“Rudi, wir baden weiter!”

Es war sein guter Freund Wolfgang Neuss, Großmeister des Kabaretts und des subversiven Witzes, der durfte das. Bei mir lag es etwas anders, ich war taz-Redakteur und hatte den Witz auf die  Titelseite gebracht, auf  den i-Punkt des Schriftzugs “tageszeitung”, der Mitte der 1980er  vom Kopf einer Persönlichkeit gebildet wurde, die an diesem Tag Geburtstag hatte, mit einem kurzen Satz dazu. Das war an diesem Tag Rudi Dutschke, der Kopf der Studentenbewegung, auf den ein verwirrter, von Springers “Bild” aufgehetzter Täter 1968 geschossen hatte und der 1979 an den Spätfolgen des Attentats gestorben war, nach einem epileptischen Anfall in der Badewanne. Einige Jahre zuvor hatte Dutschke am Grab von Holger Meins, der wegen Mitgliedschaft in der RAF inhaftiert und bei seinem Hungerstreik gegen die Haftbedigungen ums Leben gekommen war, mit den Worten “Holger, der Kampf geht weiter” und erhobener Faust einen großen Skandal verursacht. Darauf bezog sich nun der Satz “Rudi, wir baden weiter!”, den mir Wolfgang Neuss ein paar Tage vorher auf Band gesprochen hatte. Als Film,-und Bühnenstar war er einer der prominensten Unterstützer der APO und best friend von Rudi und seinen Genossen gewesen, und weil er eine wöchentliche Kolumne in der taz hatte, sprachen wir öfter über diese Zeit. Dass ich diesen typischen Neuss-Gag auf die Titelseite geschmuggelt hatte, wurde nicht nur in der Redaktion übelgenommen, sondern auch von vielen Leserbriefen als pietätlose Besudelung des 68-er-Denkmals Dutschke beschimpft. Aber das war es nicht, denn sowohl Neuss wie auch ich hatten schon seit einiger Zeit Rudi im Ohr, den magischen und heiseren Rap und Rant seiner Reden, die unser Freund Christoph Ludszuweit 1981 in seinem Stechapfel-Verlag auf Kasette herausgebracht hatte – wir waren Fans, Freunde und publizistischen Förderer, aber nicht nur seiner Stimme….
Das fiel mir jetzt wieder ein, als ich den schönen Artikel “Rudi Dutschke: die Kraft der Worte” über die neu erschienene CD-Box „Die Stimme der Revolution – Rudi Dutschke in zwölf Originalaufnahmen“ las – und das Zitat aus dem Nachruf von Michael Schneider:

“Ach, wie schlecht haben diese Herren denjenigen gekannt, dem sie jetzt ihre Nekrologe widmen. Sie alle bescheinigen ihm das, was man gemeinhin ‘Charisma’ nennt (einer der hilflosesten Begriffe bürgerlicher Soziologie): eine ungewöhnliche Rednergabe, eine fast demagogische Überzeugungskraft. Die Rednergabe gehörte zu seinem politischen Handwerkszeug; aber das Handwerkszeug war nicht, was ihn eigentlich ausmachte, sondern: dass er wirklich meinte, was er dachte und mit seiner ganzen Person dafür einstand. Wenn er ‘Charisma’ hatte, dann in einem radikal anderen Sinn, als die Vergötzer der Rhetorik und die Fetischisten des Kehlkopfs (Dutschkes ‘heiser, suggestiv surrende Stimme’) meinen: Er hatte Achtung vor dem Menschen und ein Ohr für den ‘geringsten unter seinen Brüdern’ und Genossen. Denn auch als radikaler Marxist hat er sein christlich-humanistisches Erbe nie verleugnet.”

Auch wenn ich ihn selbst nur einmal, 1978, live gehört habe, denke ich, dass das stimmt.. Er hat weder den Kampf für die Erniedrigten  und Beleidigten aufgeben, noch die Suche danach, wie eine ebenso radikale wie friedliche Revolution verlaufen kann. Und wenn er sieht, wie seine einstigen Genossen als Grüne und Linke mit Nato und Neoliberalismus ins Bett gestiegen sind, wälzt er sich sicher im Grabe. Und wir ? Baden weiter, aber aufgeben ist auch keine Lösung. Neuss hat da mit Vorliebe den bewunderten Kollegen Werner Finckh zitiert, der noch kritisches Kabarett machte als Goebbels schon alles gleichgeschaltet hatte: “Unsere Aufgabe kann nicht in unserer Aufgabe bestehen.”

Maßnahmenbefürworter vs. Kritiker

Paul Schreyer hat auf Multipolar einen Dialog simuliert, denn: “Ein respektvolles, öffentliches Gespräch findet nicht statt. Immer sichtbarer wird der Scherbenhaufen einer zerbrechenden Gesellschaft. Mangels realer Dialogformate daher im Folgenden der Versuch, ein fiktives Gespräch zwischen einem Maßnahmen-Befürworter und einem Kritiker zu formulieren. Das Format dieses Textes ist ein Experiment, entstanden mangels echter Dialogforen in den großen Medien. Es ist eine Gesprächssimulation, die kein Ersatz für einen realen Dialog sein kann – aber vielleicht das Weiterdenken anregt und beim Argumentieren hilft.” Hier ein Auschnitt:

Maßnahmenbefürworter: Warum sind Sie so unsolidarisch mit der großen Mehrheit? Was ist denn bitte so schlimm daran, sich für eine begrenzte Zeit einzuschränken, damit wir alle einigermaßen gesund durch die Pandemie kommen?

Kritiker: Welche Pandemie?

Maßnahmenbefürworter: Sie leugnen die Pandemie?

Kritiker: Das kommt darauf an. Wie definieren Sie denn den Begriff?

Maßnahmenbefürworter: Sie streiten ab, dass Hunderttausende Menschen überall auf der Welt gestorben sind?

Kritiker: Nein, aber ab wann genau ist es eine Pandemie?

Maßnahmenbefürworter: Ist das so wichtig?

Kritiker: Ja. Die WHO sagt, eine Pandemie ist die weltweite Ausbreitung einer neuen Krankheit, gegen die die meisten Menschen keine Immunität haben. Das trifft aber auf jede Grippewelle zu. Warum wird dann nicht schon seit Jahren jeden Herbst eine Pandemie ausgerufen?

Maßnahmenbefürworter: Weil Corona viel tödlicher ist.

Kritiker: So hieß es anfangs, inzwischen zeigen die Daten aber keinen großen Unterschied. Es gibt dazu auch eine Veröffentlichung der WHO.

Maßnahmenbefürworter: Worauf wollen Sie hinaus?

Kritiker: Ganz einfach: Die Aufrechterhaltung des Pandemiefalls gründet aktuell nicht auf medizinischen Fakten. Es geht nicht um Gesundheitsschutz.

Maßnahmenbefürworter: Sondern?

Kritiker: Das ist eben die Frage.

Maßnahmenbefürworter: Was wollen Sie damit andeuten? Dass alle Regierungen der Welt sich gegen ihre Bürger verschwören?

Kritiker: Ich stelle zunächst einmal fest, dass wir eine ungeklärte Frage haben.

Maßnahmenbefürworter: Sie glauben also an eine große Weltverschwörung?

Kritiker: Was ich persönlich glaube oder nicht, spielt doch keine Rolle. Die Geschichte ist einfach nicht schlüssig. Warum gibt es überall Lockdowns, wenn Corona gar nicht um Dimensionen schlimmer ist als die normalen Viruserkrankungen in jeder Wintersaison? Dafür muss es doch einen Grund geben.

Maßnahmenbefürworter: Und welcher soll das Ihrer Ansicht nach sein?

Kritiker: Das frage ich eben. Was denken denn Sie?

Maßnahmenbefürworter: Das müssen Sie schon selbst beantworten.

Kritiker: Warum? Wollen Sie nicht auch verstehen, was hier vor sich geht?

Maßnahmenbefürworter (seufzt): Das sind doch alles Spekulationen. Das bringt uns nicht weiter. Ganz ehrlich: Da vertraue ich lieber den Experten. Klar passieren denen auch mal Fehler und Dinge werden falsch eingeschätzt – irren ist menschlich.

Kritiker: Ich vertraue der Regierung und ihren Experten schon lange nicht mehr.

Maßnahmenbefürworter: Das kritisiere ich ja gerade, dieses Spalten, was Sie hier betreiben. Immer sollen „die da oben“ an allem Schuld sein. Dabei sollten wir jetzt wirklich alle zusammenhalten. Es ist ernst, nehmen Sie es ernst, das hat auch die Kanzlerin gesagt. Und da stimme ich ihr zu.

Kritiker: Wieso soll ich plötzlich Leuten vertrauen, denen die Gesundheit der Bevölkerung seit Jahren mehr oder weniger egal ist? Das sind doch die gleichen Politiker, die für die ständigen Kürzungen im Gesundheitswesen verantwortlich sind, für Krankenhausschließungen, die miserablen Zustände in der Altenpflege und so weiter – die gleichen Leute, die seit Jahren ihre gesundheitspolitischen Entscheidungen von der Pharmaindustrie lenken lassen.

Maßnahmenbefürworter: Wer sagt das?

Kritiker: Horst Seehofer. Und diesen Politikern soll ich vertrauen, dass Sie sich plötzlich ehrlich und von ganzem Herzen für die Gesundheit der Bürger interessieren und jetzt auf einmal auch ganz unabhängig von Lobbyinteressen entscheiden können?

Maßnahmenbefürworter: Wir sind nun mal in einer Ausnahmesituation. Und in der Not sollten alle zusammenstehen.

Kritiker: Glauben Sie, dass die Pharmaindustrie mit den Impfstoffen den Menschen nur helfen will?

Maßnahmenbefürworter: Warum denn nicht? Weshalb unterstellen Sie immer das Schlechte?

Kritiker: Die Hersteller verfolgen also keine Profitinteressen?

Maßnahmenbefürworter: Wo liegt das Problem? Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Es ist doch völlig in Ordnung, wenn mit einer guten Sache auch Geld verdient werden kann.
(…)

Maßnahmenbefürworter: Und all die Toten?

Kritiker: In Deutschland gab es 2020 keine Übersterblichkeit.

Maßnahmenbefürworter: Wegen der Maßnahmen! Die haben die Menschen zum Glück schützen können.

Kritiker: Aber das Robert Koch-Institut hat doch gemeldet, dass es über 40.000 Corona-Tote gab?

Maßnahmenbefürworter: Wie meinen Sie das?

Kritiker: Wenn die Maßnahmen so wirksam waren, warum dann Zehntausende Tote?

Maßnahmenbefürworter: Sagten Sie nicht gerade, es gab keine Übersterblichkeit?

Kritiker: Ja, eben. Wenn wir wirklich 40.000 Menschen an eine neue Krankheit verloren haben sollten und trotzdem keine Übersterblichkeit zu verzeichnen ist, dann müsste das ja bedeuten, dass an anderen Krankheiten im vergangenen Jahr auf einmal, völlig überraschend 40.000 Menschen weniger verstorben sind. Das klingt für mich nicht besonders plausibel.

Maßnahmenbefürworter: Was wäre denn ihre Erklärung?

Kritiker: Bei sehr vielen der Verstorbenen war Corona offenbar gar nicht die Todesursache sondern nur eine Begleiterscheinung.

Maßnahmenbefürworter: Na, ich weiß nicht. Und was ist mit den Infektionszahlen? Die sind immens hoch, und zwar überall auf der Welt. Das kann man doch nicht ausblenden!

Kritiker: Meinen Sie die Infektionszahlen oder die Fallzahlen?

Maßnahmenbefürworter: Was ist das jetzt wieder für eine Haarspalterei?

Kritiker: Infektion bedeutet, dass ein Virus sich im Körper vermehrt und man in der Folge dann andere anstecken kann. Der PCR-Test kann aber nicht zwischen vermehrungsfähigen Viren und ungefährlichen Virenbruchstücken unterscheiden. Sie können positiv getestet sein und trotzdem komplett ungefährlich für Ihre Mitmenschen.

Maßnahmenbefürworter: Das wird ja wohl eher ein seltener Sonderfall sein.

Kritiker: Leider nein. Wer sich infiziert, der ist für etwa vier bis acht Tage ansteckend. Der PCR-Test weist aber durchschnittlich bis zu drei bis fünf Wochen nach einer Infektion noch Virusmaterial nach. Deshalb haben in 50 bis 75 Prozent der Fälle positiv Getestete die Infektion längst hinter sich und sind für niemanden mehr gefährlich. Trotzdem werden sie behandelt wie Gefährder.

Maßnahmenbefürworter: Sagt wer?

Kritiker: Die Wissenschaft.

Maßnahmenbefürworter: Wenn das wirklich stimmen sollte, was ich mir kaum vorstellen kann, dann hätten die Medien das wohl längst berichtet. Oder stecken die etwa auch alle unter einer Decke bei der Verschwörung?

Kritiker: Die Medien haben auch berichtet, zum Beispiel die New York Times, die Tagesschau oder auch die Welt.

Maßnahmenbefürworter (lächelt): Also doch keine Verschwörung, sehen Sie! Es wurde alles berichtet.

Kritiker: Sie sind doch gut informiert, schauen regelmäßig die Nachrichten und halten sich auf dem Laufenden, oder?

Maßnahmenbefürworter: Sicher.

Kritiker: Wie erklären Sie es sich denn dann, dass Sie von diesen Fakten noch nie gehört haben?

Maßnahmenbefürworter: Ich vermute, Sie haben das hier irgendwie aus dem Kontext gerissen.

Kritiker: Fakt ist, dass diese Informationen zwar in einigen großen Medien gemeldet wurden, nur eben nicht täglich immer und immer wieder, sondern meist bloß ein einziges Mal. Wahrscheinlich haben Sie deshalb auch noch nie davon gehört.

Maßnahmenbefürworter: Und warum sollten die Medien das nur ein Mal senden? Das ist unlogisch, mit solchen spektakulären Geschichten würden sie doch hohe Quoten und hohe Auflagen erreichen.

Kritiker: Ja, eigenartig, oder? Wie gesagt, bei der ganzen Sache geht es nicht um Gesundheitsschutz.

Maßnahmenbefürworter: Also, ganz ehrlich, ich habe jetzt langsam genug. Sie zweifeln das alles an und das ist ja auch ihr gutes Recht. In einem freien Land ist das möglich, daher können wir uns hier ja auch offen unterhalten. Aber ich will es nochmal deutlich sagen: Ich finde Ihr Zweifeln gefährlich. Es hält die Leute davon ab, sich an die Regeln zu halten.

Kritiker: Ich habe jetzt ehrlich gesagt auch genug. Trotzdem danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Vielleicht können wir das Gespräch ja ein andermal fortsetzen.

Das ganze Gespräch auf Multipolar

3JT #62: Der Giftgas-Fake

Der Giftgasangriff des syrischen Präsidenten auf sein Volk in Duma hat nie stattgefunden – Doch die Massenmedien weigern sich darüber zu berichten. Die Grundrechtseinschränkungen in Sachen Corona schreiten immer weiter voran, genau wie die Zensurmaßnahmen in den Medien. Und wie geht’s weiter mit Julian Assange? Über all das und mehr reden die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #61 des 3. Jahrtausends! Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►► https://www.exomagazin.tv/der-giftgas…

Die Kunst des Fake und ihr Großmeister Ernst Volland

“Der Mann ist erstens eine Wucht und zweitens ein künstlerisches Multitalent. Ernst Volland ist Künstler und Fotograf, Galerist, Kurator und Karikaturist. Und vor allem ein begnadeter Provokateur. Volland schrieb gefakte Kinderbriefe an Politiker und Geistliche. Er erfand den Slogan “Ich trinke Jägermeister, weil mein Dealer zur Zeit im Knast sitzt”. Und er kommt inzwischen auf mehr als einhundert Ausstellungen weltweit. Ein Kritiker nannte ihn einen “linken, widerständlerischen Einmannbetrieb”. Sein neues Buch heißt “Die Kunst des Fake”.

So kündigte das  SWR-Magazin Leute Anfang April  ein Gespräch mit Ernst Volland an, der am 4. Mai 75 wird,  und mir  als altem “Pardon”-Leser und “Titanic”-Autor der erstem Stunde seit dem herrlichen Jägermeister-Fake ein Begriff ist. Es war nicht der einzige, aber der längste Rechtsstreit, den er sich für seine provozierenden und subversiven Fakes und einhandelte, wie etwa mit seinem Plakat zum “Radikalenerlaß” Mitte der 70er oder der öffentlichen Plakataussstellung  “Voll Aufs Auge”am Berliner Breitscheidplatz, die mehrfach von der Polizei abgerissen wurde.  Für die Feuilletons und den Kulturbetrieb war derlei politsche Kunst aber kein Thema, weshalb Volland beschloß, sie auf dem Feld des gehobenen Vernissagen-Blabla und kunstphilosphischen Geschwafels vorzuführen. Über Nacht malte er ein Dutzend großformatiger Bilder, erfand den Slogan “Frische Malerei” und ein paar Phrasen dazu, engagierte einen Schauspieler, der als “Blaise Vincent”  bei der Präsentation seiner Bilder  ein paar französische Platiüden sprach – und schon jubelte die kunstkritische Qualitätspresse über dieses “neue Talent” und die Nationalgalerie kaufte für 10.000 DM “La Duce Nuit in Kreuzberg” an.

Die Fakes von Ernst Volland sind das Gegenteil von Kunstfälschung, sie sind, wie Bazon Brock es in einer Rede 2018 ausgedrückt hat, eine Ausgeburt “kabarettistischer Vernunft”: “Faker sind Leute, die bekennen, dass das, was sie tun, falsch ist. Aber das als falsch Erkannte ist ja wahr. Sodass wahr nur noch das ist, was als Falsches erkannt wurde. Das ist die zentrale Form der Kritik, die die Wissenschaft betreibt.”

Nichts anderes als solche Kritik hat der Faker Volland seit Jahrzehnten geübt und den Fake als schöne und hohe Kunst der Aufklärung betrieben, auf und mit allen zur Verfügung stehenden Medien, verdeckt und getarnt im Hintergrund oder leibhaftig im TV, als Maler, Collagist, Cartoonist, Fotograf und vielseitiger Bildkünstler und Aktivist. So schlich er sich in die Post von Kardinälen und Bischöfen, fragte nach Gott und Teufel, foppte amerikanische Botschafter und schonte weder die politische „Elite“ in Deutschland noch die Edelfedern der Presse. Dies alles ist nachzulesen und zu schauen in dem wunderschönen Band “Die Kunst des Fakes”,  der jetzt erschienen ist und den ich nur empfehlen kann. Nicht nur weil er, wie auch sein Autor, so “frisch” ist wie die Malerei vor 40 Jahren, sondern weil sich mit Fakes und Fake-News ernsthaft beschäftigen muss, wer nicht von ihnen über den Tisch gezogen werden will. Gerade hat die “Washington Post” allerdings verkündet, dass sie ihre Rubrik “Lügen des Präsidenten” einstellt.  Donald Trump hatte es mit seinen falschen Wahrheiten dort auf über 30.000 Einträge gebracht. Gut, dass Joe Biden jetzt nur noch die reine Wahrheit sagt…

Chapeau, lieber Ernst! Wir feiern, wenn die Kneipen wieder geöffnet haben – und jetzt schon das Buch, das du dir zum Geburtstag geschenkt hast.

 

Zweifeln Sie schon oder Verzweifeln Sie noch?

Wenn ich “Heraus zum 1. Mai!” höre, muss ich immer an die legendäre Antwort des im Moabiter Knast sitzenden Spaßguerillero Fritz Teufel denken:  “Mir wäre auch jedes andere Datum recht!” Und das wär`s ja auch für einen echten “Kampftag der Arbeiterklasse”, einen Aufstand der Erniedrigten und Beleidigten,  einen Generalstreik sämtlicher Betriebe, ein totalen Lockdown der Politik und ein Reset, das den vom Neoliberalismus niedergewalzten Wohlfahrtsstaat wiederbelebt. Und wieder “mehr Demokratie” wagt, statt sich freiwillig der Neuen Normalität einer Tech-Oligarchie und ihrem “pathologisierten Totalitarismus”  (C.J. Hopkins) zu unterwerfen.
Okay, das wird ja wohl noch träumen dürfen, an so einem Datum, so einen revolutionären Aufbruch, weil letztlich, believe it or not, gilt ja nach wie vor: Kein Kommunismus ist auch keine Lösung!

Noch sind wir derzeit, mit der Corona-Politik des Zentralkommitees der CDSPU und der Desinfektion des Meinungskorridors,  ja eher in der nordkoreanischen Variante unterwegs, mit Bill Gates als erleuchtetem globalen Führer und Pandemie-Papst. Dass einem schauspielenden Philosophen wie Jan Josef Liefers für sein Bonmot “Verzweifeln Sie ruhig – aber zweifeln sie nicht!” kein Knast oder Straflager droht, darf immerhin als Fortschritt gegenüber früheren Kommunismus-Versuchen  gewertet werden. Wie freilich die Wachturm-Medien der “Zeugen Coronas” und die Wortführer der “Drostology”-Sekte über solche Scherze mit tieferer Bedeutung herfielen, erinnerte dann doch an eher an die Inquisition des Mittelalters oder die Reaktion fanatischer Wickelmützen auf Mohamed-Karrikaturen. Der Glaube an das “Killervirus” und das alleinseligmachende Sakrament der Impfung hat derart kultische Formen angenommen, dass Spott und Satire  als Gotteslästerung gelten. Und wer den vorsichtigen Hinweis anbringt, dass letztes Jahr nicht mehr Menschen gestorben sind als sonst auch und der Covid-Teufel, selbst wenn alle von ihm besessen (“infiziert”) sind, nur sehr wenige und meist Hochbetagte und Erkrankte dahinrafft, muss sich hüten. Und kriegt sofort die Leichenberge in Belarus, Schweden, der Schweiz – oder war es Indien? – gezeigt, wo der Teufel ganz schrecklich wütet, weil die strikten Maßnahmen der Austreibung und des Exorzismus nicht befolgt wurden.

Ich hab mich diesem Zirkus in den letzten Monaten weitgehend entzogen und die Fernsehprediger ebenso ignoriert wie die täglichen Gaga-Tabellen der Inzidenz- und-Impf-Liga. Und weil auch der Frühling irgendwie auf sich warten lies, konnte ich die selbstverordnete Ausgangssperre und Quasi-Quarantäne in den letzten Wochen sehr gut nutzen, für einen kleinen Rückblick auf das unaufgeklärte Verbrechen des Jahrhunderts: 9/11. Dieser Essay erscheint im Sommer im Westend-Verlag, ebenso wie eine komplette “Volksausgabe” ( 1000 Seiten, 18 Euro) der drei Bücher über den 11.9., die ich 2002, 2003 (mit Andreas Hauß) und 2011 (mit Christian C.Walther) veröffentlicht habe. Auch der 9/11-Thriller “Das fünfte Flugzeug” wird nochmals erscheinen.  Es freut mich sehr, dass so auch die nachfolgende Generation, die 9/11 nicht erlebt hat, am Mythos der offiziellen Verschwörungstheorie, dem Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern, nicht verzweifeln muss, sondern rechtzeitig das Zweifeln lernen kann. Mehr dazu demnächst.

3JT#61: Scripted Reality

Die Regierung zieht die “Bundesnotbremse” – ein Gesetz, das von Anfang an verfassungswidrig ist und auf fragwürdigen Zahlen beruht. Wir nehmen die Statistiken des DIVI Intensivregisters unter die Lupe. Außerdem: Die Desinfektion des Meinungskorridors schreitet weiter voran – Zensur auf allen Kanälen. Unterdessen heizen die USA den kalten Krieg wieder an – und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr reden die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #61 des 3. Jahrtausends! Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►► https://www.exomagazin.tv/scripted-reality-das-3-jahrtausend-61/

R.I.P Royal Heilness

Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, hat 99-jährig die Flinte endlich abgegeben. Dass es um den “invasiven Preußenprinzling” nicht wirklich schade ist, machte dass wunderbare “investigative poem” sehr deutlich, das Heathcote Williams 2015 über seine Sippe,  Die schrecklich nette Familie der Windsors, geschrieben hat. Hier ein Auszug:

Bis 1993 hatte der Herzog von Edinburgh, stolzer Besitzer
Von 56 Jagdgewehren, 30 000 Vögel vom Himmel geschossen,
Zwei Krokodile erlegt, ebenso wie unzählige Wildschweine,
Mehrere Hundert Schottische Hirsche sowie einen Königstiger.

Der Berg von Tierkadavern, den der Herzog von Edinburgh
In den letzten vierzig Jahren stetig wachsen ließ, versammelt Lebewesen aus vielen Kontinenten, Säugetiere und Vögel,
Erlegt für den spaßigen Tierholocaust des Wald- und Wiesenherzogs

Allein die Angaben aus britischen Presseberichten offenbaren,
Dass dieser »Umweltschützer« alles schießt, was ihm vor die Büchse kommt,
– Hasen, Wildenten, Bekassinen, Waldschnepfen,Tauben, Rebhühner –
Und die Wildtiere der britischen Inseln mit Bleischrot tyrannisiert.

1993, beim Fasanenschießen auf Gut Sandringham,
Häufig in Begleitung seiner Gemahlin,
Erlegte der Herzog 10 000 Stück in nur sieben Wochen,
Seine Norfolk-Jagdpartien haben schon 150 000 geschossene Tiere »eingesackt«.

Sollte der Herzog mal nicht richtig treffen, wird ein verletzter Vogel Von einem Jagdhund zur royalen Jagdgesellschaft apportiert, Woselbst Ihre Majestät, die Königin, schon seiner Ankunft harrt, Um mit ’nem passenden Schlagholz das letzte Leben aus dem Tier zu keul’n.

»Prinz Philip geht besonders gern auf Schwarzwildjagd in Deutschland
Auf den Gütern seiner Freunde«, so stand’s im Independent.
»Er und Prinz Charles sollen bei einer solchen Gelegenheit
An einem einzigen Tag fünfzig Wildschweine weggemetzelt haben.«

Prinz Philip verteidigt seine Liebe zu Blutsportarten
Häufig mit der Behauptung, er »keule« die wilden Tiere,
Statt sie bloß zu töten, indessen macht für diese Tiere selbst
Die Unterscheidung nicht gerade einen Unterschied.

(….)

Vier Schwestern von Prinz Philip waren mit Nazis vermählt.
Dennoch galt er als geeigneter Bewerber um die Hand von Prinzessin Elisabeth,

Obwohl seine Familie, in Philips eigenen Worten, »Vorbehalte gegenüber Juden« hegte,
Und obwohl Philip auf die Beerdigung von Nazis ging.

Auf einem Familienfoto sieht man Philips jüngere Schwester Sophia
Bei Görings Hochzeit Hitler gegenübersitzen,
Wo jeder nur erdenkliche Ausdruck rassistischer Ausschweifungen
Zweifellos zum üblichen Umgangston gehörte.
Philips Schwager, Prinz Christoph von Hessen,
Diente sowohl in der SS wie bei der Luftwaffe…(…)

Vom Faschismus angekränkelt, ist Philip erwartungsgemäß der Völkermord nicht fremd.
»Für den Fall meiner Reinkarnation«, tönte er einmal,
»Möchte ich als tödlicher Virus wiederkehren«, in der selbstherrlichen Meinung,
Durch solche Auslese der Menschheit das Problem der »Übervölkerung« zu lösen.

Solche Gedanken spiegeln eine häufige Marotte reicher Leute,
Die morbid von einer Bedrohung durch die Armen fantasieren.
Obwohl der Fußabdruck der Armen ja gegenüber ihrem eigenen verschwindet,
Nehmen plutokratische Eugeniker sie liebend gern aufs Korn.

Philip teilt solche Ausrottungsfantasien mit Henry Kissinger,
Dem (von der Königin geehrten) Kriegsverbrecher.
Kissinger sagte, »Entvölkerung sollte die höchste Priorität Der US-Außenpolitik gegenüber der Dritten Welt sein.«

Erwartungsgemäß schlagen weder der Gatte der Königin noch Kissinger vor,
Gruppen von Waffenhändlern oder Militaristen zur Vernichtung auszusondern,
Denn ihr Viertes Reich der Superreichen nimmt lieber die Dritte Welt ins Visier,
Während die Plutokraten sich munter vermehren sollen.

»Er ist übellaunig, schlecht erzogen und dürfte kaum treu sein«,
So angeblich das Verdikt von George VI. über Prinz Philip,
Und Georges Frau nannte ihn gar »den Hunnen«,
Um ihre besondere Abneigung gegen ihn herauszustellen.

Prinz Philip, der bei seiner Geburt noch Battenberg hieß,
Bis der Namen zu Mountbatten anglisiert wurde,
Ist tatsächlich ein Spross des Hauses Glücksburg,
Das dem einstigen preußischen Fürstentum Schleswig-Holstein entstammt.

Der ellenlange deutsche Stammhausname wurde jedoch auf guten Rat
Zu »Windsor« abgekürzt – ein englischer Stadt- und Familienname –,
Eine List zur Abwehr von Vorurteilen gegen invasive Preußenprinzlinge
Mit einer Leidenschaft für Großfamilien und tote Tiere.

Heathcote Williams: “Die Windsors – Eine schrecklich nette Familie” ,  zweisprachige Ausgabe: Englisch/Deutsch,  Westend-Verlag.

3JT#60: Lockdownismus

Lockdown jetzt! Immer mehr Deutsche wünschen sich angeblich härtere Maßnahmen – wer dagegen demonstriert, gilt als Gefahr für die Demokratie. Das Propaganda-Dauerfeuer hinterlässt tiefe Spuren in der Psyche der Menschen. Außerdem:
– In der Ukraine stehen die Zeichen auf Krieg.
– Der Tod des Präsidenten von Tansania kommt bestimmten Kreisen gerade recht.
– Und was gibt’s Neues von Julian Assange?
Über all das und mehr reden die Journalisten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #60 des 3. Jahrtausends!