16
Oct, 2014

Dahinter steckt oft ein korrupter Kopf

categories Uncategorized    

(Update 24.10.) Dass Udo Ulfkotte in seinem Leben schon eine Menge grauenhaftes Zeug geschrieben hat, konnte  ihn – Hut ab! – nicht hindern, zumindest für einen Teil seines journalistischen Machwerks ein “mea culpa” abzulegen. In seinem jüngsten Werk “Gekaufte Journalisten” berichtet der ehemalige FAZ-Redakteur sehr anschaulich, wie er als junger Journalist anfangs kaum merklich in die transatlantischen Netzwerke eingebettet und dann als “non-official cover” für CIA und BND tätig wurde. Darüberhinaus wird, wer  – wie die geneigten Leser dieses Blogs – die journalistischen Mitglieder der transatlantischen Burschenschaften und schlagenden NATO-Verbindungen halbwegs auf dem Schirm hat, in diesem Buch nicht allzuviel Neues erfahren; wer aber noch nie davon gehört hat, wieviele Lobbyisten dieser Vereine als Journalisten getarnt ihr Unwesen treiben, für den könnte das Buch tatsächlich als augenöffnendes Enthüllungswerk durchgehen. Wobei die zahlreichen Redundanzen dann leider doch ein wenig nerven, was wohl damit zu tun hat, dass der Autor außer dem Bekenntnis und der Geschichte seiner eigene Korrumpierung nichts wirklich Enthüllendes zu bieten hat. Die ist aber brisant genug, um die FAZ-Zentrale am Telefon schwerst rumeiern zu lassen, wie ein niederländischer Journalist erfahren mußte. (Update: Der auf youtube veroeffentlichte Mischnitt ist wg. einer EV der FAZ mittlerweile entfernt.)Das ist verständlich: dass hinter der FAZ nicht nur  kluge, sondern auch korrupte Köpfe stecken ist für das Image nun mal nicht förderlich. Nestbeschmutzer oder Whistleblower konnten noch nie  mit Wohlwollen ihrer ehemaligen Institutionen rechnen – dank des Internets funktioniert frerilich die bewährte Methode des Totschweigens heute nicht mehr. Ulfkottes Buch ist bereits ein Bestseller und wird mit dafür sorgen, dass die “Zeitungskrise” sich weiter verschärfen wird – und das nicht weil immer mehr Leute ins Netz gehen statt auf Papier zu lesen, sondern weil diese Krise eine des Journalismus ist, der seine Glaubwürdigkeit  – auch und gerade bei den sog. “Qualitätszeitungen” – zusehends verspielt.

 

Update: Stefan Niggemeier hat auf der neuen Plattform “Krautreporter” das Buch einem Faktencheck unterzogen: ” ein Buch voller Übertreibungen, Verdrehungen und Unwahrheiten.”

Kommentare

8 Kommentare zu “Dahinter steckt oft ein korrupter Kopf”

  1. Stefan Miller am 16.10.2014 um 11:08 Uhr 

    die meisten Menschen kommen nie in Kontakt mit irgendwelchen Geheimdiensten. Und wer das tut, der merkt oft gar nicht, mit wem er es zu tun hat. Ich hatte schon mal das Vergnügen und es waren stets nette, entgegenkommende Leute gewesen, die einem Fragen gestelt haben, wo der Kontext einem erst viel später bewußt wurde. Und da ist es schon zu spät, das eigene Verhalten noch zu korrigieren. Von daher kann ich den Ulfkotte schon verstehen, daß er jetzt Angst hat und daß er aussteigen will, denn das ist eindeutig die Absicht. Er fürchtet auch offenbar um sein Leben, daher dieser Auftritt. Ich sehe darin auch noch was anderes: vieles, was ich früher bereits kritisch gelesen und interpretiert habe muß ich jetzt nochmal überdenken, denn auch etwas scheinbar was voll gegen den Mainstream war, könnte von einem gekauften Pre$$tituten geschrieben worden sein. Das muß dann nicht zwangsläufig falsch sein, aber zum Interpretieren gehört auch das Einbeziehen vom Kontext und wenn ich vermuten kann, daß die wirkliche Infoquelle CIA oder ähnliches war, dann lese ich etwas völlig anderes zwischen den Zeilen.

     
  2. Stefan am 16.10.2014 um 13:16 Uhr 

    Man mag ja das geistige Umfeld und die politischen Ansichten bestimmter Leute unappetitlich finden, aber das ändert nichts am Wahrheitsgehalt von Feststellungen, die zu leugnen zunehmend lächerlich ist.

    Fakt ist: die unbequemen Wahrheiten werden meist von vermeintlichen “Außenseitern” an den “Rändern” jenseits des Mainstreams ausgesprochen, die wenig zu verlieren haben und deren gesellschaftlicher Ruf sowieso schon “ruiniert” ist. Die etablierten Schlipsträger, Gutverdiener, Günstlinge in Redaktionen, Politkreisen oder Beamtenstuben werden – von großartigen Ausnahmen wie Ellsberg, Snowden abgesehen – das System bis zuletzt stützen, auch um den Preis kompletter
    Realitätsverweigerung. Dieses Prinzip gilt in allen machtbasierten Gesellschaften, war auch in der DDR so. Wir wissen, wie es endete.

    Ulfkotte möchte man totschweigen, andere wie Xavier Naidoo sind dafür zu bekannt. Dann werden sie runtergemacht und aus dem Kreis der Etablierten ausgestoßen.

    http://web.de/magazine/unterhaltung/musik/los-xavier-naidoo-30140648

    Naidoo mag sich zu falschen Leuten gesellt haben, aber seine Feststellung, Deutschland ist nicht souverän, wird dadurch nicht falsch: Wer Snowden trotz seiner Verdienste um die Freiheit nicht aufnimmt, mit der offiziellen Begründung, dass die Beziehungen zu den USA wichtiger sind, ist nicht souverän. Wer zu Sanktionen gegen Russland getrieben wird und damit gegen die Interessen des eigenen Volkes, der eigenen Wirtschaft, des eigenen Staates handelt, ist offensichtlich nicht souverän.

    Die selben Medien, die anderen Nähe zu Rechtspopulisten, Verfassungsfeinden und Verschwörungstheoretikern vorwerfen, haben gleichzeitig kein Problem mit der Unterstützung von Nazis in der Ukraine, mit Vorbereiten und Führen von Angriffskriegen und mit Verschwörungstheorien über angeblich von Russen abgeschossene Flugzeuge.

    Aber auch das ist, anders als man glauben könnte, nicht Beweis für das Irrenhaus Deutschland, sondern für dessen fehlende Souveränität.

     
  3. Josef Gabriel Twickel am 16.10.2014 um 23:16 Uhr 

    Hallo Herr Broeckers,

    Ihr erster link “Gekaufte Journalisten” funktioniert nicht. Es erscheint:
    Not Found, Error 404
    The page you are looking for doesn’t exist.

    Danke für den Hinweis auf Ulfkottes Video und sein Buch !

     
  4. Oli Gulliver am 16.10.2014 um 23:18 Uhr 

    Zunächst freute ich mich, daß endlich Ulfkottes Buch auch von dir bekannt gemacht wird. Aber meine Freude währte nicht lange, denn dein Arschtritt folgte umgehend: „Nüscht neuet.“ Soso, so solidarisch verkehrt man also unter Kollegen, die sich den Luxus einer eigenen Meinung leisten.
    Ulfkotte sieht das’n bißchen anders: „Aber ich kann aufdecken und aufzeigen, was noch kein deutschsprachiger Journalist mit voller Namensnennung aufgezeigt hat: Welche Journalisten in unseren Medien sind korrupt? Wer lässt sich von wem steuern? Wer findet Gefallen an Gefälligkeiten und sucht eine filzig-klebrige Nähe zu Eliten? Welcher Milliardär bezahlt welchem Journalisten Luxusreisen?“
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/massenpanik-bei-den-massenmedien.html

    Und dann hat er auch noch die Kühnheit, daß wir uns mit ihm solidarisch zeigen: „Bitte zeigen Sie sich solidarisch, gründen Sie Solidaritätsgruppen im Kampf für die Wahrheit.“
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/deutschland-ehrliche-journalisten-sind-offenkundig-mangelware.html

    Solidarität, Empathie, Sympathie, dit sind allet sone griechische Fremdwörta, die wo keena so richtich vastehn tut. Jetz sind se ooch noch pleite, die Griechn, und lehm uff unsre Kosten, wa, soweit isset jekommen mitte Solidarität, nee, nee, blos wech damit.

    Aber das ist ja noch Gold dagegen, was sich ein jetzt wohl ehemals linker Sozialdemokrat herausnimmt. Er nimmt u.a. eine fragwürdige und SPD-kränkende Fußnote zum Vorwand, das ganze Ulfkotte-Buch in die Tonne zu treten: http://www.nachdenkseiten.de/?p=23539

    Mathias, wenn das nicht besser wird mit euch lieben Kollegen, dann frage ich mich, wieso man euch mehr liebhaben soll als andere Journalisten. Weil ihr die Guten seid? Ach, wenn’s nur das wär, aber ihr haltet euch auch noch für was Besseres. Liebe oder Selbstliebe? Das ist hier die Frage.

     
  5. gernot am 18.10.2014 um 13:23 Uhr 

    ojee, bröckers lobt ulfkotte. wer kommt als nächstes? hörstel, elsässer, mechtersheimer oder armin paul hampel?

     
  6. urks am 20.10.2014 um 19:32 Uhr 

    Josef Gabriel Twickel am 16.10.2014 um 23:16 Uhr
    “Hallo Herr Broeckers, Ihr erster link “Gekaufte Journalisten” funktioniert nicht. ”

    das ist der richtige:
    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3864451434/mathiasbroeck-21

     
  7. M.M. am 21.10.2014 um 10:15 Uhr 

    Wer den Mitschnitt des niederländischen Journlisten noch hören möchte sucht auf http://livingscoop.com nach Ulfkotte und Telefon Interview

     
  8. M.M. am 21.10.2014 um 10:58 Uhr 

    das Interview gibt noch bei DailyMotion com mit den Begriffen FAZ zensiert Ulfkotte

     

Leave a comment!