Epsteingate

Update: Dass sich Co-Conspiratoren Epsteins nicht zurücklehnen können, weil weiter gegen sie ermittelt würde, hat William Barr zwar angekündigt, Epsteins leitende “Zuhälterin” Ghislaine Maxwell aber futtert in L.A. gemütlich Burger und liest Bücher über die CIA, berichtet (mit Fotos) die New York Post.
Auf eine weitere interessante Dame, nicht im Zusammenhang mit Epsteins Sex-Eskapaden sondern mit seinen Geschäfts,-und Geheimdienstbeziehungen, stiess ich erst nach Redaktionsschluß der Sendung, Nicole Junkermann. Der Name der Unternehmerin tauchte nicht nur in den “Panama Papers” und dem FIFA-Korruptionsskandal um Sepp Blatter auf, sondern 2002 auch im “Flight Log” von Epsteins “Lolita Express” – und im “Board of Directors” einer Software-Firma, die von dem israelischen Ex-Ministerpräsidenten und Epstein-Stammgast Ehud Barak geleitet wird: “An ex-model whose name appeared in the Panama Papers from the Mossack Fonseca leaks and who became embroiled in a FIFA corruption scandal with Sepp Blatter and his family. She is perhaps the closest example that you could possibly find to a real-life “Bond Girl.” Yet, she is almost completely unknown to the majority of us.” Johnny Vedmore hat die illustre Lady in seinem Artikel ein wenig beleuchtet.
Die mittlerweile von den New Yorker Behörden offiziell erklärte Todesursache “Selbstmord durch Erhängen” wird weitere die Spekulationen über den Tod Epsteins  nicht verhindern, viel in
teressanter aber scheinen mir die Aufdeckung seiner Geschäfts,-und Geheimdienstverbindungen, deren Protagonisten ja noch am Leben sind…

Der mysteriöse Tod von Jeffrey Epstein zieht immer weitere Kreise. Gibt es Hinweise auf eine Verstrickung von Geheimdiensten? Außerdem: Die BILD-Zeitung schießt gegen KenFM – Jetzt muss sogar ein Interview von Ken Jebsen herhalten, um den Handel mit dem Iran zu verhindern. Und was gibt’s eigentlich Neues von Julian Assange? Über all dies und mehr sprechen die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in der neuesten Ausgabe #31 des Dritten Jahrtausends! Sämtliche Links zur Sendung auf exomagazin.tv

R.I.P. Karry Mullis

Am 7. August ist der Biochemiker Karry Mullis im Alter von 74 Jahren gestorben. Er hatte in den 1980er nicht nur das vielleicht wichtigste Verfahren der genetischen Medizin entdeckt und dafür 1993 den den Nobelpreis erhalten, sondern immer auch betont, dass ihm LSD dabei geholfen hat. Auch Francis Crick, der Entdecker der DNA, hatte in den 1950ern mit LSD experimentiert, aber seinem Biographen verboten, darüber zu berichten. Da war Karry Mullis von anderem Kaliber. Hier ein kurzer Auszug aus einem Vortrag, denn ich 2006 bei einem Symposion gehalten hatte:

“Karry Mullis ist mit Sicherheit der einzige Nobelpreisträger, der sich auf einem Buchcover in Badehosen abbilden läßt, was beim Titel seiner Autobiographie “Dancing naked in the mindfield” sogar noch als Zugeständnis gewertet werden kann. Beim Nacktanz im Bewußtseinsfeld entwickelte er in den 80er Jahren die Polymerase Kettenreaktion (PCR), ein Verfahren, mit dem Abschnitte der DNA einfach kopieren kann – und damit das wichtigste Verfahren der modernen genetischen Medizin. Einige Tage bevor er 1993 den Nobelpreis erhielt, rief ihn sein Mentor von der Berkeley Universität, Professor Neilands, an und ermahnte ihn, gegenüber der Presse nicht zu viel zu plaudern. In seinem Buch schreibt Mullis:

“ Joe Neilands sagte es sei schon in Ordnung, wenn ich über meine Liebe zum Surfen und für die Frauen spreche, aber er dachte, das Kommitee wäre schockiert wenn ich ein Bekenntnis zum LSD abgeben würde. Surfen, Frauen und LSD wäre zu viel, meinte er…aber Joe wußte, dass ich nicht den Mund halten würde.”

In der Tat – in seiner Autobiographie schreibt Mullis nicht nur freimütig über seinen seit 1966 währenden LSD-Gebrauch, sondern auch über einen dem seriösen Wissenschaftlerimage noch weniger förderlichen Kontakt, nämlich den mit einem Alien, den er in der Nähe seiner Waldhütte in Mendocino traf – in Form eines großen leuchtenden Kanninchens, das plötzlich am Waldesrand stand und sagte “Guten Abend, Doktor” – danach erinnert er sich an nichts mehr und findet sich erst am frühen Morgen auf dem Weg zu seiner Hütte wieder. Eine Erklärung für das Ereignis und die fehlende Zeit hat Karry Mullis nicht – und er sagt, er wird kein wissenschaftliches Papier dazu präsentieren, weil er keine leuchtenden Kanninchen reproduzieren kann: “Es ist, was die Wissenschaft anekdotisch nennt, weil es in einer Weise geschah die sich nicht reproduzieren läßt. Aber es ist geschehen.”

Zwar schließt sich auch hier wieder ein Kreis von Mythen und Molekülen – und mit dem merkwürdigen intelligenten Tierwesen, von dem der spätere Nobelpreisträger Karry Mullis entführt wird, sind wir wieder bei den Schimären und Tiergestalten der steinzeitlichen Höhlenmalerei und bei den wahren Halluzinationen den Schamanen – und dem Fakt, dass uns “Aliens” , wie immer geartete Wesen aus einer wie immer gearteten Ebene oder Dimension – seit Anbeginn der Menschheit begleiten. Aber das ist wieder eine ganz andere Debatte.”

Albert Hofmann, den Entdecker des LSD, hatte ich bei der Vorbereitung dieses Vortrags gefragt, ob er Karry Mullis einmal kennengelernt hätte. “Ja”, antwortete er und lachte, “aber nur am Telefon”.  Mullis hätte ihn aus Stockholm angerufen, nachdem er dort den Nobelpreis bekommen hatte, und gefragt, ob er ihn besuchen könnte. Am nächsten Tag wäre dann ein weiterer Anruf von ihm gekommen: er hatte sich im Zug nach Basel soviel Champagner gegönnt, dass er betrunken eingeschlafen sei und man ihm die Brieftasche mit Ausweisen und Geld geklaut hätte. Er müsse sich jetzt neue Papiere besorgen und könne nicht vorbei kommen. So lernten sich die beiden zwar nicht kennen, aber der “Nackttänzer im Bewußtseinsfeld” stellte einmal mehr unter Beweis, dass er zu feiern versteht. Und jetzt versteht er vielleicht auch, was es mit diesem leuchtenden Kanninchen auf sich hatte. R.I.P. Karry Mullis….

Ein überwältigend freundliches „Ami go home!“

Es gibt sie noch, die Nachrichten und Schlagzeilen, die richtig gute Laune machen. Zumindest mir ging es so, als ich letzte Woche auf „Spiegel Online“ lesen konnte: „US-Botschafter Grenell droht Deutschland mit Truppenabzug“ – und dann auch in der Süddeutschen Zeitung: „USA drohen erneut mit Truppenabzug aus Deutschland“.

Ja was war denn da los? Ich war noch in den Ferien, halbwegs offline, und hatte die Nachrichten nicht regelmäßig verfolgt. War etwas so Entscheidendes passiert, dass der US-Botschafter nicht mehr an sich halten konnte und derart dramatische Drohungen loslassen musste ? Nein, es war gar nichts passiert, es herrschte mehr oder weniger Sommerloch an der Nachrichtenfront. Der Grund für Grenells Drohung war nicht mehr als ein bisschen Agenda-Setting und Stimmungsmache für die anstehende Europareise von Donald Trump:

“Es ist wirklich beleidigend, zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50 000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden” , hatte der Botschafter gegenüber der Deutschen Presse Agentur bekundete. Zuvor hatte seine Kollegin in Polen, Georgette Mosbacher, schon getwittert: “Polen erfüllt seine Zahlungsverpflichtung von zwei Prozent des BIP gegenüber der Nato. Deutschland tut das nicht. Wir würden es begrüßen, wenn die amerikanischen Truppen in Deutschland nach Polen kämen.”

Wieder einmal geht es um die ominösen 2% vom Bruttosozialprodukt, die die Mitgliedsstaaten der Nato für Aufrüstung ihrer Armeen ausgeben sollen – ein „Richtwert“, der bei einer Nato-Tagung im Jahr 2002 aus dem Hut gezaubert wurde, der aber weder rechtlich, noch sonst irgendwie verbindlich ist. Schon gar nicht existiert eine „Zahlungsverpflichtung“ wie die polnische US-Botschafterin behauptet. Auch hat der Bundestag nie einen Beschluss darüber gefällt, 2% des BIP für Aufrüstung auszugeben – und eine politische Debatte darüber, ob nicht auch 0,6 % ausreichen würden, wie in Östereich – oder 0,34 % wie in Irland, wurde nie geführt.

Sind den Schweizer Eidgenossen ihre Landesgrenzen so wenig wert, dass sie nur schlappe 0.7 % ihres Brutto-Inlandprodukts für deren Verteidigung ausgeben ? Sitzen Iren und Östereicher*innen nächtens verängstigt in ihren Kellern, weil sie Angriffe auf ihr Land fürchten müssen ?

Wenn nein, wie kommt es dann, dass sie sich so sicher fühlen auch wenn ihre Sicherheitsausgaben so gering sind ? Sind die Deutschen derart verschreckt, dass sie ein Vielfaches hinlegen müssen, um sich sicher zu fühlen ? Warum sind die aktuell bei 1, 3 % liegenden Rüstungsausgaben nicht schon mehr als genug ? Nur weil Donald Trump gern mehr hätte und ein paar Nato-Fritzen sich mehr Material zum Verballern wünschen ? Reichen die in Deutschland stationierten US-Atombomben noch nicht aus, um eine nukleare Apokalypse in Mitteleuropa zu veranstalten ?

Das wären so die Fragen, die einem in den Kopf kommen, wenn die scheinbar gottgegebenen 2% in den Nachrichten auftauchen, die dem Moloch „Militärisch-industrieller-Komplex“ per anno in den Rachen geworfen werden sollen. Wobei es mit Gold und Geld allein auch noch nicht wirklich getan ist, weil eigentlich erwartet wird, das auch noch junge Männer und Frauen als Opfer dargebracht werden, um als Helden ihr Leben zu lassen – irgendwo am Hindukusch oder wo sonst gerade die gefühlte Sicherheit verteidigt werden muss.

Wird nun diese gefühlte Sicherheit auf ein untragbares Minimum schrumpfen, wenn die USA ihre Drohung wahrmachen und ihre Truppen abziehen ? Natürlich nicht, weshalb das Fachmagazin „Postillon“ die Drohungen aus dem Hause Trump auch entsprechend kommentierte: „USA drohen mit Truppenabzug: Deutsche reagieren mit kollektivem Winken“. Auch wenn die Reaktion des US-Botschafters auf dieses überwältigend freundliche „Ami go home!“ noch nicht bestätigt wurde, triftt sie den Kern der Sache:

“Also, wenn uns alle so nett bitten,“ so wird Grenell zitiert,“dann verschieben wir den Truppenabzug nochmal. Aber die Verteidigungsausgaben müssen hoch. Sonst… sonst bleiben wir für immer!”

Auch als Podcast auf KenFM

Terror im Namen des Staats

Ein unglaublicher Geheimdienstskandal erschüttert Spanien und wirft ein neues Licht auf die Anschläge 2017 in Katalonien. Gibt es Parallelen zum Fall Anis Amri? Außerdem: Es gibt neue Informationen zum Reichstagsbrand. Der US-Sonderermittler Mueller hat soeben Russiagate für immer beerdigt und wir gehen der Frage nach, ob die von Zecken übertragene Krankheit Borrelliose aus einem biologischen Waffenlabor der USA stammt. Über all dies und mehr sprechen die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in der neuesten Ausgabe #30 des Dritten Jahrtausends!

Ist die westliche Wertegemeinschaft von allen guten Geistern verlassen?

Die “Neue Zürcher Zeitung” hat eine Kolumne von Milosz Matuschek zur Causa Julian Assange publiziert, die sich auf das Angenehmste von der propagandistischen Schmiere unterscheidet, mit der die etablierten Medien zum Thema Wikileaks und Assange berichten:

“Der Fall Assange ist ein Kristallisationspunkt für die Dekadenz der Demokratie: Entweder hat der Bürger Entscheidungsmacht auf Basis transparenter Informationen, oder er ist Untertan.

1971 veröffentlichten die «New York Times» und die «Washington Post» Geheimdokumente der US-Regierung über den Vietnamkrieg. Der brisante Inhalt: Die Regierung rechnete nicht mit einem Sieg in Vietnam, war aber bereit, weiter amerikanische Bürger zu verheizen. Die Veröffentlichung der «Pentagon Papers» half den Krieg zu beenden, auf die Journalisten regnete es Pulitzerpreise, und insgesamt war es ein Sieg der Wahrheit über die offizielle Propaganda.

Derartige Sternstunden sind heute selten geworden. Gut, wir erfuhren, dass der US-Geheimdienst eigene Bürger und befreundete Staats- und Regierungschefs abhörte, von «weisser Folter», Guantánamo und von zahlreichen Kriegsverbrechen, wie im Fall von US-Soldaten, die von Helikoptern aus irakische Zivilisten und zwei Reuters-Journalisten erschossen, als wäre es Counter-Strike – gemäss den USA eine reguläre Anti-Terror-Aktion. Doch das meiste davon erfuhr man nicht zuerst aus Qualitätsmedien, sondern von Wikileaks. Und für die Veröffentlichung vieler als geheim klassifizierter Dokumente über Verbrechen der Mächtigen droht Julian Assange jetzt in den USA eine Haftstrafe von 175 Jahren. Erstmals könnte ein Publizist dort wegen Spionage verurteilt werden.

Im Kern geht es im Fall Assange um die Existenz der westlichen Demokratie. In der echten Demokratie ist jeder Bürger ein Fürst, auch und gerade der Dissident. Der Bürger hat als Souverän die Entscheidungsmacht. Entscheidungen kann er jedoch nur auf Basis von wahren Informationen treffen. Werden ihm diese vorenthalten, verwandelt sich Demokratie in eine Plutokratie und der Bürger in ein unter Kuratel stehendes Kind, einen Untertan mit Konsumrecht. Der Staat darf Feinde belügen, nicht aber den eigenen Bürger – ausser, er betrachtet ihn als Feind.

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