19
Dec, 2011

Occupy “Corporation of London” !

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Stellen wir uns vor,  wir haben irgendwo ein Bankkonto, ein Sparbuch, ein Depot mit Wertpapieren – die Ersparnisse für eine größere Anschaffung, für’s Alter, die eiserne Reserve. Und nun stellen wir uns vor, dass die Bank, bei der wir unser Geld auf die hohe Kante gelegt haben, auch eine Abteilung hat, die mit Derivaten handelt und im Finanzcasino Wetten abschließt, wie  fast alle großen Banken – und dass sie sich im großen Stil verzockt. So weit, so normal und  – zu Lasten der Steuerzahler, die dann “Rettungschirme” bereit stellen – leider allzu bekannt. Mit der Pleite des Finanzgiganten MF Global hat dieses Betrugsschema jetzt eine neue Dimension erreicht – die Zocker-Abteilung von MF Global hat als ihre Wetten den Bach runter gingen einfach auf die Konten der Bankkunden zugegriffen und diese leergeräumt - 1,2 Milliarden $ sind verschwunden. Der Trendforscher Gerald Celente ist einer dieser Kunden und erklärt in diesem Videogespräch mit Max Keiser wie die Sache lief und wer – mal wieder – dahinter steckt: die Strippenzieher von Goldman-Sachs.
Wie aber kann es sein, dass auch nach der Pleite von Lehmann-Brothers, AIG usw. solche Großbetrügereien noch immer möglich sind, wie können Finanzterroristen weiter solche Riesenwetten und Riesenpleiten produzieren, ohne dafür in irgendeiner Form belangt zu werden ? Das hat damit zu tun, dass ihre Aktionen nicht illegal sind, zumindest nicht überall , denn es gibt einen sicheren Hafen, von dem aus sie ihre Waffen finanzieller Massenzerstörung ungehindert zum Einsatz bringen können: die City of London. Diese ist kein Stadtteil der britischen Hauptstadt, sondern wie der Vatikan in Rom ein Staat im Staate mit eigener Gesetzgebung, ober besser gesagt ein Firma im Staate, denn sie heißt nicht nur “City of London Corporation”, sondern wahlberechtigt sind in diesem Stadtstsaat außer ein paar Anwohnern nur die dort registrierten Unternehmen – Banken und Finanzinstitute. Und die “Unaccountable Corporation of London” – wie der “Guardian” diese gigantische Off-Shore-Oase nannte – kann sich ihre Gesetze eben so machen, wie es ihr paßt. Zum Beispiel was die Re-Hypothecation betrifft, die es Bankern und Brokern erlaubt, auf die hinterlegten Einlagen und Sicherheiten ihrer Kunden ihrerseits Hypotheken aufzunehmen. Ein Haus, das der Bank als Sicherheit für einen Kredit überschrieben wurde, kann so von der Bank für einen weiteren Kredit als Sicherheit verwendet werden. In den USA und Europa ist der Betrag für die Re-Hypothecation beschränkt, an der Wall Street können Broker ihre Kundeneinlagen nur zu 140 % beleihen. In der City of London aber gibt es kein Limit  – das eh schon beliehene Haus kann als Sicherheit den doppelten, dreifachen, vierfachen Betrag seines Realwerts generieren. Und was tut nun ein Großzocker bei Lehman, AIG, wenn er verzockt hat und neues Spielgeld braucht – er geht nach London und holt sich neues. So konnte es kommen, das Pappdeckelhäuser in den USA mit einem Vielfachen ihres Werts beliehen werden konnten – sämtliche Großpleiten der sog. Finanzkrise wie  jetzt auch MF Global liefen durch das Nadelöhr der City of London. Solange dieser sichere Hafen des Finanzterrorismus nicht stillgelegt ist, wird diese Krise nicht  zu Ende gehen – und solange  ist auch ein Ende der betrügerischen  Geldschöpfung aus dem Nichts nicht abzusehen….

12
Dec, 2011

…und wieder da.

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Und prima erholt und entspannt, um im allfälligen Wahnsinn nicht den Verstand zu verlieren.  Zumal dankenswerter Weise mittlerweile ja auch die klugen Köpfe der FAZ erkannt haben, dass ohne ein Ende der Schuldknechtschaft alle Rettungsschirme und Maßnahmen nur Kosmetik sind, und dass es an der Zeit ist, die Systemfrage zu stellen.  Soweit ist Mutti Merkel zwar noch nicht, aber ihre zumindest halbwegs klare Kante hat die britischen Casinobetreiber schon mal an den Katzentisch verbannt. Das ist schon mal was – und wenn die  Pleiteinsel, die  außer Finanzwetten nichts mehr Nennenswertes produziert, ganz aus der EU austritt wäre auch nicht allzuviel verloren. Wenn dann die Systemfrage gestellt und gelöst ist – es ist das Geld,- und Zinssystem, stupid! – und Britannien als letztes Land der Welt die Finanzcasinos dichtmacht, kann dann der Wiedereintritt wohlwollend geprüft werden…

Keineswegs wohlwollend ist indessen der Wiedereintritt einer intelektuellen Flachpfeife  in den öffentlichen Diskurs zu werten, der als diplomierter Schmierlappen und falscher Doktor eigentlich längst abgeschrieben war, dank willfähriger Staatsanwälte und Medien jetzt aber schon wieder gehyped wird. Und ein neues Pöstchen hat er auch schon, als Berater soll  Baron zu Googleberg seine Expertise in Sachen Internet künftig der EU-Kommission zukommen lassen. Würde man als Drehbuchautor einer Seifenoper diesen Plot über einen selbstgefälligen Poser abliefern, jeder Redakteur würde ihn rausstreichen: “Zu dick aufgetragen!” – die Wirklichkeit schreibt eben immer noch die besten Satiren.

Aber um die Systemfrage kommen wir dennoch nicht herum, weshalb die Occupy-Bewegung natürlich auch nicht aufhört. Denn es wird, nicht nur bei der FAZ,  in mehr und mehr Köpfen klar, dass Symptome nicht kuriert werden können, wenn der Fehler im System angelegt ist. Und dass Parasiten nur überleben können, wenn sie ihre Gier einschränken und zu Symbionten werden. Um das zu verstehen, muß kann keine ökonomischen Bücher lesen, sondern die Werke von Lynn Margulis, die am 22. November gestorben ist. Die in meinen Augen wichtigste Evolutionsbiologin seit Darwin hat in ihren Arbeiten gezeigt, dass der “Kampf ums Dasein” und das “Überleben des Stärkeren” nur die eine Seite der Evolutiondsmedaille darstellt. Die andere lautet Kooperation, Koevolution und Symbiose.

23
Oct, 2011

Die Robin Hood Tax

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Die Leute von AdBusters, die mit dem Hacker-Kollektiv Anonymous zu den kreativen Anstiftern der Occupy-Bewegung zählen, haben  für die Demos am 29. Oktober ein Motto vorgeschlagen, über das nicht nur bei 99% Konsens bestehen dürfte, sondern  das auch den nach “konkreten Forderungen” dürstenden Medien Futter gibt: die sofortige Einführung einer Robin-Hood-Tax.

Am 29. Oktober, am Vorabend des G20-Gipfels in Frankreich, sollten die Völker der Welt sich erheben und fordern, dass die G20-Führer SOFORT eine 1% #ROBINHOOD tax auf alle Finanztransaktionen und Währungstransaktionen einführen. Wir müssen ihnen die klare Botschaft vermitteln: Wir wollen, dass Ihr einen Teil der ca. 1 Billion leicht verdienten Euro, die jeden Tag durch das globale Spielcasino fließen, bremst. Das wäre genug Geld, um beinahe jedes Sozialprogramm und jede Umweltinitiative in dieser Welt zu finanzieren.

Und es wäre ein Grund für 99%, solange zu protestieren, bis diese Forderung – als erster Schritt -  durchgesetzt ist. Read more

15
Oct, 2011

Wie werden wir die Bank$ter los ?

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Zum Abschluß des alljährlichen Buchmessen-Besuchs war ich heute mittag noch auf der “Occupy Frankfurt” Demo, die bei herrlichem Wetter von der Hauptwache zur Europäischen Zentralbank führte. Die Frage, wie wir der Finanzmafia Herr werden, die die Regierungen am Nasenring über das Parkett zieht und 99% der Bevölkerung abzockt, konnte von den mindestens 7.000 Demonstranten (und Hundertausendende weltweit) zwar nicht abschließend geklärt werden – ein Rudel beißwütiger Anonymous-Vierbeiner wäre vielleicht nicht die schlechteste Lösung. Aber doch wenig aussichtsreich. Als notorischem Menschenfreund, der auch gierige Banker, gefräßige Spekulanten und hemmungslose Casino-Zocker am Leben lassen will, läge mir  aber eine etwas weniger brachiale Lösung näher. Wenn statt einer lachhaften “Finanztransaktionssteuer” auf ihre Geschäfte schlicht eine Umsatzsteuer von 19% erhoben würde, können sie mit ihren Swaps und Fuselanleihen gern weiter handeln. Da die Umsätze der Finanzblase ein Vielfaches der Realwirtschaft betragen wären  mit diesen Steuereinnahmen die diversen Staatsschulden ziemlich schnell bezahlt… ja sogar das Grundeinkommen für alle liesse sich locker finanzieren. Wenn sich die 99 %  dann noch auf ein neues, nachhaltiges Geldsystem einigen, ist die Sache schon fast geritzt…

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