Macherin, Moverin, Shakerin… ach was, Königin der (West-)Berliner (Sub-)Kultur war sie und ist sie, die Frau, die den besten politischen Buchladen der Stadt machte, das beste Schwarze Café, den tollsten, weit über die Stadt hinaustrahlenden Musikclub…und weil Monika Dietl dankeswerterweise alle weiteren Großleistungen dieser “Legende” aufgeschrieben hat, kann ich mich kurz fassen. Wäre ich Bürgermeister, würde ich Monika Döring heute mit allem auszeichnen, was die Stadt für Kulturschaffende zu vergeben hat, denn kaum jemand hat sich um die Kultur der Westberliner Insel verdienter gemacht. Weil man dieser Dame mit Orden und Gedöns aber erst gar nicht kommen braucht, hört man sich um wie man vielleicht sonst eine Anerkennung…und dabei fällt der Satz “Geltung habe wir genug, wir brauchen Geld”… und schon stellt der Regierende einen kleinen Scheck aus und steckt ihn diskret in die Post. So einfach wär’s. Aber auch wenn das nicht passiert werden wir den 80. Geburtstag morgen wunderbar feiern – und ich weiß jetzt schon, wer bis in den Morgen über den Dancefloor fegen wird: die unglaubliche, wunderbare Monika!
Hanf auf Rezept
Freund Seyfried hat dieser Tage auf Facebook einen seiner Hanf-Cartoons, aus dem Jahr 2001, wiederveröffentlicht, auf dem ich als Namensgeber einer Schule gewürdigt wurde. Das Buch “Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf”, das ich 1993 mit Jack Herer herausbrachte – mittlerweile liegt die 43. Auflage vor – hat tatsächlich so etwas wie “Schule gemacht”: es hat die Augen der Öffentlichkeit für die nützlichen und heilenden Eigenschaften der Universalpflanze Cannabis geöffnet. Wenn auch dank einer irrsinniger Prohibtion nur im Schneckentempo setzen sich die Erkenntnise und Forderungen dieses Buchs Schritt für Schritt durch. So ist es jetzt seit dem 1.März deutschen Ärzten wieder erlaubt, medizinisches Cannabis ist Form von Hanfblüten zu verschreiben.
Real Game of Thrones: König Donald und die Känguru-Ökonomie
Das epidemische Anti-Donald-Syndrom (ADS) ist im exzeptionalistischen Königreich nach wie vor virulent und die besonders stark betroffene Gilde der Herolde und Lautsprecher zählt noch immer zu den Risikopatienten: „Sie sehen die Pressefreiheit in ihrem Land in Gefahr. Eine Studie führt Repressalien auf, Überwachung, Strafverfolgung und Blockaden. Seit Richard Nixon habe sich kein Präsident so aggressiv verhalten…“, verkündete entsetzt „Der Spiegel“, den man „das ehemalige Nachrichtenmagazin“ nannte. Und listete auf, dass sich die Herolde vom „Geheimdienstsystem“, den Meistern der Intelligence, überwacht fühlen, dass „Intransparenz“ herrsche, weil nur noch „mit Twitter und Facebook“ regiert werde, dass Pfeifenbläser wie der mutige Ed und die tapfere Chelsey mit Spionagegesetzen von 1917 verfolgt werden, „Mitarbeiter eingeschüchtert“ und „abgehört“ und insgesamt ein „Klima der Angst“ herrsche. Schwere Vorwürfe, zumal wenn man bedenkt, dass den Herolden als „vierte Säule“ der Demokratie ja eine eminent wichtige, staatstragende Rolle zukommt.
Dass König Donald angesichts dieses Sündenregisters natürlich gleich wieder „Fake News“ rufen würde, wäre absehbar. In diesem Fall allerdings auch berechtigt, den der Vorwurf so aggressiv wie sein Vorgänger „Tricky Dick“ Nixon gegen die Gilde der Herolde vorzugehen war nicht gegen ihn gerichtet: es handelte sich um das Sündenregister von Obama aus dem Jahr 2013. Wenn es auch auf Donald zutrifft, der wegen seiner Zwitscherleidenschaft sogar schon mit „Heil Twittler!“ verspottet wurde, wenn der neue König sich also gegenüber den Herolden kaum anders gebärdet als der alte, warum sorgt er jetzt für so gewaltige Empörung und apokalyptische Warnungen vor einer in Dunkelheit sterbenden Demokratie ? Liegt das allein daran, das Donald der Herold-Gilde mit seinen „Fake News“-Salven die permanente Kurzfassung der Leviten liefert, die ihnen einst der große John Swinton las ? Bellen die Hunde nur so laut, weil sie schwer betroffen sind ?
Kriegsverbrecher mit „innerem Rembrandt“
Fast scheint es so, denn zu ihrer Ehrrettung kamen sie jetzt auf die Idee, den unbedarften Ex-König W. zu entmumifizieren und ihn auf dem Kanal NBC zur Verteidigung der „Pressefreiheit“ sagen zu lassen: “Wir brauchen sie, um Leute wie mich zur Verantwortung zu ziehen.” Das Statement wurde dann nicht mit einem Orkan aus der Lachmaschine unterlegt, sondern allen Ernstes weltweit verbreitet, weil ja jeder weiß, dass auf die Unabhängigkeit der Herolde und Lautsprecher jederzeit Verlass ist und sie W., Cheney und Rumsfeld einst massiv für die Lügen zur Verantwortung zogen, mit denen sie zum Irak-Krieg hetzten und eine Million Leichen produzierten. Dass sie heute als Massenmörder und Kriegsverbrecher eingekerkert sind, verdankt sich allein der Unnachgiebigkeit, mit der die Gilde der Herolde ihrer Kontrollfunktion als „vierte Säule“ der Demokratie nachkam und diese Verbrechen aufdeckte und vor Gericht brachte.
Real Game of Thrones: König Donald und die Schwarzkasse der Meister

Der „Sumpf“ in den Tiefen des Königreichs, dem Donald den Kampf angesagt hatte und der jetzt zurückschlug, war ohne Frage das größte Problem, mit dem er seit seinem Amtsantritt zu kämpfen hatte. Die ganze Verwaltung, die Hauptstadt, das Militär und die Polizei sowie natürlich die Meister der Intelligence mit ihren über 60.000 unsichtbaren Mitarbeitern waren seit Jahrzehnten in den Händen der „Yankees“, doch mit Donald war nun ein Außenseiter auf dem Thron gekommen. Zwar aus derselben Elite-Liga, aber aus einem anderen Club, und einer, der in den ersten Wochen seiner Regentschaft gezeigt hatte, dass er seine deutlich andere Spielweise nicht ohne Weiteres aufgeben will. Insofern konnte sich Donald der Loyalität seines Apparats keineswegs sicher sein, was die Operation, die zum Rücktritt seines Sicherheitsberaters General Flynn eingefädelt worden war, schon deutlich gezeigt hatte.
Dass Donalds Vorhaben, mit dem Ultrabösen „klar zu kommen“ und gemeinsam das Wickelmützen-Kalifat ISIS zu erledigen, der Grund für die Meister der Intelligence war, seinen wichtigsten Berater abzuservieren, war ja schon ebenso vermutet worden wie die Möglichkeit, dass es sich bei diesem mysteriösen Blitzrücktritt um eine raffinierte Falle handeln könnte, die Donald und der General den Meistern gestellt haben. Um die Lecks in den Tiefen und die dienstbaren Herolde und Lautsprecher zu identifizieren, die sie an die Öffentlichkeit tragen.
Eine merkwürdige Koinzidenz hat da jetzt für ein wenig konkretere Hinweise gesorgt: die Lecks erfolgten einen Tag, nachdem Donald eine „Executive Order“ zur Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels, Menschenhandels und der internationalen Kriminalität erlassen hatte – und General Flynn das Finanzministerium zu Sanktionen gegen ein Geldwäsche,- und Rauschgiftsyndikat in Venezuela aufgefordert hatte, dem einer seiner Mitarbeiter, Robin Towley, auf die Spur gekommen war. Diesem wurde dann umgehend die Unbedenklichkeit zur Mitarbeit im Sicherheitsrat verweigert, was manche Beobachter darauf zurückführen, dass er mit seinen Recherchen der CIA, einem der mächtigsten unter den insgesamt 17 Orden der Meister der Intelligence, in die Quere gekommen sei.
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Real Game of Thrones: King Donald vs. Deep State – Der „Sumpf“ schlägt zurück
Die Gilde der Herolde und Lautsprecher hatte sich über König Donald einmal mehr mächtig erregt, weil er sie als “Feinde des Volkes” bezeichnet hatte. Aber die Leute im Königreich, vor allem jene auf dem flachen Land, die ihn gewählt hatten, stimmten Donald durchaus zu. Sie hatten sich ja schon während des Wahlkampfs nicht umfassend und neutral, sondern nur sehr einseitig informiert gefühlt und waren den Empfehlungen nahezu sämtlicher Lautsprecher, die sich allesamt für Hillary aussprachen, nicht gefolgt. Die Gilde hatte aus diesem Verlust von Vertrauen und Glaubwürdigkeit keine Konsequenzen gezogen, außer einigen alternativen Herolden und auch Donald selbst die Verbreitung von Lügen, die sie “Fake News” nannten, vorzuwerfen. Davon seien die Massen verwirrt worden und hätten den Verkündigungen der Gilde, bei denen es sich stets um die reine Wahrheit handelt, keinen Glauben geschenkt.
Nun hatte man Wahlveranstaltungen im exzeptionalistischen Königreich wegen der Bausicherheit schon seit langem ins Freie verlegt, weil sich wegen der zahlreichen Lügen und falschen Versprechungen regelmäßig die Balken bogen. “Fake News” waren also keineswegs etwas Neuartiges und in den Kämpfen um den Thron durchaus an der Tagesordnung; dass Kandidaten sich gegenseitig Lügen vorwarfen, nachwiesen, um die Ohren schlugen, war selbstverständlich, üble Nachrede gehörte gleichsam zum guten Ton.
“Donald der Dünnhäutige” und die kindischen Herolde
Dass Donald in dieser Beziehung neue Maßstäbe gesetzt hatte, war ihm oft angekreidet worden und nach seiner Inauguration schlug er dann zurück, als er einen Herold von “CNN” mit der Bemerkung abwies: “You Are Fake News!” – weil sie den Gerüchten über angeblichen Donald-Orgien in der Hauptstadt des Ultrabösen eine Bühne geboten hatten. Mittlerweile aber, so teilte er dem bei einer Konferenz erneut fragenden CNN-Herold mit, habe er seine Meinung geändert: “You Are Very Fake News!” Und zwitscherte gleich noch hinterher, dass sich New York Times, ABC, NBC und CBS auch angesprochen fühlen dürfen.
Real Game of Thrones: Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach
Im exzeptionalistischen Königreich, dessen disruptive Entwicklung wir in dieser Chronik aufzeichnen, scheint immer noch ein unsichtbarer Krieg zwischen der Regierung von König Donald und den Meistern der Intelligence zu toben – und niemand weiß in welche Richtung sich das Ganze entwickelt. Vor langer Zeit, als noch ein Eiserner Vorhang die Welt teilte, und niemand genau wusste, was auf der anderen Seite vor sich ging, gab es eine Wissenschaft, die zu ergründen versuchte, welche Politik und welche Pläne in der dunklen Burg der Hauptstadt Moskau ausgeheckt wurden. Diese Wissenschaft nannte sich “Kreml-Astrologie” und versuchte ähnlich wie die Sterndeuter anhand von Konstellationen und Bewegungen am Himmel die Zukunft zu deuten – anhand von Äußerungen und Launen der Kreml-Mitarbeiter, die man “Apparatschiks” nannte. Seit mit König Donald jetzt ein scheinbar unberechenbarer Außenseiter auf dem Thron gelandet ist, existiert im exzeptionalistischen Königreich nun die Wissenschaft der “White House Astrologie” – der Versuch, aus Donalds kryptischen Zwitschernachrichten und anderen Kleinigkeiten seine nächsten politischen Schritte zu enträtseln.
Dass die in den Tiefen des Reichs bei den Meistern der Intelligence beheimateten Kreml-Astrologen seinerzeit keinen blassen Schimmer davon hatten, dass das Objekt ihrer Analysen, das sie “das Reich des Bösen” nannten, zusammenbrach und sie erst davon Wind bekamen, als die Berliner Mauer fiel, hatte das Vertrauen in die prophetischen Kompetenzen der Meister nachhaltig erschüttert. Um davon abzulenken und ihre Inkompetenz zu kompensieren hatten sie sich dann umso eifriger daran gemacht, in diesem Reich eine willfährige Marionette als König zu installieren und waren sehr stolz, als ihnen das gelungen war. Mit König Boris, den man den “Wodka-Container” nannte, hatten sie einen geradezu perfekten Kandidaten für ihre Zwecke gefunden.
Wie aus dem kooperativen Wladimir der aggressive Ultraböse wurde
Diese Zwecke bestanden natürlich vor allem darin, an die Schätze des ehemaligen “Reich des Bösen” zu kommen, das ja eigentlich gar nicht böse war, sondern im Gegenteil über die größten Mineralien-Reserven der Welt verfügte. Öl, Gas, Metalle, seltene Erden… ein Drittel aller Rohstoffe der Welt lagen unter seiner Erde und wer – wie das exzeptionalistische Königreich mit seiner “Full Spectrum Dominance” – Doktrin – den ganzen Globus beherrschen wollte, musste diese Schätze irgendwie unter seine Kontrolle bekommen. Sie lagerten vor allem in einer Region, die man die “sibirische Schatztruhe” nannte und kaum erschlossen war. Da König Boris aber keinerlei Geld hatte, die notwendigen Bergwerke und Bohrtürme zu errichten, schlugen die Exzeptionalisten ihm einen Deal vor: wir stellen dir alle Förderanlagen hin, sie kosten dich keine Kopeke. Als Gegenleistung wollen wir 25 Jahre lang Öl und Gas fördern, danach gehören die Anlagen dir. Weil sie aber so furchtbar teuer sind, können wir in dieser Zeit keinen Cent für das Öl zahlen.
Da König Boris ständig benebelt war unterschrieb er den Vertrag. Und weil er nicht rechnen konnte, lies er sich bei diesem Deal gnadenlos über den Tisch ziehen. Nachdem ihn dann der viele Wodka völlig unzurechnungsfähig gemacht hatte, wurde ein neuer König gebraucht und mit Wladimir, den man auch “Putin” nannte, kam ein recht unbeschriebenes Blatt auf den Thron. Man wusste eigentlich nur, dass er im Osten des damals noch geteilten Reichs der heutigen Königin Angela als Agent eingesetzt war und dort – wie einst Angela als sogenannte “FDJ Sekretärin für Propaganda” – dem Ostherrscher Erich I. gedient hatte.
Da Arbeit für die Meister der Intelligence in allen Ländern als geeignete Voraussetzung für höhere Staatsämter gilt, wurde Wladimir nach seiner Thronbesteigung allgemein als geeigneter und fähiger König akzeptiert, auch von den Vertretern und Kaufmännern des exzeptionalistischen Königreichs, die beflissen ihre Zusammenarbeit anboten. Doch diese Sympathie währte nicht lange, denn als Waldimir die Verträge entdeckte, die unter dem benebelten Boris gemacht worden waren, traute er seinen Augen kaum. Sie verpflichteten ihn, die Rohstoffe seines Reichs ein Vierteljahrhundert lang zu verschenken, um am Ende ein paar verrostete Fördertürme über leergepumpten Quellen dafür zu bekommen.Continue reading →
Coup d’état in America
Im Mai 2017 hätte John F. Kennedy seinen 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass wird mein Buch “JFK – Staatsstreich in Amerika” Anfang kommenden Monats in einer erweiterten Neuauflage herauskommen. Nicht nur das Jubiläum, auch die Lage der Nation und der Welt nach der Wahl von Donald Trump, der sich ähnlich wie JFK in einem Kampf mit den Geheimdiensten befindet, machen die Präsidentschaft Kennedys und die Hintergründe seiner Ermordung in besonderer Weise interessant.
Zudem werden im Oktober 2017 die letzten noch immer geheim gehaltenen Akten in Zusammenhang mit dem Attentat freigegeben, um deren Einsicht Historiker sich seit Jahrzehnten vergeblich bemüht haben: insgesamt über 3.500 Dokumente und über 35.000 Seiten, die bisher nur in redigierter Form zugänglich waren. Dass irgendwo in diesen Akten in einer übersehenen Notiz die entscheidende “smoking gun” gefunden wird, erwartet zwar niemand, doch die Personalakten und Tätigkeitsberichte einiger CIA-Leute, die im Umfeld der Ermordung und des angeblichen Einzeltäters Lee Harvey Oswald tätig waren, dürften weitere wichtige Puzzlesteine liefern. Zu einer anhand von Fakten schon gut sehr dokumentierten Gesamtschau, in der JFK nicht zum Opfer eines einsamen Irren wurden, sondern eines Verrats und eines Putschs aus den Tiefen seines eigenen Staats. Deshalb habe ich dem Buch 2013 den Titel “Staatsstreich in Amerika” gegegeben – und denselben Titel wählte unlängst einer der führenden forensischen Pathologen der USA, Cyril Wecht, in einem Vortrag, in dessen Zentrum die “magische Kugel” steht, die nach offizieller Geschichtsschreibung den Präsidenten getötet und dem vor ihm sitzenden Gouverneur ein halbes Dutzend Verletzungen beigebracht haben soll: A “Coup d’état in America”.
Mathias Bröckers: JFK – Staatsstreich in Amerika, aktualisierte Neuausgabe, Westend Verlag, 304 Seiten, 18,00 Euro (lieferbar ab 1. März)
Real Game of Thrones: Die Meister der Intelligence nehmen König Donald an die Kandare
König Donalds Einreiseverbot erregt im exzeptionalistischen Königreich zwar weiterhin die Gemüter, doch von all den Dekreten, die in den ersten Wochen erlassen wurden, stößt der “Bann” auf die größte Zustimmung im Land: 55 % der Einwohner stimmen ihm zu, was Donald natürlich sofort zwitscherte. Auch wenn er zuvor oft davor warnte, der Gilde der Demoskopen und Kaffeesatzleser Glauben zu schenken – und damit, was die Prophezeiungen des Wahlausgangs betrifft, ziemlich recht hatte – wäre es natürlich wieder mal “typisch Donald”, dass er sich die Fake News einer für ihn positiven Umfrage eitel an die Twitter-Brust heftet.
Doch in diesem Fall scheint es sich nicht um einen Fake , sondern um ein durchaus realistisches Meinungsbild zu handeln und es trifft nicht nur auf das exzeptionalistische Königreich zu, sondern auch auf Europa. Dort war die Bevölkerung in zahlreichen Königreichen danach gefragt worden – noch bevor Donalds Bann weltweit Schlagzeilen machte – ob die Immigration aus muslimischen Ländern gestoppt werden solle und brachte ein ähnliches Ergebnis: 55 % stimmten dafür. Auf besonders hohe Zustimmung brachte es dabei wenig überraschend das Königreich Polen, dass sich ja ohnehin – von Wladimir, von Angela, vom Rest der Welt – notorisch bedroht fühlt: 71 % dort haben Angst vor dem Moslem. Auch unter den Österreichern, die zuletzt vor 300 Jahren von den Osmanen belagert wurden, fürchten sich noch immer fast zwei Drittel (65%), ähnlich sieht es in Ungarn und Belgien aus und in Frankreich (61%), Griechenland (58%) und Deutschland (53%) wenig besser.
Nun ist solche Xenophobie nichts worüber man sich freuen könnte, aber sie ist offensichtlich real und es hilft wenig, diese Leute als einen Haufen bedauernswerte Deppen zu bezeichnen, wie Hillary es im Wahlkampf getan hat. Ebenso wenig hilfreich scheint, sie allesamt als “Nazis” oder “Faschisten” abzustempeln, die sich jetzt mit König Donald einen passenden Führer gewählt zu haben, der nun nur noch auf eine Art Reichtagsbrand wartet, um eine Diktatur zu errichten. Sowie den nächsten Weltkrieg zu beginnen, weil seinem Einflüsterer Steve “Darth Vader” Bannon der Sinn danach steht und König Donald genau nach dem Drehbuch vorgehen würde, nach dem einst der blutrünstige Adolf, den man den “Führer” nannte, sein Regime errichtete und in den Krieg zog. Da das exzeptionalistische Königreich kaum mit der Weimarer Republik vergleichbar ist, scheinen solche Deutungen aber eher alarmistisch als realistisch, zumal König Donald trotz seiner “Anti-Establishment”-Parolen ja Teil desselben ist und einen Teufel tun wird, es zu stürzen.
Dass Donald sich in den Tiefen des Königreichs mit den Vampiren der Schatzkammern, die auch “Wall Street” genannt wurden, offenbar geeinigt hatte und mehr als ein halbes Dutzend “Goldmänner” in seine Regierung berief, hatten wir schon berichtet. Den unsichtbaren Meistern der Intelligence war das aber offensichtlich noch nicht genug, denn nun sorgten sie dafür, dass König Donald seinem wichtigsten Sicherheitsberater, General Flynn, sein berühmtes “You Are Fired!” zurufen mußte (bzw. seinen “Rücktritt” annahm) – und damit nicht nur in Sachen Finanzen, sondern auch in der Kriegspolitik beigebogen wurde.
General Flynn war als Großmeister der militärischen Intelligence von König Obama gefeuert worden, weil er verhindern wollte, dass sich die salafistischen Allierten des exzeptionalistischen Königreichs ihr eigenes “Kalifat” in Syrien und Irak aufbauen. Obama und Hillary aber hatten nichts gegen die terroristischen Wickelmützen und ihren Staat, der ISIS genannt wurde, weil er ihnen im Krieg gegen König Assad nützlich erschien. Weil König Donald aber “ISIS” als größte Gefahr und deren Beseitigung als dringendste Herausforderung ansah, hatte er mit Großmeister Flynn einen Chefberater gewählt, der das Problem lösen wollte – in Zusammenarbeit mit dem ultrabösen Wladimir. Dies schien vielen im Königreich und auch anderswo als sinnvolles Vorgehen, denn im Team hätten Don und Wlad den Terrorstaat in Nullkommanichts erledigt. Aber daraus wird jetzt wohl nichts, denn die unsichtbaren Meister der Intelligence haben anderes im Sinn.
Die Beseitigung des Chefstrategen
Im ersten Schritt beseitigten sie nun Donalds Chefstrategen. Sie hörten seine Telefonate ab und stellten ihm eine Falle. Flynn hatte vor Donalds Thronbesteigung mehrfach mit dem Botschafter des Ultrabösen telefoniert und davon dem Vizekönig Mike nur unvollständig berichtet. Die Meister stachen dann eine Abschrift der Telefonate an den Justizminister und die Herolde der “Washington Post” durch. General Flynn hatte gar nichts Illegales getan, aber jetzt konnte man beweisen, dass er seine Vorgesetzten nicht umfassend informiert hatte und das reichte, ihn als “Sicherheitsrisiko” zum Rücktritt zu zwingen. Aber sollte nicht ein nationaler Sicherheitsberater auch schon vor Amtsantritt Kontakte pflegen und gehört diplomatischer Kontakt auch mit dem Reich des Ultrabösen nicht sowieso zu seinen Aufgaben ? Selbstverständlich, doch darum geht es bei diesem “Skandal” ja auch gar nicht, der unter normalen Umständen gar keiner wäre und einen König nicht veranlasst hätte, sich seines wichtigsten Strategen nach kaum drei Wochen zu entledigen.
Welcher Druck Donald dazu veranlasst hat, eine Säule seiner Außenpolitik so einfach fallen zu lassen, ist derzeit noch unklar, die Lappalie dieser Gespräche aber war es sicher nicht. Sie stellte nur neue Munition bereit, für weitere flächendeckende Bombardements mit den Fake News, nach denen König Donald ja nur durch die Hilfe des Ultrabösen den Thron erobert hätte und eine Marionette von Wladimirs Gnaden sei. Wie an den “heimlichen ” Kontakten Flynns mit dem Botschafter ja wieder mal klar zu sehen. In Vorbereitung dieses neuerlichen Shitstorms hatten die Meister der Intelligence in den Tagen zuvor schon ihr altes Pipifax-Gerücht über Donalds angebliche Orgien in der Hauptstadt des Ultrabösen reaktiviert. Diese Faxen hatte Donald vielleicht einfach nur dicke… wie auch immer, in Sachen Wladimir mit dem er bis vor Kurzem noch “klar kommen” wollte, fordert jetzt sein Sprecher den Ultrabösen auf, die Halbinsel Krim an die Ukraine zurück zu geben. Dass er auch den Papst aufforderte, zum 500. Reformationsjubiläum evangelisch zu werden ist zwar Fake News, aber etwa genauso wahrscheinlich.
Obwohl es also scheint, als ob König Donald an entscheidenden Punkten in kürzester Zeit an die Kandare genommen werden konnte und die Meister der Intelligence ihm gezeigt haben, wer Herr im Hause ist und wo der Hase lang zu laufen hat, sorgt seine angebliche Unberechenbarkeit an anderer Stelle für Furore: überall im Königreich entwickeln sich Wetten auf beziehungsweise gegen Donald zum neuen Volkssport. Wer darauf wettet, dass er wegen geheimer Absprachen mit dem Ultrabösen angeklagt wird, kann seinen Einsatz verfünfachen, ein Friedennobelpreis für Donald schlägt mit dem Hundertfachen zu Buche. Die Wette, dass er seine erste Amtszeit nicht übersteht, ist dagegen deutlich weniger lukrativ, ebenso wie eine auf seine Wiederwahl 2020. Hier allerdings gibt es neue Bewegung, denn schon zeichnet sich eine Gegenkandidatur ab, nicht von King Bernie, den die Clinton-Gang rausmobbte und der in vier Jahren schon zu alt sein dürfte, auch nicht von Prinzessin Tulsi, der demokratischen Kandidatin der Herzen, sondern von niemanden anderem als der alten Schreckschraube Hillary. Die Leute im exzeptionalistischen Königreich konnten es kaum fassen und die ersten stellten sich schon mal darauf ein, Donald nicht nur vier, sondern ganze acht Jahre ertragen zu müssen…
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