Das 3. Jahrtausend #48: Patholitarismus

Der ach so genaue PCR-Test zum Nachweis des Coronavirus kann in bestimmten Fällen deutlich ungenauer sein als bislang angenommen. Doch die Corona-Maßnahmen werden unbeirrt fortgeführt – immerhin gibt es ja noch knapp 6000 Infizierte in ganz Deutschland. Pandemie ohne Ende? Außerdem: Russiagate ist tot – es lebe Russiagate 2.0: Nun gibt es angeblich Beweise dafür, dass Wladimir Putin ein Kopfgeld auf US-Söldner ausgesetzt hat. China unter Virenattacke – handelt es sich um einen gezielten Biowaffenangriff? Und: Die Welt schaut zu, wie große Teile des Westjordanlandes von Israel annektiert werden sollen, während das FBI einen verurteilten Kinderschänder als „Kronzeugen“ gegen Julian Assange präsentiert. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #48 des 3. Jahrtausends!

Das Ende zu Ende denken

Dmitry Orlovs „Lehre vom Kollaps“

„Erst wenn an jeder Ecke wieder öffentlich gestorben wird, kommen wir geistig ein Stück weiter“, schimpfte einst der Kabarett-Guru Wolfgang Neuss über die gesellschaftliche Tabuisierung und Anonymisierung des Sterbens und des Tods.  Vergeblich, wie es gerade mit Corona und Social Distancing wieder deutlich geworden ist. Wahrscheinlich wurde noch nie wurde einsamer und anonymer gestorben als in Zeiten der Pandemie. Wie untauglich die allgemeine Verdrängung der Vergänglichkeit und das Tabu der Endlichkeit sind, zeigt sich aber nicht nur schmerzlich auf der individuellen Ebene.

So unbequem die Auseinandersetzung mit dem Tod für uns als Individuen ist, so schwer fällt es auch bei der Analyse unserer gesellschaftlichen Systeme, die Unausweichlichkeit ihres Zusammenbruchs zu erkennen. Und die Illusionen los zu lassen, allen voran die Vorstellung, dass auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen ein auf ewigem Wachstum basierendes Finanz- und Wirtschaftssystem dauerhaft existieren könnte. Eine Absurdität, die freilich nahezu der gesamten kapitalistischen Wirtschaftswissenschaft zugrunde liegt – und in der Regel unausgesprochen bleibt, weil man sich sonst mit dem Niedergang, dem Ende, dem Zusammenbruch befassen müsste. So wie es der russisch-amerikanische Autor von Dmitry Orlov mit seinem Buch „Die Lehre vom Kollaps“ getan hat – nicht mit einer Science-Fiction-Dystopie, nicht mit einem Survival-Ratgeber zur richtigen Bevorratung und Bewaffnung und auch nicht mit Untergangs-Prophezeiungen, sondern mit einer nüchternen Analyse. In diesem Buch, so Orlov,  „geht es um den Zusammenbruch; nicht darum ob es einen geben wird und wann, sondern darum, wie er aussieht, was man davon erwarten kann und wie man sich verhalten soll, wenn man ihn überleben  will.“ Und er benennt auch gleich das Haupthindernis für das Erfassen der Bedeutung eines Crashs: Es ist nicht intellektueller, sondern psychologischer Natur.

Tatsächlich reicht ja schon ein Intelligenzquotient knapp über Zimmertemperatur zu der Erkenntnis, das ewiges Wachstum bei endlichen Ressourcen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Freilich werden Nobelpreise dafür vergeben, wie man dieses auf absurden Grundlagen beruhende System ad infinitum verlängern kann. Über seinen Zusammenbruch wird, wenn überhaupt, in Hinterzimmern geredet – und auch nur dann, wenn die Kinder im Bett sind. Der Kollaps ist ein zu düsteres Thema, als dass man Unvorbereitete damit erschrecken sollte. Die Vorstellung, welche Auswirkungen der Zusammenbruch der finanziellen, kommerziellen und politischen Ordnung auf den sozialen und kulturellen Zusammenhalt der Gesellschaft hat, ist einfach zu beunruhigend und deprimierend.

Warum sich über so etwas Negatives Gedanken machen, es ist doch noch immer gut gegangen – diese weiterverbreitete Haltung ist ein Ergebnis kognitiver Dissonanz. Wenn die Fakten etwas anderes sagen, werden sie einfach ausgeblendet – und wenn das schwieriger wird, weil sie sich immer mächtiger ins Bild drängen, werden sie klein geredet. Es mag ja sein, dass die Wachstumsgesellschaft dem Untergang geweiht ist, weil die Ressourcen knapp werden, dass das Finanzsystem zusammenbricht, weil die Billionen-Blasen der Börsenwetten platzen müssen, dass die Nahrungsmittel knapp werden und die Weltbevölkerung wieder schrumpft… Aber all das wird nicht sofort, sondern irgendwann passieren, der Niedergang wird nicht disruptiv und schnell erfolgen, sondern sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Doch auch das ist illusorisches, wenn auch seit langem verbreitetes Wunschdenken, das schon vor über 2000 Jahren von dem Philosophen Seneca entlarvt wurde: “Es wäre ein gewisser Trost für die Schwäche unseres Selbst und unserer Werke, wenn alle Dinge so langsam vergingen wie sie entstehen; aber das Wachstum ist langsam, der Weg zum Ruin ist schnell.“  Und er verläuft nach der Klassifizierung von Orlov in fünf Stufen, die kaskadenartig aufeinander folgen und sich dabei überlappen.

  • Stufe 1: Finanzieller Zusammenbruch. Der Glaube an «business as usual» geht verloren. Es wird nicht mehr davon ausgegangen, dass die Zukunft in irgendeiner Weise der Vergangenheit ähnelt, die es erlaubt, Risiken einzuschätzen und finanzielle Vermögenswerte zu garantieren. Die Finanzinstitutionen werden zahlungsunfähig, Ersparnisse werden vernichtet und der Zugang zu Kapital geht verloren.
  • Stufe 2: Kommerzieller Zusammenbruch. Der Glaube daran, dass «der Markt es richten wird», geht verloren. Geld wird abgewertet und/oder knapp, Rohstoffe werden gehortet, Import- und Einzelhandelsketten brechen zusammen und ein weit verbreiteter Mangel an überlebensnotwendigen Gütern wird zur Norm.
  • Stufe 3: Politischer Zusammenbruch. Der Glaube, dass «die Regierung für dich sorgen wird», geht verloren. Da die Versuche der Behörden scheitern, den weitgehenden Verlust von Überlebensnotwendigem aufzuhalten, verliert das politische Establishment an Legitimität und Relevanz.
  • Stufe 4: Sozialer Zusammenbruch. Der Glaube, dass «dein Volk für dich sorgt», geht verloren, da die lokalen sozialen Institutionen, seien es Wohltätigkeitsorganisationen oder andere Gruppen, die das Machtvakuum füllen, keine Ressourcen mehr haben oder durch interne Konflikte scheitern.
  • Stufe 5: Kultureller Zusammenbruch. Der Glaube an die Menschlichkeit geht verloren. Die Menschen verlieren ihre Fähigkeit zu «Freundlichkeit, Großzügigkeit, Rücksicht, Zuneigung, Ehrlichkeit, Gastfreundschaft, Mitgefühl, Nächstenliebe». Familien lösen sich auf und konkurrieren als Individuen um knappe Ressourcen. Das neue Motto wird «Mögest du heute sterben, so dass ich morgen sterben kann», wie Alexander Solschenizyn in «Archipel Gulag» schrieb.

Als Beispiel dieses stufenweisen Scheiterns als Standardmodus des Zusammenbruchs führt der Autor den Kollaps der Sowjetunion an, der auf Stufe 3 gestoppt werden konnte, weil nach zehn Jahren Chaos und Mafiaherrschaft die staatliche Autorität allmählich wiederhergestellt werden und dann auch die Finanzkrise soweit überwunden werden konnte, dass Russland heute praktisch schuldenfrei ist. Nicht immer läuft ein Zusammenbruch gradlinig ab – in Somalia zum Beispiel ist die politische Ordnung seit Jahrzehnten zusammengebrochen, ein kommerzielles System existiert teilweise aber immer noch.

Dmitry Orlov, der Ingenieurwissenschaften und Linguistik studierte und unter anderem am CERN in Genf arbeitete, ist kein raunender Prophet, sondern nüchterner Analytiker. Er erklärt die Mechanismen der einzelnen Phasen des Zusammenbruch und die Dynamiken, die sich daraus entwickeln. Und warnt schon gleich zu Anfang vor falschen Hoffnungen, dass die mit der Pandemie akut gewordene Wirtschafts- und Finanzkrise noch einmal mit denselben untauglichen Methoden wie 2008 „kuriert“ werden könnte. Damals wurden bankrotte und systemisch wichtige Banken und Institutionen mit Steuergeldern zwar gerettet, aber die Probleme haben sich als Folge nur vergrößert. Da dieser Irrsinn aber weiter praktiziert wird – gerade zahlt die deutsche Regierung für 20 Prozent Anteile der „Lufthansa“ 9 Milliarden Euro, obwohl der Börsenwert des gesamten Unternehmens nur 4 Milliarden Euro beträgt – ist es eine Illusion, dass der Zusammenbruch des Finanzsystems aufgehalten und der Kollaps auf Stufe 1  noch abgewendet werden könnte. Dass die Gelddruckmaschinen der Zentralbanken derzeit auf Hochtouren laufen und den Crash nur hinausschieben und den Schaden damit vergrößern, zeigt sich an der grotesken Börsenentwicklung: während die Realwirtschaft durch den Lockdown am Boden liegt und weltweit dramatische Rückgänge des produktiven und kommerziellen Sektors ins Haus stehen, springen die Aktienkurse fast schon wieder auf ein All-Zeit-Hoch. Mit der Realität haben diese Spekulationsblasen schon lange nichts mehr zu tun, sie bleiben nur noch in der Luft, weil sie an den Beamtungsmaschinen der Zentralbanken hängen.  Und auch einen ersten Eindruck von Stufe 2, dem kommerziellen Kollaps, konnte man während des Lockdowns anhand des Einbruchs der globalen Lieferketten schon gewinnen.  Schon 2013 in einer ausführlichen Fassung unter dem Titel „Five Stages of Collapse“ erschienen, liest sich die von Dmitry Orlov aktualisierte Kurzfassung der  „Lehre vom Kollaps“ ein wenig wie ein Drehbuch dessen, was wir in den Zeiten der Pandemie gerade erleben und noch erleben werden.

„Dies ist kein ‹Wir müssen…›- Buch oder eine Art ‹Es sei denn, wir…›- Text“, schreibt der Autor am Ende, „es ist nicht einmal ein ‹Wir sollten…›- Text. Es gibt hier kein Programm – nur die Annahme, dass der Zusammenbruch stattfinden wird und die Vermutung, dass er sich in fünf verschiedenen Phasen entfaltet…“.  Dieses Fehlen eines erhobenen Zeigefingers und apokalyptischer Prophezeiungen ist eine Stärke des Buchs, das nicht wie eine Moralpredigt, sondern wie die sachliche Bestandsaufnahme eines Ingenieurs daherkommt. Und es gerade deshalb ermöglicht, sich mit dem verdrängten und „unmöglichen“ (aber doch unausweichlichen) Systemkollaps zu beschäftigen. Und die kognitiven Dissonanzen auszuhalten, dass jede/r von uns aktiver Teil eines Systems ist, das dem Untergang geweiht ist. Die ersten Auswirkungen und Folgen der Pandemie haben schon deutlich gemacht, dass es so nicht weiter gehen wird und ein grundlegendes „Reset“ erforderlich ist. Ein einfaches Zurück in die Prä-Corona-Ära, das macht Dmitry Orlovs nüchterne Bestandsaufnahme klar, beschleunigt den Kollaps nur. Wirklich aufhalten aber lässt er sich nicht, weshalb es gilt, sich mit der Idee dieses Buchs anzufreunden, „dass der Zusammenbruch kein um jeden Preis zu vermeidender Alptraum ist, sondern Teil der normalen, unveränderlichen Zeiten der Geschichte.“

Dmitry Orlov: „Die Lehre vom Kollaps – Die fünf Stufen des Zusammenbruchs und wie wir sie überleben.“, 140 Seiten, 15 Euro

Dies ist der zweite Band  der Reihe “Brennende Bärte”, die Christoph Pfluger und ich herausgeben und die in der Schweizer edition Zeitpunkt und im Westendverlag erscheint.  Ihren Namen verdankt diese Reihe Georg Christoph Lichtenberg: “Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen”Als erster Band ist im März “Die Strategie der friedlichen Umwälzung” erschienen – hier dazu ein Gespräch mit Christoph Pfluger auf KenFM – künftig wird alle drei Monate ein neuer Band herauskommen. Als nächstes folgt aus meiner Feder “Klimalügner – Vom Ende des Kaputtalismus und der Zuvielisation”.

Das 3. Jahrtausend #47: Genmanipulimpfung

Schöne neue Welt der Impfstoffe: Weltweit sind über 130 neue Substanzen in der Entwicklung, aber das, was da erforscht wird, hat mit einem herkömmlichen Impfstoff nichts mehr zu tun. Was ist da eigentlich drin? Und: Die USA versinken im Chaos und es gibt sogar schon eine autonome Zone. Wie geht das weiter? Außerdem: Der Mord an Olof Palme ist angeblich aufgeklärt – Wirklich? Und wir haben neue Infos zum Anschlagsversuch auf Ken Jebsen und ein Exklusivinterview mit einem Augenzeugen. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #47 des 3. Jahrtausends!

Der amerikanische Frühling

Was die bürgerkriegsähnlichen Zustände in den USA und die in vielen Städten von “moderaten Rebellen” geführten Aufstände gegen das Regime betrifft, hat  die syrische Regierung angekündigt,  die prodemokratischen Kräfte innerhalb der USA im Kampf gegen das autoritäre Regime in Washington militärisch unterstützen.  Das gab Präsident Baschar al-Assad – wie der Postillon exklusiv meldet –  in einer Ansprache bekannt.

“Wir können nicht länger mit ansehen, wie dieser verrückte Diktator mit erschreckender Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vorgeht und die Rechte friedlicher Demonstranten mit Füßen tritt”, so Assad. “Deshalb werden wir ab sofort moderate Rebellen von Seattle bis New York mit Waffen und militärischen Ausbildern unterstützen.” Nur so bleibe laut Assad die Chance auf einen Wandel hin zu einer gerechten Demokratie in dem Krisenland gewahrt.
Wie erfolgreich die strategische Unterstützung aus Damaskus tatsächlich sein wird, ist jedoch fraglich – schließlich scheint der als unberechenbar geltende Autokrat Trump zu allem entschlossen, um die Proteste in seinem Land mit Hilfe des Militärs niederzuschlagen. Der syrische Präsident kündigte aber bereits an, langfristig auch Luftangriffe auf militärische Einrichtungen und Regierungsgebäude der USA in Erwägung zu ziehen, falls die heute beschlossenen Hilfen nicht ausreichen sollten.
“Solange es eine Chance gibt”, erklärte Assad zum Abschluss seiner Rede, “werden wir den amerikanischen Frühling unterstützen.”

Im deutschen Außenministerium wurde die Initiative aus Damaskus begrüßt: „Die Augen der Weltgemeinschaft sind auf Minnesota, Chicago und Washington gerichtet“, so Heiko Maas. Man werde Machthaber Trump „persönlich für die Verbrechen gegen die Menschenrechte zur Verantwortung ziehen“ , denn  „wer Krieg gegen das eigene Volk führt“, habe sich „aus der westlichen Wertegemeinschaft verabschiedet“.  Noch am Abend verständigte sich Maas mit seinen Amtskollegen aus London, Paris, Moskau und Peking zu einem gemeinsamen Vorgehen. Man wolle gemeinsam die moderaten Rebellen finanziell und materiell unterstützen. Ob dazu auch Waffenlieferungen gehören, wollte Maas jedoch nicht bestätigen.”

Unterdessen wurden Beschwerden des US-Regimes über Plünderungen und “terroristische Gewalt” vor dem UN-Sicherheitsrat seitens  des Bundeskanzleramts zurückgewiesen: “Plünderungen sind der Übergang zu Freiheit” zitierte Angela Merkel den ehemaligen US-Verteidigunsminister Donald Rumsfeld, rief aber gleichzeitig dazu auf, weiterhin möglichst friedlich zu demonstrieren und auf den Mundschutz zu achten. Auch aus dem Wirtschaftsministerium wurden die Klagen aus Washington relativiert: die Schäden durch illegale Plünderungen lägen bei gerade einmal 0,1 % dessen, was an  legalen Plünderungen der Staatskasse im Rahmen der  Corona-Soforthilfen durch die Konzerne ultrareicher Oligarchen erfolgt sei.

Dass der Machthaber vor seinem Weg zum Gebetshaus, wo er für die Gläubigen mit dem heiligen Buch posierte, friedlichen Demonstranten mit Tränengas wegräumen lies, stiess international auf Unverständnis und Abscheu.  Dass auch der Konkurrentin des Diktators, Nancy Pelosi,  nichts Besseres einfiel, als auf Twitter zur Bibel zu greifen,  wirft ein bezeichnendes Bild auf das fundamentalistische Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln, das dem Land seit Jahrzehnten aufgezwungen wird.

Dass eine Mehrheit der Bevölkerung die Proteste unterstützt, kann unterdessen niemand wirklich überraschen – in keinem Land der Welt werden mehr Menschen von der Polizei erschossen oder sitzen in Gefängnissen ein und die Opfer dieses brutalen Polizeistaats sind in überwiegender Zahl Angehörige der farbigen Minderheiten.

Unklar ist derzeit, inwieweit die mit dem derzeitigen Machthaber rivalisierenden Clans und Oligarchen die gegen Rassismus und Polizeiübergriffe gerichteten Proteste ausnutzen und mit Provokateuren unterwandern, um weiteres Chaos anzurichten und die Regierung zu immer härteren Massnahmen zu zwingen. Um den Einsatz von Fassbomben durch das Regime zu verhindern, haben Hillary Clinton und die deutsche Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer bereits die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. Der Autokrat im  Weißen Haus stuft die Proteste und Auschreitungen indessen  als “Terrorismus” ein, gegen den man mit allen Mittel vorgehe… – und verbittet sich jede Einmischung in innere Angelegenheiten.

Dass die Aufstände und Demonstrationen wirklich zu einem Wandel des allseits beklagten “systemischen Rassismus” führen, ist  unwahrscheinlich, denn für die notorischen Polizeiübergriffe ist ja nicht erst die Clique des amtierenden Machthabers verantwortlich, sie fanden auch unter seinen Vorgängern permanent statt.  Seine Rivalen vom “Team Clinton” etwa hatten  schon in den 90er Jahren das Gefängniswesen privatisiert und so das überproportionale Einsperren von Farbigen zum lukrativen Börsengeschäft gemacht.

Ein “amerikanischer Frühling” und Wandel zu mehr Gerechtigkeit steht jetzt also nicht ins Haus – sondern eher der Auftakt zu noch viel größeren Verwerfungen, die nach drei Monaten Pandemie-Lockdown unausweichlich scheinen: ökonomischer Niedergang und systemischer Kollaps. Dann stehen nicht nur Black Lives, sondern All Lives auf der Kippe. Und eine Satire wie diese könnte ganz schnell real werden….

Auch als Podcast auf KenFM

Das 3. Jahrtausend #46: Anschlagsversuch auf Ken Jebsen

Der Journalist Ken Jebsen entging am 9. Mai in Stuttgart knapp einem Anschlag – der Staatsschutz ermittelt. Während Autonome in Deutschland nicht vor Bombenanschlägen und versuchter Tötung zurückschrecken, will Donald Trump die Antifa in den USA als Terrororganisation verbieten lassen und bringt das Militär in Stellung, um die teilweise gewaltsamen Ausschreitungen einzudämmen. Was geht dort vor sich? Außerdem: Kommt das Corona-Virus tatsächlich aus einem Labor? Die Hinweise darauf verdichten sich. Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #46 des 3. Jahrtausends!

“Potcast” über die Prohibition, kriminelle Boxershorts und CBD als Covid-19-Prävention

 “Eigentlich sollte es ein kurzer Plausch über das Buch „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ werden, das Mathias Bröckers im Jahr 1993 zusammen mit Herer Jack herausgebracht hat und das demnächst seine 44. Auflage erfährt. Aber es kam anders. Fast eine Stunde lang sprach ich mit Bröckers über die Gründe für die Verteufelung von Cannabis, über die Lobby-Interessen, die schon in den 1940er Jahren hinter dieser Verteufelung standen, und darüber, was die Prohibition mit dem Cannabis-Verbot zu tun hat. Neben Hanf als Nutzpflanze waren auch HIV-Infektionen und die Corona-Krise Themen des Potcasts. Ein Ausflug in die Geschichte von Hanf, über kommende Wirtschaftskrisen und die Frage, welche Rolle CBD und andere Inhaltsstoffe bei Covid-19 spielen könnten.”

Soweit  Tom Wellbrock von den Neulandrebellen, der mit mir gesprochen hat

Hier geht’s zum Potcast-Interview auf Seite von cannaable.de

Zu iTunes und anderen Anbietern kommt Ihr über die Seite potcast.cannaable.de”

„Im chronischen Alleinbesitz der absoluten Wahrheit“

Für die “Nachdenkseiten” hat Marcus Kloeckner mir einige Fragen zur derzeitigen Verschwörungsinflation gestellt:

Herr Bröckers, man kann Sie als alten Schlachtenbummler bezeichnen, wenn es um das Thema Verschwörungstheorien geht. Spätestens seit Ihren Büchern zum 11. September haben Sie den Kampf zwischen den großen Medien und alternativen Formaten sozusagen live und in Farbe erlebt und selbst mitgestaltet. In einem aktuellen Blogbeitrag von Ihnen bezeichnen Sie sich selbst als „Konspirologen“ und „elder Statesman der Verschwörungstheorie“. Hilft Ironie bei der aktuellen Diskussion rund um Verschwörungstheorien und Verschwörungstheoretiker?

Ohne Humor und Ironie ist das doch gar nicht auszuhalten und ich wäre längst schon schwer depressiv, weil ich mich schon über 25 Jahre mit diesem Thema beschäftige. Und von daher nur zu gut weiß, dass es eben nicht nur verrückte und haltlose Verschwörungstheorien gibt, sondern auch sehr vernünftige und gut belegbare – und natürlich viele, die sich als wahr und richtig erwiesen haben. Umgekehrt gibt es auch viele offiziell verkündete Wahrheiten, die sich als haltlose und gefährliche Verschwörungstheorie herausgestellt haben, zum Beispiel die Massenvernichtungswaffen des Irak, mit der ein Krieg mit einer Million Toten angezettelt wurde. Oder nehmen wir die Tatsache, dass der US-Geheimdienst NSA jedes Handy bis hin zu dem der Bundeskanzlerin abhört – wer das vor den Enthüllungen von Edward Snowden behauptet hätte, wäre sofort als durchgeknallter, paranoider, anti-amerikanischer Verschwörungstheoretiker abqualifiziert worden.

Was heute noch offizielle Wahrheit ist, kann sich morgen als Verschwörungstheorie herausstellen – und umgekehrt. Um den nur noch als Denunziations- und Diffamierungsvokabel verwendeten Begriff zu retten, hatte ich schon in meinem ersten Buch über 9/11 („Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. September“, Verlag Zweitausendeins, 2002) vorgeschlagen, künftig von „Konspirologie“ zu sprechen und die Bildung von Hypothesen über mögliche Verschwörungen als wissenschaftlich legitimes, heuristisches Verfahren zu betrachten. Derzeit ist dieser Begriff aber nach wie vor ausschließlich als Diskurskeule im Einsatz, um unerwünschte Meinungen oder Berichte abzuqualifizieren.

Derzeit wettern Vertreter von Leitmedien verstärkt gegen Verschwörungstheorien. Auf Spiegel Online waren vor kurzem die folgenden Zeilen zu lesen: „Man will in die wirre Gedankenwelt mancher Demonstranten gar nicht allzu tief eindringen. Leider haben viele, die auf den Straßen und im Netz gerade die große Verschwörung beschwören, chronisch einen an der Waffel. Für manche Demonstranten hält die Psychiatrie effektivere Hilfen bereit als die Politik.“
Wie nehmen Sie diese Aussagen auf?

In die erleuchtete Gedankenwelt von Journalisten, die so etwas schreiben, möchte man gern ein wenig tiefer eindringen. Zum Glück sind viele, die in Zeitungen und Fernsehen beschwören, dass alles in bester Ordnung ist, im chronischen Alleinbesitz der absoluten Wahrheit.

Wie erklären Sie sich einen derartigen „Journalismus“?

Das  geisterhafte Erscheinen eines unsichtbaren Virus hat einen Glaubens- und Religionskrieg entfacht. Was kein Wunder ist, denn bis vor ein paar Monaten war dieses Wesen völlig unbekannt, es gab kein Wissen über seine Verbreitung, keine Fakten über seine Wirkung, seine Gefährlichkeit. Es herrscht also große Unsicherheit, großes Unwissen und das führt fast zwangsläufig zu Angst – jeder will wissen, was ihn erwartet und was er oder sie möglicherweise zu befürchten hat. Wirklich Bescheid weiß keiner, denn dieses Wesen ist neuartig und nicht unter Kontrolle, es ist ja nicht einmal klar, ob es ganz natürlich entstanden ist oder eine Chimäre, an der gentechnisch herumgeschraubt wurde. So viel Unsicherheit und Unwissen ist schwer auszuhalten. Deshalb haben die „Kirchen der Angst“ zur Zeit mehr Gläubige versammelt als je zuvor, und zwar in beiden „Konfessionen“: Angst vor einer Massenvernichtungs-Pandemie auf der einen Seite und Angst vor einer Massenüberwachungs-Diktatur auf der anderen. Und in beiden Kirchen orgeln Panik-Orchester ihre allein seligmachende Wahrheit, den wahren Glauben. Das funktioniert bekanntlich nur, wenn den Glauben der anderen als gefährlichen Irrglauben denunziert.

Warum haben so manche Vertreter großer Medien eine Aversion gegen Verschwörungstheorien?

Aversionen herrschen dort keineswegs gegen alle Verschwörungstheorien. Die offiziell erwünschten werden ja in epischer Breite und auf allen Kanälen verkündet. Von den 19 Teppichmessern als 9/11-Alleintätern über die Massenvernichtungswaffen des Irak bis „Russiagate“. Mit haltlosen, unbewiesenen und sehr gefährlichen Verschwörungstheorien haben die Leitmedien also kein grundsätzliches Problem. Wenn der Krieg dann gelaufen ist und eine Million Menschen das Leben gekostet hat, entschuldigt sich die „New York Times“ für das „Versehen“, Aluminiumrohre und nicht Saddams Massenvernichtungswaffen auf die Titelseite gehievt zu haben. Und weiter geht’s als „paper of the record“ und „große alte Dame“ des Pressewesens – irgendwie zur Rechenschaft gezogen wird diese Art von „Journalismus“ nicht. Ich habe die VertreterInnen des lügenden Gewerbes manchmal als “Pre$$titutes” beschimpft was aber eigentlich noch eine Verharmlosung ist , da die KollegInnen aus dem liegenden Gewerbe niemals solche Schäden anrichten wie diese Verbreiter offizieller Verschwörungstheorien.

Es gibt durchaus eine berechtigte Kritik an Verschwörungstheorien und verschwörungstheoretischem Denken. Aber ist die pauschale Kritik, wie sie immer wieder in den Leitmedien zu finden ist, angebracht?

Als Diffamierungswaffe im Rahmen der psychologischen Kriegsführung wurde der Begriff ja 1967 von der CIA scharf gemacht, die ihren Medienpartnern damals empfahl, mit dieser Keule gegen die Kritik an den Ermittlungen zum Attentat auf John F. Kennedy und der These vom Einzeltäter Lee Harvey Oswald vorzugehen. Seitdem feiert er immer dann fröhliche Urstände, wenn es darum geht, unpassende Meinungen und Behauptungen zu diskreditieren. „Wir müssen die Wahrheit über den Terror aussprechen. Lasst uns niemals frevelhafte Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit den Anschlägen des 11. September tolerieren, boshafte Lügen, die bezwecken, die Schuld von den Terroristen selbst abzulenken, weg von den Schuldigen“ , hatte George W. Bush vor der UN-Vollversammlung gepredigt und der Gemeinde die Wahl gelassen: „Mit uns oder mit den Terroristen.“ Seitdem gibt es also kein Vertun mehr, 9/11 ist der Lackmus-Test für den wahren Glauben. Hier müsste Kritik an Verschwörungstheorien ansetzen, denn die Anschläge sind bis heute nicht wirklich aufgeklärt, die Ursachen für den Einsturz der Türme nicht ordentlich ermittelt – doch jeder Zweifel, wie zum Beispiel zwei Flugzeuge drei Wolkenkratzer pulverisieren können, gilt als ketzerischer Irrglaube und gefährliche Verrücktheit.

So ähnlich läuft es jetzt mit Corona und der Pandemie: Zweifel sind nicht zugelassen, selbst wenn es gute Gründe dafür gibt, weil das Wissen über das Virus eben unsicher ist. Dass sich die Politik in dieser Lage weltweit auf den „worst case“ eingestellt und Lockdown verordnet hat, ist richtig und nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar und falsch ist, jede Kritik an den in unsicherer Lage getroffenen Maßnahmen und den extremen Rechtseinschränkungen als Verschwörungstheorie zu denunzieren. Da kommt es dann dazu, dass die solide Recherche und seriöse Berichterstattung von heute schon morgen schon als gefährliche Verschwörungsideologie gilt. So erfüllt es jetzt schon den Tatbestand der Blasphemie wenn man darauf hinweist, dass noch vor kurzem in der “Zeit” , der ARD und anderswo ausführlich begründet wurde, warum man Bill Gates nicht  die Kontrolle der Weltgesundheitsorganisation und Milliardären nicht die globale Agenda überlassen dürfe. Weil solche Hinweise aber mittlerweile als irre  “Corona-Mythen” gelten, hat der SWR seiner Doku von 2017 mit dem Titel: “WHO am Bettelstab – Wo’s lang geht bestimmt Bill Gates” – dann auch schnell noch ein Link vorangestellt, zu einem neuen Beitrag aus dem wir erfahren, dass Onkel Bill natürlich schwer in Ordnung ist.

Wie gehen Leitmedien vor, wenn sie gegen Verschwörungstheorien zu Felde ziehen? Welche Beobachtungen haben Sie gemacht? Gibt es bestimmte Strategien?

Es geht eigentlich immer nach demselben Rezept: man vermenge die rationalen Argumente der Kritiker mit möglichst irrationalen, unappetitlichen Zutaten. Dass in Deutschland dann unweigerlich auch der Diskurshammer schlechthin (Holocaust/Antisemitismus) zum Einsatz kommt, hatte schon der verstorbene Kollege Wiglaf Droste als politische Debattenregel Nr. 1 erkannt: „Wer zuerst Auschwitz sagt, hat gewonnen!“ Wenn dann bei einer Million Demonstranten gegen das transatlantische TTIP-Abkommen ein paar hundert Nazis mitlaufen, wird in „Spiegel“ und „Panorama“ vor einer gefährlichen „Querfront“ gewarnt. Dasselbe auch bei den Friedens-Mahnwachen und jetzt bei den Corona-Demos. Die Stigmatisierung läuft da nicht über Argumente, sondern über Kontaktschuld.

Wie nehmen Sie als Journalist dieses Medienverhalten wahr?

Nicht zufällig fühlen sich im Moment ja viele Ex-Ossis an DDR-Verhältnisse erinnert, was angesichts der „coronistischen“ Einheitsparteien im Bundestag und dem völligen Gleichschritt der Großmedien auch kein Wunder ist. Und in der logischen Folge zu einem großen Zulauf bei den alternativen Medien führt, was wiederum die Großmedien zu einem um so heftigeren Bashing dieser Konkurrenz provoziert. Mit einer Kultur der Debatte und demokratischer Öffentlichkeit hat das nicht mehr viel zu tun und schon gar nicht mit einer rationalen Diskussion darüber, ob etwa Bill Gates’ Vision eines RNA-Impfstoffs, der in das menschliche Genom eingeschleust wird, eine segensreiche Idee ist oder ein gefährliches Geschäftsmodell, den Menschen gegen Viren so resistent zu machen wie den gen-manipulierten Mais gegen die „round-up“-Pestizide von Monsanto. Kritik an solchen Ideen einfach unter „irre Verschwörungsmythen“ abzubuchen, ist verantwortungslos, aber genau das wird im Medienmainstream getan

In einer aktuellen Umfrage heißt es, 20 Prozent der Wahlberechtigten haben Zweifel am Wahrheitsgehalt der Corona-Berichterstattung in den Medien. Was sagt Ihnen diese Zahl?

Eine Zustimmung von 80% ist ein sehr gutes Ergebnis für die Konsens-Fabriken und ich verstehe nicht, warum das mit dem Geschrei um die Großgefahr durch Verschwörungstheorien noch auf 99,5 % geknüppelt werden muss. Was den Wahrheitsgehalt der Aussagen über „SARS-Cov-2“ angeht, kann der ja gar nicht 100-prozentig sein, weil über das Virus und den Verlauf der Krankheit einfach noch zu wenig bekannt ist. Die Regierungen mussten in dieser Lage, auf Basis einer Gleichung mit vielen Unbekannten Entscheidungen treffen. Die gingen weltweit in die Richtung eines mehr oder weniger strengen Lockdowns und können mehr oder weniger fehlerhaft gewesen sein – was sich aber genauer erst ex post, im Nachhinein, wird feststellen lassen können. Wer überzeugt ist, dass Regierungen immer lügen, wird den Wahrheitsgehalt dieser Ergebnisse auch dann noch geringschätzen, aber mit solchen Zweiflern und Skeptikern muss man leben können. Auch wenn es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass Trump, Putin, Xi , Merkel, Macron & Co. im Verborgenen alle unter einer Decke stecken und einer gemeinsamen Agenda folgen, die ihnen von Big Pharma eingeflüstert wird – 100-prozentig ausschließen kann man selbst eine solche Großverschwörung nicht. Genauso wenig sollten aber auch die Lockdown-Kritiker ausschließen, dass ihre Regierungen möglicherweise richtig gehandelt und viele Infektionen und Todesfälle verhindert haben. Die Inbrunst beim Verbreiten von Panik und der Hoffnung auf die Wunderwaffe Impfstoff ist genauso „covidiotisch“ wie die 100-prozentige Überzeugung, dass mal wieder alles Lüge, Fake und Faschismus ist.

Wolfgang Schäuble hatte auch ein paar Worte zu den Demonstrationen zu sagen: “Um sich vor Beifall aus der falschen Ecke zu schützen und um nicht irgendwelchen Verschwörungs-Spinnern auf den Leim zu gehen, empfehle ich, genau zu prüfen und zu überlegen: Ist das Umfeld, in dem ich demonstriere, das richtige?” Wenn es um Verschwörungstheorien geht, sind sich Politik und Medien ziemlich einig, oder?

Wenn man bei Demos nach den Empfehlungen und dem geschmacklich kompatiblen Umfeld von Herrn Schäuble ginge, müsste man immer brav zu Hause bleiben. Das sehen aber selbst schwäbische Haufrauen durchaus anders – in Stuttgart war ja eine der größten Demos. Dass dort wie eigentlich bei jeder Demo auch einige Verrückte und Extremisten dabei sind, ist unvermeidlich. Wenn aber wie bei der Demo in Leipzig die verrücktesten Parolen von der selbsternannten „Antifa“ präsentiert werden und diese dann die einzigen sind, die in den ARD-Nachrichten auftauchen, kann man sich schon fragen, ob hier nicht ein verrücktes „Umfeld“ inszeniert wird, mit dem die demonstrierenden „Normalos“ gar nichts zu tun haben. Dann noch einen fundamentalistischen Impfgegner vor die Kamera, der eine Suada gegen Big Pharma und die neue Weltregierung ablässt und fertig ist der Bericht von der „Verschwörungs-Spinner“-Demo. So läuft das und da marschieren Politik und Medien völlig im Gleichschritt – dem Tabu „Verschwörungstheorie“ sei dank kann jede Form der Kritik ausgeblendet und ausgeschaltet werden. Regierenden und Machthabern jeder Couleur erleichtert eine solche Verengung des Meinungskorridors seit jeher die Arbeit. Wer an demokratischen Verhältnissen interessiert ist, sollte sich von dem Dumm-Wort Verschwörungstheorie nicht irre machen lassen.

Hier das Interview im  Podcast


Alles Verschwörung

85 Prozent der Deutschen sind mit den Regierungsmaßnahmen gegen das Corona-Virus einverstanden – doch das reicht offenbar noch nicht. Denn wer es wagt, eine Corona-Demo zu betreten, muss ein gefährlicher Irrer sein, der von dem Virus Verschwörungstheorie befallen ist – orientierungslos, gewaltbereit, minderbemittelt. Das jedenfalls hören wir in den Massenmedien. Also was steckt denn nun wirklich hinter der Corona-Verschwörung? Außerdem: Ken Jebsen soll angeblich für den Angriff auf ein ZDF-Kamerateam verantwortlich sein. Vor zwei Jahren durfte man den „Wohlwollenden Alleinherrscher“ Bill Gates noch kritisieren, ohne als Aluhutträger zu gelten. Die Impfung soll zwar nicht verpflichtend werden, aber dann könnte es mit der Reisefreiheit vorbei sein. Es gibt neue Hinweise, dass Sars-CoV2 aus einem Labor stammt – willkommene Wahlkampfmunition für US-Präsident Trump.  Doch wenigstens eine haltlose Verschwörungstheorie, die die Welt jahrelang in Atem hielt, ist nun definitiv aufgeflogen: RUSSIAGATE. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #45 des 3. Jahrtausends!

Verschwörungsinflation

Als habilitierter Konspirologe und “elder statesman” der Verschwörungstheorie verfolge ich die aktuellen Aufregung über die “Gefahren” und die “unheimliche Macht” (Spiegel) der Verschwörungstheoretiker  ja eher amüsiert.  Und erstaunt, dass der inflationäre Gebrauch das Diffamierungs,- und Denunziationspotential des Begriffs noch immer nicht abgenutzt hat. Was möglicherweise damit zu tun hat, dass die akademischen “Experten”, die dazu publizieren und verstärkt im Fernsehen herumgereicht werden, zu diesem Thema in der Regel nur küchen-psychologischen Bullshit von sich geben.

Dass es reale Verschwörungen gibt und viele anhand von Indizien darüber aufgestellte Hypothesen sich als wahr erwiesen haben – dass Verschwörungstheorie als heuristischem Verfahren also durchaus Berechtigung zukommt – wird von diesen Experten ebenso ausgeblendet wie die im Namen des Staats und der Großmedien verbreiteten Verschwörungstheorien. Zum Beispiel die WMD des Irak oder  – soeben aufgeflogen – die Verschwörungstheorie “Russiagate”, nach der “die Russen” die Computer der Demokraten gehackt und Trump zu  Wahlsieg verholfen hätten. Wie jetzt veröffentlichte Dokumente von Kongress-Anhörungen zeigen, hat der Verantwortliche der IT-Firma “Crowdstrike” ausgesagt, dass sie keinerlei Beweise für “russische Hacker” gefunden hätten. Dennoch wurde diese haltlose Story mit Putin als Erzbösewicht auf allen Kanälen seit drei Jahren immer wieder hochgekocht – und kein “Qualitätsjournalist” stellte auch nur eine kritische Frage oder gar eigene Recherchen an. Die hätte nämlich zu niemand anderem als dem ehemaligen technischen Direktor der NSA höchstselbst, Bill Binney, geführt, der nachgewiesen hat, dass die Daten aus dem DNC-Server nicht von außen gehackt, sondern von innen abgesaugt wurden. Sowie natürlich zu der Merkwürdigkeit, warum bei einem vermeintlichen Großskandal bei dem feindliche Mächte  demokratische Wahlen manipulieren  und in Computer einbrechen, weder das FBI noch eine andere staatliche Stelle  – sondern nur die Privatfirma Crowdstrike – den betroffenen Server untersuchen durfte.

Man mußte keinen Bachelor der Illuminaten-Akademie in der Tasche haben um zu erkennen, dass die Russiagate-Story vom Tag Eins an faul war, es brauchte eigentlich nur einen IQ über Zimmertemperatur,  den Willen  hinzuschauen und zu tun, was einst “Spiegel”-Rudi seinem Nachrichtenmagazin verordnete: “Sagen was ist”. Aber da kam nichts, weder beim ehemaligen Nachrichtenmagazin noch sonst in einem der selbsternannten Qualitätsmedien – drei lange Jahre lang wurde nahezu täglich die Russiagate-Saga aufgetischt. Was einen weiteren Aspekt des Themas verdeutlicht, der von den Experten gern außer Acht gelassen wird: wenn’s der Obrigkeit paßt, sind auch haltlose Verschwörungstheorien völlig in Ordnung. Und Russiagate paßte in jeder Hinsicht: als Sündenbock für den unerklärlichen Betriebsunfall der Niederlage Hillary Clintons, als Dauervorwurf an Donald Trump, dessen Politik ansonsten kritiklos durchging, und als nötiges Angstszenario für weitere militärische Aufrüstung. Da kann man als Top-Schurnalist dann jahrelang  zur besten Sendezeit Verschwörungstheorien verbreiten  ohne für diese Fake News-Orgie  irgendwie zur Rechenschaft gezogen zu werden. Solche VertreterInnen des lügenden Gewerbes “Presstitutes” zu nennen ist eigentlich eine Verharmlosung, da die KollegInnen aus dem liegenden Gewerbe niemals solche Schäden anrichten wie diese Verbreiter haltloser und gefährlicher Verschwörungstheorien, mit denen Kriege angezettelt werden.

Wenn jetzt in Sachen Corona vor der  Gefahr und der “unheimlichenMacht”  von Verschwörungstheoretikern gewarnt wird und als Beispiel dafür ein veganer Koch, ein  Schlagersänger und ein paar Impf-Rebellen sowie der der stets aufgedrehte Ken Jebsen herhalten müssen, entbehrt das nicht einer gewissen Komik. Dass dafür  in Deutschland auch gleich der ganz große Diffamierungshammer herausgeholt wird (“Nazis”, “Holocaustleugner”, Antisemiten”) ist mittlerweile ebenfalls üblich – schon als unter einer Million Demonstranten gegen das Freihandels-Abkommen TTIP auch ein paar hundert Nazis mitgelaufen waren, faselten die Experten im “Spiegel” und TV von einer gefährlichen “Querfront”. Dasselbe jetzt bei den Lockdown-Protesten, die nicht als berechtigter Bürgerprotest gegen fragwürdige Rechtseinschränkungen behandelt werden, sondern als Panoptikum von “Wirrköpfen”, “Rechten” und “Verschwörungstheoretikern”. Sowie, weil das als Diffamierung offenbar noch nicht reicht, als potentielle Gewalttäter und Anstifter, wie es der “Spiegel” in einem üblen Schmierenstück vorführt, das KenFM mit der Attacke auf ein ZDF-Produktionsteam bei der 1.Mai-Demo in Verbindung bringt. Weil, so die “Spiegel”-Rechercheure, KenFM würde sich ja mit diesem Produktionsteam das Studio teilen, hätte also von den geplanten Dreharbeiten gewußt.  Und ? That`s it! Was heißt:  unterste Denunziationsschublade,  Hetzjournalismus at it’s best! Zwar dreht Kollege Ken ja schon im Normalfall auf 180 und regt viele Leute  auf –  und seit Corona dreht er jetzt mit 250  im roten Bereich und zieht quasi als Corona-Rezo auf youtube Millionen an. Dass es bei diesen Drehzahlen bei den Fakten zu Aussetzern kommt, Zuspitzungen zu steil  werden und Kurzschlüssen verursachen, ist nahezu unvermeidlich… hier würde dem Motor des Garagensenders KenFM etwas weniger Bleifuß fraglos gut tun. Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass er von den Fake-News-Produzenten des Relotius-“Spiegel”  in Sachen haltlose Verschwörungstheorien weit unterboten wird.

Als ich 1999 mit  Robert Anton Wilson, dem kospirologischen Großmeister und Autor von “Illuminatus!”,  an der deutschen Ausgabe  des Lexikon der Verschwörungstheorie, arbeitete, sprachen wir auch darüber, wie er seine ersten Erfahrungen mit Verschwörungen gemacht hatte –  in der Friedensbewegung der  1960er Jahren und mit dem FBI-Programm CoIntel-Pro, das die Gruppen unterwanderte und mit Verdächtigungen und Gerüchten  spaltete: “Irgendwann gegen Ende der 60er hatte ich mich dann mehr oder weniger an den Gedanken gewöhnt, daß nahezu jeder, mit dem ich einmal politisch zusammengearbeitet hatte, ein Regierungsagent war. Anstatt nun paranoid zu werden, fand ich das eher ziemlich komisch.” Das fiel mir wieder ein als ich jetzt erfuhr, dass bei der Demo in Leipzig die Plakate mit den wirrsten, durchgeknalltesten Parolen von einem Trupp scheinbarer Autonomer stammten, der gleich nachdem alles von der ARD abgefilmt war, wieder verschwand. Solche Aktionen zur Spaltung und Kanalisierung von Protestbewegungen sind ebenso alte CoIntel-Pro-Schule wie die Denunziation und Kriminalisierung vermeintlicher “Rädelsführer”. Auch der Brandanschlag auf die Tontechnik-Lkws der Stuttgarter Corona-Demo passt da ins Bild.

Mit einem Ergebnis, dass laut Umfragen aktuell  85 Prozent der Bevölkerung mit den Corona-Maßnahmen weitgehend einverstanden sind, könnten die deutschen Konsens-Fabriken eigentlich äußerst zufrieden sein. Doch mit dem Geschrei um eine Großgefahr durch Verschwörungstheoretiker, dem “Wahn aus dem Internet” (FAZ), soll diese Quote aber offenbar noch in die Nähe in die Nähe von 99,5 % geknüppelt werden. Muss so schon im Vorfeld die absolute Deutungshoheit sichergestellt werden, um jede Kritik  an Immunitätsausweisen und ungeprüften Gen-Impfstoffen von vornehherein auszuschalten ?  Kann man noch von demokratischer Öffentlichkeit  und Meinungsfreiheit sprechen, wenn Widerspruch, Kritik und Dissidenz als “gefährlich”, “wahnsinnig” und “kriminell” gelten ? Oder nicht besser von einer “Kirche der Angst” in der eine Diskurspolizei Verstöße gegen den “wahren Glauben”  verfolgt und mit Ex-Kommunikation ahndet ?  Mittlerweile – nachdem Panzer-Uschi von der Leyen das EU-Pandemie-Kommando an Bill Gates   übertragen hat (“Thank you for the leadership, Bill”) – erfüllt es jedenfalls den  Tatbestand der Blasphemie wenn man darauf hinweist, dass noch vor kurzem in der “Zeit” , der ARD und anderswo ausführlich begründet wurde, warum man diesem Herrn nicht  die Kontrolle der Weltgesundheitsorganisation und Milliardären nicht die globale Agenda überlassen solle. Weil solche Hinweise mittlerweile als irre  “Corona-Mythen” gelten, hat der SWR seiner Doku von 2017 – Titel: “WHO am Bettelstab – Wo’s lang geht bestimmt Bill Gates” – dann auch schnell noch ein Link vorangestellt, zu einem neuen Beitrag aus dem wir erfahren, dass Onkel Bill natürlich schwer in Ordnung ist. Also Vorsicht, Kinder, und immer schön auf die Sendungen mit der Verschwörungsmaus achten: was euch heute noch  als solide Recherche und seriöse Berichterstattung verkauft wird, kann schon morgen gefährliche Verschwörungsideologie sein…

Zu hören auch als Podcast auf KenFM

Um die aktuelle Verschwörungsinflation geht es auch in der heute erschienenen  #45 des 3. Jahrtausends