Wie aus Fakten “Narrative” werden – und umgekehrt.

Anhand des Falles Skripal/Nowitschok haben wir in der Neuausgabe von “Wir sind immer die Guten” aufgezeigt, wie eine unbewiesene Verschwörungstheorie – und nichts anderes ist die These, dass russische Agenten diesen Anschlag verübten – zu einem machtvollen Werkzeug der Realpolitik wird. Was in diesem Fall zu der größten Ausweisungsaktion von Diplomaten seit dem 2. Weltkrieg führte. Auf den  PowerPoint-Folien, mit denen das britische Außenministerium seine europäischen Amtskollegen dazu brachte, reihenweise russische Diplomaten auszuweisen,  werden tatsächliche Beweise werden gar keine vorgebracht – außer, dass das Gift in der Sowjetunion entwickelt wurde. Den Hinweis darauf, dass die Formeln seit Jahrzehnten allgemein bekannt sind und auch andere so ein Gift herstellen können, legten die Briten ihren EU-Kollegen aber nicht vor. Stattdessen folgte eine Litanei von Behauptungen über “russische Aggression” der Vergangenheit, inklusive dem Russiagate-Märchen der “Beeinflussung der US-Wahlen”.  So wurden aus Vermutungen und Verdächtigungen Tatsachen gemacht, aus Gerüchten und Narrativen realpolitisch wirksame Fakten. Funktionieren konnte dieser Trick nur, weil die Großmedien die Fake-Fakten der britischen Regierung  – von Angela Merkel als  “fundierte Analysen” bezeichnet – ohne jede weitere Prüfung übernahmen. Was freilich auch nötig war, denn schon eine oberflächlicher Check mit gesundem Menschenverstand hätte ergeben müssen, dass es sich hier weniger um fundierte Beweise, sondern um vage Verdächtigungen handelt. Aber das passte nicht in das gewünschte Narrativ unter der Parole “Vereint gegen Russland” (“tagesschau”)…

Was aber tun mit realen Fakten, die nicht in diese Story passen ? Auch wenn man sie aus dem Menu der McMedien-Outlets heraushalten kann, verschwinden sie ja nicht einfach und tauchen in allen sozialen Ecken und Blogs weiter auf. Für dieses Problem hat jetzt die Londoner Universität King’s College in einer großen Studie eine Lösung vorgeschlagen: wir nehmen diese realen Fakten und deuten sie in “desinformierende Narrative” um, die von Russland in unsere “porösen” Medien  “inijiziert” wurden. Worum es sich dabei handelt, wird im Anhang der Studie aufgelistet:

  • Großbritannien hat Russland überstürzt beschuldigt, ohne Fakten vorzulegen
  • keine Beweise für Russlands Schuld
  • einseitige westliche Medien befeuern die Spannungen
  • britische Reaktionen sind illegal bzw. nicht ordentlichem Verfahren entsprechend
  • britische Verwendung des Wortes “wahrscheinlich” bedeutet: kein Beweis
  • Großbritannien hindert russische Behörden illegal daran, eigene Staatsbürger zu sehen
  • Ausweisung der Diplomaten durch die USA verstößt gegen internationales Recht
  • USA wollen Gelegenheit nutzen, um europäischen Gasmarkt zu übernehmen
  • Großbritannien hat kein Interesse daran, Spannungen mit Russland abzubauen
  • Russland verlangt Zugang zu Julia Skripal, den Großbritannien verweigert
  • Großbritannien versteckt die Skripals
  • Russland hat kein Motiv für die Vergiftung
  • das verwendete Nowitschok könnte aus einem westlichen Land stammen
  • Großbritannien führt einen Propagandakrieg
  • Großbritannien nutzt die Skripal-Vergiftung, um die Aufmerksamkeit von innenpolitischen Problemen abzulenken

Bei  den meisten Ereignissen auf dieser Liste handelt es sich um Fakten, die kein Beobachter mit einem IQ über Zimmertemperatur ernsthaft bestreiten kann. Doch laut den Experten der Elite-Universität  “King’s College” handelt es sich dabei komplett um Falschmeldungen, die von russischen Medien heimlich eingeschleust werden, um  Verwirrung in unseren Köpfen zu stiften: “Es handelt sich um Tatsachen, die der offiziellen westlichen Seite unangenehm sind, und gegen die man nur wenige oder gar keine Argumente vorbringen kann, da es sich eben großteils um offensichtliche und für jeden erkennbare Wahrheiten handelt. Wer nun solche Wahrheiten zu “Narrativen” erklärt und mit Spekulationen gleichsetzt, dessen Denkvermögen scheint ernsthaft getrübt,”  schreibt Kollege Paul Schreyer in seinem Artikel dazu.  Dass sich auch der “ARD Faktenfinder” dieser Einschätzung anschließt  – Parole: Warum noch recherchieren wenn man passende “Fakten”  zusammenstellen und die unpassenden einfach ausblenden kann – wundert nicht. Was aber immer wieder wundert ist, für wie unsagbar dämlich und hirngewaschen Wissenschaft und Medien ihr Publikum halten müssen, dem sie ernsthaft derartigen Schwachsinn verkaufen.

5 Comments

  1. Grossartig!
    Und nichts bietet so viele Entwicklungsmöglichkeiten wie die Dummheit…

  2. Die Wahrheit, so es sie überhaupt gibt, ist ein schmaler Grat. Natürlich ist es leicht alles andere glaubhaft zu machen, dazu bedarf es keiner Dummheit, weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

    Oder anders: Die Wahrheit zu vermitteln ist unmöglich, alles andere zu vermitteln demnach unvermeidlich. Stimmt das?

    Jedenfalls hat leichtes Spiel dessen Ziel es ist Verwirrung zu stiften – und nur darum geht es. So lange bis niemand mehr irgendetwas als gesichert annehmen kann.

    Mit anderen Worten: totale Zerstörung jeglichen Vertrauens. Vertrauen ist eine Lebensgrundlage, eine Notwendigkeit ohne die es kein Überleben gibt…

    Da kann man halt nix machen.

  3. Man muss jemand nur mit genug Dreck bewerfen, irgendwas bleibt immer hängen! Genau darauf zielen sie ab.

  4. Für mich ist das gesteuerte Verwirrung (Phsychologische Kriegsführung!). Man versucht damit, unentschlossene Bürger für die Sichtweise unserer MSM zu gewinnen. Nach dem Motto wir sind die getriebenen Guten und im Eifer des Gefechts kann schon mal was falsch rüber kommen. Wer sich durch unsere MSM ausreichend gut informiert fühlt und nur selten mit Alternativen Medien beschäftigt, ist für solche Meldungen empfänglich. Derjenige welcher schwankend ist und noch keinen festen Standpunkt hat, wird durch solche vom King’s College verbreiteten Äußerungen vollends verwirrt. Er beginnt zu zweifeln und weiß nicht mehr woran er ist??? Das möchte man mit solchen Meldungen erreichen!!!

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