3JT #68: ROTE LINIE 9/11

Auch 20 Jahre nach 9/11 dürfen Zweifel an dem offiziellen Märchen von Osama und 19 Teppichmessern als Alleintäter nicht geäußert werden.
Selbst fiktive Krimi-Hörspiele, die eine andere Geschichte erzählen, werden über Nacht aus dem Programm gestrichen. Wahrscheinlich deshalb, weil man daraus mehr erfährt als aus den jetzt freigegebenen FBI-Dokumenten zu 9/11. Was also sollen wir nicht erfahren? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #68 des 3. Jahrtausends.

Jenseits der roten Linie

Dass zum 9/11 Jahrestag eher seichter Krokodilstränen-Kitsch auf der Tagesordnung stand als ein realistischer Fakten-Check und eine Auseinandersetzung mit dem  “War On Terror” war keine Überraschung. Es hängt zuviel an der Ur-Mutter aller Fake News des 21. Jahrhunderts, dem Höhlenmärchen von Osama und den 19 Teppichmessern als Alleintätern, als dass Zweifel an diesem Narrativ zugelassen  werden dürfen. Sie mögen begründet, dokumentiert, nachvollziehbar und rational in jeder Hinsicht berechtigt sein – wer sie öffentlich äußert, überschreitet eine rote Linie. Bush’s “Mit uns oder mit den Terroristen!” gilt noch immer, 9/11 ist auch nach 20 Jahren ein “no go” für Kritik und Debatte. Weil die Zwickmühle der kognitiven Dissonanz, die sich da auftut,  die Öffentlichkeit nur verwirren könnte, muss verantwortungsethisch die fromme Lüge des “Great War On Terror” weiter verbreitet werden. Dass sie auf einem haarsträubenden Verschwörungsmärchen beruht ist nicht hinderlich, wenn die Penetrationshäufigkeit stimmt, mit der es über alle Kanäle verbreitet, geht es als Selbstverständlichkeit durch.
Dass über den Krieg in Afghanistan 20 Jahre lang  permanent die Unwahrheit verbreitet wurde, gilt zwar mittlerweile als unbestreitbare Tatsache, dass aber auch der Anfang und die Begründung des “Great War on Terror”auf einer großen Lüge beruhen… –  schon dieser Gedanken überschreitet die rote Linie, willkommen in der  Zone “frevelhafter Verschwörungstheorien” (G.W.Bush).

Einige alte Freunde raten mir ja seit Jahren, ich solle meine Zeit doch nicht weiter darauf verwenden, über diesen “Verschwörungskram” zu  schreiben – und ehrlich gesagt dachte ich schon so ähnlich, als im Juli 2002 “Verschwörungen,  Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9” fertig war, und ein Jahr später “Fakten,Fälschungen…” und auch 2011 nach dem Buch zum 10. Jahrestag und noch einem Thriller zwischendurch kam mir der Gedanke, dass es jetzt wirklich genug ist.
Ich war nach dem ersten Text am 13.9.2001 ja in keiner Weise davon ausgangen, dass dies der Start zu einem Marathon werden würde, der über zwei Jahrzehnte und mehr als 1500 Buchseiten gehen würde. Dass die Bücher sich gut verkauften und auch im Ausland auf Interesse  stießen war zwar ein Ansporn, an diesem Thema  weiter zu arbeiten, was mich aber eigentlich auf Trab hielt, war etwas anderes: das Realitätspuzzle von Merkwürdigkeiten, Ungereimtheiten, Widersprüchen und Fälschungen, das wir zusammengestellt hatten, schien zu einem realistischeren Abbild der Wirklichkeit zu kommen als das lückenhafte und zusammengestauchte Zerrbild, das die US-Regierung und ihre Lautsprecher in den Medien lieferten. Und das ja auch 2004 in seiner geglätteten und abgerundeten »Photoshop- Version« – dem Abschlussbericht der 9/11-Kommission – nicht glaubwürdiger wurde, denn die Aussagen des Kronzeugen zur Täterschaft Bin Ladens beruhten ausschließlich auf Folterprotokollen .

Stattdessen aber wurde unser  konspirologisches Provisorium ein ums andere Mal von den Nachrichten bestätigt: die gestern noch als “Verschwörungstheorie” denunzierte Analyse stellt sich heute als Verschwörungsrealität heraus. Und so konnte ich in meinem kleinen Rückblick auf zwanzig Jahre Mythos 9/11 und diese 1500 Seiten auch gar nichts finden, was einer wirklichen Korrektur, Zurücknahme oder gar Entschuldigung bedurft hätte – zumal dort Quellen und die hermeneutischen Schritte meiner Erkenntnisgewinne stets dargelegt und Irrtümer ausdrücklich vorbehalten werden. Eine “Wahrheit” über 9/11 wird nirgendwo verkündet, allein das offizielle Lügengebäude wird zum Einsturz gebracht und eine Reihe prominenter Verdächtiger ins Rampenlicht gestellt, ohne deren Mitwissen und Zutun dieser Massenmord nicht geschehen konnte.  Osama und seine 19 Teppichmesser indessen rücken mangels Beweisen weit nach hinten auf der Liste potentieller Täter, denn weder konnte er aus einer afghanischen Höhle diese Operation steuern, noch konnten die angeblichen Hijacker einen Boeing-Jet fliegen oder gar in kunstvoller Schleife mit 800 km/h Fullspeed das Pentagon in 3 Meter Höhe treffen.

Ob und wie ein solches Manöver  tatsächlich stattgefunden hat, können Journalisten und Historiker nicht ermitteln, das kann nur ein Gericht. Was sich aber aus dem öffentlich zugänglichen Material erschließt – sei es über die Flugkünste eines Hani Hanjour oder die schützende Hand verschiedener Geheimdienste über die späteren “Hijacker” oder über die bauphysikalische Singularität der WTC-Einstürze und und und – macht unverkennbar deutlich, dass die offizielle Geschichte des 11.September definitiv falsch ist. Und dass es sich dabei nicht um eine realitätsgerechte Beschreibung der Ereignisse handelt,  sondern um eine Verschwörungslegende, die auf wenigen  Indizien und Behauptungen aus Foltergeständnissen beruht, aber nicht auf  überprüfbaren Fakten. Weil das so offensichtlich ist,  muss jeder Zweifel an dieser Legende aus dem öffentlichen Diskurs verbannt werden, schon die simple Frage, warum ein Selbstmordattentäter sein Testament in den Koffer packt mit dem er sich dann in die Luft jagen will, führt in die verbotene Tabuzone der Skepsis. Wie sich die rote Linie nach zwei Jahrzehnten weiter zu Ungunsten des Sagbaren und zu Gunsten der inquisitorischen Exkommunikation von Kritik verschoben hat, darüber reden wir in der kommenden Folge des 3. Jahrtausend.

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Das Ende der Zukunft

Rüdiger Suchsland hat für Telepolis “Mythos 9/11” rezensiert:

(…)”Wenn man versuchen will, sich das vermeintlich Unerklärliche dieses Ereignisses doch zu erklären, ist die viele Teile umfassende “WTC Conspiracy”-Serie, die Mathias Bröckers seit dem 13.09.2001 auf Telepolis schrieb, nach wie vor eine großartige und unüberholte Quelle. Weiterentwickelt wird sie nur durch die Bücher des Autors. Zuletzt erschien Mythos 9/11. Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens – 20 Jahre danach.

Die Lektüre von Bröckers’ Buch ist mindestens sehr anregend, ein intellektuelles Vergnügen und eine notwendige Korrektur der allzu einfachen Narrative, die auch nach zwanzig Jahren zu 9/11 vorherrschen. Zu vielen einzelnen Fragen muss und kann man ausgehend von Bröckers weiter recherchieren und sich sein eigenes Urteil bilden. Das Buch ist im Grunde ein Kommentar zu seinem bisherigen Büchern vergleichbar hier mit Oliver Stones neuem Film über das Kennedy-Attentat 1963.

Es nützt den Kritikern des Autors nichts, dass sie Matthias Bröckers, den deutsche Mainstreammedien schon vor 20 Jahren als “Verschwörungstheoretiker” bezeichnet haben, neuerdings, seit etwa eineinhalb Jahren, “Verschwörungsideologe” nennen.

Denn die Fragen, die er stellt, und die Merkwürdigkeiten, die er konstatiert, bleiben. Zum Beispiel: Wie kam es zum Zusammenbruch der Hochhäuser, der ein in der Geschichte des Stahlbaus einzigartiges Phänomen war? Bisher gibt es dafür plausible Theorien, aber keine schlüssigen Belege.

Fehlende Daten, unzugängliche Zeugenbefragungen und Vorhörprotokolle

Es gibt eine Fülle von Details, die jedes für sich merkwürdig waren, in ihrer Summe aber deutlichen Anlass zu Zweifeln an der offiziellen Version des Ereignisablaufs geben, zumal diese Fakten im Abschlussbericht der US-Untersuchungskommission von 2009, dem “9/11 Commission Report”, konsequent ausgeblendet bleiben. Der Ausschuss habe alles, was nicht ins Bild passte, einfach ignoriert, Bröckers. Hinzukommt: Daten wurden vernichtet. Zeugenbefragungen und Vorhörprotokolle bleiben unzugänglich.

Bröckers stellt, wie auch Franziska Augstein schon vor Jahren in der SZ konstatierte, “gute Fragen”. Warum packt ein Attentäter sein Testament in einen Koffer, der in einem Flugzeug befördert werden soll, das ins World Trade Center fliegt? Oder: “Wie kann drei Monate nach der aus Ägypten kommenden Warnung vor einem Anschlag die logistische Meisterleistung gelingen, vier Flugzeuge gleichzeitig zu entführen?” Oder: “Passagiere konnten aus den Maschinen mit ihren Angehörigen telefonieren – aber das Militär, dessen globalem Schnüffelsystem kein Furz eines indischen Reisbauers entgeht, hat nichts mitbekommen?”

Wie kommt es, dass mehrere der von den USA namentlich identifizierten Attentäter in einem Rekrutierungsprogramm der CIA genannt wurden und dort als potentielle Spitzel auftauchen? Dass das der 9/11-Hauptverantwortliche, der saudische Millionärssohn Osama Bin Laden, 15 Jahre zuvor unter dem Namen “Tim Osman” CIA-Agent gewesen sein soll?

Medien schauten weg

Hart kritisiert der Autor die eigene Zunft:

“Die gesamte journalistische Branche schaute nach 9/11 einfach gar nicht hin oder sogar weg. Denn sonst hätte jedem zweiten Kollegen auffallen müssen, dass hier eine lupenreine, vor haarsträubenden Ungereimtheiten, unbewiesenen Behauptungen und irrsinnigen Zufällen nur so strotzende Verschwörungstheorie als offizielle Wahrheit entfaltet wurde.”

Er kämpft gegen den Spiegel und andere große Medien. Sie mussten ihre Märchen erzählen, damit ihr altes Weltbild von der freiheitlichen demokratischen Führungsmacht USA nicht zusammenbricht, so sieht es Mathias Bröckers. Er konstatiert eine “Zwickmühle der kognitiven Dissonanz”.

“Diffamierungsvokabel” und “Diskurskeule”: Verschwörungstheorie

Zu einer konzisen Verschwörungstheorie will Bröckers nicht kommen. Trotzdem wird ihm genau das vorgeworfen:

Wer Verschwörungen und Verschwörungstheorien erforschte, wurde konsequent mit seinem Forschungsgegenstand verwechselt und galt als übler Anstifter und Verbreiter derselben. Besonders taten sich mit Beschimpfungen und Verleumdungen die linksliberalen Medien hervor wie das ehemalige Nachrichtenmagazin Spiegel oder das ARD-Magazin Panorama sowie der ehemalige Investigativjournalist Hans Leyendecker, damals bei der Süddeutschen Zeitung.

Mathias Bröckers, Mythos 9/11

Im Spiegel wurde sein früheres Buch “als ‘September Lüge’ “konnotativ in die Ecke von Auschwitzlüge” gestellt, wie Bröckers schreibt. Er bezeichnet die Einwände seiner Gegner genau besehen als “recht primitive Standardeinwände von der Stange”, die gern gegen sogenannte Verschwörungstheorien erhoben würden, aber nur der persönlichen Diffamierung dienen.

Bröckers Ansatz lautet: “Ein Ausblenden von Verschwörungsrealität kann nicht zu brauchbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen über Verschwörungstheorie führen.”

Dabei versucht er sich an einer interessanten Pointe: Er nimmt gewissermaßen den Vorwurf seiner Kritiker, die “Diffamierungsvokabel” und “Diskurskeule”, auf und dreht ihn um. Verschwörungstheorie treffe eigentlich auf die Amerikaner zu. Bereits “am Morgen” des 11.September, noch bevor er von den Ereignissen in New York erfuhr, habe er Folgendes notiert:

“Verschwörungstheorien haben eine besondere Eigenschaft: Sie reduzieren Komplexität. Komplexe Ursachen von Ereignissen werden auf einen einfachen Sündenbock reduziert. Das macht sie zu einem idealen Werkzeug der Agitation und Propaganda.”

Was bleibt sind Auslassungen, Widersprüche und Fehler. “Es braucht ein monströses Ereignis, um einen monströsen Krieg zu erklären”, und so wurde der 9/11-Report zwar zu einem Rechtfertigungsprojekt für den Great War on Terror, “die monströsen Terroranschläge aber wurden darin nicht aufgeklärt”. Seine allgemeinen Definition und Arbeitshypothesen, mit denen er diesem Phänomen vor 20 Jahren auf die Spur kommen wollte, seien noch immer nicht überholt, so Bröckers. Sein Urteil ist klar: Freispruch aus Mangel an Beweisen. “Das Verbrechen des Jahrhunderts ist bis heute nicht aufgeklärt.”

Corona – das neue 9/11?

Gegen Ende seines neuen Buches spricht Bröckers dann auch Corona an. Die Pandemie verstärke den Eindruck, dass im Notfall durchregiert werden muss, keine langwierigen demokratischen Debatten geführt werden können, dass mit solchen Notstandsverordnungen starke Einschränkung der allgemeinen Grundrechte und Freiheiten verbunden sein können. Das verstehe sich “von selbst”, “gegen eine solche Außerkraftsetzung der Gewaltenteilung ist überhaupt nichts einzuwenden, solange eine Gefahrenlage gegeben ist”.

Im Zuge der Pandemie lasse sich aber ähnliches beobachten wie im Fall von 9/11: Mit dem “Phantomteufel Virus” könne noch viel mehr gemacht werden als mit Terrorakten. Die neuen Gesundheits- und Infektionsschutz-Verordnungen griffen auch sehr viel brachialer in die Grundrechte ein.

Mit der Pandemie hat die Desinfektion des Meinungsspektrums geradezu groteske Formen angenommen und wie die Rodelpolizei im Winter Kinder jagte, die mit dem Schlitten absurde Ausgangssperren ignorierten, wurde nun multimedial an hundertprozentiger Diskurshygiene gearbeitet … selbst leise Zweifel an der Pandemie-Politik und der Hinweis, dass es darauf ankommt, den Schaden auf ein Minimum zu reduzieren, wurde den missionierten Massen als lebensgefährlicher Verrat eingebläut. … Auf Fakten kommt es dabei, wie der 9/11-Report gezeigt hat, nicht wirklich an, sondern allein auf eine prosaische Erzählung, die autoritativ verkündet, massenhaft eingetrichtert und als Dogma betoniert wird.

Mathias Bröckers, Mythos 9/11

Und wer dies wieder als Verschwörungstheorie abtun möchte, dem sei das neue Buch von Umberto Eco (posthum erschienen) empfohlen: “Verschwörungen. Eine Suche nach Muster” von 2017.”

Erschienen auf Telepolis

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Wie ich zum Verschwörungstheoretiker wurde

 

 

 

 

 

Als der Kollege Tilman Jens vor zehn Jahren in einem Beitrag für das Kulturmagazin “titel, thesen,temperamente” unser Buch zum zehnten Jahrestag von 9/11 – jetzt wieder erschienen, als Teil drei der Trilogie “11.9. – 20 Jahre danach” – vorstellte und seine Rezension am Ende zusammenfasste:  »Dabei ist Bröckers Sündenregister der Versäumnisse und Widersprüche bei der Aufklärung des 11. September weder antiamerikanisch noch verschwörungstheoretisch. Der Autor konstruiert keine Antworten, sondern er besinnt sich einzig auf eine uralte journalistische Tugend: auf das Handwerk des gelegentlich unbotmäßigen Zweifels« – schlug die  FAZ umgehend Alarm. Das »skandalöse Versagen« der »Überwachungsinstanzen« der ARD wurde angeprangert,  die eine derartige »Hymne auf Verschwörungstheoretiker zu verantworten haben«, und schwere Geschütze aus der Jauchegrube gefeuert: »paranoide Pseudoenthüllungen«, »sektiererisch«, »Antisemitismus«, »Antiamerikanismus«, »Mein Kampf«, »Die Protokolle der Weisen von Zion«.  Argumente für diese Schmähungen wurden nicht angeführt und so schien die Forderung doch reichlich vermessen, dass es Journalisten nach gründlicher Recherche nicht mehr erlaubt sein sollte, Fragen zum Hergang des 11.9. zu formulieren, und wenn sie es doch tun, die »Überwachungsinstanzen« der ARD dafür zu sorgen haben, dass die Öffentlichkeit davon nichts erfährt. (Mehr dazu in Mythos 9/11)
Sie scheint aber auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein , was mir in den letzten Tagen eine Serie von Deja vú Erlebnissen bescherte. Schon im Frühjahr hatte eine TV-Produktion für eine ARD-Doku zum 11.9. wegen eines Interviews angefragt. Nachdem ich zuerst abgelehnt hatte, weil ich auf das erwartbare Framing als “Verschwörungstheoretiker” keine Lust hatte, wurde zugesichert, das allein die Dokumentation nur aus den unkommentierten O-Tönen der Protagonisten bestehen sollen. Ich sagte zu und gab im Mai ein längeres Interview. Als ich mich im August erkundigte, wann die Premiere des Films sein wird, erhielt ich die Nachricht, das meine Äußerungen “aus dramaturgischen Gründen” leider komplett geschnitten werden mußten.
Ebenfalls schon vor zwei Monaten hatte der WDR wegen einer Wiederholung des 2-stündigen Hörspiels “Das fünfte Flugzeug” angefragt, das Andreas von Westphlaen 2011 nach unserem Roman ins Szene gesetzt hatte. Es sollte am 2. und 9.September auf WDR1 laufen und am Vorabend hatte ich es hier noch angekündigt und die enstprechende Website verlinkt. Am nächsten Morgen aber war sie verschwunden und gegen 10.30 bekam ich eine Mail, das die Redaktion das Stück “leider” aus dem Programm genommen hätte. Wahrscheinlich haben die Experten der “Überwachungsinstanzen”  im letzten Moment geschnallt, dass hinter dem Roman und dem Pseudonym John S.Cooper zwei “Verschwörungstheoretiker” stecken…und das geht ja nun gar nicht.

Vor zwei Wochen nun kam eine Anfrage von Deutschlandfunk Kultur, ob ich für den 10.9. einen 4-Minuten-Kommentar unter dem Arbeitstitel “Wie ich zum Verschwörungstheoretiker” schreiben könnte.  Ich fragte den Kollegen, ob er wüßte, dass er sich damit Ärger einhandelt und dass ich vor 20 Jahren als Autor im ARD-Radio hingeschmissen hatte, weil eine Glosse über die Elefantenspuren in Mohamed Attas Koffer nicht sendbar war und selbst vorsichtige Zweifel an der offiziellen Geschichte öffentlich-rechtlich nicht geäußert werden konnten, weil schon diese Skepsis reichte, zum “Verschwörungstheoretiker” gestempelt zu werden, selbst wenn man gar keine alternativen Theorien verbreitete, sondern nur die Ungereimtheiten und Widersprüche der offiziellen Geschichte aufzeigte. Gerade das sei doch interessant, meinte der Kollege, darüber solle ich schreiben, was ich dann auch tat und Anfang der Woche ins DLF-Studio in Schöneberg ging und den Text einsprach. Ein harmloses, kreuzbraves 4-Minuten-Stück, wie wir dachten, doch die Rechnung ohne die Hierarchien gemacht hatten. Was folgte, war eine Posse, deren Nacherzählung ich mir spare, die aber für ein groteskes Theaterstück über die “Cancel Kultur” und chomsky-eske “Manufacturing Consent”-Medien durchaus geeignet wäre…sodass der für Freitag 7: 20 schon eingetaktete Kommentar noch in der Nacht entfernt und ausgetauscht werden mußte.
Hier nun für die Hörer*innen des Deutschlandradios exklusiv auf diesem Blog

Wie ich zum Verschwörungstheoretiker wurde

Von Mathias Bröckers

 

Als „Verschwörungstheoretiker“ ist man heutzutage ja nicht mehr einsam. Die Zuschreibungen zu dieser Klasse, Gruppe oder Glaubensgemeinschaft haben ein so inflationäres Ausmaß angenommen, dass Skeptiker und Kritikerinnen von Regierungs-Verlautbarungen umgehend Gefahr laufen, diesem Lager zugeschlagen zu werden.

Seinen Siegeszug im Zeichen der psychologischen Kriegsführung hat der Begriff „Verschwörungstheorie“ vor zwei Jahrzehnten angetreten, als George W. Bush im Oktober 2001 vor der UN-Vollversammlung sagte: „Wir müssen die Wahrheit über den Terror aussprechen. Lasst uns niemals frevelhafte Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit dem 11. September tolerieren, boshafte Lügen, die bezwecken, die Schuld von den Terroristen abzulenken, weg von den Schuldigen.“

Zu diesem Zeitpunkt war die „Wahrheit“ über den Terror allerdings noch unbekannt, nicht einmal die Identitäten der 19 »Hijacker« waren geklärt, geschweige denn die Frage, wie sie mit zwei Flugzeugen drei Wolkenkratzer pulverisieren konnten. Die Bush-Regierung hatte bekanntlich die Einsetzung einer staatlichen Untersuchungskommission über ein Jahr lang verweigert und stattdessen den »War on Terror« ausgerufen. Unter der Parole „Mit uns oder mit den Terroristen“. Wer da noch Fragen stellte, war auf der Seite der »Terroristen« – als „boshafter Lügner“ und „frevelhafter Verschwörungstheoretiker“.

Weil ich schon Monate vor dem 11. September 2001 damit angefangen hatte, ein Buch über Verschwörungen und Verschwörungstheorien zu schreiben, notierte ich mir am Morgen, dass diese oft benutzt werden, um komplexe Ereignisse auf eine einzige Ursache zu reduzieren. Und wunderte mich dann t, dass, als die WTC-Türme noch nicht einmal eingestürzt waren, schon Osama Bin Laden als Hauptverdächtiger genannt wurde und am nächsten Tag als Täter quasi feststand. Meine für extreme Komplexitiätsreduktion sensibilisierte Optik schlug aber spätestens dann Alarm, als in dem hängengebliebenen Koffer des angeblichen Rädelsführers von 911, Mohamed Atta, ein Koran-Gebetbuch sowie sein Testament gefunden wurden. Wie es der Zufall dann auch noch wollte, fand sich in einem Mietwagen seiner Kameraden ein Zettel mit der Handynummer von niemand anderem als – Osama Bin Laden. Mich beschlich das Gefühl, dass hier gerade ein hochkomplexes Ereignis auf einen simplen Sündenbock reduziert wurde. Ich wunderte mich: Haben wir es nicht nur mit einem live übertragenen Verbrechen, sondern auch mit dem medialen »Making-of« einer Verschwörungstheorie zu tun?

Nach George Bushs Diktum war zwar schon eine solche Frage frevelhaft, ich aber kam mir vor wie ein Paläontologe, der historische Fußbadrücke von Dinosauriern untersucht und seinen Forschungsgegenstand plötzlich live in der freien Wildbahn erlebt. Dass die großen Medien von dieser Beobachtung nichts wissen wollten, schaffte für mich die Ungereimtheiten und Widersprüche der offiziellen Version dieses Terroranschlages nicht aus der Welt. Und diese Fragezeichen verschwanden auch nicht nach dem 2004 vorgelegten „9/11-Report“ der offiziellen Untersuchungskommission, dessen Kronzeuge, Khalid Scheich Mohamed, in Guantanamo für seine Aussagen 182-mal dem „Waterboarding“ unterzogen wurde. Kein Gericht der Welt hätte solche Foltergeständnisse als Beweis akzeptieren können – doch vor einem ordentlichen Gericht mit einem rechtsstaatlichen Verfahren wurde diese Anklage bis heute nie verhandelt. Das Urteil war ja auch ohnehin längst gesprochen und lautete: „War On Terror“, Krieg gegen Afghanistan.

Es war eher ein Zufall, dass meine für Verschwörungstheorien sensibilisierte Perspektive an diesem 11. September 2001 schnell meine Zweifel an der offiziellen Darstellung der Ereignisse geweckt hatte. In der Folge machten meine weiteren Recherchen zahlreiche Widersprüche und Ungereimtheiten an der offiziellen Version von 9/11 deutlich. Das Herausarbeiten der vielen Merkwürdigkeiten hat mir zwar das schwer ablösbare Etikett „Verschwörungstheoretiker“ eingebracht, wie jedoch in meinen drei Büchern zu 9/11 leicht nachprüfbar ist, habe ich zwar die Lücken und Lügen der offiziellen Legende dargelegt, selbst aber nie eine Theorie über die Hintermänner, geschweige denn eine Verschwörungstheorie, aufgestellt. Denn die Wahrheit über den 11.September kenne ich nicht, und kein Journalist und kein Historiker kann sie ermitteln, das kann nur ein ordentliches Gericht, das Zeugen vorladen und die Freigabe von geheim gehaltenen Dokumenten erzwingen kann. Deshalb kann es zum 20. Jahrestag nur eine Forderung geben, die Neu-Untersuchung des Verbrechens: Re-Investigate 9/11!

Die Akte Khalid Al-Midhar

Mathias Bröckers / AndreasHauß / Christian C. Walther: 11.09. – 20 Jahre danach. Einsturz einer Legende. Westendverlag, 1182 Seiten. 18 Euro.

Präsident Joe Biden hat Ende letzter Woche eine “executive order” erlassen, nach der im Zusammenhang mit 9/11 weitere Dokumente über die Verbindungen zwischen Saudi-Arabien und den vermeintlichen “Hijackern” offengelegt werden sollen. Da sowohl die Bush-Regierung wie auch seine Nachfolger Obama und Trump die Freigabe von Dokumenten dazu abgelehnt hatten – zuletzt hatte Trumps Justizminister Barr aus Gründen der “nationalen Sicherheit” ein Veto eingelegt – bleibt abzuwarten, ob Joe Bidens Erlaß nun wirklich praktische Folgen hat.  Und es  dann Opferangehörigen möglich wird, vor einem US-Gericht Klage gegen das saudische Königreich wegen Beihilfe zu den 9/11-Anschlägen einzureichen. Falls es wirklich dazu kommen sollte – und es dem amtierenden König und Knochensäger Bin Salman nicht gelingt, die Kläger mit vielen Millionen ruhig zu stellen – würde das freilich ein Fass ohne Boden bzw. eine Büchse der Pandora öffnen. Denn es müsste deutlich werden, dass eine solche saudische “Beihilfe” gar nicht möglich gewesen wäre ohne die schützende Hand der CIA über dem gesamten Projekt. Wie letztere bei dem angeblichen “Cheflogistiker” der Anschläge, Khalid Al-Midhar am Werke war, haben wir 2011 beschrieben. Es ist jetzt im 3.Akt der 9/11-Trilogie (Seite 873 ff.) noch einmal nachzulesen und sollte klar machen, dass eine saudische “Beihilfe” nur sehr schwer als separates Ermittlungsverfahren zu führen sein wird. Hier ein Auszug:

Fassen wir die Akte Khalid Al-Midhar noch einmal kurz zusammen: Seit 1998 wurde das Haus seines Schwiegervaters im Jemen observiert, in dem er ein und aus ging; 1999 wurde er von Omar Al-Bayoumi in Kalifornien empfangen, einem Saudi mit Geheimdienstverbindungen (von dem der Commission Report verharmlosend vermerkt, er sei ein »unwahrscheinlicher Kandidat für klandestine Beziehungen mit islamistischen Extremisten«); im Januar 2000 nahm er an einem Al-Qaida-Planungstreffen in Kuala Lumpur teil, das vom malaysischen Geheimdienst auf Video aufgezeichnet und den US-Behörden übermittelt wurde; er und seine »Studien«-Kollegen in San Diego erhielten über ihren Mentor monatliche Schecks von der Frau des saudischen US-Botschafters Prinz Bandar; im September 2000 nahmen Al-Midhar und Al-Hazmi eine neue Wohnung in San Diego, im Haus des FBI-Informanten Abdussattar Shaikh. Danach reiste Al-Midhar in den Jemen, wo im Oktober 2000 der Anschlag auf das US-Schlachtschiff Cole erfolgte, für den sowohl Gäste des safehouse seines Schwiegervaters als auch Teilnehmer des Malaysia-Treffens verdächtigt wurden. Zum selben Zeitpunkt wurde der oberste Terroristenjäger des FBI, John O’Neill, davon abgehalten, im Jemen zu ermitteln, und erhielt von Bushs Botschafterin Barbara Bondine Einreiseverbot. Stattdessen wurde Khalid Al-Midhar im Juni 2001 ein frisches Einreisevisum für die USA erteilt.

Der unermüdliche Al-Qaida-Jäger John O’Neill indessen trat frustriert von seinem Amt zurück, und kaum hatte er Ende August sein Büro verlassen, setzte die CIA Khalid Al-Midhar auf die Watchlist für die Zuwanderungs- und Einreisebehörde (INS) und die Polizei. In diesem Eintrag wird er als »gefährlich und bewaffnet« bezeichnet, als je- mand, der einer genauen Überprüfung (»secondary inspection«) zu unterziehen ist. Am 4. September widerrief das State Department sein gültiges Visum wegen »Beteiligung an terroristischen Aktivitäten«, am 5. September wurde dieser Widerruf in die INS-Watchlist eingetragen. Erst eine knappe Woche vor den Anschlägen also wurde der spätestens seit 1998 der CIA als militanter Islamist bekannte Khalid Al-Midhar, der bei einem FBI-Informanten zur Untermiete wohnte, zur Fahndung ausgeschrieben. Allerdings nicht wirklich, wie aus einem kaum beachteten Staff-Report der 9/11-Commission hervorgeht, der vier Wochen nach dem Abschlussbericht veröffentlicht wurde. Denn der Eintrag in die INS-Liste vom 5. September 2001, dass sein Visum widerrufen worden sei, war mit der Anweisung versehen, dass Al-Midhar nicht verhaftet werden solle, da das State Department ihn »als möglichen Zeugen in einer FBI-Untersuchung« identifiziert habe. Eine schützende Hand (→ Kap. 17) gewährte den späteren »Hijackern« also auch in den letzten Tagen noch immer freies Geleit – und ermöglichte es Kahlid Al-Midhar, seine Rolle als »Logistiker« (Spiegel) des 11.9. zu Ende zu spielen.

Wir unterdessen fragen uns, ob die Logistik und die Verbindungen des Khalid Al-Midhar nicht sehr stark darauf hindeuten, dass es sich bei ihm um ein »Asset«, einen »IM«, einen Agenten handelte, der in den USA tun und lassen konnte, was er wollte, weil er im Auftrag eines Geheimdiensts unterwegs war. Der zwar auf der Watchlist der CIA stand, weil er engste Verbindungen zu einem Al-Qaida- Nest im Jemen unterhielt, der aber von den saudischen Royals alimentiert und von saudischen Agenten umsorgt wurde und der bei einem FBI-Mitarbeiter zur Untermiete wohnte – kein einsamer Terrorist under cover im Feindesland, sondern ein Agent mit besten Kontakten.

Der Autor Lawrence Wright sprach mit einigen der Beamten der FBI-Einheit I-49, die für Al-Midhar und Al- Hazmi zuständig gewesen wäre, hätte sie denn von seiner Rolle erfahren. Dass sie davon nicht erfuhren, so glaubt »mindestens die Hälfte der Jungs im Büro«, hatte damit zu tun, »dass die CIA Al-Midhar und Al-Hazmi schützte, weil sie hoffte, die beiden zu rekrutieren«. Oder, können wir hinzufügen, dass die CIA sie im Joint Venture mit den saudischen Kollegen schon rekrutiert hatte als V-Männer (oder Agents Provocateurs?) in der »Logistikzentrale« von Al-Qaida …” (…)

Aus:

Mathias Bröckers / Andreas Hauß / Christian C. Walther, .: 11.09. – 20 Jahre danach. Einsturz einer Legende. Westendverlag, 1182 Seiten. 18 Euro.

Covid 19/11

Da hat sie mal wieder genau  den Punkt getroffen, die gescheite Lisa Simpson. Der “Off Guardian” hat gerade eine Podcast-Serie über die verflochtenen Narrative gestartet: Covid 19/11.  In “Mythos  9/11”, meiner kleinen Bilanz von 20 Jahren Terrorlüge und Krieg, ist mir diese Analogie auch schon augefallen. Hier ein Auszug daraus:

“Mit der Pandemie hat die Desinfektion des Meinungsspektrums geradezu groteske Formen angenommen und wie die Rodelpolizei im Winter Kinder jagte, die mit dem Schlitten absurde Ausgangssperren ignorierten, wurde nun multimedial an 100-prozentiger Diskurshygiene gearbeitet. Wer die Unfehlbarkeit der neuen Dreifaltigkeit aus Regierung, Robert Koch-Institut und Professor Drosten bezweifelte und ihre Behauptungen und Maßnahmen in Frage stellte, musste umgehend mit Sanktionen rechnen, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch am Arbeitsplatz und privat. Die erzeugte Panik vor dem unsichtbaren Schrecken, von dessen Existenz die Weltöffentlichkeit ohne PCR-Tests nie erfahren hätte und dessen Tödlichkeit dann je nach Region als normale oder schwere Grippewelle in die globale Sterbestatistik eingegangen wäre, übertraf die Angst vor dem Terror nach dem sichtbaren Schrecken von 9/11 bei Weitem. Und entsprechend auch die Bereitschaft, als Antwort und Lösung dieser apokalyptischen Bedrohung sofort in einen Krieg, nunmehr »gegen das Virus« zu ziehen.

Doch eine solche  desinfektionistische Kriegshaltung, ein »Krieg gegen Viren«, ist noch absurder als ein »Krieg gegen Terror«. Als Nicht-Lebewesen haben Viren und ihre Informationen ganz entscheidend zur Entwicklung höherer Lebewesen beigetragen. Als frei umherschweifende Informationseinheiten und Meister der Mutationen gehören sie seit 3,5 Milliarden Jahren dazu und sind für das Leben auf der Erde ebenso unverzichtbar wie die Bakterien. Das erste Biomolekül – die Ribonukleinsäure (RNA) – wurde von seinen Entdeckern »viroid« genannt, weshalb es keine haltlose Spekulation ist, die Viren als den Ursprung des Lebens und der Evolution anzusehen. Sie sind, wie die Virenforscherin Karin Mölling 2015 ihr Buch genannt hat, eine »Supermacht des Lebens«. Wer dagegen mit Frühwarnsystemen, Dauer-»Testemie« und Impf- Abos angehen will, begeht einen ähnlichen Fehler im Zeitraffer, wie er über Jahrzehnte mit der massenhaften Anwendung von Antibiotika begangen wurde, der lebensgefährliche »multiresistente« Keime geschaffen hat, an denen sehr viele Menschen sterben. Da Viren als Verwandlungsweltmeister noch viel schneller mutieren als Bakterien, ist es wie beim Rennen zwischen Hase und Igel sinnlos, dagegen mit globalen Impfaktionen vorzugehen. Das Einzige, was gegen die Supermacht der Viren ankommen kann, sind intakte, intelligente Immunsysteme.

Doch selbst leise Zweifel an der Pandemie-Politik und der Hinweis, dass es darauf ankommt, den Schaden, den »Sars Cov-2« anrichtet, auf ein Minimum zu reduzieren, und dass die Therapie niemals mehr Schaden anrichten sollte als die Krankheit selbst – jede Infragestellung der drakonischen Maßnahmen der Kriegsführung wurde den durch gleichgeschaltete Wachturm-Medien zu verängstigten »Zeugen Coronas« missionierten Massen als lebensgefährlicher Verrat eingebläut. Auf andere Wissenschaftler als auf die Titanen der Drostology-Sekte zu hören, die über die Volksempfänger zwar nicht mehr vorkamen, auf »Feindsendern« im Internet aber trotz der Silicon-Valley-Stasi noch erreichbar blieben, war fortan verboten. Auch wenn die Pandemie so überraschend kam wie die Attacken des 11. September, die »Wahrheit« wurde dann sehr schnell aufgedeckt und steht seitdem unverrückbar fest: ein tödliches Killervirus, dem nur mit Krieg (Maskenzwang/Lockdown, Versammlungsverbot/Ausgangssperren et cetera) begegnet werden kann, bis die Bevölkerung durchgeimpft ist und sich dann auch regelmäßig ein Update spritzen lässt. Und selbst wenn »Sars-Cov-2« eher harmlos ist, weil 99,9 Prozent der Bevölkerung eine Infektion überleben, sollten wir uns nicht in Sicherheit wiegen, sondern das jetzt als »gute Übung« nehmen, meint Bill Gates, »für Pandemie 2«. Geübt hatten bisher nur die Johns-Hopkins-Universität und das »Word Economic Forum«. Sie haben 2017 und 2019 die Pandemie schon einmal durchgespielt, inklusive »Aufstandsbekämpfung« in den Echokammern der Medien – und jetzt üben alle, willkommen in der neuen Normalität. Willkommen in der schönen neuen Welt, in der uns Pandemien wie diese nichts mehr anhaben können, weil wir eine »mega-diagnostische Plattform« haben und dann »jede Woche bis zu 20 Prozent der Weltbevölkerung testen«. Und wer, wenn nicht Bill, kann das schaffen?”

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11.9. – Einsturz einer Legende

Als Fotograf  in der Halle der Spiegel  muß ich noch üben, was aber in der “hall of mirrors” der CIA im Zusammenhang mit 9/11 so los war, läßt sich jetzt auf 1182 Seiten noch einmal genau und mit Tiefenschärfe nachlesen. Die 9/11-Trilogie enthält die unveränderten Nachdrucke von “Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.” (2002), “Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9.” (2003) und “11.9. – Zehn Jahre danach” (2011). Hier ein kurzer Auszug aus dem Vorwort zur Neuausgabe:

Das Verbrechen des Jahrhunderts – die Terroranschläge des 11.9.2001 in New York und Washington – ist bis heute nicht wirklich ermittelt und aufgeklärt. Dass und warum das so ist, zeigen die drei »Akte« der vorliegenden Trilogie, die in den Jahren 2002, 2003 und 2011 entstanden sind und den Prozess der (Nicht-)Ermittlung und der (Nicht-) Aufklärung dieses Massenmords dokumentiert haben. Sie erscheinen hier ungekürzt, unverändert und unkommentiert noch einmal. Mit allen Fehleinschätzungen, aber auch mit all den Fakten und Informationen, die in der offiziellen Darstellung vom ersten Tag an unterdrückt und ausgeblendet wurden. Die aber gleichwohl jedem ordentlichen Kriminalisten oder auch Journalisten, der den Tätern und Hintermännern dieses Massenmords wirklich auf die Spur kommen will, hätten auffallen und zu denken geben müssen. Was sie aber merkwürdigerweise fast nie taten. Wenn sie doch auffielen, kamen sie nicht an den Torwächtern in den Chefredaktionen vorbei. Angesichts des weltweit live übertragenen Horrors der Anschläge, der umgehenden Schuldzuweisung und der Ausrufung des »War on Terror« waren die Medien in Schockstarre verfal- len und zu Stenografen der US-Regierung mutiert. Sie verbreiteten als unbestreitbare Tatsach das unbewiesene Verschwörungsmärchen von 19 »Hijackern« mit Teppichmessern, die angeleitet von Osama Bin Laden aus einer afghanischen Höhle, allein für diese Tat verantwortlich gewesen sein sollen.

Dass diese Legende Lücken, Löcher und Ungereimtheiten ohne Ende aufwies, war von Beginn an offensichtlich, und ich ging nicht davon aus, dass sich die investigativen, kritischen Kollegen in den Redaktionen derart blind und taub stellen könnten, wie sie es dann taten und bis heute weitgehend tun. Sonst wären diese Bücher niemals entstanden, sonst wären sie nicht bis im fernen Indonesien und in vielen weiteren Ländern übersetzt worden und sonst gäbe es keinen Grund, sie zum 20. Jahrestag noch einmal aufzulegen. Nicht weil sie, wie mir permanent vorgeworfen wurde und wird, »Verschwörungstheorien« verbreiten, sondern weil sie belegen, dass der »9/11-Report«, die offizielle Version der Ereignisse, nichts anderes als eine unbewiesene Verschwörungstheorie ist, die mit der Wahrheit des 11. September 2001 wenig zu tun hat.

Diese Wahrheit kenne auch ich nicht und kann sie auch nicht ermitteln, weil Journalisten und Buchautoren keine Zeugen vorladen, keine beeidigten Aussagen und keine Freigabe von Dokumenten erzwingen können, das kann nur ein Staatsanwalt oder ein Gericht. Mir und meinen Kollegen, Andreas Hauß (Teil 2) und Christian C. Walther (Teil 3), stand nur öffentlich zugängliches Material zur Verfügung, aber schon das reicht für den Nachweis, dass es sich bei der offiziellen Version nicht »vielleicht«, nicht »wahrscheinlich«, sondern definitiv um eine große Lüge handelt, vollkommen aus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, dokumentieren die folgenden 1 000 Seiten und sie zeigen auch, dass Skepsis und Zweifel an der Darstellung und Deutung der Ereignisse nicht erst im Nachhinein, sondern schon vom ersten Tag an angebracht waren.

(…)Doch die Schockstarre der Medien hielt an, sie schauten einfach nicht hin und waren was 9/11 betrifft von einer Einheitlichkeit geprägt, die an finsterste Zeiten der Gleichschaltung erinnerte. Ende der 1970er-Jahre, im »Deutschen Herbst«, hatte ich mich nach dem Studium wegen eines ähnlichen Gefühls der Gruppe angeschlossen, die gerade eine neue, unabhängige Tageszeitung zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten – die taz – gründete und dort dann zwölf Jahre als Redakteur gearbeitet. Später war ich in verschiedenen Funktionen auch für andere Zeitungen, Radiosender und Verlage tätig, sodass ich mir eine gewisse Kenntnis darüber zutraute, was Journalismus ist und welche Rolle ihm in demokratischen Gesellschaften zukommt. Doch das, was sich nach 9/11 in den Medien abspielte, hatte mit Journalismus, wie ich in verstand und gelernt hatte, absolut nichts mehr zu tun. Die Wahrheit wurde nicht ermittelt, sondern verkündet, der Sündenbock war nach einem Tag gefunden und die Antwort darauf lautete Krieg. »Mit uns oder mit den Terroristen!« hatte George W. Bush deklariert und die Medien reihten sich ein: Die »freie Presse«, die Wachhunde der Demokratie, mutierten über Nacht zu Lautsprechern der US-Regierung. Sie reagierten auf Gegenstimmen genauso, wie es die CIA ihren Pressekontakten 1967 für Kritiker der offiziellen Einzeltäter- Version des Kennedy-Mords geraten und George W. Bush noch einmal bekräftigt hatte: Sie wurden als »frevelhafte Verschwörungstheoretiker« und boshafte Lügner durchs mediale Dorf getrieben.

Darüber, wie diese Jagd lief und seit 20 Jahren läuft, habe ich in dem Mythos 9/11 (Westend Verlag, 2021) berichtet; im Folgenden können Sie alle die verbotenen Zau- bersprüche, geheimen Beschwörungen und magischen Botschaften lesen, die diese Inquisition auslösten. Dass diese unbotmäßigen Mitteilungen mit hunderten seriöser Quellen belegt sind, dass die Leserschaft alle unerhörten Behauptungen sofort selbst überprüfen und feststellen konnte, dass es sich hier keineswegs um illusionäre Zau- berei und spektakuläre Spekulationen, sondern um ernstzunehmende Hintergründe und harte Fakten handelte, die von den Großmedien einfach ausgeblendet worden waren – eben dies brachte die Großdeuter der Wirklichkeit besonders in Rage. Und bringt es immer noch, denn 9/11 ist das große Tabu des 21. Jahrhunderts, ein Dogma, an dem nicht gerüttelt werden darf. Weil sonst ein ganzes Lügengebäude einstürzt. Und damit die Begründung und Rechtfertigung für einen nicht endenden Krieg, der schon über 800 000 Menschenleben gekostet hat, und ohne die der »War on Terror« als das erkennbar wird, was er in Wahrheit ist: ein mörderisches imperialistisches Verbrechen von monströsem Ausmaß. (…)

Mathias Bröckers / AndreasHauß / Christian C. Walther, .: 11.09. – 20 Jahre danach. Einsturz einer Legende. Westendverlag, 1182 Seiten. 18 Euro.

3 JT #67: G – G – Geht`s noch?

Auf der ganzen Welt werden Corona-Maßnahmen heruntergefahren. Auf der ganzen Welt? Nein – denn ein kleines Land unbeugsamer Teutonen hört nicht auf, der Vernunft Widerstand zu leisten. Außerdem: In Afghanistan sind die Taliban jetzt eine der bestausgerüsteten Armeen der Welt – dank der Waffen, die die Amerikaner ihnen hinterlassen haben. Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #67 des 3. Jahrtausends. Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier.