I can hear music

Ich war 11  oder 12  als ich das erste Mal “Barbara Ann” hörte und sofort “Beach Boys” Fan wurde. Zum Geburtstag schenkte man sich unter Freunden damals gern eine Single und ich hatte bald neben den Odeon-grünen (Beatles) und den Decca-roten (Stones) auch einige der Capitol-violetten: “I can hear music”, “I Get Around”  und natürlich den Jahrhundert-Song “Good Vibrations”  Jetzt feiern die Beach Boys feiern ihr 50-jähriges Band- Jubiläum – und die alten Männer singen immer noch wunderschön. Der “Rolling Stone” hat eine (wg. der hiesigen  GEMA-Schutzgeld-Eintreibung nur teilweise anzuschauende) Videosammlung aus 50 Jahren zusammengestellt.

Etwas später, aber seitdem immer wieder, kam für mich dann Neil Young mit der großartigen ersten “Crazy Horse”-LP,  mit  Cowgirl in the Sand  und dem phänomenalen Down by the river.  Jetzt haben die verrückten alten Gäule sich wieder zusammengetan und einen Platte aufgenommen. Neil Young hat auf seiner Website schon mal eine  37-minütige Jam-Session eingestellt, wer Crazy Horse mag (oder Youngs filmmusikalische Begleitung Johnny Depps in Jim Jarmuschs “Dead Man”) wird sich sofort zu Hause fühlen.

458 Songs hat Bob Dylan bis dato veröffentlicht und ein Finale seiner Never Ending Tour ist nicht abzusehen. 76 Cover-Versionen seiner Songs sind jetzt in einem 4-CD-Album zum 50. Geburtstag von Amnesty International erschienen: “Chimes of Freedom The Songs of Bob Dylan – Honouring 50 Years of Amesty International”. Eine beeindruckende Schar der verschiedensten Musiker ehrt den Shakespeare der Popmusik – hier kann man in die lange Liste schon mal reinhören – und die Organisation, die sich für die Gefangenen in aller Welt einsetzt: “Chimes of Freedom is dedicated to people worldwide who are unjustly imprisoned or threatened for the peaceful expression of their beliefs”

Wenn man vom Blues des mythischen Robert Johnson (1935) über die Rock’n Roll-Gitarre eines  Chuck Berry (Johnny B Goode , 1958) eine Linie bis heute zieht, kann man hören, wieviel die heutige Popmusik diesen beiden Ur-Genies verdankt – ganze Generationen von Musikern haben von ihren Inspirationen gelebt und die Varianten der von ihnen erfundenen Licks und Riffs begeistern noch immer Generationen von Hörern. Und keineswegs nur Ältere wie mich, die Ende der 70er erstmal mit der Nase rümpften (“Teenie-Mukke” ) als der kleine Bruder mit AC/DC ankam – bis ich sie zum ersten Mal live sah und vor den  Young-Brüdern an der Gitarre als legitimen Erben dieser Tradition den Hut ziehen mußte. Wie lebendig dieser klassische Rock’n Roll immer noch ist, zeigten drei Konzerte , die AC/DC 2009 im ausverkauften River Plate Stadion in Buenos Aires spielten. Auch wer Stadion-Rock eher furchtbar findet und Rock’n Roll für tot hält, kann sich angesichts von 70.000 entfesselten Argentinos hier eines bessern belehren lassen:  AC/DCs Rock’n Roll Train  rollt immer noch. Da bleibt nur: schnell aussteigen oder voll aufdrehen.

13 Comments

  1. zum thema gema

    vllt neige ich zur übertreibung, aber ich definiere demokratie damit, dass man die herrscher und deren institutionen wegbekommt, wenn man keinen bock mehr auf sie hat es sei denn sie sind vernünftig (wie etwa steuern um einen ausgleich zwischen sehr reich und arm zu schaffen) aber wie sieht es denn aus? alle hassen die gema, gez und die anderen parasiten OHNE dass hier irgendwas vernünftiges FÜR DIE gesellschaft passiert. nichts!

    und da wir diese wegelagerer a la Fiskus (wer bei den reichen steuern eintreibt landet in der klappsmühle!) gez oder gema wie die kletten nicht losbekommen obwohl die wirklich NIEMAND mag und nichts bringen — deshalb sind wir keine demokratie!

    aber zum eigentlichen thema: ist zwar alles “vor meiner zeit”, aber hin und wieder so ein oldie mag ich auch 🙂

     
  2. Die Argentinier sind ja für ihren derben und furchtbaren Geschmack bekannt. Im River Plate Stadion gastierten bereits unter Applaus und anderen Salven :Tote Hosen, Rolling Stones und die politischen Gefangene der Militär-Junta 76-83

    Amnesty war damals zur Stelle, nur wie sieht es heute mit den “Prisoners of Rock’n Roll” aus?
    …LoL

    “I can hear music” ist ein liebenswertes Looking-Back Statement, ungefähr so aufregend wie ein Trümmerteil der Maschine in der Otis Redding abgestürzt ist oder die Badewanne in der Jim Morrison lag.

    “Bop till you drop”(Ry Cooder) muss sich von Nostalgie frei halten, dem Hier und Jetzt den Stempel aufdrücken, was meistens fabelhaft gelingt:

    “Wer Rock’n Roll für tot hält, kann sich angesichts von 700..plus ? gefesselten Taxi-Fahrern und By-Standern aus Irak und Afghanistan hier eines Besseren belehren lassen”:
    Rock’n Roll will never die in Orange Suit City
    http://www.spiegel.de/international/world/0,1518,672177,00.html

    Aus diesem Rock’n Roll-Train will Musik-Fan Barack Hussein Obama bekanntlich gar nicht erst aussteigen. Seine Lieblinge: “Miles Davis,
    John Coltrane, Bob Dylan, Stevie Wonder, Johann Sebastian Bach (cello suites), Fugees” laut Facebook

    Schnell ausgestiegen ist noch Mit-AC/DC-Fan und Ex-Heimatschützer Karl-Theodor zu Guttenberg
    http://www.welt.de/kultur/musik/article12760347/Warum-Guttenberg-am-Ende-nicht-AC-DC-hoeren-will.html

    Wenn’s um knackige “Vorwärtsverteidigung” geht, geht die GENERATION KILL natürlich keine faulen Kompromisse ein mit Seichtheimern der Flower-Children oder Altback wie AC/DC
    http://www.youtube.com/watch?v=3y_5vxM8PYM

    “The Music-Business is just a subversive Whore
    that downgraded a whole Generation”
    Billy Joel

    Anspiel-Tipp: Öfter mal die B-Seite auflegen
    Nicht unbedingt Chart-verdächtig, aber zum Capitol-violetten Anlaufen durchaus geeignet
    Illuminaten, Rock’n Roll und Mind-Control
    http://www.illuminati-news.com/rock_and_mc.htm

     
  3. In den Chor der Euphoriker stimme ich nicht mit
    ein Herr Broeckers.Das Zappa-Verdikt gilt immer
    noch:An Rock’n’Roll ist nichts echt!!!!!!!!!!!

     
  4. … fühle ich mich bemüßigt, den an sich von mir als prima empfundenen Kommentar von roc etwas auszugleichen, indem ich feststelle, dass dieser kleine, durchaus willkommene und entspannte sonntagsausflug für mich nichts von verlogener nostalgie hatte …
    … vielleicht ist tatsächlich nichts echtes an “rock’n’roll” – aber an den zeilen und noten, die so mancher poet in diesen topf geschmissen hat und sicherlich auch noch weiter schmeissen wird, selbstlos oder nicht, war (bzw. wird) gelegentlich mordsmäßig was dran (sein).
    “don’t follow leaders – watch for parkin’ meters!”

     
  5. Hm, die Beach Boys fand ich immer eher ätzend. Dann schon eher David Bowie, Fleetwood Mac, Electric Light Orchestra (ELDORADO!!!!!!!!!!)

     
  6. so lange sich Leute darüber aufregen, dass andere, nicht mal für ihr Studium und/oder der Wissenschaft, Ideen benutzen können, die sogar im Internet abgedruckt sind, muss man sich nicht über GEMA und andere Copyrightler aufregen.

    Da es Leute gibt, die weiterhin glauben mit ihrem erbährmlichen Geistigen-Eigentum Kohle zu machen, glauben sie es beschützen zu müssen. Traurig…

    ich erinnere nur unseren Super-Brain und seine Ansprache zu Guttis Doktor Titel. will er wahrschienlich nicht wahrhaben. Aber da hat er wieder mal das NeonKlo verteidigt, wärend Gutti den Piraten gemacht hat. Kopieren ist gut. Immer. Basta!

    aber ist ja nicht neues. Unser Problem sind unsere Idioten. Nur haben es leider unsere Idioten es noch nicht erkannt…. ich hab da wenig Hoffnung, dass sie es noch schnallen. Hätte aber auch nicht mehr viel zu lachen, wenn sie es täten.

    in diese Sinne. Rock on Bröckers!

     
  7. Danke für den Link zu dem AC/DC Auftritt im River Plate, der ja fast komplett auf youtube zu sehen ist. Man muß diesen Altmeistern echt Tribut zollen – 40 Jahre on stage & still going strong!

    Dass – egal was hier erscheint – irgendwer mit einer Mega-VT angewackelt kommmt, wie dann auch prompt der Mumpitz von der okkult gesteuerten “satanischen” Rockmusik,… ist wohl unvermeidlich. Hat niemand die ganzen Teufelshörnchen bei AC/DC gesehen – na also, da haben wir’s doch!

    Dass das Musikbusiness eine Hure ist und die Kids an der Nase rumführt – geschenkt. Deshalb bin ich gegen ACTA, SOPA und den ganzen Contenmafia-Terror – und für die Freiheit der Wahl im Netz plus Kulturflatrate statt Kirchensteuer.

    Was das Zappa Verdikt zu Rock’n Roll betrifft: steile These, aber falsch. Zappa war in meinen Ohren immer gerade dann gut, wenn er “Rock” gespielt hat – sein ganzes Modern Music/Avantgarde-Gegniedel dagegen hätte er sich sparen können. Denn was die Leute bei diesen AC/DC-Auftritten erleben, kann man sehen: Ekstase, Begeisterung, Abfahrt.
    Das kann man nun kulturkritsch als dumpf, regressiv und gefährlich empfinden und fordern, dass doch bitte nur noch erlesene 12-Ton-Musik gespielt wird – aber darauf kann nun mal niemand tanzen !!! So einfach ist das – und so einfach war gute Musik schon immer.

     
  8. Sehe ich auch so, OBI.
    Und ich plädiere für etwas mehr Gelassenheit… “it’s only Rock’n Roll, but I like it…”

     
  9. @roc : Wer bei Whole Lotta Rosie nicht abgeht ist entweder taub, lahm oder inkompetent was Rockmusik angeht. Bzw. einfach nur blöde was mir, mit Verlaub hier zuzutreffen scheint, wenn ich die Vergleiche mit Guantanmo, Obama, Hussein oder Guttenberg nehme. Zumindest ein anderen Nick sollten Sie sich als Musiktroll zulegen…

     
  10. Hallo Obi!Das war ja gerade die Schlitzohrigkeit
    von Zappa,er hat dem Rock-Circus-Affen auch Zu-
    cker gegeben.Ich verweise einmal auf den Titel-
    brown shoes don’t make it-vom zweiten Album”absolu-
    tely free”,da hat Zappa seine eigentlichen Intent-
    ionen bereits manifestiert.De gustibus non est
    disputandum!!!!!!!

     
  11. @ antagonistica84: Gebongt. Kein Disput über Zappa. Hab jahrelang mit einem Zappa-tisten die Wohnung geteilt. Für meine Ohren kam nach Joe’s Garage nichts mehr Hörenswertes – aber davor ne Menge vom Allerfeinsten: Overnight Sensation, Bongo Fury, One Size Fits All, Roxy & Elsewhere…. sehr rockige Musik, und den den Zirkus hat der Meister gleichzeitig gut bedient und verarscht: I am the slime of your radio…

     
  12. Nichts gegen Rock’n Roll etc, nur
    hat sich eigentlich schon mal jemand die Frage gestellt, warum NIEMAND der 67/68 Musikgrößen
    Doors, CSN&Y, Jefferson Airplane, Eagles, Byrds, Beach-Boys, Grateful Dead etc. nach VIETNAM mußte ?

    Es bestand damals allgemeine Wehrpflicht !!

    Aus Vietnam und Goldenem Dreieck kamen die Heavy Drugs, neben der Verarschung des US-Steuerzahlers Kriegsgrund Nr. 1, und die Musiker bereiteten den Boden für die massenweise Akzeptanz von Drogen im Homeland USA mit dem “Have-Fun”-Hedonismus jener Tage…..All by Design.

    Just Business under Military and Bankers Control
    Inside The LC
    http://www.davesweb.cnchost.com/

     

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