Kohorte Tattergreis meets Generation Quasselstrippe

Dass “Sleepy Joe” Biden, wie Donald Trump seinen Konkurrenten nannte, gern mal die Wochentage verwechselt und manchmal nicht weiß, ob er gerade in Oregon oder in Ohio spricht, wurde ja schon öfter als Anzeichen für eine altersbedingte Demenz des US-Präsidenten gesehen. Da er ohne Teleprompter bis dato nur bei seltenen Pressekonferenzen frei geredet hat, ließ sich diese Diagnose nur schwer beurteilen. Was Joe Biden indes nach dem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Genf vergangene Woche äußerte, muß ernsthaft zu denken geben. Über den dramatisch fortgeschrittenen Grad der Bidenschen Hirnerweichung oder über die ungenierte Dreistigkeit seiner Lügen. Auf die Frage eines Journalisten, welche Reaktionen auf Putin die USA planten, sagte er: “Wie wäre es, wenn der Rest der Welt die direkte Einmischung der USA in die Wahlen anderer Länder sehen würden und jeder wüßte es ? Wie wäre es, wenn wir Aktivitäten betreiben würden wie er sie betreibt? Das schädigt das Ansehen eines Landes.”

Dass  Biden sich mit diesem Versuch, elegant mit rhetorischen Fragen zu antworten,  einen Volltreffer ins Knie verabreicht hat, musste selbst sein Haussender NBC anmerken, denn seit dem 2. Weltkrieg tun die USA praktisch nichts anderes und dem Rest der Welt sind diese “Einmischungen” durchaus bekannt – die zahlreichen Morde an Staatsoberhäuptern und unbotmäßigen Politikern ebensowie  die von den USA in 37 Ländern geführten oder angezettelten Kriege, die 20 Millionen Menschen das Leben kosteten.

Weil Biden in seiner langen Amtszeit als Senator und Vizepräsident allen diesen “Interventionen” und Kriegen zugestimmt hat und als politischer Vollprofi weiß, dass man keine sofort widerlegbaren Behauptungen aufstellen darf, bleibt für sein  Statement eigentlich nur die Erklärung, dass er das alles- sowohl seine persönliche Geschichte wie auch die seines Landes – nicht mehr auf dem Schirm und schlicht vergessen hat. Und ganz in der Phantasiewelt des bizarren Russiagate-Märchens lebt, das die Medien und seine Berater ihm seit fünf Jahren eingetrichert haben und in dem der “Ultraböse-dessen-Namen-man dauernd-nennt” mit magischen Fähigkeiten der guten Königin Hillary die Wahl gestohlen und  den irren Donald auf den Thron gebracht hat. Nur auf dem Hintergrund dieses Humbugs, den Biden offenbar tief verinnerlicht hat, kann man verstehen, warum er altväterlich lächelnd derartigen Schwachsinn von sich geben kann. Zwar in  demagogischer Absicht, aber weniger als dreister Propagandalügner, sondern eher als akuter medizinscher Fall.

Auch die weltberühmte Völkerrechtlerin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat mittlerweile gezeigt, dass sie als gelernte Trampolinspringerin dem geschichtsvergessenen US-Präsdidenten in Sachen Textsicherheit durchaus schon auf Augenhöhe begegnen kann – Kohorte Tattergreis meets Generation Quasselstrippe. Dass die grüne Kanzlerette mit ihrem gepimpten Lebenslauf und wirrem Gequassel auf Kosten der “Steuerinnenzahler” die guten Umfragewerte ihrer Partei  schnurstracks ruiniert hatte, wurde indessen nicht ihrer Mitgliedschaft in der Fraktion “Kein Ahnung aber davon reichlich” zugeschrieben. Und auch nicht der Geschichtsklitterung, auf den Schultern ihres Wehrmachts-Opas und Joschka Fischers an der Odergrenze  “Frieden und Freundschaft”  zu schaffen, sondern: „Annalena und wir werden nicht mehr nur national, sondern auch durch Putin und seine Geheimdienste (…) angegriffen, die im Internet Schmutzkampagnen gegen sie und uns Grüne fahren“ so der transatlantische Bonusmeilen-Experte Cem Özdemir. “Um die Grünen in der Regierung zu verhindern, ist dem Kreml jedes Mittel zuzutrauen. Ich kann allen Demokratinnen und Demokraten nur raten, sich nicht an Putins schmutziger Kampagne zu beteiligen”. Also damit das klar ist: wer nicht für sie ist, ist für den Iwan und  falls Annalena den Hopser ins Kanzerlinnenamt nicht schafft, steckt garantiert das “russische Regime” (Baerbock) mit seinen unsichtbaren Hackern dahinter, die ihren Teleprompter manipuliert haben. Was  böse Worte über die Kandidatin betrifft ist somit Zurückhaltung geboten. Den Rest
 wird sie selbst erledigen, wie Sleepy Joe muß man sie nur quatschen lassen. Und sich ansonsten mit der Weisheit der großen Volksschauspielerin Heidi Kabel abfinden, die als Wahrsagerin den kometenhaften Aufstieg dieser großen Völkerrechtlerin irgendwie schon vorhergesehen hat…

 

3JT #63: Frankenstein-Virus?

Ein Jahr lang galt es als Verschwörungstheorie – inzwischen mehren sich die Hinweise, dass das Virus künstlich geschaffen wurde. Was steckt dahinter?  Außerdem: Die erzwungene Landung des weißrussischen Regierungskritikers Protasewitsch in Minsk lief anders ab als berichtet. …und die USA schließen eine außerirdische Herkunft der UFOs nicht aus. Na sowas. Über all das und mehr reden die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #63 des 3. Jahrtausends!

Die Frankenstein-Viren aus der “Eco-Health”-Hexenküche

Vor mehr als einem Jahr, nachdem der Nobelpreisträger Luc Montagnier auf offenbar künstliche eingefügte Gen-Abschnitte in der DNA des  SARS-Cov-2 hingewiesen hatte,  schrieb ich einen Artikel über die “Gain of Function”-Forschung in Wuhan und in den USA, bei der an harmlosen Coronaviren genetisch herumgeschraubt wurde, um sie “scharf” zu machen. Zu diesem Zeitpunkt, im April 2020, galt es als absolut ungehörig, auf einen nicht-natürlichen Ursprung des Virus zu verweisen, “Le Monde” fuhr sofort schwerstes Diffamierungsgeschütz gegen Montagnier auf und stellte den 88-jährigen Entdecker des AIDS-Virus wegen seiner Bemerkungen in eine Reihe mit Nobelpreisträgern, die zum Rassismus oder Faschismus übergelaufen seien. Wenn selbst weltberühmte Experten derart abgekanzelt werden, ist es keine Überraschung, dass auch die Informationen und Links in diesem Artikel von den Großmedien vollkommen ignoriert wurden, auch wenn ihre Brisanz offensichtlich war. Sie belegten nämlich, dass die seit 2008 betriebene und von der Obama-Regierung 2014 wegen ihrer Gefährlichkeit nicht weiter finanzierte “Gain of Function”-Forschung unter der Hand weiter betrieben und nach Wuhan ausgelagert wurde. Statt mit direkten Zahlungen der US-Gesundheitsbehörde  wurden die Versuche, wie man Fledermausviren für Menschen ansteckend machen kann, nun über die  eine NGO namens “Eco Health Alliance” bezahlt, die  ihrerseits aus Bundesmitteln, von der Pharamindustrie und der Bill&Melinda Gates-Stiftung finanziert wird. Da die Pseudo-Philantrophie des Oligarchen Gates unantastbar ist, machte diese merkwürdige Allianz zur Erschaffung von Hybrid-Versionen von Fledermausviren keine großen Schlagzeilen – und würde es bis heute nicht, wäre nicht Anthony Fauci, Chef des National Institutes of Health (NIH) und oberster Virenjäger der USA, davon gerade schwer ins Stolpern gebracht worden.

Seine aufgrund einer “Freedom of Information Act”-Forderung veröffentlichten offiziellen emails zeigen nämlich, dass sein Institut das Moratorium der Erschaffung solcher Frankenstein-Viren 2017 aufhob und die Fortsetzung der Forschung in Wuhan mit 3,7 Millionen Dollar über das “Eco Health Institut” finanzierte. Darüber lies Dr.Amerika aber nie  ein Sterbenswort verlauten, behauptete stets eine natürliche Übertragung des Virus und betonte noch Anfang Mai vor dem Senat, dass sein NIH  “niemals und auch nicht jetzt  “Gain of Function”-Forschung im Institut der Viriologie in Wuhan” gemacht hätte. Was der Wahrheit nur insofern entspricht, als das NIH nicht direkt involviert war, sondern die Forschung nur absegnete und über die “Eco Health Alliance” finanzierte und durchführen lies. Deren Präsident Peter Daszak bedankte sich  dann auch per mail bei Fauci, dass er “öffentlich aufgestanden ist und erklärt hat, dass die wissenschaftlichen Beweise einen natürlichen Ursprung von Covid-19 belegen, nämlich eine Übertragung von einer Fledermaus zum Menschen und Covid-19 nicht einem Labor des Wuhan Institute of Virology entsprungen ist.”
Daszak lancierte dann im Februar 2020 einen im renommierten medizinischen Fachblatt “The Lancet” abgedruckten offenen Brief  von 27 Wissenschaftlern aus 8 Ländern, die Gerüchte und  “Verschwörungstheorien” über einen künstlichen Ursprungs des Virus verdammten.

Die Beweise für eine natürliche Übertragung des SARS-CoV-2-Virus von Tieren auf Menschen fehlen freilich bis heute, der email-Verkehr des Dr.Fauci belegt unterdessen, dass es durchaus eine Verschwörung gab – nicht ausgedacht von irgendwelchen Querdenkern oder Aluhüten, sondern praktiziert vom Chefvirologen der USA und der NGO “Eco Health Alliance”, die die suspendierten Gen-Experimente nach Wuhan auslagerten. Dass ausgerechnet dort dann die Corona-Seuche ausbrach, kann Zufall gewesen sein, ebenso wie die Tatsache, dass SARS-Cov-2 große Ähnlichkeit mit dem dort 2015 künstlich geschaffenen chimärem Virus aufweist, das die “Fledermausfrau” Dr. Shi Zhengli aus einem Oberflächenprotein  des Fledermausvirus SHC014 und dem Rückgrat eines SARS-Virus zusammengebaut hatte. Kein Zufall ist es indessen, was aus der email hevorgeht, die der Stellvertreter Dr. Faucis, Hugh Auchincloss, an seinen Chef geschickt hatte, nachdem ein Artikel über das Frankenstein-Virus in “Nature” erschienen war und in der Folge zahlreiche Wissenschaftler auf die Gefahren und die Unverantwortlichkeit solcher Forschung verwiesen hatten:  Faucis NIH aber hatte diese Forschung “überprüft und genehmigt”. Was nicht wundert, denn wie Fauci 2012 in einem Papier festhielt, sei die “Gain of Function”-Forschung zu wichtig, um sie wegen eines Pandemie-Risikos durch einen Laborunfall zu stoppen.  Auch wenn der gute Doktor Amerikas das mittlerweile anders sehen dürfte, scheinen seine Tage im Amt wohl gezählt, sein neues Buch “Erwarte das Unerwartete”, das diesen Monat erscheinen sollte, wurde vorerst schon mal auf November verschoben.

Das Magazin “Vanity Fair” hat in einer großen Recherche in seiner jüngsten Ausgabe  die Indizen für ein “Lab Leak”, einen Laborunfall in Wuhan, zusammengetragen, die die Lab-Leak-Theorie weiter erhärten, wie auch die Arbeiten von  zwei ehemaligen Wissenschaftsjournalisten der New York Times (hier und hier). Definitive Beweise dafür gibt es aber nach wie vor nicht – und werden womöglich auch nicht kommen, denn die Frage nach dem Covid-19-Ursprung ist im höchsten Maße politisiert. Sie war es von Beginn an, als Donald Trump nur vom “China-Virus” sprach und es ein Jahr lang politisch unkorrekt und ein Tabu war, nach etwas anderem als einem natürlichen Überträger zu suchen, und sie ist es bis heute, wo Trump auf dem Republikaner-Parteitag gerade eine 10 Milliarden Entschädigung von China forderte und der US-Senat  eine Resolution an die WHO mit der Forderung erließ, den Ursprung des Virus weiter zu untersuchen. Dass China davon “not amused” sein wird und weiterhin jede Schuld abstreitet,  ist  absehbar. Weil  aber mit der US-Gesundheitsbehörde und Dr. Fauci jetzt nicht mehr nur ein schlampiges Labor in Wuhan, sondern auch seine Finanziers und Auftraggeber aus den USA  in der Schusslinie stehen, dürfte auch von dieser Seite gemauert  werden. Und die Öffentlichkeit weiter im Dunkeln bleiben…

“Wer, wenn nicht Bill?” – Interview mit Sven Böttcher

Mein  geschätzter Kollege und Ko-Autor Sven Böttcher hat ein kleines feines Buch geschrieben, Ken Jebsen hat mit ihm darüber gesprochen: „Wer, wenn nicht Wir Bill?-  Anleitung für unser Endspiel um die Zukunft 

“Gesundheit! Neben der Freiheit ist die Gesunderhaltung des eigenen Körpers wohl eines der wichtigsten Ziele des Menschen. Erhebt man beides aber zum Dogma, lässt sich damit ganz einfach Politik machen und die Masse steuern. Freiheit durch Gesundheit heißt im Umkehrschluss: keine Freiheit ohne Gesundheit. Diese so genannte „Ermittlungshypothese“ ließ sich in den letzten 14 Monaten live beobachten und bestätigte die „Banalität des Bösen“. Denn, wer nicht für die Maßnahmen ist, ist gegen die Gesundheit. So klar, so einfach, so manipulativ funktioniert das Spiel mit der Angst: in Deutschland, in Europa, weltweit.

In seinem neuen Buch „Wer, wenn nicht Wir Bill?“ beschreibt Sven Böttcher nicht nur dieses Spiel aus einer eher nüchternen und humorvollen Perspektive, sondern teilt auch noch die beteiligten Player in Teams ein. Im Buch finden sich Team Bill, Team Mensch und Team Old auf dem Spielfeld „Erde“ ein. Ziel des Spiels: Überleben. Mit Pandemie, Klimawandel, Kapitalismus und allen weiteren globalen Problemen und Herausforderungen.”

PS: Dieses Gesamtpaket von Problemen und Herausforderungen haben Sven und ich in “Die ganze Wahrheit über alles”  schon 2016 en detail aufgedröselt  und die Lösungswege aufgezeigt.

“How does it feel….?” – Happy Birthday Bob Dylan!

Am  24.Mai 2021 wird Bob Dylan 80 Jahre alt. Für seine Lyrics wurde er mit dem Nobelpreis geehrt und das Fachblatt “Rolling Stone” pries ihn als Schöper des “besten Songs aller Zeiten”. Aufgenommen 1965, wurde dieses Lied aber eher zufällig ein Welthit, es lag schon in der  Vorhölle für  beerdigte  Projekte. Doch sein Titel benennt bis heute, wie der Stern Bob Dylan auf seiner Never Ending Tour über den Bühnen der Welt seine Kreise zieht: Like a rolling stone.

Im Studio A im Obergeschoß des Columbia-Buildings in New Yorks Seventh Avenue nahmen die Top-Stars von Columbia Records ihre Platten auf. Frank Sinatra hatte hier «New York, New York» und Dutzende weitere Klassiker eingespielt und jüngere Künstler wie Barbara Streisand oder Andy Williams («Moon River») gerade ihre ersten Hits produziert.

Die Musiker, die sich am 15. Juni 1965 dort mit Bob Dylan versammelt hatten, entsprachen nicht dieser amerikanischen Mainstream-Musik, die Columbia groß gemacht hatte. Nach vier Folk-Alben mit Balladen wie «Blowin’ in the wind» und «The times they are a’changin» hatte Dylan im April 1965 seinen ersten Rocksong «Subterrean Homesick Blues» aufgenommen, doch war dieser unterirdische Heimwehblues – eine Litanei,die heute von Historikern als Ur-Musikvideo und Vorgänger des Rap gefeiert wird – nicht im Enferntesten in die Chartränge vorgestoßen, die die Hits dieses Frühjahrs belegten: die Beatles mit «Eight days a week» und die Rolling Stones mit «Play with fire».

Die britischen Bands hatten dem ur-amerikanischen Rhythm & Blues neues Leben eingehaucht, doch an den «Majors» wie der CBS-Tochter Columbia-Records war dieser Trend vorbeigerauscht. Schon 1955 hatte man dem Rock’n Roller Elvis Presley keinen Vertrag gegeben und 1963 auch das erste Beatles-Album abgelehnt. Und dass Bob Dylan an diesem Junitag 1965 mit „Like a rolling stone» gerade den besten Rocksong aller Zeiten eingespielte, wollten die Plattenbosse nicht hören – jedenfalls nicht sofort. Und schon gar nicht konnten sie sich vorstellen, dass es im November 2004 in einem führenden Fachblatt heißen würde:

«Kein anderer Popsong hat die kommerziellen Gesetze und künstlerischen Konventionen der Zeit so herausgefordert hat, für alle Zeiten». So kommentierte die Musikzeitschrift «Rolling Stone» das Ergebnis einer Wahl, bei der Redakteure, Musiker und Kritiker  Bob Dylans «Like a rolling stone» zum besten Song aller Zeiten gewählt hatten. Vor «Satisfaction» von den «Rolling Stones», John Lennons «Imagine» und 497 weiteren Popklassikern.

«Es ist eine Schande, dass der politische Liberalismus den Rock’n Roll in Beschlag genommen hat», kritisierte der rechts-konservative «American Spectator» die Wahl, zudem sei Dylan musikalisch nicht einmal gut genug «einem Elvis Presley die Gitarre zu stimmen.» Für Empörung sorgte die Auszeichnung freilich nur in Kreisen, für die Bob Dylan, die Beatles und die Rolling Stones schon damals ein rotes Tuch waren – Exponenten der Gegenkultur, die den 60er Jahren ihren Stempel aufgedrückten: Bürgerrechtsbewegungen, Studentenproteste, Woodstock-Festival.

Bob Dylan stand dabei für eine neue Generation von Künstlern, die anders als Elvis, der 1958 noch mit viel staatstragender PR und «Muß I denn zum Städele hinaus…» zur Armee gegangen war, Militär und Krieg ablehnten. Wegen der massiven Bombardments in Vietnam war es Anfang 1965 zu den ersten Großdemonstrationen in Washington gekommen, die beginnende Rekrutierung von Bodentruppen drohte vielen jungen Männern mit Einziehung.

Im Süden der USA reagierten weiße Kapuzenmänner auf die offiziell aufgehobene Rassentrennung mit Terroranschlägen auf Schwarze – nach der Ermordung John F.Kennedys zwei Jahre zuvor – Dylan hat diesem “Murder Most Foul» noch 2020 eine wunderschöne Ballade gewidmet – schien der Aufbruch in ein besseres, gerechteres Amerika in ein Rollback umzuschlagen. Aber die Jugendkultur hatte ein neues Medium entdeckt und nutzte es zum Widerstand: Verstärker, elektrische Gitarren, Schallplatten, Radio.

Diese Vereinigung von Protest und E-Gitarre, Pop und Politik, Musik und Botschaft bahnte sich Anfang 1965 gerade an, war aber noch nicht zu hören. Doch dann wachte der Stones-Gitarrist Keith Richards im April in einem Hotelzimmer in Florida auf, weil ihm mitten in der Nacht ein Gitarren-Riff eingefallen war. Er stellte das Tonband an, hielt die Eröffnungsakkorde von «Satisfaction» fest – und definierte damit einen Musikstil, der fortan nicht mehr «Rock’n Roll», sondern «Rock» genannt wurde.

Und Bob Dylan beschloß zur selben Zeit, seine Rolle als schrammelnder Folk-Barde mit Wanderklampfe und Holzfällerhemd abzulegen, und diese neue Art von Musik mit Inhalt zu füllen. Seit diesem Frühjahr 1965 klang Popmusik nicht nur anders – sie erzählte auch andere Geschichten. Und die Aufnahme von «Like a rolling stone» markierte diese Zeitenwende.

Shaun Considine, damals Koordinator der Neuveröffentlichungen bei «Columbia», erzählte der «New York Times», dass die Single um ein Haar gar nicht erschienen wäre, weil sie den Verkaufs-und Marketingmanagern nicht ins Konzept paßte: «Ihre Ablehnung kam von zwei Seiten. Zum einen mochten sie keinen Rock – aber das wurde natürlich nicht gesagt. Sie hängten sich an der Länge des Songs auf.

1965 lag die übliche Länge einer Single, die im Radio gespielt wurde, bei drei Minuten. «Like a Rolling Stone» kam eine Sekunde unter sechs Minuten ins Ziel – und der salomonische Rat der Verkäufer lautete: Schneide das Baby in zwei Teile.» Als man Dylan diesen Beschluß präsentierte, lehnte er ab.

Der Veröffentlichungstermin der Platte wurde daraufhin von «sofort» auf «unbestimmt» verschoben, was nichts anderes bedeutete als die Vorhölle für beerdigte Projekte. Zudem stand ein Umzug in ein anderes Gebäude an und als ihm beim Kistenpacken eine Kopie des eben «verschobenen» Dylan-Songs in die Hand fiel, nahm Considine die Platte mit nach Hause.

Er spielte sie am Wochenende so oft und so laut, dass die Nachbarn sich beschwerten – und dann fiel ihm ein, wo man solche Musik zu schätzen wüßte. Ein paar Wochen vorher war der heißeste Musikclub der Stadt eröffnet worden, das «Arthur» in der 54th Street – jeder wollte da hin, doch Dylan war mit seinen Jungs und ihren bierbesprenkelten Klamotten aus dem Army-Store an der Tür abgewiesen worden.

Dank Shaun Considine erging es seiner Platte besser – weil er Clubmitglied war, erfüllte der DJ ihm den Wunsch, das Stück zu spielen. Den Namen des Sängers nannte er nicht und sagte dazu, dass das Stück sehr lang sei und ruhig abgebrochen werden könnte, wenn die Tänzer sich langweilten. Doch als die Platte dann nach einer Pause gespielt wurde, geschah das Gegenteil:

«Die Wirkung war erdbebenartig. Die Leute stürmten die Tanzfläche und die, die sitzenblieben hörten zu. ‹Wer ist das›, rief der DJ in meine Richtung. «Bob Dylan» schrie ich zurück und der Name machte die Runde im Saal.»

Unter den Gästen waren auch die DJs von zwei großen New Yorker Radiostationen, die am nächsten Morgen bei Columbia Records anriefen und sich darüber beschwerten, dass sie noch keine Kopien der neuen Dylan-Single erhalten hätten. Eilsitzungen wurden einberufen und am 15. Juli 1965, vier Wochen nach der Aufnahme, wurde die Platte an Läden und Radiostationen verschickt , gepresst auf rotes Vinyl, um den DJs zu zeigen, dass es sich um ein «heißes» Produkt handelte, – und mit dem Label: «Like a rolling stone (Part 1), timing 3:02», sowie der B-Seite «Part 2 (timing 3:02)».

Die Verkaufsabteilung hatte einmal mehr zugeschlagen – aber konnte sich dennoch nicht durchsetzen. Die DJs schnitten beide Seiten auf Band und spielten den kompletten Song im Radio, eine Woche später kam «Like a rolling stone – full version» in die Billboard Charts, Anfang September war er bis auf Platz zwei geklettert. Hinter «Help» von den Beatles und vor den Rolling Stones, die den ganzen Juli über die Nr. 1 mit «Satisfaction» belegt hatten.

Mit dem Titel hatte Dylan nicht nur auf seine historischen Wurzeln verwiesen, Muddy Waters Bluesklassiker «Rollin’ stone» von 1948, sondern auch auf die britische Band, die sich nach ihm benannt hatte. «Doch das Rennen lief nicht nur zwischen den Beatles, Bob Dylan und den Stones und allen anderen. Die Popwelt war im Rennen mit der größeren Welt, der Welt der Kriege und Wahlen, der Arbeit und Einkommen, der Armen und Reichen, der Schwarzen und Weißen., der Männer und der Frauen – und 1965 war zu fühlen, dass die Popwelt gewann.», schreibt der Musikhistoriker und Dylanologe Greil Marcus, der «Like a rolling stone» ein ganzes Buch gewidmet hat.

Die «Biographie» eines Songs, mit dem die Emanzipation der Popmusik von Schubidu und Themen wie Herz und Schmerz begann, obwohl er auf der Oberfläche doch eigentlich von nichts anderem erzählt. Ein enttäuschter Verehrer, der eine abgestürzte «Miss Lonely» fragt, wie es ist, arm und homeless zu sein: «How does it feel ?». Doch dahinter erzählte Dylan noch ganz andere Geschichten: die eines ganzen Landes, das im Wohlstandsrausch die Realität auf der Straße ausgeblendet hatte, das Intoleranz und Selbstgefälligkeit pflegt und sich über die Wirklichkeit mit Illusionen und Alibis hinwegtäuscht.

Und er sang davon, dass diese Wirklichkeit weniger auf den «finest schools» gelehrt wird, sondern von den Freaks auf der Straße, nicht von «Diplomaten in Chromschlitten» sondern von «verlumpten Napoleons», die merkwürdig reden und «»mysteriösen Tramps», die merkwürdige Psychedelika verkaufen. Mit dem «napoelon in rags» , dem «mystery tramp» und den anderen Gestalten, die Dylans Sechs-Minuten-Dramolett bevölkern – die Verse entstammten einem längeren Text, den er nach eigenen Angaben an einem Abend «herausgekotzt» hatte – hatte Dylan nicht einfach irgendeine rätselhafte Personage erstellt, sondern Figuren und Situationen, in denen sich das Publikum wiederfand.

Wie das auf seine Zuhörer wirkte, erzählt Jann Wenner, der gerade als Musikjournalist anfing – und wie fast jeder junge Mensch im Kalifornien dieser Zeit an den «Acid-Test» genannten Partys teilgenommen hatte, auf denen der Autor Ken Kesey («Einer flog übers Kuckucksnest») und seine «Merry Pranksters» mit Musik, Lightshows und LSD das Hippie-Zeitalter der Bewusstseinserweiterung einläuteten:

«Ich dachte immer, das ist meine Geschichte…. Ich war auf den besten Schulen, niemand lehrte mich wie man auf der Straße lebt…. Und dann rennst du plötzlich mit Leuten wie Ken Kesey, den Hells Angels und Drogendealern rum, und einer von denen ist der Mystery Tramp. Und auf so einem Acid-Test kommt dann irgendein Verrückter mit einem Bart und einem Hut und du schaust in das Vakuum seiner Augen und sagst: «Do you want to make a deal».

Wenner fand sich nicht nur im Subtext von Dylans Zeilen wieder, sondern auch in der direkten und fordernden Sprache dieser Aufbruchszeit, mit der er aber als Journalist in den etablierten Medien kaum landen konnte und deshalb 1967 eine eigene Zeitschrift gründete, den «Rolling Stone».

Zu diesem Zeitpunkt waren die protestierenden Buhs, die Dylan beim ersten Auftritt mit der Elektro-Gitarre für «Like a rolling stone» von seiner alten Folk-Gemeinde noch erhalten hatte, schon verstummt – er hatte nicht nur sich neu erfunden, er hatte auch der Musikwelt einen entscheidenden Impuls verpaßt und ein neues Genre erfunden: Folk-Rock.

Die «Beatles» hatten ihm dabei demonstriert, wo es musikalisch lang geht – Dylan half ihnen im Gegenzug, inhaltlich über «She loves you – yeah yeah yeah» hinauszukommen. Am 24. August 1964, so ist es in der Beatles-Chronologie festgehalten, probierten die bis dahin nur mit Alkohol und Aufputschmitteln vertrauten Pilzköpfe im Haus von Bob Dylan erstmals Marihuana – zu  «Lucy in the Sky with Diamonds» war es von da nicht mehr weit. So wie Dylan die Folk-Klamotten legten sie die Showanzüge ab, aus der unterhaltsamen Liverpooler Boygroup wurden die engagierten «Beatles» …

Der Song des mittlerweile zu Recht für sein lyrisches Werk mit dem Nobelpreis geadelten 24-jährigen Dylan mag für die Ohren heutiger Jugendlicher wie ein Relikt aus der musikalischen Mottenkiste klingen – 1965 hingegen elektrisierte das Stück die Hörer. So zufällig und auf Umwegen freilich, wie es seinen Weg aus der «Columbia»-Ablage zum Welthit gefunden hatte, so zufällig war auch sein Sound entstanden.

Außer dem Gitarristen Mike Bloomfield, mit dem Dylan vorher ein bisschen geprobt und ihn angewiesen hatte «ja nicht so einen B.B.King-Scheiß zu spielen», brachte er nur einen Haufen Text-Zettel mit ins Studio(sie wurden 2014 für 2 Mio. $ versteigert), keine Noten.

Die Musiker, die der Produzent Tom Wilson für Bass, Schlagzeug und Piano bestellt hatte, wussten nicht so recht, wo es langgeht und am ersten Tag der Session kam nichts Brauchbares heraus. Am zweiten Tag saß dann zufällig ein junger Studio-Gitarrist, Al Kooper, hinter der Scheibe, der die anderen Musiker kannte. Die Takes schleppten sich dahin, das Stück nahm keine richtige Fahrt auf.

Als der Produzent zum Telefon gerufen wurde, ging Kooper in den Aufnahmeraum, setzte sich an die Orgel und machte einen Vorschlag, wie man den Chorus aufladen könnte – mit jenen nach Garagen-Gospel klingenden hohen Orgelakkorden, die dem Refrain nach dem «How does ist feel» mit einem Zauberstreich ein neues Gepräge gaben.

Als der Produzent nach dem Telefonat zurückkam, wunderte er sich: «Hey, was machst du denn da an der Orgel…» – Kooper grinste zurück und der Produzent rief: «Awright, here we go…» – und dieser Take war es dann.

Die Band, die den Song des Jahrhunderts aufnahm, spielte danach nie wieder zusammen. Der grandiose Gitarrist Mike Bloomfield scheiterte in den 80er an Alkohol und Heroin, Al Kooper gründete und produzierte später Bands wie «Blood, Sweat & Tears» und «Lynard Skynard» – und alle anderen sind vergessen.

Nur Bob Dylan – «für die Popmusik das Gleiche wie Einstein für die Physik» (Newsweek) – ist noch immer unterwegs, ein Gestirn, das seine Kreise zieht, seit 1988 auf einer «Never Ending Tour» mit bis zu 200 Konzerten pro Jahr (aktuelle Daten auf www.bobdylan.com), with no direction home, strahlend und funkelnd, aber auch düster und traurig – wie das nun mal so ist, in Himmel und Hölle auf Erden,  Like a rolling stone…

Erschienen auf Zeitpunkt.ch

“Rudi, wir baden weiter!”

Es war sein guter Freund Wolfgang Neuss, Großmeister des Kabaretts und des subversiven Witzes, der durfte das. Bei mir lag es etwas anders, ich war taz-Redakteur und hatte den Witz auf die  Titelseite gebracht, auf  den i-Punkt des Schriftzugs “tageszeitung”, der Mitte der 1980er  vom Kopf einer Persönlichkeit gebildet wurde, die an diesem Tag Geburtstag hatte, mit einem kurzen Satz dazu. Das war an diesem Tag Rudi Dutschke, der Kopf der Studentenbewegung, auf den ein verwirrter, von Springers “Bild” aufgehetzter Täter 1968 geschossen hatte und der 1979 an den Spätfolgen des Attentats gestorben war, nach einem epileptischen Anfall in der Badewanne. Einige Jahre zuvor hatte Dutschke am Grab von Holger Meins, der wegen Mitgliedschaft in der RAF inhaftiert und bei seinem Hungerstreik gegen die Haftbedigungen ums Leben gekommen war, mit den Worten “Holger, der Kampf geht weiter” und erhobener Faust einen großen Skandal verursacht. Darauf bezog sich nun der Satz “Rudi, wir baden weiter!”, den mir Wolfgang Neuss ein paar Tage vorher auf Band gesprochen hatte. Als Film,-und Bühnenstar war er einer der prominensten Unterstützer der APO und best friend von Rudi und seinen Genossen gewesen, und weil er eine wöchentliche Kolumne in der taz hatte, sprachen wir öfter über diese Zeit. Dass ich diesen typischen Neuss-Gag auf die Titelseite geschmuggelt hatte, wurde nicht nur in der Redaktion übelgenommen, sondern auch von vielen Leserbriefen als pietätlose Besudelung des 68-er-Denkmals Dutschke beschimpft. Aber das war es nicht, denn sowohl Neuss wie auch ich hatten schon seit einiger Zeit Rudi im Ohr, den magischen und heiseren Rap und Rant seiner Reden, die unser Freund Christoph Ludszuweit 1981 in seinem Stechapfel-Verlag auf Kasette herausgebracht hatte – wir waren Fans, Freunde und publizistischen Förderer, aber nicht nur seiner Stimme….
Das fiel mir jetzt wieder ein, als ich den schönen Artikel “Rudi Dutschke: die Kraft der Worte” über die neu erschienene CD-Box „Die Stimme der Revolution – Rudi Dutschke in zwölf Originalaufnahmen“ las – und das Zitat aus dem Nachruf von Michael Schneider:

“Ach, wie schlecht haben diese Herren denjenigen gekannt, dem sie jetzt ihre Nekrologe widmen. Sie alle bescheinigen ihm das, was man gemeinhin ‘Charisma’ nennt (einer der hilflosesten Begriffe bürgerlicher Soziologie): eine ungewöhnliche Rednergabe, eine fast demagogische Überzeugungskraft. Die Rednergabe gehörte zu seinem politischen Handwerkszeug; aber das Handwerkszeug war nicht, was ihn eigentlich ausmachte, sondern: dass er wirklich meinte, was er dachte und mit seiner ganzen Person dafür einstand. Wenn er ‘Charisma’ hatte, dann in einem radikal anderen Sinn, als die Vergötzer der Rhetorik und die Fetischisten des Kehlkopfs (Dutschkes ‘heiser, suggestiv surrende Stimme’) meinen: Er hatte Achtung vor dem Menschen und ein Ohr für den ‘geringsten unter seinen Brüdern’ und Genossen. Denn auch als radikaler Marxist hat er sein christlich-humanistisches Erbe nie verleugnet.”

Auch wenn ich ihn selbst nur einmal, 1978, live gehört habe, denke ich, dass das stimmt.. Er hat weder den Kampf für die Erniedrigten  und Beleidigten aufgeben, noch die Suche danach, wie eine ebenso radikale wie friedliche Revolution verlaufen kann. Und wenn er sieht, wie seine einstigen Genossen als Grüne und Linke mit Nato und Neoliberalismus ins Bett gestiegen sind, wälzt er sich sicher im Grabe. Und wir ? Baden weiter, aber aufgeben ist auch keine Lösung. Neuss hat da mit Vorliebe den bewunderten Kollegen Werner Finckh zitiert, der noch kritisches Kabarett machte als Goebbels schon alles gleichgeschaltet hatte: “Unsere Aufgabe kann nicht in unserer Aufgabe bestehen.”

Maßnahmenbefürworter vs. Kritiker

Paul Schreyer hat auf Multipolar einen Dialog simuliert, denn: “Ein respektvolles, öffentliches Gespräch findet nicht statt. Immer sichtbarer wird der Scherbenhaufen einer zerbrechenden Gesellschaft. Mangels realer Dialogformate daher im Folgenden der Versuch, ein fiktives Gespräch zwischen einem Maßnahmen-Befürworter und einem Kritiker zu formulieren. Das Format dieses Textes ist ein Experiment, entstanden mangels echter Dialogforen in den großen Medien. Es ist eine Gesprächssimulation, die kein Ersatz für einen realen Dialog sein kann – aber vielleicht das Weiterdenken anregt und beim Argumentieren hilft.” Hier ein Auschnitt:

Maßnahmenbefürworter: Warum sind Sie so unsolidarisch mit der großen Mehrheit? Was ist denn bitte so schlimm daran, sich für eine begrenzte Zeit einzuschränken, damit wir alle einigermaßen gesund durch die Pandemie kommen?

Kritiker: Welche Pandemie?

Maßnahmenbefürworter: Sie leugnen die Pandemie?

Kritiker: Das kommt darauf an. Wie definieren Sie denn den Begriff?

Maßnahmenbefürworter: Sie streiten ab, dass Hunderttausende Menschen überall auf der Welt gestorben sind?

Kritiker: Nein, aber ab wann genau ist es eine Pandemie?

Maßnahmenbefürworter: Ist das so wichtig?

Kritiker: Ja. Die WHO sagt, eine Pandemie ist die weltweite Ausbreitung einer neuen Krankheit, gegen die die meisten Menschen keine Immunität haben. Das trifft aber auf jede Grippewelle zu. Warum wird dann nicht schon seit Jahren jeden Herbst eine Pandemie ausgerufen?

Maßnahmenbefürworter: Weil Corona viel tödlicher ist.

Kritiker: So hieß es anfangs, inzwischen zeigen die Daten aber keinen großen Unterschied. Es gibt dazu auch eine Veröffentlichung der WHO.

Maßnahmenbefürworter: Worauf wollen Sie hinaus?

Kritiker: Ganz einfach: Die Aufrechterhaltung des Pandemiefalls gründet aktuell nicht auf medizinischen Fakten. Es geht nicht um Gesundheitsschutz.

Maßnahmenbefürworter: Sondern?

Kritiker: Das ist eben die Frage.

Maßnahmenbefürworter: Was wollen Sie damit andeuten? Dass alle Regierungen der Welt sich gegen ihre Bürger verschwören?

Kritiker: Ich stelle zunächst einmal fest, dass wir eine ungeklärte Frage haben.

Maßnahmenbefürworter: Sie glauben also an eine große Weltverschwörung?

Kritiker: Was ich persönlich glaube oder nicht, spielt doch keine Rolle. Die Geschichte ist einfach nicht schlüssig. Warum gibt es überall Lockdowns, wenn Corona gar nicht um Dimensionen schlimmer ist als die normalen Viruserkrankungen in jeder Wintersaison? Dafür muss es doch einen Grund geben.

Maßnahmenbefürworter: Und welcher soll das Ihrer Ansicht nach sein?

Kritiker: Das frage ich eben. Was denken denn Sie?

Maßnahmenbefürworter: Das müssen Sie schon selbst beantworten.

Kritiker: Warum? Wollen Sie nicht auch verstehen, was hier vor sich geht?

Maßnahmenbefürworter (seufzt): Das sind doch alles Spekulationen. Das bringt uns nicht weiter. Ganz ehrlich: Da vertraue ich lieber den Experten. Klar passieren denen auch mal Fehler und Dinge werden falsch eingeschätzt – irren ist menschlich.

Kritiker: Ich vertraue der Regierung und ihren Experten schon lange nicht mehr.

Maßnahmenbefürworter: Das kritisiere ich ja gerade, dieses Spalten, was Sie hier betreiben. Immer sollen „die da oben“ an allem Schuld sein. Dabei sollten wir jetzt wirklich alle zusammenhalten. Es ist ernst, nehmen Sie es ernst, das hat auch die Kanzlerin gesagt. Und da stimme ich ihr zu.

Kritiker: Wieso soll ich plötzlich Leuten vertrauen, denen die Gesundheit der Bevölkerung seit Jahren mehr oder weniger egal ist? Das sind doch die gleichen Politiker, die für die ständigen Kürzungen im Gesundheitswesen verantwortlich sind, für Krankenhausschließungen, die miserablen Zustände in der Altenpflege und so weiter – die gleichen Leute, die seit Jahren ihre gesundheitspolitischen Entscheidungen von der Pharmaindustrie lenken lassen.

Maßnahmenbefürworter: Wer sagt das?

Kritiker: Horst Seehofer. Und diesen Politikern soll ich vertrauen, dass Sie sich plötzlich ehrlich und von ganzem Herzen für die Gesundheit der Bürger interessieren und jetzt auf einmal auch ganz unabhängig von Lobbyinteressen entscheiden können?

Maßnahmenbefürworter: Wir sind nun mal in einer Ausnahmesituation. Und in der Not sollten alle zusammenstehen.

Kritiker: Glauben Sie, dass die Pharmaindustrie mit den Impfstoffen den Menschen nur helfen will?

Maßnahmenbefürworter: Warum denn nicht? Weshalb unterstellen Sie immer das Schlechte?

Kritiker: Die Hersteller verfolgen also keine Profitinteressen?

Maßnahmenbefürworter: Wo liegt das Problem? Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Es ist doch völlig in Ordnung, wenn mit einer guten Sache auch Geld verdient werden kann.
(…)

Maßnahmenbefürworter: Und all die Toten?

Kritiker: In Deutschland gab es 2020 keine Übersterblichkeit.

Maßnahmenbefürworter: Wegen der Maßnahmen! Die haben die Menschen zum Glück schützen können.

Kritiker: Aber das Robert Koch-Institut hat doch gemeldet, dass es über 40.000 Corona-Tote gab?

Maßnahmenbefürworter: Wie meinen Sie das?

Kritiker: Wenn die Maßnahmen so wirksam waren, warum dann Zehntausende Tote?

Maßnahmenbefürworter: Sagten Sie nicht gerade, es gab keine Übersterblichkeit?

Kritiker: Ja, eben. Wenn wir wirklich 40.000 Menschen an eine neue Krankheit verloren haben sollten und trotzdem keine Übersterblichkeit zu verzeichnen ist, dann müsste das ja bedeuten, dass an anderen Krankheiten im vergangenen Jahr auf einmal, völlig überraschend 40.000 Menschen weniger verstorben sind. Das klingt für mich nicht besonders plausibel.

Maßnahmenbefürworter: Was wäre denn ihre Erklärung?

Kritiker: Bei sehr vielen der Verstorbenen war Corona offenbar gar nicht die Todesursache sondern nur eine Begleiterscheinung.

Maßnahmenbefürworter: Na, ich weiß nicht. Und was ist mit den Infektionszahlen? Die sind immens hoch, und zwar überall auf der Welt. Das kann man doch nicht ausblenden!

Kritiker: Meinen Sie die Infektionszahlen oder die Fallzahlen?

Maßnahmenbefürworter: Was ist das jetzt wieder für eine Haarspalterei?

Kritiker: Infektion bedeutet, dass ein Virus sich im Körper vermehrt und man in der Folge dann andere anstecken kann. Der PCR-Test kann aber nicht zwischen vermehrungsfähigen Viren und ungefährlichen Virenbruchstücken unterscheiden. Sie können positiv getestet sein und trotzdem komplett ungefährlich für Ihre Mitmenschen.

Maßnahmenbefürworter: Das wird ja wohl eher ein seltener Sonderfall sein.

Kritiker: Leider nein. Wer sich infiziert, der ist für etwa vier bis acht Tage ansteckend. Der PCR-Test weist aber durchschnittlich bis zu drei bis fünf Wochen nach einer Infektion noch Virusmaterial nach. Deshalb haben in 50 bis 75 Prozent der Fälle positiv Getestete die Infektion längst hinter sich und sind für niemanden mehr gefährlich. Trotzdem werden sie behandelt wie Gefährder.

Maßnahmenbefürworter: Sagt wer?

Kritiker: Die Wissenschaft.

Maßnahmenbefürworter: Wenn das wirklich stimmen sollte, was ich mir kaum vorstellen kann, dann hätten die Medien das wohl längst berichtet. Oder stecken die etwa auch alle unter einer Decke bei der Verschwörung?

Kritiker: Die Medien haben auch berichtet, zum Beispiel die New York Times, die Tagesschau oder auch die Welt.

Maßnahmenbefürworter (lächelt): Also doch keine Verschwörung, sehen Sie! Es wurde alles berichtet.

Kritiker: Sie sind doch gut informiert, schauen regelmäßig die Nachrichten und halten sich auf dem Laufenden, oder?

Maßnahmenbefürworter: Sicher.

Kritiker: Wie erklären Sie es sich denn dann, dass Sie von diesen Fakten noch nie gehört haben?

Maßnahmenbefürworter: Ich vermute, Sie haben das hier irgendwie aus dem Kontext gerissen.

Kritiker: Fakt ist, dass diese Informationen zwar in einigen großen Medien gemeldet wurden, nur eben nicht täglich immer und immer wieder, sondern meist bloß ein einziges Mal. Wahrscheinlich haben Sie deshalb auch noch nie davon gehört.

Maßnahmenbefürworter: Und warum sollten die Medien das nur ein Mal senden? Das ist unlogisch, mit solchen spektakulären Geschichten würden sie doch hohe Quoten und hohe Auflagen erreichen.

Kritiker: Ja, eigenartig, oder? Wie gesagt, bei der ganzen Sache geht es nicht um Gesundheitsschutz.

Maßnahmenbefürworter: Also, ganz ehrlich, ich habe jetzt langsam genug. Sie zweifeln das alles an und das ist ja auch ihr gutes Recht. In einem freien Land ist das möglich, daher können wir uns hier ja auch offen unterhalten. Aber ich will es nochmal deutlich sagen: Ich finde Ihr Zweifeln gefährlich. Es hält die Leute davon ab, sich an die Regeln zu halten.

Kritiker: Ich habe jetzt ehrlich gesagt auch genug. Trotzdem danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Vielleicht können wir das Gespräch ja ein andermal fortsetzen.

Das ganze Gespräch auf Multipolar

3JT #62: Der Giftgas-Fake

Der Giftgasangriff des syrischen Präsidenten auf sein Volk in Duma hat nie stattgefunden – Doch die Massenmedien weigern sich darüber zu berichten. Die Grundrechtseinschränkungen in Sachen Corona schreiten immer weiter voran, genau wie die Zensurmaßnahmen in den Medien. Und wie geht’s weiter mit Julian Assange? Über all das und mehr reden die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #61 des 3. Jahrtausends! Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►► https://www.exomagazin.tv/der-giftgas…