruppen: Gaddafi verteilt Viagra an seine Truppen, damit sie besser vergewaltigen können!  Behauptet die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Ich hatte unlängst ja schon  gemutmaßt, dass demnächst eine  Horror-Nummer wie seinerzeit die Brutkasten-Babies Saddams gefahren wird, um für die Eskalierung des Libyenkriegs zu trommeln. Beweise für die Viagra-Behauptung gibts zwar nicht, aber via Reuters ist das Gerücht schon mal in der Welt und wenn jetzt noch ein Video auftaucht, auf dem ein Opfer von schrecklichen Vergewaltigungen erzählt, ist die Sache ja wohl klar… Read more

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