Mythos 9/11

Große Ereignisse werfen ihre Buchveröffentlichungen voraus. Gestern kam das Paket mit meinem neuen Buch zu einem ebenso  alten wie nach wie vor höchst relevanten Thema. In “Mythos 9/11” habe ich auf  140 Seiten versucht, Bilanz zu ziehen: meiner nun bald 20-jährigen Beschäftigung mit dem “Jahrhundertverbrechen”,  sowie die Bilanz der Nicht-Beschäftigung, Nicht-Ermittlung und Nicht-Aufklärung durch Regierungen und Großmedien.
Als Dokumentation dieser Ignoranz und Desinformation erscheinen auch meine drei  Bücher aus den Jahren 2002 (“Verschwörungen, Verschwörungstheorien  und die Geheimnisse des 11. September”), 2003 (“Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11. September” – mit Andreas Hauß) und 2011 (“11.9. zehn Jahre danach – Einsturz eines Lügengebäudes ” – mit Christian Walther) jetzt alle noch einmal in einem  Sammelband. Gestern habe ich die letzten Korrekturen an der voluminösen Neuausgabe dieser drei Bestseller  abgeschickt, sie wird dann ab dem 16. August lieferbar sein: 11.9. – 20 Jahre danach – Einsturz einer Legende, (1179 Seiten, 18 Euro). Zusammen mit dem Thriller Das fünfte Flugzeug, der schon in der vergangenen Woche neu erschien, ist zum unrühmlichen 20. Jahrestag der Anschläge also jetzt ein stattliches Paket geballter Information über das unaufgeklärte “crime of the century” erhältlich. Um dem geneigten Publikum diesen harten Stoff etwas näher zu bringen (und zum Kauf dieser großartigen Werke zu animieren), werden hier in den folgenden Wochen einige Auszüge aus diesen Büchern erscheinen. In der Hoffnung, dass es nicht sein kann und sein darf, dass die Hintermänner dieses Massenmords mit ihrem Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern noch einmal 20 Jahre lang durchkommen.

 

 

 

 

 

 

Mathias Bröckers: Mythos 9/11 – Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens – 20 Jahre danach, Westend Verlag, 140 Seiten, 14 Euro

3JT #65: Dämonisierung

Die Flut – jetzt ist sie da und reißt unsere Vorstellung vom Katastrophenschutz mit sich. Doch die Regierung versucht von ihrem Versagen abzulenken. Und die Medien dämonisieren freiwillige Helfer. Außerdem: China und Russland werden weiter zum Feind stilisiert – doch war da nicht was mit dem Pegasus-Skandal und dem Bundestrojaner? Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #65 des 3. Jahrtausends. Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►►https://www.exomagazin.tv/daemonisierung-das-3-jahrtausend-65

Still airborne: Das fünfte Flugzeug ist noch immer nicht gelandet

Den erlauchten Lesern dieses Blogs ist ja bekannt, dass unter dem Pseudonym John S. Cooper 2007 und 2010 zwei Thriller erschienen sind , die Sven Bötcher und ich geschrieben hatten. Nachdem der “Spiegel”  das Pseudonym dann gelüftet hatte,  lies  Fefe in seinem Blog im November 2010 diesen schönen Rant ab:

“Oh Mann, kaum nehme ich mir vor, nicht mehr auf den Spiegel zu verlinken, gibt es eine Steilvorlage nach der nächsten. Aktuell: Dem ehemaligen Nachrichtenmagazin fällt auf, dass “John S. Cooper” ein Pseudonym u.a. von Mathias Bröckers ist. Bröckers hat mal ein Hanf-Buch geschrieben, das u.a. die Legalisierung von Cannabis fordert, und ist seit dem beim Spiegel als unzurechnungsfähiger Kiffer untendurch. Als er dann auch noch wagte, zu 9/11 zu publizieren, war dann ganz aus und sie haben mit allem beschossen, was sie hatten. Für den Spiegel ist Bröckers untendurch und der Feind. Um so peinlicher, dass ausgerechnet der Terrorpanikverantwortliche beim ehemaligen Nachrichtenmagazin, Yassin Musharbash, eines der Bücher vor einer Weile wohlwollend rezensiert hat, man kann gar eine gewisse Abgrenzung gegenüber bloßen Verschwörungstheorien wie z.B. denen von Bröckers herauslesen 🙂

Nun, damit ist jetzt Schluss. Jetzt, wo klar ist, dass da dieser Bröckers hintersteckt, da muss da draufgehauen werden. Und so nimmt das Gebashe seinen Lauf:

“Bröckers und Böttcher haben sich zu einer Bestseller-Verschwörung zusammengetan, wollten ihren Thriller “Das fünfte Flugzeug” aber nicht mit ihren Namen vorbelasten. Mathias Bröckers, der “taz”-Journalist, ist bekannt geworden als Autor zahlreicher Bücher über den fröhlichen Cannabis-Konsum, die ihm den Spitznamen “Hanfpapst” einbrachten. Außerdem hat er bereits zwei Bestseller zum 11. September geschrieben: mit Fußnoten gespickte Konvolute, in denen er behauptet, das Attentat auf das World Trade Center sei in Wahrheit ein inside job gewesen, also von Geheimdiensten orchestriert.”Klar, die Hanf-Sache hat zwar mit keinem der Bücher etwas zu tun, aber wenn man damit gegen den Bröckers hetzen kann, dann ist der Redaktion kein Mittel zu peinlich. Bröckers, müsst ihr wissen, ist ja nicht nur ein fieser Kiffer, sondern

“der “taz”-Journalist und 9/11-Konspirationsapologet Mathias Bröckers und der Roman- und Drehbuchautor Sven Böttcher.”Konspirationsapologet!!! Da weiß man gar nicht, was aus deren Sicht die schlimmere Beleidigung ist. Das oder dass er für die taz schreibt :-)”

Mit dem ehemaligen Nachrichtenmagazin und mit der taz ist es seitdem ja nicht besser geworden, was sich alsbald auch zum 20. Jahrestag des Jahrhundertverbrechens 9/11 wieder zeigen wird. Meine drei Sachbücher dazu – aus den Jahren 2002, 2003 (mit Andreas Hauß) und 2011 (mit Christian C.Walther) – erscheinen demnächst in einem 1000-seitigen Sammelband noch einmal, zusammen mit dem neuen Buch “Mythos 9/11- Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens – 20 Jahre danach”, das gerade in den Druck gegangen ist.

Schon abgehoben, lieferbar und noch immer nicht gelandet ist indessen “Das Fünfte Flugzeug”, diesmal unter unseren richtigen Namen und mit einem aktuellen Nachwort von Sven. Hier ein kleiner Auszug daraus:

“Wir mussten Amerikaner sein, damals, 2007. Nicht mehrere, sondern einer. Ging nicht anders. Deutsche schreiben nämlich keine Pageturner, schon gar nicht über 9/11, und so was, ein gefeierter KannstenichtausderHandlegen-Seitenumblätterer fehlte mir damals eindeutig noch in der Sammlung meiner Veröffentlichungen. Der entscheidende Impuls für das Wheels-off des fünften Flugzeugs aber kam von Mathias beziehungsweise einer seiner Freundinnen, denn die konstatierte ganz zurecht: alles um 9/11 herum sei so unglaublich, dass das Publikum es gar nicht glauben könne, ganz gleich, wie viele Sachbücher wir veröffentlichten. Und das hatten wir zu dem Zeitpunkt, 2006, ja längst getan, Mathias bestsellernd bei Zweitausendeins, ich mittelsellernd bei Heyne. Nur, eben, Sachbücher. Die ja sachlich sind. Unsere jedenfalls waren es, vollgepackt mit Fakten.

Verschwörungstheorien hingegen fanden sich in den Sachbüchern nicht – abgesehen von der offiziellen, schon damals widerlegten Verschwörungstheorie, ein nierenkranker Höhlenscheich habe die gesamte Luftabwehr der USA am 11. September 2 Stunden lang am Boden festgehalten und 4 Verkehrsmaschinen von flugunfähigen Jungs aus Saudi-Arabien in 2 Hochhäuser fliegen lassen und so 3 Hochhäuser in sich zusammenstürzen lassen.

Da fehlte also was, zum Thema. So einiges. Auch und gerade eine Verschwörungstheorie, eine fiktionale, belletristische. Recht hatte Mathias´ Freundin: Romane dürfen so was. Sind ja frei erfunden. (…)

Zugegeben – im Grunde war der Miller-Meyer-Smith-Name des Autors, der mit diesem Thriller debütierte, herzlich egal und beliebig. Aber da schon die 9/11-Betreiber reichlich kleine Scherze in ihre Story eingebaut hatten (so heißt zum Beispiel „Atta boy!“ angemessen übersetzt „Alter Schwede“, hatten die „Selbstmordattentäter“ in Hollywood, Florida gewohnt und obendrein bekanntlich noch direkt vor dem Einschlag ins WTC ihre Pässe aus dem 580 mph schnellen Cockpit geworfen, so dass die Papiere unversengt gefunden werden konnten), wollten auch Mathias und ich zumindest für geneigte Insider angemessen unterm Radar blinzeln. Daher lag es dann vergleichsweise nah, Mathias´ zweiten Vornamen zum ersten Vornamen des neugeborenen Autors zu machen, meinen Vornamen auf ein „S“ zu kürzen und jene Berufsbezeichnung einfach zu übersetzen, die als mein Nachname sowieso in meinem Ausweis steht. (Ob Gary Cooper als Gerhard Böttcher auch so bekannt geworden wäre, wage ich allerdings zu bezweifeln.) Zudem benötigte Cooper, der „Historiker und Archivar aus Vermont“ (Mathias mag Vermont, zu viele Bücher mögen wir beide) natürlich einen deutschen Übersetzer, und nachdem nun schon in seinem Alias die journalistische Bombenstory untergebracht war (der S. Coop ist ein „scoop“, so das Fachwort), lag der „Heist“ nah, also der clevere Raubzug. Vorname Sam, Ahnenreihe holländisch, und schon hieß der kongeniale Übersetzer der „Fifth Plane“: Sam van Heist. Woraus sich rein zufällig beim Durchschütteln für´s Scrabblebrett die Namen „Mathias“ und „Sven“ ergeben. (Aus unerfindlichen Gründen legte Sam van Heist für John S. Coopers zweites Buch, „Zero“ (KiWi 2010), den Übersetzerjob nieder und übergab seine Aufgabe an den in Wyoming lebenden Gärtner „Tim Avenhass“.)

Erfreulicherweise stellte zunächst einmal niemand die Cooper-Legende in Frage. Ein Historiker aus Vermont hatte sein Thrillerdebüt vorgelegt, den ersten ernstzunehmenden 9/11-Thriller, und im damals noch herrschenden, noch nicht vollständig zensierten Klima durften sogar Spiegel-Autoren loben: „Ein dramatisches Roadmovie auf Leben und Tod – sofort und unmittelbar verfilmbar“ (Yassin Musharbash). Coopers Buch kam an, kletterte, wurde gelobt von der Krimi-Fachwelt – aber die ließ sich natürlich keine 126 Minuten aufs Glatteis führen, erkannte das Cover unterm Cover, also dass es das Original gar nicht gab, schlussfolgerte messerscharf, Cooper müsse ein Pseudonym sein und lobte Preise und Bücherkisten für den Whistleblower aus, der den Vogel enttarnte. Tat aber keiner. Der Verlag hielt dicht. Wir hielten sowieso. Dass am Ende wiederum ein Spiegel(online)-Redakteur die richtige Ahnung hatte, führte zum damals noch möglichen Videokompliment des Leitmediums an die (dementierenden) Autoren und zu einem temporären Platz direkt hinter Harry Potter in den Amazon-Charts.” (…)

Dass wir dort auch diesmal wieder landen, ist zwar ziemlich unwahrscheinlich – verdient wäre das aber ohne Frage, denn dieser Thriller bleibt aktuell, solange die Hintermänner von 9/11 auf freiem Fuß sind und Politik und Medien das Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern als Realität verkaufen….

Sven Böttcher, Mathias Bröckers: “Das fünfte Flugzeug” ,  Fifty-Fifty, 428 Seiten, 12 Euro

3JT #64: Blackout Culture

Die neue Blackout-Kultur – dass in den großen Medien bestimmte Themen nicht vorkommen, ist nichts Neues, aber der totale Blackout über entscheidende weltpolitische Themen hat eine neue Qualität. Außerdem: Neue wissenschaftliche Erkenntisse lassen Corona in neuem Licht erscheinen – aber die deutsche Bundesregierung macht weiter wie gehabt. Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer und Mathias Bröckers in Ausgabe #64 des 3. Jahrtausends – diesmal leider ohne Dirk Pohlmann, der sich vor Kühen auf die Flucht begeben musste… Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►► https://www.exomagazin.tv/blackout-cu…

Kohorte Tattergreis meets Generation Quasselstrippe

Dass “Sleepy Joe” Biden, wie Donald Trump seinen Konkurrenten nannte, gern mal die Wochentage verwechselt und manchmal nicht weiß, ob er gerade in Oregon oder in Ohio spricht, wurde ja schon öfter als Anzeichen für eine altersbedingte Demenz des US-Präsidenten gesehen. Da er ohne Teleprompter bis dato nur bei seltenen Pressekonferenzen frei geredet hat, ließ sich diese Diagnose nur schwer beurteilen. Was Joe Biden indes nach dem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Genf vergangene Woche äußerte, muß ernsthaft zu denken geben. Über den dramatisch fortgeschrittenen Grad der Bidenschen Hirnerweichung oder über die ungenierte Dreistigkeit seiner Lügen. Auf die Frage eines Journalisten, welche Reaktionen auf Putin die USA planten, sagte er: “Wie wäre es, wenn der Rest der Welt die direkte Einmischung der USA in die Wahlen anderer Länder sehen würden und jeder wüßte es ? Wie wäre es, wenn wir Aktivitäten betreiben würden wie er sie betreibt? Das schädigt das Ansehen eines Landes.”

Dass  Biden sich mit diesem Versuch, elegant mit rhetorischen Fragen zu antworten,  einen Volltreffer ins Knie verabreicht hat, musste selbst sein Haussender NBC anmerken, denn seit dem 2. Weltkrieg tun die USA praktisch nichts anderes und dem Rest der Welt sind diese “Einmischungen” durchaus bekannt – die zahlreichen Morde an Staatsoberhäuptern und unbotmäßigen Politikern ebensowie  die von den USA in 37 Ländern geführten oder angezettelten Kriege, die 20 Millionen Menschen das Leben kosteten.

Weil Biden in seiner langen Amtszeit als Senator und Vizepräsident allen diesen “Interventionen” und Kriegen zugestimmt hat und als politischer Vollprofi weiß, dass man keine sofort widerlegbaren Behauptungen aufstellen darf, bleibt für sein  Statement eigentlich nur die Erklärung, dass er das alles- sowohl seine persönliche Geschichte wie auch die seines Landes – nicht mehr auf dem Schirm und schlicht vergessen hat. Und ganz in der Phantasiewelt des bizarren Russiagate-Märchens lebt, das die Medien und seine Berater ihm seit fünf Jahren eingetrichert haben und in dem der “Ultraböse-dessen-Namen-man dauernd-nennt” mit magischen Fähigkeiten der guten Königin Hillary die Wahl gestohlen und  den irren Donald auf den Thron gebracht hat. Nur auf dem Hintergrund dieses Humbugs, den Biden offenbar tief verinnerlicht hat, kann man verstehen, warum er altväterlich lächelnd derartigen Schwachsinn von sich geben kann. Zwar in  demagogischer Absicht, aber weniger als dreister Propagandalügner, sondern eher als akuter medizinscher Fall.

Auch die weltberühmte Völkerrechtlerin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat mittlerweile gezeigt, dass sie als gelernte Trampolinspringerin dem geschichtsvergessenen US-Präsdidenten in Sachen Textsicherheit durchaus schon auf Augenhöhe begegnen kann – Kohorte Tattergreis meets Generation Quasselstrippe. Dass die grüne Kanzlerette mit ihrem gepimpten Lebenslauf und wirrem Gequassel auf Kosten der “Steuerinnenzahler” die guten Umfragewerte ihrer Partei  schnurstracks ruiniert hatte, wurde indessen nicht ihrer Mitgliedschaft in der Fraktion “Kein Ahnung aber davon reichlich” zugeschrieben. Und auch nicht der Geschichtsklitterung, auf den Schultern ihres Wehrmachts-Opas und Joschka Fischers an der Odergrenze  “Frieden und Freundschaft”  zu schaffen, sondern: „Annalena und wir werden nicht mehr nur national, sondern auch durch Putin und seine Geheimdienste (…) angegriffen, die im Internet Schmutzkampagnen gegen sie und uns Grüne fahren“ so der transatlantische Bonusmeilen-Experte Cem Özdemir. “Um die Grünen in der Regierung zu verhindern, ist dem Kreml jedes Mittel zuzutrauen. Ich kann allen Demokratinnen und Demokraten nur raten, sich nicht an Putins schmutziger Kampagne zu beteiligen”. Also damit das klar ist: wer nicht für sie ist, ist für den Iwan und  falls Annalena den Hopser ins Kanzerlinnenamt nicht schafft, steckt garantiert das “russische Regime” (Baerbock) mit seinen unsichtbaren Hackern dahinter, die ihren Teleprompter manipuliert haben. Was  böse Worte über die Kandidatin betrifft ist somit Zurückhaltung geboten. Den Rest
 wird sie selbst erledigen, wie Sleepy Joe muß man sie nur quatschen lassen. Und sich ansonsten mit der Weisheit der großen Volksschauspielerin Heidi Kabel abfinden, die als Wahrsagerin den kometenhaften Aufstieg dieser großen Völkerrechtlerin irgendwie schon vorhergesehen hat…

 

3JT #63: Frankenstein-Virus?

Ein Jahr lang galt es als Verschwörungstheorie – inzwischen mehren sich die Hinweise, dass das Virus künstlich geschaffen wurde. Was steckt dahinter?  Außerdem: Die erzwungene Landung des weißrussischen Regierungskritikers Protasewitsch in Minsk lief anders ab als berichtet. …und die USA schließen eine außerirdische Herkunft der UFOs nicht aus. Na sowas. Über all das und mehr reden die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #63 des 3. Jahrtausends!

Die Frankenstein-Viren aus der “Eco-Health”-Hexenküche

Vor mehr als einem Jahr, nachdem der Nobelpreisträger Luc Montagnier auf offenbar künstliche eingefügte Gen-Abschnitte in der DNA des  SARS-Cov-2 hingewiesen hatte,  schrieb ich einen Artikel über die “Gain of Function”-Forschung in Wuhan und in den USA, bei der an harmlosen Coronaviren genetisch herumgeschraubt wurde, um sie “scharf” zu machen. Zu diesem Zeitpunkt, im April 2020, galt es als absolut ungehörig, auf einen nicht-natürlichen Ursprung des Virus zu verweisen, “Le Monde” fuhr sofort schwerstes Diffamierungsgeschütz gegen Montagnier auf und stellte den 88-jährigen Entdecker des AIDS-Virus wegen seiner Bemerkungen in eine Reihe mit Nobelpreisträgern, die zum Rassismus oder Faschismus übergelaufen seien. Wenn selbst weltberühmte Experten derart abgekanzelt werden, ist es keine Überraschung, dass auch die Informationen und Links in diesem Artikel von den Großmedien vollkommen ignoriert wurden, auch wenn ihre Brisanz offensichtlich war. Sie belegten nämlich, dass die seit 2008 betriebene und von der Obama-Regierung 2014 wegen ihrer Gefährlichkeit nicht weiter finanzierte “Gain of Function”-Forschung unter der Hand weiter betrieben und nach Wuhan ausgelagert wurde. Statt mit direkten Zahlungen der US-Gesundheitsbehörde  wurden die Versuche, wie man Fledermausviren für Menschen ansteckend machen kann, nun über die  eine NGO namens “Eco Health Alliance” bezahlt, die  ihrerseits aus Bundesmitteln, von der Pharamindustrie und der Bill&Melinda Gates-Stiftung finanziert wird. Da die Pseudo-Philantrophie des Oligarchen Gates unantastbar ist, machte diese merkwürdige Allianz zur Erschaffung von Hybrid-Versionen von Fledermausviren keine großen Schlagzeilen – und würde es bis heute nicht, wäre nicht Anthony Fauci, Chef des National Institutes of Health (NIH) und oberster Virenjäger der USA, davon gerade schwer ins Stolpern gebracht worden.

Seine aufgrund einer “Freedom of Information Act”-Forderung veröffentlichten offiziellen emails zeigen nämlich, dass sein Institut das Moratorium der Erschaffung solcher Frankenstein-Viren 2017 aufhob und die Fortsetzung der Forschung in Wuhan mit 3,7 Millionen Dollar über das “Eco Health Institut” finanzierte. Darüber lies Dr.Amerika aber nie  ein Sterbenswort verlauten, behauptete stets eine natürliche Übertragung des Virus und betonte noch Anfang Mai vor dem Senat, dass sein NIH  “niemals und auch nicht jetzt  “Gain of Function”-Forschung im Institut der Viriologie in Wuhan” gemacht hätte. Was der Wahrheit nur insofern entspricht, als das NIH nicht direkt involviert war, sondern die Forschung nur absegnete und über die “Eco Health Alliance” finanzierte und durchführen lies. Deren Präsident Peter Daszak bedankte sich  dann auch per mail bei Fauci, dass er “öffentlich aufgestanden ist und erklärt hat, dass die wissenschaftlichen Beweise einen natürlichen Ursprung von Covid-19 belegen, nämlich eine Übertragung von einer Fledermaus zum Menschen und Covid-19 nicht einem Labor des Wuhan Institute of Virology entsprungen ist.”
Daszak lancierte dann im Februar 2020 einen im renommierten medizinischen Fachblatt “The Lancet” abgedruckten offenen Brief  von 27 Wissenschaftlern aus 8 Ländern, die Gerüchte und  “Verschwörungstheorien” über einen künstlichen Ursprungs des Virus verdammten.

Die Beweise für eine natürliche Übertragung des SARS-CoV-2-Virus von Tieren auf Menschen fehlen freilich bis heute, der email-Verkehr des Dr.Fauci belegt unterdessen, dass es durchaus eine Verschwörung gab – nicht ausgedacht von irgendwelchen Querdenkern oder Aluhüten, sondern praktiziert vom Chefvirologen der USA und der NGO “Eco Health Alliance”, die die suspendierten Gen-Experimente nach Wuhan auslagerten. Dass ausgerechnet dort dann die Corona-Seuche ausbrach, kann Zufall gewesen sein, ebenso wie die Tatsache, dass SARS-Cov-2 große Ähnlichkeit mit dem dort 2015 künstlich geschaffenen chimärem Virus aufweist, das die “Fledermausfrau” Dr. Shi Zhengli aus einem Oberflächenprotein  des Fledermausvirus SHC014 und dem Rückgrat eines SARS-Virus zusammengebaut hatte. Kein Zufall ist es indessen, was aus der email hevorgeht, die der Stellvertreter Dr. Faucis, Hugh Auchincloss, an seinen Chef geschickt hatte, nachdem ein Artikel über das Frankenstein-Virus in “Nature” erschienen war und in der Folge zahlreiche Wissenschaftler auf die Gefahren und die Unverantwortlichkeit solcher Forschung verwiesen hatten:  Faucis NIH aber hatte diese Forschung “überprüft und genehmigt”. Was nicht wundert, denn wie Fauci 2012 in einem Papier festhielt, sei die “Gain of Function”-Forschung zu wichtig, um sie wegen eines Pandemie-Risikos durch einen Laborunfall zu stoppen.  Auch wenn der gute Doktor Amerikas das mittlerweile anders sehen dürfte, scheinen seine Tage im Amt wohl gezählt, sein neues Buch “Erwarte das Unerwartete”, das diesen Monat erscheinen sollte, wurde vorerst schon mal auf November verschoben.

Das Magazin “Vanity Fair” hat in einer großen Recherche in seiner jüngsten Ausgabe  die Indizen für ein “Lab Leak”, einen Laborunfall in Wuhan, zusammengetragen, die die Lab-Leak-Theorie weiter erhärten, wie auch die Arbeiten von  zwei ehemaligen Wissenschaftsjournalisten der New York Times (hier und hier). Definitive Beweise dafür gibt es aber nach wie vor nicht – und werden womöglich auch nicht kommen, denn die Frage nach dem Covid-19-Ursprung ist im höchsten Maße politisiert. Sie war es von Beginn an, als Donald Trump nur vom “China-Virus” sprach und es ein Jahr lang politisch unkorrekt und ein Tabu war, nach etwas anderem als einem natürlichen Überträger zu suchen, und sie ist es bis heute, wo Trump auf dem Republikaner-Parteitag gerade eine 10 Milliarden Entschädigung von China forderte und der US-Senat  eine Resolution an die WHO mit der Forderung erließ, den Ursprung des Virus weiter zu untersuchen. Dass China davon “not amused” sein wird und weiterhin jede Schuld abstreitet,  ist  absehbar. Weil  aber mit der US-Gesundheitsbehörde und Dr. Fauci jetzt nicht mehr nur ein schlampiges Labor in Wuhan, sondern auch seine Finanziers und Auftraggeber aus den USA  in der Schusslinie stehen, dürfte auch von dieser Seite gemauert  werden. Und die Öffentlichkeit weiter im Dunkeln bleiben…

“Wer, wenn nicht Bill?” – Interview mit Sven Böttcher

Mein  geschätzter Kollege und Ko-Autor Sven Böttcher hat ein kleines feines Buch geschrieben, Ken Jebsen hat mit ihm darüber gesprochen: „Wer, wenn nicht Wir Bill?-  Anleitung für unser Endspiel um die Zukunft 

“Gesundheit! Neben der Freiheit ist die Gesunderhaltung des eigenen Körpers wohl eines der wichtigsten Ziele des Menschen. Erhebt man beides aber zum Dogma, lässt sich damit ganz einfach Politik machen und die Masse steuern. Freiheit durch Gesundheit heißt im Umkehrschluss: keine Freiheit ohne Gesundheit. Diese so genannte „Ermittlungshypothese“ ließ sich in den letzten 14 Monaten live beobachten und bestätigte die „Banalität des Bösen“. Denn, wer nicht für die Maßnahmen ist, ist gegen die Gesundheit. So klar, so einfach, so manipulativ funktioniert das Spiel mit der Angst: in Deutschland, in Europa, weltweit.

In seinem neuen Buch „Wer, wenn nicht Wir Bill?“ beschreibt Sven Böttcher nicht nur dieses Spiel aus einer eher nüchternen und humorvollen Perspektive, sondern teilt auch noch die beteiligten Player in Teams ein. Im Buch finden sich Team Bill, Team Mensch und Team Old auf dem Spielfeld „Erde“ ein. Ziel des Spiels: Überleben. Mit Pandemie, Klimawandel, Kapitalismus und allen weiteren globalen Problemen und Herausforderungen.”

PS: Dieses Gesamtpaket von Problemen und Herausforderungen haben Sven und ich in “Die ganze Wahrheit über alles”  schon 2016 en detail aufgedröselt  und die Lösungswege aufgezeigt.

“How does it feel….?” – Happy Birthday Bob Dylan!

Am  24.Mai 2021 wird Bob Dylan 80 Jahre alt. Für seine Lyrics wurde er mit dem Nobelpreis geehrt und das Fachblatt “Rolling Stone” pries ihn als Schöper des “besten Songs aller Zeiten”. Aufgenommen 1965, wurde dieses Lied aber eher zufällig ein Welthit, es lag schon in der  Vorhölle für  beerdigte  Projekte. Doch sein Titel benennt bis heute, wie der Stern Bob Dylan auf seiner Never Ending Tour über den Bühnen der Welt seine Kreise zieht: Like a rolling stone.

Im Studio A im Obergeschoß des Columbia-Buildings in New Yorks Seventh Avenue nahmen die Top-Stars von Columbia Records ihre Platten auf. Frank Sinatra hatte hier «New York, New York» und Dutzende weitere Klassiker eingespielt und jüngere Künstler wie Barbara Streisand oder Andy Williams («Moon River») gerade ihre ersten Hits produziert.

Die Musiker, die sich am 15. Juni 1965 dort mit Bob Dylan versammelt hatten, entsprachen nicht dieser amerikanischen Mainstream-Musik, die Columbia groß gemacht hatte. Nach vier Folk-Alben mit Balladen wie «Blowin’ in the wind» und «The times they are a’changin» hatte Dylan im April 1965 seinen ersten Rocksong «Subterrean Homesick Blues» aufgenommen, doch war dieser unterirdische Heimwehblues – eine Litanei,die heute von Historikern als Ur-Musikvideo und Vorgänger des Rap gefeiert wird – nicht im Enferntesten in die Chartränge vorgestoßen, die die Hits dieses Frühjahrs belegten: die Beatles mit «Eight days a week» und die Rolling Stones mit «Play with fire».

Die britischen Bands hatten dem ur-amerikanischen Rhythm & Blues neues Leben eingehaucht, doch an den «Majors» wie der CBS-Tochter Columbia-Records war dieser Trend vorbeigerauscht. Schon 1955 hatte man dem Rock’n Roller Elvis Presley keinen Vertrag gegeben und 1963 auch das erste Beatles-Album abgelehnt. Und dass Bob Dylan an diesem Junitag 1965 mit „Like a rolling stone» gerade den besten Rocksong aller Zeiten eingespielte, wollten die Plattenbosse nicht hören – jedenfalls nicht sofort. Und schon gar nicht konnten sie sich vorstellen, dass es im November 2004 in einem führenden Fachblatt heißen würde:

«Kein anderer Popsong hat die kommerziellen Gesetze und künstlerischen Konventionen der Zeit so herausgefordert hat, für alle Zeiten». So kommentierte die Musikzeitschrift «Rolling Stone» das Ergebnis einer Wahl, bei der Redakteure, Musiker und Kritiker  Bob Dylans «Like a rolling stone» zum besten Song aller Zeiten gewählt hatten. Vor «Satisfaction» von den «Rolling Stones», John Lennons «Imagine» und 497 weiteren Popklassikern.

«Es ist eine Schande, dass der politische Liberalismus den Rock’n Roll in Beschlag genommen hat», kritisierte der rechts-konservative «American Spectator» die Wahl, zudem sei Dylan musikalisch nicht einmal gut genug «einem Elvis Presley die Gitarre zu stimmen.» Für Empörung sorgte die Auszeichnung freilich nur in Kreisen, für die Bob Dylan, die Beatles und die Rolling Stones schon damals ein rotes Tuch waren – Exponenten der Gegenkultur, die den 60er Jahren ihren Stempel aufgedrückten: Bürgerrechtsbewegungen, Studentenproteste, Woodstock-Festival.

Bob Dylan stand dabei für eine neue Generation von Künstlern, die anders als Elvis, der 1958 noch mit viel staatstragender PR und «Muß I denn zum Städele hinaus…» zur Armee gegangen war, Militär und Krieg ablehnten. Wegen der massiven Bombardments in Vietnam war es Anfang 1965 zu den ersten Großdemonstrationen in Washington gekommen, die beginnende Rekrutierung von Bodentruppen drohte vielen jungen Männern mit Einziehung.

Im Süden der USA reagierten weiße Kapuzenmänner auf die offiziell aufgehobene Rassentrennung mit Terroranschlägen auf Schwarze – nach der Ermordung John F.Kennedys zwei Jahre zuvor – Dylan hat diesem “Murder Most Foul» noch 2020 eine wunderschöne Ballade gewidmet – schien der Aufbruch in ein besseres, gerechteres Amerika in ein Rollback umzuschlagen. Aber die Jugendkultur hatte ein neues Medium entdeckt und nutzte es zum Widerstand: Verstärker, elektrische Gitarren, Schallplatten, Radio.

Diese Vereinigung von Protest und E-Gitarre, Pop und Politik, Musik und Botschaft bahnte sich Anfang 1965 gerade an, war aber noch nicht zu hören. Doch dann wachte der Stones-Gitarrist Keith Richards im April in einem Hotelzimmer in Florida auf, weil ihm mitten in der Nacht ein Gitarren-Riff eingefallen war. Er stellte das Tonband an, hielt die Eröffnungsakkorde von «Satisfaction» fest – und definierte damit einen Musikstil, der fortan nicht mehr «Rock’n Roll», sondern «Rock» genannt wurde.

Und Bob Dylan beschloß zur selben Zeit, seine Rolle als schrammelnder Folk-Barde mit Wanderklampfe und Holzfällerhemd abzulegen, und diese neue Art von Musik mit Inhalt zu füllen. Seit diesem Frühjahr 1965 klang Popmusik nicht nur anders – sie erzählte auch andere Geschichten. Und die Aufnahme von «Like a rolling stone» markierte diese Zeitenwende.

Shaun Considine, damals Koordinator der Neuveröffentlichungen bei «Columbia», erzählte der «New York Times», dass die Single um ein Haar gar nicht erschienen wäre, weil sie den Verkaufs-und Marketingmanagern nicht ins Konzept paßte: «Ihre Ablehnung kam von zwei Seiten. Zum einen mochten sie keinen Rock – aber das wurde natürlich nicht gesagt. Sie hängten sich an der Länge des Songs auf.

1965 lag die übliche Länge einer Single, die im Radio gespielt wurde, bei drei Minuten. «Like a Rolling Stone» kam eine Sekunde unter sechs Minuten ins Ziel – und der salomonische Rat der Verkäufer lautete: Schneide das Baby in zwei Teile.» Als man Dylan diesen Beschluß präsentierte, lehnte er ab.

Der Veröffentlichungstermin der Platte wurde daraufhin von «sofort» auf «unbestimmt» verschoben, was nichts anderes bedeutete als die Vorhölle für beerdigte Projekte. Zudem stand ein Umzug in ein anderes Gebäude an und als ihm beim Kistenpacken eine Kopie des eben «verschobenen» Dylan-Songs in die Hand fiel, nahm Considine die Platte mit nach Hause.

Er spielte sie am Wochenende so oft und so laut, dass die Nachbarn sich beschwerten – und dann fiel ihm ein, wo man solche Musik zu schätzen wüßte. Ein paar Wochen vorher war der heißeste Musikclub der Stadt eröffnet worden, das «Arthur» in der 54th Street – jeder wollte da hin, doch Dylan war mit seinen Jungs und ihren bierbesprenkelten Klamotten aus dem Army-Store an der Tür abgewiesen worden.

Dank Shaun Considine erging es seiner Platte besser – weil er Clubmitglied war, erfüllte der DJ ihm den Wunsch, das Stück zu spielen. Den Namen des Sängers nannte er nicht und sagte dazu, dass das Stück sehr lang sei und ruhig abgebrochen werden könnte, wenn die Tänzer sich langweilten. Doch als die Platte dann nach einer Pause gespielt wurde, geschah das Gegenteil:

«Die Wirkung war erdbebenartig. Die Leute stürmten die Tanzfläche und die, die sitzenblieben hörten zu. ‹Wer ist das›, rief der DJ in meine Richtung. «Bob Dylan» schrie ich zurück und der Name machte die Runde im Saal.»

Unter den Gästen waren auch die DJs von zwei großen New Yorker Radiostationen, die am nächsten Morgen bei Columbia Records anriefen und sich darüber beschwerten, dass sie noch keine Kopien der neuen Dylan-Single erhalten hätten. Eilsitzungen wurden einberufen und am 15. Juli 1965, vier Wochen nach der Aufnahme, wurde die Platte an Läden und Radiostationen verschickt , gepresst auf rotes Vinyl, um den DJs zu zeigen, dass es sich um ein «heißes» Produkt handelte, – und mit dem Label: «Like a rolling stone (Part 1), timing 3:02», sowie der B-Seite «Part 2 (timing 3:02)».

Die Verkaufsabteilung hatte einmal mehr zugeschlagen – aber konnte sich dennoch nicht durchsetzen. Die DJs schnitten beide Seiten auf Band und spielten den kompletten Song im Radio, eine Woche später kam «Like a rolling stone – full version» in die Billboard Charts, Anfang September war er bis auf Platz zwei geklettert. Hinter «Help» von den Beatles und vor den Rolling Stones, die den ganzen Juli über die Nr. 1 mit «Satisfaction» belegt hatten.

Mit dem Titel hatte Dylan nicht nur auf seine historischen Wurzeln verwiesen, Muddy Waters Bluesklassiker «Rollin’ stone» von 1948, sondern auch auf die britische Band, die sich nach ihm benannt hatte. «Doch das Rennen lief nicht nur zwischen den Beatles, Bob Dylan und den Stones und allen anderen. Die Popwelt war im Rennen mit der größeren Welt, der Welt der Kriege und Wahlen, der Arbeit und Einkommen, der Armen und Reichen, der Schwarzen und Weißen., der Männer und der Frauen – und 1965 war zu fühlen, dass die Popwelt gewann.», schreibt der Musikhistoriker und Dylanologe Greil Marcus, der «Like a rolling stone» ein ganzes Buch gewidmet hat.

Die «Biographie» eines Songs, mit dem die Emanzipation der Popmusik von Schubidu und Themen wie Herz und Schmerz begann, obwohl er auf der Oberfläche doch eigentlich von nichts anderem erzählt. Ein enttäuschter Verehrer, der eine abgestürzte «Miss Lonely» fragt, wie es ist, arm und homeless zu sein: «How does it feel ?». Doch dahinter erzählte Dylan noch ganz andere Geschichten: die eines ganzen Landes, das im Wohlstandsrausch die Realität auf der Straße ausgeblendet hatte, das Intoleranz und Selbstgefälligkeit pflegt und sich über die Wirklichkeit mit Illusionen und Alibis hinwegtäuscht.

Und er sang davon, dass diese Wirklichkeit weniger auf den «finest schools» gelehrt wird, sondern von den Freaks auf der Straße, nicht von «Diplomaten in Chromschlitten» sondern von «verlumpten Napoleons», die merkwürdig reden und «»mysteriösen Tramps», die merkwürdige Psychedelika verkaufen. Mit dem «napoelon in rags» , dem «mystery tramp» und den anderen Gestalten, die Dylans Sechs-Minuten-Dramolett bevölkern – die Verse entstammten einem längeren Text, den er nach eigenen Angaben an einem Abend «herausgekotzt» hatte – hatte Dylan nicht einfach irgendeine rätselhafte Personage erstellt, sondern Figuren und Situationen, in denen sich das Publikum wiederfand.

Wie das auf seine Zuhörer wirkte, erzählt Jann Wenner, der gerade als Musikjournalist anfing – und wie fast jeder junge Mensch im Kalifornien dieser Zeit an den «Acid-Test» genannten Partys teilgenommen hatte, auf denen der Autor Ken Kesey («Einer flog übers Kuckucksnest») und seine «Merry Pranksters» mit Musik, Lightshows und LSD das Hippie-Zeitalter der Bewusstseinserweiterung einläuteten:

«Ich dachte immer, das ist meine Geschichte…. Ich war auf den besten Schulen, niemand lehrte mich wie man auf der Straße lebt…. Und dann rennst du plötzlich mit Leuten wie Ken Kesey, den Hells Angels und Drogendealern rum, und einer von denen ist der Mystery Tramp. Und auf so einem Acid-Test kommt dann irgendein Verrückter mit einem Bart und einem Hut und du schaust in das Vakuum seiner Augen und sagst: «Do you want to make a deal».

Wenner fand sich nicht nur im Subtext von Dylans Zeilen wieder, sondern auch in der direkten und fordernden Sprache dieser Aufbruchszeit, mit der er aber als Journalist in den etablierten Medien kaum landen konnte und deshalb 1967 eine eigene Zeitschrift gründete, den «Rolling Stone».

Zu diesem Zeitpunkt waren die protestierenden Buhs, die Dylan beim ersten Auftritt mit der Elektro-Gitarre für «Like a rolling stone» von seiner alten Folk-Gemeinde noch erhalten hatte, schon verstummt – er hatte nicht nur sich neu erfunden, er hatte auch der Musikwelt einen entscheidenden Impuls verpaßt und ein neues Genre erfunden: Folk-Rock.

Die «Beatles» hatten ihm dabei demonstriert, wo es musikalisch lang geht – Dylan half ihnen im Gegenzug, inhaltlich über «She loves you – yeah yeah yeah» hinauszukommen. Am 24. August 1964, so ist es in der Beatles-Chronologie festgehalten, probierten die bis dahin nur mit Alkohol und Aufputschmitteln vertrauten Pilzköpfe im Haus von Bob Dylan erstmals Marihuana – zu  «Lucy in the Sky with Diamonds» war es von da nicht mehr weit. So wie Dylan die Folk-Klamotten legten sie die Showanzüge ab, aus der unterhaltsamen Liverpooler Boygroup wurden die engagierten «Beatles» …

Der Song des mittlerweile zu Recht für sein lyrisches Werk mit dem Nobelpreis geadelten 24-jährigen Dylan mag für die Ohren heutiger Jugendlicher wie ein Relikt aus der musikalischen Mottenkiste klingen – 1965 hingegen elektrisierte das Stück die Hörer. So zufällig und auf Umwegen freilich, wie es seinen Weg aus der «Columbia»-Ablage zum Welthit gefunden hatte, so zufällig war auch sein Sound entstanden.

Außer dem Gitarristen Mike Bloomfield, mit dem Dylan vorher ein bisschen geprobt und ihn angewiesen hatte «ja nicht so einen B.B.King-Scheiß zu spielen», brachte er nur einen Haufen Text-Zettel mit ins Studio(sie wurden 2014 für 2 Mio. $ versteigert), keine Noten.

Die Musiker, die der Produzent Tom Wilson für Bass, Schlagzeug und Piano bestellt hatte, wussten nicht so recht, wo es langgeht und am ersten Tag der Session kam nichts Brauchbares heraus. Am zweiten Tag saß dann zufällig ein junger Studio-Gitarrist, Al Kooper, hinter der Scheibe, der die anderen Musiker kannte. Die Takes schleppten sich dahin, das Stück nahm keine richtige Fahrt auf.

Als der Produzent zum Telefon gerufen wurde, ging Kooper in den Aufnahmeraum, setzte sich an die Orgel und machte einen Vorschlag, wie man den Chorus aufladen könnte – mit jenen nach Garagen-Gospel klingenden hohen Orgelakkorden, die dem Refrain nach dem «How does ist feel» mit einem Zauberstreich ein neues Gepräge gaben.

Als der Produzent nach dem Telefonat zurückkam, wunderte er sich: «Hey, was machst du denn da an der Orgel…» – Kooper grinste zurück und der Produzent rief: «Awright, here we go…» – und dieser Take war es dann.

Die Band, die den Song des Jahrhunderts aufnahm, spielte danach nie wieder zusammen. Der grandiose Gitarrist Mike Bloomfield scheiterte in den 80er an Alkohol und Heroin, Al Kooper gründete und produzierte später Bands wie «Blood, Sweat & Tears» und «Lynard Skynard» – und alle anderen sind vergessen.

Nur Bob Dylan – «für die Popmusik das Gleiche wie Einstein für die Physik» (Newsweek) – ist noch immer unterwegs, ein Gestirn, das seine Kreise zieht, seit 1988 auf einer «Never Ending Tour» mit bis zu 200 Konzerten pro Jahr (aktuelle Daten auf www.bobdylan.com), with no direction home, strahlend und funkelnd, aber auch düster und traurig – wie das nun mal so ist, in Himmel und Hölle auf Erden,  Like a rolling stone…

Erschienen auf Zeitpunkt.ch