#JFK,#RFK,#MLK, #MalcolmX

Seit 1986 ist in den Vereinigten Staaten an jedem dritten Montag im Januar “Martin Luther King Day”, ein staatlicher Feiertag, der an den 1968 erschossenen Bürgerrechtler und gewaltfreien Kämpfer gegen die Rassentrennung erinnert. Für den Mord an King, der am 15. Januar 90 Jahre alt geworden wäre, wurde der vorbestrafte und aus dem Gefängnis ausgebrochene James Earl Ray verurteilt, der auf Anraten seines Anwalts um die Todesstrafe zu vermeiden die Tat zuerst gestand, dann aber sein Geständnis widerrief und bis zu seinem Tod im Gefängnis 1998 vergeblich versuchte, eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen. Das “House Select Committee on Assassinations”, ein Ermittlungsauschuss des US-Kongresses, der 1979 die Ermordung von John F.Kennedy und seines Bruders Robert F.Kennedy untersuchte, nahm auch die Umstände des Mordes an Martin Luther King unter die Lupe. Und kam wie im Fall JFK zwar zu dem Ergebnis, dass eine Verschwörung mehrerer Täter dahinter steckte, hielt aber James Earl Ray weiter für den Todeschützen. Es schenkte seiner Geschichte, dass ein Mann names “Raul” ihn für den Kauf des Gewehrs und zur Anmietung des Zimmers gegenüber von Kings Hotelbalkon bezahlt hätte, keinen Glauben.

Erst 1993 kam sein Fall wieder in die Schlagzeilen, als Loyd Jowers, ein ehemaliger Polizist und Besitzer des gegenüber liegenden Grillrestaurants, der Ray ein Gästezimmer vermietet hatte, in der TV-Sendung Prime Time Live eine höchst brisante Aussage machte. Ein mit der Mafia verbundener Geschäftsmann aus Memphis, Frank Liberto, habe ihm über einen Kurier 100000 Dollar gezahlt, um bei dem Mord zu helfen. Einen Tag zuvor sei ihm von einem Mann namens »Raul« ein Gewehr gebracht worden. Zur Mordzeit habe er die Hintertür seines Restaurants, die auf einen mit hohen Büschen bestandenen Hof führte, offen gelassen. Diese Büsche waren von etlichen Augenzeugen als der Standort des Schützen ausgemacht worden. Sie wurden am Tag nach dem Mord von der Polizei Memphis entfernt. Nach dem Schuss auf King sei das noch rauchende Gewehr an seiner Hintertür abge- legt worden, und er habe es aufbewahrt, bis es am folgenden Tag von »Raul« abgeholt worden sei.

Nach diesem sensationellen Geständnis kam das Gericht in Memphis nicht mehr umhin, ein neues Verfahren zu zuzulassen. Dort berief sich Jowers, da er selbst angeklagt war, aber auf seine Aussageverweigerungsrecht und wiederholte seine Aussage nicht, was die Richter unglaubwürdig fanden. Auch die Mainstream-Medien beeilten sich, das sensationelle Geständnis als unglaubwürdig darzustellen – bis sich ein weiterer Zeuge für diesen ominösen “Raul” meldete. Der ehemalige FBI Agent Donald G. Wilson, der bei der Fahndung nach Ray dabei war, als dessen Auto gefunden wurde. Dort sei beim Öffnen der Tür ein Briefumschlag herausgefallen, in dem ein Ausriss aus einem Telefonbuch und ein Blatt mit Namen und Telefonnummern steckten. Darauf sei die Nummer des FBI in Atlanta notiert gewesen, die er kannte, sowie weitere Nummern unter anderem mit den Namen »Raul« und »H.L. Hunt«. Aus Angst, einen Fehler zu machen – und möglicherweise einen verdeckten FBI-Agenten zu enttarnen –, habe er das Couvert eingesteckt, seinem Kollegen nichts davon erzählt und es nicht zu den im Auto sichergestellten Dingen gegeben. Er blieb nicht lange beim FBI und arbeitet später als Lehrer, doch die gefundenen Papiere behielt er und erzählte dreißig Jahre niemandem davon – bis er zufällig im Fernsehen sah, dass Martin Luther Kings Ehefrau Coretta einen Prozess gegen Loyd Jowers und seine Mitverschwörer anstrengte. Er setzte sich mit den Kings in Verbindung und nahm an einer Pressekonferenz in Atlanta teil, worauf seitens des FBI ein Sturm über ihn hereinbrach. Die Dokumente wurden als Fälschung und er selbst als Lügner bezeichnet, der bei der Durchsuchung des Wagens 1968 gar nicht dabei gewesen sei. Doch die Fälscher und Lügner, das zeigte das von der Familie King durchgesetzte Verfahren 1999, in das 70 Zeugen unter Eid und 4000 Seiten Transkripte eingebracht wurden, waren und sind andere. Nach nur 59 Minuten kam die Jury in dem Zivilverfahren zu ihrem Urteil: Sie sprach der Familie die verlangten 100 Dollar Entschädigung zu und stellte fest, dass Martin Luther King einer »Verschwörung unter Beteiligung von Regierungsbehörden« zum Opfer gefallen ist.

Eine weitere strafrechtliche Ungtersuchung gab es dann aber genausowenig wie nach der Feststellung des HSCA 1979, dass John F.Kennedy nicht dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald, sondern “wahrscheinlich einer Verschwörung” zum Opfer gefallen ist. Zum diesjährigen “Martin Luther King”-Tag fordert jetzt eine Gruppe von 60 bekannten Bürgerinnen und Bürgern und Mitgliedern der King- und der Kennedy-Familie in einer Petition an den Kongress ein öffentliches Tribunal zur Untersuchung dieser Mordfälle: “Wir fordern ein öffentliche Untersuchung der vier großen Attentate der 60er Jahre, die einen verherrenden Einfluss auf die amerkianische Geschichte hatten,” heißt es in dem Schreiben, das neben der Ermordung der Kennedys und Kings auch auch den Fall des ermordeten Bügrerrechtlers Malcolm X neu untersuchen will:

“John F. Kennedy, Malcolm X, Martin Luther King und Robert F. Kennedy versuchten jeder auf seine eigene Weise die Vereinigten Staaten weg vom Krieg und hin zu Abrüstung und Frieden zu bringen, weg von Gewalt und Spaltung hin zu Einverständnis und Gerechtigkeit. Ihre Ermordungen waren ein brutaler, konzertierter Anschlag auf die amerikanische Demokratie, dessen tragischen Konsequenzen unsere Nation noch immer heimsuchen.”

Neben bekannten Historikern, Politikwissenschaftlern und Journalisten gehören auch einige Hollywood-Stars wie Alec Baldwin zu den Unterzeichnern, die ein Tribunal nach dem Modell fordern, wie es in Südafrika nach dem Fall der Apartheid stattfand. Sie betrachten ihr Schreiben an den Kongress als Start einer langen Kampagne. Seit diesen Ermordungen, so sagt der Unterzeichner James Douglass, „wandeln wir in einem Tal des Todes. In unserer Kampagnen geht es darum, die Wahrheit der Bewegungen, die von diesen Männern geführt wurde, zurückzugewinnen.“

So sehr dieser Initiative Erfolg zu wünschen ist, so schwierig  dürfte das werden. Seine großspurige Ankündigung, sämtliche Dokumente zum Kennedy-Mord endlich freizugeben, hat Präsident Trump noch immer nicht umgesetzt. Wollte er sein Wahlkampfversprechen, den „Sumpf Washington trockenzulegen“ wirklich erfüllen, genau hier, bei den historischen Morden an diesen vier Reformern und Bürgerechtlern, hätte die Aufklärung und Trockenlegung des „tiefen Staats“ zu beginnen.

Mehr über die Morde an JFK, RFK und MLK und die verurteilten “Einzeltäter” Lee Harvey Oswald, James Earl Ray und Sirhan Sirhan in “JFK- Staatsstreich in Amerika”

Auch als Podcast auf KenFM

Nichts gegen Propagandasender!

Wolfman Jack

Einen Besuch beim Feindsender Russia Today (rt) hatte ich ja vor einigen Jahren schon mal beschrieben, als ich von “Putins Propagandakanal” (FAZ) zu einem Gespräch über “Wir sind die Guten” eingeladen war. Weil die Sendelizenz für Europa in England registriert ist, will der vom russischen Staat finanzierte Sender, der auf einer Website und über Youtube publiziert, sich wg. Brexit um eine Lizenz in Deutschland bemühen. Auch einige andere in Groß-Britannien registrierte Sender wollen eine solche Lizenz beantragen, doch gegen die Zulassung von “rt” protestiert eine große Medienkoalition privater Verlage jetzt ganz ausdrücklich. Auch der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV), Frank Überall, hat sich den Protesten angeschlossen. Da man vom Chef eines Berufverbands und Prof. Dr. für Journalismus einige qualizierte Äußerungen zum Thema Medienvielfalt und Informationsfreiheit erwarten sollte, hatte Markus Kompa ihm für Telepolis dazu ein paar Fragen gestellt.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Überall, der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die Landesmedienanstalten auf, dem Kanal Russia Today für seine Webseite RT Deutsch keine Rundfunklizenz zu erteilen. Wie verhält sich diese Forderung zum DJV-Grundsatzprogramm, in dem es heißt: “Wer journalistische Rechte einengt, beschneidet die Informations- und Meinungsfreiheit”?

Frank Überall: RT Deutsch ist kein journalistisches Informationsmedium, sondern ein Propaganda-Instrument. Der DJV fordert in seinem Grundsatzprogramm eben keinen Freifahrschein für Propaganda und Desinformation.

Sie beklagten, Russia Today habe in der Vergangenheit immer wieder Geschichten erfunden. Welche RT Deutsch-Beiträge waren erfundene Geschichten?

Frank Überall: Nehmen Sie den Fall Lisa, mit dem massiv versucht wurde, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.

Fällt RT Deutsch signifikanter durch unseriösen Journalismus auf als andere Medien, die regelmäßig bei BILDblog zu Gast sind?

Frank Überall: Wie ich bereits gesagt habe: RT steht nicht für seriösen Journalismus. Deshalb sind Vergleiche mit journalistischen Medien unangebracht.

Propaganda und Desinformation treiben eben immer nur die anderen, aber niemals die im DJV organisierten Schurnalisten, weshalb Vergleiche einfach unangebracht sind. Und blendet “rt” nicht bisweilen selbst am oberen Bildrand “Kreml-Dauerwerbesendung” ein? Na also, da haben wir’s doch! Kein Wunder, dass Frank “Flachpfeife” Überall da ausrastet. Wo kämen wir hin, wenn über den Kriegsberichten unserer “journalistischen Medien” etwa “Nato-Dauerwerbesendung” eingeblendet würde ? Dann wüßte doch das Publikum gleich Bescheid.

Im Übrigen habe ich überhaupt nichts gegen Propagandasender. Ich bin wie viele meiner Generation mit dem “American Forces Network” (AFN) und “British Forces Broadcasting Service” (BFBS) groß geworden sind, da anderswo im Äther damals kaum gute Musik lief. Dass es sich bei den Meldungen über die Kriegserfolge in Vietnam um Propaganda handelte, konnten wir auch mit 14 schon einschätzen und hörten weg, die Wolfman Jack Show aber war Pflicht. Also: nichts gegen einseitige Berichterstattung, nichts gegen Propagandasender – solange drin ist was drauf steht und solange niemand zum Zuhören gezwungen wird, sind sie grundsätzlich kein Problem! Anders als der “seriöse Journalismus” (Überall), der den Deckmantel von Ausgewogenheit und Objektivtät nutzt, um Fake News und PR unterzujubeln. Und wo “AFN” und “BFBS” weiter senden dürfen, kann auch “rt” nicht zensiert werden.

Wo bleiben eigentlich die russischen Hacker wenn man sie mal braucht?

“Sie wohnen in jedem Computer auf der ganzen Welt und lenken die Geschicke der Menschheit: Der Glaube an allmächtige russische Hacker, die den Lauf der Weltgeschichte bestimmen, ist heute offiziell als Religion anerkannt worden. Besonders in den USA, aber auch in Deutschland erfreut sich die Glaubensgemeinschaft immer größeren Zulaufs.” Dies hatte das Fachblatt “Postillon” schon im Juni 2017 gemeldet und welche Formen die Heilslehre des Russohackismus seitdem angenommen hat, lies sich jetzt erneut ganz wunderbar beobachten, nachdem zahlreiche gehackte Daten über deutsche Politiker und “Prominente” im Netz aufgetaucht waren. Täglich wurde den Gläubigen von den Kanzeln der großen “Bild”-Kathedrale Messen gelesen und Predigten gehalten, warum auch hinter dieser neue Plage niemand anderes stecken kann als “Putins Cyberkrieger”. Wer sich hinter dieser Ausgeburt des Bösen verbirgt, wurde dann nach einer Verhaftung am Dienstagabend klar: es ist ein 20-jähriger aus Mittelhessen, der noch bei seinen Eltern wohnt. Der junge Mann soll aus Langeweile schlecht geschützte Email-Accounts und Webseiten gehackt und die Daten per Adventskalender im Dezember ins Netz gestellt haben. Wahrscheinlich, weil seine Mutter “den süßen Versuchungen des Kreml erlag”. Das ist ja gerade das Gefährliche und Perfide an den russichen Hackern, die seit Jahren unsichtbar im Hintergrund ihre dämonischen Fäden ziehen und von keinem Fahnder oder gar Gerichten gestellt und identifiziert werden können, die aber natürlich auch hier dahinterstecken. Wer glaubt, dass so ein Bubi so viele Daten einsammeln kann, ohne dass ihm mächtige Kräfte aus dem Hinterhalt geholfen haben, ist wahrscheinlich schon ein Opfer russischer Fake News und Desinformation.

In einem anderen aktuellen Fall von Datendiebstahl ist die Lage leider ein wenig anders. Eine Hackergruppe namens “Dark Overloard” hat angeblich brisante Daten über die 9/11-Anschläge in ihren Besitz gebracht und sie an Sylvester verschlüsselt ins Netz gestellt. Es soll sich um insgesamt 10 GB Dokumente und Emails handeln, die die Hacker von Servern verschiedener Anwaltskanzleien sowie des WTC-Besitzers Larry Silverstein gezogen haben, die mit der Abwicklung u.a. von Versicherungsfragen zu tun haben. Für die Freigabe jeder der in acht Schichten (“Layer”) aufgeteilten Daten verlangen die Hacker Bezahlung in Bitcoin, für den teuersten Layer mit dem wichtigsten Material wollen sie umgerechnet 2 Millionen Dollar. Zudem gaben sie an, dass sie auch Namen aus dem Datenbestand löschen, wenn die entsprechenden Personen dafür bezahlen. Twitter und die Plattform Steemit haben die Accounts der dunklen Overlords mittlerweile entfernt. Dort hatten die Hacker bekundet, keine politischen Aktivisten zu sein und gedroht: “Bezahlt den Scheiß oder wir werden euch darunter begraben.

Nach Erhalt der ersten Bitcoins hat die Gruppe die beiden ersten “Layer” mittlerweile entschlüsselt , sie enthalten u.a. Interviews des FBI mit den Angestellten der Airlines und der Angehörigen, sowie Korrespondenzen verschiedener Versicherungen. Eine “smoking gun” befindet sich offenbar nicht darunter, die Echtheit der Dokumente scheint aber sicher zu sein. Unsicher ist allerdings, ob “Dark Overlord” wirklich Material erbeutet hat, dass zu einer Neuermittlung oder gar Aufklärung der Verbrechen beitragen kann. Zumal wenn auch nach einer “kompletten” Veröffentlichung niemand sicher sein kann, wer zuvor schon für die Nicht-Veröffentlichung unangenehmer Daten bezahlt hat. Deshalb werfen die rein kommerziellen Motive der Gruppe die Frage auf: Wo bleiben eigentlich die allmächtigen russischen Hacker, wenn man sie mal braucht?

Coming soon: “Wir sind immer die Guten”

Das Cover ist schon da, mit unverändertem Bildmotiv, denn der Adler und der Bär liegen ja nach wie vor und ärger denn je im geopolitischen Clinch. Den Titel des Buchs haben wir mit einem kleinen “immer” erweitert, denn egal was wir – die westliche “Wertegemeinschaft” – in der Welt veranstalten, egal wieviel Bomben wir werfen, wieviel pseudo-demokratische “regime changes” wir mit Gewalt durchziehen, wieviel Leichen, Leid und Flüchtlinge wir produzieren, wegen unserer “Werte” können wir einfach gar nicht anders als immer die Guten zu sein. Auch wenn fünf Jahre nach dem pseudo-demokratischen Putsch in der Ukraine das Land mit seiner im Krieg liegenden Bevölkerung so übel zugerichtet ist wie kaum je zuvor.
Im Herbst 2014 war “Wir sind die Guten” eines der meistverkauften Sachbücher in Deutschland und erlebte in kurzer Zeit 10. Auflagen. Dass auch danach das Interesse nicht abriss, zeigen unter anderem die 222 Kundenrezensionen , die bis heute beim Großversender Amazon eingegangen sind. Die Gründe für diese dauerhafte Nachfrage liegen auf der Hand: die Konflikte zwischen dem Westen und Russland haben sich weiter verschärft und die Manipulationen der Medien, die wir am Beispiel des Ukraine-Konflikts aufzeigen, haben nicht ab- sondern zugenommen. Gründe genug also für eine erweiterte Neuausgabe: mit zwei zusätzlichen Kapiteln über “Nowitschok” und über “Russiagate” und Aktualisierungen und Ergänzungen zu den Maidan-Scharfschützen, der MH-17-Untersuchung und mehr…
Heute haben Paul Schreyer und ich das Manuskript der Neuausgabe an den Verlag geschickt, im Handel erhältlich ist das Buch dann Anfang Februar, Vorbestellungen werden hier entgegengenommen.

Außen Hui, innen Feng Shui!

An der Börse kursieren Gerüchte , das der chinesische Online-Riese Alibaba den deutschen Modeversender Zalando übernehmen will. Vor zwei Jahren, als der Alibaba-Gründer gerade eine Audienz bei dem frisch gewählten König Donald absolvierte – und ihm gehörig die Meinung sagte – hatten wir  Jack Ma hier im “Real Game of Thrones” schon kurz vorgestellt. Hier ein Repost vom 31.1.2017:  “Feng Qingyang bringt König Donald in die Zwickmühle”

Im exzeptionalistischen Königreich geht es weiterhin rund. Nach dem eine bekannte Sängerin, die “Madonna” genannt wurde, dazu aufgerufen hatte, das königliche Weiße Haus  samt Donald in die Luft zu jagen, forderte einige seiner Beratern, sie sofort zu verhaften, was aber nicht geschah. Auch wenn es sich hier ja eigentlich um einen strafbaren Aufruf zur Gewalt handelte, ließ man der attraktiven Chanteuse die Sache als Kunstfreiheit durchgehen. Zumal ja auch schon ihr Versprechen im Wahlkampf, allen Hillary-Wählern eine Dienstleistung zu gewähren, die man “Blow Job” nannte, folgenlos geblieben war. Das Land ist nach wie vor tief gespalten in Anhänger und Gegner des neuen Königs, die in den Tagen nach  der Krönung auf den Plätzen der Stadt wütende Wortgefechte austrugen; einige sehen in den Anti-Donald-Demonstrationen mit rosa Mösenmützchen, die “Pussyhats” genannt werden, gar  schon eine gewalttäige “Farben-Revolution” auf  das Königreich zurollen. Halbwegs entspannt zwischen Donalds Freunden und Feinden ging es nur in den Schlangen vor den Läden der Hänflinge zu, die zur Inauguration 9000 Joints spendiert hatten.

König Donald hat unterdessen ein Einreiseverbot für Reisende aus sieben Ländern erlassen, angeblich wegen der Gefahren des von ihnen ausgehenden Terrorismus, obwohl seit über zwei Jahrzehnten  kein Terroranschlag im Königreich von einem Täter aus einem dieser Länden verübt wurde. Während Donald einerseits dauernd poltert, die salafistischen Wickelmützen und ihr Kalifat ISIS zu vernichten, steht die Heimstätte und Finanzquelle dieser Terroristen – das Königreich der Saudis – nicht auf der Liste, ebensowenig wie ihre Unterstützer in Katar und Ägypten. Dass diese von den Sanktionen verschont blieben, wird darauf zurückgeführt, dass Donalds Familienkonzern dort Geschäfte betreibt.

Die Vermischung von Staats,- und Geschäftsinteressen ist im exzeptionalistischen Königreich zwar pro forma verboten, findet de facto aber seit jeher  statt. Auch Hillary hatte sich von den Saudis ja Millionen Taler zuschanzen lassen und im Gegenzug über deren terroristische Ideologie großzügig hinweggesehen. Unter Donald scheint das nun ähnlich zu laufen, was angesichts seiner Vergangenheit als “Geschäftsmann” eigentlich niemanden überrascht. Dass Hillary ihre Millionen noch über eine vermeintlich wohltätige Stiftung einsackte und Donald seine “Deals” jetzt direkt abwickelt, sorgt vielmehr für neue Transparenz: hinter der ohnehin durchsichtigen Fassade, dass es sich  bei dem exzeptionalistischen Königreich  um eine Demokratie handeln würde, zeigen sich Plutokratie und Kleptokratie jetzt ganz offen und ungeniert.

Die Herolde und Lautsprecher überschlagen sich unterdessen mit Kritik an Donalds Einreiseverboten, weil diese den “Werten”, der “Freiheit” und den “Prinzipien des exzeptionalistischen Königreichs” zutiefst widersprechen würden. Auch Königin Angela und andere ausländische Würdenträger äußerten sich empört. Dass aber König Obama schon 2013 einen Bann gegen Reisende aus Irak ausgesprochen hatte und der Kongress zwei Jahre später festlegte, dass Reisenden aus Syrien, Sudan, Irak, Iran “and any other country or area of concern”  der Zutritt zum Reich zeitweise verboten werden kann – diese wichtige Nachricht fiel in der ganzen Aufregung über den Erlass einfach unter den Tisch. So stand Donald als alleiniger und schlimmer Übeltäter da, obwohl er nur fortsetzte, was seine Vorgänger ihm hinterlassen hatte – und klagte über einen weiteren Fall von Fake News.

Einiges anders als seine Vorgänger will Donald bekanntlich im Bereich der  geschlossenen Werkstätten und der verschwundenen Arbeitsplätze machen, von denen er behauptet, dass böse Chinamänner sie gestohlen und in ihr fernes Reich  entführt hätten. Und er, Donald,  werde sie befreien und  heim in’s Reich zurückholen, hatte er angekündigt, was erst Mal viele gut fanden. Doch wie so oft bei Donalds Ideen blieb unklar, wie das denn funktionieren sollte. Auf den größten und beliebtesten Marktplätzen des Landes, die man “Wal Mart” nannte, kamen gut 70 % aller Produkte aus China, und die Käufer überall im Königreich waren mit ihrer Qualität und den Preisen sehr zufrieden. Wenn Donald nun Strafzölle  auf die Einfuhr verhängen würde, müssten alle Waren auf den Märkten im  selben Maß teurer werden, was bei den Massen der ohnehin schon armen Leute – 44,5 Millionen der Untertanen sind auf Essensmarken angewiesen – große Unzufriedenheit hervorrufen würde.  So heftig  Donald “die chinesischen Räuber von Arbeitsplätzen” beschimpft hatte, so wenig konnte er tun, zumal sein Königreich mit unendlichen Milliarden von “Staatsanleihen” bei den Chinesen verschuldet war. Wenn die morgen auf den Markt geworfen würden wäre der exzeptionalistische Taler über Nacht nichts mehr wert, denn niemand würde für die Milliarden Zettel dann noch gutes Geld bezahlen. Was also tun ?

“Außen Hui, innen Feng Shui!”

So gern König Donald in dieser Sache den starken Mann markiert hätte, er sah keine Möglichkeiten dazu. Vor allem nachdem ihm  ihm  ein Besucher aus dem Reich der Mitte angekündigt wurde, den man in seiner Heimat “Feng Qingyang” nannte, nach einem berühmten Schwertkämpfer, der zurückgezogen in den Bergen lebt und zu unvorhersehbaren Wutausbrüchen neigt. Im Königreich kannte man ihn unter dem Namen “Alibaba”, obwohl er eigentlich Jack Ma hieß. Weil ihn die berühmteste Weisheitsschule des Landes, die man Harvard nannte, 10 Mal als Studenten abgelehnt hatte und auch die großen Werkstätten ihn nicht einstellen wollten ging er nach China und gründete seinen eigenen Laden, den er “Alibaba” nannte und wurde in 15 Jahren zu einem der reichsten Männer der Welt. Alibaba habe jetzt pro Tag 100 Millionen Kunden, aber, entschuldigte sich Feng Qingyang, sie hätten ja auch gerade erst angefangen. Keine Frage, dass so ein “Winner”  bei Donald sofort eine Audienz erhält – und der kleine Alibaba gab dem mächtigen Imperator eine Lektion, wie sie ein großer Zen-Meister nicht besser hätte erteilen können:

“In den letzten 30 Jahren haben die Werkstätten in deinem Königreich Tonnen von Geld verdient”, sagte er lächelnd, und lobte die berühmten Unternehmen des Landes in hohen Tönen.  “Aber das Problem ist: ihr habt das Geld an der falschen Stelle ausgegeben. Ihr habt in den letzten 30 Jahren 13 Kriege geführt und dafür mehr als 14, 2 Trillionen Taler verbraucht. Stell dir vor, ein Teil davon wäre in den Aufbau der Infrastruktur und in Arbeitsplätze geflossen. Ihr habt vergessen, das Geld für eure eigenen Leute auszugeben. Kein anderes Land hat euch Jobs gestohlen. Ihr habt nur versäumt, euer Geld auf rechte Weise zu verteilen.”

Mit der Weisheit aus dem Reich der Morgenröte hatte sich König Donald bis dato nicht wirklich beschäftigt, auch wenn er bei den Schlössern und Türmen, die er als Baulöwe  im Fernen Osten  errichtete, seine Architekten stets mit der kennerhaften Parole “Außen Hui, innen Feng Shui!” ans Werk geschickt hatte. Jetzt war er war für einen Moment sprachlos. Was bildete sich dieser Zwerg ein, dem Imperator des exzeptionalistischen Königreichs Versäumnisse und Fehler vor zu rechnen ? Andererseits: er hatte ja nicht unrecht, diese regime change Politk, dieser Nato-Zirkus war ultrateuer und verdammt ineffizient.

Aber bevor ihm eine passende Antwort einfiel fuhr Alibaba fort: “Ich möchte für die Werkstätten in eurem Land den Zugang zu Milliarden Kunden in meinem Land herstellen und werde, mit eurer Erlaubnis, hier eine Million Arbeitsplätze schaffen.” Und er setzte noch hinzu, dass er Donalds Liste der großartigen Projekte für den Eisenbahn und Straßenbau gesehen habe, die sicher sehr teuer werden – daran würde sich das Reich der Mitte mit seinen neuen Investmentfonds sehr gern beteiligen. Nun fiel König Donald erst recht nichts mehr ein, außer seinem Standard, den er dann auch auf der Pressekonferenz verkündete: dass er mit Alibaba zusammen “große Sachen” machen werde.

Bloody Henry und Dr. Zbig

Tatsächlich aber hatte ihn dieser Feng Qingyang in eine echte Zwickmühle gebracht. Mit einem Angebot, das er eigentlich nicht ablehnen konnte, das aber gleichzeitig seinem angekündigten Handelskrieg mit China total widersprach.  Und nicht nur in den königlichen Gemächern herrschte jetzt eine  kognitive Dissonanz, die Donald bisweilen zum Raufen seiner prächtigen Eichhörnchenfrisur brachte, auch in den Tiefen des Reichs, bei den Meistern der Intelligence, war große Verwirrung ausgebrochen.  Hatten doch zwei steinalte Eminenzen des Schattenspiels – der Großmeister Kissinger, den man nur “Bloody Henry” nannte und Dr. “Zbig To Jail” Brzezinski, der schon ein halbes Dutzend Könige beriet  – für die kommenden Züge im geopolitischen Schach sehr unterschiedliche Strategien vorgeschlagen.

Während Dr. Zbig, der seit seiner Jugend an einem “Russophobie” genannten Leiden laborierte, im Reich des Wladimir nach wie vor den ultrabösen Großfeind sieht, den man  mit allen Mitteln und militärischer “Full Spectrum Dominance” weltweit bekämpfen müsse, sieht Bloody Henry, obwohl gewalttätigen Eskapaden bis hin zum Bombenteppich niemals abgeneigt, darin einen großen Fehler. So nämlich würde man die beiden Großreiche Russland und China nur zusammentreiben, die aber auseinandergehalten werden  müssen, weil sie zuammen viel zu stark würden. Deshalb müsse man mit den Russen künftig zusammenarbeiten und auch die Halbinsel Krim, die Wladimir bekanntlich allein mit der Magie seiner Gedankenstrahlen und ohne einen Schuß abzugeben erobert hatte, als russisch akzeptieren. Mit unipolarer Dominanz, wie sie Dr Zbig. bis zuletzt König Obama geflüstert hätte, käme das exzeptionalistische Königreich nicht weiter, meint Großmeister Kissinger und empfiehlt König Donald  ein multipolares “Gleichgewicht der Kräfte” anzustreben. Das gute alte “divide et impera” also. Da Dr. Zbig als der ursprüngliche Erfinder der terroristischen Wickelmützen-Söldner gilt, deren “Kalifat” Donald den Krieg angesagt hat, scheint das königliche Ohr derzeit eher den Ratschlägen von Bloody Henry zuzuneigen. Zumal dem Angebot von Alibaba weitere von seinen Kollegen aus dem Reich der Mitte folgen werden, die Donald eigentlich nicht ablehnen kann. Denn er will ja keinen Krieg (und auch keinen Handelskrieg)… er will nur gewinnen.

(Illustration: Cointelegraph.com )

Mehr dazu im gleichnamigen Buch “König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf um den Thron, Westendverlag 2017

Neujahrswünsche

Zum Neuen Jahr wünsche ich dir alles was Du dir auch wünschst” – der freundliche Gruss brachte mich gestern ein wenig ins Grübeln. Was wünsche ich mir eigentlich  – außer Gesundheit und Frieden auf Erden sowie natürlich Freude und Eierkuchen ? Also bisschen konkreter: Erstens, Zweitens, Drittens. Da fällt mir wieder der Witz ein, über den wir als testosterongesteuerte Teenies kicherten, von der Fee, die einem drei Wünsche freigibt aber so wunderschön ist, dass dem Mann einfach nichts einfällt, außer: “Ich hab nur einen Wunsch, aber den drei Mal.”  So einfach ist das 50 Jahre später nicht mehr, wenn man solche Wünsche vielleicht alle drei Wochen mal hat. OK, was dann, fragte die Fee – ein Haufen Geld ? Nö, bisschen mehr wär zwar schön, aber wenn schon Geld, dann alles, was an Gold, Geld und Zahlungsmitteln auf der Welt vorhanden ist. Wenn solche Maximalforderungen möglich sind, dann zweitens bitte eine Umverteilung von oben nach unten: die 9 Personen, denen die Häfte allen Geldes gehört dürfen nur 1 Million und ihr Haus behalten, so wird auch mit allen anderen Superreichen verfahren. Drittens will ich dann für eine Weile als Diktator eingesetzt werden um Gesetze zu erlassen, die das Verhältnis von Pflanzen, Tieren und Menschen auf diesem Planeten neu regeln und verhindern, dass der numehr auf Milliarden Schultern verteilte Reichtum destruktiv  verballert wird.

Die Fee hebt bedauernd die Schultern: “Diktator geht leider nicht mehr, da hatten wir in der Vergangeheit schon zu viele, die dachten sie hätten es drauf, die Menschheit zu retten…” OK, dann stattdessen “guter König”, aber die Fee schüttelt den Kopf. Gut, dann muss es erst Mal bei den beiden ersten Wünschen bleiben, gegen die meine schöne Zauberin offenbar nichts einzuwenden ist. Etwas Ähnliches gab es ja auch früher schon, wenn alle 49 Jahre ein Jubeljahr ausgerufen und alle Schulden gestrichen wurden, jetzt gibt es wie bei einer neuen Runde Monopoly auch noch frisches Kapital dazu. Die Milliarden ehemaliger Schuldsklaven wären frei, könnten über “Los” gehen und wieder mitspielen. Da muss man doch verhindern, dass sie über den Tisch gezogen werden, wie einst die Ossis, die sich mit ein bißchen Begrüßungsgeld abspeisen ließen statt vor dem Beitritt zum Westen ihr Volkseigentum erst Mal unter sich aufzuteilen. Und man muss verhindern, dass sie fortfahren, die Erde in eine giftige Müllhalde zu verwandeln – weil sie nichts anderes gelernt und keinen Respekt vor Pflanzen und Tieren mehr haben. Und weil sie sich als domestizierte Primaten für was Besseres  halten und sich “Krone der Schöpfung” nennen, werden sie freiwillig auch nichts dazu lernen. “Also ohne eine harte Hand, ohne ein bisschen Öko-Diktatur, kommen wir nicht aus, oder hast du eine bessere Idee ?”

Ich bin nicht für Ideen und Vorschläge zuständig, sondern für die Erfüllung deiner Wünsche, mein Lieber”, sagt die Fee und legt ihre Hand auf meine. Hui….vielleicht war der alte Witz doch nicht so blöd, auf jeden Fall viel einfacher als die Weltrettung. Ich brauche Bedenkzeit. “Überleg es dir gut. Wir haben Zeit”, sagt sie und streichelt meine Hand. Wie soll man da einen klaren Gedanken fassen. Jetzt lächelt sie auch noch, ihre Augen strahlen und sie sieht aus wie Anita Ekberg in “Dolce Vita”. “Wenn du so weiter machst ist mir alles egal…”, sage ich und fühle mich warm und wohlig. Und diese Augen, dieses Gesicht, diese Haut und wie gut sie riecht….hach. Da rüttelt irgendwas, an meiner Schulter: “Hey Alter, willste hier Sylvester verpennen, es ist 12 Uhr.” Man hält mir ein Glas Sekt unter die Nase. “Alles Gute im Neuen Jahr!” Äääh…ja, alles Gute! Kann man ja gefahrlos allen und jedem wünschen.  Aber was sind meine Wünsche? Drei hatte ich doch eben noch frei und nichts auf die Reihe gebracht. “Wir haben Zeit”, hatte sie gesagt. Ich hoffe sie kommt im Neuen Jahr noch mal vorbei….

Trump loben verboten!

Matt Tabibi hat im “Rolling Stone” einen sehr lesenswerten Kommentar geschrieben, der das infantile Trump-Bashing der “liberalen” Medien, das nach der Entscheidung Truppen aus Syrien und Afghanistan abzuziehen einen neuen Höhepunkt erreicht hat, auf den Punkt bringt :

“Trump’s decisions on Syria and Afghanistan will lay bare the real distinctions in American politics. Political power in this country is not divided between right and left, and not even between rich and poor. The real line is between a war party, and everyone else.”

Was immer “The Donald” während seiner Amtszeit oder in seinem Wahlkampf getrieben hat, welche falschen Gesetze und Entscheidungen er zu verantworten hat, und welche peinlichen Ausraster und Stillosigkeiten – nichts geht so ans Eingemachte wie “Truppenabzug”. Auch wenn es nur ein paar Tausend Soldaten sind, auch wenn das Ganze am Ende nur der weiteren Privatisierung des Kriegs dienen könnte, auch wenn es sich nur um einen symbolischen Akt zu Weihnachten handelt – statt Frieden auf Erden fordert das Establishment von (links-)liberal bis (neo-)konservativ mehr Krieg. Weil man die “Taliban” nicht gewinnen lassen und die “Kurden” nicht im Stich lassen und  den “Russen”  nicht in die Karten spielen und “Iran” nicht unterstützen darf, den “IS” besiegen muss usw. usf…..weil man also den desaströsen ungewinnbaren “Great War on Terror” der letzten 15 Jahre einfach weiter führen soll, ohne Plan, ohne Ziel – Hauptsache: permanenter Krieg.

Trump hat die Budgets des Pentagon, das schwarze Loch des militärisch-industriellen Komplexes,  genauso schwindelerregend gefüttert wie seine Vorgänger, er hat zwar noch keinen neuen Krieg begonnen aber auch keinen der von Bush und Obama übernommenen  beendet. Er sieht jetzt nur was sie kosten und was sie einbringen und versucht, die (blut-)roten Bilanzen ein wenig zu verbessern. Und damit auch ein Wahlkampfversprechen zu erfüllen, nicht mehr überall “Weltpolizist” spielen zu wollen – was ja ca. 99% der Weltbevölkerung begrüßen würde – zumal wenn die Beschützten zu wenig Schutzgeld in die Kassen der Nato einzahlen.  Dass Trump diesen Club nicht weiter fördern will, wird ihm von der Kriegspartei zwar als schweres außenpolitischen Versagen ausgelegt, tatsächlich aber kann man der Einschätzung Tabibis nur zustimmen:

“NATO? That’s an organization whose mission stopped making sense the moment the Soviet Union collapsed…..NATO persisted mainly as a PR mechanism for a) justifying continued obscene defense spending levels and b) giving a patina of internationalism to America’s essentially unilateral military adventures.”

That’s it – und es wird höchste Zeit, den Sinn und die Mission der Nato auch hierzulande ernsthaft auf den Prüfstand zu stellen. Und nicht sturheil an weiterer Aufrüstung festzuhalten, sondern an Abrüstungs,-Friedens,-und Handelsverträgen auf der Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking zu arbeiten. Also an einer Politik in echtem europäischen Interesse und in der Perspektive einer künftig  ohnehin unausweichlichen multipolaren Welt mit Machtzentren in Asien, Amerika und Europa. Doch in Deutschland ist die Kriegspartei mindestens so groß wie in den USA, für das gesamte Parlament – abgesehen von einem kleinen Teil der Linken – ist die Nato so heilig wie für die Hindus die Kuh. Dass auch kaputte Uhren zwei Mal am Tag richtig gehen müsste man eigentlich auch einem unfähigen Präsidenten zugestehen, aber das lustvolle Abwatschen Trumps ist zu einem Ritual geworden, bei dem er entweder ein debiler Volltrottel oder ein diabolisches Schreckgepenst (oder beides) ist – aber niemals vernünftige Entscheidungen treffen kann. Trump loben bleibt verboten!

Frohes Fest!

Dieser Tage habe ich mich mal durch einige Musik geklickt, die von diversen “Experten” zum Song oder zur Band des Jahres gekürt wurden, aber konnte da nichts entdecken, was mich zum Weiterhören animiert hätte.  Hat vielleicht mit dem Alter zu tun, in jungen Jahren passierte  es ja dauernd, dass man eine unbekannte Musik , eine neue Band hörte und gleich drauf abfuhr, aber mittlerweile kommt so was, wenn überhaupt, nur noch alle paar Jahre mal vor.  Macht aber nichts, es gibt so viele gute alte Songs ohne jedes Verfallsdatum :

Besuch bei einer Landkommune Mitte der 70er, über dem Herd ein großer Stengel mit Hanfblüten: “Nimm nicht zu viel, ist starkes Zeug”. Ach, dachte ich,  was diese Landeier “stark” nennen und bröselte mir eine dicke Tüte. Nach ein paar Zügen legte ich mich auf’s Sofa, nahezu bewegungsunfähig…. aber dann lief dieses Stück und ich flog ab.

Verliebte haben oft “unser Lied”, bei mir war das vor 20 Jahren einmal “Nwahulwana” von Wazimbo – auch ohne Verliebtsein immer noch wunderbar…

Du immer mit deinem J.J.Cale, sagen mir Freunde oft. “Der macht doch immer nur dasselbe” – “Ja, aber immer wieder anders.” Deshalb höre ich ihn seit 1972 immer wieder, denn keiner hat diesen Groove… Und keine von den vielen Cover-Versionen seiner Songs kam je an das Original heran. Eine Ausnahme war in meinen Ohren nur Captain Beefheart mit JJ’s “Same Old Blues”

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