Der Naturforscher Goethe

Über “Newtons Gespenst und Goethes Polaroid” und warum die Naturforschung Goethes auch nach 200 Jahren noch relevant ist, hatte ich mit Dirk Pohlmann ein im  März einausführliches Gespräch geführt.  Jetzt kann es über das Link unten ganz angeschaut werden,  bisher war es hinter einer Bezahlschranke.  Die gibts auch für das Buch, denn von irgendetwas müssen Autoren ja leben, weshalb ich alle LeserInnen dieses Blogs bitten möchte, auch auf das Link oben zu klicken und das Buch zu bestellen.  Obwohl es auch für Goethe-Kenner wie Dirk Pohlmann einige Überraschungen barg, kann es  für Nicht-Kenner der “Fack ju Goethe”-Generation durchaus als geeignete Einführung gelten. Und weil es als Hardcover gebunden ist und sehr schön aussieht, macht es auch als Geschenk was her.

 

5 Comments

  1. Lieber Herr Broeckers,
    vielleicht auch angebracht wäre, unsere berühmteste Ballade (…?) mal ohne Scheuklappen und hinzugedichtete Fieberphantasien zu lesen. Im Erlkönig geht es um sexuelle Gewalt, das ist der Kern der Sache, alles andere kommt danach. Was sind wir für eine Kultur, die den Mann auf den Dichtersockel stellt, aber noch bis 2010 das Thema tabuisiert und dieses Tabu außer in Einzelfällen, wenn es nicht mehr anders geht, dann aber so was von plakativ, sensationell aufmacht – in unserer Nationalballade davon weiter nichts wissen will. Der arme Vater reitet nachts zum Kinderarzt und zurück. Das Kind halluziniert, warum und worüber ist uninteressant.
    Ä’hnliches gilt für andere Literatudenkmäler, ich habe darüber im RUBIKON unter “Der blinde Fleck” geschrieben. Neben dem Forscher Goethe wären also auch noch diverse Dichter neu zu entdecken, aber das sind dann zwangsläufig bereits wieder Griffe ins Klo, freilich nicht so sehr ins politische. Mal einen neue Form von Verschwörungstheorie.
    Ich stelle mir manchmal vor, wie das wäre, wenn potentielle oder reale Opfer den Code “Erlkönig” für die Täter hätten und kommunizieren könnten.
    Beste Grüße,
    Christian Milz

  2. Lieber Herr Bröckers,
    ich habe das Video mit großem Interesse verfolgt. – Ja ich denke auch: Um überhaupt noch die Kurve zu kriegen und unseren Planeten nicht gänzlich zu zerstören, müssen wir unserem eigenen Denken und dem vorherrschend materialistischen Weltbild mit seinen gefährlichen blinden Flecken genauer auf den Grund gehen.
    Die neue Biologie, die zurzeit ja einen ähnlichen Wandel durchmacht wie die Physik um 1900, hat ja nicht nur den Systemcharakter der Natur, sondern auch den Geist, die fühlende Innenseite in der Natur, entdeckt. (Dazu hatte ich mal für RUBIKON einen Text gemacht: https://www.rubikon.news/artikel/wir-sind-natur.)

    Übrigens: Ein Autor, der sich systematisch mit der Integration von Geist und Materie befasst hat und in dem Zusammenhang die verschieden Arten von Wissen und Erkenntnis sowie die dazugehörenden Wissenschaftsbereiche in einer einzigen großen Landkarte schlüssig zusammengefasst hat, ist Ken Wilber („Eros, Kosmos, Logos“, Frankfurt/M. 1996).
    Danke für Ihr Buch und einen herzlichen Gruß
    Margit Geilenbrügge

  3. Prof. Bernd Senf aus Berlin nach dem Psychologen Wilhelm Reich und James DeMeo in dessen Psychologieschule und Psychologietradition zur Orgon-Therapie und nach Viktor Schauberger und zu Biomagnetismus und Magnetfeldtherapie und Biophotonen-Therapie nach Prof. Fritz-Albert Popp mit den Biophotonen als Zellsignalen zur Zell-kommunikation und zur “Lebensenergieforschung” und TCM und Ayurveda und auch VWL und psychosozialen Hintergründen nach Silvio Gesell und Helmut Creutz und Prof. Margrit Kennedy und Prof. Wolfgang Berger als Volkswirt und Freiwirt und Philosoph – siehe auch den Anthropologen und Anthroposophen Andreas Delor und seine Websites und Bücher und den Anthropologen David Graeber usw.

    http://www.berndsenf.de Siehe auch “Lebensenergieforschung” zum Orgon/Ki bzw. Chi

    1. Die entscheidende Frage für mich ist: Was können wir für den Wandel hin zu einer zukunftsfähigen, lebensfördernden Kultur von Goethes Natur- und Wissenschaftsverständnis konkret übernehmen? Ein Vorschlag wäre, seine „zarte Empirie“ im Alltag anzuwenden. Das hieße, der Realität und damit „Phänomenen“ wie z.B. einer von industrieller Landwirtschaft zerstörten Landschaft, dem Geschehen auf einem Schlachthof, der Trostlosigkeit und Hässlichkeit unserer Städte … wirklich auf den Grund zu gehen, und, wie Goethe sagt, mit einem sorgfältigen, geduldigen und möglichst urteilsfreien Herangehen „sich mit dem Gegenstand innigst identisch“ zu machen. Anstatt den „Übereilungen eines ungeduldigen Verstands“ zu folgen, „der die Phänomene gern los sein möchte und an ihre Stelle Bilder, Begriffe, ja oft nur Worte einschiebt“.
      Wer das schon mal versucht hat, weiß, dass man nach einer solch tiefen Erfahrung des täglichen, zur Gewohnheit gewordenen Horrors, nicht mehr derselbe ist.

      Eine Methode, die in diesem Sinne arbeitet, ist die von Joseph Beuys erfundene „Soziale Plastik“. („Die Soziale Plastik ist ein Feld des Wandels. Es gibt nur ein Feld des Wandels und niemand befindet sich außerhalb.“) Shelley Sacks, eine Beuys-Schülerin arbeitet nach dieser Methode.

      https://compassioner.com/allgemein/shelley-sacks-im-portraet-wie-auch-kunst-zur-weltrettung-beitraegt/

  4. Ein großartiges Gespräch zweier kongenialer Geister über genau das, worauf es ankommt/schon immer ankam/ankommen wird: a holistic future.
    Sehr empfehlenswert!

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