Jack Herer: After Sunset

Über den Weg eines Polyesteranzug-Trägers zu „Hempster des Jahrhunderts“ und warum wir die moderne Hanf-Aufklärung einem Verstoß gegen das Verdunklungsgesetz von 1943 verdanken. - Jack Herer im Gespräch mit Mathias Bröckers

Jack Herer, von der Zeitschrift “High Times” gerade zum “Hanfaktivisten des Jahrhunderts” gekürt, wurde 1939 in New York geboren, seine jüdischen Eltern waren aus Osteuropa mit letzter Station in Polen in die USA ausgewandert. Nach der High School trat er freiwillig in die Armee ein und diente in Korea, wo er zum Dolmetscher ausgebildet wurde. Seiner ersten Ehe entstammen drei Kinder, zwei weitere den beiden nächsten. Am 9.9.99 kurz-entschloß sich Jack zum vierten Mal zur Ehe: wegen des schönen Datums vollzogen er und seine langjährige Partnerin Jeanie den Akt auf dem Dokumenten-Büro im Postamt an der Ecke.

Wenn der „Emperor of Hemp“ (High Times) und Autor der bahnbrechenden Hanfbibel  “The Emperor Wears No Clothes” („Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“), die Menu-Karte studiert, bestellt er am liebsten Berge von Vorspeisen  für alle, die am Tisch sitzen. So auch diesesmal, als wir  auf der Terrasse von „Gladstones“ am Santa Monica Beach zum Abendessen einkehrten. Und weil wir bei unseren seltenen Treffen immer sehr viel zu erzählen haben, wurden die Fische und Seefrüchte und Salatmassen kaum weniger. Insofern alles wie üblich beim Essen mit dem schwergewichtigen  „Hanfkaiser”, der angeblich zwar 10 Kilo runter hat, aber sich bald als einziger am Tisch noch durch die Schüsseln und Teller kämpfte. Der entscheidende Unterschied wurde erst ruchbar, als der Kellner das Schlachtfeld geräumt hatte. Denn da zückte Jack sein Gras-Pfeifchen und zündete  in aller Seelenruhe seinen Nachtisch an .  Das wäre vor 4 Jahren, bei meinem letzten Besuch, völlig undenkbar gewesen – doch seit die kalifornische Bevölkerung bei der Wahl im November 1996 mit 56% für die „Ballot 215“ stimmte, ist Marihuana für
Patienten legal – und Mr. Herer  mit seinem Superstreß als führender Hanfaktivist der USA, ist ein solcher Patient.  „Das war der erste und einzige  wirkliche Sieg seit dem Beginn der Prohibition 1937“, meint er – und schildert, wie  Bundespolizei und  Clinton-Administration mit aller Macht dagegen vorzugehen versuchen. Gerade hat man einen Vietnam-Veteranen, wegen seiner mit denlokalen Behörden abgestimmten  Marihuana-Planatage vor ein Bundesgericht gezerrt. „Seit wir diese Schlacht gewonnen habe, wird die Schraube im Drogenkrieg wieder angezogen“, so Jack , „Du kommst aus Deutschland, Du weißt was Faschismus ist,  und hier kannst Du dir ein modernes faschistisches System bei der Arbeit ansehen. Nie gab es mehr Gefängnisse, mehr Gefangene, mehr Verurteilte, als unter Clinton, Und wegen was ? Wegen der nützlichsten, ungiftigsten, und gesündesten Pflanze auf diesem Planeten. Wenn Du irgendwo in Amerika einen Job haben oder behalten willst, mußt Du deinen Urin kontrollieren lassen. Die USA sind nicht längst nicht mehr „The Land of the Brave and the Home of the Free“ – sie sind the Home of the Pee, die
Heimat der Pisse.” Wenn Jack Herer bei seinem Thema ist, kann ihn selbst leckerstes Essen kaum abhalten. Dabei wollten wir unser Interview doch eigentlich erst nach dem Essen beginnen…

Die Zeitschrift “High Times” hat Dich gerade zum “Hempster of the Century” , dem Hänfling des Jahrhunderts gekürt. Was hat es mit diesem Titel auf sich ?

Es sollte die Person ausgezeichnet werden, die den größten Einfluß auf die Hanfbewegung, die Hanfrevolution hatte. Und die den Status dieser Pflanze, als irgendein negatives, mexikanisches Drogenkraut entscheidend geändert und wieder respektabel gemacht hat. Das ist alles. In Amerika lernst Du nicht in der Schule, dass diese Pflanze in unserer Geschichte 80 Prozent allen Papiers und  aller
Fasern geliefert hat – und du lernst auch nicht, daß die Regierung unseren Eltern ihr Steuergeld gestohlen hat und damit auf die übelste Weise dafür gesorgt hat, dass Hanf für illegal erklärt wird. Eine Pflanze, die in über 10.000 Jahren Geschichte
überall auf dieser Erde die wichtigste Nutzpflanze war. Was ist von Regierungen, was ist von Politikern zu halten, die so etwas betreiben, und die Leute  verfolgen und ins Gefängnis werfen, nur weil sie diese Informationen herausfinden und veröffentlichen ?
Aber nichts anderes tun sie – und die wahren Informationen werden immer noch unterdückt.

Da hat Dein Buch, das seit Mitte der 80er Jahre von einem kleinen Flyer zu einer bahnbrechenden Dokumenation herangewachsen ist, aber doch einiges daran geändert…

Aber trotzdem wird Marihuana nach wie vor von den Regierungen verteufelt, und Untersuchungen, die das Gegenteil belegen, wie zum Beispiel die großen Gesundheitsstudien in Costa Rica und Jamaica, werden unter der Decke gehalten.Wer weiß denn schon, daß Hanf das Leben verlängert? Wer täglich Marihuana raucht lebt im Durchschnitt zwei Jahr länger als jemand, der überhaupt keine Drogen nimmt – das haben die Reihenuntersuchungen von Rasta-Leuten in Jamaica gezeigt. Zwei Jahr Leben – was würden die meisten Leute tun für zwei Lebensjahre mehr? Und die Pot-Raucher lebten sogar 8 –24 Jahre länger als die Kontrollgruppen, die Alkohol und Tabak benutzten– tödliche Drogen, die Milliarden von Steuern einbringen, für die niemand ins Gefängnis geht.  Aber für Hanf, eine Pflanze die tausendmal gesünder ist als Tabak oder Alkohol, sitzen in diesem Augenblick allein in USA 110.000 Menschen im Gefängnis, und 300.000 bis zu einer halben Million hatten  Bewährungsstrafen wurden dann wegen
Marihuana eingesperrt. Wenn Du eine Bewährungsstrafe hast, wird Dein Urin kontrolliert – und weil Spuren von einem einzigen Joint noch nach vier, fünf Wochen nachweisbarsind, fallen bei den Urinkontrollen während der Bewährungszeit viele auf. Und die
Bewährungshelfer schicken sie dann ins Gefängnis – nur weil sie statt sich zu betrinken ein paar Joints geraucht haben. Eine halbe Million Menschen sitzt in Amerika  wegen nichts anderem als Hanf im Gefängnis.

Du hast die letzten 30 Jahre Deines Lebens damitzugebracht, die Öffentlichkeit auf diesen Wahnsinn aufmerksam zu machen, indem du die Informationen über Hanf wieder zugänglich gemacht hast. Ich habe heute nachmittag die Bilder aus Deinem “vorigen” Leben gesehen: in den 50ern als Soldat in Korea, in den frühen 60ern ein Familienvater mit Vorgarten und einem guten Job als Vertreter für Leuchtreklamen – das macht alles eine absolut normalen, braven Eindruck. Und Du fandest damals sogar Barry Goldwater, den Rechtsaußen der Republikaner, gut. Wie, frage ich mich, wird aus einem derart spießigen Otto Normal der aufrührerischste Hanf-Aktivist des Jahrhunderts ?

Ich hielt Marihuana wie jeder “gute Amerikaner” für ein Teufelszeug. Aber meine erste Frau,  begann 1965 Marihuana zu rauchen. Sie arbeitete damals abends in einem Restaurant und brachte es mit. “Jack, du solltest das mal probieren”, sagte sie,  “das wird dir gefallen”. Ich war zutiefst entsetzt: “Wie kannst Du so etwas tun”, sagte ich, “wir haben drei kleine Kinder. Und Du fängst jetzt an, Drogen zu nehmen”. Für mich gab es keinen Unterschied zwischen Marihuana und Heroin, ich glaubte all das, was mir auf der High-School und beim Militär beigebracht worden war.  Wir zogen dann nach Kalifornien um, meine Frau versuchte immer noch, mir es schmackhaft zu machen, sie sagte, das wird deine Sichtweise der Dinge verändern – aber ich wollte nichts damit zu tun haben. Sie machte in dieser Zeit ein gewisses Wachstum durch, aber ich wollte nicht mitwachsen. Ich war ein Konservativer zu diesem Zeitpunkt und taufte meinen ersten Sohn tatsächlich nach Barry Goldwater. Darauf bin ich übrigens heute noch stolz, den Goldwater war zwar rechts, aber ein echter Libertärer. Deshalb hat er sich zum Beispiel  auch noch in den 90er Jahren für die Freigabe von medizinischem Marihuana eingesetzt. Meine erste Frau und ich wurden im Sommer 1967 geschieden – wir hatten uns in entgegengesetzte Richtungen entwickelt, Marihuana war nur eine davon.

Bis dahin hattest Du allen Verlockungen widerstanden?

Ja. Es dauerte bis zum Sommer 1969. Da lernte ich eine Frau kennen, die ich sehr gern hatte, und sie fragte mich, ob ich schon mal Pot geraucht hätte. Nein, sagte ich, hör mir auf damit, meine Ex-Frau hat das geraucht, ich will damit nichts zu tun haben, das ist eine üble Droge, führt zum Heroin… all dieser Scheiß, den ich im Hirn hatte.  Aber sie sagte, es würde mir gut tun. Und weil ich
sie wirklich sehr mochte, tat ich ihr den Gefallen.

Und wie war das ?

Ich nahm einen kurzen Zug und blies ihn sofort wieder raus. Ich habe nicht inhaliert, obwohl ich damals starker Zigarettenraucher war und drei Päckchen am Tag qualmte…

Also ganz wie Bill Clinton, geraucht aber nicht inhaliert…

Genau. Auch beim zweiten oder dritten Mal habe ich nicht inhaliert. Ich fürchtete mich ja wirklich vor dieser gefährlichen Droge, blies sie immer sofort wieder aus und behauptete dann meiner Freundin gegenüber, daß das auf mich nicht wirkt. Das wollen wir doch mal sehen, sagte sie, und sie ging los, um wirklich gutes Marihuana zu besorgen. Das war gar nicht so leicht zu dieser Zeit, aber sie brachte eine
halbe Unze “Acapulco Gold”, das beste mexikanische Gras. Sie setzte sich an den Tisch und drehte vier oder fünf Joints – und die rauchten wir dann zusammen, einen nach dem anderen.

Diesesmal hast Du dann auch inhaliert?

Ich hatte nicht mehr so viel Angst, weil ich ja erlebt hatte, daß sie rauchte und nichts schlimmes geschah. Also wir rauchten und  ich merkte
erstmal gar nichts.  Und “Acapulco Gold”  sagte mir auch nichts, außer, daß Sammy Davis Junior im Fernsehen darüber so merkwüridge Witze machte. Aber dann setzte sie mir Kopfhörer auf – und ich hörte plötzlich Musik wie ich sie noch nie im Leben gehört hatte…

Was war das für eine Musik…

Sie hat mir verschiedene Sachen vorgespielt, ich erinnere mich nur noch an eine Platte, von Herb Albert and the Tijuana Brass – aber
ich konnte diese ganze Musik plötzlich mit den Ohren sehen, jede Note, jede Melodie hatte eine Farbe. Ich visualsierte und erlebte Musik wie ich sie noch nie in meinem Leben gefühlt hatte. Ich war bis dahin keine besonderer Musikliebhaber, Musik hatte nicht den großen Stellenwert in meinem Leben wie bei vielen meiner Freunde, zur Entspannung nutzte ich eher Bücher. Aber jetzt, nach dieser großen Menge des besten “Acapulco
Gold” , entdeckte ich die Sprache der Musik völlig neu, und ich konnte kaum glauben, was ich da erlebte. Plötzlich hörte sich auch  dieser näselnde, nölende Bob Dylan kristallklar an und jedes Wort, jede Note drang in mein Bewußtsein.

Die Musik also hat dich überzeugt, daß Hanf doch eine Wirkung auf Dich hat…

Ja, und dann sagte meine Freundin: Jetzt rauchen wir noch einen und dann gehen wir ins Schlafzimmer – dabei berührte sie mich leicht
– und woooow. Die ersten Male, wenn Du stoned bist, ist es ja fast eine psychedelische Erfahrung, wenn dich jemand nur kurz auf der Haut berührt. Wuuuuuh, so eine Sensitivität hatte ich noch nie erlebt – jede Pore, jedes Haar, jede Körperöffnung…. ich erspare mir die Beschreibung, wie es im Detail weiterging, jedenfalls erlebte ich den Orgasmus in einer Stärke und Dimension, die mir bis dahin  unbekannt war. Es war nicht mehr Zack, Bum – sondern es war Bsssssssssssss, ein lang anhaltendes Fließen, ein Verströmen im Hyperspace. Eine körperliche Sensation, über die ich gehört und gelesen hatte, aber nie erlebt bis dahin.  Und als wir wieder zurück waren hatte ich nur eine einzige Frage: “Warum ist das illegal ?”

Nach der musikalischen kam die aphrodisiakische Sensation…

Ich würde nicht sagen, dass Hanf ein Aphrodisiakum im dem Sinne ist wie etwa Viagra.  Er ermöglichte mir eher Erfahrungen des
Geniessens und Wohlfühlens, die für mich vorher einfach unbekannt waren – und ich fühlte mich schon wie im Nirvana. Aber dann gingen wir in die Küche und ich machte den Kühlschrank auf. Es stand gar nichts besonderes darin, aber alles, was ich aß, war absolut delikat – selbst das langweiligste Sandwich  schmeckte paradiesisch, mit völlig ungeahnten Nuancen und Feinheiten. Ich entdeckte die Welt des Geschmacks, des

Genusses  völlig neu. Und das war genauso aufregend wie die Erfahrungen mit dem  Hören der Musik oder mit der Liebe. Alkohol hatte bis dahin keine große Rolle für mich gespielt, doch seit  diesen aufregenden, die Sinne weckenden Erfahrungen im Sommer 1969 hab ich kaum mehr einen Tropfen getrunken, einmal im Monat vielleicht ein Bier.

Diese Erfahrung hat dein Leben umgekrempelt ?

Das dauerte noch ein, zwei Jahre. Ich fragte meine Freundin weiter, warum  diese Sache illegal sei – je besser ich sie kennenlernte, um so weniger wollte mir das einleuchten. Am Anfang rauchte ich ein, zwei Joints die Woche, dann drei bis vier, dann jeden Tag einen oder zwei und ein paar am
Abend – und dann fängst du schon an, dir einen Vorrat zuzulegen, kaufst ein halbes Pfund und gibst es in kleinen Mengen mit Aufschlag an ein paar Bekannte weiter, so daß eine Unze für dich gratis abfällt. 1971 jedenfalls war ich plötzlich Dealer und verkaufte Gras, nicht um groß damit zu verdienen, sondern um meinen eigenen Bedarf zu decken.

Deinen Job hast Du weiter gemacht…

Ja, ich war weiter in Sachen Werbeschilder und Leuchtrekalen unterwegs. Dann, 1972, geriet ich in eine Diskussion mit einem Freund, der
mir gerade etwas  verkauft hatte. Er sagte, auf einer Qualitäts-Skala von 1 –10, wäre dieses Gras Klasse 9, ich aber sagte: Nein, das ist höchstens Klasse 6, ich habe jetzt drei Jahre Erfahrung, es gibt noch viel besseres als das hier, das ist höchstens Klasse 6. Um uns zu einigen, nahmen wir ein Blatt Papier, und  versuchten, die Skala von 1 bis 10 mal zu definieren….

Um dem üblichen Dealer-Latein ein Ende zu setzen…?

Ja. Die Leute hatten zu dieser Zeit doch noch keinerlei Ahnung und liessen sich irgendwelches Grünzeug ohne jede nennenswerte Wirkung
andrehen, das waren unsere Stufen 1 und 2: Shit-Weed. Auf Stufe 3 und 4 setzten wir dann minderwertiges Nebraska-Gras oder aus Low-Grade-Mexiko. Stufe 5 war durchschnittliches mexikanisches Gras, mit vielen Samen und grünlich, aber trocken und manchmal o.k. Das war
schon das beste, was die meisten Leute damals bekommen konnten. Auf Stufe 6 und 7 fing dann an, was damals ganz neu gezüchtet war und heute selbstverständlich ist: Sinsemilla-Sorten, also ohne Samen, und einem deutlich höheren THC-Gehalt. Als wir unsere Skala fertig hatten kamen ein paar Freunde vorbei und gaben ihre Kommentare dazu ab – und wir machten aus dieser Skala eine große Wandzeitung. Die sah Malcolm, ein anderer Freund, der damals gerade die TV-Serie “Roots” produzierte, und meinte: Hey Jack, aus diesem Poster da solltest Du ein Buch machen.

So entstand Dein allererstes Buch, “Grass” ?

Ja, aber nicht sofort. Wir boten es verschiedenen Verlegern an, dem des “Rolling Stone” in San Francisco und ein paar anderen,
aber niemand wollte es haben. Da kam so ein junger Typ, gerade mal 20, der gerade einen Super-Deal abgewickelt hatte und die Taschen voller Geld und sagte: hier sind 10.000 Dollar, ich drucke das Buch.  Ja, und das machten wir, und ich stieg aus meinem Job aus – und fuhr jetzt nicht mehr wegen Werbeschildern durch die Gegend, sondern wegen des Buchs. Ich klapperte alle Freak-Läden und Head-Shops in den Vereinigten Staaten ab
und brachte es auch in einigen Ketten unter. Nach zwei Jahren hatte ich  35.000 Exemplare verkauft. Das war jetzt mein Leben und in dieser Zeit lernte ich auch Captain Ed kennen…

Deinen verstorbenen Freund Ed Adair, dem Du die entscheidende Verwandlung verdankst….

Ja, wiegesagt, ich kam ja aus der ganz biederen, spießigen Ecke und sah  zu dieser Zeit auch noch ziemlich so aus, mit meinem Polyester-Anzug, mit meinen Nyltest Hemden, den grauenhaften Krawatten usw. Und Captain Ed,  als echter Hanf-Aktivist, musterte mich erstmal von oben bis unten – er war skeptisch, ob so ein Typ überhaupt cool sein konnte oder nicht doch ein verkappter Bulle. Aber wir wurden Freunde, und Ed nahm mich im Sommer 1973 mit zu meiner ersten Marihuana-Demonstration. Da lernte ich auch andere  Leute aus der Bewegung kennen, darunter auch Michael Aldrich, der wie ich auf dem College in Buffalo war, und so hatten wir einiges zu erzählen. Von ihm hörte ich das erste Mal, dass man aus Hanf Papier hergestellt hat, und Seile und Segel und Bekleidung.

Jack und sein verstorbener Freund und Mentor “Captain” Ed 1990

Zu diesem Zeitpunkt, mit  34 Jahren, erreichte Dich zum allerersten Mal Informationen über die Nutzpflanze Hanf..

Auf der Schule hatte ich nichts davon gehört – ich hatte all diese Piratenfilme gesehen als Kind, Columbus’ Entdeckung Amerikas, die Bürgerkriegs- und Western-Geschichten, aber ich hatte natürlich keine Ahnung, daß all die Segel und Seile, die Planwagen und Uniformren aus Hanf waren.
Stattdessen war ich mit 20 soweit gebildet, daß ich voll akzeptierte, jeden Hanf-Konsumenten ins Gefängnis zu werfen. Daß Hanf einmal die zweitwichtigste Nutzpflanze der USA war, davon wußte ich genauso wenig, wie von der Tatsache, daß die Natur, die Umwelt ein schützenswertes Gut ist. Wir dachten damals, ich und alle, die ich kannte: das Land ist groß genug, es gibt kein Umweltproblem, wir kippen  unser Gift, unseren Müll einfach irgendwo ab. Ich wuchs ganz in der Nähe des Love-Kanals im Staat New York auf,  in den riesige Chemie-Firmen jahrzehntelang einfach ihr hoch-toxisches Abwasser laufen ließen. Grundwasser, Böden, alles wurde verseucht – die Anwohner bekamen Krebs und grauenhafte andere Krankheiten. Erst Ende der 70er Jahre wurde der Kanal geschlossen.

Aber damals fanden das alle in Ordnung. Niemand regte sich auf…

Niemand. Ich weiß noch meine Reaktion, als in den
60ern das Buch von Rachel Carlson, der “Stumme Frühling” erschien, das erste
Buch, das auf die Katastrophe des Pestizideinsatzes aufmerksam machte. Ich hielt das für
naives, liberales Geschrei und fand es lächerlich, über tote Vögel oder aussterbende
Biber nachzudenken.

Das änderte sich erst durch die Freundschaft mit Capatin Ed nachhaltig ?

Ja, Captain Ed packte mich erstmal aus meinen
Polyester-Klamotten aus.  Er hatte seit 1970 einen Headshop in L.A. und 1972 die
erste Gesetzesinitiative zur Legalisierung von Cannabis. gestartet. In seinem Laden
sammelte er sage und schreibe 100.000 Unterschriften – und die Initiative erreichte bei
der Wahl auf einen Schlag 34% der Wählerstimmen. Das war ein sensationelles Ergebnis und
deshalb sprachen sich plötzlich auch viele Politiker dafür aus – das war der Beginn
einer sehr liberalen Ära, die von Ende 1972 bis zur Wahl Reagans 1980 andauerte. Durch
Captain Ed  kam ich in die Hanfpolitik, er war einer ihrer Motoren. Außerdem war er
sehr engagiert in der Anti-Atomtest-Bewegung, und fuhr mit seinen Leuten immer auf das
Testgelände nach Nevada wenn wieder ein Test angesagt war. Dann kletterten sie über die
Zäune, lösten Alarm aus  und bewegten sich auf Ground Zero, um die unterirdische
Sprengung zu verhindern. Sie gruben sich in dieser schwer radioaktiven Erde ein, um sich
vor den Suchtrupps und ihren Hunden zu verstecken. Ich habe das nie mitgemacht. Die
Leukämie-Art, an der Ed dann 1991 starb – vorher war er ein Muster an Gesundheit
-  wird auch von radioaktiver Strahlung ausgelöst

Warst Du dann, neben dem politischen Engagement,
weiterhin noch Kleindealer?

Nein. Damit hörte ich auf, ich hatte ein
Holzpfeife entdeckt, die es in Kalifornien noch nicht gab und stieg mit einer Pfeifenfirma
ins Paraphernalia-Geschäft ein. Außerdem war ich wegen meinem Buch in der Szene jetzt
ein bekannter Autor und schrieb als Pot-Experte Artikel für verschiedene Zeitschriften.
Und in Captain Eds Laden kamen viele Leute und Kids, die mich mit Informationen
versorgten. Hey, Jack, wußtest Du schon, daß die Unabhängigkeitserklärung auf
Hanfpapier gedruckt ist, oder daß Pferdewagen mit Hanfplanen die besten und teuersten
waren, der Cadillac Eldorado der Pionierzeit, daß Rußland damals vom Hanfexport lebte
wie heute die Araber vom Ölexport, daß Napoleon damals wegen Hanf nach Moskau
marschierte ?  Als Ed die nächste Wählerinitiative begann, machten wir uns daran,
all diese Informationen einmal aufzuschreiben….

Das war die Geburtsstunde von “The Emperor
wears no clothes” (“Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf”) ?

Ja, auf  einem Flyer, auf dem wir alle uns
damals erhältlichen Informationen aufgeschrieben hatten. Aber das klang  ziemlich
unglaublich.  Dann brachten mir die Leute Dokumente, die sie gefunden hatten, und ich
machte mich auf die Suche in Bibliotheken und Archiven und fand weitere Beweise. Du
weißt, wie das ist, wenn man von diesem Informationsfieber gepackt wird. Ich sammelte und
sammelte Puzzlestücke und reihte sie aneinander.  Seit der ersten Information von
Michael Aldrich, daß Marihuana Hanf ist, waren 18 Monate vergangen. Und dann, Anfang
1975, nahmen Ed und ich einen Trip. Wir hatten auch schon vorher LSD oder Pilze genommen,
und wir hatten natürlich auch schon vorher über diese ganzen Hanf-Informationen
nachgedacht und geredet – aber in diesem Moment fügte sich auf einmal alles zu einem
Bild. Innerhalb von ein zwei Milli-Sekunden verarbeitete unser Gehirn all diese
Informationen, setzte sie neu zusammen und mit einem mal checkten wir es und alles war
ganz klar: Hanf kann die Welt retten! Wow, das ist es.

Aber man kommt ja wieder runter von dem Trip

– und sieht dann, wie absolut bescheuert die Idee war, die man gerade noch für den
Gipfel der Weisheit gehalten hatte.

Genau. Aber diesesmal war es ganz anders. Als wir
runterkamen und darüber nachdachten, wurde die Idee sogar noch besser, brillanter. Sie
war real. Für mich bedeutete diese Erfahrung eine völlige Transformation. Dasselbe
Gehirn, das noch vor zehn Jahren all diesen regierungsamtlichen Bullshit nachgeplappert
hatte, erkannte jetzt, daß sich diese Regierung der größten Ignoranz und der größten
Verbrechen, oder einer Mischung aus beiden, schuldig macht, weil sie die wertvollste,
nützlichste, gesündeste, sauberste Pflanze des Planeten verbietet und das Wissen
darüber unterdrückt. Wiegesagt: wir kannten alle diese Informationen schon länger, aber
jetzt erst zogen wir die Schlüsse daraus. Für uns war der Fall kristallklar – und
wir dachten, daß es nach Veröffentlichung dieser Informationen  höchstens noch
sechs Monate dauern könnte, bis  Hanf wieder vollständig rehabiliert und legal ist.

Es dauerte dann doch ein bißchen länger….

Selbst unsere Kinder und besten Freunde, denen wir
es erzählten, dachten: die zwei sind jetzt übergeschnappt. Und  die sogenannten
Marihuana-Experten von NORML und der “High Times” dachten dasselbe. Über fünf
Jahre lang konnten wir so gut wie niemanden überzeugen. Ich  eröffnete 1979 einen
Info-Stand auf der Promenade in  Venice Beach, wo ich die Flyer und Broschüren mit
der Hanf-Information verteilte und Unterschriften für die Wählerinitiative sammelte.
Dort entdeckte mich ein Reporter der L.A.-Times und der schrieb 1981 einen großen
3-seitigen Artikel über Ed und mich, den Info-Stand und die ganzen Hanf-Informationen.
Die Zeitung hatte ihn verpflichtet, alle unsere Behauptungen in einem Kasten zu prüfen
und zu dokumentieren. Dies war der erste Artikel in einem mainstream Medium, der zugeben
mußte, dass wir in jedem Punkt recht hatten. Und hatten wir bis dahin vielleicht hundert
Leute überzeugt, waren es jetzt schon einige tausend.

Aber es gab noch kein Buch, nur Flugblätter,
Broschüren und diesen L.A.Times Artikel…

Ich fand gar keine Zeit, mich hinzusetzen und ein
Buch zu schreiben. Aber 1984 ging ich ins Gefängnis, nicht wegen Pot, sondern weil ich
schon vorher 10 mal wegen meines Info-Stands mit Bußgeldern  belegt worden war. Auf
der Strand-Seite der Venice-Promenade waren damals keine Stände erlaubt, nur auf der
Land-Seite, aber diese Buden mußte man teuer mieten. Ich aber bestand darauf, daß mein
Hanf-Stand nicht-kommerziell und eine politische Information sei und baute jedes
Wochenende dort auf. Ja, und nachdem man mich zehnmal gezwungen hatte, ihn wieder
abzubauen wurde ich dann verurteilt: weil ich nach Einbruch der Dunkelheit auf
öffentlichem Gelände Stimmen für die Wähleriniative gesammelt hatte. Die Strafe betrug
5 Dollar, der Tarif aus dem Jahr 1943. Seitdem wurde er wohl auch nicht mehr angewendet,
weil dieser Straftatbestand etwas mit der Verdunklung während des 2. Weltkriegs zu tun
hatte,  aber für mich, für den Hanf-Krieg, wurde er wieder ausgepackt. Ich
verweigerte die Zahlung und auch die 1-jährige Bewährung, die damit verbunden war und
wurde deshalb zu 14 Tage Gefängnis verurteilt, in Terminal Island, Long Beach.

Den Info-Stand aber gibt es bis heute, auf der
Strand-Seite, die jetzt auch voll ist mit anderen Ständen…

Ja, das haben wir dann gegen die Stadtverwaltung
endgültig durchgesetzt, der Prozeß wurde gewonnen.

Aber erst mal gabs Knast wegen des Verstosses
der Hanf-Aufklärung gegen das Verdunklungsgesetz…

Am ersten Tag im Gefängnis las ich Cowboy-Romane,
etwas anderes gabs nicht, von Fernsehen und Radio ganz zu schweigen. 15 Minuten am Tag kam
man aus der Zelle: 5 zum Duschen, 5 zum Hofgang, 5 zum Telefonieren. Am zweiten Tag wurde
mir das zu blöd mit den Cowboy-Romanen, und ich setzte mich hin und begann zu schreiben.
Von morgens um 8 bis abends um 9 schrieb ich in diesen zwei Wochen alle unsere
Hanf-Informationen in einer längeren Version nieder – das war die Rohfassung des
“Emperors”. Ich war die meiste Zeit völlig ungestört, nur  ab und zu
wurden mal andere Häftlinge in meine Zelle verfrachtet, meist spanisch sprechende
Ladendiebe oder Bankräuber. Die lachten sich tot, wenn sie hörten, weswegen ich saß:
Verstoß gegen das “After Sunset”-Gesetz…

Gottseidank hat man diesen Schwachsinn gegen
Dich  durchexerziert, ihr verdanken wir letztlich das Entstehen des Buchs…

Ja, diese Isolation im Gefängnis zwang mich zur
Konzentration, draußen hätte ich es nie zwei Wochen am Stück geschafft, so ungestört
zu arbeiten. Und was noch dazu kam: daß ich im Gefängnis gewesen war, verschaffte mir
draußen plötzlich noch ein Stück mehr Glaubwürdigkeit. Aber das wichtigste war, daß
mir in dieser Zeit der Sammlung und Konzentration auf den Stoff, die ganze Sache nochmals
richtig klar wurde – und ich jetzt auch System, das hinter der ganzen Prohibiton
steckte, durchschaute. Die “Association of Prison Guards”, die Lobby der
Gefängniswärter, begann zu dieser Zeit gerade, politisch zu werden und sie hat heute den
größten Einfluß auf die amerikanische Politik. Sie machen  riesige
Wahlkampfspenden für Politiker, die ihre Interessen – schärfere Gesetze, höhere
Gefängnisstrafen – durchsetzen.. Deshalb sitzen heute in den USA mehr Menschen im
Gefängnis als irgendwo auf der ganzen Welt.

Fandest Du für das Manuskript nach dem
Schreiburlaub im Gefängnis gleich einen Verleger?

Ich machte erst einmal 200 Kopien von meiner
Rohfassung und schickte sie an Leute wie Michael Aldrich zur Überprüfung. Und dann
druckten wir im Dezember 1985 die ersten 10.000 Exemplare. Ich ging anschließend auf
verschiedene Vortragstouren in vielen Städten und brachte es unter die Leute. Innerhalb
von drei Monaten war die erste Auflage verkauft.

Eine Kopie dieser Auflage landete 1987 auf
meinem Schreibtisch. Doch es dauerte dann noch fünf Jahre, bis sich mit Zweitausendeins
in Deutschland auch ein Verlag fand, der das Buch drucken wollte. Ich habe es zuerst ja
selbst nicht geglaubt…

Es hat gedauert – aber dafür habt ihr eine
wunderbare Arbeit gemacht. Was das Überzeugen betrifft, machte ich dann eine interessante
Erfahrung. Zu  mir kamen Leute, die wollten für die Wählerinitative in Oregon das
Buch auf Zeitungspapier drucken und kostenlos unter die Leute bringen – und sie
hatten Geld für 90.000 Exemplare. Die brachten wir in insgesamt 12 Gruppen vor der Wahl
unters Volk. Weil die Verteilung aber nicht so gut koordiniert war, wurden manche
Wahlbezirke zwei Mal, drei Mal, einige sogar vier Mal beliefert. Und nach der Wahl
stellten wir fest  – wo einmal geliefert worden war hatten wir 25 Prozent Zustimmung,
wo zwei Bücher hingegangen waren 35 % und in den Bezirken mit 4 Lieferungen bis zu 65%.
Das hat mich gelehrt: wir müssen diese Information nur wieder und wieder und wieder unter
die Leute bringen – und wir werden gewinnen!

Die Initative für medizinisches Marihuana war
1996 in Kalifornien  endlich erfolgreich. Der erste wirklich Sieg über die
Prohibition seit 65  Jahren.

Es sind nicht die Leute, die irgendetwas
schlechtes an dieser wunderbaren Pflanze finden, es sind einzig und allein die Politiker.
Und sie halten ihre Lügen nur mit Millionen und Abermillionen von Steuergeldern am Leben.
Dieses Lügen, dieses Zurückhalten von Wissen und Information, ist ein Verbrechen. Jede
Regierung, die nicht morgen beginnt Hanf als Rohstoff, als Nahrungspflanze, als Medizin
einzusetzen müßte eigentlich bestraft werden– weil sie ihrer Bevölkerung
wissentlich die gesündere Alternative zu fossilen Brennstoffen, zur
Pestizid-Landwirtschaft, zu chemischen und pharmazeutischen Produkten vorenthält. Und sie
lieber vergiftet als ihr die Nummer Eins unter den Pflanzen dieses Planeten
zurückzugeben. Solange wir diese Politiker nichts aus dem Amt jagen,  solange leben
wir weiter in einem Polizeistaat, einem faschistischen System. Und tatsächlich: die
höchsten Wahlkampfspenden für Politiker in den USA  kommen nicht von der
Ölindustrie, der Chemieindustrie, der Pharmaindustrie. Sie alle spenden Millionen und
Millionen, aber am allermeisten spendet die Association of Prisonguards. Und was kriegen
sie von Demokraten und Republikanern zurück:  immer größere Strafen für immer
kleinere Vergehen.

Erstaunlicherweise  hat kein Präsident der
Vereinigten Staaten  in seiner Amntszeit mehr Gefängnisse gebaut  als Bill
Clinton!

Und niemand hat mehr Leute eingesperrt wegen Hanf
als er – gerade und erst recht nachdem das Volk von Kalifornien 1996 für Hanf als
Medizin gestimmt hat, gegen das ausdrückliche Votum von drei Ex-Präsidenten, die mit
Clinton deswegen extra im Fernsehen auftraten. Für keine andere Sache hat er solche
Unterstützung bekommen – und rächt sich jetzt mit dumpfer Repression. Dennoch haben
mittlerweile 300.000 Kalifornier  so wie ich eine Bescheinigung ihres Hausarztes,
daß sie Cannabis aus medizinischen Gründen benutzen. Und das bedeutet: sie dürfen es
anbauen, besitzen und rauchen, ohne das irgendein Bundesbeamter und auch nicht Präsident
Clinton, irgendetwas dagegen tun kann.

Das ist aber doch schon einmal ein riesiger
Fortschritt, ich wollte, wir wären in Europa in Sachen Medizin nur ansatzweise so weit.

Wiegesagt: es ist der erste wirkliche Sieg über
die Prohibiton seit 65 Jahren. Aber wirklich gewonnen haben wir erst, wenn alle Leute, die
nur wegen Hanf im Gefängnis sitzen, wieder frei  sind. Und vollständig rehabiliert
werden, weil sie mit ihrem Herzen und ihrer Seele die richtige Sache vertreten haben. Und
wenn die Hanf-Industrie, die bis heute sabotiert und behindert wird,  von den
schikanösen Gesetzen und Auflagen und Kontrollen befreit ist. Du bist mit dem HanfHaus
seit 1993 an der Pionier-Front der Hanf-Wirtschaft in Europa und kennst diese ganzen
Schikanen am besten. Und wegen was? Wegen winziger Mikrogrammspuren THC – einer der
ungefährlichsten, ungiftigsten, harmlosesten Substanzen, die die Pharmakologie kennt!

Ich hatte gerade eine Hausdurchsuchung und soll
jetzt angeklagt werden, weil wir im HanfHaus Vogelfutter verkaufen, das man heimlich zum
unerlaubten Anbau verwenden könnte…

Wegen Vogelfutter,  die sind doch völlig
wahnsinnig – weil die Gesetze, nach denen das geschieht, von vorne bis hinten auf den
alten Lügen über Hanf basieren. Und  auf allen Politikern, die sie wider besseres
Wissen am Leben erhalten. Regieren bei Euch nicht die Grünen ?

Ja, aber man merkt absolut nichts davon und wenn
das so weiter geht  werden sie es nicht mehr lange machen…

Aber ich sage Dir und wette darauf: Leute wie
Du und ich und alle, die sich heute politisch und ökonomisch für die Hanf-Revolution
einsetzen, werden mehr und mehr Einfluß bekommen. Schau Dir die Respektabilität, die
Hanf in Deutschland in den sechs Jahren gewonnen hat, seit Du die Information dort
zugänglich gemacht hast, und all diese großartigen Produkte aus Hanf  – und
wie würde es ohne diese Information aussehen ? Am Anfang hielten uns fast alle für
durchgeknallte Spinner, aber jetzt ?

Macht Dich immerhin die “High Times”
zum Hempster des Jahrhunderts… fragt sich nur, wann auch  das
“Time”-Magazin und die mainstream Medien soweit sind, Dich zum Titelhelden zu
küren. Dein Freund George meinte heute Nachmittag, das könnte auch nicht mehr lange
dauern?

(lacht) Keine Ahnung. Aber laß Dich wegen des
Hanf-Vogelfutters ruhig ins Gefängnis werfen: dann hast Du erstens Zeit für ein neues
Buch und sie machen Dich damit endgültig zum Superhelden des Hanfs in ganz Europa.

Das Gespräch wurde im September 1999 in Los Angeles geführt und erschien zuerst im Hanf!-Magazin

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