Wie ich lernte die Bombe zu lieben

Als anerkannter Kriegsdienstverweigerer und Friedensfreund muss ich ein Geständnis ablegen. Es ist mir unangenehm, aber auch ausführliche Selbstbefragungen und Gewissenserforschungen konnten das Gefühl nicht abstellen, dass mich neuerdings überkommt, wenn ich etwas über Kinzhal, Avangard,  Poseidon,  Burevestnik, Peresvet oder Sarmat lese. Da kommt jedesmal Freude auf und das ist mein Problem, denn bei diesen “Schätzchen” handelt es sich um die modernsten und leistungsfähigsten Massenvernichtungswaffen überhaupt. Hier eine Kurzbeschreibung:

Kinzhal: eine hyperschallschnelle, luft-gefeuerte Marschrakete, die mit Mach 10 (7700 Meilen pro Stunde) fliegt und sowohl Bodenanlagen als auch Schiffe zerstören kann.

Avangard: ein wendiges hyperschallschnelles Nutzlastzuführungssystem für interkontinentale ballistische Raketen, das schneller als Mach 20 (15300 Meilen pro Stunde) fliegt. Es hat eine Reichweite von 740 Meilen und kann eine Kernladung von bis zu 300 Kilotonnen tragen.

Poseidon: ein autonomer nuklearbetriebener Torpedo mit unbegrenzter Reichweite, der sich in einer Tiefe von 3000 Fuß bewegen kann und dabei etwas über 100 Knoten beibehält.

Burevestnik: ein nuklearbetriebener Marschflugkörper, der mit rund 270 Meilen pro Stunde fliegt und 24 Stunden lang in der Luft bleiben kann, was ihm eine Reichweite von 6000 Meilen verleiht.

Peresvet: ein mobiler Laserkomplex, der Drohnen und Satelliten blenden, Raumfahrt- und Luftaufklärungssysteme zerstören kann.

Sarmat: eine neue schwere interkontinentale Rakete, die beliebige suborbitale Kurse fliegen kann (z.B. über dem Südpol) und beliebige Punkte überall auf dem Planeten trifft. Da sie keiner vorhersehbaren ballistischen Trajektorie folgt, ist es unmöglich, sie abzufangen.

Was wir hier haben – schon einsatzbereit im Arsenal der russischen Armee oder getestet und aktuell in Produktion – ist für das amerikanische Imperium mehr als nur eine Ansage, es ist seine Niederlage. Mit der 2002 von George W.Bush vollzogenen einseitigen Kündigung des ABM-Vertrags, der den Bau von anti-ballistischen Raketen verhinderte – in dem Glauben, dass das von Yelzin herunter gewirtschaftete Russland ohnehin nichts auf die Beine stellen kann – haben sich die USA fatal ins Knie geschossen. Ganz nach der geopolitischen Regel “Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach” haben die schlauen Russen mit weniger als einem Zehntel des US-Rüstungsetats Verteidigungssysteme entwickelt, die unbesiegbar sind. Natürlich können USA und Nato mit ihrem Vielfachen an Material in Russland immensen Schaden anrichten – aber nur um den Preis, umgehend komplett in Schutt und nukleare Asche zu versinken, oder in per “Poseidon” nuklear ausgelösten gigantischen Tsunamis. Auch die Zeiten, in denen Washington mit seinen Flugzeugträgern vorfährt und Bomben auf wehrlose Länder regnen lässt, dürften bald vorbei sein – die milliardenteuren Dickschiffe sind für Kinzhal und Avangarde nur noch lame ducks. Kein Abwehrsystem kann mit 20-facher Schallgeschwindigkeit ankommende Raketen abfangen. Genausowenig wie das nukleare Monster “Sarmat”, von der Nato “Satan 2” getauft, mit mehr als der 100-fachen Kapazität der Hiroshima-Bombe.

Schon als ich vor einem Jahr zu ersten Mal von diesen Hyperschallwaffen hörte schrieb ich, dass die außen, -und verteidigungspolitische Parole jetzt nur lauten kann: Don’t mess around with Ivan! Und das gilt mehr denn je. Wäre es angesichts dieser neuen Figuren im geopolitischen Schach nicht höchste Zeit, über neue Friedens,- Nicht-Angriffs,- Abrüstungsverträge zu verhandeln ? Sollte das dank Kinzhal & Co wieder hergestellte Gleichgewicht des Schreckens, die definitive “Mutual Assured Destruction” (MAD), nicht der Punkt sein, inne zu halten und nachzudenken ? Also statt weiter sinnloses Aufrüstungsmonopoly zu spielen mal auf das Schachbrett zu schauen. Und die Monopoly-Berater, die Bundeswehr und Rüstungskonzerne gleichzeitg beraten, sofort zu feuern und Strategien zu entwickeln, wie eine Post-Nato-Welt, eine globale multipolare Sicherheitsarchitektur aussehen soll. Wie Frieden und Freundschaft mit Russland, China und dem Rest der Welt hergestellt werden kann. Und wie wir den an militärisch-industriellem Komplex leidenden Patienten – das niedergehende US-Imperium – von der Dummheit abhalten, noch einmal wild um sich zu schlagen wie es sterbende Riesen manchmal tun.

Es wäre schon längst höchste Zeit, das alles anzugehen. Das hypersonische Waffenpotential Russlands macht nur noch einmal besonders deutlich, endlich anzufangen. Und deshalb habe ich gelernt, diese Bomben zu lieben. Niemand kann jetzt mehr im Ernst daran glauben, dass die Blechbüchsenarmee der Nato mit Figuren wie Trump und unserer Flinten-Uschi an der Spitze schaffen, was weder Napoleon noch Kaiser Wilhelm noch Hitler mit ihren Blutbädern erreicht haben, nämlich Russland unter die Knute zu zwingen. Und niemand sollte sich mehr einreden lassen, dass höhere Rüstungsausgaben daran irgendetwas etwas ändern.

Rette sich wer kann!

Nach Krebs und Herzinfarkten stehen auf Platz drei der Exitus-Liste die von Ärzten und durch Medikamente verursachten Todesfälle. Mein guter Kollege und gelegentlicher Ko-Autor Sven Boettcher hat ein Buch über das verheerende Wirken unserer Krankheitsbranche geschrieben. Nach “Diagnose: unheilbar – Therapie: selbstbestimmt”, in der er über seine persönlichen Erfahrungen nach der MS-Diagnose berichtet hat, spannt er jetzt den Bogen noch weiter auf: “Rette sich wer kann – Das Krankensystem meiden und gesund bleiben.” Ich kann das Buch sehr empfehlen. Ebenso wie dieses Gespräch mit Sven:

Ein CIA-Clown namens Guaido

Die Regierung von Burkina Faso, so las ich im Internet, hat Didi Hallervorden als Kanzler der Bundesrepublik anerkannt. Auch weitere Staaten wollen den Zweiten Vorsitzenden der “Aktionsgemeinschaft Freunde der Diktatur” (AFD) als neuen Regierungschef anerkennen und unterstützen die Demonstrationen und Proteste (“Merkel muß weg!”) gegen die gewählte Regierung. Sollte diesen Rücktrittsgesuchen nicht nachgekommen werden, so verlautete aus den internationalen “Pro-Didi”- Kreisen, werde man alsbald mit wirtschaftlichen Sanktionen sowie, falls dies nicht ausreicht, mit der Unterstützung “moderater Rebellen” für den humantiären Wandel sorgen.

So wie das jetzt in Venezuela der Fall ist, wo die Massen angeblich zwar kein Klopapier haben aber trés chic mit manikürten Fingernägeln gegen den Präsidenten Maduro demonstrieren. Während einem “Didi”-Putsch auf dem diplomatischen Parkett relativ wenige Chancen eingeräumt werden – obwohl der Präsidentendarsteller im Lande sehr bekannt ist, während von einem CIA-Clown namens Juan Guaido 81% der Bevölkerung Venezueals noch nie gehört haben – stehen die Chancen für einen Putsch in Carracas besser. Der Grund ist aber nicht Guaido, sondern die fette Beute, die er seinen internationalen Unterstützern verspricht: das Land hat mehr Ölreserven als Saudi-Arabien, die im Erfolgsfall sofort “privatisiert” werden können. Um diesem Geschmäckle vorzubeugen, stellt er den angestreben Regierungssturz dann auch gleich mal auf eine Stufe mit der Befreiung von Auschwitz – und da muss ja jeder Freund der Menschenrechte im Allgemeinen und des Humanitären im Besonderen umgehend und notfalls militärisch eingreifen. Und wo es mit dem deutschen Pro-Didi-Putsch nicht so schnell was wird und Deutschland als Minister seines Äußersten einen Nato-Clown namens Heiko installiert hat, kann der bei diesem Stichwort erst recht nicht Nein sagen.

Da Donald Trump seinen “Vizeminister für dreckige Kriege” Elliot Abrams jetzt mit der Angelegenheit betraut hat, könnte es durchaus ernst werden, zumal auch Bernie Sanders und die Demokraten nichts einzuwenden haben, die zwar sonst jeden Trump-Furz kritisieren aber bekanntlich immer zu haben sind, wenn es um regime change und Krieg geht. Nur für ihre Anhänger wird die Lage jetzt etwas schizophren: unterstützen sie Trump, die “Putin-Marionette” (H.Clinton), bei einem gewaltsamen Umsturzversuch, oder verteidigen sie die Souveränität Venezuelas, dem Putin ebenfalls zur Seite steht?

Schreiben wie die Maus buddelt

Dass Helmut Salzingers “Der Gärtner im Dschungel”, eines meiner alten Lieblingsbücher, jetzt wieder erscheint ist eine besondere Freude. Ich kann es allen Stadt,-und Landmenschen ob mit oder ohne Garten nur allerwärmstens empfehlen. Hier ein kleiner Auszug aus dem Vorwort, das ich für das Buch geschrieben habe:

Helmut Salzinger (1935-1993), war Literaturkritiker der „Zeit“ und Schriftsteller (“Swinging Benjamin”, „Rockpower – Wie musikalisch ist die Revolution ?“ ), Pionier und „Übervater der deutschen Pop-Kritik“ (Deutschlandfunk) und einer der ersten, die im Zuge der Hippie,-und Alternativbewegung aufs Land zogen, um sich fortan möglichst biologisch aus dem eigenen Garten zu ernähren. Das ging –  wie bei einem Stadtmenschen und Intellektuellen kaum anders zu erwarten – ziemlich schief. Doch „Der Gärtner im Dschungel“, ein Jahr vor Salzingers Tod erschienen, erzählt nicht nur die Geschichte dieses Scheiterns, sondern auch den daraus resultierenden Erkenntnisgewinn:  aus dem Herrn und Meister der Natur wird eine Mitkreatur, die den Wesen um sich herum beim Wachsen zuschaut.

Was das Verfassen von Büchern angeht, hat der Philosoph Gilles Deleuze („Für eine kleine Literatur“) einmal eine Art Mimikry empfohlen: Schreiben, wie eine Ratte sich durchs Schilf schlängelt, wie eine Maus ihr Loch buddelt. Doch wie hätte ein solches Kleinwerden der Literatur auszusehen? Kann man wirklich schreiben wie eine buddelnde Maus? Und kann man vermeiden, dabei wie Kaninchen, der eitle Besserwisser in „Pu der Bär“, zu wirken? Man kann. Und „Der Gärtner im Dschungel“ ist ein solches Buch. Kein schweres, philosophisches, sondern ein kleines, weises. Sein Verfasser, Helmut Salzinger, hat mit der Nomadologie von Deleuze/Guattari vielleicht überhaupt nichts zu tun – und doch wiederum sehr viel; er hat geradezu das Gegenteil von nomadischer Literatur geschrieben – ein Gartenbuch nämlich. Und doch scheint diese Karte eines Mikrokosmos die gesamte Welt zu enthalten. Nicht zuletzt den Übergang vom Nomadischen zum Sesshaften. Mit dem ersten Spatenstich fing nämlich alles an:

„Auf der Erde ist jeder menschliche Zugriff ein Angriff (auf etwas, das bereits vorher bestand). Und im Garten speziell bedeutet jeder Handgriff nicht nur Eingriff, sondern zugleich auch Übergriff. Jede Pflegemaßnahme bewirkt Störung und Zerstörung – neben aller Pflege. Wenn ich das total verunkrautete Stück der Himbeeren säubere, damit Licht und Luft herankommen und der Boden abtrockne, dann rennen auch hier nach allen Seiten Spinnen und Käfer weg. Der Igel sieht sich entdeckt, und die Braunelle wippt nicht mehr auf den Stützdrähten für die Himbeerranken. Überall – wörtlich: überall lebt irgendwer. In diesem Sinne ist praktisch der gesamte Planet Erde von einer wimmelnden Hülle aus Leben umgeben, und da ist es unausweichlich, daß einer, wohin er tritt, einen anderen tottritt, jedenfalls als Mensch, zumindest tendenziell. Wer dabei nicht mittun will, wird es schwer haben in seinem Leben.“

Wer zwar brillante Essays über Walter Benjamin  schreiben konnte („Swinging Benjamin“, 1972) und als „Jonas Überohr“ in der Zeitschrift „Sounds“ Meilensteine der Musikkritik setzen – doch von Natur eigentlich keinen Dunst hatte und sich dennoch aus theoretischen und praktischen Gründen fortan aus dem eigenen Garten ernähren will, ist absehbar zum Scheitern verurteilt. Und die Geschichte dieses Scheiterns ist eine der Ebenen von Salzingers Buch. Eine andere ist der Erkenntnisgewinn, der aus dem Scheitern resultiert, aus dem potentiellen bio-dynamischen Selbstversorger wird ein Gärtner im Dschungel:

 „Seither ist immer was los, selbst wenn nichts geschieht. Mein Zeitgefühl hat sich verändert. Zeit ist ein gleichmäßiger Fluß geworden…Mein Blick weitet sich, ich bekomme ein Gefühl für natürliche Rhythmen. Das Jahr schließt sich zu einer zyklischen Einheit zusammen, einer Vegetationsperiode von Wachsen, Vergehen und Ruhe. Dann eine neue Runde. Jede Pflanze nimmt daran teil, und ich nehme allmählich wahr, daß auch ich selber, wenn ich es nur zulasse, an diesem rhythmischen Kreislauf beteiligt bin. Ich gehe zwischen den Lebewesen im Garten herum und habe gelegentlich das Gefühl, selber ein solches Lebewesen zu sein. Ein Wesen wie alle, von ihrer Art und Natürlichkeit. Das Empfinden, das sich dabei zuweilen einstellt, erinnert mich an so etwas wie Glück.“

„Der Gärtner im Dschungel“ ist eine Geschichte der Wahrnehmung – der Wiedergewinnung eines Gespürs für die Ganzheit und pulsierende Allgegenwart des Lebens, der unmittelbaren Wechselwirkungen von Mikro- und Makrokosmos, von Kleinstlebewesen und Gesamt-Biosphäre. Während einst der Garten ein Stück Kultur war, das gegen die Wildnis verteidigt werden musste, gerät er nun, gegen die flächendeckende Planierung durch die Zivilisation, zu einem Asyl für die Wildnis. Und der Macher des Gartens hofft, irgendwann „zum Bewohner des Gartens geworden zu sein und recht eigentlich zu seinem Bewuchs zu gehören, wie die kleinen Käfer und Spinnen unterm Gras dazugehören.“ (….)

Ich scheue mich nicht, dieses kleine Gartenbuch große Literatur zu nennen. Nicht nur, weil es das fundamentale Thema schlechthin behandelt – mit dem ersten Spatenstich begann alles, was wir heute Kultur nennen, die Kultivierung und Kontrolle des Territoriums und des Lebens –, sondern weil es dies aus praktischer Erfahrung tut, und in einem klaren, transparenten Stil, der die aus der Anschauung von Mikro-Ereignissen gewonnenen großen und tiefen Einsichten ohne Pathos vermittelt. Als Sachbuch enthält es mehr Information über die Natur als viele naturwissenschaftliche Werke; als kulturgeschichtlicher Essay verhandelt es nicht weniger als die Grundbedingungen des Menschseins; als Gartenbuch enthält es eine Vielzahl praktischer Tipps; und als einfacher Bericht von einem, der auszog, auf dem Lande zu leben, ist es beste, weil Geschichten erzählende Literatur. „Unkraut“, meinte einst Henry Miller, „ist die weiseste aller Lebensformen“. Helmut Salzinger hat einiges davon abbekommen. Und so hat er geschrieben wie eine Feldmaus buddelt – nicht nur Stadtratten können viel bei ihr lernen.

Helmut Salzinger, Der Gärtner im Dschungel, Westend Verlag, 204 Seiten, Hardcover, 18 Euro

Januskopf mit Hefezopf

Ein Comeback ist anzuzeigen: Julia Timoschenko will in der Ukraine Präsidentin werden. Schon im April 2014 hatte ich die Fake-Blondine mit der Wickelfrisur hier porträtiert. Dass Mutti Merkel den durchgeknallten Hefezopf aus Dnjepropetrowsk wieder umarmen wird, wie auf dem dpa-Foto vor fünf Jahren, steht zu befürchten. Ein Reposting aus aktuellem Anlass:

Das schaffen nur ausgewiesene Spagatkünstler, sehr trainierte Spreizschrittartisten oder eben Julia T. Erst kündigt sie zünftig an, dem „Bastard“ Wladimir eine Kugel in den Kopf zu jagen, dann seine in der Ukraine lebendenden acht Millionen Russen „mit Atombomben“ zu vernichten, um schließlich in Russland nur noch „verbrannte Erde“ zu hinterlassen. Anschließend behauptet Julia T., das mit den Atombomben sei ihr untergeschoben worden von einem Stimmenimitator in russischen Diensten. Sie habe natürlich gesagt, dass alle Ukrainerinnen und Ukrainer von ihr vereint werden.

Schon klar, als ehemalige Vizekanzlerin und Energieministerin hat man natürlich das Wohl des ganzen Landes und besonders seiner Minderheiten stets im Auge. Doch so etwas authentisch in die Kameras sülzen, während die ungefälschte Aufnahme der eigenen Vernichtungsfantasien weltweit kursiert, ist hohe PR-Kunst – nur hochflexible Janusköpfe kriegen so etwas hin, ohne rot zu werden. Julia T. ist eine Meisterin dieses Fachs und als Januskopf mit Hefezopf prädestiniert für allerhöchste Ämter.

Da nimmt es weiß Gott nicht Wunder, dass die Demokratin und Jeanne d’Arc der Ukraine just letzte Woche vom außenpolitischen Arbeitskreis der CSU für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde. Ja, servus – was für eine wunderbar debile Verneigung vor sämtlichen aufgegangenen Hefeteilchen dieser Welt! Doch das Kaliber Julia T. schafft es auch, trotz eines „schweren“ Bandscheibenvorfalls, nach der Rollstuhlshow auf dem Maidan stante pede wieder in ihre High Heels zu schlüpfen.

Auf solchen Stöckeln und mit einer Mitleidskrücke tauchte die Eiserne ja auch in Berlin auf, von Merkel mütterlich in der „Freiheit“ begrüßt. Nicht überliefert ist, ob anschließend in der Charité außer dem Vorfall der Bandscheibe auch die Vorfälle der Hirnsynapsen der Julia T. untersucht wurden. Dort paaren sich nuklearer Vernichtungswille mit zivilgesellschaftlichen Reformen offenbar ebenso perfekt wie Raffgier und Größenwahn mit Demokratie und sozialer Verantwortung.

Offensichtlich ist aber, dass dem durchgeknallten Hefezopf aus Dnjepropetrowsk nur genauso weit zu trauen ist, wie man seine Waschmaschine werfen kann. Bevor Julia T. als Fake-Blondine mit Wickelfrisur in die vaterländische Politik einstieg, hatte sie als brünetter Business-Vamp ihren Faible für das Multitasking bereits unter Beweis gestellt. Während nach dem Ende der Sowjetunion die meisten nichts zu beißen hatten, brachte sie in wenigen Jahren zwanzig Prozent der ukrainischen Kohle (will heißen: Gas) unter ihre Kontrolle.

Wie es sich in derartiger Windeseile als Tochter einer Telefonistin zur „11-Milliarden-Dollar-Frau“ (Guardian) aufsteigen lässt, gab sie damals ebenso freimütig zu Protokoll: „Jeder, der nur einen Tag im ukrainischen Geschäftsleben tätig war, könnte ins Gefängnis gesteckt werden.“ Nicht ganz folgerichtig beteuerte sie dann nach der Inhaftierung 2011 penetrant ihre Unschuld. Während doch alle Indizien darauf hindeuteten, dass Julia T.s Geschäftsmodell mafiös funktionierte und dass die Gründung ihrer Partei keinem gesellschaftlichen Interesse geschuldet war, sondern nach dem Vorbild Silvio Berlusconis allein dem Schutz des erbeuteten Milliardenvermögens diente.

Dabei war Julia T. einst bescheiden ins Wirtschaftsleben eingestiegen, mit Raubkopien von Videokassetten. Den entscheidenden Schub bekam ihr Kramladen durch die Beziehung zu dem Provinzfürsten Pawlo Lasarenko, der 1996 Premierminister wurde. „Lady Ju“ machte dieser gleich mal zur Direktorin der staatlichen Energiewerke. In deren Rohre Russland dem Brudervolk in der Ukraine täglich Gas weit unter Marktpreis lieferte.

Die gelernte Raubkopiererin brachte das auf die dreiste Idee, den billigen Stoff abzuzapfen und auf eigene Rechnung zum Weltmarktpreis zu verkaufen. Als ihr Mentor Lasarenko nach kaum zwei Jahren als Premier abtreten musste und neun Jahre in den Knast wanderte, war seine Schülerin zu Hause zur „Gasprinzessin“ und Ikone der US-gesponserten „orange Revolution“ aufgestiegen. Dass sie sich als neue Retterin der zu kurz Gekommenen in Szene setzte, juckte den Volksmund allerdings wenig. Er taufte Julia T. geschwind in Sonka um. Die nicht lange fackelnde Sonka war in den Zwanzigerjahren die Diebin und Gangsterbraut der Ukraine schlechthin gewesen.

#JFK,#RFK,#MLK, #MalcolmX

Seit 1986 ist in den Vereinigten Staaten an jedem dritten Montag im Januar “Martin Luther King Day”, ein staatlicher Feiertag, der an den 1968 erschossenen Bürgerrechtler und gewaltfreien Kämpfer gegen die Rassentrennung erinnert. Für den Mord an King, der am 15. Januar 90 Jahre alt geworden wäre, wurde der vorbestrafte und aus dem Gefängnis ausgebrochene James Earl Ray verurteilt, der auf Anraten seines Anwalts um die Todesstrafe zu vermeiden die Tat zuerst gestand, dann aber sein Geständnis widerrief und bis zu seinem Tod im Gefängnis 1998 vergeblich versuchte, eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen. Das “House Select Committee on Assassinations”, ein Ermittlungsauschuss des US-Kongresses, der 1979 die Ermordung von John F.Kennedy und seines Bruders Robert F.Kennedy untersuchte, nahm auch die Umstände des Mordes an Martin Luther King unter die Lupe. Und kam wie im Fall JFK zwar zu dem Ergebnis, dass eine Verschwörung mehrerer Täter dahinter steckte, hielt aber James Earl Ray weiter für den Todeschützen. Es schenkte seiner Geschichte, dass ein Mann names “Raul” ihn für den Kauf des Gewehrs und zur Anmietung des Zimmers gegenüber von Kings Hotelbalkon bezahlt hätte, keinen Glauben.

Erst 1993 kam sein Fall wieder in die Schlagzeilen, als Loyd Jowers, ein ehemaliger Polizist und Besitzer des gegenüber liegenden Grillrestaurants, der Ray ein Gästezimmer vermietet hatte, in der TV-Sendung Prime Time Live eine höchst brisante Aussage machte. Ein mit der Mafia verbundener Geschäftsmann aus Memphis, Frank Liberto, habe ihm über einen Kurier 100000 Dollar gezahlt, um bei dem Mord zu helfen. Einen Tag zuvor sei ihm von einem Mann namens »Raul« ein Gewehr gebracht worden. Zur Mordzeit habe er die Hintertür seines Restaurants, die auf einen mit hohen Büschen bestandenen Hof führte, offen gelassen. Diese Büsche waren von etlichen Augenzeugen als der Standort des Schützen ausgemacht worden. Sie wurden am Tag nach dem Mord von der Polizei Memphis entfernt. Nach dem Schuss auf King sei das noch rauchende Gewehr an seiner Hintertür abge- legt worden, und er habe es aufbewahrt, bis es am folgenden Tag von »Raul« abgeholt worden sei.

Nach diesem sensationellen Geständnis kam das Gericht in Memphis nicht mehr umhin, ein neues Verfahren zu zuzulassen. Dort berief sich Jowers, da er selbst angeklagt war, aber auf seine Aussageverweigerungsrecht und wiederholte seine Aussage nicht, was die Richter unglaubwürdig fanden. Auch die Mainstream-Medien beeilten sich, das sensationelle Geständnis als unglaubwürdig darzustellen – bis sich ein weiterer Zeuge für diesen ominösen “Raul” meldete. Der ehemalige FBI Agent Donald G. Wilson, der bei der Fahndung nach Ray dabei war, als dessen Auto gefunden wurde. Dort sei beim Öffnen der Tür ein Briefumschlag herausgefallen, in dem ein Ausriss aus einem Telefonbuch und ein Blatt mit Namen und Telefonnummern steckten. Darauf sei die Nummer des FBI in Atlanta notiert gewesen, die er kannte, sowie weitere Nummern unter anderem mit den Namen »Raul« und »H.L. Hunt«. Aus Angst, einen Fehler zu machen – und möglicherweise einen verdeckten FBI-Agenten zu enttarnen –, habe er das Couvert eingesteckt, seinem Kollegen nichts davon erzählt und es nicht zu den im Auto sichergestellten Dingen gegeben. Er blieb nicht lange beim FBI und arbeitet später als Lehrer, doch die gefundenen Papiere behielt er und erzählte dreißig Jahre niemandem davon – bis er zufällig im Fernsehen sah, dass Martin Luther Kings Ehefrau Coretta einen Prozess gegen Loyd Jowers und seine Mitverschwörer anstrengte. Er setzte sich mit den Kings in Verbindung und nahm an einer Pressekonferenz in Atlanta teil, worauf seitens des FBI ein Sturm über ihn hereinbrach. Die Dokumente wurden als Fälschung und er selbst als Lügner bezeichnet, der bei der Durchsuchung des Wagens 1968 gar nicht dabei gewesen sei. Doch die Fälscher und Lügner, das zeigte das von der Familie King durchgesetzte Verfahren 1999, in das 70 Zeugen unter Eid und 4000 Seiten Transkripte eingebracht wurden, waren und sind andere. Nach nur 59 Minuten kam die Jury in dem Zivilverfahren zu ihrem Urteil: Sie sprach der Familie die verlangten 100 Dollar Entschädigung zu und stellte fest, dass Martin Luther King einer »Verschwörung unter Beteiligung von Regierungsbehörden« zum Opfer gefallen ist.

Eine weitere strafrechtliche Ungtersuchung gab es dann aber genausowenig wie nach der Feststellung des HSCA 1979, dass John F.Kennedy nicht dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald, sondern “wahrscheinlich einer Verschwörung” zum Opfer gefallen ist. Zum diesjährigen “Martin Luther King”-Tag fordert jetzt eine Gruppe von 60 bekannten Bürgerinnen und Bürgern und Mitgliedern der King- und der Kennedy-Familie in einer Petition an den Kongress ein öffentliches Tribunal zur Untersuchung dieser Mordfälle: “Wir fordern ein öffentliche Untersuchung der vier großen Attentate der 60er Jahre, die einen verherrenden Einfluss auf die amerkianische Geschichte hatten,” heißt es in dem Schreiben, das neben der Ermordung der Kennedys und Kings auch auch den Fall des ermordeten Bügrerrechtlers Malcolm X neu untersuchen will:

“John F. Kennedy, Malcolm X, Martin Luther King und Robert F. Kennedy versuchten jeder auf seine eigene Weise die Vereinigten Staaten weg vom Krieg und hin zu Abrüstung und Frieden zu bringen, weg von Gewalt und Spaltung hin zu Einverständnis und Gerechtigkeit. Ihre Ermordungen waren ein brutaler, konzertierter Anschlag auf die amerikanische Demokratie, dessen tragischen Konsequenzen unsere Nation noch immer heimsuchen.”

Neben bekannten Historikern, Politikwissenschaftlern und Journalisten gehören auch einige Hollywood-Stars wie Alec Baldwin zu den Unterzeichnern, die ein Tribunal nach dem Modell fordern, wie es in Südafrika nach dem Fall der Apartheid stattfand. Sie betrachten ihr Schreiben an den Kongress als Start einer langen Kampagne. Seit diesen Ermordungen, so sagt der Unterzeichner James Douglass, „wandeln wir in einem Tal des Todes. In unserer Kampagnen geht es darum, die Wahrheit der Bewegungen, die von diesen Männern geführt wurde, zurückzugewinnen.“

So sehr dieser Initiative Erfolg zu wünschen ist, so schwierig  dürfte das werden. Seine großspurige Ankündigung, sämtliche Dokumente zum Kennedy-Mord endlich freizugeben, hat Präsident Trump noch immer nicht umgesetzt. Wollte er sein Wahlkampfversprechen, den „Sumpf Washington trockenzulegen“ wirklich erfüllen, genau hier, bei den historischen Morden an diesen vier Reformern und Bürgerechtlern, hätte die Aufklärung und Trockenlegung des „tiefen Staats“ zu beginnen.

Mehr über die Morde an JFK, RFK und MLK und die verurteilten “Einzeltäter” Lee Harvey Oswald, James Earl Ray und Sirhan Sirhan in “JFK- Staatsstreich in Amerika”

Auch als Podcast auf KenFM

Nichts gegen Propagandasender!

Wolfman Jack

Einen Besuch beim Feindsender Russia Today (rt) hatte ich ja vor einigen Jahren schon mal beschrieben, als ich von “Putins Propagandakanal” (FAZ) zu einem Gespräch über “Wir sind die Guten” eingeladen war. Weil die Sendelizenz für Europa in England registriert ist, will der vom russischen Staat finanzierte Sender, der auf einer Website und über Youtube publiziert, sich wg. Brexit um eine Lizenz in Deutschland bemühen. Auch einige andere in Groß-Britannien registrierte Sender wollen eine solche Lizenz beantragen, doch gegen die Zulassung von “rt” protestiert eine große Medienkoalition privater Verlage jetzt ganz ausdrücklich. Auch der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV), Frank Überall, hat sich den Protesten angeschlossen. Da man vom Chef eines Berufverbands und Prof. Dr. für Journalismus einige qualizierte Äußerungen zum Thema Medienvielfalt und Informationsfreiheit erwarten sollte, hatte Markus Kompa ihm für Telepolis dazu ein paar Fragen gestellt.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Überall, der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die Landesmedienanstalten auf, dem Kanal Russia Today für seine Webseite RT Deutsch keine Rundfunklizenz zu erteilen. Wie verhält sich diese Forderung zum DJV-Grundsatzprogramm, in dem es heißt: “Wer journalistische Rechte einengt, beschneidet die Informations- und Meinungsfreiheit”?

Frank Überall: RT Deutsch ist kein journalistisches Informationsmedium, sondern ein Propaganda-Instrument. Der DJV fordert in seinem Grundsatzprogramm eben keinen Freifahrschein für Propaganda und Desinformation.

Sie beklagten, Russia Today habe in der Vergangenheit immer wieder Geschichten erfunden. Welche RT Deutsch-Beiträge waren erfundene Geschichten?

Frank Überall: Nehmen Sie den Fall Lisa, mit dem massiv versucht wurde, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.

Fällt RT Deutsch signifikanter durch unseriösen Journalismus auf als andere Medien, die regelmäßig bei BILDblog zu Gast sind?

Frank Überall: Wie ich bereits gesagt habe: RT steht nicht für seriösen Journalismus. Deshalb sind Vergleiche mit journalistischen Medien unangebracht.

Propaganda und Desinformation treiben eben immer nur die anderen, aber niemals die im DJV organisierten Schurnalisten, weshalb Vergleiche einfach unangebracht sind. Und blendet “rt” nicht bisweilen selbst am oberen Bildrand “Kreml-Dauerwerbesendung” ein? Na also, da haben wir’s doch! Kein Wunder, dass Frank “Flachpfeife” Überall da ausrastet. Wo kämen wir hin, wenn über den Kriegsberichten unserer “journalistischen Medien” etwa “Nato-Dauerwerbesendung” eingeblendet würde ? Dann wüßte doch das Publikum gleich Bescheid.

Im Übrigen habe ich überhaupt nichts gegen Propagandasender. Ich bin wie viele meiner Generation mit dem “American Forces Network” (AFN) und “British Forces Broadcasting Service” (BFBS) groß geworden sind, da anderswo im Äther damals kaum gute Musik lief. Dass es sich bei den Meldungen über die Kriegserfolge in Vietnam um Propaganda handelte, konnten wir auch mit 14 schon einschätzen und hörten weg, die Wolfman Jack Show aber war Pflicht. Also: nichts gegen einseitige Berichterstattung, nichts gegen Propagandasender – solange drin ist was drauf steht und solange niemand zum Zuhören gezwungen wird, sind sie grundsätzlich kein Problem! Anders als der “seriöse Journalismus” (Überall), der den Deckmantel von Ausgewogenheit und Objektivtät nutzt, um Fake News und PR unterzujubeln. Und wo “AFN” und “BFBS” weiter senden dürfen, kann auch “rt” nicht zensiert werden.

Wo bleiben eigentlich die russischen Hacker wenn man sie mal braucht?

“Sie wohnen in jedem Computer auf der ganzen Welt und lenken die Geschicke der Menschheit: Der Glaube an allmächtige russische Hacker, die den Lauf der Weltgeschichte bestimmen, ist heute offiziell als Religion anerkannt worden. Besonders in den USA, aber auch in Deutschland erfreut sich die Glaubensgemeinschaft immer größeren Zulaufs.” Dies hatte das Fachblatt “Postillon” schon im Juni 2017 gemeldet und welche Formen die Heilslehre des Russohackismus seitdem angenommen hat, lies sich jetzt erneut ganz wunderbar beobachten, nachdem zahlreiche gehackte Daten über deutsche Politiker und “Prominente” im Netz aufgetaucht waren. Täglich wurde den Gläubigen von den Kanzeln der großen “Bild”-Kathedrale Messen gelesen und Predigten gehalten, warum auch hinter dieser neue Plage niemand anderes stecken kann als “Putins Cyberkrieger”. Wer sich hinter dieser Ausgeburt des Bösen verbirgt, wurde dann nach einer Verhaftung am Dienstagabend klar: es ist ein 20-jähriger aus Mittelhessen, der noch bei seinen Eltern wohnt. Der junge Mann soll aus Langeweile schlecht geschützte Email-Accounts und Webseiten gehackt und die Daten per Adventskalender im Dezember ins Netz gestellt haben. Wahrscheinlich, weil seine Mutter “den süßen Versuchungen des Kreml erlag”. Das ist ja gerade das Gefährliche und Perfide an den russichen Hackern, die seit Jahren unsichtbar im Hintergrund ihre dämonischen Fäden ziehen und von keinem Fahnder oder gar Gerichten gestellt und identifiziert werden können, die aber natürlich auch hier dahinterstecken. Wer glaubt, dass so ein Bubi so viele Daten einsammeln kann, ohne dass ihm mächtige Kräfte aus dem Hinterhalt geholfen haben, ist wahrscheinlich schon ein Opfer russischer Fake News und Desinformation.

In einem anderen aktuellen Fall von Datendiebstahl ist die Lage leider ein wenig anders. Eine Hackergruppe namens “Dark Overloard” hat angeblich brisante Daten über die 9/11-Anschläge in ihren Besitz gebracht und sie an Sylvester verschlüsselt ins Netz gestellt. Es soll sich um insgesamt 10 GB Dokumente und Emails handeln, die die Hacker von Servern verschiedener Anwaltskanzleien sowie des WTC-Besitzers Larry Silverstein gezogen haben, die mit der Abwicklung u.a. von Versicherungsfragen zu tun haben. Für die Freigabe jeder der in acht Schichten (“Layer”) aufgeteilten Daten verlangen die Hacker Bezahlung in Bitcoin, für den teuersten Layer mit dem wichtigsten Material wollen sie umgerechnet 2 Millionen Dollar. Zudem gaben sie an, dass sie auch Namen aus dem Datenbestand löschen, wenn die entsprechenden Personen dafür bezahlen. Twitter und die Plattform Steemit haben die Accounts der dunklen Overlords mittlerweile entfernt. Dort hatten die Hacker bekundet, keine politischen Aktivisten zu sein und gedroht: “Bezahlt den Scheiß oder wir werden euch darunter begraben.

Nach Erhalt der ersten Bitcoins hat die Gruppe die beiden ersten “Layer” mittlerweile entschlüsselt , sie enthalten u.a. Interviews des FBI mit den Angestellten der Airlines und der Angehörigen, sowie Korrespondenzen verschiedener Versicherungen. Eine “smoking gun” befindet sich offenbar nicht darunter, die Echtheit der Dokumente scheint aber sicher zu sein. Unsicher ist allerdings, ob “Dark Overlord” wirklich Material erbeutet hat, dass zu einer Neuermittlung oder gar Aufklärung der Verbrechen beitragen kann. Zumal wenn auch nach einer “kompletten” Veröffentlichung niemand sicher sein kann, wer zuvor schon für die Nicht-Veröffentlichung unangenehmer Daten bezahlt hat. Deshalb werfen die rein kommerziellen Motive der Gruppe die Frage auf: Wo bleiben eigentlich die allmächtigen russischen Hacker, wenn man sie mal braucht?