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Als letztes Jahr gemeldet wurde, dass das größte europäische Chemiekonzern BASF 20.000 Arbeitsplätze nach China verlegen muss, weil eine effiziente Produktion in Deutschland mangels preisgünstiger Energie aus Russland unmöglich ist, hatte ich in einer unserer 3.JT-Sendungen gesagt, dass ich mir einen Kanzler wie Helmut Kohl zurückwünsche. Weil der niemals zugelassen hätte, das die industrielle Perle der Pfalz einfach niedergeht, weil die “amerikanischen Freunde” Nordstream in die Luft jagen. Da wäre der “schwarze Riese”, den wir als “Birne verspotteten, aufgestanden und hätte Rückgrat gezeigt. Für seine Heimatstadt Ludwigshafen, für Deutschland und Europa. Ähnlich wie sein Vorgänger Helmut Schmidt, der gegen den Willen Washingtons das “Erdgasröhren-Geschäft” – die Lieferung von Thyssen-Pipelines an die Sowjetunion – durchgesetzt hatte. Weil er auch für Aufrüstung und “Pershing 2”-Raketen eintrat, titulierte ihn Wolfgang Neuss in seiner “taz”-Kolumne dann als Oberleutnant “Schmidtler” und empfahl ihm, mehr mit seiner Pflanzen liebenden Frau Loki im Garten zu sitzen und mit den Blumen und Bäumen zu sprechen. Hat er wohl nicht gemacht und lieber auf der Terrasse eine geraucht. Aber keiner dieser beiden Helmuts hätte die Interessen und das Wohlergehen ihres Landes derart willig und gewissenlos einem untertänigen Vasallentum geopfert wie dann Merkel, Scholz und Merz..
Und wo wir jetzt schon einst verspottete Altkanzler dringend zurück wünschen und in höchsten Tönen loben, revidiere ich auch meine Ansicht gegenüber einer anderen Autoritätsperson, deren Dienste ich schon mit zwölf Jahren verweigerte, nachdem ich als Messdiener vom Offizier zum Fußvolk degradiert wurde. Der Grund war, dass ich als Thurifer statt das Weihrauchfaß im Gottesdienst dezent zu schwenken einige 360-Grad Loopings veranstaltet hatte, zur Freude meiner Mit-Ministranten und im Rücken des Pfarrers, dem der Vorfall aber von einem Messebesucher gemeldet wurde. Der wollte mich daraufhin wieder zurück zu den “Flambos”, den einfachen Kerzenträgern, versetzen, was ich verweigerte und den Dienst am Altar quittierte. Seitdem habe ich mit Päpsten und den liturgischen Regeln der Kirche nichts mehr am Hut, muss aber jetzt vor Papst Leo meine Schiebermütze ziehen – für seine Worte zum Krieg, die er gestern in einer Gebetsandacht geäußert hat. Schon zuvor hatte sich Leo sehr kritisch und deutlich gegen den Angriffskrieg auf den Iran ausgesprochen, worauf der Boss der Barbaren ihm seine Botschafter auf den Hals hetzte und den Mund verbieten wollte. Jetzt bin ich auf X ein Follower von Leo XIV._:
“Das Gleichgewicht in der Menschheitsfamilie ist schwer erschüttert. Sogar der heilige Name Gottes, des Gottes des Lebens, wird für Todesreden herangezogen. So verschwindet eine Welt von Brüdern und Schwestern mit einem einzigen Vater im Himmel, und wie in einem nächtlichen Albtraum erscheinen allerorts Feinde. Überall sind Drohungen zu vernehmen, statt Aufrufe zum Zuhören und zur Begegnung. Brüder und Schwestern, wer betet, ist sich seiner Grenzen bewusst, er tötet nicht und droht nicht mit dem Tod. Dem Tod unterworfen ist hingegen, wer dem lebendigen Gott den Rücken gekehrt hat, um sich selbst und seine eigene Macht zum stummen, blinden und tauben Götzen zu machen (vgl. Ps 115,4-8), dem alle Werte geopfert werden und der verlangt, dass die ganze Welt vor ihm die Knie beugt.
Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg! Wahre Stärke zeigt sich im Dienst am Leben. Johannes XXIII. schrieb in evangeliumsgemäßer Schlichtheit: »Der Friede [ist] von höchstem Wert für alle: für die einzelnen Menschen, für den häuslichen Herd, für die Völker und schließlich für die gesamte Menschheitsfamilie«. Und in Wiederholung der markanten Worte Pius XII. fügte er hinzu: »Nichts ist mit dem Frieden verloren. Aber alles kann mit dem Krieg verloren sein«.
Vereinen wir also die moralische und geistliche Kraft von Millionen, ja Milliarden von Männern und Frauen, von Alten und Jungen, die heute an den Frieden glauben, die sich heute für den Frieden entscheiden, die die Wunden heilen und die Schäden beheben, die der Wahnsinn des Krieges hinterlassen hat. Ich erhalte viele Briefe von Kindern aus Konfliktgebieten: Wenn man sie liest, erkennt man angesichts ihrer Unschuld das ganze Grauen und die Unmenschlichkeit von Taten, mit denen sich manche Erwachsene stolz brüsten. Hören wir auf die Stimme der Kinder!”
Das wird nach den am Wochenende absehbar gescheiterten Verhandlungen in Islamabad so bald nicht geschehen. Die kriegsgeile Koalition unter Netanjahu und Trump will weiter bomben und brüstet sich solz mit ihren großartigen “Erfolgen”. Jetzt hat Trump angekündigt, er könne den gesamten Iran “an einem Tag” vernichten und würde die die Blockade der Straße von Hormuz umgehend aufheben – mit einer Blockade durch die US-Navy. Da fragt sich dann doch, ob die rückgratlosen Inkompetenzlinge in Brüssel, Berlin, Paris und London eigentlich noch irgendeine eine rote Linie haben, von der an sie den mörderischen Barbaren der Epstein-Koalition die Gefolfschaft verweigern.
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Nach den ersten US-Bomben auf Iran im Juni 2025 hatten wir in einer kleinen Serie – 
