21
Mar, 2017

Real Game of Thrones: Ein ausgefallener Handschlag und die unsichtbare Hand

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Auch wenn der Besuch von Königin Angela im Weißen Haus nicht sonderlich stimmungsvoll ablief – die beiden, meinte ein Beobachter nach dem ausgefallenen Handschlag vor den Fotografen, seien wohl als „ziemlich schlechteste Freunde“ auseinander gegangen – hatte König Donald am Ende der Presskonferenz doch noch einen kleinen Scherz auf Lager: eine Gemeinsamkeit sei immerhin, dass beide von der vorherigen Regierung abgehört worden seien. Der „Hosenanzug“ reagierte auf diese Vorlage aber nur mit einem säuerlichen Lächeln, statt den Ball aufzunehmen und zu fordern: „Lassen Sie uns gemeinsam diesen unerträglichen Zustand abstellen, der unseren demokratischen und rechtsstaatlichen Werten zutiefst zuwider läuft. Bringen Sie ihre Meister der Intelligence unter Kontrolle, ich werde mit den unsrigen dasselbe tun.“

Nun waren schlagfertige Reaktionen noch nie ein Markenzeichen von Königin Angela, die als kommunikative Reaktion bekanntlich den vertikalen Mundwinkel bevorzugt, und dieser kam denn auch hier zum Einsatz. Was zeigte, dass Angela als brave Vasallin weiter eher der „permanenten Regierung“ zu gehorchen gedenkt, deren Belauschen „unter Freunden“ sie ja schon eher schulterzuckend hinnahm, und nicht dem neuen König.

Dennoch galt es natürlich, einen guten Eindruck zu machen und so hatte sie ihre wichtigsten Wirtschaftsführer mitgebracht, die Donald ihre guten Werke für das Königreich so gut präsentierten, dass er sie als „gute Leute“ bezeichnete. Über die heimliche First Lady, die Königstochter Ivanka, die im Modegewerbe tätig ist, hatte Angela zudem eine Initiative eingefädelt, die erfolgreichen Methoden ihrer Handwerker-Gilden bei der Ausbildung von „Azubis“ genannten Lehrlingen im exzeptionalistischen Königreich zu verbreiten. Auch dies wurde von König Donald sehr gelobt – doch das war es dann auch schon mit den Freundlichkeiten. Kaum war Angela wieder weg, zwitscherte Donald empört, dass ihr Land ihm große Mengen Geld schulde, weil es zu wenig für den teuren „Schutz“ durch die Nato bezahle.

Als Novize im weltpolitischen Geschäft hatte König Donald aber hier etwas nicht richtig verstanden, denn dieses Geld steht, wenn überhaupt, nicht ihm sondern der Nato zu und alle Mitglieder zahlen es dort freiwillig ein. Ebenso freiwillig haben sie sich verpflichtet, in Zukunft 2% ihres Haushalts dafür auszugeben, wobei Angelas Reich zwar noch zurückhängt, aber auch noch einige Jahre Zeit hat den Plan zu erfüllen. Doch Donald will die Kohle wohl sofort…

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15
Mar, 2017

Real Game of Thrones: Der Anti-Intellektuelle Donald und die Intellektuellen-Idioten

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Im Real Game of Thrones gibt es keine Guten und keine Bösen, jedenfalls nicht auf Dauer; auch wie sich die einzelnen Figuren entwickeln ist nicht immer absehbar. Seit sich die Gilde der Demoskopen und Kaffeesatzleser grundlegend blamierte, weil sie Hillarys Sieg einstimmig vorhergesagt hatte, war auch den Wahrsagungen, wer oder was sich zum Guten oder zum Bösen entwickeln würde, kaum noch zu trauen. Ebenso wenig wie den Herolden und Lautsprechern, die das Königreich seit Monaten mit der faktenfreien Verschwörungstheorie fütterten, dass König Donald vom „ultrabösen“ Wladimir gesteuert würde. Doch ähnlich wie ihre Vorhersagen schien auch ihre bewährte Methode, dass man Lügen nur oft genug wiederholen muss um sie als Wahrheit durchzusetzen, nicht mehr richtig zu funktionieren.

Noch nie war ein König nach seiner Amtsübernahme derart als „Böser“ dargestellt worden wie Donald, und doch lag er bei den Sympathiewerten im Land mittlerweile weit vor seiner angeblich „guten“ Gegnerin Hillary. Und auch sonst war im exzeptionalistischen Königreich zwischen Gut und Böse einiges Durcheinander geraten, die üblichen Koordinaten wie „rechts oder „links“ und „oben“ oder „unten“ taugten nicht mehr zu einer wirklichen Orientierung.

Viele Leute von „unten“ hatten einen Ultrareichen von „oben“ zum König gemacht. Der war „rechts“, sprach sich aber außenpolitisch für eine Versöhnung mit dem Ultrabösen aus, was zuvor nur „Linke“ getan hatten; wie sie wetterte er gegen „Globalisten“ und neoliberalen Freihandel, war aber gleichzeitig „rechter“ Nationalist, der mit einem „linken“ Konzept, das „keynesianisch“ genannt wurde, ein staatliches Programm zum Wiederaufbau der Infrastruktur starten wollte. „Typisch Hitler“, sagte da einige „Linke“ wegen der berühmten „Autobahn“, die der blutrünstige Adolf einst bauen lies und verglichen Donalds Einreiseverbot für Moslems dann mit Adolfs Judenvernichtung. Ultra-Konservative hingegen, sonst als „Rechte“ für jede Maßnahme der Polizei und der Meister der Intelligence zu haben, warnten jetzt vor Überwachung und Polizeistaat, wie früher nur „Linke“ und „Liberale“, denen der Schutz der Bürgerrechte und Privatsphäre das Höchste waren, die aber jetzt zusammen mit „Big Brother“ und dem Tiefenstaat das Land vor Donald retten wollten. Und gar schon an die Generäle appellierten gegen ihren König aufzustehen.

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9
Mar, 2017

Real Game of Thrones: Donald der Disruptor und die permanente Regierung

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Nachdem Obama die Vorwürfe König Donalds, er habe ihn abhören lassen, umgehend zurückgewiesen hatte, kündigte das Weiße Haus eine offizielle Untersuchung der Sache an. Und während Herolde wie das ehemalige Nachrichtenmagazin “Spiegel” weiter das Märchen vom ultrabösen Donald-Manipulator köcheln und auf dem neuesten Titel rhetorisch die Frage stellt “Wie viel Putin steckt in Donald?”, steht im exzeptionalistischen Königreich jetzt eine ganz andere und spannendere Frage an, nämlich “Wie viel Stasi steckte in Obama?”

Kann es sein, dass irgendein kleiner Bürokrat in der heißen Phase des Wahlkampfs die Büros des Kandidaten rund um die Uhr belauschen lässt, ohne dass die Regierung davon weiß und ihren Segen gegeben hat? Schon bekannt war ja bisher, dass die Polizei im Frühjahr und Sommer 2016 zwei Mal einen von Donalds Datenspeichern beobachten ließ, weil der Verdacht aufgekommen war, dass Gelder aus dem Reich des Ultrabösen in Donalds Wahlkampfkasse gelandet wären. Dieser wahrscheinlich von den Meistern der Intelligence initiierte Verdacht hatte sich als ebenso haltlos herausgestellt wie auch die anderen Vorwürfe über die Verbindungen Donalds mit dem Ultrabösen.

Hat nun irgendein Richter dann noch einmal sechs Wochen vor der Wahl der Polizei die notwendige Genehmigung erteilt, den Spitzenkandidaten zu belauschen, ohne dass seine Vorgesetzten und das Justizministerium davon wussten? Das ist sehr unwahrscheinlich – und Polizeichef Comey stritt es ebenso ab wie der ehemalige Intelligence-Großmeister Clapper.

Doch König Donald scheint diese Aussagen nicht zu akzeptieren, was bei Aussagen von Clapper nicht überraschend ist, hatte dieser doch einst vor dem Kongress unter Eid behauptet, dass die Meister der Intelligence keinen Bürger des Königreichs jemals unerlaubt belauscht hätten, um dann kurz darauf vom mutigen Ed nachhaltig des Meineids überführt zu werden.

Nun soll also der Kongress eine Untersuchung beginnen, ob und inwieweit sich Obama und/oder seine Regierung illegaler Lauschaktionen schuldig gemacht haben. Wobei gar nicht mehr in Frage steht, dass Donald abgehört wurde – sondern nur noch in welchem Ausmaß, wann und von wem. Also ob die Ausspähung nach der ergebnislos abgelaufenen Lausch-Erlaubnis einfach ohne neuen Richterbeschluss fortgesetzt wurde, oder ob befreundete Geheimdienste, die Donalds Turm verwanzt haben, den Meistern des Königreichs ihre erlauschten Informationen überließen.

Dass König Obama direkt involviert war, ist eher unwahrscheinlich, denn als ehemaliger Rechtsprofessor kennt er die heftigen Strafen, falls ihm so etwas nachgewiesen werden könnte. Insofern scheint Donald vermutlich wieder einmal über den Pudding zu gehauen haben, als er ihn persönlich beschuldigte. Da Justizministerium, die Polizei und die Lauschexperten der Meister aber letztlich dem König unterstellt sind, ist der Vorwurf aber auch nicht unberechtigt.

Für den legendären Pfeifenbläser William Binney, der einst den Lauschapparat der Meister der Intelligence konstruiert und aufgebaut hatte, ist klar, dass Donald die ganze Zeit überwacht wurde und richterliche Genehmigungen “nur eine Show” für die Öffentlichkeit sind.
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6
Mar, 2017

Real Game of Thrones: Donald und der Regime Change von innen

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Nachdem seine Rede vor dem Kongress gezeigt hatte, dass König Donald auch “Staatsmann” kann, waren die Zustimmungswerte im Königreich stark gestiegen, mehr als zwei Drittel der Untertanen fanden nun, dass Donalds Politik in die richtige Richtung geht. Weil aber staatsmännische Reden meist ebenso moderat und pathetisch wie nichtssagend sind, ist die konkrete Richtung von Donalds Politik nach wie vor unklar, von der Finanzierung seiner Vorhaben ganz zu schweigen.

Dass er eine weitere fast 10-prozentige Steigerung der astronomischen Militärausgaben ankündigte wurde sowohl bei den Meistern der Intelligence wie auch bei der Gilde der Waffenschmiede befriedigt zur Kenntnis genommen. Ebenso wie Donalds Ansage, dass er künftig nur noch Kriege führen wird, die auch gewonnen werden.

Tatsächlich hatte das exzeptionalistische Königreich trotz seiner astronomischen Militärausgaben seit langem keinen Krieg mehr gewonnen, der letzte große Sieg war gefeiert worden, als Ronald I. einst die karibische Insel Grenada mit mehr bewaffneten Soldaten stürmen ließ, als dort Menschen lebten. Seitdem hatten er und seine Nachfolger zwar zahlreiche Länder angegriffen, am Liebsten mit ihren Flugdrachen-Geschwadern, die von oben einfach Bomben abwarfen, doch außer Blutbädern und Zerstörung hatten diese Krieg nur Chaos angerichtet. Da die Herolde und Lautsprecher dabei stets “eingebettet” waren, wurde über dieses Chaos in der Heimat aber kaum berichtet, sodass man irgendwann abziehen, den Sieg erklären und das Thema einfach ausblenden konnte.

So hatte W. im Irak “Mission Accomplished” erklärt und Hillary die Beseitigung des Königs Gaddafi von Libyen mit “Wir kamen, wir sahen, er starb, hahaha” gefeiert, doch herrschte seit diesen “Siegen” in diesen Ländern schlimmeres Chaos als je zuvor. In Irak und Syrien hatte sich das Kalifat ISIS breitgemacht und in der libyschen Hauptstadt regierte die terroristische Wickelmützen-Miliz “Al Qaida”, die einst als Todfeind des exzeptionalistischen Königreichs annonciert wurde, weil sie die Teppichmesser des Schreckens ausgesandt und mit ihrer Magie zwei Türme angegriffen und drei zu Fall gebracht haben soll. Das magische Ereignis, das nach dem Anführer der Bande auch das “Osama-Wunder” genannt wurde, hatte mittlerweile im Königreich zur Herausbildung einer neuen Glaubensgemeinschaft geführt, die C.O.F.F. (Church Of Free Fall) genannt wurde.

Dass einige Seher diese Terrorbande schon damals “Al CIAda” nannten und sie für ein Werkzeug des dunklen Ordens der Meister der Intelligence hielten, schien sich später zu bestätigen, als sie nunmehr unter dem Namen “Al Nusra” an der Seite des Königreichs und der Nato gegen König Assad von Syrien eingesetzt wurde. Diese Kämpfe dauern noch an, Donalds Kriegsminister Mattis, den man “Mad Dog” nannte, hat jetzt erste Pläne verlautbaren lassen, wie das Wickelmützen-Kalifat beseitigt werden soll. Zudem hat er verfügt, dass die Meister ihre Geld- und Waffenlieferungen an die “moderate Rebellen” genannten Terroristen einzustellen. Read more

2
Mar, 2017

Real Game of Thrones: König Donald und die Känguru-Ökonomie

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Das epidemische Anti-Donald-Syndrom (ADS) ist im exzeptionalistischen Königreich nach wie vor virulent und die besonders stark betroffene Gilde der Herolde und Lautsprecher zählt noch immer zu den Risikopatienten: „Sie sehen die Pressefreiheit in ihrem Land in Gefahr. Eine Studie führt Repressalien auf, Überwachung, Strafverfolgung und Blockaden. Seit Richard Nixon habe sich kein Präsident so aggressiv verhalten…“, verkündete entsetzt „Der Spiegel“, den man „das ehemalige Nachrichtenmagazin“ nannte. Und listete auf, dass sich die Herolde vom „Geheimdienstsystem“, den Meistern der Intelligence, überwacht fühlen, dass „Intransparenz“ herrsche, weil nur noch „mit Twitter und Facebook“ regiert werde, dass Pfeifenbläser wie der mutige Ed und die tapfere Chelsey mit Spionagegesetzen von 1917 verfolgt werden, „Mitarbeiter eingeschüchtert“ und „abgehört“ und insgesamt ein „Klima der Angst“ herrsche. Schwere Vorwürfe, zumal wenn man bedenkt, dass den Herolden als „vierte Säule“ der Demokratie ja eine eminent wichtige, staatstragende Rolle zukommt.

Dass König Donald angesichts dieses Sündenregisters natürlich gleich wieder „Fake News“ rufen würde, wäre absehbar. In diesem Fall allerdings auch berechtigt, den der Vorwurf so aggressiv wie sein Vorgänger „Tricky Dick“ Nixon gegen die Gilde der Herolde vorzugehen war nicht gegen ihn gerichtet: es handelte sich um das Sündenregister von Obama aus dem Jahr 2013. Wenn es auch auf Donald zutrifft, der wegen seiner Zwitscherleidenschaft sogar schon mit „Heil Twittler!“ verspottet wurde, wenn der neue König sich also gegenüber den Herolden kaum anders gebärdet als der alte, warum sorgt er jetzt für so gewaltige Empörung und apokalyptische Warnungen vor einer in Dunkelheit sterbenden Demokratie ?  Liegt das allein daran, das Donald der Herold-Gilde mit seinen „Fake News“-Salven die permanente Kurzfassung der Leviten liefert, die ihnen einst der große John Swinton las ? Bellen die Hunde nur so laut, weil sie schwer betroffen sind ?

Kriegsverbrecher mit „innerem Rembrandt“

Fast scheint es so, denn zu ihrer Ehrrettung kamen sie jetzt auf die Idee, den unbedarften Ex-König W. zu entmumifizieren und ihn auf dem Kanal NBC zur Verteidigung der „Pressefreiheit“ sagen zu lassen: “Wir brauchen sie, um Leute wie mich zur Verantwortung zu ziehen.” Das Statement wurde dann nicht mit einem Orkan aus der Lachmaschine unterlegt, sondern allen Ernstes weltweit verbreitet, weil ja jeder weiß, dass auf die Unabhängigkeit der Herolde und Lautsprecher jederzeit Verlass ist und sie W., Cheney und Rumsfeld einst massiv für die Lügen zur Verantwortung zogen, mit denen sie zum Irak-Krieg hetzten und eine Million Leichen produzierten. Dass sie heute als Massenmörder und Kriegsverbrecher eingekerkert sind, verdankt sich allein der Unnachgiebigkeit, mit der die Gilde der Herolde ihrer Kontrollfunktion als „vierte Säule“ der Demokratie nachkam und diese Verbrechen aufdeckte und vor Gericht brachte.

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27
Feb, 2017

Real Game of Thrones: König Donald und die Schwarzkasse der Meister

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Der „Sumpf“ in den Tiefen des Königreichs, dem Donald den Kampf angesagt hatte und der jetzt zurückschlug, war ohne Frage das größte Problem, mit dem er seit seinem Amtsantritt zu kämpfen hatte. Die ganze Verwaltung, die Hauptstadt, das Militär und die Polizei sowie natürlich die Meister der Intelligence mit ihren über 60.000 unsichtbaren Mitarbeitern waren seit Jahrzehnten in den Händen der „Yankees“, doch mit Donald war nun ein Außenseiter auf dem Thron gekommen. Zwar aus derselben Elite-Liga, aber aus einem anderen Club, und einer, der in den ersten Wochen seiner Regentschaft gezeigt hatte, dass er seine deutlich andere Spielweise nicht ohne Weiteres aufgeben will. Insofern konnte sich Donald der Loyalität seines Apparats keineswegs sicher sein, was die Operation, die zum Rücktritt seines Sicherheitsberaters General Flynn eingefädelt worden war, schon deutlich gezeigt hatte.

Dass Donalds Vorhaben, mit dem Ultrabösen „klar zu kommen“ und gemeinsam das Wickelmützen-Kalifat ISIS zu erledigen, der Grund für die Meister der Intelligence war, seinen wichtigsten Berater abzuservieren, war ja schon ebenso vermutet worden wie die Möglichkeit, dass es sich bei diesem mysteriösen Blitzrücktritt um eine raffinierte Falle handeln könnte, die Donald und der General den Meistern gestellt haben. Um die Lecks in den Tiefen und die dienstbaren Herolde und Lautsprecher zu identifizieren, die sie an die Öffentlichkeit tragen.

Eine merkwürdige Koinzidenz hat da jetzt für ein wenig konkretere Hinweise gesorgt: die Lecks erfolgten einen Tag, nachdem Donald eine „Executive Order“ zur Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels, Menschenhandels und der internationalen Kriminalität erlassen hatte – und General Flynn das Finanzministerium zu Sanktionen gegen ein Geldwäsche,- und Rauschgiftsyndikat in Venezuela aufgefordert hatte, dem einer seiner Mitarbeiter, Robin Towley, auf die Spur gekommen war. Diesem wurde dann umgehend die Unbedenklichkeit zur Mitarbeit im Sicherheitsrat verweigert, was manche Beobachter darauf zurückführen, dass er mit seinen Recherchen der CIA, einem der mächtigsten unter den insgesamt 17 Orden der Meister der Intelligence, in die Quere gekommen sei.
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23
Feb, 2017

Real Game of Thrones: King Donald vs. Deep State – Der „Sumpf“ schlägt zurück

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Die Gilde der Herolde und Lautsprecher hatte sich über König Donald einmal mehr mächtig erregt, weil er sie als “Feinde des Volkes” bezeichnet hatte. Aber die Leute im Königreich, vor allem jene auf dem flachen Land, die ihn gewählt hatten, stimmten Donald durchaus zu. Sie hatten sich ja schon während des Wahlkampfs nicht umfassend und neutral, sondern nur sehr einseitig informiert gefühlt und waren den Empfehlungen nahezu sämtlicher Lautsprecher, die sich allesamt für Hillary aussprachen, nicht gefolgt. Die Gilde hatte aus diesem Verlust von Vertrauen und Glaubwürdigkeit keine Konsequenzen gezogen, außer einigen alternativen Herolden und auch Donald selbst die Verbreitung von Lügen, die sie “Fake News” nannten, vorzuwerfen. Davon seien die Massen verwirrt worden und hätten den Verkündigungen der Gilde, bei denen es sich stets um die reine Wahrheit handelt, keinen Glauben geschenkt.

Nun hatte man Wahlveranstaltungen im exzeptionalistischen Königreich wegen der Bausicherheit schon seit langem ins Freie verlegt, weil sich wegen der zahlreichen Lügen und falschen Versprechungen regelmäßig die Balken bogen. “Fake News” waren also keineswegs etwas Neuartiges und in den Kämpfen um den Thron durchaus an der Tagesordnung; dass Kandidaten sich gegenseitig Lügen vorwarfen, nachwiesen, um die Ohren schlugen,  war selbstverständlich, üble Nachrede gehörte gleichsam zum guten Ton.

“Donald der Dünnhäutige” und die kindischen Herolde

Dass Donald in dieser Beziehung neue Maßstäbe gesetzt hatte, war ihm oft angekreidet worden und nach seiner Inauguration schlug er dann zurück, als er  einen Herold von “CNN” mit der Bemerkung abwies: “You Are Fake News!” – weil sie den Gerüchten über angeblichen Donald-Orgien in der Hauptstadt des Ultrabösen eine Bühne geboten hatten. Mittlerweile aber, so teilte er dem bei einer Konferenz erneut fragenden CNN-Herold mit, habe er seine Meinung geändert: “You Are Very Fake News!” Und zwitscherte gleich noch hinterher, dass sich New York Times, ABC,  NBC und CBS auch angesprochen fühlen dürfen.

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20
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach

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Im exzeptionalistischen Königreich, dessen disruptive Entwicklung wir in dieser Chronik aufzeichnen, scheint immer noch ein unsichtbarer Krieg zwischen der Regierung von König Donald und den Meistern der Intelligence zu toben – und niemand weiß in welche Richtung sich das Ganze entwickelt. Vor langer Zeit, als noch ein Eiserner Vorhang die Welt teilte, und niemand genau wusste, was auf der anderen Seite vor sich ging,  gab es eine Wissenschaft, die zu ergründen versuchte, welche Politik und welche Pläne in der dunklen Burg der Hauptstadt Moskau ausgeheckt wurden. Diese Wissenschaft nannte sich “Kreml-Astrologie” und versuchte ähnlich wie die Sterndeuter anhand von Konstellationen und Bewegungen am Himmel die Zukunft zu deuten – anhand von Äußerungen und Launen der Kreml-Mitarbeiter, die man “Apparatschiks” nannte. Seit mit König Donald jetzt ein scheinbar unberechenbarer Außenseiter auf dem Thron gelandet ist, existiert im exzeptionalistischen Königreich nun die Wissenschaft der “White House Astrologie” – der Versuch,  aus Donalds kryptischen  Zwitschernachrichten und anderen Kleinigkeiten seine nächsten politischen Schritte zu enträtseln.

Dass die in den Tiefen des Reichs bei den Meistern der Intelligence beheimateten Kreml-Astrologen seinerzeit keinen blassen Schimmer davon hatten, dass das Objekt ihrer Analysen, das sie “das Reich des Bösen” nannten, zusammenbrach und sie erst davon Wind bekamen, als die Berliner Mauer fiel, hatte das Vertrauen in die prophetischen Kompetenzen der Meister nachhaltig erschüttert. Um davon abzulenken und ihre Inkompetenz zu kompensieren hatten sie sich dann umso eifriger daran gemacht, in diesem Reich eine willfährige Marionette als König zu installieren und waren sehr stolz, als ihnen das gelungen war. Mit König Boris, den man den “Wodka-Container” nannte, hatten sie einen  geradezu perfekten Kandidaten für ihre Zwecke gefunden.

Wie aus dem kooperativen Wladimir der aggressive Ultraböse wurde

Diese Zwecke bestanden natürlich vor allem darin, an die Schätze des ehemaligen “Reich des Bösen” zu kommen, das ja eigentlich  gar nicht böse war, sondern im Gegenteil über die größten Mineralien-Reserven der Welt verfügte. Öl, Gas, Metalle, seltene Erden… ein Drittel aller Rohstoffe der Welt lagen unter seiner Erde und wer – wie das exzeptionalistische Königreich mit seiner “Full Spectrum Dominance” – Doktrin – den ganzen Globus beherrschen wollte, musste diese Schätze irgendwie unter seine Kontrolle bekommen. Sie lagerten vor allem in einer Region, die man die “sibirische Schatztruhe” nannte und kaum erschlossen war. Da König Boris aber keinerlei Geld hatte, die notwendigen Bergwerke und Bohrtürme zu errichten, schlugen die Exzeptionalisten ihm einen Deal vor: wir stellen dir alle Förderanlagen hin, sie kosten dich keine Kopeke. Als Gegenleistung wollen wir 25 Jahre lang Öl und Gas fördern, danach gehören die Anlagen dir. Weil sie aber so furchtbar teuer sind, können wir in dieser Zeit keinen Cent für das Öl zahlen.

Da König Boris ständig benebelt war unterschrieb er den Vertrag. Und weil er nicht rechnen konnte, lies er sich bei diesem Deal gnadenlos über den Tisch ziehen. Nachdem ihn dann der viele Wodka völlig unzurechnungsfähig gemacht hatte, wurde ein neuer König gebraucht und mit Wladimir, den man auch “Putin” nannte, kam ein recht unbeschriebenes Blatt auf den Thron. Man wusste eigentlich nur, dass er im Osten des damals noch geteilten Reichs der heutigen Königin Angela als Agent eingesetzt war und dort – wie einst Angela als sogenannte “FDJ Sekretärin für Propaganda” – dem Ostherrscher Erich I. gedient hatte.

Da Arbeit für die Meister der Intelligence  in allen Ländern als geeignete Voraussetzung für höhere Staatsämter gilt, wurde Wladimir nach seiner Thronbesteigung allgemein als geeigneter und fähiger König akzeptiert, auch von den Vertretern und Kaufmännern des exzeptionalistischen Königreichs, die beflissen ihre Zusammenarbeit anboten. Doch diese Sympathie währte nicht lange, denn als Waldimir die Verträge entdeckte, die unter dem benebelten Boris gemacht worden waren, traute er seinen Augen kaum. Sie verpflichteten ihn, die Rohstoffe seines Reichs ein Vierteljahrhundert lang zu verschenken, um am Ende ein paar verrostete Fördertürme über leergepumpten Quellen dafür zu bekommen. Read more

15
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Die Meister der Intelligence nehmen König Donald an die Kandare

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König Donalds Einreiseverbot erregt im exzeptionalistischen Königreich zwar weiterhin die Gemüter, doch von all den Dekreten, die in den ersten Wochen erlassen wurden, stößt der “Bann” auf die größte Zustimmung im Land: 55 % der Einwohner stimmen ihm zu, was Donald natürlich sofort zwitscherte. Auch wenn er zuvor oft  davor warnte, der Gilde der Demoskopen und Kaffeesatzleser Glauben zu schenken – und damit, was die Prophezeiungen des Wahlausgangs betrifft, ziemlich recht hatte – wäre es natürlich wieder  mal “typisch Donald”, dass er sich die Fake News einer für ihn positiven Umfrage eitel an die Twitter-Brust heftet.

Doch in diesem Fall scheint es sich nicht um einen Fake , sondern um ein durchaus realistisches Meinungsbild zu handeln und es trifft nicht nur auf das exzeptionalistische Königreich zu, sondern auch auf Europa. Dort war die Bevölkerung in zahlreichen Königreichen danach gefragt worden – noch bevor Donalds Bann weltweit Schlagzeilen machte – ob die Immigration aus muslimischen Ländern gestoppt werden solle und brachte ein ähnliches Ergebnis: 55 % stimmten dafür.  Auf besonders hohe Zustimmung brachte es dabei wenig überraschend das Königreich Polen, dass sich ja ohnehin  –  von Wladimir, von Angela, vom Rest der Welt –  notorisch bedroht fühlt: 71 % dort haben Angst vor dem Moslem. Auch unter den Österreichern, die zuletzt vor 300 Jahren von den Osmanen belagert wurden, fürchten sich noch immer fast zwei Drittel (65%), ähnlich sieht es in Ungarn und Belgien aus und in Frankreich (61%), Griechenland (58%) und Deutschland (53%) wenig besser.

Nun ist solche Xenophobie nichts worüber man sich freuen könnte, aber sie ist offensichtlich real und es hilft wenig, diese Leute als einen Haufen bedauernswerte Deppen zu bezeichnen, wie Hillary es im Wahlkampf getan hat.  Ebenso wenig hilfreich scheint, sie allesamt als “Nazis” oder “Faschisten” abzustempeln, die sich jetzt mit König Donald einen passenden Führer gewählt zu haben, der nun nur noch auf eine Art  Reichtagsbrand wartet, um eine Diktatur zu errichten. Sowie den nächsten Weltkrieg zu beginnen, weil seinem Einflüsterer Steve “Darth Vader” Bannon der Sinn danach steht und  König Donald genau nach dem Drehbuch vorgehen würde, nach dem einst der blutrünstige Adolf, den man den “Führer” nannte, sein Regime errichtete und in den Krieg zog. Da das exzeptionalistische Königreich kaum mit der Weimarer Republik vergleichbar ist,  scheinen  solche Deutungen aber eher alarmistisch als realistisch, zumal König Donald trotz seiner “Anti-Establishment”-Parolen ja Teil desselben ist und einen Teufel tun wird, es zu stürzen.

Dass Donald sich in den Tiefen des Königreichs mit den Vampiren der Schatzkammern, die auch “Wall Street” genannt wurden, offenbar geeinigt hatte und mehr als ein halbes Dutzend “Goldmänner” in seine Regierung berief, hatten wir schon berichtet. Den unsichtbaren Meistern der Intelligence war das aber offensichtlich noch nicht genug, denn nun sorgten sie dafür, dass König Donald seinem wichtigsten Sicherheitsberater, General Flynn, sein berühmtes “You Are Fired!” zurufen mußte (bzw. seinen “Rücktritt” annahm) – und damit nicht nur in Sachen Finanzen, sondern auch in der Kriegspolitik  beigebogen wurde.

General Flynn war als Großmeister der militärischen Intelligence von König Obama gefeuert worden, weil er verhindern wollte, dass sich die salafistischen Allierten des exzeptionalistischen Königreichs ihr eigenes “Kalifat” in Syrien und Irak aufbauen. Obama und Hillary aber hatten nichts gegen die terroristischen Wickelmützen und ihren Staat, der ISIS genannt wurde, weil er ihnen im Krieg gegen König Assad nützlich erschien. Weil König Donald aber “ISIS” als größte Gefahr und deren Beseitigung als dringendste Herausforderung ansah, hatte er mit Großmeister Flynn einen Chefberater gewählt, der das Problem lösen wollte – in Zusammenarbeit mit dem ultrabösen Wladimir. Dies schien vielen im Königreich und auch anderswo als sinnvolles Vorgehen, denn im Team hätten Don und Wlad den Terrorstaat in Nullkommanichts erledigt. Aber daraus wird jetzt wohl nichts, denn die unsichtbaren Meister der Intelligence haben anderes im Sinn.

Die Beseitigung des Chefstrategen

Im ersten Schritt beseitigten sie nun Donalds Chefstrategen. Sie hörten seine Telefonate ab und stellten ihm eine Falle. Flynn hatte vor Donalds Thronbesteigung mehrfach mit dem Botschafter des Ultrabösen telefoniert und davon dem Vizekönig Mike nur unvollständig berichtet. Die Meister stachen dann eine Abschrift der Telefonate an den Justizminister und die Herolde der “Washington Post” durch. General Flynn hatte gar nichts Illegales getan, aber jetzt konnte man beweisen, dass er seine Vorgesetzten nicht umfassend informiert hatte und das reichte, ihn als “Sicherheitsrisiko” zum Rücktritt zu zwingen. Aber sollte nicht ein nationaler Sicherheitsberater auch schon vor Amtsantritt Kontakte pflegen und gehört diplomatischer Kontakt auch mit dem Reich des Ultrabösen nicht sowieso zu seinen Aufgaben ? Selbstverständlich, doch darum geht es bei diesem “Skandal” ja auch gar nicht, der unter normalen Umständen gar keiner wäre und einen König nicht veranlasst hätte, sich seines wichtigsten Strategen nach kaum drei Wochen zu entledigen.

Welcher Druck Donald dazu veranlasst hat, eine Säule seiner Außenpolitik so einfach fallen zu lassen, ist derzeit noch unklar, die Lappalie dieser Gespräche aber war es sicher nicht. Sie stellte nur neue Munition bereit, für weitere flächendeckende Bombardements mit den  Fake News, nach denen König Donald ja nur durch die Hilfe des Ultrabösen den Thron erobert hätte und eine Marionette von Wladimirs Gnaden sei. Wie an den “heimlichen ” Kontakten Flynns mit dem Botschafter ja wieder mal klar zu sehen. In Vorbereitung dieses neuerlichen Shitstorms hatten  die Meister der Intelligence in den Tagen zuvor schon ihr altes  Pipifax-Gerücht über Donalds angebliche Orgien in der Hauptstadt des Ultrabösen reaktiviert. Diese Faxen hatte Donald vielleicht einfach nur dicke… wie auch immer, in Sachen Wladimir mit dem er bis vor Kurzem noch “klar kommen” wollte, fordert jetzt sein Sprecher den Ultrabösen auf, die Halbinsel Krim an die Ukraine zurück zu geben.  Dass er auch den Papst aufforderte, zum 500. Reformationsjubiläum evangelisch zu werden ist zwar Fake News, aber etwa genauso wahrscheinlich.

Obwohl es also scheint, als ob König Donald an entscheidenden Punkten in kürzester Zeit an die Kandare genommen werden konnte und die Meister der Intelligence ihm gezeigt haben, wer Herr im Hause ist und wo der Hase lang zu laufen hat, sorgt seine angebliche Unberechenbarkeit an anderer Stelle für Furore: überall im Königreich entwickeln sich Wetten auf beziehungsweise gegen Donald zum neuen Volkssport. Wer darauf wettet, dass er wegen geheimer Absprachen mit dem Ultrabösen angeklagt wird, kann seinen Einsatz verfünfachen, ein Friedennobelpreis für Donald schlägt mit dem Hundertfachen zu Buche. Die Wette, dass er seine erste Amtszeit nicht übersteht, ist dagegen deutlich weniger lukrativ, ebenso wie eine auf seine Wiederwahl 2020. Hier allerdings gibt es neue Bewegung, denn schon zeichnet sich eine Gegenkandidatur ab, nicht von King Bernie, den die Clinton-Gang rausmobbte und der in vier Jahren schon zu alt sein dürfte, auch nicht von Prinzessin Tulsi, der demokratischen Kandidatin der Herzen, sondern von niemanden anderem als der alten Schreckschraube Hillary.  Die Leute im exzeptionalistischen Königreich konnten es kaum fassen und die ersten stellten sich schon mal darauf ein, Donald nicht nur vier, sondern ganze acht Jahre ertragen zu müssen…

Auch auf Telepolis erschienen

8
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Könige, Killer und ein Wolf im Wolfspelz

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Im Real Game of Thrones überschlagen sich die Ereignisse noch immer. Was bisher in den Chroniken aufgezeichnet wurde, erfahren sie hier.

Nachdem ein Gericht Donalds Einreiseverbote für unrechtmäßig erklärte und wieder aufhob, zwitscherte König Donald empört zurück, was sich ein “sogenannter Richter” da eigentlich erlaubt. Dass er sich auch als König manchmal an  Verfassung und Gesetze halten muß hatte sich Donald möglicherweise anders vorgestellt, wird es aber künftig noch öfter zu spüren bekommen.

Unterdessen breitete sich die Epidemie des “Anti-Donald-Syndroms” (ADS) im exzeptionalistischen Königreich und auch im Ausland weiter aus. Tiefenpsychologen und Gehirnwäsche-Experten rätseln nach wie vor über der Frage, wie eine solche Massenhysterie durch einen “Moslem-Bann” ausgelöst werden kann, während die Bomben auf Moslems diese Massen kalt liessen, obwohl damit  in den letzten 15 Jahren 1,5 Millionen Menschen ermordet worden waren. Welche mentalen Verschiebungen, Verdrängungen, Projektionen dazu führen, dass permanenter Massenmord keine Empörung auslöst aber befristete Einreiseverbote riesiges Entsetzen haben die Forscher noch nicht herausgefunden. Könnte es sein, fragten sie sich, dass diese Leute einfach nur den Schafspelz wieder haben wollen, aber gegen den Wolf gar nichts haben ? Dass sie es nur nicht aushalten und gar nicht hinschauen können, wenn sie von einem Wolf im Wolfspelz regiert werden ? Dass sie dem kuscheligen König Obama trotz seiner 26.172 Bomben in 2016 nachtrauern und den großmäuligen Donald schon hassen, bevor er eine einzige geworfen hat ?

Nun gab es ja wahrlich genug Gründe, gegen Donald zu sein und recht eigentlich hätte im Königreich der Tapferen und Freien sofort  eine Revolution ausbrechen müssen. Doch schienen die von der ADS-Epidemie befallenen Massen weder eine grundsätzliche Systemkritik noch gar einen Umsturz im Sinn zu haben. Sie wollten nur wieder einen Wolf im Schafspelz als König. Vielleicht, so vermuteten einige Forscher, hatte dieser verbreitete Hass auf Donald auch damit zu tun, dass der Wolfspelz auf dem Thron als Spiegel fungiert, in dem nun sichtbar wurde, was sonst unter den Schafspelzen von Friedennobelpreisen und Transgender-Toiletten verborgen war: die ungeschminkte, aggressive, menschenfeindliche Fratze des Imperiums. Die wollen die Leute nicht sehen und nicht wahrhaben, aber Donald gibt ihnen kaum eine Chance, sie weiter zu übersehen.

Dass der Exzeptionalismus des Königreichs nicht auf Friedlichkeit und Freundlichkeit basiert, sondern auf Gewalt und Ausbeutung, dass seine “freie” Marktwirtschaft nicht von sanfter “unsichtbarer Hand” regiert wird, sondern von eiserner militärischer Faust, und dass es seinen Status als Supermacht nicht seiner Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit verdankt, sondern Erpressung, Betrug und Lüge  – all  diese unangenehmen Wahrheiten wurden in der Figur Donalds nun sichtbar. Und “obszön”, “egozentrisch”, “paranoid”, “rassistisch”, “narzistisch”, “verlogen”, aggressiv”… all die pejorativen Adjektive, mit der die Person  Donalds belegt wurde, sie passten eigentlich auch auf das exzeptionalistische Königreich insgesamt.

Killerklartext vom König

Doch all dies schien durch geschicktes Meinungs,-und Empörungsmanagement seit Jahrzehnten kognitiv und moralisch ebenso unsichtbar geworden zu sein wie die 20-30 Millionen Leichen, die die Kriege des Königreichs unter dem Banner von “Freiheit”, “Demokratie” und “Menschenrechten” seit 1945 produziert hatten. Dass es sich bei den Vorgängern Donalds einschließlich des netten Obamas um Kriegsverbrecher und Massenmörder handelte entsprach zwar den Fakten –  um seinen Ex-Königen lebenslangen Knast zu ersparen war das exzeptionalistische Königreich dem Internationalen Strafgerichtshof bekanntlich erst gar nicht beigetreten – doch wurde das kaum wahrgenommen. Wer gibt auch schon gerne zu, braver Untertan eines leibhaftigen Killers zu sein?  Doch mit König Donald wird das nun anders. Auf die Frage, wie er denn mit einem “Killer” wie dem ultrabösen Wladimir zusammenarbeiten könne, antwortete er: “Wir haben eine Menge Killer. Was glauben Sie? Ist unser Land so unschuldig?” Das  war das exzeptionalistische Königreich natürlich nicht, sondern tatsächlich die größte Killernation der Welt. In den  239 Jahren seines Bestehens lag es  222 Jahre im Krieg, führte zusätzlich hunderte verdeckter militärischer Operationen durch und verfügte aktuell über 1000 Militärbasen rund um den Erdball. Nur einen König, der solchen Klartext raushaut, hatte es schon lange nicht mehr.

Dass Donald nicht nur mit schockierendem Klartext agiert, sondern gerne auch Flip-Flop-artig heute dies und morgen das  Gegenteil behauptet, hat in den ersten Wochen seiner Amtszeit für einige Verwirrung gesorgt, er muss sich offenbar noch daran gewöhnen, dass der neue Laden, den er nun führt, anders als sein Familienkonzern funktioniert und die anstehenden Verhandlungen nicht mehr so laufen wie das Armdrücken mit Lieferanten um die Betonpreise. So hat er einerseits immer wieder gesagt, dass er mit dem Ultrabösen schon klar kommen würde und die Sanktionen für keine gute Idee  hält, aber jetzt soll Donald der Ex-Königin Julia, einer Fake-Blondine mit Hefezopf-Frisur aus dem Königreich Ukraine, off the record gesteckt haben, dass er Wladimirs Reich auch weiterhin sanktionieren will.  Seitdem dieser allein mit der Kraft seiner Gedankenstrahlen die Halbinsel Krim erobert hatte, fordert die Ukraine diese zurück, doch deren neuer Herrscher, den man den “Schokokönig” nannte, wird von den allermeisten Krim-Bewohnern nicht anerkannt. Er war unter umstrittenen Umständen nach einem blutigen Aufstand an die Macht gekommen, den Obamas Meister der Intelligence angezettelt hatten und wurde auch in den Ostprovinzen seines Reichs nicht akzeptiert, die größere Autonomonie forderten. Wladimir unterstützt diese Forderung, will diese Provinzen aber nicht seinem Reich zuschlagen, weil dies eh schon viel zu groß sei. Wie sich König Donald in diesem Konflikt positionieren wird ist noch nicht klar, die ukrainische Ex-Königin indessen, die in ihrer Heimat auch “Sonka” genannt wird – nach einer berühmten Diebin und Gangsterbraut – ist als Quelle einer Nachricht ungefähr so vertrauenswürdig wie das Kraftwerk Tschernobyl für die Energieversorgung.

Zweifel an dieser Aussage sollte auch wecken, dass König Donald ja bis vor kurzem noch  als Marionette des Ultrabösen galt, der mit seinen unsichtbaren Häschern Hillary diskreditiert und Donald an die Macht gebracht haben soll. Solche perfiden Wahlmanipulationen wurden auch im Reich der Königin Angela befürchtet, weshalb sie eine Task-Force ihrer fähigsten Schlapphüte beauftragte, danach zu suchen. Sie durchforsteten alle Winkel des Reichs, stellten verdeckte Erkundungen an, spitzten sämtliche Lauscher und fanden nach einem Jahr – Nichts. Was aber keineswegs Entwarnung bedeutet, denn Angelas hofeigener Herold “Tagesschau” meldet:  “Aus der schwierigen Suche nach den Beweisen lassen sich zwei Schlüsse ziehen. Entweder gibt es den vermuteten Angriff durch Russland nicht. Oder die russischen Dienste sind schlau genug, sich nicht erwischen zu lassen. Die deutschen Agenten neigen eindeutig zur zweiten Version.” Chapeau! “Eindeutig” zuzugeben, das man schlicht zu doof für seinen Job ist, hört man von Top-Beamten nicht alle Tage. Aber gemeint ist natürlich, dass Angelas Untertanen keineswegs aufhören sollen, vor dem eingebildeten Ultrabösen zu zittern.

“Erste Verantwortung der Regierung ist es, die Minderheit der Reichen vor der Mehrheit zu schützen.”

In seinem Killer-Interview hatte König Donald noch einmal deutlich betont, dass er mit dem Ultrabösen gegen die salafistischen Wickelmützen und ihr ISIS-Kalifat unbedingt zusammen arbeiten will – und daran führt ja letzlich auch kein Weg vorbei, wenn diese Kopf-ab-Barbaren wirklich beseitigt werden sollen. Das bedeutet allerdings einen Bruch mit der langjährigen Strategie des exzeptionalistischen Königreichs, durchgeknallte Islamisten mit schweren Waffen auszurüsten und sie als Söldner  für regime change-Zwecke einzusetzen wie zuletzt im Krieg gegen König Assad in Syrien. Wenn Donald das beenden will, muß er sich nicht nur mit Wladimir arrangieren, sondern vor allem  mit seinen eigenen Meistern der Intelligence, die im Untergrund die Fäden dieser “heiligen Krieger” ziehen. Auch die finstere Koalition der “Kalifat”-Unterstützer zwischen den Kopf-Ab-Wahabisten Saudi-Arabiens und Israels König Bibi müsste Donald auflösen, wenn er ISIS wirklich an den Kragen will. Sowohl Russland wie auch China hätte er dabei an seiner Seite, denn beide fürchten ebenfalls den Terror dieser Ideologie.  Die härteste Nuss, die Donald auf diesem  auf diesem Weg knacken muss, sind nicht äußere Feinde, sondern Mächte in den Tiefen seines eigenen Staats.

Mit einigen dieser Kräfte, den mächtigen Vampiren und Zinshaien der Schatzkammern, scheint  König Donald sich mittlerweile geeinigt zu haben, denn er hat etliche dieser sogenannten “Goldmänner” in seine Regierung aufgenommen; auch von seinen Ansagen im Wahlkampf, die einst als Antwort auf den “Black Friday” eingeführte Trennung von Sparkassen und Zockerbanken wieder herzustellen, die König Clinton abgeschafft und so die “Finanzkrise” ermöglicht hatte, ist nichts mehr zu hören; stattdessen dekretierte er, einige von Obama verfügten Regulierungen zu überprüfen und abzuschaffen. Nun hatte trotz Donalds Rhetorik gegen die Schatzkammern und das Establishment niemand wirklich damit gerechnet, dass er als Ultrareicher am System der Ultrabereicherung Grundlegendes ändern würde. Doch wie auch bei seinen anderen Aktionen kann König Donald sich auch dabei durchaus auf seine Vorgänger berufen, hatte doch kein geringerer als König James, der als Gründungvater einst die berühmten checks and balances des exzeptionalistischen Königreichs erfunden hatte, in der Verfassungsversammlung anno 1787 betont: “Die erste Verantwortung der Regierung ist es, die Minderheit der Reichen vor der Mehrheit zu schützen.” Insofern steht Donald als angeblicher “Außenseiter” auf dem Thron doch in sehr klassischer Tradition…

Auch auf Telepolis erschienen

4
Feb, 2017

Real Game of Thrones: Die Schockstrategie und die Epidemie des Anti-Donald-Syndroms (ADS)

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Das Einreiseverbot, mit dem König Donald Reisende aus sieben Ländern für 90 Tage von seinem exzeptionalistischen Imperium fernhalten will, stößt immer noch auf scharfe Proteste. Nicht nur in den  Städten des Königreichs auch im Ausland kam es zu großen Anti-Donald-Demonstrationen. Dieser Bann, den der neue König ausgesprochen hat, sorgt merkwürdigerweise für sehr viel größere Betroffenheit als die Bomben, die seine Vorgänger seit Jahren genau über diesen Ländern abwarfen. König Obama hatte es im letzten Dienstjahr bekanntlich auf auf 26.172 Abwürfe gebracht und damit zu einem persönlichen Rekord, doch gegen diese Bomben wurde fast nirgendwo demonstriert. Ähnlich ist die Lage  auch bei der so heftig kritisierten Migrationspolitik Donalds, bei der es sich, wie Chronisten des Königreichs jetzt herausgefunden haben, um ein Plagiat handelt. Donald hatte sich bei einer 20 Jahre alten Rede von Bill  “Free Willy”Clinton bedient, gegen die aber damals weder “Pussyhats” noch sonstwer protestierten.

Der neue König setzt also fort, was seine Vorgänger im Namen von “Nation”, “Freiheit” und “Werten” des exzeptionalistischen Königreichs vor ihm getan haben. Zuletzt ließ er im mit Einreiseverbot belegten Königreich Yemen ein 8-jähriges Mädchen erledigen, dessen älterer Bruder zuvor einer Obama-Drohne zum Opfer gefallen war, doch unter Donald stoßen diese Operationen nun weltweit auf  solches Entsetzen, dass sogar einzelne 8-jährige Mordopfer Aufmerksamkeit erhalten.  Dass der von W. ausgerufene  und von Obama fortgesetzte “War on Terror” schon  1,5 Millionen Leichen produziert hat – darunter auch viele Kinder  – war und ist dagegen kein Thema. Denn jetzt ist das “Monster” Donald los.  Das ehemalige Nachrichtenmagazin zeigt ihn als blutigen Kopf-Abschneider. Warum  wirkt bei ihm monströs und schrecklich, was zuvor als normal und akzeptabel galt ? Nur an der Eichenhörnchenfrisur des neuen Königs kann das eigentlich nicht liegen…

Ein Grund mag sein, dass sich Donald mit der gesamten Gilde der Herolde und Lautsprecher angelegt hat. “You are Fake News !” hatte er einem Herold von CNN zugerufen, weil diese Organisation üble Gerüchte über angebliche Orgien Donalds in der Haupstadt des Ultrabösen publiziert hatten. Sodann hatte er sämtliche Mitarbeiter seiner Regierung angewiesen, dieser Bühne keine Interviews mehr zu gewähren. Auch wenn er damit in klassischer Tradition steht  – König Obama ignorierte zum Beispiel “Fox” und auch der berühmte King Kohl, der Ziehvater von Königin Angela, den man “Birne” nannte und der mit “Bimbes” gefüttert werden musste, sprach nie mit dem “Spiegel” –  so wird Donalds Boykott nun als “unerhört”  angesehen.

Zur Beantwortung der Frage, warum unter Donald jetzt furchtbar schlimm ist was vorher als normal galt,  müssen wir einmal mehr in die Tiefen des Staats herabsteigen, zu den unsichtbaren Meistern der Intelligence, die als Schattenspieler und Strippenzieher seit Jahrzehnten die Fäden im Königreich in der Hand haben und für die mit Donalds Wahlsieg einer der größten anzunehmenden Unfälle eingetreten ist. Ein Thronfolger, der nicht aus ihrem Think-Tank-Land stammt, ein “Cowboy” der in die wohlgehütete Domäne der “Yankee”-Herrschaft eingebrochen ist und der sich tatsächlich daran zu machen scheint, einen “Sumpf” trockenzulegen. Nicht den oberflächlichen der Oligarchen und Plutokraten, zu denen er ja selbst gehört und an dem sich auch unter Donald wenig ändern wird und allenfalls das Personal wechselt, sondern den unterirdischen Sumpf des Tiefensstaats,  von dessen Existenz die meisten Leute im Königreich eigentlich gar nichts wußten.

Donald vs. Deep State

Tatsächlich aber existiert im exzeptionalistischen Königreich neben der Regierung noch eine Art Staat im Staat, der einst unter dem Namen C.O.G.  (“Continuity Of Government”) für Notfallzwecke eingerichtet worden war, damit im Falle von Krieg oder Krisen die Geschäfte weitergeführt werden können. Diese im Kriegsministerium des Königreichs auch “Doomsday Project” genannten Strukturen und Befehlsketten waren unter Ronald I. im Geheimen weiter ausgebaut worden, der damit zwei seiner Top-Offiziere betraut hatte. Dies waren Donald Rumsfeld und  der junge Dick Cheney, die später als Kriegsminister sowie als “Darth Vader” unter (bzw. wegen dessen Tölpelhaftigkeit de facto über) König W. amtierten. Unter ihrer Aufsicht geschah  dann 9/11 und wurde in Folge der “War on terror” ausgerufen.

Anders als die üblichen Drei-Buchstaben-Agenturen des Tiefenstaats verfügt  die COG-Struktur über ein Kommunikationsnetzwerk, das parallel und separat von allen Regierungs-und Militärkanälen läuft; und das zum Beispiel benutzt wurde, als unter Ronald und Bush senior Waffen,-und Rauschgift-Geschäfte direkt aus dem Weißen Haus abgewickelt wurden, was später als “Iran-Contra-Affäre” bekannt geworden ist. Wie einer der Erforscher dieser Schattenstruktren, Professor Scott, herausfand, spielten diese Kanäle auch schon bei dem Mord an König Jack, den alle JFK nannten, eine Rolle, ebenso wie bei den Reaktionen auf die “Teppichmesser des Schreckens” nach 9/11. Um wirkliche Macht im exzeptionalistischen Königreich auszuüben, reicht es nicht, nur auf den öffentlichen Thron zu gelangen, denn ohne Kontrolle über die Befehlsketten der unsichtbaren  C.O.G.-Strukturen,  die auch Verfassung und Gesetz außer Kraft setzen,  ist selbst ein König im Ernstfall relativ machtlos. Auch Donalds Zwitschergerät, mit dem er Hofschreiber und Lautsprecher überbrückt und direkt mit seinen Untertanen kommuniziert, würde nichts nützen, wenn alle Ätherwellen gestört sind und nur noch der C.O.G.-Kanal sendefähig ist, um über den “Ausnahmezustand” zu informieren. Deshalb lautet nach dem Kampf Donald vs. Hillary und der Eroberung des Throns die Konstellation  nunmehr Donald vs. Deep State und nur auf diesem Hintergrund sind Donalds Aktionen seit der Amtsübernahme zu verstehen.

Denn was hat die Flut von “Executive Orders” zu bedeuten, mit denen der neue König täglich überrascht, was bringt ihn dazu, mit Blitz-Dekreten wie dem Einreiseverbot nicht nur einige Länder, sondern seine eigenen Landsleute und die ganze Welt auf die Palme zu bringen, warum schockiert er mit Aussagen, dass Folter für ihn akzeptabel sei ? Auch wenn König Donald vielleicht nicht der Schlauste ist, ist er gewiss nicht doof und weiß  genau,  dass er sich mit diesen Aktionen keine Freunde macht und seine Gegner schockiert. Warum macht er es dennoch, warum gibt er sich nicht versöhnlicher, „präsidialer“, warum pfeift er auf eine “gute Presse” und die Demonstrationen gegen ihn?

Die Schockstrategie und die Epidemie des Anti-Donald-Syndroms (ADS)

Was Donald da im Rahmen seiner Schockstrategie Tag für Tag ablässt, sind Testballons, bei denen es weniger um die vorhersagbare Reaktion der Öffentlichkeit geht, als um ein Check-Up der internen Loyalität geht, um ein Ausmerzen von schwachen Gliedern – wie der sofort gefeuerten Justiziministerin – in der Befehlskette. Nur so kann einer, der den Thron gegen den gesamten Apparat erobert hat, seine Macht konsoldieren. Aus diesem Grund hat er auch den Meistern der Intelligence ihren Stammplatz im “Nationalen Sicherheitsrat” gestrichen  – sie werden nur noch “bei Bedarf” hinzugebeten – und an ihre Stelle seinen Chefberater Steve Bannon, den man auch “Breitbart” nannte, gesetzt.

Er nimmt  als persönlicher Einflüsterer des Königs nun dieselbe intime Rolle ein wie einst “Bloody Henry” Kissinger bei “Tricky Dick” Nixon oder Dick Cheney bei W. und hat sich denn auch schon als Donalds “Darth Vader” bezeichnet. Natürlich scherzhaft, aber er meint es ernst – und wird ab sofort dabei sitzen, wenn jeden Dienstag auf der “Kill List” die durch Drohnen zu erledigenden Opfer angekreuzt werden. Diese praktische und zeitsparende Einrichtung hatte König Obama 2016 seinen neuen Rekord an politischen Morden  ermöglicht und wird auch von Donald  beibehalten; ob er der Jagdleidenschaft dann ebenso frönt wie sein Vorgänger bleibt noch abzuwarten.

Gemessen an den Leichenbergen, zu denen Bloody Henry und Cheney ihre Majestäten einst ermunterten ist Donalds Einflüsterer “Breitbart” Bannon zwar noch völlig unbelastet, wird   aber bereits als gefährlich und böse porträtiert. Wie sehr er das wirklich ist, muss sich noch herausstellen, sehr schlau ist er auf jeden Fall. Die überfallartige Schockstrategie mit der die Donald-Regierung gestartet ist, war sicher seine Idee, ebenso wie die erwartbaren hysterischen Reaktionen, die sie auslösten. Nicht zufällig hat der “Breitbart” den Honigdachs zum Wappentier erklärt, der sich auch von Bienenstichen oder Schlangenbissen nicht abhalten läßt:  “he don’t give a shit” – und so dürfen wir ihn uns in Donalds ovalem Büro,  zu dem er als einziger jederzeit Zutritt hat, sehr entspannt vorstellen, wenn er die Nachrichten zur Kenntnis nimmt. Und befriedigt  feststellen kann, dass die Wahlverlierer, seine Gegner aus den liberalen und linken und libertären Lagern in geradezu apokalyptischer Hysterie  ausrasten und dabei alles über Bord werfen, was ihnen an “Werten” wie  Demokratie, Toleranz und political correctness doch angeblich heilig ist. Und selbst die vornehmsten Herolde und Lautssprecher des Königreichs, die den rüden “Breitbard”-Brigaden  stets Hass, Hetze und “Fake News” vorgeworfen hatten, produzieren nun in Sachen Donald nichts mehr anderes als genau das.  ADS – das Anti-Donald-Syndrom – hatte sich epidemisch ausgebreitet und den von aktuen Fieberschüben heimgesuchten Herolden und Lautsprecher war selbst die nach oben geschlossene Hitler-Skala nicht mehr grauenhaft genug wenn es um die Boshaftigkeit des neuen Königs ging. Der Honigdachs war’s zufrieden and didn’t give a shit…

Nur wenige im exzeptionalistischen Königreich waren weder vom Donaldismus noch von ADS befallen. Sie hielten das Anti-Donald Geschrei für genauso selbstgefällig wie den König selbst und völlig ungeeignet, sich ernsthaft über eine Zukunft nach Donald Gedanken zu machen.

Auch bei Telepolis erschienen

31
Jan, 2017

Real Game of Thrones: Feng Qingyang bringt König Donald in die Zwickmühle

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Im exzeptionalistischen Königreich geht es weiterhin rund. Nach dem eine bekannte Sängerin, die “Madonna” genannt wurde, dazu aufgerufen hatte, das königliche Weiße Haus  samt Donald in die Luft zu jagen, forderte einige seiner Beratern, sie sofort zu verhaften, was aber nicht geschah. Auch wenn es sich hier ja eigentlich um einen strafbaren Aufruf zur Gewalt handelte, ließ man der attraktiven Chanteuse die Sache als Kunstfreiheit durchgehen. Zumal ja auch schon ihr Versprechen im Wahlkampf, allen Hillary-Wählern eine Dienstleistung zu gewähren, die man “Blow Job” nannte, folgenlos geblieben war. Das Land ist nach wie vor tief gespalten in Anhänger und Gegner des neuen Königs, die in den Tagen nach  der Krönung auf den Plätzen der Stadt wütende Wortgefechte austrugen; einige sehen in den Anti-Donald-Demonstrationen mit rosa Mösenmützchen, die “Pussyhats” genannt werden, gar  schon eine gewalttäige “Farben-Revolution” auf  das Königreich zurollen. Halbwegs entspannt zwischen Donalds Freunden und Feinden ging es nur in den Schlangen vor den Läden der Hänflinge zu, die zur Inauguration 9000 Joints spendiert hatten.

König Donald hat unterdessen ein Einreiseverbot für Reisende aus sieben Ländern erlassen, angeblich wegen der Gefahren des von ihnen ausgehenden Terrorismus, obwohl seit über zwei Jahrzehnten  kein Terroranschlag im Königreich von einem Täter aus einem dieser Länden verübt wurde. Während Donald einerseits dauernd poltert, die salafistischen Wickelmützen und ihr Kalifat ISIS zu vernichten, steht die Heimstätte und Finanzquelle dieser Terroristen – das Königreich der Saudis – nicht auf der Liste, ebensowenig wie ihre Unterstützer in Katar und Ägypten. Dass diese von den Sanktionen verschont blieben, wird darauf zurückgeführt, dass Donalds Familienkonzern dort Geschäfte betreibt.

Die Vermischung von Staats,- und Geschäftsinteressen ist im exzeptionalistischen Königreich zwar pro forma verboten, findet de facto aber seit jeher  statt. Auch Hillary hatte sich von den Saudis ja Millionen Taler zuschanzen lassen und im Gegenzug über deren terroristische Ideologie großzügig hinweggesehen. Unter Donald scheint das nun ähnlich zu laufen, was angesichts seiner Vergangenheit als “Geschäftsmann” eigentlich niemanden überrascht. Dass Hillary ihre Millionen noch über eine vermeintlich wohltätige Stiftung einsackte und Donald seine “Deals” jetzt direkt abwickelt, sorgt vielmehr für neue Transparenz: hinter der ohnehin durchsichtigen Fassade, dass es sich  bei dem exzeptionalistischen Königreich  um eine Demokratie handeln würde, zeigen sich Plutokratie und Kleptokratie jetzt ganz offen und ungeniert.

Die Herolde und Lautsprecher überschlagen sich unterdessen mit Kritik an Donalds Einreiseverboten, weil diese den “Werten”, der “Freiheit” und den “Prinzipien des exzeptionalistischen Königreichs” zutiefst widersprechen würden. Auch Königin Angela und andere ausländische Würdenträger äußerten sich empört. Dass aber König Obama schon 2013 einen Bann gegen Reisende aus Irak ausgesprochen hatte und der Kongress zwei Jahre später festlegte, dass Reisenden aus Syrien, Sudan, Irak, Iran “and any other country or area of concern”  der Zutritt zum Reich zeitweise verboten werden kann – diese wichtige Nachricht fiel in der ganzen Aufregung über den Erlass einfach unter den Tisch. So stand Donald als alleiniger und schlimmer Übeltäter da, obwohl er nur fortsetzte, was seine Vorgänger ihm hinterlassen hatte – und klagte über einen weiteren Fall von Fake News.

Einiges anders als seine Vorgänger will Donald bekanntlich im Bereich der  geschlossenen Werkstätten und der verschwundenen Arbeitsplätze machen, von denen er behauptet, dass böse Chinamänner sie gestohlen und in ihr fernes Reich  entführt hätten. Und er, Donald,  werde sie befreien und  heim in’s Reich zurückholen, hatte er angekündigt, was erst Mal viele gut fanden. Doch wie so oft bei Donalds Ideen blieb unklar, wie das denn funktionieren sollte. Auf den größten und beliebtesten Marktplätzen des Landes, die man “Wal Mart” nannte, kamen gut 70 % aller Produkte aus China, und die Käufer überall im Königreich waren mit ihrer Qualität und den Preisen sehr zufrieden. Wenn Donald nun Strafzölle  auf die Einfuhr verhängen würde, müssten alle Waren auf den Märkten im  selben Maß teurer werden, was bei den Massen der ohnehin schon armen Leute – 44,5 Millionen der Untertanen sind auf Essensmarken angewiesen – große Unzufriedenheit hervorrufen würde.  So heftig  Donald “die chinesischen Räuber von Arbeitsplätzen” beschimpft hatte, so wenig konnte er tun, zumal sein Königreich mit unendlichen Milliarden von “Staatsanleihen” bei den Chinesen verschuldet war. Wenn die morgen auf den Markt geworfen würden wäre der exzeptionalistische Taler über Nacht nichts mehr wert, denn niemand würde für die Milliarden Zettel dann noch gutes Geld bezahlen. Was also tun ?

“Außen Hui, innen Feng Shui!”

So gern König Donald in dieser Sache den starken Mann markiert hätte, er sah keine Möglichkeiten dazu. Vor allem nachdem ihm  ihm  ein Besucher aus dem Reich der Mitte angekündigt wurde, den man in seiner Heimat “Feng Qingyang” nannte, nach einem berühmten Schwertkämpfer, der zurückgezogen in den Bergen lebt und zu unvorhersehbaren Wutausbrüchen neigt. Im Königreich kannte man ihn unter dem Namen “Alibaba”, obwohl er eigentlich Jack Ma hieß. Weil ihn die berühmteste Weisheitsschule des Landes, die man Harvard nannte, 10 Mal als Studenten abgelehnt hatte und auch die großen Werkstätten ihn nicht einstellen wollten ging er nach China und gründete seinen eigenen Laden, den er “Alibaba” nannte und wurde in 15 Jahren zu einem der reichsten Männer der Welt. Alibaba habe jetzt pro Tag 100 Millionen Kunden, aber, entschuldigte sich Feng Qingyang, sie hätten ja auch gerade erst angefangen. Keine Frage, dass so ein “Winner”  bei Donald sofort eine Audienz erhält – und der kleine Alibaba gab dem mächtigen Imperator eine Lektion, wie sie ein großer Zen-Meister nicht besser hätte erteilen können:

“In den letzten 30 Jahren haben die Werkstätten in deinem Königreich Tonnen von Geld verdient”, sagte er lächelnd, und lobte die berühmten Unternehmen des Landes in hohen Tönen.  “Aber das Problem ist: ihr habt das Geld an der falschen Stelle ausgegeben. Ihr habt in den letzten 30 Jahren 13 Kriege geführt und dafür mehr als 14, 2 Trillionen Taler verbraucht. Stell dir vor, ein Teil davon wäre in den Aufbau der Infrastruktur und in Arbeitsplätze geflossen. Ihr habt vergessen, das Geld für eure eigenen Leute auszugeben. Kein anderes Land hat euch Jobs gestohlen. Ihr habt nur versäumt, euer Geld auf rechte Weise zu verteilen.”

Mit der Weisheit aus dem Reich der Morgenröte hatte sich König Donald bis dato nicht wirklich beschäftigt, auch wenn er bei den Schlössern und Türmen, die er als Baulöwe  im Fernen Osten  errichtete, seine Architekten stets mit der kennerhaften Parole “Außen Hui, innen Feng Shui!” ans Werk geschickt hatte. Jetzt war er war für einen Moment sprachlos. Was bildete sich dieser Zwerg ein, dem Imperator des exzeptionalistischen Königreichs Versäumnisse und Fehler vor zu rechnen ? Andererseits: er hatte ja nicht unrecht, diese regime change Politk, dieser Nato-Zirkus war ultrateuer und verdammt ineffizient.

Aber bevor ihm eine passende Antwort einfiel fuhr Alibaba fort: “Ich möchte für die Werkstätten in eurem Land den Zugang zu Milliarden Kunden in meinem Land herstellen und werde, mit eurer Erlaubnis, hier eine Million Arbeitsplätze schaffen.” Und er setzte noch hinzu, dass er Donalds Liste der großartigen Projekte für den Eisenbahn und Straßenbau gesehen habe, die sicher sehr teuer werden – daran würde sich das Reich der Mitte mit seinen neuen Investmentfonds sehr gern beteiligen. Nun fiel König Donald erst recht nichts mehr ein, außer seinem Standard, den er dann auch auf der Pressekonferenz verkündete: dass er mit Alibaba zusammen “große Sachen” machen werde.

Bloody Henry und Dr. Zbig

Tatsächlich aber hatte ihn dieser Feng Qingyang in eine echte Zwickmühle gebracht. Mit einem Angebot, das er eigentlich nicht ablehnen konnte, das aber gleichzeitig seinem angekündigten Handelskrieg mit China total widersprach.  Und nicht nur in den königlichen Gemächern herrschte jetzt eine  kognitive Dissonanz, die Donald bisweilen zum Raufen seiner prächtigen Eichhörnchenfrisur brachte, auch in den Tiefen des Reichs, bei den Meistern der Intelligence, war große Verwirrung ausgebrochen.  Hatten doch zwei steinalte Eminenzen des Schattenspiels – der Großmeister Kissinger, den man nur “Bloody Henry” nannte und Dr. “Zbig To Jail” Brzezinski, der schon ein halbes Dutzend Könige beriet  – für die kommenden Züge im geopolitischen Schach sehr unterschiedliche Strategien vorgeschlagen.

Während Dr. Zbig, der seit seiner Jugend an einem “Russophobie” genannten Leiden laborierte, im Reich des Wladimir nach wie vor den ultrabösen Großfeind sieht, den man  mit allen Mitteln und militärischer “Full Spectrum Dominance” weltweit bekämpfen müsse, sieht Bloody Henry, obwohl gewalttätigen Eskapaden bis hin zum Bombenteppich niemals abgeneigt, darin einen großen Fehler. So nämlich würde man die beiden Großreiche Russland und China nur zusammentreiben, die aber auseinandergehalten werden  müssen, weil sie zuammen viel zu stark würden. Deshalb müsse man mit den Russen künftig zusammenarbeiten und auch die Halbinsel Krim, die Wladimir bekanntlich allein mit der Magie seiner Gedankenstrahlen und ohne einen Schuß abzugeben erobert hatte, als russisch akzeptieren. Mit unipolarer Dominanz, wie sie Dr Zbig. bis zuletzt König Obama geflüstert hätte, käme das exzeptionalistische Königreich nicht weiter, meint Großmeister Kissinger und empfiehlt König Donald  ein multipolares “Gleichgewicht der Kräfte” anzustreben. Das gute alte “divide et impera” also. Da Dr. Zbig als der ursprüngliche Erfinder der terroristischen Wickelmützen-Söldner gilt, deren “Kalifat” Donald den Krieg angesagt hat, scheint das königliche Ohr derzeit eher den Ratschlägen von Bloody Henry zuzuneigen. Zumal dem Angebot von Alibaba weitere von seinen Kollegen aus dem Reich der Mitte folgen werden, die Donald eigentlich nicht ablehnen kann. Denn er will ja keinen Krieg (und auch keinen Handelskrieg)… er will nur gewinnen.

(Illustration: Cointelegraph.com )

Auch auf Telepolis erschienen

30
Jan, 2017

Real Game of Thrones: Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“

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Obwohl nicht wirklich von blauem Blute verfügt König Donald natürlich über ein Wappen und wie es sich für ein königliches Wappen gehört, hat dieses auch ein Motto: “Numquam Concedere”. Was soviel heißt wie “Niemals aufgeben”. Böse Zungen im Real Game of Thrones behaupten allerdings, dass Donald  ursprünglich einen anderen Wahlspruch wünschte, nämlich “Ego Te Demitto” (“You are fired!”), was seine Heraldiker ihm aber gerade noch ausreden konnten.

Nicht auszureden scheint den Herolden und Lautsprechern im exzeptionellen Königreich  unterdessen ihre unbändige Lust am Donald-Bashing,  das die Welt mit immer neuen Enthüllungen überrascht – wie zum Beispiel, dass Donald sogar zu doof zum Kuchenbacken ist. Hat er doch beim königlichen Hofkonditor zur Krönungsfeier dieselbe Torte bestellt, die es schon bei Obama gab, also eine plagiierte Fake-Torte. Schlimm!

Noch schlimmer findet die Gilde der Herolde allerdings Donalds neuen Pressesprecher, der bei den  Zuschauerzahlen von Donalds Krönung die Faktenlage um “alternative Fakten” erweiterte und die “originalen” als Lüge bezeichnete. Die Hofberichterstatter und Edelfedern waren entsetzt: ein königlicher Pressesprecher, der einfach lügt ?! Unter anderen echauffierten sich über den “bizzaren” Auftritt auch Ari Fleischer, der als Sprecher von George W.  stets die reine Wahrheit über Iraks Massenvernichtungswaffen verkündet hatte, sowie der legendäre Herold Dan Rather, der sich kaum noch einkriegte vor Entrüstung: “Fakten und die Wahrheit sind nicht parteilich”, meinte er,  “sie sind der Grundpfeiler unserer Demokratie. Und du bist entweder mit ihnen, mit uns, mit der Verfassung, unserer Geschichte und der Zukunft der Nation…oder du bist dagegen.”

Weil gegen Geschichte und Zukunft eigentlich niemand etwas haben kann, fanden das viele gut und waren dafür, wohingegen sich einige dann doch erinnerten, wie es die Herold-Legende Rather nach den schrecklichen Anschlägen von 9/11 mit den Fakten, der Wahrheit und der Unabhängigkeit seines investigativen Handwerks gehalten hatte. Damals hatte er auf der großen Bühne des bekannten Sprechmeisters Letterman verkündet: „George W. ist der König. Er trifft die Entscheidungen – und wie es sich für einen Patrioten gehört: Wo immer er mich haben will, ich reihe mich ein, sag mir nur, wo.“

Die Teppichmesser des Schreckens

So wie er hielt es damals die gesamte Gilde der Herolde, Ausrufer, Lautsprecher und bezahlten Lallbacken, sie reihte sich ein und verkündete, was W. und die unsichtbaren Meister der Intelligence ihnen steckten. So entstand die Sage von Osama und den 19 Teppichmessern des Schreckens, die ganz allein aus einer Höhle in Afghanistan angegriffen und die höchsten Türme des exzeptionellen Königreichs zum Einsturz gebracht haben sollen. Weil sie nur zwei Türme trafen und drei zerstörten schien die Geschichte vielen unglaublich, aber W. und “Darth Vader” Cheney duldeten keinerlei Zweifel und da alle  Herolde sich einreihten und keiner nachfragte, gilt die Sage heute im ganzen Königreich als offizielles Faktum. Diejenigen, die daran zweifeln, werden abschätzig “Truther” (“Wahrheitler”) genannt und gelten als verrückt, weil sie Wahrheit über das Ereignis herausfinden wollen.

König Donald, der sich mit Türmen auskennt, weil er nicht nur selbst in einem wohnt, sondern auch viele gebaut hat, wäre um ein Haar selbst ein “Truther” geworden, als er nach den Anschlägen feststellte, dass dieser Einsturz eigentlich nicht so aussieht, als sei er von außen verursacht, sondern eher wie eine kontrollierte Sprengung. Dass er aber nun im Amt eine königliche Neu-Untersuchung anordnen wird, ob es sich damals möglicherweise um ein Turmopfer im geopolitischen Schach gehandelt hat, diese Hoffnung einiger “Wahrheitler” beruht auf einer Fake-News.

Wo noch nicht einmal die Ermordung von König Jack aufgeklärt ist und nach mehr als einem halben Jahrhundert noch immer eine “magische Kugel” als offizielles Faktum gilt, wäre es wohl auch verfrüht, jetzt schon  Aufklärung zu den “Teppichmessern des Schreckens” zu erwarten. Bei der üblichen Halbwertzeit der Schatten, unter denen die Operationen der unsichtbaren Meister der Intelligence in den Tiefen des Staats verborgen sind,  wird  das Osama-Märchen  im ganzen Königreich deshalb wohl noch  für einige Generationen als offizielle Tatsache gelten.

Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“

Unterdessen hat König Donald, den manche für die Wiedergeburt des Kaisers von China halten, den man “Mao” nannte, andere gar für eine Inkarnation des  blutdurstigen Führers Adolf,  einfach mit dem Regieren begonnen. Wäre er nur ein eitler Fatzke, könnte er es sich mit seiner schönen Frau auf dem Thron gemütlich machen – oder Obamas königlichen Rekord von 306 Runden Golf brechen – doch König Donald haut ein Dekret nach dem anderen heraus. Das neue „Yes we can“ heißt „Yes we do“. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat er einen von König Obama als “TTP” ausgehandelten Vertrag mit den asiatischen Königreichen in die Tonne getreten. Dieser, so befürchtet Donald, würde nur zu weiteren Schließungen von Werkstätten im exzeptionellen Königreich führen. Was übrigens auch King Bernie so sieht, der  bekanntlich nicht König werden konnte, obwohl er den Endkampf gegen Donald locker gewonnen hätte. Er hatte ja deutlich mehr Anhänger als Hillary und nur weil die herrschsüchtige  Vizekönigin und ihre Clique den allseits beliebten Bernie durch gemeinen Betrug aus dem Rennen boxten, bekam der Springteufel Donald überhaupt eine Chance auf den Thron – und nutzte sie.

Auf seiner Anschlagtafel im Weißen Haus verkündet er gleich nach seiner Inthronisierung: “Die Donald-Regierung wird eine Law & Order Regierung sein”. Wobei er aber Gesetze, die ihm nicht passen, vorher noch schnell abschafft, wie zum Beispiel viele Umweltschutzvorschriften. Die allgemeine Gesundheitsvorsorge, die Obama eingeführt hatte aber nicht richtig umsetzte, schaffte  er ebenfalls  gleich wieder ab. Dafür will er  die reiche Gilde der Heilmittel-Hersteller, die ihre Arzneien zu  überteuerten Preisen anbieten, zu massiven Preisnachlässen zwingen. Ob das funktioniert bezweifeln viele, wie Donald mit seinen Aktivitäten als neuer Herrscher ja überhaupt das ganze Königreich in ein Wechselbad der Gefühle versetzt. Die einen halten ihn für einen göttlichen Superhelden, die anderen für die Ausgeburt der Hölle, und je mehr sich die eine Seite empört, desto lauter lässt die andere den Donaldismus hochleben. Dazwischen gibt es derzeit im ganzen Königreich quasi nichts.

Weil es aber nicht hilft, sich dauernd nur darüber zu beschweren, dass Donald sein Königreich an die “erste Stelle” setzen will, kamen aus anderen Teilen der Welt passende Reaktionen: der König der Niederlande etwa reichte bei Donald ein Gesuch sein, sein schönes Holland doch bitte “an zweiter Stelle” anzunehmen – und eröffnete damit das Rennen um die Gunst von Donald dem I. Nachdem dieser per Dekret sein Versprechen einlöste, für 40 Milliarden Taler eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, schickten die Bewohner der Falkland-Inseln sofort ihre Premierministerin mit der Bitte zu Donald, auch um ihr Territorium eine Mauer zu bauen – gegen die Argentinier – sowie der Garantie, dass sie sie selbst bezahlen.

Ein „Höllensystem“ gegen Kampfdrachen

Was die salafistischen Wickelmützen und ihr “Kalifat” ISIS  betrifft hat König Donald angekündigt, wie hier schon erwähnt, dass er es “vom Antlitz der Erde beseitigen” wird und er will dazu notfalls auch auf Folter zurückgreifen und den Meistern der Intelligence gestatten, weitere “Black Sites” einzurichten, in denen sie diesem Handwerk ungestört nachgehen können. “Wir müssen Feuer mit Feuer bekämpfen”, sagte er dazu in einem Interview, in dem er auch davon sprach, vor der Zerstörung von ISIS für die Bevölkerung Syriens “safe zones” einzurichten. Das sind Pufferzonen, in denen die Menschen vor kriegerischen Handlungen geschützt sind, und die auch ganz im  Sinne des ehemals Ultrabösen sind, mit dem Donald in dieser Sache zusammenarbeiten will.

Was aber machen die hiesigen Herolde  aus den von König Donald avisierten Schutzzonen? Sie behaupten, dass es sich um “Flugverbotszonen” handelt: “Donald plant Flugverbotszone und fordert Wladimir Putin heraus”  behauptete der “Spiegel”, den  man schon lange “das ehemalige Nachrichtenmagazin” nannte, und die alte Tante FAZ sekundierte: “Donald will eine Flugverbotszone in Syrien einrichten.”  Das will er aber gar nicht. Vielmehr will er demnächst  mit Waldimir dem Schrecklichen persönlich  sprechen, weshalb wir es bei diesen Meldungen wohl einmal mehr mit “Fake News” zu tun haben. Sowie mit einem Beleg, dass die Ausrufer auf den hiesigen Atlantikbrücken noch immer mit ihren alten Textbausteinen aus dem Nato-Sprech hantieren und noch nicht gecheckt haben, dass unter Donald ein neuer Wind weht.

Zum Glück. Denn dass Hillary energisch für “Flugverbotszonen” stritt, weil sie über Damaskus  “Königin der Drachen” spielen wollte, hätte in einem schrecklichen Desaster gemündet, da Wladimir  dem syrischen König seine “S 400” zur Verfügung gestellt hatte, die man auch das “Höllensystem” nannte und die als die beste Kampfdrachen-Abwehr der Welt gilt. Dass Donald und seine Generäle nicht so dumm sind dieser Abwehr ihre teuren Drachengeschwader zu opfern, stattdessen Schutzzonen am Boden einrichten und mit Putin kooperieren wollen, wird deshalb nicht nur von seinen Verehrern als sehr vernünftig angesehen.

Wer aber  auch nur ein gutes Haar an dem König mit der prächtigen Eichhörnchenfrisur lässt, riskiert umgehend als “Donald-Versteher” oder gar als Anhänger eines faschistoiden Donaldismus beschimpft zu werden. Dass einige seiner Ideen fürchterlich scheinen ändert zwar nichts daran, dass andere durchaus taugen könnten, doch zu irgendeiner Differenzierung sind die Donald-Gegner im exzeptionellen Königreich derzeit noch nicht in der Lage. Alles was er sagt ist Lüge, alles was er macht eine Katastrophe – selbst wenn er in vielen Fällen nur fortsetzt (wie etwa bei der mexikanischen Mauer), was seine Vorgänger längst angerichtet haben. Solange die Opposition gegen Donald auf diesem Kindergarten-Niveau agiert, wird sie ihm keine Anhänger abspenstig machen sondern zutreiben. Und das in Scharen, falls einige seiner „verlogenen“, „falschen“, „aussichtslosen“, „katastrophalen“ Aktivitäten tatsächlich funktionieren…

Auch auf Telepolis erschienen, die anderen Folge der kleinen Serie hier

 

24
Jan, 2017

Yankee and Cowboy War 2.0 (11)

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Das Real Game of Thrones im exzeptionalistischen Königreich verwirrt noch immer die Gemüter, selbst den maulfertigsten Herolden und Lautsprechern, die sonst für jedes Ereignis pfeilschnell eine große Erzählung parat haben, fällt nichts mehr ein, außer Donalds Krönungsrede für eine Kampfansage zu halten

Zu König Donald ist auch nach seiner Thronbesteigung eigentlich nichts anderes zu hören, als was schon vorher dauernd verkündet wurde, nämlich wie unmöglich dieser Lügner, Betrüger und Frauenfeind doch sei. Dass diese Tiraden nichts nutzten und er trotzdem König wurde, weil die Leute nicht auf die Herolde hörten, änderte aber nichts: Sie poltern weiter mit Pauken und Trompeten. Und Donald zwitschert pikiert zurück.

So etwas war im Königreich eigentlich noch nie passiert – so heftig man sich in den Wahlkämpfen auch gestritten hatte, bei denen außer Herolden stets auch Einpeitscher, Giftschleudern und Denunziatoren eingesetzt wurden, am Ende konnte der siegreiche neue König damit rechnen, zumindest die ersten 100 Tage seiner Regentschaft halbwegs in Ruhe gelassen zu werden.

Warum das bei König Donald nun anders läuft, hat nicht nur mit seiner kindischen Eitelkeit zu tun, die ihn kaum im Amt zu der lachhaften Beschwerde brachte, die Zahl der gemeldeten Besucher bei seiner Inthronisation sei von den Herolden absichtlich niedrig gehalten worden. Solche psychologischen Marotten, wie im Fall Donald extremer Narzissmus, waren auch schon bei anderen königlichen Häuptern vorgekommen – “Tricky Dick” Nixon etwa galt als notorischer Lügner, König Jack, den man JFK nannte, war ein unersättlicher Lustmolch, den es täglich nach Mätressen verlangte, und der tölpelhafte George W. stilisierte sich als großer Texas-Ranger, hatte aber panische Angst vor Pferden. Doch hatten diese “Macken” der Regierenden nie dazu geführt, dass sie von den Herolden und Lautsprechern derart heruntergeputzt wurden wie Donald. Selbst als im fernen Italien einmal ein gelifteter Gangster König wurde, den man “Bunga Bunga Duce” nannte, ging man schonender mit ihm um.

Warum Donald so eine Hassfigur ist, erschließt sich, wenn man bei einen Blick in die Chroniken des exzeptionalistischen Königreichs erkennt, dass mit ihm ein Außenseiter an die Macht gekommen ist. Nicht nur, weil er noch nie eine Stellung bei Hofe oder in der Politik eingenommen hatte, sondern weil er nicht aus der Fraktion des Ostküsten-Adels stammt, die man die “Yankees” nennt und aus deren Kreisen seit Jahrzehnten alle Könige kamen.

Das Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln erlaubte dabei stets einen “demokratischen” Farbenwechsel und ein wenig Abwechslung auf dem Thron, die Kontrolle blieb aber stets bei den obersten Yankees, ihrem “Rat für auswärtige Beziehungen”, den unsichtbaren Meistern der Intelligence sowie natürlich den unermesslichen Schatzkammern des ultrareichen Rockefeller-Clans. Dass jemand gegen diese Instanzen und deren Macht überhaupt auf den Thron gelangen könnte, erschien völlig unvorstellbar – und erklärt die Schockstarre und Schnappatmung, in die die Herolde und sämtliche Diener der mächtigen “Yankee”-Herren durch Donalds Triumph versetzt wurden. Den Donald natürlich nicht alleine schaffte, selbst wenn er sich das mit seinem Hyper-Ego vielleicht einbildet…

Ein Chronist des Königreichs, Carl Oglesby, hatte die Zeit von der Ermordung JFKs bis zur Verjagung von “Tricky Dick” Nixon aus dem Weißen Haus einst als den “Yankee and Cowboy War” beschrieben, als Kampf zwischen dem alten Ostküsten-Geldadel und den neuen Öl-Oligarchen aus dem Süden. Letztere sorgten im Verbund mit den Meistern der Intelligence und einigen Heckenschützen, die man von einer Mörderbande namens “Mafia” angeheuert hatte dafür, dass JFK umgelegt wurde, erstere kickten dann später König Nixon mit dem sogenannten “Watergate-Skandal” aus dem Amt.

Tricky Dick hatte damals versucht, sich mit der Gründung einer ihm unterstehenden Truppe namens “DEA” an dem lukrativsten Topf im tiefenstaatlichen Geschäft zu bedienen: dem von den unsichtbaren Meistern der Intelligence kontrollierten Handel mit Rauschgift. Das konnten die “Yankees” und die Meister nicht zulassen und entfernten den “Cowboy” Nixon vom Thron, indem sie dem Investigativ-Herold Woodward ein wenig Kompromat zukommen ließen.

Der Großmeister der Intelligence, George Bush, ließ dann als Vizekönig unter Ronald I. das Geschäft direkt aus dem Weißen Haus organisieren. Zu dieser Zeit war es auch, dass der Chefkapitän der geheimen “Iran-Contra”-Flotte, Barry Seal, mit Säcken voller Rauschgift und Geld in seinem Heimathafen in Mena/Arkansas versehentlich von einem un-informierten Zollbeamten kontrolliert und festgenommen wurde, aber zwei Tage später aus dem Gefängnis frei kam – nachdem Vizekönig Bush einen Anruf bei dem aufstrebenden Gouverneur von Arkansas getätigt hatte, einem jungen Mann namens Bill Clinton.

Seit dieser Zeit waren Bill und Hillary im Geschäft mit dem Tiefenstaat und trotz anderer Parteifarben niemals Opponenten der Bushs, sondern stets partners in crime. So wurde “Free Willy” Bill als König dann auch zum Nachfolger des alten Bush und vererbte das Reich nach acht Jahren an dessen Sohn W.

Nach einem kurzen Farbwechsel mit dem sympathischen Prinzen Obama, den man ein wenig “Hope” verbreiten ließ, um ihn dann schnell zur lahmen Ente zu stutzen und nur dafür sorgte, dass während seiner Dienstzeit alle drei Stunden irgendwo eine Bombe abgeworfen wurde, sollte nun Queen Hillary den Job übernehmen. Aber da funkte Donald dazwischen …

Auch erschienen auf Telepolis, die bisherigen Folgen der kleinen Serie hier

21
Jan, 2017

Yankee and Cowboy War 2.0 (10): Habemus Donald

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Wie es sich im exzeptionalistischen Königreich gehört wurde die Krönung von König Donald mit exzeptionellen Feierlichkeiten begangen. Fast eine Million Menschen waren in die Hauptstadt  gekommen, darunter auch sehr viele Demonstranten, die gegen den neuen König protestierten. Das Real Game of Thrones ist  mit der Thronbesteigung ja nicht beendet, es geht nur in eine neue Runde. Seine Antrittsrede klang denn auch weniger wie eine salbungsvolle Sonntagspredigt, sondern eher wie ein kämpferisches “F*ck You” an die alte Herrschaft. . Dabei klang Donald zufällig (?)  genauso wie der Böse aus dem allseits beliebten Lichtspiel „Batman“

Das Interview mit dem neuen Imperator, das ein bekannter Herold aus dem Merkelland geführt und das Königin Angela und ihre Kriegsministerin so erzürnt hatte, schlug unterdessen auch in anderen Ländern hohe Wellen.  Weil Donald das alte Verteidigungsbündnis NATO als “obsolet” bezeichnet hatte, machten  sich Militärs und Kommissköpfe überall Sorgen um ihr Budget; noch mehr aber schockte er mit seiner Antwort auf die Frage, wem er denn mehr traue, der Königin des Merkellands oder Wladimir, dem  Herrscher  des Ostreichs, den man nur “Putin” nannte.

“Beiden gleich viel” hatte Donald geantwortet, “aber ich weiß nicht wie lange”… und damit die gesamte westliche Welt erschreckt. Die altgediente Vasallenkönigin Angela, die man auch “die Raute” oder “den Hosenanzug” nannte und die stets erfüllt hatte was das Weiße Haus und die unsichtbaren Meister der Intelligence verlangten,  auf eine Stufe mit Wladimir dem Schrecklichen  zu stellen,  das konnte  nur als weiterer Affront des “gefährlichen” Donald verstanden werden.

Wo doch Angela vor Kurzem noch auf Drängen der Meister  der Intelligence und gegen den Willen aller Händler und Wirtschaftstreibenden ihres Landes  Sanktionen gegen das Reich des Ultrabösen durchgesetzt hatte. Der Grund war ein gescheiterter Putsch, den die Meister in der Ukraine eingefädelt hatten, um künftig NATO-Katapulte direkt vor der Haustür des Ultrabösen aufstellen zu können. Darauf hatte der perfide Putin mit seinen Gedankenstrahlen über 80 % der Bevölkerung auf der Halbinsel Krim hypnotisiert, die sich dann über Nacht von der Ukraine lossagten und seinem Reich beitraten. Damit war der Plan der Meister, mit der Krim auch den wichtigsten Hafen des Ostreichs und  Vladimirs Flotte zu kontrollieren, gescheitert und sie riefen alle Welt auf, die “Aggression” dieser Eroberung – bei der freilich dank der Magie des Ultrabösen kein einziger Schuss gefallen war –  zu geißeln und mit Sanktionen zu bestrafen.

Donald nun hält diese Sanktionen für Unsinn und will mit Putin lieber einen Deal machen und sie aufheben, wenn dieser im Gegenzug sein Arsenal der hypertödlichen Nuklearkeulen reduziert. Das klingt nach Win-Win, denn was diese Waffen betrifft ist das exzeptionalistische Königreich ausnahmsweise stark unterlegen , eine Reduktion wäre für die Sicherheit  des Ostreichs keine Gefahr.   Und für Donalds “Westeros” könnte ein solcher Deal äußerst lukrativen Handel und Wandel mit dem riesigen Land bedeuten, das in seiner “sibirschen Schatztruhe” über mehr als ein Drittel aller Rohstoffe der gesamten Welt verfügt.

Auch für das Merkelland, das mit seinen vielen Fabriken und Werkstätten auf Energie,-und Rohstoffzufuhr angewiesen ist, wären gute Handelsbeziehungen zum östlichen Nachbarn äußerst vorteilhaft, aber die Königin und ihre Minister befinden sich wegen des neuen Winds, der seit Kurzem über den Atlantik  bläst, immer noch in Schockstarre. Die Think-Tanks haben ihnen noch keine neuen Textbausteine geliefert. So hatte der Hosenanzug Angela bei den Glückwünschen an den Neugewählten noch nölend die Einhaltung der “Menschenrechte”  angemahnt und der Außenminister, der Donald zuvor  als “Hassprediger” beschimpft hatte, gratulierte erst Mal gar nicht.

Dass man einem neuen Imperator Reverenz erweisen sollte, wenn man für seinen Vasallenstaat günstige Verhältnisse schaffen will, davon hatten sie offenbar noch nie gehört, obwohl es schon seit den Zeiten des römischen Kaisers Augustus an sämtlichen Diplomatenschulen gelehrt wird.  Sonst hätten sie stante pede nach einer Audienz im 66. Stock von  Donalds prunkvoller Turmburg ersucht, um dem künftigen Kaiser, der die Kosten für den NATO-Zirkus und die Auslandseinsätze seiner Truppen herunterfahren will, einen Win-Win-Deal vorzuschlagen: du schließt die Drohnenmord-Zentrale Ramstein und wir übernehmen die Kosten, dort einen King Donald Vergnügungspark der globalen Völkerfreundschaft zu errichten…

King Donald hätte nicht Nein sagen können, schließlich stammen seine Vorfahren aus dem heutigen Merkelland und wäre sein Großvater nicht durch den damaligen König des Landes verwiesen worden – weil er statt Wehrdienst zu leisten in der neuen Welt im Vergnügungsgewerbe Geld verdient hatte, mit dem er in die Pfalz zurückgekehrt war um sich niederzulassen – dann würden in Kallstadt  heute vielleicht mehr Hochäuser stehen als in Manhattan, von wo aus Donald jetzt die Welt regiert.

Auf die Frage, was seine erste außenpolitische Priorität als neuer König sei,  hatte Donald mit vier Buchstaben geantwortet: “ISIS”. Gemeint waren  damit natürlich die wahabitisch-salafistischen Wickelmützen und ihr “Kalifat”, von wo  aus sie heimtückische Terroristen in alle Königreiche entsenden. Ein Großmeister und Chef der militärischen Intelligence, General Flynn, hatte die Entstehung dieses Terrorstaats kommen sehen und auch, dass seine Dienstherren – Obama und Hillary – dagegen nichts unternehmen wollten, weil ihnen diese Terroristen nützlich erschienen. Als Flynn dagegen protestierte, wurde er gefeuert – und jetzt von Donald als höchster Sicherheitsberater des Königreichs wieder eingestellt.

Einer von Flynns Vorgängern, Zbig Brzezinski, war unter dem “Peanut”-König Carter einst auf die irre  Idee verfallen, fanatische Koranfreunde mit schweren Waffen auszustatten und sie als  “heilige Krieger” für erwünschte regime changes  einzusetzen, eine Strategie, die die Meister der Intelligence bis zuletzt beibehalten hatten. Doch damit dürfte es jetzt ein Ende haben:  “Wir haben mit Stalin zusammen den Faschismus bezwungen, da werden wir mit Putin doch auch den Islamismus besiegen”, gab sich in diesem Zusammenhang einer von Donalds inoffiziellen Militärberatern, der Gründer der berüchtigten Schwarzwasser-Sturmtruppen,  zuversichtlich.

So scheinen sich auf dem geopolitischen Schachbrett neue Konstellationen zusammen zu brauen: Könnten Don und Wlad  ein dynamisches Duo bilden und den IS eliminieren ? Würden sie einen Deal über ihre jeweiligen “Einflusszonen”  hinbekommen ?  Und Lösungen für die anderen Player in der Region – die Kopf-ab-Monarchen der Saudis, die den IS finanzieren, den aggressiven  König Bibi, der sein Reich auf Kosten der Nachbarn dauernd vergrößern will, sowie Sultan Erdogan, der Ähnliches im Sinn hat ? Donald jedenfalls hat in seiner ersten Rede nach der Amtseinsetzung  “Action” angekündigt und dass er den IS “vom Antlitz der Erde tilgen wird”. Das fanden die meisten Leute im exzeptionalistischen Köngireich und auch in den   anderen Ländern  ziemlich gut, denn diese “heiligen Krieger” waren nirgendwo beliebt – außer bei den Meister der Intelligence, die sie einst herangezüchtet und zuletzt im Krieg  gegen König Assad eingesetzt hatten.

Allenthalben begrüßt wurde auch die Ankündigung Donalds, sich künftig zuerst und vor allem um sein Königreich zu kümmern und lieber die  heruntergekommenen heimischen Straßen und Brücken wieder aufzubauen statt sie in anderen Ländern zu zerstören. Ob und wie er das alles hinbekommt, darüber herrschte freilich auch noch große Skepsis.  Dass sich die Exzeptionalisten unter Donald dem Ersten aber nun  offenbar für eine Weile um sich selbst kümmern wollen,  das wurde vom Rest der Welt dann doch mit hörbarem Aufatmen wahrgenommen…

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