Familiennachrichten

sjvVor einem Jahr haben wir mit Dr. Bo den erfolgreichen Abschluss seiner Doktorarbeit gefeiert, im März ist das Werk ( “Strafrechtliche Verantwortung ohne Willensfreiheit” ) im Nomos Verlag erschienen, und heute wurde es mit dem Justizpreis Berlin-Brandenburg ausgezeichnet. Berlin und Brandenburg verleihen den mit 5.000 Euro dotierten Preis seit 2011 im jährlichen Wechsel. Ausgezeichnet werden “herausragende juristische Dissertationen, die die Rechtsanwendung in der juristischen Praxis oder das Verständnis für die Grundlagen der Rechtsanwendung fördern.”

In der Laudatio heißt es : “Dr. Bröckers hat eine exzellente strafrechtsphilosophische Arbeit abgeliefert. In beeindruckender Art und Weise schafft er einen interdisziplinären Zugang und eröffnet damit in der Auseinandersetzung mit rechtsgrundsätzlichen Fragen neue Perspektiven“, so Staatssekretär Straßmeir in seiner Würdigung der Arbeit. „Die Untersuchung führt uns mit der Frage nach der Vorbestimmtheit menschlichen Handelns zur Schuldfrage und damit an die Grundlagen des Rechts schlechthin.“

Eine Rezension des Buchs findet sich hier.

9 Comments

  1. scheint mir von der Thematik her (die Arbeit habe ich nicht gelesen) in der Konsequenz bedenklich nah am Fabianismus.
    Wenn der Bürger nicht schuldfähig ist oder straffähig, muss er ja präventiv gesteuert und manipuliert werden.

  2. Hut ab ! Der filius scheint ja eine sehr, sehr schwierige Thematik () glänzend, verständlich und praxistauglich bearbeitet zu haben.
    Gratulation allerseits !

    Was würd’ er wohl zu folgender Aussage schreiben ? “Es gibt «Niemanden», der etwas tut. Nichts geschieht – es sei denn, es ist der Wille der Quelle, Gottes Wille. Das heißt, das Ego ist eine Illusion. Das Gefühl persönlicher Täterschaft ist eine Illusion. Das ist das endgültige Verstehen.”
    Ramesh S. Balsekar, Wen kümmerts’s

  3. Glückwunsch für die Auszeichnung!
    Und danke für diese Arbeit. Ein aus meiner Sicht für unsere Weiterentwicklung und Bewusstwerdung sehr bedeutendes Thema, die Willensfreiheit.
    Das Maß unserer Selbst(er)kenntnis wird womöglich entscheidend für unser globales Überleben sein.
    Derart kluge Sprüche gibt das Gehirn nur zu gerne ab, als Kommentator dessen was ohnehin einfach geschieht oder als eigenes Handeln erlebt wird.

  4. @required am 27.11.2015 um 17:32 Uhr
    korrekt !!

    Der Bröckers-Bub hat das Rad neu erfunden.

    Geltendes Recht dämmt Rachegelüste bereits ein. Wird es missachtet ( Merkel & Co ) werden sich Rachegelüste Bahn brechen…bei voller Willensfreiheit…soviel ist meinem „ pre-determinierten willens-absenten Hirn“ auch ohne Lektüre des Bröcki-junior-Wälzers klar.

    Die Dr. Bo- Arbeit, wie ehrlich bemüht, wie methodisch sauber, mit welchem brilliantem Eigenanteil auch immer ( Auch nicht gelesen- Rez. reicht ) fügt sich mit ihrer zu Tage tretende These witzigerweise in Conclusio bekräftigend-und nutzstiftend ein in die globale Power-Agenda des …hier stets so heftig gerügten… Anglo-US-Empires 🙂

    “We make a Monster out of good ol’ Fabianism–
    Re-engineering the human Being from Scratch up ”

    mit: ” Wie bleibt unser blauer Planet gesund”-“There is no Truth-but you”–und ähnlichem New-Age-Augenwischer-Scheißendreck, den sich die feudale Klasse für die ungewaschenen “Dead Dogs” ausgedacht hat (Insider-Spitzname für den mündigen Bürger)

    Soviel Bewußtheit ist einem Nachgeborenen natürlich nicht a priori abzuverlangen…gerade wenn ein “Staatssekretär Straßmeir” Zucker steut.

    Ich seh es kommen:
    Der Bröckers-Bub wird “Welt-Justiz-Innen-Minister”

    da hätte auch unser “Welt-Ökonom” Smokie-selig seine post mortem Freude dran…denn wer erklärt uns Deutschen, nach seinem “Giganten”-Abtritt denn nun die Welt ?? …so fragte schon besorgt Gossen-Goethe Wagner ( Post von Wagner ) in BILD den stets rüstigen Dr. Strangelove Henry Kissinger.

    Bis dann Bröckers jun. dieses Fragezeichen final von der Wand nimmt …ist der Interims-Erklärbär erstmal der Berliner Jura-Sedlmayr…oder doch eher Frau Leutheuser-Schnarrenberger…oder gar am Ende…der NRW-Jura-Trotzkopf Roswitha Müller-Piepenkötter ???

    http://www.bild.de/regional/duesseldorf/roswitha-mueller-piepenkoetter/ex-justiz-ministerin-gewinnt-prozess-um-2-48-euro-27286758.bild.html

    Wer ist überhaupt dieser Staatssekretär-Bröckers-Junior-Sedlmayr-Laudator ??
    https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Stra%C3%9Fmeir

    Fragen ?..Keine 🙂

  5. @Josef Gabriel Twickel am 27.11.2015 um 22:24 Uhr

    als Jurist kann der Bröckers Sohn auf Ihre Frage doch gar nicht antworten. Als Privatmensch könnte Dr.Bo, falls er alle 7 Zwetschgen beisammen hat, völlig unpolemisch folgendes antworten:

    “Ramesh S. Balsekar Gmbh & Co.KG …der übliche Stuß von den Hindu-Schluries, die in den Tälern des Himalaya ihr leeres Stroh dreschen, und den Westerner-Traveller-Deppchen die “Erleuchtung” andrehen wollen.

    “1 Rupie 50 Cent..pro Minute
    Nehme auch Deine Freundin in Zahlung” LoL

    Selber erlebt…Schönen Sonntag

  6. Josef Gabriel Twickel am 28.11.2015 um 15:50 Uhr
    Na ja…die Verarschung die von den “Sprituellen” Esoterik-Rosstäuschern ausgeht..in Indien extrem..bei uns abgefiltert durch die noch existierende Rechtsordnung und die noch halbwegs bidungsaffinen Intelektuellen-Dinos..die demnächst
    wegsterben werden.

    Om-shakti-bambule & cheers

  7. Ich glaube, das Buch könnte mich auch interessieren.
    Wenn jemand nämlich versucht, in das global-offiziös/final ins Totalverkackte abzurutschen drohende bzw. hierzulande (am Ende vielleicht bloß aufgrund einer klitzekleinen, eigentümlicher- oder genauer “typo-metaphysisch”-beschränkterweise schon ewig unerkannt mitgeschleppten sprachlichen Unzulänglichkeit, auf die ich noch zurückkommen will) allenthalben schon da hinein abgerutschte und festbetonierte Denken auf Präventivstaats-, d.h. Ausnahmezustandsebene eine Aufhellung in Gestalt einer Beleuchtung der verkrusteten, jeweils an und für sich verdammten, dabei kuriosermaßen jeweils um “leitkulturelle” Monopolgeltung und zugleich freilich businesspolitische pole-position eifernden Dumpf-Stellungen zu bringen – und das auf offensichtlich beeindruckende, ausnahmsweise sogar einmal von einer Figur aus den üblicherweise patentiert-monotheologischen (und somit in keinem einzigen Fall zu ganz wasserdichter Argumentation fähigen, sondern in ihrer schieren Verzweiflung gleich immer “Not”-Gewalt anzuwenden geneigten) Provinzen -, dann erscheint allein dies schon bemerkenswert.

    All the best!

    Ach so, das Ding mit dem vielleicht gerade in der von Boris Bröckers da aufgespiessten Thematik besonders relevanten (siehe dazu auch den entsprechenden Punkt in der Rezension/Laudatio von Staatssekretär S.) Unzulänglichkeit im Deutschen:
    Da gibt es nämlich nur das eine Wort ‘Zufall’; also: determiniert oder indeterminiert – auf Zufall läuft’s in jedem Fall hinaus; auf so etwas wie “unglaublich” also.
    Im Englischen z. B. hat man an der Stelle eine genauere Unterscheidungsmöglichkeit zur Hand, die den analytischen Gedanken ein – vielleicht entscheidendes, zunächst jedenfalls einmal wohltuend auflockerndes – Tütterl weiter zu tragen in der Lage sein kann, nämlich die sprachliche Wahl zwischen chance [(blinder) Zufall; Schicksal; (unglaubliche) Chance] oder contingency [(beachtliche) Zufälligkeit; (versteckte) Möglichkeit; (unvorhergesehener) Fall; – auf jeden Fall nichts “Unglaubliches”].
    Möglicherweise spürt die Arbeit von B. B. ja unbewusst gerade dieser linguistischen Lücke, dieser fehlenden Auswahl- bzw. Denkmöglichkeit im Deutschen nach, ohne die sich aus jenem hermetischen Dilemma, von dem in der Rezension als der (deutschen?) “Ewigkeitsdebatte” die Rede ist, kein Deutscher (auf deutsch) so leicht hinausformulieren kann, möchte vielleicht in einer Art versuchter Vollbesitznahme bzw. Re-Reklamation des freien Willens die – eben im Deutschen garnicht vorhandene, dafür umso schwerer zu entdeckende – Tür aufstossen, ohne deren Durchschreiten leicht die Verfechter bzw. die Delinquenten, die Täter des Präventivstrafstaats in der “Ewigkeitsdebatte” (s. Rez.) das Oberwasser behalten. Zufällig, könnte man sagen.

    Eine dieser Gestalten – möglicherweise den Archetypus – lässt sich (ich glaube heute noch) in Bayern bewundern: Der Herr war in den siebziger/achtziger Jahren einmal Dezernatsleiter (Abt. Betäubungsmittel) bei der Kripo einer Provinzstadt, bis er sich mit der tollen (um nicht zu sagen kriminogenen) Parole “Prävention durch Repression” dem selbstverständlich immer total sauberen, jedenfalls vital auf die Errichtung sowie den Schutz eines vorauseilend-entsprechenden Images vor jeder Zufälligkeit angewiesenen und daher auch abonnierten Establishment empfahl, das ja, nicht zuletzt im Interesse der Absicherung seiner riskanten Investionen bzw. Profite, damit rechnen können muss, dass keine fremden Götter und/oder Philosophien zu frech werden. Seither sitzt er für die CSU im Landtag.
    Wenn das mal kein Zufall ist. Unglaublich…

    Tja, wer eben determiniert-indeterminiert bzw. indeterminiert-determiniert dem Zufall steuern kann, ohne dass es eine (z. B. eine solche) Zufälligkeit geben darf… der steht doch auf seiten Gottes Worts, nicht wahr, sei der Hindu, Moslem, Jude oder Christ, und hat stets Amnestie, wenn nicht gar generelle Straflosigkeit, auch oder gerade ex ante post/i>, verdient – während die kleinen sucker, die sobs, die dead dogs, die dharma bums et cetera ad infinitum der Rede gar nicht wert sind: Wer das Recht gibt, kann es auch nehmen – oder wagt da noch jemand zu widersprechen?…

    Mein Lieblingszitat von Wilhelm Schlötterer, Jurist und Ministerialrat a. D., dem Mann, der, neben vielen anderen großen Verdiensten um das Gemeinwohl (Aufdeckung der Amigo-Affäre um Franz “Josef” Strauss etc.), schließlich auch den Gustl Mollath gegen den erbitterten Widerstand der bayrischen Justizministerin Beate Merk (und ihres Vorgesetzten MP Horst Seehofer) herausgeholt hat, bringt es vielleicht auf den Punkt: “Die Unglaublichkeit eines Vergehens ist die engste Verbündete des Delinquenten.”

    – Da darf es keine Alternative zum gottgewollten Zufall, nicht wahr, zur unglaublichen göttlichen Vorsehung geben… sei diese auch noch so unglaubwürdig gescriptet.

    Weiter so, Doktor Bo!
    🙂
    -p-

  8. Korrekturen zu meinem Posting (sorry, aber die Textmaske für Kommentare macht alles ein bisschen unübersichtlich – und das bei meinem Satzbau!)

    Zeile 18, Satz zu Ende geführt soll heissen: … Provinzen beeindruckender weise

    Typo in Zeile 1 von Absatz 4: der – nicht “den” – Archetypus

    -p-

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