25
Oct, 2014

Zweifellos eine Provokation…

categories Uncategorized    

taz-AZ Westend…aber eine notwendige und überfällige Provokation.” Unter diesem Titel (aus einer Besprechung von Ulrich Teusch auf SWR 2)  hat der Westend Verlag heute eine ganzseitige Anzeige mit Presse,-und Leserstimmen zu “Wir sind die Guten” geschaltet, um auch die Leserinnen und Leser der “taz” das Buch aufmerksam zu machen.  Das freut mich ganz besonders, nicht nur, weil ich dort lange Redakteur war und für den taz-Verlag seit einigen Jahren wieder beratend tätig bin, sondern weil die Redaktion es  bisher versäumt hat, auf diese Neuerscheinung in irgendeiner Form hinzuweisen. So wird jetzt auch das taz-Publikum über eines der meistverkauften politischen Sachbücher dieses Herbsts informiert, was vielleicht dazu beitragen kann, im “gegenwärtigen bellizistischen Dunst die eine oder andere verlorene Seele noch zu retten.” (Großansicht hier)

10
Feb, 2014

Peter Gente R.I.P.

categories Uncategorized    

10.02.14 21:32-BildschirmkopiePeter Gente, Mitgründer von “Merve”, ist 77-jährig in Thailand gestorben. Nicht nur als Macher des vielleicht wichtigsten Theorie-Verlags,  auch als höchst sympathischer Kopf und Vermittler wilden Denkens war Peter ein wichtiger Mensch in meinem Leben – und für meine Arbeit im Feuilleton der neu gegründeten taz. Auf den Merve-Parties in der Schöneberger Fabriketage traf man Geister und Künstler, die wir dann auch gerne “für lau” in der kleinen “tageszeitung” publizierten – bevor sie später weltberühmt wurden. Ruhm und Geld interessierten ihn (und seine Gefährtin Heidi Paris) wenig, ökonomisch war Merve immert prekär – und realisierte dennoch und ohne Rücksicht auf Verluste aufwändige Übersetzungen und Publikationen. Wie etwa 1992 “Tausend Plateaus” von Deleuze/Guattari, mit dessen begeisterter Rezension für Deutschlandfunk und Zeitung ich Peter etwas zurückgeben konnte – für die Sachen von Foucault, Baudrillard Virilio et. al., die er immer wieder rübergeschoben hatte. Dass er diesen Text als den besten bezeichnete, der über dieses Buch geschrieben wurde, empfand ich als Lob von allerhöchster Stelle. Bevor Peter 2007 den Verlag in jüngere Hände übergab und seinen Alterswohnsitz nach Thailand verlegte – wo er in Frieden ruhen möge – führten  wir unser letztes Gespräch:

taz: Das erste Buch von Peter Gente, das mir als Student 1973/74 in die Hände fiel, war eine Anthologie, vom Fischer-Verlag und nicht von Merve verlegt.

Peter Gente: Ja, das war “Marxismus, Psychoanalyse, Sexpol”, 1970 erschienen. Der erste Band hatte vor allem die Sachen von Wilhelm Reich, und der zweite versammelte dann die neueren Texten von Peter Brückner oder Herbert Marcuse.

In dieser Zeit habt ihr auch das Verlagskollektiv gegründet und die Erweiterung des klassischen Marxismus gewissermaßen zum Programm gemacht.

Wir waren eine Berliner Wohngemeinschaft und politisch eher am Pariser Mai 68 und an der Bewegung in Frankreich insgesamt orientiert, die ja etwas anders verlief als hier. Nämlich weniger dogmatisch und weniger auf Studenten fixiert. In Frankreich und vor allem auch in Italien waren die Arbeiter viel stärker integriert. Und da guckten wir hin, denn uns ging es immer um neue Lebens- und Verkehrsformen. Deshalb haben wir dann auch im Verlag die Trennung von Hand- und Kopfarbeit aufgehoben. Jeder musste drucken lernen. Auch meine Partnerin Heidi Paris musste, nachdem wir uns 1975 kennengelernt hatten, noch drucken lernen.

Mit dem Bruch, den der deutsche Herbst 1977 darstellte, änderte sich dann auch der Verlagsname in “Merve”; mit “Internationale Marxistische Diskussion” war es vorbei.

Ja, die war gegessen. Wir hatten es ja nicht so mit den Terroristen. Spontis und Leute wie Fritz Teufel waren uns näher als Typen wie Horst Mahler.

In dieser Zeit habt ihr Theoretiker entdeckt, die in Deutschland noch niemand kannte – Foucault, Baudrillard, Deleuze, Guattari – und die mit Begriffen und einer Sprache operierten, bei denen die Leser erst mal nicht durchblickten. Mir ging es jedenfalls so.

Wir blickten auch nicht durch. Wir hatten ja etwas ganz anderes gelernt – Marxismus, kritische Theorie -, und diese Autoren setzten das zwar irgendwie fort, doch sie lösten sich auch davon und setzten andere Bezugsrahmen. Marx und Freud oder die Familie ließen sie, wie Deleuze/Guattaris im “Anti-Ödipus”, hinter sich, und das interessierte uns.

Es wurden ganz neue Begrifflichkeiten entwickelt. “Rhizom”, “Wunschmaschine” …

… und das Monster “Deterritorialisierung”.

Oh ja. Ich erinnere mich noch an die bösen Kommentare der Redaktionskollegen, wenn ich Anfang der 80er-Jahre auf der Kulturseite der taz mal wieder einen Vorabdruck von euch gebracht hatte.

Das war eben viele Jahre bevor die großen Verlage und das Feuilleton das alles entdeckten. Als ein alter Freund von uns, Dietrich Kuhlbrodt aus Hamburg, einmal dem Kulturchef der Frankfurter Rundschau, Wolfram Schütte, mit dem Baudrillard-Band “Kool Killer” unterm Arm begegnete, wurde der ganz blass und sauer: “So was liest du?” Fünf Jahre später war die Rundschau dann ganz stolz, wenn sie einen Baudrillard oder Virilio drucken konnte. Aber anfangs galt das für die klassischen Linken als “neuer Irrationalismus”, und Kritiker wie Lothar Baier oder Manfred Frank warfen uns vor, dass wir Begriffe wie Diskurs benutzen. Heute sind die völlig selbstverständlich – bis hin zur CDU und Merkel. Schön fand ich, dass Dietmar Dath in seinem Nachruf auf Heidi Paris in der FAZ schrieb, dass Merve dieses Wort eingeführt hätte und uns eigentlich das Copyright für Diskurs gebührte.

Als aus der “Internationalen Marxistischen Diskussion” der “Internationale Merve Diskurs” wurde – seid ihr da mit diesem neuen Denken einfach ins kalte Wasser gesprungen ?

Was man nicht verstand, hat uns erst mal fasziniert – und der Wahnsinn, den Foucault und Deleuze/Guattari beschrieben, der lag in der Luft, die Wirklichkeit war ja auch nicht mehr so ganz klar. Deshalb konnten wir mit diesen Theorien auch arbeiten, als das Kollektiv langsam den Bach runterging und man selber am Durchdrehen war. Foucault und Deleuze waren da einfach nahe liegend und haben uns auf Trab gebracht, auch weil sie immer irgendwo handlungsorientiert waren. “Du musst theoretisch nicht zu Adam und Eva zurück, fang an, geh mitten rein, und je mehr du dich damit beschäftigst, desto besser findest du dich zurecht”, sagte Deleuze immer. Das haben wir versucht.

Mit viel Erfolg, wenn man auf die fast dreihundert Merve-Bände schaut – und doch habt ihr euch auch immer an eine andere Deleuze-Parole gehalten: an das Minoritärwerden, an ein Schreiben, das wie eine Maus sein Loch buddelt. Die intellektuelle Kapazität, die bei Merve versammelt ist, überragt fast jeden Großverlag – aber ihr seid seit 30 Jahren auf derselben Fabriketage geblieben und habt einfach weiter eure kleinen Bücher gemacht.

Wir konnten das alles nur machen, weil wir arm waren. So hochkarätige Figuren haben als Autoren nur zwei Möglichkeiten: Entweder verkaufen sie sich ganz teuer – oder sie verschenken ihre Texte. Wir haben sie umsonst gekriegt, zumindest am Anfang – und auch noch, als alle hinter Foucault her waren und er von seiner dreibändigen Geschichte über “Sexualität und Wahnsinn” in den USA 200.000 Stück verkauft hat.

Neben solchen theoretischen Texten habt ihr viele Bücher zu Kunst und Musik gemacht, von den “Genialen Dilletanten” über “Tödliche Doris” bis hin zu Martin Kippenberger und Thomas Kapielski. Wie kam es zu dieser Mischung?

Als Heidi und ich uns kennenlernten, gingen wir fast jeden Abend in den “Dschungel” oder ins “Risiko” – wir kannten diese Leute aus der Musikszene, bevor die richtig Musik machten. Erst zehn Jahre später machten wir zum Beispiel mit Blixa Bargeld und den Einstürzenden Neubauten ein Buch. Als wir den Kippenberger machten, kannte den noch kein Mensch. Die Bücher entstanden also aus unserem Umfeld. Wir arbeiteten den ganzen Tag an diesen anstrengenden Theoriebüchern, und wenn wir dann abends um elf Uhr unter der Decke hingen und unser Verständnishorizont endgültig überschritten war, gingen wir in den “Dschungel”, um wieder runterzukommen. Wir hatten aber keine Berater, die uns dringend irgendwelche Titel empfahlen, die sind immer auf unserem eigenen Mist gewachsen. Wir haben gesammelt, Interviews, Zeitungsausschnitte, einfach Material, und irgendwann ist dann daraus ein Buch entstanden.

Die meisten Merve-Bücher werden heute in Museumsshops und Kunstbuchhandlungen verkauft. Was war in den bisher 37 Jahren der Verlagsgeschichte der am meisten verkaufte Band?

Der Renner ist nach wie vor “Rhizom” von Deleuze/Guattari. Vor zwei Jahren war er noch unserer meistverkauftes Buch überhaupt, obwohl schon vor 25 Jahren erschienen. Und auf Platz zwei sind ihre “Tausend Plateau”.

Das war 1992 das erste Hardcover der Merve-Bibliothek und ein großes Risiko.

Ja, aber es ist gut gelaufen, und es läuft auch immer noch gut. Durch Negri/Hardts “Empire” gab es noch mal einen Nachklapp. “Empire” wurde zwar rauf- und runtergelobt, aber es steht leider gar nichts drin. Leider, weil wir vor über 30 Jahren die Ersten waren, die Negri außerhalb Italiens publiziert haben. Später landete er dann bei Thomas Schmid von Wagenbach.

Der gerade als Chefredakteur bei Springers Welt gelandet ist.

Ja, das ist toll. Ende der 70er war er noch schwer linksdogmatisch und warf Merve vor, dass wir immer heiße Kartoffeln aus dem Feuer holen und Moden kreieren und uns dann nicht mehr damit beschäftigen würden.

Man sieht, wo das endet. Hier stehen die Umzugskisten gepackt. Dein Archiv wurde vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe aufgekauft und sichert zumindest eine Rente.

Die allerdings in Deutschland nicht reichen würde. Deshalb ziehe ich Mitte Februar nach Thailand. Nach 50 Jahren Berlin und 37 Jahren Verlag habe ich alles, was hier lief, in vollen Zügen genossen – Kunst, Kultur, Musik, die ganze Szene. Was zurzeit läuft, ödet mich ein bisschen an. Ich bin sehr verwöhnt, vor allem durch die einmalig schöne Zeit mit Heidi, die anstrengend und schwierig war, aber die zu etwas führte, den Büchern, die unser Leben waren. Als Heidi mit ihrer Schizophrenie nicht mehr klarkam und sich das Leben genommen hat, konnte ich keinen Neuanfang mehr machen. Ich musste eine Nachfolge organisieren. Wenn es den Verlag weiter geben sollte, musste ich raus, den Absprung finden. Das ist gelungen und ich bin, wenn ich die dreihundert Bücher hier sehe, zufrieden. Ich glaube, ich hab’ mein Ding gemacht.

17
Nov, 2012

“Titten raus und Stimmung!”

categories Uncategorized    

“Hosen runter (von den Chefsesseln)  Röcke hoch” lautet heute die Schlagzeile auf der Titelseite der taz, die nur von Frauen gemacht wurde und eine höhere Quote weiblicher Besetzungen von Chefposten in den Medien  fordert. Dass die Sache mit der Frauenquote für die seit über 10 Jahren von weiblichen Chefredakteuren geleitete taz ein uralter Hut ist, hat Ute Scheub im Hausblog  noch einmal erzählt und dazu auch das Foto des legendären taz-Plenums im November 1980 veröffentlicht, bei dem die taz-Frauen alle männlichen Kollegen (darunter auch mich) wegen Sexismus entlassen wollten. Der Grund waren zwei Artikel, die auf den Kulturseiten erschienen waren, von denen der eine (“Eine Traumfrau zieht sich aus”) unter dem Autorennamen Gernot Geiler von dem Besuch in einer Peepshow erzählte;  und der andere,  in dem der kenntnistreiche Musikkritiker Hans-Dieter Grünfeld  beklagte, dass er nach zwei  avancierten Jazzkonzerten in der Nacht noch in den Club “Eierschale” geraten wäre, wo ein dumpfe “Titten raus und Stimmung!”-Musik gespielt worden sei. Dass solche “frauenverachtenden” Formulierungen gedruckt würden stieß bei diesem Plenum auf scharfe Kritik durch die taz-Frauen – und unsere Reaktion darauf  (“Verklemmtheit!”, Prüderie!”) hatten sie erwartet und zogen daraufhin in konzertierter Aktion ihre Brüste blank. Da war dann am großen Tisch der “Kommune 1″ in der Weddinger Wattstraße schlagartig Stimmung – wie man an den entspannten Gesichtern der Mädels und Jungs auf dem Foto im Hausblog (mit einem Klick wird es größer) sehen kann. Zumal als der Kollege Thomas Hartmann sich nicht lumpen lassen wollte und daraufhin mit einem Fellmantel und  nichts drunter in den Raum kam und sein Gemächt zur Schau stellte. Oh ja, wir waren weit vorne damals – frei nach Walter Benjamin “Immer radikal, niemals kompetent” – und verglichen damit ging es auf der Redaktionskonferenz gestern morgen mit den Top-Journalistinnen Deutschlands (sowie Funk und Fernsehen) doch sehr piefig und spießig zu. Länger als drei Minuten konnte ich mir das nicht antun – und schon gar nicht den Vorschlag machen “Titten raus und Stimmung!” mit einem aktuellen Foto aller Beteiligten auf’s Cover zu nehmen…

23
Apr, 2012

Die Glühbirnenverschwörung

categories Uncategorized    

In einem Nachtzug von  Berlin nach Fulda im Jahr 1982 ging ich zum ersten Mal einer Großverschwörung auf die Spur, bei einem Gespräch mit Helmut Höge über Thomas Pynchons gerade deutsch erschienen “Enden der Parabel” und die dort erzählte Geschichte über eine unsterbliche Glühbirne namens Byron. Diese wird von den Häschern des Glühlampenkartells, das die Brenndauer weltweit auf 1000 Stunden herabgesetzt hat, gejagt – denn so etwas darf es natürlich nicht geben. Bevor wir herausfanden, dass es dieses Kartell tatsächlich gab und Pynchon die seit  1901  (bis heute) brennende Birne in der Feuerwache des kalifornischen Livermore zum Vorbild für “Byron” genommen hatte, hatten wir schon in allen möglichen Romanen, Texten, Kunstwerken, Werbeplakaten usw. Glühbirnen entdeckt – und dazu ein Interview mit Thomas Pynchon gemacht. Dieser gab allerdings damals (wie heute) keinerlei Interviews, weshalb wir uns die Antworten ausdachten und dazu noch die Geschichte erfanden, dass er,  wie auch zahlreiche andere bekannte Literaten, ihre Werke mittlerweile von einer  “Agentur Standard Text” schreiben lassen – die quasi als  geheimes Erkennungszeichen an den umöglichsten Stellen Glühbirnen einbaut. Was wir dann anhand zahlreicher Glühbirnen-Zitate aus aktuellen Romanen nachwiesen. Der fiktive Interview-Artikel, der dann in der Buchmessenausgabe der taz erschien, begeisterte nicht nur Pynchons deutschen Verleger Ledig Rowohlt, der seinen berühmten Phantom-Autor ja selbst noch nie zu Gesicht bekommen hatte (“Ja wie haben Sie denn das geschafft ??!”) -  dieser Fake war auch der Anfang unserer realen Glühbirnenforschung, die sich als deutlich brisanter herausstellte als der spannendste Roman. Spätestens dann, als Dieter Binninger, der mit der von ihm erfundenen 150.000-Stunden Glühbirne die ehemaligen Narva-Werke der DDR  retten wollte, mit seinem Privatflugzeug aus ungeklärter Ursache abstürzte – kurz nachdem sein großer Förderer bei der Treuhand, Detlef Rohwedder, unter ungeklärten Umständen erschossen worden war.

Aus der Nachtzugspinnerei über die “Glühbirnenverschwörung”  vor 30 Jahren ist mittlerweile ein veritables Mem und ein echtes Thema geworden, wie eine Google-Eingabe des Begriffs und viele Bücher und Filme zeigen. Und auch die “Energiesparlampenverschwörung” konnte Byron noch nicht den Garaus machen – Birnen werden nun auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Binningers Ewigkeitsbirnen jedoch werden noch immer nicht massenhaft gebaut, Narva ist geschluckt und abgewickelt und stattdessen hängt jetzt EU-verordnet giftiges Quecksilber in allen Wohnzimmern. Immerhin dieser Irrsinn sollte jedoch bald wieder der Vergangenheit angehören – dank einer jetzt vorgestellten   LED-Birne mit 20 Jahren Lebensdauer.  Aber, wie es bei Pynchon heißt: “Byron ist verdammt, bis in alle Ewigkeit weiterzuexistieren, wissend um die Wahrheit und doch machtlos, etwas zu verändern”.

P.S.: Bei einem Gespräch mit Binninger über sein Patent und seine Pläne war mir damals ein kleines Modell aufgefallen, das auf seiner Fensterbank stand, und das er mir begeistert erklärte, es war die “Batterie”, mit der er die Solarenergie seines Wochenendhauses bei Helmstedt speicherte: ein Gewicht, das von einem Elektromotor  angehoben wurde, wenn Strom produziert wurde – und das man bei Strombedarf sinken lies um einen Dynamo anzutreiben. Dieser simple und wartungsarme  Energiespeicher war nach Binningers Berechnungen allen chemischen Lösungen überlegen. Ich bin dieser Idee damals nicht weiter nachgegangen und zu wenig Ingenieur, um sie zu überprüfen – genial scheint sie immer noch. Und wer weiß, ob nicht auch ein “Batterienkartell” die Kapazitäten unserer Energiespeicher genauso limitiert wie die Brenndauer der Glühbirnen…

10
Sep, 2011

Kleine Presseschau

categories Uncategorized    

Zum Wochenende gibt es einige Besprechungen und Interviews zu unserem Buch. Die taz bringt auf 20 Sonderseiten Beiträge über die Profiteure von 9/11 und hat auch mich danach gefragt

taz: Mathias, du hast drei Bücher über 9/11 geschrieben, die sich alle gut verkaufen. Bist du ein Profiteur?
Auf jeden Fall. Die offizielle Legende vom 11. September steckt voller Widersprüche, die seltsamerweise die Stars des Investigativjournalismus nicht aufgreifen. Ich hab davon profitiert, dass der Rest der Branche alles mir überlassen hat.

Du schreibst, dieses Nichtbefassen sei einem Phänomen kognitiver Dissonanz geschuldet. Was meinst du damit?
Ich höre bis heute immer wieder: dass die Regierung ihre eigenen Leute umbringt, ist nicht vorstellbar. Wir haben in 38 Kapiteln die Zeugen benannt, die gehört werden müssten, und die Akten, die freigegeben werden sollten. Jedes dieser Kapitel würde in einem normalen Gerichtsverfahren zur Wiederaufnahme reichen. Das passiert hier nicht. Dass die US-Regierung, die westlichen Regierungen und die Medien damit durchkommen, hat mit dieser Dissonanz zu tun: Die Leute wollen sich nicht vorstellen, dass wir nicht mehr von demokratisch gewählten Volksvertretern regiert werden.
Sondern von wem?
Von einer Bande von Oligarchen und Privatarmeen, die Regimewechsel inszenieren und auch Terroranschläge unter falscher Flagge durchführen können.

Weiter geht’s hier.

Letzte Woche in Wien sprach ich mit einem Reporter der Ober Östereichischen Nachrichten aus Linz, der ähnliche Fragen hatte:

Wenn Ihre Mutmaßungen stimmen, dass eine Schattenregierung den 11. September orchestriert hat, dann muss man doch an allem zweifeln, was als Stütze unserer Gesellschaft gilt: Freiheit, Demokratie, etc.
Und dieses Zweifeln macht niemand gerne. Wenn etwas passiert, was unserem Weltbild widerspricht, dissonant ist, dann verdrängen wir es. Wir können uns doch alle nicht vorstellen, dass unsere gewählten Volksvertreter gar nicht die Guten sind, dass sie von Leuten aus dem Hinterzimmer gesteuert werden. Das wollen wir nicht wahrhaben und blenden es aus.

OÖN: Nur Sie blenden das nicht aus?
Ich nehme mir die Freiheit, das nicht zu verdrängen.

OÖN: Wenn es die meisten anderen aber tun, wird den Schattenmännern vom CIA Ihr Buch herzlich egal sein …
Ich bin einmal gefragt worden, ob wegen meines Buches ein Untersuchungsausschuss eingerichtet wird. Das glaube ich natürlich nicht.

OÖN: Hingegen wurden Sie in vielen Medien abgeurteilt.
Wenn man die Botschaft nicht hören will, prügelt man den Botschafter. Das ist eine ganz alte Nummer…

OÖN: Sie haben keine Angst, dass Ihnen die CIA einen Killer schickt?
Das sollen die ruhig machen. Es wäre der beste Wahrheitsbeweis. Dann hätten meine Bücher nicht 100.000 Auflage, sondern zwei Millionen.

OÖN: Allerdings leider erst posthum …
Genau.

Das ganze Interview hier

Matthias Reichelt schreibt in seiner Rezension in der Jungen Welt “über die Angst vor dem Einsturz eines wohlbehüteten und bequemen Weltbilds”.

Außerdem: Die sächsische “Freie Presse” befindet “Ein lesenswertes Buch, mit dem man das Fragen lernen kann”, das Handelsblatt konstatiert “hohe Auflagen mit Verschwörungen”,  der “Standard” in Wien lobt, dass das Buch von Bröckers/Walther “tief blicken läßt”.

“Die offiziellen Erklärungen zu den Anschlägen sind ein Märchen. Was stattdessen geschehen ist und wer die wirklichen Drahtzieher sind, ist eine ganz andere Frage. Eine neue und unabhängige Untersuchung ist deshalb heute, 10 Jahre nach diesem unglaublichen Verbrechen, nötiger denn je”, heißt es abschließend auf TechnoBase.FM

Update: Zum Abschluß noch ein großartiges Hörstück von Ken Jebsen : “Happy Birthday Terrorlüge!” (mp3 hier).  Mitte August hat Ken ein ausführliches Interview über das neue Buch mit mir geführt, das morgen ab 14 Uhr auf Fritz Radio läuft – im KEN FM 9/11-special

Markus Klöckner hat auf Telepolis noch einmal  die Schlammschlacht um “Verschwörungstheorien” analysiert: “9/11: Wie Kritiker zu Zirkusdarstellern wurden”

3
Sep, 2011

Ein paar Termine

categories Uncategorized    

Zwei Buchvorstellungen gibt’s in der kommenden Woche in Berlin: am Dienstag 6.9. um 19 Uhr im taz-Café und am Freitag 9.9.  um 19.30  in der Urania

Weitere Termine: Am Donnerstag 8.9. um 16 Uhr im MDR-Mittagstalk “hier ab vier”.

Für die Dokumentation “Der Anschlag – Erinnerungen an den 11. September”   hat der ZDF-Infokanal längere Interviews mit Augenzeugen, Hinterbliebenen. Wissenschaftlern und Autoren geführt, u.a. auch mit mir. Die Dokumentation läuft auf ZDF-info  am Montag, 5.9. (13:15, 20:15, 00:30), Samstag 10.9 (20:15), Sonntag 11.9 (23:15) und in der Nacht zum 12.9. im ZDF (2:30).

Das Einzelinterview wird auf ZDFinfo am Dienstag 6.9. (00:05) gesendet.

 

Update: 9/11 und das Schweigen der Medien

Am  8.9. gibts auf WDR 1Live den zweiten Teil des Audiothrillers “Das fünfte Flugzeug” , am 11.9. ab 14 Uhr ein Interview  bei Ken FM auf Radio Fritz

Am 12. 9. live im Literarischen Salon Hannover, 20 Uhr, unter dem schönen Titel  “Verstörungstheorien zum 11.9.”

3
Apr, 2011

Communityismus

categories Uncategorized    

Seit einiger Zeit ist unter jedem Beitrag dieses Blogs neben Twitter & Facebook auch ein Button für Flattr zu sehen – einem neuen Dienst für freiwilliges Bezahlen. Einige populäre Blogs und die taz als erste Online-Zeitung haben Flattr in Deutschland bekannt gemacht und damit einen dritten Weg   eingeschlagen – ein Paradox zwischen Gratis-Internet für alle und Bezahl-Schranke für Betuchte: Bezahlen was nichts kostet ! Damit das Netz frei und Inhalte gratis zugänglich  bleiben, aber die Schöpfer der Inhalte  – Journalisten, Autoren, Blogger – dennoch für ihre Arbeit entlohnt werden. Read more

28
Oct, 2010

“Ohne Medien ginge es uns besser!”

categories Uncategorized    

“Die internationalen Medien sind ein Desaster. Wir sind in einer guten Position um politisch und historisch relevantes Material zu bekommen. Wir veröffentlichen es und sehen, welche Medien ein Echo geben und mit wie viel Ernsthaftigkeit. Wir sehen außerdem die Anstrengung, mit der die Informationen, die wir geben, unterdrückt werden. Mein Fazit ist, dass das Umfeld der internationalen Medien so schlecht und verzerrt ist, dass es uns besser gehen würde, wenn es keine Medien geben würde.”

Wo er recht hast, hat er recht - Interview mit Julian Assange heute in der taz

Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers: