Das 3. Jahrtausend #49: DDR 2.0

Die Corona-Demo am 1. August in Berlin – nicht nur die Berichterstattung der Massenmedien erinnert an die Zustände in der untergehenden DDR, sondern auch die Reaktionen aus der Politik. Wer es wagt, den offiziellen Regierungskurs in Sachen Corona zu kritisieren, wird als “Covidiot”, “Rechtsextremer” oder “Verschwörungsideologe” beschimpft, Proteste werden kleingeredet. Doch sollte sich herausstellen, dass am 1. August deutlich mehr als 20.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert haben – und dafür spricht einiges! – muss die Bundesregierung die Kritik ernst zu nehmen und darauf reagieren. Wir liefern brisante Details – und da aus den Massenmedien fast nichts über die berechtigten Kritikpunkte der Demonstranten zu erfahren ist, holen wir das nach. Außerdem: Die Anzeichen verdichten sich, dass die “Corona-Pandemie” das Vorzeichen einer viel größeren Katastrophe ist – der endgültigen Errichtung des Überwachungskapitalismus. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #49 des 3. Jahrtausends!

Covid 9/11

“Das Klima der Angst und Einschüchterung, die autoritäre Radikalisierung der Politik – das alles gab es schon einmal: in den Monaten nach dem 11. September 2001. Was damals terroristische „Schläfer“ waren, sind heute die Viren – unberechenbare Feinde, vor denen die Regierung Schutz verspricht. Dieses Narrativ lädt zu Manipulationen ein.”

So der Kollege Paul Schreyer, der auf Multipolar eine “Warnung” veröffentlicht hat:

“Es mag seltsam anmuten, eine Verbindung zwischen dem Terroranschlag und der Pandemie zu ziehen, doch ein Vergleich mit den Ereignissen vor gut 20 Jahren ist erhellend. Sowohl 9/11 wie auch Covid-19 sind Auslöser für eine große gesellschaftliche Umgestaltung gewesen, welche in beiden Fällen auf Angst basiert, einer Kriegslogik folgt und die Aufmerksamkeit der Masse dauerhaft in eine Richtung lenkt. Die Gemeinsamkeiten sind zahlreich:

  • Sicherheit wird zum Leitgedanken, der alles andere verdrängt
  • das Gefühl der Bedrohung wird durch ständige Wiederholung in den Medien wach gehalten
  • die Exekutive kann ihre Befugnisse ohne größeren Widerstand ausweiten
  • eine internationale, dezentrale „Wahrheitsbewegung“ entsteht, deren Äußerungen pauschal zu „Verschwörungstheorien“ erklärt werden

Diese Gemeinsamkeiten sind objektiv feststellbar, unabhängig davon, welche Hintergründe man bei 9/11 oder der Corona-Krise vermutet und ob man der Regierung vertraut oder nicht. Wie auch immer man dazu steht, Fakt bleibt: Angst macht Menschen lenkbar und ist damit stets auch ein politisch nutzbares Werkzeug.”

Als Machttechnik ist die Erzeugung von Angst sehr viel wirksamer als eine Manipulation von Meinungen. Meinungen sind zumeist flüchtig und haben in unserem psychischen Apparat (…) eine geringere Bedeutung. Angst ist eines der stärksten Gefühle. (…) Zu den Psychotechniken der Angsterzeugung gehört vor allem die propagandistische Erzeugung einer massiven vorgeblichen Bedrohung, die entschlossen zu bekämpfen vordringliche Aufgabe der Bevölkerung sei.“ (1)

So schreibt es der Psychologieprofessor und Kognitionswissenschaftler Rainer Mausfeld in seinem 2019, wenige Monate vor der aktuellen Krise, veröffentlichten Buch „Angst und Macht“. Mausfeld weiter:

„Dem Zweck einer Verdeckung eigener Ziele und Absichten dient eine Angsterzeugung durch propagandistische Deklaration einer großen Gefahr X, der die Bevölkerung durch einen ‘Kampf gegen X’ entschlossen entgegentreten müsse. (…) X kann dabei so ziemlich alles sein, was sich irgendwie wirksam zur Angsterzeugung nutzen lässt. (…) Bei einem von oben verordneten ‘Kampf gegen X’ geht es nie um das, was als zu bekämpfen deklariert wird. (…) In einem Kampf gegen X geht es gar nicht um X; vielmehr wird die Verwerflichkeit und Destruktivität eigenen politischen Handelns auf den vermeintlichen oder tatsächlichen Feind projiziert, um politisch nutzbare Angst in der Bevölkerung zu erzeugen. All das, was hier als Kampf gegen eine Bedrohung verkauft wird, darf gar nicht erfolgreich sein, weil sein Erfolg für die ökonomischen und politischen Zentren der Macht gerade darin liegt, nicht erfolgreich zu sein und als Mittel der Angsterzeugung und Herrschaftssicherung erhalten zu bleiben.“ (2)

Diese Analyse, die man auf 9/11 und den „Krieg gegen den Terror“ ebenso anwenden könnte wie auf die Corona-Krise, unterstellt eine manipulative Regierung oder Machtelite, die die Angst vor einer Gefahr zur Ausweitung der eigenen Macht ausnutzt. Folgt man dem Gedankengang, dann ist es aus Sicht einer solchen Machtelite angeraten, die Angst vor der Gefahr stetig anzuheizen, um das neu etablierte politische Werkzeug nicht wieder zu verlieren.”

Weiter lesen auf MultiPolar.

Bimbophil und Spaß dabei

“Du Neger ?” fragt Otto einen schwarzen Soldaten, der nicht versteht. “Schwarzer Kopf, schwarzer Bauch, schwarze Füß”, erklärt Otto, zieht die Strümpfe aus und zeigt seine dreckigen Füße. Da fällt seinem Gegenüber der Groschen: “Ah, du Neger!”. In der Folge gelingt es Otto,  seinen neuen schwarzen Freund als Sklaven an eine ältere Dame zu verkaufen (“Wenn Sie denn näher treten wollen, Herr Bimbo”) und von ihr 100 Mark zu erschwindeln. So weit, so flach eine Szene aus “Otto – Der Film” aus dem Jahr 1985. Der Sketch stammt ursprünglich aus einem Bilderwitz von Robert Gernhardt , der mit seinen “Titanic”-Kollegen Bernd Eilert und Pit Knorr das Buch zum Film geschrieben hatte. Weil der  mit 15 Millionen Zuschauern  meist gesehene deutsche Film aller Zeiten zum 35-jährigen Jubiläum wieder in einigen Kinos laufen sollte, ist er wegen Verwendung des N-Worts jetzt unter Rassismusverdacht geraten. Und mir fiel ein, dass ich den Film damals gesehen und darüber geschrieben hatte – schwer enttäuscht, weil ich den Humor von Gernhardt und der Neue Frankfurter Schule eigentlich hochgradig schätzte:

Waalkes, Waalkes noch ein Weilchen…

Es musste ja so kommen: Nach der Platte, der Show, dem Buch, dem T-Shirt jetzt „Otto — der Film“. Keine Frage, daß er einschlagen wird, wie alle Produkte des Otto-Versands — es geht nicht mehr um Witz, Komik, Satire und “Anartistik”, es geht um „Otto“. D.h. umso etwas ähnliches wie „adidas“, was ja mit Sport auch nichts zu tun hat. Oder nur insofern, als sich die Fans jedes Jahr das neuste Modell reinziehen. So wie jetzt also „Otto — der Film“, bei dem, wie sollt’s anders sein, gelacht werden darf. Nicht über die dürftig-dämliche Story, nicht über die Figuren (außer Otto darf niemand witzig sein, alles reine Retorte), nicht über Situationen, Überraschungen — die Spannung geht chronisch gegen Null — sondern über den, der ihr völliges Absinken verhindert und immer wieder diese Lachsalven auslöst: Otto, der Mann mit den drei Problemen, der Otto wie wir ihn kennen und lieben, der mit den drei Grimassen, den drei Kalauern und den drei Gitarrenriffs, immer frech, immer frisch, immer fröhlich, mit Breitband-Gags für Sechs bis Sechzigjährige, vom hochsubtilen Nonsens bis zur dumpf-regressiven Zote, von wahnwitziger Komik zum flachsinnigen Grimassieren, der einzige Volks-Otto mit den drei Prädikaten: allen wohl, keinem weh und trotzdem einen la-Witz auf der Pfanne, hervorragend unter den Didis und Supernasen des komischen Gewerbes. Noch hervorragend, denn mit seinem Film ist Otto auf dem besten Weg, ein ebenso widerlicher Peinsack zu werden.

„Otto — der Film“ ist eine Nummern Revue, die durch ein Drehbuch unter aller Humor-Kritik (Ostfriesenjüngling in den Mühlen der Großstadt) zum Film gestreckt wird, statt sie, wie bisher im TV und bei Ottos Live-Auftritten, zur raffinierten Show zu verdichten. Hätten sich Otto und seine drei Pointenschmiede von der „Titanic“ (Eilert, Gernhardt, Knorr) statt auf die Konstruktion einer Handlung auf das besonnen, was sie können (kleine, feine, gemeine Witze zu machen) — es hätte eine fetzige, neo-banale Kino-Show werden können. So aber ist ein plattes, belangloses Komödchen herausgekommen, die ehemalige Perle Otto wirft sich vor die Säue der überparteilich unerheblichen Zwerchfellanimation. Die PR-Lawine mit Jubel von ‘Bild* bis ‘Spiegel* läßt darauf schließen, daß Otto der Durchbruch zum „Lachmann der Nation“ endlich geglückt ist.

Bleibt zu hoffen, daß er nicht, wie der Film es bereits andeutet, zum Flachmann wird. Der Bedarf an kotzblöden Kichererbsen ist überreichlich gedeckt, was wir brauchen, ist ein ostfriesischer Woody Allen, ein Nationalphilosoph, über den man lachen kann…

Soweit mein Artikel aus der taz vom 23. Juli 1985, der ja nicht mit Kritik spart, die  “Neger”-Szene aber gar nicht erwähnt – was natürlich auf einen Autor mit mangelnder Sensibilität für “strukturellen Rassismus” zurückgeführt werden könnte. Wenn die Debatte darauf kommt, antworte ich immer noch gern mit dem Bekenntnis: “Ich bin  bimbophil!” – was politisch korrekte Anti-Rassisten damals wie heute als Affront empfinden, aber der Wahrheit entspricht. Denn ich habe nichts gegen “Bimbos” und ich liebe “Negerküsse”. Was ich aber gar nicht mag sind fundamentalistische Mimosen, die sich als Diskurswachtmeister, Wortwarte und Humorpolizei aufspielen und für die jeder Spaß aufhört, wenn es um ihren Mohamed, ihr Judentum, ihren Jesus, ihre “Identität” oder andere Vorlieben geht. 

Wäre Robert Gernhardt noch am Leben, würde sein lakonisch-minimalistischer Cartoon heute mit der Frage “Du People of Colour?” anfangen und es würde defintiv komisch. So wie es ja auch die Zeitanalysen im Trio mit F.W.Bernstein und F.K.Waechter waren, die zum Beispiel die Beziehungsprobleme der “freien Liebe” in den 70ern so wohlklingend in den Zweizeiler brachten: “Am Abend hilft die Jägerin / dem Jäger auf die Negerin”. Was man natürlich als zutiefst rassistisch,  sexistisch, jägerinnenfeindlich, heterodogmatisch, menschenverachtend usw. empfinden kann –  aber nicht muss. So wie die “Neger”-Szene in diesem Otto-Film, die Rassismus und Sklavenhandel thematisiert,  auf nicht besonders tiefsinnige, kritische Art, aber auch keinesfalls affirmativ.

Soll der Film  nun wegen Gebrauch des N-Worts als “nicht jugendfrei” in den Giftschrank ? Darf man man über Otto noch lachen, wo ihm doch jetzt irgendwie “struktureller” Rassismus vorgeworfen wird ? Steckt der  – subtil – auch noch in seinen anderen Witzen, auch wenn das N-Wort dort nicht vorkommt ? Werden unsere Kleinen durch die lustigen  “Ottifanten” unterschwellig zu rassistischem Reichsbürgertum verführt ?  So rhetorisch, wie diese Fragen klingen, sind sie leider nicht. Nachdem unlängst schon das N-Wort in Astrid Lindgrens Klassiker “Pippi Langstrumpf” korrigiert wurde, klagte eine tierschützende Veganerin in meiner alten Heimatstadt Limburg gegen das Lied “Fuchs du hast die Gans gestohlen”, welches vom Glockenspiel des Rathauses erklang: die Zeile “Sonst kommt dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr” war zu heftig für die Betroffene, auch wenn es nur als Instrumental durch die Stadt schallte. Was zeigt: Betroffenheit kennt keine Grenzen, ein Angriff muss weder sichtbar noch hörbar sein, es reicht, wenn er mit gedacht, gefühlt, empfunden werden kann. Wie bei der  Berliner “Mohrenstr.”, die jetzt umgetauft werden soll – wobei der Vorschlag es mit zwei Pünktchen über dem “o” effektiv und politisch korrekt zu erledigen keine Mehrheit fand –  von der “Mohrenstrasse”  fühlte sich fast 300 Jahre lang niemand betroffen fühlte, weil das Wort “Mohr” in der deutschen Sprache gar nicht negativ besetzt war. Heute ist es überhaupt nicht mehr in Gebrauch – außer bei den Restbeständen  von “Mohrenköpfen”, die jetzt “Schaumküsse” oder in der Schweiz “Choco-Köpfli” heißen,  –  um also von “Mohren” noch betroffen zu sein, muss man sich die Reihe “gleich Neger gleich Kolonialverbrechen gleich Rassismus”  dazu denken. Wer sich dann aber ethymologisch verirrt, und wort-historisch bei den “Mauren” oder dem Ägypter St.Mauritius und in St.Moritz landet,  begeht ein Gedankenverbrechen, ist also quasi Rassist, hat es nur noch nicht gemerkt… So wie ich vor 35 Jahren in diesem doofen Otto-Film, der dann auch noch den “Stadtneurotiker” Woody Allen lobte,  über den man wegen #metoo und Pädogerüchten mittlerweile auch nicht mehr lachen darf. Davon aber, ich schwöre, war 1985 wirklich nichts zu ahnen…..

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Drohnenmorde nur noch ohne Hate Speach!

Der geschätzte Senior-Korrespondent und Gonzo-Kolumnist der „Asia Times“, Pepe Escobar, hat unlängst auf Facebook 30 Jahre Geschichte in einer Minute erzählt:

„Eric Hobsbawm zeigte uns, wie das kurze 21. Jahrhundert mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Ende der UdSSR 1991 endete.  Dann kam der unipolare Moment – im Zeichen dieses pathetischen, neo-hegelianischen “Endes der Geschichte”.   Doch es brauchte einen neuen Feind – für die Zwecke der nie aufgelösten Kriegspartei. Betreten Sie die Galaxie der “muslimischen Terroristen”.

Während der Hegemon den globalen Krieg gegen den Terror (GWOT) entfaltete – Bombenangriffe, Invasionen und Plünderungen,  machte sich China bereit – “den Fluss überqueren und dabei die Steine spüren” (Deng):  die Führung zu übernehmen.

Die Finanzkrise von 2008 erschütterte den Kapitalismus bis ins Mark. Vorhersehbar war jedoch die Option, virtuelles Kapital anstelle des realen Lebens zu privilegieren.

Der Hegemon war bereits umstritten – selbst als die Achse der Weltwirtschaft bereits nach Asien zu weisen begann.

Bereits 1997, wenige Tage vor der Übergabe Hongkongs, hatte ich ein Buch mit dem Titel “21st: the Asian Century” veröffentlicht. Damals waren wir sehr wenige, die das sagten.

Später kam die fabelhafte Arrighi-Wallerstein-Debatte, in der Arrighi weit vor der Meute erklärte, wie China sich durchsetzen würde.

Die Krise von 2008 nahm kein Ende. Und im Jahr 2020 stand sie kurz davor, erneut zu explodieren. Das tat sie tatsächlich.

Jetzt ist klar: Der Feind, den man fürchten muss, ist Asien – speziell China. Die Ankunft eines unsichtbaren Feindes wurde als die perfekte Metapher verpackt: der “chinesische Virus”.

Aber die Geschichte wird nicht aufhören. Das 21. wird nicht nur das asiatische, sondern auch das eurasische Jahrhundert sein. Multipolar, interdisziplinär, gegen Krieg und gegen Hegemonie.“

Das ist, wie ich finde, ein guter Überblick zur Lage beziehungsweise dazu, wie es historisch zur aktuellen Stellung im geopolitischen Schach gekommen ist. Und zu der im transatlantischen Westen immer lauter werdende Ausrufung des neuen Großfeinds China und der Dämonisierung der kommunistischen Partei. Da kam Corona gerade recht – und in dem nun folgenden, mit dem Lockdown unausweichlichen ökonomischen Niedergang, wird ein Sündenbock mehr denn je gebraucht. Und zwar ein gefährlicher, gegen den man weiter aufrüsten muss, sonst könnte am Ende jemand auf die Idee kommen, die ebenso riesigen wie unberührbaren Rüstungsbudgets anzutasten. Im Schauwahlkampf des US-Imperiums können wir uns deshalb darauf einstellen, dass der außenpolitische Pissing-Contest darum geht, wer am lautesten „Tough On China“ ist. Innenpolitisch wird es dagegen um Rassismus, Black Lives Matter und die Polizei gehen – die letzte Trumpfkarte, die die Demokraten gegen Trump noch im Ärmel haben und deshalb Verständnis nicht nur für die Proteste äußern, sondern sogar für die gewalttätige Randale in vielen Städten. Aber nach dem Fake-News-Zirkus von Russiagate über Ukrainegate und Impeachment, den die demokratische Partei und ihre Medien gegen Trump veranstalteten, könnte auch dieser Schuss nach hinten losgehen. Schon 2017 hatte Trumps Strategie-Berater Steve Bannon frohlockt:

„Wenn sie (die Demokraten) immer weiter über Identitätspolitik reden, haben wir sie. Ich will, dass sie jeden Tag über Rassismus reden. Solange die Linke auf Rasse und Identität fokussiert ist und wir den ökonomischen Nationalismus durchziehen, können wir die Demokraten vernichten.“

Weil das mit der Ökonomie wegen Lockdown und Depression wohl nicht so gut laufen wird, empfiehlt  Bannon  für den Wahlkampf jetzt den  Akzent eher auf die Außenpolitik legen und die „Gangster“ der Kommunistischen Partei Chinas in den Mittelpunkt zu stellen. Wegen Corona und um „Freiheit und Demokratie“ nach China bringen.

Da die Demokraten gemerkt haben, dass sie mit ihrem Kandidaten Joe Biden, der als Vizepräsident seinem Sohn ja nicht nur in der Ukraine, sondern auch in China lukrative Geschäfte eingefädelt hat, gegen Trumps China-Bashing nicht ankommen, haben sie jetzt schnell noch eine neue Russiagate-Nebelkerze gezündet. In der New York Times wird behauptet, dass „Russen“ den Taliban in Afghanistan „Kopfgeld“ für getötete US-Soldaten zahlen… tolle Geschichte, die sich aber ausschließlich auf  anonyme Geheimdienstquellen beruft –  und ohne die offensichtliche Frage zu beantworten, seit wann man Afghanen dafür bezahlen muss, auf die Besatzungstruppen zu schießen, die ihr Land seit 20 Jahren belagern ? Als „Beweis“ für die Beutezahlungen wird eine große Geldmenge angeführt, die in einem Taliban-Lager entdeckt und beschlagnahmt wurde. Mit den Fingerabdrücken Putins… könnte man glauben, wenn man die durchgeknallte Moderation Rachel Meadows auf dem US-Mainstreamsneder MSNBC hört. Aber alles ist wie im Russiagate-Zirkus üblich nur heiße Propagandaluft – doch Trump, der die Truppen aus Afghanistan eigentlich abziehen will, soll davon gewusst und nichts unternommen haben, ….wegen Putin, der ihm nach 2016 auch die Wahl 2020 sichern soll.

Man könnte abwinken, dass eine derart krude Verschwörungstheorie doch von niemandem mehr ernst genommen wird, aber sie wird auch Linksliberalen und Progressiven in den USA seit Jahren derart ins Hirn geblasen, dass sie noch immer Wirkung zeigt –  Hauptsache es geht gegen den „faschistischen Clown“ in Orange. Aber keinesfalls gegen den 20 Jahre währenden Krieg in Afghanistan, oder gegen die größte Opium,-und Heroin-Produktion aller Zeiten, die unter CIA-Aufsicht dort läuft. Themen, die jede echte „Resistance“, jede Opposition gegen die US-Regierung aufzugreifen hätte.

Aber nichts davon… stattdessen: Proteste gegen Rassismus, Sturm auf Denkmäler der alten weißen Männer: in Boston wird Christopher Columbus geköpft, in Oregon die Statue George Washingtons verbrannt, auch Gründervater Thomas Jefferson  musste dran glauben und in San Francisco wird General Ulysses Grant gestürzt, obwohl der doch eigentlich gegen die Südstaaten und die Sklaverei gekämpft hatte. Egal… die verpeilten Rebellen, die sich selbst „woke“ – erwacht – nennen, nehmen es im Eifer des revolutionären Gefechts halt nicht so genau. Im Golden Gate Park haben sie dann auch gleich auch noch das Denkmal von Miguel de Cervantes beschmiert:  ein europäisches Gesicht vor dem zwei Figuren knien kann halt nur ein rassistischer „Bastard“ sein. Dass es sich um Don Quichotte und Sancho Pansa handelt, die dort ihrem literarischen Schöpfer Ehre erweisen, dem „Erfinder“ des modernen Romans, der selbst fünf Jahre in der Sklaverei leben musste, nachdem er von ottomanischen Piraten entführt worden war  – geschenkt! Hauptsache irgendwas gegen Rassismus -und gegen Trump, den Oberrassisten…

Wer da WTF oder auf deutsch „Was soll der Scheiß?“ ruft bewegt sich bereits auf dünnem Eis selbst des Rassismus beschuldigt zu werden. Denn jenseits von Randale und Bilderstürmerei geht es in den US-Talkshows derzeit rauf und runter um den Bestseller   „White Fragilty“ – Die Schwierigkeit weißer Personen über Rassismus zu reden“ – ein Buch der Beraterin Robin di Angelo, von der „Rolling Stone“-Reporter Matt Taibbi schreibt, sie sei „sicher nicht die erste Person, die einen Dollar macht, indem sie pseudointelektuellen Schwachsinn als Unternehmensweisheit verkauft, aber sie könnte die erste sein, die das mit hitlerartiger Rassentheorie tut. „White Fragility“ hat eine einfache Botschaft: Es gibt keine universelle menschliche Erfahrung, und wir werden nicht durch unsere individuelle Persönlichkeit oder moralische Entscheidungen definiert, sondern nur durch unsere Rassenkategorie.“

Rassismus,  sagt die Autorin in einem Interview,   ist „eine internalisierte Haltung, die in jeder und jedem Weißen steckt.“ …..und wir wollen dann schon gar nicht mehr wissen, was in jedem Juden, Chinesen oder “Neger” steckt, …aber verbannen Mark Twains Klassiker “Huckleberry Finn” wegen Gebrauch des “N-“Worts vorsorglich schon mal von den Schulen…

Entlang solcher Identitätslinien zieht sich der Protestdiskurs, die Kulturrevolution, die da angeblich in Gang gekommen ist – und die nichts, nothing, nada an den bestehenden Verhältnissen ändern wird. Warum ich mir da so sicher bin? Weil eine Revolution, der von CNN, MSNBC, New York Times und Washington Post das Wort geredet wird, keine sein kann. Und sich die Erniedrigten und Beleidigten dabei vor den „Rassismus“-Karren spannen lassen und aufeinander losgehen, statt gemeinsam gegen die 0,1 %, die das Land kontrollieren. Denn nicht ehemalige Sklavenhalter wie Washington, Jefferson oder die weißen Gründerväter sind das Problem, sondern Neo-Feudalherren wie  Jeff Bezos, Warren Buffet, George Soros oder Bill Gates. Dass sie hundert Millionen Dollar an „Black Lives Matters“ gespendet haben garantiert, dass diese anti-rassistische Rebellion  ihr Geschäftsmodell keinesfalls in Frage stellen wird. Sie würden wahrscheinlich sogar die Freiheitsstatue in die Luft jagen lassen, denn die „Freiheit“, die sie verkündet wurde schließlich durch den Holocaust der indigenen Bevölkerung geschaffen. Sie würden auch niederknien, aus Solidarität und für die Schuld, die die Nation auf sich geladen – Hauptsache, keine Krankversicherung, keine kostenlose Bildung und keinesfalls Abrüstung und Ende der Kriege überall. Stattdessen: Marschbefehle nur noch mit Gender-Sternchen, militärische Eroberungen nur noch in politisch korrekten Transgender-Uniformen und Drohnenmorde bitte ohne Hate Speach….

Auch als Podcast auf KenFM

Das 3. Jahrtausend #48: Patholitarismus

Der ach so genaue PCR-Test zum Nachweis des Coronavirus kann in bestimmten Fällen deutlich ungenauer sein als bislang angenommen. Doch die Corona-Maßnahmen werden unbeirrt fortgeführt – immerhin gibt es ja noch knapp 6000 Infizierte in ganz Deutschland. Pandemie ohne Ende? Außerdem: Russiagate ist tot – es lebe Russiagate 2.0: Nun gibt es angeblich Beweise dafür, dass Wladimir Putin ein Kopfgeld auf US-Söldner ausgesetzt hat. China unter Virenattacke – handelt es sich um einen gezielten Biowaffenangriff? Und: Die Welt schaut zu, wie große Teile des Westjordanlandes von Israel annektiert werden sollen, während das FBI einen verurteilten Kinderschänder als „Kronzeugen“ gegen Julian Assange präsentiert. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #48 des 3. Jahrtausends!

Das Ende zu Ende denken

Dmitry Orlovs „Lehre vom Kollaps“

„Erst wenn an jeder Ecke wieder öffentlich gestorben wird, kommen wir geistig ein Stück weiter“, schimpfte einst der Kabarett-Guru Wolfgang Neuss über die gesellschaftliche Tabuisierung und Anonymisierung des Sterbens und des Tods.  Vergeblich, wie es gerade mit Corona und Social Distancing wieder deutlich geworden ist. Wahrscheinlich wurde noch nie wurde einsamer und anonymer gestorben als in Zeiten der Pandemie. Wie untauglich die allgemeine Verdrängung der Vergänglichkeit und das Tabu der Endlichkeit sind, zeigt sich aber nicht nur schmerzlich auf der individuellen Ebene.

So unbequem die Auseinandersetzung mit dem Tod für uns als Individuen ist, so schwer fällt es auch bei der Analyse unserer gesellschaftlichen Systeme, die Unausweichlichkeit ihres Zusammenbruchs zu erkennen. Und die Illusionen los zu lassen, allen voran die Vorstellung, dass auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen ein auf ewigem Wachstum basierendes Finanz- und Wirtschaftssystem dauerhaft existieren könnte. Eine Absurdität, die freilich nahezu der gesamten kapitalistischen Wirtschaftswissenschaft zugrunde liegt – und in der Regel unausgesprochen bleibt, weil man sich sonst mit dem Niedergang, dem Ende, dem Zusammenbruch befassen müsste. So wie es der russisch-amerikanische Autor von Dmitry Orlov mit seinem Buch „Die Lehre vom Kollaps“ getan hat – nicht mit einer Science-Fiction-Dystopie, nicht mit einem Survival-Ratgeber zur richtigen Bevorratung und Bewaffnung und auch nicht mit Untergangs-Prophezeiungen, sondern mit einer nüchternen Analyse. In diesem Buch, so Orlov,  „geht es um den Zusammenbruch; nicht darum ob es einen geben wird und wann, sondern darum, wie er aussieht, was man davon erwarten kann und wie man sich verhalten soll, wenn man ihn überleben  will.“ Und er benennt auch gleich das Haupthindernis für das Erfassen der Bedeutung eines Crashs: Es ist nicht intellektueller, sondern psychologischer Natur.

Tatsächlich reicht ja schon ein Intelligenzquotient knapp über Zimmertemperatur zu der Erkenntnis, das ewiges Wachstum bei endlichen Ressourcen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Freilich werden Nobelpreise dafür vergeben, wie man dieses auf absurden Grundlagen beruhende System ad infinitum verlängern kann. Über seinen Zusammenbruch wird, wenn überhaupt, in Hinterzimmern geredet – und auch nur dann, wenn die Kinder im Bett sind. Der Kollaps ist ein zu düsteres Thema, als dass man Unvorbereitete damit erschrecken sollte. Die Vorstellung, welche Auswirkungen der Zusammenbruch der finanziellen, kommerziellen und politischen Ordnung auf den sozialen und kulturellen Zusammenhalt der Gesellschaft hat, ist einfach zu beunruhigend und deprimierend.

Warum sich über so etwas Negatives Gedanken machen, es ist doch noch immer gut gegangen – diese weiterverbreitete Haltung ist ein Ergebnis kognitiver Dissonanz. Wenn die Fakten etwas anderes sagen, werden sie einfach ausgeblendet – und wenn das schwieriger wird, weil sie sich immer mächtiger ins Bild drängen, werden sie klein geredet. Es mag ja sein, dass die Wachstumsgesellschaft dem Untergang geweiht ist, weil die Ressourcen knapp werden, dass das Finanzsystem zusammenbricht, weil die Billionen-Blasen der Börsenwetten platzen müssen, dass die Nahrungsmittel knapp werden und die Weltbevölkerung wieder schrumpft… Aber all das wird nicht sofort, sondern irgendwann passieren, der Niedergang wird nicht disruptiv und schnell erfolgen, sondern sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Doch auch das ist illusorisches, wenn auch seit langem verbreitetes Wunschdenken, das schon vor über 2000 Jahren von dem Philosophen Seneca entlarvt wurde: “Es wäre ein gewisser Trost für die Schwäche unseres Selbst und unserer Werke, wenn alle Dinge so langsam vergingen wie sie entstehen; aber das Wachstum ist langsam, der Weg zum Ruin ist schnell.“  Und er verläuft nach der Klassifizierung von Orlov in fünf Stufen, die kaskadenartig aufeinander folgen und sich dabei überlappen.

  • Stufe 1: Finanzieller Zusammenbruch. Der Glaube an «business as usual» geht verloren. Es wird nicht mehr davon ausgegangen, dass die Zukunft in irgendeiner Weise der Vergangenheit ähnelt, die es erlaubt, Risiken einzuschätzen und finanzielle Vermögenswerte zu garantieren. Die Finanzinstitutionen werden zahlungsunfähig, Ersparnisse werden vernichtet und der Zugang zu Kapital geht verloren.
  • Stufe 2: Kommerzieller Zusammenbruch. Der Glaube daran, dass «der Markt es richten wird», geht verloren. Geld wird abgewertet und/oder knapp, Rohstoffe werden gehortet, Import- und Einzelhandelsketten brechen zusammen und ein weit verbreiteter Mangel an überlebensnotwendigen Gütern wird zur Norm.
  • Stufe 3: Politischer Zusammenbruch. Der Glaube, dass «die Regierung für dich sorgen wird», geht verloren. Da die Versuche der Behörden scheitern, den weitgehenden Verlust von Überlebensnotwendigem aufzuhalten, verliert das politische Establishment an Legitimität und Relevanz.
  • Stufe 4: Sozialer Zusammenbruch. Der Glaube, dass «dein Volk für dich sorgt», geht verloren, da die lokalen sozialen Institutionen, seien es Wohltätigkeitsorganisationen oder andere Gruppen, die das Machtvakuum füllen, keine Ressourcen mehr haben oder durch interne Konflikte scheitern.
  • Stufe 5: Kultureller Zusammenbruch. Der Glaube an die Menschlichkeit geht verloren. Die Menschen verlieren ihre Fähigkeit zu «Freundlichkeit, Großzügigkeit, Rücksicht, Zuneigung, Ehrlichkeit, Gastfreundschaft, Mitgefühl, Nächstenliebe». Familien lösen sich auf und konkurrieren als Individuen um knappe Ressourcen. Das neue Motto wird «Mögest du heute sterben, so dass ich morgen sterben kann», wie Alexander Solschenizyn in «Archipel Gulag» schrieb.

Als Beispiel dieses stufenweisen Scheiterns als Standardmodus des Zusammenbruchs führt der Autor den Kollaps der Sowjetunion an, der auf Stufe 3 gestoppt werden konnte, weil nach zehn Jahren Chaos und Mafiaherrschaft die staatliche Autorität allmählich wiederhergestellt werden und dann auch die Finanzkrise soweit überwunden werden konnte, dass Russland heute praktisch schuldenfrei ist. Nicht immer läuft ein Zusammenbruch gradlinig ab – in Somalia zum Beispiel ist die politische Ordnung seit Jahrzehnten zusammengebrochen, ein kommerzielles System existiert teilweise aber immer noch.

Dmitry Orlov, der Ingenieurwissenschaften und Linguistik studierte und unter anderem am CERN in Genf arbeitete, ist kein raunender Prophet, sondern nüchterner Analytiker. Er erklärt die Mechanismen der einzelnen Phasen des Zusammenbruch und die Dynamiken, die sich daraus entwickeln. Und warnt schon gleich zu Anfang vor falschen Hoffnungen, dass die mit der Pandemie akut gewordene Wirtschafts- und Finanzkrise noch einmal mit denselben untauglichen Methoden wie 2008 „kuriert“ werden könnte. Damals wurden bankrotte und systemisch wichtige Banken und Institutionen mit Steuergeldern zwar gerettet, aber die Probleme haben sich als Folge nur vergrößert. Da dieser Irrsinn aber weiter praktiziert wird – gerade zahlt die deutsche Regierung für 20 Prozent Anteile der „Lufthansa“ 9 Milliarden Euro, obwohl der Börsenwert des gesamten Unternehmens nur 4 Milliarden Euro beträgt – ist es eine Illusion, dass der Zusammenbruch des Finanzsystems aufgehalten und der Kollaps auf Stufe 1  noch abgewendet werden könnte. Dass die Gelddruckmaschinen der Zentralbanken derzeit auf Hochtouren laufen und den Crash nur hinausschieben und den Schaden damit vergrößern, zeigt sich an der grotesken Börsenentwicklung: während die Realwirtschaft durch den Lockdown am Boden liegt und weltweit dramatische Rückgänge des produktiven und kommerziellen Sektors ins Haus stehen, springen die Aktienkurse fast schon wieder auf ein All-Zeit-Hoch. Mit der Realität haben diese Spekulationsblasen schon lange nichts mehr zu tun, sie bleiben nur noch in der Luft, weil sie an den Beamtungsmaschinen der Zentralbanken hängen.  Und auch einen ersten Eindruck von Stufe 2, dem kommerziellen Kollaps, konnte man während des Lockdowns anhand des Einbruchs der globalen Lieferketten schon gewinnen.  Schon 2013 in einer ausführlichen Fassung unter dem Titel „Five Stages of Collapse“ erschienen, liest sich die von Dmitry Orlov aktualisierte Kurzfassung der  „Lehre vom Kollaps“ ein wenig wie ein Drehbuch dessen, was wir in den Zeiten der Pandemie gerade erleben und noch erleben werden.

„Dies ist kein ‹Wir müssen…›- Buch oder eine Art ‹Es sei denn, wir…›- Text“, schreibt der Autor am Ende, „es ist nicht einmal ein ‹Wir sollten…›- Text. Es gibt hier kein Programm – nur die Annahme, dass der Zusammenbruch stattfinden wird und die Vermutung, dass er sich in fünf verschiedenen Phasen entfaltet…“.  Dieses Fehlen eines erhobenen Zeigefingers und apokalyptischer Prophezeiungen ist eine Stärke des Buchs, das nicht wie eine Moralpredigt, sondern wie die sachliche Bestandsaufnahme eines Ingenieurs daherkommt. Und es gerade deshalb ermöglicht, sich mit dem verdrängten und „unmöglichen“ (aber doch unausweichlichen) Systemkollaps zu beschäftigen. Und die kognitiven Dissonanzen auszuhalten, dass jede/r von uns aktiver Teil eines Systems ist, das dem Untergang geweiht ist. Die ersten Auswirkungen und Folgen der Pandemie haben schon deutlich gemacht, dass es so nicht weiter gehen wird und ein grundlegendes „Reset“ erforderlich ist. Ein einfaches Zurück in die Prä-Corona-Ära, das macht Dmitry Orlovs nüchterne Bestandsaufnahme klar, beschleunigt den Kollaps nur. Wirklich aufhalten aber lässt er sich nicht, weshalb es gilt, sich mit der Idee dieses Buchs anzufreunden, „dass der Zusammenbruch kein um jeden Preis zu vermeidender Alptraum ist, sondern Teil der normalen, unveränderlichen Zeiten der Geschichte.“

Dmitry Orlov: „Die Lehre vom Kollaps – Die fünf Stufen des Zusammenbruchs und wie wir sie überleben.“, 140 Seiten, 15 Euro

Dies ist der zweite Band  der Reihe “Brennende Bärte”, die Christoph Pfluger und ich herausgeben und die in der Schweizer edition Zeitpunkt und im Westendverlag erscheint.  Ihren Namen verdankt diese Reihe Georg Christoph Lichtenberg: “Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen”Als erster Band ist im März “Die Strategie der friedlichen Umwälzung” erschienen – hier dazu ein Gespräch mit Christoph Pfluger auf KenFM – künftig wird alle drei Monate ein neuer Band herauskommen. Als nächstes folgt aus meiner Feder “Klimalügner – Vom Ende des Kaputtalismus und der Zuvielisation”.

Das 3. Jahrtausend #47: Genmanipulimpfung

Schöne neue Welt der Impfstoffe: Weltweit sind über 130 neue Substanzen in der Entwicklung, aber das, was da erforscht wird, hat mit einem herkömmlichen Impfstoff nichts mehr zu tun. Was ist da eigentlich drin? Und: Die USA versinken im Chaos und es gibt sogar schon eine autonome Zone. Wie geht das weiter? Außerdem: Der Mord an Olof Palme ist angeblich aufgeklärt – Wirklich? Und wir haben neue Infos zum Anschlagsversuch auf Ken Jebsen und ein Exklusivinterview mit einem Augenzeugen. Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #47 des 3. Jahrtausends!

Der amerikanische Frühling

Was die bürgerkriegsähnlichen Zustände in den USA und die in vielen Städten von “moderaten Rebellen” geführten Aufstände gegen das Regime betrifft, hat  die syrische Regierung angekündigt,  die prodemokratischen Kräfte innerhalb der USA im Kampf gegen das autoritäre Regime in Washington militärisch unterstützen.  Das gab Präsident Baschar al-Assad – wie der Postillon exklusiv meldet –  in einer Ansprache bekannt.

“Wir können nicht länger mit ansehen, wie dieser verrückte Diktator mit erschreckender Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vorgeht und die Rechte friedlicher Demonstranten mit Füßen tritt”, so Assad. “Deshalb werden wir ab sofort moderate Rebellen von Seattle bis New York mit Waffen und militärischen Ausbildern unterstützen.” Nur so bleibe laut Assad die Chance auf einen Wandel hin zu einer gerechten Demokratie in dem Krisenland gewahrt.
Wie erfolgreich die strategische Unterstützung aus Damaskus tatsächlich sein wird, ist jedoch fraglich – schließlich scheint der als unberechenbar geltende Autokrat Trump zu allem entschlossen, um die Proteste in seinem Land mit Hilfe des Militärs niederzuschlagen. Der syrische Präsident kündigte aber bereits an, langfristig auch Luftangriffe auf militärische Einrichtungen und Regierungsgebäude der USA in Erwägung zu ziehen, falls die heute beschlossenen Hilfen nicht ausreichen sollten.
“Solange es eine Chance gibt”, erklärte Assad zum Abschluss seiner Rede, “werden wir den amerikanischen Frühling unterstützen.”

Im deutschen Außenministerium wurde die Initiative aus Damaskus begrüßt: „Die Augen der Weltgemeinschaft sind auf Minnesota, Chicago und Washington gerichtet“, so Heiko Maas. Man werde Machthaber Trump „persönlich für die Verbrechen gegen die Menschenrechte zur Verantwortung ziehen“ , denn  „wer Krieg gegen das eigene Volk führt“, habe sich „aus der westlichen Wertegemeinschaft verabschiedet“.  Noch am Abend verständigte sich Maas mit seinen Amtskollegen aus London, Paris, Moskau und Peking zu einem gemeinsamen Vorgehen. Man wolle gemeinsam die moderaten Rebellen finanziell und materiell unterstützen. Ob dazu auch Waffenlieferungen gehören, wollte Maas jedoch nicht bestätigen.”

Unterdessen wurden Beschwerden des US-Regimes über Plünderungen und “terroristische Gewalt” vor dem UN-Sicherheitsrat seitens  des Bundeskanzleramts zurückgewiesen: “Plünderungen sind der Übergang zu Freiheit” zitierte Angela Merkel den ehemaligen US-Verteidigunsminister Donald Rumsfeld, rief aber gleichzeitig dazu auf, weiterhin möglichst friedlich zu demonstrieren und auf den Mundschutz zu achten. Auch aus dem Wirtschaftsministerium wurden die Klagen aus Washington relativiert: die Schäden durch illegale Plünderungen lägen bei gerade einmal 0,1 % dessen, was an  legalen Plünderungen der Staatskasse im Rahmen der  Corona-Soforthilfen durch die Konzerne ultrareicher Oligarchen erfolgt sei.

Dass der Machthaber vor seinem Weg zum Gebetshaus, wo er für die Gläubigen mit dem heiligen Buch posierte, friedlichen Demonstranten mit Tränengas wegräumen lies, stiess international auf Unverständnis und Abscheu.  Dass auch der Konkurrentin des Diktators, Nancy Pelosi,  nichts Besseres einfiel, als auf Twitter zur Bibel zu greifen,  wirft ein bezeichnendes Bild auf das fundamentalistische Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln, das dem Land seit Jahrzehnten aufgezwungen wird.

Dass eine Mehrheit der Bevölkerung die Proteste unterstützt, kann unterdessen niemand wirklich überraschen – in keinem Land der Welt werden mehr Menschen von der Polizei erschossen oder sitzen in Gefängnissen ein und die Opfer dieses brutalen Polizeistaats sind in überwiegender Zahl Angehörige der farbigen Minderheiten.

Unklar ist derzeit, inwieweit die mit dem derzeitigen Machthaber rivalisierenden Clans und Oligarchen die gegen Rassismus und Polizeiübergriffe gerichteten Proteste ausnutzen und mit Provokateuren unterwandern, um weiteres Chaos anzurichten und die Regierung zu immer härteren Massnahmen zu zwingen. Um den Einsatz von Fassbomben durch das Regime zu verhindern, haben Hillary Clinton und die deutsche Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer bereits die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. Der Autokrat im  Weißen Haus stuft die Proteste und Auschreitungen indessen  als “Terrorismus” ein, gegen den man mit allen Mittel vorgehe… – und verbittet sich jede Einmischung in innere Angelegenheiten.

Dass die Aufstände und Demonstrationen wirklich zu einem Wandel des allseits beklagten “systemischen Rassismus” führen, ist  unwahrscheinlich, denn für die notorischen Polizeiübergriffe ist ja nicht erst die Clique des amtierenden Machthabers verantwortlich, sie fanden auch unter seinen Vorgängern permanent statt.  Seine Rivalen vom “Team Clinton” etwa hatten  schon in den 90er Jahren das Gefängniswesen privatisiert und so das überproportionale Einsperren von Farbigen zum lukrativen Börsengeschäft gemacht.

Ein “amerikanischer Frühling” und Wandel zu mehr Gerechtigkeit steht jetzt also nicht ins Haus – sondern eher der Auftakt zu noch viel größeren Verwerfungen, die nach drei Monaten Pandemie-Lockdown unausweichlich scheinen: ökonomischer Niedergang und systemischer Kollaps. Dann stehen nicht nur Black Lives, sondern All Lives auf der Kippe. Und eine Satire wie diese könnte ganz schnell real werden….

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Das 3. Jahrtausend #46: Anschlagsversuch auf Ken Jebsen

Der Journalist Ken Jebsen entging am 9. Mai in Stuttgart knapp einem Anschlag – der Staatsschutz ermittelt. Während Autonome in Deutschland nicht vor Bombenanschlägen und versuchter Tötung zurückschrecken, will Donald Trump die Antifa in den USA als Terrororganisation verbieten lassen und bringt das Militär in Stellung, um die teilweise gewaltsamen Ausschreitungen einzudämmen. Was geht dort vor sich? Außerdem: Kommt das Corona-Virus tatsächlich aus einem Labor? Die Hinweise darauf verdichten sich. Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #46 des 3. Jahrtausends!