Die Dinosaurier der Zukunft

 

Frisch aus dem Archiv:  Vor 30 Jahren , im September 1989, berichtete ich von der Internationalen Automobilausstellung Frankfurt –  wie heute von “Elektro” war seinerzeit vom “Katalysator”  als Heilsbringer die Rede, ansonsten aber hat sich erschreckend wenig geändert:

Heute werden die Tore der „Internationale Automobil -Ausstellung“ in Frankfurt für die gemeinen Massen geöffnet. Der Riesenandrang ist vorprogrammiert, die sachliche Auseinandersetzung um das Fortbewegungsmittel der Zukunft verschwindet hinter dem Drang nach steigenden PS-Zahlen und blitzendem Chrom. Die Antwort der Industrie auf den „Umweltzerstörer Nummer eins“ sind Dreiwege-Katalysatoren, die für das Gütesiegel Umweltverträglich sorgen sollen. Eine Demagogie ohne gleichen, die deutlich macht, daß das Auto der Zukunft in Frankfurt nicht zu sehen ist.

Wenn Wirtschaftsminister Haussmann recht hat, sieht es um die Zukunft des Autos finster aus: „Die Zukunft des Autos wird von einer überzeugenden Weiterentwicklung des Kraftfahrzeugs zu einem umweltverträglichen Verkehrsmittel abhängen“, betonte der „begeisterte Autofahrer“ Haussmann in seiner Eröffnungsrede zur 53. IAA. In den riesigen Hallen des Frankfurter Messegeländes jedoch ist von dieser Weiterentwicklung kaum etwas zu entdecken. Geschweige denn etwas Überzeugendes. Der Trend dieser Autoausstellung läßt sich vielmehr auf einen Blick erkennen: Man muß nur, wie als kleiner Bub, mal kurz gucken, „was er auf’m Tacho hat“.

Zukunft aus dem Kitschroman

Bei Audi, Mercedes und BMW sind das mittlerweile 280 Sachen, bei den anderen Groß-Limousinen und Coupes wird es kaum weniger sein – doch selbst solch ein simpler Schnelltest läßt sich in dem Gedränge um die Top-Modelle nicht ohne weiteres bewerkstelligen. Um einen Blick auf den 1.000-PS -Ferrari zu erhaschen, setzen Endzwanziger im Turbo-Outfit schon mal die Ellenbogen ein, ein Greis will die lederbezogene 200-Kilowatt-Potenz eines BMW-Coupes nicht verlassen, obwohl sich schon eine Schlange von Probesitzern gebildet hat, und wenn am neuen Mercedes-Cabrio das Faltdach wie von Geisterhand wegklappt und in der Karosse verschwindet, geht ein begeistertes Strahlen über die Gesichter von Jung und Alt.

Wo sich in den Pkw-Hallen 8 und 9 Trauben von Männern bilden (Frauen sind, abgesehen von prospektverteilenden Hostessen, kaum zu sehen), steht mit Sicherheit dergleichen Schnickschnack: ein Doppel-Turbo, Allrad-Coupe oder Silberpfeil zum Preis eines Einfamilienhauses. Und wenn ein Hersteller zufällig kein neu gestyltes 300 PS-Geschoß im Programm hat, dann lockt er mit dem Siegerauto der Paris -Dakkar-Rallye, einem Formel-Eins-Rennwagen oder einem „Concept-Car“, Vehikel, wie sie die Titelblätter früher Perry-Rhodan-Hefte zierten und die einzig durch ihr futuristisches Design zwischen Mondfahrzeug und Auto-Scooter auffallen – Informationen über das Zukunftsauto gibt es nicht. Es scheint also, daß auch im Automobilbau die Zukunft so kommt, wie sie offenbar kommen muß: wie im billigen Kitschroman.

Eine „sachliche Diskussion“, wie sie die Präsidentin des „Verbandes der Automobilindustrie“ Emmerich in ihrer Eröffnungsrede forderte – „Das Schüren der Ängste muß aufhören und einer sachlichen Diskussion weichen. Das gilt vor allem in der Umweltpolitik“ -, eine solche rationale Diskussion läßt sich nach einem Rundgang durch die Ausstellung schwerlich führen. Im Gegenteil, was auf dieser Motor-Schau (Motto: „Technik für den Menschen“) gezeigt wird, und wie das Publikum darauf reagiert, das ist in so hohem Maß irrational, daß man sich dauernd fragt: Ist dies nun der Kirchentag einer fanatisierten Sekte, die um ihren Fetisch tanzt, oder handelt es sich um die internationale Messe für Männerspielwaren?

Kirchentag einer fanatisierten Sekte?

Ein Japaner legt sich auf den Bauch, um die Alufelge des neuen Porsche Carrera zu fotografieren, zwei indisch aussehende Männer notieren in winziger Schrift die Reifengrößen der Ausstellungsstücke, Hilfskräfte sind permanent mit Spray und Lappen unterwegs, um Fingerabdrücke von Lack und Scheiben wegzuwienern. „Hot der a an Ehrbeck?“ fragt ein Mann in Lederhosen am Audi-Stand, um nach der Auskunft, daß der Prallsack für die Fahrer-Birne zum Inventar gehört, befriedigt zu lächeln. Zwei schnöselige Österreicher streiten sich vor dem neuen Nissan 300 ZX Turbo: „Na, der gfolt mir net, da setz i mi net eini.“ Nicht einmal zur Probe. Dafür schaut er sich aber wenigstens die Video-Werbung für „Super-HICAS“ an, eine ausgetüftelte, natürlich „High-Tech„-Radaufhängung, die höhere Geschwindigkeit in Kurven ermöglicht.

Spricht die kindliche Begeisterung, mit der die Werbespots auf den Videowänden von den Besuchern dankbar wahrgenommen werden, doch eher für die Vermutung, hier findet eine Spielzeugmesse statt, so läßt die erste Etage in Halle 9 dann doch nur noch den Schluß zu, hier wird das Ritual einer abgedrehten Glaubensgemeinschaft zelebriert: zu besichtigen sind die Hardliner des Gewerbes, Styling-, Tuning- und Frisier-Experten, die aus einem 100.000 Mark teuren Serien -Mercedes für weitere 170.000 ein exklusives Mordgeschoß in fußgestampfter Luxus-Leder-Ausstattung zaubern – die Fundamentalisten der PS-Branche, die die Fahrwerke so tief legen, daß keine Maus mehr unten durch paßt. Geschweige denn ein Schild mit Tempo 100.

Keine Technik für den kleinen Manta- oder GTI-Menschen, sondern für die oberen 10.000 dieser speedverseuchten Spezies – und doch werden sich, wenn ab heute nach zwei Fachpublikumstagen die Messe fürs große Publikum geöffnet wird, die juvenilen Heckschürzen- und Spoiler-Massen im ersten Stock tummeln, während eine Etage tiefer impotenzbedrohte Senioren mit dem Gedanken liebäugeln, die Hälfte der eben ausgezahlten Lebensversicherung für ein rotes BMW-Coupe rauszuschmeißen. Das heißt, für „Technik“, „Qualität“, „Leistungsreserve“, „aktive Sicherheit“, „Überlegenheit“, „souveräne Eleganz“ usw. das Sparkonto abzuräumen.

Dinosaurier von morgen

Nicht weit vom Frankfurter Messegelände liegt das Senckenberg-Naturkunde-Museum mit den Skeletten vorzeitlicher Dinosaurier – hier findet sich vielleicht eine Erklärung für die hochgradige Verrücktheit der Automobilisten. Denn anders als „saurierhaft“ läßt sich nicht beschreiben, was bei dieser IAA vorgeht.

Zwischen den Hallen sendet der Hessische Rundfunk live sein Stauradio – Frankfurt ist im Umkreis von 50 Kilometern total verstopft. Auf einer Autobahnkarte zeigen blinkende Lämpchen die Staus an – die Besucher bleiben lächelnd stehen, der Moderator kündigt an: „In dieser Stunde werden wir unter anderem der Frage nachgehen: ‘Stehen Sie gern im Stau?‘ und ‘Was machen Sie, wenn sie im Stau stehen?‘ Aber jetzt erst einmal Musik…“ – Die Besucher eilen weiter, den nächsten 30-Ventil-Einspritzer, Spitze 213 Stundenkilometer, zu begutachten.

Daß derlei Paradoxie hier niemandem aufzufallen scheint und das Ganze als „sachlich“, „rational“, „innovativ“, „zukunftsträchtig“ gefeiert werden kann, verdankt sich einem Zauberwort: Katalysator. Dieser Filter, der ein paar giftige Partikel absorbiert und „nur“ noch Kohlendioxid durch den Auspuff bläßt, ist, was seine PR-Wirkung betrifft, ein wahres Wunder. Auto plus Kat gleich Umweltverträglichkeit lautet die demagogische Kurzformel, mit der die Hochleistungsbenzinkutschen ins ökologische Gleichgewicht des 21. Jahrhunderts gehievt werden sollen – kaum ein Hersteller, der nicht mit einem grünen Band die hervorragende Naturnähe seiner Produkte suggeriert, kein Offizieller, der nicht die steigende Kat-Zahl als vorbildliche Umweltfreundlichkeit rühmt.

Daß auch Kat-Autos lärmen und nerven, Ressourcen vergeuden, Energie verschwenden, Städte unbewohnbar machen und 1988 in der BRD 450.000 Menschen friedhofs- oder krankenhausreif fuhren – von diesen simplen Fakten ist auf der IAA allenfalls am Rande die Rede. Und wenn, dann ist gleich ein ADAC-Kardinal zur Stelle, um zu erklären, daß, wer das Auto verteufelt, der Marktwirtschaft, der freiheitlichen Ordnung und dem Rechtsstaat insgesamt ans Eingemachte geht.

Und doch scheint der Ketzer recht zu haben, der auf dem Fußweg vom Messegelände zum Bahnhof – entlang der achtspurig verstopften Theodor-Heuss-Allee – ein IAA-Plakat verfremdet hat: „Technik würgt den Menschen“.

Mathias Bröckers, taz vom 16.9.1989

Turmopfer im geopolitischen Schach

Forscher der Universität Alaska Fairbanks haben den Zusammenbruch von World Trade Center 7 untersucht und schließen Feuer als Einsturzursache aus. Das “nahezu gleichzeitigen Versagens jeder Säule des Gebäudes” sei  “nicht durch Feuer” erfolgt, heißt es in dem am 3. September veröffentlichten Bericht, der sich auf eine neue Computersimulation stützt, die die thermische Wirkung auf die Stahlkonstruktion im Detail nachbildet:

Die Ergebnisse stehen im Widerspruch zur offiziellen Untersuchung der Regierungsbehörde NIST (National Institute of Standards and Technology) aus dem Jahr 2008, in der, ebenfalls auf Grundlage einer Computersimulation, erklärt worden war, der 186 Meter hohe Wolkenkratzer sei durch Bürobrände in sich zusammen gefallen, indem Stahlträger sich durch Feuer verformt hätten, wodurch die einzelnen Etagen nacheinander eingestürzt wären. ZDF und BBC hatten damals in einer aufwändig gemeinsam produzierten Dokumentation zu WTC 7 resümiert: “Offiziell ist das letzte große Rätsel des 11. September nun gelöst.” Ein Problem mit dieser Erklärung war stets, dass die dokumentierten Filmaufnahmen des Ereignisses (der Zusammenbruch von WTC 7 wurde von mehr als einem halben Dutzend verschiedenen Kameras und Blickwinkeln festgehalten) ganz anders aussehen als die NIST-Simulation, in der das Gebäude sich asymmetrisch verbiegt, starke Deformationen der Außenhülle aufweist und keineswegs gerade und senkrecht nach unten fällt. Ein weiteres Problem bestand darin, dass der Turm sich während seines Zusammenbruchs für eine Phase von zwei Sekunden vollständig im freien Fall bewegte. Die Behörde räumte dieses Phänomen zwar nach anfänglicher Leugnung ein, konnte es jedoch nie erklären.”

– fasst Paul Schreyer auf Telepolis zusammen.

Der Bericht “hat die Vertuschung des NIST nun aufgeklärt und damit einen äußerst wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Terroranschläge vom 11. September 2001 geleistet”, kommentierte Daniele Ganser die Untersuchung auf “Rubikon”. Da eine solche Aufklärung aber unerwünscht ist und an dem Tabu der offiziellen Version niemand rütteln kann, ohne augenblicklich dem Lager des Unseriösen und der Verschwörungstheorie zugeschlagen zu werden, wird der Mainstream der Medien auch diese Studie ignorieren. Es hängt einfach zu viel – an  Weltbild,  “War on Terror”, “westlichen Werten” – an diesem 9/11-Märchen, dass Osama und die 19 Teppichmessern ganz allein mit zwei Flugzeugen drei Wolkenkratzer zum Einsturz brachten. Fakten sind auch 18 Jahre später nicht zumutbar.

Mir fiel angesichts dieser neuen Untersuchung die Frage ein, die ich in der WTC-Serie am 7. Dezember 2001 gestellt hatte, nämlich ob diese Anschläge “Ein Turmopfer im geopolitischen Schach?” waren. Ex post betrachtet eine ziemlich zutreffende Spekulation, wenn man die (Kriegs-)Züge betrachtet, die das US-Imperium seitdem ausgeführt hat. Beim Suchen dieses Texts in den Artikeln aus den ersten Wochen und Monaten nach 11.September las ich mich hier und da wieder fest – und war einmal mehr erstaunt, wie klar einem schon von Anfang an werden konnte, dass Politik und Medien nicht an einer Ermittlung und Aufklärung des Verbrechens sondern nur an einer Story, einem  Narrativ, interessiert waren und unpassende Fakten von Tag eins an ignoriert und aussortiert wurden. Von den 100 offenen Fragen, die ich im Sommer 2002 am Ende des Buchs (“Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9”) auflistete, sind mindestens 90 immer noch ungeklärt – woran auch der 2004 erschienene  magische Bestseller “Harry Plotter und die Teppichmesser des Schreckens – der Abschlußbericht der 9/11-Kommission – nichts änderte.

Und so ist und bleibt die offizielle 9/11-Version die Fake News des Jahrtausends, das unantastbare Dogma und große Tabu – und der entscheidende Lackmustest für echten Journalismus. Ebenso wie für einen funktionierenden Rechtsstaat, der die 38 detaillierten Handreichungen für den Staatsanwalt inkl. vorzuladenden Zeugen und freizugebenden Dokumenten, die wir 2011  in “11.9. – Zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes” vorgelegt haben,  hätte aufgreifen müssen. Aber Staatsanwälte sind halt nicht mehr was sie sein sollten und bei Journalisten ist ohnehin Hopfen und Malz verloren. Immerhin bewahren sie uns vor dem Schrecken kognitiver Dissonanz: demokratische Regierungen, der “Wertewesten” und allen voran die USA begehen niemals solche Verbrechen! Das tun nur “Feinde der Freiheit”:  Terroristen, Islamisten, Russen! Wir sind immer die Guten!

9/11 auf LSD

“Eine verrückte Zeitreise durch das gentrifizierte Berlin vom 11. September bis heute. Donna Fauna, der Kanarienquex und das Weazel – drei Gewächse der Berliner Elektroszene – erleben auf LSD den 11. September 2001! Die Wucht des Ereignisses katapultiert das Trio endgültig in die Gegenwelt der Drogenkultur – bis sie im gentrifizierten Berlin wieder erwachen. Dort geraten sie in einen aberwitzigen Fight mit einem Immobilienkonzern, lernen alternative Medienleute, Neureiche und den mysteriösen Freiherrn von Tadelshofen kennen. Das Projekt „gesellschaftlicher Aufstieg“ erweist sich als Spiel mit dem Feuer.”

Soweit der Klappentext zu Florian Kirners Roman “Leichter als Luft”, den ich gerade mit großem Vergnügen gelesen habe und zusammen mit dem Autor am Freitagabend vorstelle, im Surprise Club Berlin, Potsdamer Straße 84, 10785 Berlin, um 19:30 Uhr.

IMMER DIESELben

Nachdem ich letzte Woche kurz angedeutet hatte, warum wir nicht weniger, sondern mehr Aktivisten vom Kaliber Greta Thunberg nötig haben – “Wir brauchen zwei, drei, viele Zopfgretels”- suchte mich ein Sturm der Entrüstung heim. Weil ich in dieser Beziehung aber Einiges gewöhnt bin nahm ich den shitstorm – der KenFM-Podcast auf youtube zählte nach 24 Stunden schon 1000 Kommentare – nicht wirklich übel, sondern eher als Zeichen, dass es bei diesem Thema mittlerweile knistert wie in einem Glaubenskrieg. Passen dazu schickte mir mein klimaskeptischer Freund S. dann auch das Link zu einem Artikel mit dem Titel  “Gerichtsurteil stürzt CO2-Papst vom Thron”  zu und merkte dazu an: “Deine “Fakten” zum Klima sind nicht einmal gerichtsfest!”

In dem Artikel wird behauptet, ein kanadisches Gericht hätte die Daten des berühmten Hockeyschläger-Diagramms zur Erderwärmung des Klimatologen Michael Mann überprüft und verworfen. Tatsächlich ging es bei diesem Verfahren gar nicht um die Daten, sondern um eine Beleidigungsklage, die Dr.Mann vor acht Jahren gegen den emeritierten Geographieprofessor Dr.Ball angestrengt hatte, weil dieser ihm in einem Interview Betrug unterstellt hatte. Jetzt hatte Ball beim Gericht ein Gnadenersuch eingereicht  – aus Gründen seines hohen Alters (80), schlechter Gesundheit (Herzinfarkt) sowie wegen der ohnehin geringen Glaubwürdigkeit, die seine Äußerungen in der wissenschaftlichen Community hätten. Diesem Ersuchen hat das Gericht stattgegeben, eine schriftliche Begründung liegt noch nicht vor. Sicher aber ist, dass es bei diesem Rechtsstreit gar nicht um den “Hockeyschläger” geht, denn die zugrunde liegenden Daten (die seit langer Zeit öffentlich vorliegen)  hat das Gericht gar nicht untersucht. Michael Manns Anwalt schreibt dazu: “Der BC Supreme Court hat keinerlei Befund dazu gemacht, weder direkt noch indirekt, dass versäumt wurde die Daten vorzuweisen. Die Entscheidung vom 22. August sagt zu dieser Sache nichts. Balls Antrag auf Beendigung des Verfahrens bezog sich hauptsächlich auf seinen angeblichen Gesundheitszustand….” sowie “auf das Argument, dass seine Anschuldigungen deine Reputation nicht beschädigt hätten.”

Letzteres trifft auf jeden Fall zu, denn die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit dieses Dr. Timothy Ball ist mehr als bescheiden, in einem Gerichtsverfahren 2018, das der Klimaforscher Andrew Weaver gegen seine Behauptungen angestrengt hatte, befand das Gericht, dass der “Skeptiker” Dr.Ball trotz seines Doktortitels nicht ernst zu nehmen sei . Ball zählt zu den sogenannten Kreationisten, die die Evolutionstheorie ablehnen und saß im Vorstand des pseudo-wissenschaftlichen Think Tanks “Friends of Science”, der…oops… von der Öl-Industrie gesponsort wurde.  Dass es IMMER DIESELben sind – Big Oil – die hinter der “Klimaskepsis” auftauchen, ist kein Wunder, sie fördern die Verbreitung der “Skepsis” von Beginn an. Obwohl (bzw.: weil) eine Studie von Exxon Mobile schon 1983 dieselbe Erderwärmung prognostizierte, wie sie 15 Jahre später das Hockey-Stick-Diagramm von Mann et.al. ermittelte und wie sie seitdem dutzendfach bestätigt wurde.

Das jetzige Gerichtsurteil stürzt also keineswegs einen “CO-2 Papst vom Thron”, der Angeklagte Tim Ball hat das Verfahren weder “gewonnen”, noch wurde der “Hockey-Schläger” vom Gericht für falsch oder ungültig erklärt, denn das Gericht hat sich mit dieser Frage überhaupt nicht befasst. Auch die Behauptung, dass Michael Mann nun die Anwaltskosten von Ball bezahlen muss, ist falsch. Dass zu diesem Urteil nun ein linker Ex-Stasi-Mann wie Rainer Rupp auf KenFM dieselben triumphalistischen Fake News verbreitet wie die rechte “Achse des Guten” und diese merkwürdige Querfront einen wissenschaftlichen Quacksalber als großen Sieger feiert, wirft ein bezeichnendes Licht darauf, wie stark die Debatte um die Erderwärmung aus dem Ruder gelaufen gelaufen und zu einem Glaubenskrieg geworden ist.

Dass die Debatte um die Erderwärmung und wie man ihr am besten begegnen sollte, zu einem seltsamen Religionskrieg entartet ist, hat meines Erachtens damit zu tun, dass es ohne ein “Reset”, ohne eine revolutionäre Umwälzung einfach nicht geht, und eh man sich das vorstellt – und kognitive Dissonanz droht – hält man sich lieber an windige Fake News. Und so kommt es dann zu diesen merkwürdigen “Skeptiker”-Querfronten, die einen eingestellten Beleidigungsprozess als Papst-Sturz und Offenbarung hochjubeln wie Katholiken eine leibhaftige Marienerscheinung.  Wobei letztere zumindest so ehrlich sind und sagen, dass man halt dran glauben muss, die “Skeptiker” aber basteln aus FakeNews “Fakten” zusammen und wollen   damit die “Päpste” der “Klimakirche” stürzen.

Ganz im Sinne der Erfinder der “Skepsis”, die einst der Bush-Regierung  empfahlen, statt von “Erderwärmung” oder “Treibhauseffekt” nur noch von “Klimawandel” zu sprechen: “Die wissenschaftliche Debatte ist dabei, uns jeden Ausweg zu versperren….Wenn die Öffentlichkeit zu der Überzeugung gelangt, dass die wissenschaftliche Probleme gelöst sind, wird sich auch ihre Einstellung gegenüber der globalen Erderwärmung ändern. Infolgedessen müssen Sie weiterhin das Fehlen wissenschaftlicher Gewißheit zum zentralen Argument machen.”

Diese Strategie funktioniert  offensichtlich immer noch und es reicht völlig, einfach nur immer wieder Zweifel zu säen – Lösungen für die offensichtlichen Umwelt-und Klimaprobleme, Alternativen zum “Weiter So” braucht es nicht, sie sind für die Förderer und Sponsoren der Skespis unerwünscht, weil geschäftsschädigend.

Worum geht es? Es geht um Öl, Gas, Kohle, Kahlschlag, Massentierhaltung, Bodenzerstörung, Meeresverseuchung, Artenvernichtung, es geht um das Verheizen und Vergiften des Planeten. “CO-2” ist nur ein Aspekt des Ganzen. Weshalb ich außer der mit Hass und Häme überschütteten Greta noch viel mehr aktivistische “Zopfgretels” gewünscht habe, die Aufmerksamkeit erzeugen. Nicht nur für CO-2, schon gar nicht für die Banker, die daraus  Finanzprodukte, Emmissionszertifikate und Börsengewinne generieren wollen, sondern für all die anderen Aspekte menschengemachter Zerstörung.
Es geht nicht um “Klimawandel”, den gab es schon immer und den wird es immer geben, es geht auch nicht um “Klimaschutz”, denn wer sind wir Menschen, dass wir dieses sich ewig wandelnde Wesen “schützen” könnten ? Wir können nur dafür sorgen, dass die Akteure, die dieses Klima seit Jahrmillionen Tag für Tag herstellen – die Bakterien, Pilze, Pflanzen und Tiere – weiter machen können, statt sie zu vergiften und zu vernichten.
Mit einer Ideologie des ewigen Wachstums, wie sie dem Kapitalismus und seinem Geldsystem eingeboren sind, wird ein solcher kooperativer Umgang  mit dem Leben dieses Planeten und damit dem Klima  aber schlechterdings unmöglich sein. Wer von Ökologie spricht, kann vom Kapitalismus nicht schweigen. Das werden, so meine Hoffnung, auch die “Fridays for Future”-Kids checken wenn sie weiter nachdenken und nicht in die “Klimafalle” tappen und sich nur um CO-2 kümmern. Denn das kann nur Mittel zum Zweck sein. Das eigentliche Ziel – den Planeten friedlich bewohnbar zu halten – kann nur erreicht werden, wenn der kapitalistische Zwang zu ewigem Wachstum überwunden wird und damit auch der permanente Krieg um immer knapper werdende Ressourcen. Ohne dieses “Reset” bleibt auch eingespartes CO-2 nur heiße Luft.

Dieser Beitrag ist auch auf Rubikon erschienen
Und als Podcast auf KenFM

“Wir brauchen zwei, drei, viele Zopfgretels”



Mein Freund S. glaubt nicht, dass die Erderwärmung etwas mit dem Ausstoß von Treibhausgasen zu tun hat. Er hält die Kids von „Fridays for Future“ für ferngesteuert und gehirngewaschen – und mit ihnen die Wissenschaftler und Forscher aus aller Welt, die behaupten, dass CO-2 und Co. einen Einfluss auf das Klima haben. „Dass ausgerechnet Du als ansonsten super-kritischer Kopf diesen Klimaquatsch nicht hinterfragst, verstehe ich nicht“, meinte er neulich zu mir. Und weil ich schon ein bisschen müde war und lieber zuhören als reden wollte, bat ich ihn mir doch zu erklären, wer denn hinter all den Klimaforschern, Wissenschaftlern und Journalisten und der kleinen Schwedin Greta und all den Schulstreik-Kids steckt, wer sie inszeniert und fernsteuert und vor allem: zu welchem Zweck ? „Diese Zopfgretel ist doch das beste Beispiel, dass das alles eine Show ist, wie die hoch und runter gehyped wird von allen Medien, das ist doch alles nicht echt.“ Mein Hinweis, dass ihre Forderungen doch sehr konkret sind, und dass es nützlich ist sie in den Medien zu verbreiten, quittierte er mit Kopfschütteln. „Das ist doch alles Fake… und heraus kommt eine idiotische CO-2-Steuer, die nur den kleinen Pendler mit seinem alten Diesel trifft aber nicht die Bonzen mit ihren Elektro-SUVs.“

Was Letzteres betrifft musste ich meinem Freund recht geben, denn es ist zu befürchten dass bei den in der Regierung ventilierten Steuerkonzepten genau so etwas herauskommt. Was aber nur mit dem Zustand der Politik und nichts mit den Forderungen der Ökologie im Allgemeinen und Greta im Besonderen zu tun hat. Weil S. dann aber nicht wirklich erklären konnte, welche Großverschwörung von Universitäten in aller Welt bis hin zur kleinen Greta die „Klimalüge“ propagieren lässt und welche Absichten die sinisteren Strippenzieher damit verfolgen, musste ich mich nochmal aus dem Sessel aufschwingen.

„Ok, mein Freund, gehen wir mal davon aus, dass menschengemachte Treibhausgase keinerlei Rolle spielen fürs Klima, wir können weiter verheizen und dieseln wie wir wollen – wie sieht deine Politik aus, gegen das Artensterben, die Massentierhaltung, die Meeresverseuchung, Waldzerstörung und und und…?“ Seinen Einwand, dass Umweltschutz und Klimaschutz zwei paar Stiefel wären, lies ich nicht gelten. Mit diesem Bullshit-Argument kommen die selbsternannten „Klimaskeptiker“ ja häufig angewackelt, ohne auszuführen, wie denn das eine ohne das andere funktionieren soll. Wenn es egal ist, was wir alles in die Luft blasen, in die Böden kippen, in die Meere verklappen, wenn es wurscht ist was wir ausrotten, abholzen und verheizen, dann bleibt wirklich nur ein fröhliches „Weiter so!“ Das ist es, was mich an “Skeptikern” wie meinem Freund S. so nervt – auch wenn sie von Geo-Chemie keine Ahnung haben halten sie nach drei gesehenen youtube-Filmchen ausgefuchste Vorträge über CO-2. Alternativen haben sie keine zu bieten. Aber Freund S. war früher ziemlich links und ich hatte noch ein ziemlich revolutionäres Argument im Köcher, mit dem ich ihn vielleicht überzeugen könnte, seine Klimaskepsis etwas skeptischer zu betrachten:

„Es geht doch bei der ganzen ökologischen Frage – Artenschwund, Bodenzerstörung, Erderwärmung – nicht um diese Zopfgretel, nicht um die Grünen und die Bio-Latte-Machiato-Szenen und diesen ganzen New Green Deal-Hype. Es geht um den Kapitalismus, um das Prinzip des ständigen Profits und des ewigen Wachstums. Das ist mit begrenzten Ressourcen und einem empfindlichen Habitat wie der Erde einfach nicht zu schaffen. Und jeder, der sich mit der ökologischen Frage ernsthaft beschäftigt, muss diesen Widerspruch erkennen. Dass die Future-Kids noch nicht ganz so weit sein kann man ihnen nicht verdenken, sie sind ja noch jung, aber wenn sie weiter nachdenken werden sie drauf kommen, dass es mit „New Green“ nur was werden kann, wenn der Kapitalismus mit seinem Wachstumszwang eliminiert wird. Aber weil die 0,001 Prozent Kapitalisten nicht freiwillig aufgeben, braucht es vorher Aufstand, Bürgerkrieg, Revolution… lass die Regierenden noch ne Weile rumdoktern, mit idiotischen Börsenzertifikaten, CO-2-Steuern und anderem symbolischen Zirkus, dann werden auch die Kids merken, dass sich nichts ändert wenn sich nicht das destruktive Grundprinzip ändert… und dann geht’s los. Wir brauchen zwei drei, viele Zopfgretels.“

„Träum weiter…“ winkte Freund S. da ab, und setzte in schönstem Hessisch hinzu: „Abber bevor isch mich jetz uffrehsch, isses mir libber egal.“

Auch als Podcast auf KenFM

Von Schmierenjournalisten und Propagandaschleudern

In der letzten Folge des “3. Jahrtausend” (ab min. 77) hatten wir das skandalöse Mobbing schon besprochen, mit dem die BILD-Zeitung gegen den Ex-Diplomaten Bernd Erbel vorging und sich dabei einmal mehr der Diffamierung von  KenFM bediente. Bernd Erbel  war für die Leitung von “Instex” vorgesehen, der von europäischen Ländern eingerichteten Clearing-Stelle, die Geschäfte mit dem Iran trotz der von der Trump-Regierung verordneten Sanktionen ermöglichen soll. Weil sich Europa nicht vorschreiben läßt, mit wem es Handel treiben darf und mit wem nicht, ist diese Einrichtung von USA und Israel, den erbittertesten Iran-Gegnern, scharf kritisiert wurden – und “Bild” machte sich nun anheischig, gegen europäische und deutsche Interessen den vorgesehenen Leiter von “Instex” mit der Antisemitismus-Keule vom Hof zu jagen. Zu diesem Zweck wurden ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat Erbels aus einem Interview mit Ken Jebsen heran gezogen, der seinerseits dann auch noch als “Holocaust-Leugner” bezeichnet wurde. In den Links unter unserem Gespräch kann das alles nachgelesen  und vor allem das äußerst empfehlenswerte Interview mit Bernd Erbel angeschaut werden. Wer das gesehen hat kann die Perfidie ermessen,  mit der die Springer-Schurnalisten ihr Mobbing betreiben und ihren Dreck über internationale Kanäle bis in die New York Times und die Jerusalem Post verbreiten. Selbst die “Deutsche Welle” berichtete darüber und erwähnte, dass die Autorin des “Bild”-Artikels zuvor als Medienmangerin der israelischen Botschaft gearbeitet hat – worüber sich “Bild”-Chef Reichelt sofort beschwerte und die DW die Passage über die Hintergründe der Autorin wieder strich. Paul Schreyer hat den ganzen Fall auf Telepolis noch einmal gut zusammenfasst und ist auf seinem Blog gestern auch noch einmal auf den unsäglichen Antsemitismusvorwurf gegen Ken Jebsen eingegangen. Der sollte eigentlich seit dem Buch, das ich mit Ken Jebsen 2016 gemacht habe, aus der Welt geschafft sein – ist er aber nicht, die  verbreiten ihre Fakes und Lügen einfach immer weiter.  Darunter auch den berüchtigten Ken Jebsen Satz : “Ich weiß wer den Holcaust als PR erfunden hat”, den ein Denunziant aus dem Zusammenhang riß und damit das Mobbing gegen KenFM ins Rollen brachte. Hier sind dazu die Passagen aus unserem Buch noch einmal nachzulesen. 

Epsteingate

Update: Dass sich Co-Conspiratoren Epsteins nicht zurücklehnen können, weil weiter gegen sie ermittelt würde, hat William Barr zwar angekündigt, Epsteins leitende “Zuhälterin” Ghislaine Maxwell aber futtert in L.A. gemütlich Burger und liest Bücher über die CIA, berichtet (mit Fotos) die New York Post.
Auf eine weitere interessante Dame, nicht im Zusammenhang mit Epsteins Sex-Eskapaden sondern mit seinen Geschäfts,-und Geheimdienstbeziehungen, stiess ich erst nach Redaktionsschluß der Sendung, Nicole Junkermann. Der Name der Unternehmerin tauchte nicht nur in den “Panama Papers” und dem FIFA-Korruptionsskandal um Sepp Blatter auf, sondern 2002 auch im “Flight Log” von Epsteins “Lolita Express” – und im “Board of Directors” einer Software-Firma, die von dem israelischen Ex-Ministerpräsidenten und Epstein-Stammgast Ehud Barak geleitet wird: “An ex-model whose name appeared in the Panama Papers from the Mossack Fonseca leaks and who became embroiled in a FIFA corruption scandal with Sepp Blatter and his family. She is perhaps the closest example that you could possibly find to a real-life “Bond Girl.” Yet, she is almost completely unknown to the majority of us.” Johnny Vedmore hat die illustre Lady in seinem Artikel ein wenig beleuchtet.
Die mittlerweile von den New Yorker Behörden offiziell erklärte Todesursache “Selbstmord durch Erhängen” wird weitere die Spekulationen über den Tod Epsteins  nicht verhindern, viel in
teressanter aber scheinen mir die Aufdeckung seiner Geschäfts,-und Geheimdienstverbindungen, deren Protagonisten ja noch am Leben sind…

Der mysteriöse Tod von Jeffrey Epstein zieht immer weitere Kreise. Gibt es Hinweise auf eine Verstrickung von Geheimdiensten? Außerdem: Die BILD-Zeitung schießt gegen KenFM – Jetzt muss sogar ein Interview von Ken Jebsen herhalten, um den Handel mit dem Iran zu verhindern. Und was gibt’s eigentlich Neues von Julian Assange? Über all dies und mehr sprechen die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in der neuesten Ausgabe #31 des Dritten Jahrtausends! Sämtliche Links zur Sendung auf exomagazin.tv