Fukushima: Tödliches Schweigen

Knapp zweieinhalb Jahr nach dem Desaster in Fukushima und nahezu dauerhaftem Schweigen über die Fortsetzung und Verschärfung der Katastrophe mußte der Betreiber des zerstörten AKWs jetzt zugeben, dass Radioaktivität ins Grundwasser gelangt ist. Die Belastung mit den gefährlichen Isotopen Caesium und Tritium ist mittlerweile höher als in den Tagen nach der Katastrophe. Bis vor kurzem hatte der Betreiber TEPCO noch beteuert, dass die Verseuchung des Grundwassers wegen des Stahl,-und Betonfundaments der Reaktoren unmöglich sei.   Doch es werden Megatonnen verseuchten Wassers täglich in den Pazifik gespült,  was Fukushima zu einem globalen Problem macht – und   TEPCO auch schon lange bekannt war, aber nicht kommuniziert wurde, weil man die Bevölkerung “nicht beunruhigen” wollte. Man läßt sie lieber stillschweigend krepieren – und gewöhnt den Rest der Welt an den perversen Zynismus von Zeilen wie die Überschrift des oben verklinkten Spiegel-Artikels:  “Atomaufsicht will Überwachung verschärfen”. Als ob “Überwachung” die kontinuierliche radioaktive Verseuchung des Ozeans, die technologisch nicht gestoppt werden kann, in irgendeiner Weise verhindern könnte. Doch Vokabeln wie “Überwachung”, “Aufsicht”,  “Sicherheit” usw. tragen zur stetigen Verharmlosung des wachsenden Desasters bei – das bei uns natürlich NIEMALS passieren kann –  und ermöglichen eine unverantwortliche Politik, die in Japan die stillgelegten Reaktoren wieder ans Netz bringen und in der EU zu einem Beschluss führen kann, den Neubau von AKWs nicht zu verbieten, sondern zu fördern. Um diesen von Lobbyisten korrumpierten EU-Bürokraten etwas entgegenzusetzen braucht es statt des Schweigens der Medien nur  Informationen über das Ausmaß der Katastrophe und die erschreckende Realität vor Ort – wie etwa in diesem aktuellen Video über die Geisterstadt Fukushima.

1 Comment

  1. Damals, kurz nach dem Atomunfall, hab ich auf dem Titelblatt einer mir unbekannten Zeitung in der ersten Spalte von links einen Artikel mit der seltsamen Überschrift “Biblische Strafen in Japan” gesehen. Das hat mich schon gewundert. Die Bibel ist doch in diesem Teil der Erde kaum bekannt. Welcher Gott straft da eigentlich? Und warum? Vor allem aber: Was wollte der Dichter uns damit sagen? – War eine Monatszeitung, glaub ich, und hatte irgendwie einen religiösen Hintergrund. Abrahamitisch im weitesten Sinn. Weiß da einer mehr?

     

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