R.I.P Royal Heilness

Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, hat 99-jährig die Flinte endlich abgegeben. Dass es um den “invasiven Preußenprinzling” nicht wirklich schade ist, machte dass wunderbare “investigative poem” sehr deutlich, das Heathcote Williams 2015 über seine Sippe,  Die schrecklich nette Familie der Windsors, geschrieben hat. Hier ein Auszug:

Bis 1993 hatte der Herzog von Edinburgh, stolzer Besitzer
Von 56 Jagdgewehren, 30 000 Vögel vom Himmel geschossen,
Zwei Krokodile erlegt, ebenso wie unzählige Wildschweine,
Mehrere Hundert Schottische Hirsche sowie einen Königstiger.

Der Berg von Tierkadavern, den der Herzog von Edinburgh
In den letzten vierzig Jahren stetig wachsen ließ, versammelt Lebewesen aus vielen Kontinenten, Säugetiere und Vögel,
Erlegt für den spaßigen Tierholocaust des Wald- und Wiesenherzogs

Allein die Angaben aus britischen Presseberichten offenbaren,
Dass dieser »Umweltschützer« alles schießt, was ihm vor die Büchse kommt,
– Hasen, Wildenten, Bekassinen, Waldschnepfen,Tauben, Rebhühner –
Und die Wildtiere der britischen Inseln mit Bleischrot tyrannisiert.

1993, beim Fasanenschießen auf Gut Sandringham,
Häufig in Begleitung seiner Gemahlin,
Erlegte der Herzog 10 000 Stück in nur sieben Wochen,
Seine Norfolk-Jagdpartien haben schon 150 000 geschossene Tiere »eingesackt«.

Sollte der Herzog mal nicht richtig treffen, wird ein verletzter Vogel Von einem Jagdhund zur royalen Jagdgesellschaft apportiert, Woselbst Ihre Majestät, die Königin, schon seiner Ankunft harrt, Um mit ’nem passenden Schlagholz das letzte Leben aus dem Tier zu keul’n.

»Prinz Philip geht besonders gern auf Schwarzwildjagd in Deutschland
Auf den Gütern seiner Freunde«, so stand’s im Independent.
»Er und Prinz Charles sollen bei einer solchen Gelegenheit
An einem einzigen Tag fünfzig Wildschweine weggemetzelt haben.«

Prinz Philip verteidigt seine Liebe zu Blutsportarten
Häufig mit der Behauptung, er »keule« die wilden Tiere,
Statt sie bloß zu töten, indessen macht für diese Tiere selbst
Die Unterscheidung nicht gerade einen Unterschied.

(….)

Vier Schwestern von Prinz Philip waren mit Nazis vermählt.
Dennoch galt er als geeigneter Bewerber um die Hand von Prinzessin Elisabeth,

Obwohl seine Familie, in Philips eigenen Worten, »Vorbehalte gegenüber Juden« hegte,
Und obwohl Philip auf die Beerdigung von Nazis ging.

Auf einem Familienfoto sieht man Philips jüngere Schwester Sophia
Bei Görings Hochzeit Hitler gegenübersitzen,
Wo jeder nur erdenkliche Ausdruck rassistischer Ausschweifungen
Zweifellos zum üblichen Umgangston gehörte.
Philips Schwager, Prinz Christoph von Hessen,
Diente sowohl in der SS wie bei der Luftwaffe…(…)

Vom Faschismus angekränkelt, ist Philip erwartungsgemäß der Völkermord nicht fremd.
»Für den Fall meiner Reinkarnation«, tönte er einmal,
»Möchte ich als tödlicher Virus wiederkehren«, in der selbstherrlichen Meinung,
Durch solche Auslese der Menschheit das Problem der »Übervölkerung« zu lösen.

Solche Gedanken spiegeln eine häufige Marotte reicher Leute,
Die morbid von einer Bedrohung durch die Armen fantasieren.
Obwohl der Fußabdruck der Armen ja gegenüber ihrem eigenen verschwindet,
Nehmen plutokratische Eugeniker sie liebend gern aufs Korn.

Philip teilt solche Ausrottungsfantasien mit Henry Kissinger,
Dem (von der Königin geehrten) Kriegsverbrecher.
Kissinger sagte, »Entvölkerung sollte die höchste Priorität Der US-Außenpolitik gegenüber der Dritten Welt sein.«

Erwartungsgemäß schlagen weder der Gatte der Königin noch Kissinger vor,
Gruppen von Waffenhändlern oder Militaristen zur Vernichtung auszusondern,
Denn ihr Viertes Reich der Superreichen nimmt lieber die Dritte Welt ins Visier,
Während die Plutokraten sich munter vermehren sollen.

»Er ist übellaunig, schlecht erzogen und dürfte kaum treu sein«,
So angeblich das Verdikt von George VI. über Prinz Philip,
Und Georges Frau nannte ihn gar »den Hunnen«,
Um ihre besondere Abneigung gegen ihn herauszustellen.

Prinz Philip, der bei seiner Geburt noch Battenberg hieß,
Bis der Namen zu Mountbatten anglisiert wurde,
Ist tatsächlich ein Spross des Hauses Glücksburg,
Das dem einstigen preußischen Fürstentum Schleswig-Holstein entstammt.

Der ellenlange deutsche Stammhausname wurde jedoch auf guten Rat
Zu »Windsor« abgekürzt – ein englischer Stadt- und Familienname –,
Eine List zur Abwehr von Vorurteilen gegen invasive Preußenprinzlinge
Mit einer Leidenschaft für Großfamilien und tote Tiere.

Heathcote Williams: “Die Windsors – Eine schrecklich nette Familie” ,  zweisprachige Ausgabe: Englisch/Deutsch,  Westend-Verlag.

3JT#60: Lockdownismus

Lockdown jetzt! Immer mehr Deutsche wünschen sich angeblich härtere Maßnahmen – wer dagegen demonstriert, gilt als Gefahr für die Demokratie. Das Propaganda-Dauerfeuer hinterlässt tiefe Spuren in der Psyche der Menschen. Außerdem:
– In der Ukraine stehen die Zeichen auf Krieg.
– Der Tod des Präsidenten von Tansania kommt bestimmten Kreisen gerade recht.
– Und was gibt’s Neues von Julian Assange?
Über all das und mehr reden die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #60 des 3. Jahrtausends!

„Die Latte der Zensur liegt so niedrig wie nie“

„Presse- und Meinungsfreiheit sind natürlich weiterhin gegeben, doch wer gehört werden darf und wer nicht, entscheidet kein ordentliches Gericht, sondern eine unsichtbare Instanz von Tech-Oligarchen, die über den Gesetzen steht“, sagt der Journalist und Autor Mathias Bröckers im Interview mit den NachDenkSeiten. Ein Interview über die Berichterstattung in der Pandemie, den Kampf um die Deutungshoheit und die „Desinfektion des Meinungsspektrums“. Von Marcus Klöckner.

Herr Bröckers, die Landesmedienanstalten gehen gegen alternative Medien vor, die Commerzbank kündigt die Konten von RT DE und die großen Medien haben ihre Reihen in der Pandemie geschlossen. Kritischen Stimmen, die die Corona-Maßnahmen hinterfragen, wird mit maximaler Ablehnung begegnet.
Was ist da los?

Nachdem Big-Tech sogar dem noch amtierenden Donald Trump einfach das „Megafon“ wegnehmen und ihn auf allen sozialen Medien löschen konnten, ohne dass sich jemand im liberalen Wertewesten groß darüber aufregte, gilt festzuhalten: Die Latte der Zensur liegt so niedrig wie nie. Oder andersherum: Wenn man den Kommandeur der größten Weltmacht ungestraft von der Kommunikation abschneiden kann, ist auf dieser nach oben offenen Trump-Skala dann alles möglich und kein kleinerer Akteur muss sich mehr wundern, wenn ihm der Saft abgedreht wird. Presse- und Meinungsfreiheit sind natürlich weiterhin gegeben, doch wer gehört werden darf und wer nicht, entscheidet kein ordentliches Gericht, sondern eine unsichtbare Instanz von Tech-Oligarchen, die über den Gesetzen steht und auch einen gewählten Präsidenten einfach abschalten kann. Da müssen sich dann erfolgreiche Journalisten, Blogger oder YouTuber nicht wundern. Mit der Pandemie hat die Desinfektion des Meinungsspektrums jetzt geradezu groteske Formen angenommen und wie die Rodelpolizei schlittenfahrende Kinder jagt, wird medial an 100-prozentiger Diskurshygiene gearbeitet. Willkommen im Fake-News-Ministerium von Facebook, der demokratischen Bewegtbild-Kontrolle von YouTube, dem Verfassungsschutz von Twitter und im Wahrheits-Ministerium von Google.

Wer in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit der Pandemie etwas zu laut von Grund- und Menschenrechten gesprochen hat, wurde medial gesteinigt. Wie haben Sie die Berichterstattung wahrgenommen?

Ich musste zunächst mal an die Zeit nach dem 11. September und den Krieg gegen den Irak denken. George W. Bush hatte damals verkündet, „Hüten wir uns vor Verschwörungstheorien, die mit frevelhaften Lügen von den wahren Schuldigen ablenken” und keine Alternative zugelassen: „Mit uns oder mit den Terroristen“. Wer die Verkündigungen des Weißen Hauses kritisierte, war damit quasi Al-Qaida-Sympathisant. Und so ähnlich wie damals mit der Angst vor dem Terror wurde jetzt auch mit der Angst vor dem Virus operiert. Wenn die Alarmglocken der Kirche der Angst läuten und drohende Gefahr beschwören, lässt sich auch in der widerborstigsten Herde rasch Konsens („Sanktionen!“/ „Krieg!“/ „Lockdown!“ usw.) herstellen. Wer dann noch zweifelt oder widerspricht, muss sich nicht nur den Vorwurf gefallen lassen, das Löschen eines Brands („Saddams Massenvernichtungswaffen!“) mit Hinweisen auf den Wasserschaden („Völkerrechtswidrige Invasion!“) zu verhindern, sondern stellt eine konkrete Gefahr für „Sicherheit“ / „Wehrkraft“/ „Volksgesundheit“ usw. dar, die bekämpft werden muss. Im Ausnahmezustand gilt: „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“ Also ein Gegner/ Gefährder/ Feind, und das auch dann, wenn seine Hinweise der Wahrheit entsprechen.

Seit damals sind fast 20 Jahre vergangen. In der Zeit ist viel passiert. Immer mehr alternative Medien sind entstanden, einige von ihnen verfügen über eine große Reichweite. Hat sich der Kampf um die Deutungshoheit verändert?

Wenn auch einem US-Präsidenten mit 75 Millionen Followern der Twitter-Kanal einfach abgeschaltet und gelöscht werden kann, zeigt das deutlich, wo die eigentliche Macht mittlerweile beheimatet ist. Tech-Oligarchen und ihre „Faktenchecker“ entscheiden, was in den Medien als Realität simuliert werden darf und Reichweite erhält. Vor 20 Jahren reichte es zur Durchsetzung eines Narratives noch aus, wenn die Konzernmedien es in ihre Wiederholungsschleifen aufnahmen und die Handvoll Kritiker als üble „Verschwörungstheoretiker“ denunzierten, mittlerweile müssen auch die sozialen Medien überwacht und kontrolliert werden, denn jeder mit einem Handy ist ja prinzipiell auch ein „TV-Sender“ und kann große Reichweiten erzielen. Und somit die Durchsetzung der offiziellen Deutung von Ereignissen unterlaufen.

Wie erklären Sie sich, dass so viele alternative Medien entstanden sind und so einen großen Zulauf erfahren haben?

Ziemlich einfach: Weil die Großmedien ihren Job nicht machen. Weil sie ihre Funktion als Wachhund der Demokratie nicht erfüllen, weil sie nicht mehr „sagen, was ist“, wie es Rudolf Augstein einst vorgegeben hatte, sondern statt kritischem, investigativem Journalismus relotious-artiges Propaganda-Infotainment produzieren. Und bei jedem illegalen Krieg freudig mitmarschieren und Fake-News verbreiten. Beim „Spiegel“ hat sich doch nichts geändert mit dem großen Mea Culpa nach dem Auffliegen der Relotius-Fakes und auch nichts bei den Institutionen, die diesen Schwurbel mit Journalistenpreisen überschütteten. Wenn es ins Narrativ passt, sind die Fakten zweitrangig und die Story kommt auf die Titelseite. Es geht nicht mehr um „sagen, was ist“, die Übermittlung und Einordnung von Fakten, sondern um pseudojournalistisches Agendasetting, um „Ausmalen, wie sich’s anfühlt”. Und das merken die Leute und kaufen diesen Medien nichts mehr ab.

Im Februar haben drei Journalisten der Süddeutschen Zeitung einen Artikel verfasst, der sich gegen Kollegen richtet, die auf der Bundespressekonferenz unbequem auftreten. Da ist von einem Missbrauch der Veranstaltung für „Propaganda und Verschwörungsmythen“ die Rede. Was lesen Sie aus der Aussage?

Als wir Anfang der 1980er in der „taz“ über die Einrichtung einer Parlamentsredaktion diskutierten, gehörte ich zu der Minderheit, die dagegen war, weil ich fand, dass diese öffentlichen BPKs selten Berichtenswertes liefern und von Ministern und ihren Sprechern nur dann kein Blabla kommt, wenn man sie im Interview konfrontiert. Das sehe ich eigentlich noch immer so, es ist ein trostloses Ritual und da wollen die „schurnalistischen“ Posteninhaber in ihren wichtigen, teuren Büros vor Ort natürlich nicht gestört werden. Und kritische Fragen stören nun mal. Und „Verschwörungsmythen“ verbreiten immer nur die anderen, während die Regierung und ihre BPK-Stenographen stets die reine Wahrheit kundtun.

Wenn man bei Google News „Zensur“ eingibt, sieht man vor allem Treffer, die mit China zu tun haben. „Zensur“ scheint bei uns kein Thema zu sein.

Das ist ja das Schöne an unserer Tech-Oligarchie: Die Datenkanäle sind privatisiert und wenn da etwas aus dem Verkehr gezogen wird, kann von staatlicher Zensur keine Rede sein. Die grundgesetzlich verbürgte Pressefreiheit ist ja weiter garantiert (Zwinker-Smiley) und jeder kann seine Meinung frei äußern… in seinem Garten. Im Zuge der Pandemie kamen sich ja nicht von ungefähr viele Ossis medienmäßig wie in einer DDR 2.0 vor, mit den Beschlüssen des CDSPU-Politbüros auf allen Kanälen – und einem Corona-Clown Karl wie seinerzeit Karl-Eduard im „Schwarzen Kanal“, mit Warnungen vor der drohenden anti-desinfektionistischen Konterrevolution. Das alte Comedy-Format „Drei Stühle – eine Meinung“ wurde gleichsam zur Dauersendung der Großmedien, und wie damals die Ost-Dissidenten ins Kirchenasyl mussten, müssen jetzt Gegenrede, Widerspruch und Kritik ins Internet flüchten, wo aber nunmehr die Silicon-Valley-Stasi und das Wahrheitsministerium von Google für Ordnung sorgen. Was kein einfacher Job ist, denn man muss den Massen ja eintrichtern, um Gottes und der Gesundheit Aller Willen „auf die Wissenschaft“ zu hören, aber gleichzeitig sämtliche wissenschaftliche Kriterien zur Prüfdauer und Effektivität von Impfstoffen über Bord zu werfen.

Gerade läuft alles auf eine Zweiteilung der Grundrechte hinaus. Geimpfte sollen Zugang zu Kinos, Hotels etc. erhalten, Nichtgeimpfte sollen draußen bleiben. Münchens Oberbürgermeister sprach davon, dass sich die Münchner doch für 24 Stunden „freitesten“ könnten, so dass sie Zugangsberichtigungen bekommen. Widerspruch in den Medien gibt es, von Ausnahmen abgesehen, kaum. Wie erklären Sie sich das? Müssten Medien, die sonst die Fahne der Menschenrechte hochhalten, nicht längst auf den Hinterbeinen sein, wenn man bedenkt, dass einem Teil der Bürger die Grundrechte nicht mehr zugestanden werden sollen?

Die Fahne der Menschenrechte wird ja nur geschwenkt, wo es passt: also zum Beispiel jetzt bei einem Betrüger wie Nawalny, während in neun Jahren Verfolgung von Julian Assange allgemeines Schweigen im Medienwald herrschte. Und so wird jetzt auch über die Wahnvorstellung von Bill Gates geschwiegen, 7 Milliarden Menschen zu impfen, genauso wie über die Rechte der Betroffenen, ein solches Impf-Abo – denn mit einem Mal ist es wegen immer wiederkehrender „Mutanten“ nicht getan – zu verweigern. Dass eine mit allen Bürgerrechten behaftete ID nur noch mit DI (Digitalem Impfpass) zu haben sein wird, ist der feuchte Traum im Silicon Surveillance Valley: Kontrolle der Körper.

Zwar gibt es noch keine „Soma”-Ausgabestellen, die wie in Aldous Huxleys Dystopie „Schöne Neue Welt“ stimmungsaufhellende Beruhigungsmedikamente an die Massen verteilen, aber vorstellbar wird das schon, wenn man sich anschaut, wie derzeit Euphorie und Hoffnungen auf nahezu ungeprüfte Vakzine geschürt werden, die Inbrunst, mit der die Impfung als Königsweg und Endlösung der Pandemie herbeigebetet wird, die schizoide Propaganda, einerseits auf „die Wissenschaft” und die Regierung zu hören, gleichzeitig aber alle wissenschaftlichen Kriterien der Zulassung eines Impfstoffs sofort zu vergessen – auch wenn der Stoff nicht psychoaktiv wie Huxleys „Soma” wirkt, driftet das Ganze doch stark in diese Richtung. Dass dort alle Krankheiten durch pränatale Impfungen ausgemerzt sind, muss heute den Massen, die vor Angst maskiert an den Fernsehern sitzen und auf die erlösende Spritze warten, geradezu paradiesisch vorkommen.

Was das Motto betrifft, mit denen unwilligen Kritikern und zögernden Skeptikern das Soma nahegebracht wurde – „Ein Gramm versuchen, ist besser als fluchen” – wird derzeit zwar noch mit etwas brachialeren Methoden gearbeitet, aber die ersten Politiker, die fordern, Kritiker der Pandemiepolitik mit einer „psychiatrischen Behandlung” zum Schweigen zu bringen, sind ja durchaus schon da. Und wenn dann noch ein Impfstoff kommt, mit der Wirkung  „alle Vorzüge des Christentums und des Alkohols ohne deren Nachteile” zu verbinden, können Dissidenten – also „Coronaleugner”, „Populisten“, „Nazis”, „Antisemiten”, „Aluhüte” und „Querdenker“ aller Art –  mit einem Pieks geheilt werden von ihrem falschen Denken. Vor ein paar Jahren hätten solche Szenarien noch wie aus einem billigen B-Picture geklungen, doch mittlerweile scheinen sie durchaus realistisch. Die neue „EU-Beobachtungsstelle gegen Desinformation“, die falsches Denken nicht-medikamentös behandeln soll, heißt übrigens jetzt SOMA (Social Oberservatory & Media Analysis)!

Erschienen am 1.4.2021 auf den Nachdenkseiten
Hier auch als Podcast

Mathias Bröckers veröffentlichte zuletzt „Klimalügner – Vom Ende des Kaputtalismus und der Zuvielisation“ (Zeitpunkt Verlag).

 

3JT #59: DER SCHMIERFINK

Der Tagesspiegel übernimmt im diesjährigen Joseph McCarthy Ähnlichkeitswettbewerb das gelbe Trikot. Außerdem: Ein Impfstoffspezialist, der für GAVI und die Bill & Melinda Gates Foundation gearbeitet hat, warnt vehement davor, in der Pandemie zu impfen. Prof Bakhdi und Prof. Hockerz haben bereits am 28. Februar vor möglichen Problemen mit dem Astra Zeneca Impfstoff gewarnt. Und die neue US Regierung hat entdeckt, dass wundersamer Weise alle Länder, die sie am liebsten bombardieren will, angeblich versucht haben, die US Wahlen zu manipulieren. Über all das und mehr reden die Journalisten Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #59 des 3. Jahrtausends!

Ferien!

So, der Lesestoff ist da, der Koffer gepackt und in den nächsten drei Wochen geht dieser Blog in den wohlverdienten Urlaub. Walter Benjamin wollte das 1937 erschienene Buch seiner Bekannten Grete de Francesco eigentlich rezensieren, tat es dann aber nicht, weil er fand, dass die Autorin politisch daneben lag: sie verlange Immunität gegen jede Art von Scharlatanerie und Einflüsterungen, während Benjamin auf  Agit-Prop von der richtigen Seite nichts kommen lassen wollte. Bin gespannt darauf…zumal in den aktuellen Pandemie-Zeit ja immer schwerer auszumachen ist, wer denn hier eigentlich der Scharlatan ist und wer der gute Onkel.

Die “Secret Drugs of Buddishm” interessieren mich im Zusammenhang mit den psychedelischen Sakramenten von  Eleusis und an den Anfängen des Christentums. Und quasi als Fortsetzung des äußerst lesenswerten Werks von Brian Muraresku  („The Immortality Key: The Secret History of the Religion with No Name“ ). Und wenn die erfahrene Psychonautin Ann Shulgin, mit der und ihrem Mann Sasha, dem “Godfather of Ecstasy”, ich einmal einen wunderbaren Abend verbrachte, im Vorwort schreibt, dass dieses Buch “will knock your socks off”… dann bin ich froh, dass ich an unserer Destination wohl keine Socken brauche.

Wer in der Zwischenzeit hier Aktuelles vermisst, sei auf die mittlerweile 1.329 Artikel und 11.298  Kommentare auf diesem Blog verwiesen. Ein Stichwort in der Suchfunktion oben rechts reicht. Ich bin selbst oft überrascht, was sich in dieser Wundertüte im Lauf der Jahre angesammelt hat und erstaunt, wie frisch Manches auch nach vielen Jahren noch klingt. Wenn einige der vollmundigen  Vorhersagen  ex post  als haarscharf daneben eingestuft werden müssen, gilt selbstverständlich  der Disclaimer des verehrten Kollegen Arthur Koestler: “Prophezeiungen sind immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.” In diesem Sinne: viel Spaß beim Stöbern.

Von guten Onkels und bösen Mutanten

Als Kinder wurden wir vor „bösen Onkels“ gewarnt, die einen mit Süßigkeiten anlocken, die man aber weder annehmen noch ihnen irgendwohin folgen soll. „Wenn dir so einer begegnet, sag einfach „Nein Danke“ und geh weiter“ hatte mir meine Mutter eingeschärft, nachdem in unserem Städtchen wohl irgendwas in dieser Richtung vorgefallen war. Da sich nie eine Situation mit so einem Onkel ergab, hatte ich die Mahnung auch bald wieder vergessen. Sie fiel mir erst neulich wieder ein, als ich eine TV-Sendung sah, in der „Experten“ über die „gefährlichen Mutationen“ des Sars-Cov-2-Virus sprachen und ich den Eindruck bekam: hier warnen die guten Onkels vor den bösen Mutanten.

Weil Viren die absoluten Weltmeister der Verwandlungen sind, wurden von dem berüchtigten Sars-Cov-2 mittlerweile schon mehr als 1000 Mutationen entdeckt und die Dunkelziffer der unbekannten Mutanten liegt noch sehr viel höher. Da die aus England, Südafrika und Brasilien stammenden neuen Varianten „noch ansteckender“ als das Original sein sollen, sind diese Mutanten jetzt der neueste Joker im „Pandemie“ genannten Testemie-Zirkus.

„Zirkus“, weil über 80% der positiv Getesteten gar nicht krank werden und  99,7 % den Infekt überleben, und „Testemie“, weil diese „Seuche“ ohne die Tests gar nicht weiter aufgefallen und statistisch als neuartige aber durchaus normale Grippewelle durchgelaufen wäre. Das wurde schon im vergangenen Frühjahr klar, als sich herausstellte, dass das „tödliche Virus“ Corona kaum größere Gefahr mit sich bringt als sein Verwandter „Influenza“ und wie dieses fast nur Hochbetagte und Vorerkrankte dahinrafft. Das war auch schon in Regierungskreisen bekannt, wie ein im Mai an die Öffentlichkeit gekommenes Papier der Abteilung „Krisenmanagement“ des Innenministeriums zeigte, das von „Fehlalarm“ sprach und darlegte, dass die überzogenen Corona-Maßnahmen mehr Todesopfer fordern könnten als die Krankheit selbst. Doch statt solche Kritik ernst zu nehmen wurde sie als „Privatmeinung“ eines Querulanten abgetan und der Autor, Oberregierungsrat Stefan Kohn, von seinem Posten entfernt. Stattdessen bestellte das Ministerium, wie jetzt anhand eines umfangreichen E-Mail-Verkehrs bekannt wurde, bei externen „Experten“ – keiner von ihnen war ausgebildeter  Epidemiologe, Infektiologe, Immunologe, Virologe –  ein Gefälligkeitsgutachten mit einer Modellrechnung, die „Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ rechtfertigen kann, wie die „Welt“ berichtet:

„Die Wissenschaftler erarbeiteten dem Schriftverkehr zufolge in nur vier Tagen in enger Abstimmung mit dem Ministerium Inhalte für ein als geheim deklariertes Papier, das in den folgenden Tagen über verschiedene Medien verbreitet wurde.  Darin wurde ein „Worst-Case-Szenario“ berechnet, laut dem in Deutschland mehr als eine Million Menschen am Coronavirus sterben könnten, würde das gesellschaftliche Leben so weitergeführt wie vor der Pandemie.“

Es wurde also Panik bestellt – und von den Leitmedien, denen das „geheime“ Papier dann gesteckt wurde, dankbar abgeholt. Weil die Immunsysteme der Bevölkerung diesem Alarmismus dann aber nicht den Gefallen taten, millionenfach einzuknicken und einfach nicht mehr Menschen sterben wollten als sonst, fragten sich natürlich viele, was das denn für eine „Pandemie“ sein soll. Hier konnte nun die „Testemie“ auftrumpfen und mit täglich neuen Spitzenwerten von „Infizierten“ und „Corona-Toten“ die Panik am Leben halten. Stets mit absoluten Horror-Zahlen, nie mit dem Hinweis, dass es sich bei den „Infizierten“ nur um positiv Getestete und nicht um Kranke handelt und bei den Gestorbenen fast nur um Hochbetagte und Vorerkrankte und nie in Relation zu den normalen Sterberaten und Infektionskrankheiten. Dass der Alarm auf fragwürdigem Zahlenkonfetti und desolater Datenbasis gründet, war schon im letzten März offensichtlich, geändert hat sich daran nichts, eine repräsentative Studie über die reale Verbreitung von Corona liegt bis heute nicht vor und was die tatsächliche Gefährlichkeit des „tödlichen Virus“ betrifft kann man sich nur an die Sterblichkeits-Statistiken halten. Und die geben weder in Deutschland  (und auch nicht  in den USA oder im lockdown-freien  Schweden) wirklich Signifikantes her, auf dessen Basis sich die Fortsetzung drakonischer Maßnahmen (Lockdown, Ausgangssperren, Kontaktverbote etc.) begründen lässt.

Da sich die Prognosen (Millionen Tote, überfüllte Krankenhäuser, fehlende Intensivstationen etc.) seit einem Jahr als falsch erwiesen haben ist es nachvollziehbar, dass sich immer weniger Menschen von den täglichen Horrorzahlen Angst machen lassen und immer mehr den Sinn der Maßnahmen bezweifeln. Eine Pandemie ohne hohe Sterbezahlen ist einfach keine, die Leute fallen vom Glauben ab. Deshalb musste jetzt in der „Kirche der Angst“ ein Scheit nachgelegt werden. Willkommen im Mutanten-Stadl. Willkommen bei den bösen Mutanten, dem „Turbo-Virus“, für den der gute Onkel Lauterbach jetzt alle Grenzen dichtmachen will. Willkommen beim Pandemie-Schwachsinn im Quadrat.

Auf das falsche, technologische Denken, das einen „Krieg gegen Viren“ ausruft, hatte ich im vergangenen Jahr schon öfter hingewiesen (hier und hier oder hier). Mit der militanten Mutanten-Bekämpfung tritt es nun in eine völlig absurde Phase. Gegen die Weltmeister der High-Speed-Mutation mit Schlagbäumen und Grenzregime anzutreten ist nichts anderes als sich gegen den Fußballweltmeister mit einer quer durchs Tor genagelten Dachlatte zu verteidigen und zu hoffen, dass niemand drunter oder drüber schießt. Und gleichzeitig die desinfektionistische Kriegshaltung und den Glauben an die erlösende Wunderwaffe (Impfung) beizubehalten, mit der der “Feind” ein für alle Mal ausgerottet werden kann. Aber das wird niemals passieren, denn es gibt mehr Viren als Sterne am Himmel – allein in einem menschlichen Körper leben etwa 380 Billionen von ihnen – und weil  sich Viren in Windeseile verwandeln können, bräuchte es gegen „böse Mutanten“ jede Woche eine neue Impfung. Angesichts solcher „Süßigkeiten“ halte ich mich dann doch lieber  an den Rat aus der Kindheit:  „Nein danke“ sagen und weiter gehen.

Die Rückkehr nach Eleusis

Gestern habe ich das Manuskript eines kleinen Buchs abgeschlossen und  an die Freunde vom  Nachtschatten-Verlag geschickt, wo es im kommenden Frühjahr erscheinen wird. Der Ursprung dieses Essays in Form eines Vortrags  hatte mir  einst die Freundschaft Albert Hofmanns eingebracht. Ich hatte ihm mit der Post eine Kopie des Vortragstextes geschickt und war hocherfreut, wenig später eine Antwort von ihm zu erhalten, der einer seiner Vorträge beigefügt war, den er kurz zuvor gehalten hatte. Als ich ihn dann mit seinem Verleger Roger Liggenstorfer auf der Rittimatte besuchte, sprachen wir auch über Eleusis und meinen kleinen Vortrag und am Ende fiel ich fast vom Sessel, als Albert sagte: „Also, das ist das Beste, was ich seit langer Zeit zu Eleusis gelesen habe, mach da auf jeden Fall weiter.“ Das nahm ich mir natürlich zu Herzen und recherchierte weiter zu diesem wichtigsten Heiligtum und größten Mysterium der abendländischen Antike und seinem psychedelischen Treibstoff. In erweiterter Fassung erschien er als Kapitel  meines Buch „Das sogenannte Übernatürliche – Aufbruch zu einem neuen Naturverständnis“ (1998). Und da in diesem Jahr die kleine Stadt bei Athen, die den bedeutendsten Tempel und das größte Mysterium der abendländischen Welt beherbergte, zum Weltkulturerbe und zur europäischen Kulturhaupstadt ernannt wurde, ist es höchste Zeit für eine “Rückkehr” nach Eleusis. Die Mysterien, die dort fast 2000 Jahre lang gefeiert wurden,  sind die Wiege der abendländischen Kultur, Religion und Philosophie und als geistiger Geburtshelfer fung(h)ierte der Pilz, dessen Wirkstoff Albert Hofmann 1943 entdeckt hat: das Mutterkorn.
Die von Albert Hofmann, Gordon Wasson und Carl Ruck Ende der 1970er Jahre geleistete Aufdeckung des psychedelischen Geheimnisses der Mysterien schlug damals damals nicht – wie es sich eigentlich gehört  hätte – in der Wissenschaft der Religionen, Psychologie und Anthropologie wie eine Bombe ein. Doch jetzt ist sie wieder zum Thema geworden ist. In Form des im Herbst 2020 erschienen New York Times-Bestsellers von Brian Muraresku  („The Immortality Key: The Secret History of the Religion with No Name“ ), der sich darüber wunderte, dass diese bedeutende Entdeckung wissenschaftlich weitgehend ignoriert wurde. Bei seinen Recherchen stieß er dann unter anderem darauf, dass sich der psychedelische Trank von Eleusis in Form des besonderen, von Frauen zubereiteten dionysischen Weins im gesamten griechischen Großreich verbreitet hat. Auch in die Weinregion von Galilea, wo später der Wanderprediger Jesus mit seinem ersten Wunder die „trockene“ Hochzeit von Kanaan in ein weinseliges Fest verwandelte – ganz in der Tradition der alten Religion, den Demeter und Dionysos geweihten Ritualen in Eleusis. Bis ins 4. Jahrhundert setzte die im römischen Reich verfolgte Sekte der Christen solche Rituale in Katakomben und Privathaushalten fort. Als Kaiser Konstatin das Christentum dann zur Staatsreligion machte, verschwanden die Priesterinnen aus dem Ritus, das psychoaktive Sakrament wurde zum Placebo und der Tempel in Eleusis zerstört.

Zuerst holten sie Trump…

Da hatte ich aber noch mal Glück, dass Twitter mit mir nicht auch gleich “den Donald” macht. Ob sich die Faktenchecker der neuen Reichsschriftumskammer die ganzen 2 Stunden angeschaut haben ? Und: kann man erfahren, welcher Blogwart die Beschwerde über dieses Posting eingereicht hat? Fragen, die im Zuge der neuen Zensur-Kultur wichtig werden. In der Sendung haben wir über unsere Eindrücke des “Stürmchens” auf das US-Kapitol am Vortag geredet und warum das kein “Putsch” war, sondern eine Hooligan-Freak-Show von wütenden Q-Anonisten – und außerdem sehr moderat auf Statistiken zur fehlenden Übersterblichkeit in Deutschland hingewiesen. Sowie, wie üblich im 3. Jahrtausend, auf den Fall Julian Assange. Was da der Stein des Anstosses war und der Beschwerdeführer ein erregter Biden-Fan oder ein fanatischer Lockdownist und Leichenzähler, wäre schon interessant zun wissen.  Gerade kam dazu ein guter Kommentar auf FaceBook:

“Geduld, mein Lieber. Irgendwann wird es eine neue Behörde geben, wo Du die Akten einsehen kannst. Der Namensgeber der Behörde hat dann beste Chancen Bundespräsident zu werden. (Smiley).”

Vielleicht liegt aber auch ein Fall von “Kontaktschuld” vor, weil ich bei KenFM aufgetreten bin, Beiträge aus diesem Blog dort erscheinen und ich sogar ein Buch mit ihm gemacht habe, denn die unsägliche Diffamierung von Ken Jebsen erlebt gerade neue Höhepunkte – nach der Löschung des Youtube-Kanals (mit 900.000 Abonnenten) wurde jetzt auch die App aus dem Google-Playstore entfernt.  Eine Zensur findet natürlich nicht statt, Presse,-und Meinungsfreiheit sind weiterhingegeben, doch wer gehört werden darf und wer nicht entscheidet kein ordentliches Gericht, sondern die Neue Inquisition. Eine unsichtbare Instanz, die über den Gesetzen steht und auch einen gewählten Präsidenten einfach abschalten kann . Da müssen sich erfolgreiche Journalisten nicht wundern. Und wem da gleich das  berühmte Niemöller-Zitat (“Zuerst holten sie die Kommunisten…”) einfällt… mit solchen Nazi-Vergleichen sollte man vorsichtig sein, sie  gehen in Richtung “Verschwörungstheorie” und wenn die digitalen Inquisitoren so etwas wittern, ziehen  sie ganz schnell den Stecker. In eine Ecke mit Autoritarismus, Faschismus, Totalitarismus können sie nicht gestellt werden, sie sind schließlich für Demokratie,  Menschenrechte und Diversity,  und wer da mit Adorno argumentiert – „Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie“ – ist dem populistischen Verschwörungs-Mythos eines “deep state” auf den Leim gegangen…