10
Nov, 2010

Die Enzyklopädie des Desasters

categories Uncategorized    

Sie schicken keine Bekennerschreiben. Sie streiten alles ab. Ihre Namen werden uns nichts sagen. Während Bürger in Stuttgart und Bauern im Wendland vor den Fernsehkameras rebellieren, pflegen die Strategen linker Militanz eine neue Unsichtbarkeit. Umso konstanter ist ihre subversive Aktion: Autos brennen, Züge werden gestoppt, Strommasten gefällt, ohne dass die Täter gefasst werden oder dass dafür auch nur eine realistische Chance bestünde.

Doch das ist erst der Anfang: „Nie war das Gefühl eines unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruchs so lebhaft!“ So steht es in „Der kommende Aufstand“, einem französischen Buch, das dieser Tage abseits der Buchhandlungen und Bestsellerlisten stetig an Lesern und Relevanz gewinnt. Glenn Beck, der einflussreiche rechtsanarchistische amerikanische Fernsehprediger, hat schon vor Monaten eine ganze Sendung lang gegen das Werk monologisiert. An britischen und französischen Universitäten wird es als kanonischer Text studiert und besprochen.

In der Frankfuter Allgemeinen am Sonntag  war die ausführliche Rezension von Nils Minkmar schon erschienen, jetzt kann man sie auch online nachlesen: “Seid faul und militant!” Das Buch “L´insurrection qui vient” erschien 2007 in Frankreich und 2009 in englischer Übersetzung, eine deutsche Version  gibt es hier, die deutsche Fassung erschien als Buch im August 2010, Unsichtbares Kommitee: Der kommende Auftstand. :

“Nach Sabotage an einer Eisenbahnstrecke, auf der im November 2008 ein Castortransport mit radioaktivem Material geplant war, wurde es von der französischen Regierung als einziges Beweisstück eines mittlerweile international bekannten »Terrorismusfalls« gehandelt, als ein »Handbuch des Terrorismus« und Vorwand für die skandalöse, z.T. monatelange Inhaftierung von neun Menschen aus dem Dorf Tarnac. Tatsächlich enthält des Buch eine pointierte, situationistisch geprägte Analyse der Reaktionen von Regierungen auf die verschiedenen Unruhen und Volksaufstände in den letzten Jahren. Die brennenden Vorstädte in Frankreich, die Straßengewalt in Griechenland usw. werden von den Regierungen als Gefahr gesehen, die polizeilich und militärisch gebändigt werden müsse, wobei das »Krisenmanagement« die Gesellschaft auch zusammenhalten soll. Für die Autoren dieses Manifests hingegen sind die Revolten revolutionäre Momente, Symptome des Zusammenbruchs der westlichen Demokratien, die sich gegenseitig verstärken und sich ausbreiten. Sie fordern einen Kommunismus, der als »ergebnisoffener« Prozess die Bildung von Kommunen sowie die Restrukturierung der Ökonomie in kleine, lokale Einheiten und plädieren für eine anonyme Position der Unsichtbarkeit.”

Soweit der Klappentext. Was den “ergebnissoffenen” Prozess der Restrukturierung betrifft, teile ich indessen die Befürchtungen des FAZ-Rezensenten, dass  der Sommer der Anarchie nach diesem Aufstand sehr kurz werden könnte, weil die Men in Black von Mafia bis Blackwater übernehmen: “Nach dem kommenden Aufstand kommen die schwarzen Geländewagen”.  Selbst wenn das unsichtbare Autorenkollektiv  – »Nur wir, die in Betonklötzen zur Welt kommen, in Supermärkten Obst pflücken und im Fernsehen nach dem Echo der Welt Ausschau halten, bringen es fertig, geduldig die Enzyklopädie des Desasters zu erstellen.« – also tatsächlich berufen ist, das Desaster  so treffend zu beschreiben,  sind diese Aussichten eher noch finsterer als unsere von Konzernen und Lobbyisten unterminierten Reste des Rechtsstaats.

Kommentare

9 Kommentare zu “Die Enzyklopädie des Desasters”

  1. rockon am 10.11.2010 um 22:40 Uhr 

    “ergebnisoffener Kommunismus” oder “Faschismus mit menschlichem Antlitz”……alles Scheißhausparolen von Armleuchtern, die nicht mitkriegen, dass ihre
    “Bewegung” von A-Z von Agents Provocateurs durchsetzt ist, die im Sold der ” Kreativ Zerstörer”
    stehen….Einzig Verfassungspatriotismus hilft noch dagegen, wobei die EU-Verfassung nicht gemeint ist, sondern unsere Bundesdeutsche.

     
  2. arab am 11.11.2010 um 16:23 Uhr 

    ja stimmt. Der Menschheit ging es nie schlechter als jetzt. ganz bestimmt. Ich hat z.B. gestern Blut in meinen Popeln gehabt. Ganz schlechtes zeichen!

    ausserdem habe ich mit meinen linken Freunden als 14jähriger schon mehr Ärger gemacht als alle französichen Araber und alle deutschen Grünen zusammen.

    ich beobachte genau das Gegenteil. Die Leute machen keinen Ärger. Nicht so wie früher. Ich meine vor Jahrzehnten hat man noch mit dem Gewehr in der Hand und brennenden Barrikaden Wahlkampf gemacht. Und vor gar nicht so langer Zeit, haben wir zum 1. Mai die Schanze in HH in ein Kriegsgebiet verwandelt. Aber irgendwie haben die Leute andere Unterhaltung gefunden. Schade! ICh mag grundloses Ärgermachen. Das ist unser gutes Recht! Mein Hund bellt auch, wenn er Bock hat und nicht unbedingt, wenn jemand vor der Tür steht. Es ist also ganz natürlich.

     
  3. Jörg am 12.11.2010 um 01:21 Uhr 

    @arab
    ” ausserdem habe ich mit meinen linken Freunden als 14jähriger schon mehr Ärger gemacht als alle französischen Araber und alle deutschen Grünen zusammen”

    “14jähriger” – Gib nicht so an: Du bist nie älter als 3 geworden (Gurdjew behauptet, daß viele nicht älter werden als 3 Jahre).

    “meinen linken Freunden” – so ein Schwachsinn! Mit 14 Jahren “linke Freunde”! Und ihr habt euch gegenseitig arbeitsentfremdet die Pickel ausgedrückt, oder was?
    arab, wir leiden hier darunter, daß DU k e i n e Freunde hast und auch keine finden wirst. Dein Charakter ist nicht danach. Leider! Deine Stänkereien, arab, halten wir aus, aber es wäre einfach schöner, wenn Du … sagen wir mal … ne Freundin finden würdest oder … oder .. das irgendwie selbst machst.

    “schon mehr Ärger gemacht als alle französischen Araber und alle deutschen Grünen zusammen”
    ‘Französische Araber’ machen keinen Ärger, Es sind lediglich Jugendliche aus den Vorstädten. Das sind aber auch Migrantenkinder aus “Schwarz”-Afrika vielleicht auch aus der Karibik oder Nachfahren von Asiaten (Vietnam, Kambodscha) und Polynesien.

    “schon mehr Ärger gemacht als … alle deutschen Grünen zusammen”. – Seit wann, bitte sehr machen denn die deutschen GRÜNEN Ärger??? Wie kann man nur so einen Unsinn von sich geben, arab?! Die GRÜNEN machen auch jeden Krieg, jede Streu- oder Uran-Giftbombe und jedes Atomkraftwerk mit! Die GRÜNEN sind eine “FDP für geschlechtlich anders Orientierte”! Und eine FDP macht keinen Ärger, niiiie!

    ====
    Meines Erachtens bewegen wir und auf Verhältnisse wie im Film “Brazil” zu.
    Und Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung von völlig hirnlosen und deshalb sozial vereinsamten Mitbürgern, die nur noch mit Hetz- Schmäh- und Haßausbrüchen in sich das Gefühl vermeintlich sozialer Integration und Partizipation aufkeimen lassen können.

     
  4. Jörg am 12.11.2010 um 01:31 Uhr 

    Die “New world Order”:
    http://infowars.wordpress.com/2010/11/08/nwo-das-unsichtbare-imperium-deutsche-untertitel/

    Das 9-teilige Video wäre perfekt, wenn dort nicht zum Stichwort “Diktatoren” Hugo Chavez und Gadhafi (ja, der ist`n Diktator, aber alle anderen sind schlechter als er)zeigen würden.

     
  5. Jörg am 12.11.2010 um 14:00 Uhr 

    Auch ich halte die Ansicht, man müsse zu Gewalttätigkeiten schreiten, weil sich anderenfalls der Verfall unserer Gesellschaft fortschreitet, für grundfalsch und für eine Falle der Übelwollenden.

    Grundlage einer jeden sozialen Veränderung aber auch einer Korrektur ist das B e w u ß t s e i n !
    Darüber, glaube ich, brauchen wir nicht zu diskutieren.

    Und diese heutige politische Bewußtsein in unser Bürgerschaft ist doch grauslig. Und da jetzt alle nicken, müssen wird darüber jetzt aber doch diskutieren.

    Denn i h r meint die verblödeten Bild- und Spiegelleser. Ich hingegen meine EUCH! Ihr verschließt die Augen und wollt gar nicht die Fragen stellen, die man stellen m u ß , wenn man hinblickt und nicht die Augen verschließt!

    Ich spreche jetzt mal Sie an, sehr geschätzter Herr Bröckers. Wieso stellen Sie und die anderen – die Ihr alle doch durchaus keine primitiven “Bild- und Spiegelleser” seid – nicht die Fragen, die jeder verständige Mensch mit etwas Erfahrung unweigerlich sofort stellen würde?

    Unter mehreren Fragen, die man einfach stellen m u ß , nehme ich nun mal eine bzw. zwei heraus:
    Die erste Frage lautet: “WO BLEIBEN DIE STUDENTENDEMOS?”
    Die zweite – viel wichtigerer – Frage lautet: ” W I E S O F R A G T K E I N E R , “wo bleiben die Studentendemos?”
    Wieso bin ich der einzige der das fragt? Lebe ich hier auf dem Mond, oder was? Sind Ihr denn alle verblödet, oder was?

    Zu Frage1)
    Studenten mögen ja auch einmal wegen ihrer eigenen Uni demonstrieren. Wegen des “Muff von tausend Jahren” oder wegen unzureichender finanzieller Mittel für ihre Uni. Aber seit es Studentenschaften gibt – bei uns seit der preußisch-humbold’schen Bildungsinitiative (“Forschung und Lehre”) – gibt es p o l i t i s c h e Massendemos der Studenten. Auch für politische Ziele, die wir eklig finden: Z. B. die abstoßend deutschtümelnde romantisch-schwülstigen Studentendemos von 1848 (“Wartburg”).
    Aber immerhin gingen die damals auf die Straße!

    Den älteren unter uns sind die Studentendemos der 60er Jahre noch gut in Erinnerung.
    Das heißt: Normaler Weise gehen Studenten schon dann auf die Straße, wenn ihr eigenes Interesse von der konkreten Frage überhaupt nicht berührt wird. Als wir in den 60er Jahren gegen den Vietnamkrieg demonstrierten, hätte uns Vietnam – was das persönliche Interesse anging – an sich völlig egal sein können. Was hatten die monatlichen Überweisungen unsere Eltern mit Vietnam zu tun? Im Gegenteil: Wenn wir mal wieder zuhause waren, drohte nach der ersten stressigen Diskussion am Mittagstisch sogar, daß uns unsere Eltern sogar die monatliche Überweisungen kürzen würden, weil wir (angeblich) “…so kommunistische” Ansichten hätten.

    Oder auch die Demos gegen den Schah von Persien: Für unsere Lebensverhältnis waren doch die Verhältnisse in Persien/Iran total irrelevant!

    Aber die heutigen Studenten gehen nicht mehr für “ideelle” Ziele auf eine Demo. “Ideell” setze ich in Gänsefüßchen, weil diese Ziele eben d u r c h a u s n i c h t “ideell” – oder “abgehoben” – waren, sondern vielmehr den politíschen Kernbereich unseres eigenen Staates betrafen. Unser Verhältnis zum Schah von Persien oder zum Vietnamkrieg betraf unsere eigene Republik u n m i t t e l b a r !

    Aber es kommt ja noch schlimmer: Heutzutage sind Bund, Länder und Kommunen pleite. Und deshalb wurde die Studiengebühren eingeführt. Und was haben unsere Studenten da gejammert, sich die Haare gerauft und das grausame Unrecht beklagt, das ihnen angetan wurde! Und ein paar kleine Demos gab es auch – aber dem nicht DIE Demos!

    Warum sind denn der Bund, die Länder und Kommunen pleite. Sie sind dies wegen der unglaublichen Kosten des Spitzel- und Überwachungsstaates. Ich schätze diese Kosten auf 18 Milliarden € jährlich. Ja, gut, seit 1999 (Überfall auf die Bundesrepublik Jugoslawien) kommen noch die Kosten des deutschen Kriegsstaates hinzu. Aber auf Sicht der letzten 30 Jahre dürfen die Kosten des Spitzel- und Überwachungsstaates nach wie vor bei weitem Überwiegen. Ich schätze die Kosten des Spitzel- und Überwachungsstaates auf 18 Milliarden € jährlich.
    Und dabei dürften gerade die Landeskassen (die für die Studenten allein relevant sind) die Hauptlast tragen. Denn z. B. die zusammengezählten Kosten der LANDESämter für Verfassungsschutz dürften die Kosten dieses einen BUNDESamtes für Verfassungsschutz bei weitem überwiegen.

    Ich sage gar nicht, daß die Studentenschaften so wichtig sind. Was ich sage ist, daß man dort deutlich einen ‘Pickel’ bzw. ein allen deutlich erkennbares ‘Erkrankungsanzeichen’ sieht. Natürlich gibt es noch viel mehr Erkrankungsanzeichen. Aber dieses ist deutlich sichtbar! Und niemand fragt: ‘Was ist denn d a los, was ist der Grund dafür’?

    Noch ein Rat: Wenn ihr das vorstehende beantworten wollt, haltet Euch bitte von denjenigen fern, die sich “68er” nennen. DAS sind nämlich die korrupten Totengräber der 60er Jahre Studentenbewegung. 1968 wurde die Apo aufgelöst und die Notstandsgesetze kamen durch. Kein echter 60er Jahre Student, der alle Sinne beisammen hatte, hätte sich je “68er” genannt!!!!!!
    Allenfalls “67er”: Wegen der Anti-Schah-Demo und die Ermordung Benno Ohnesorgs.

    …. (wird fortgesetzt)

     
  6. gabor am 12.11.2010 um 20:56 Uhr 

    @jörg…. (wird fortgesetzt)…..in den Fall von mir
    Festgefahren, aber ehrlich bis auf die Knochen: Keith Richards tells it like it is
    http://www.randomhouse.de/heyne/
    Die eigene Person grundsätzlich außer Acht lassend, ehrlich bis auf die Knochen und obendrein zutreffend :
    Eustace Mullins tells it like it is
    http://www.rense.com/general82/eust.htm
    Mehr brauchts Du nicht zu wissen, um Dir Deine Fortsetzung zu sparen……Die ADSH-Generation will Links, keine Romane ! 🙂

     
  7. Jörg am 12.11.2010 um 22:51 Uhr 

    (weiter von Jörg am 12.11.2010 um 14:00 Uhr )

    Was ist der Grund dafür, daß wir es unserer Bürgerschaft etliche finden, die mit der Verhältnissen nicht zufrieden sind, aber daß diese Einstellung als ‘politische Stimme’ praktisch vollständig fehlt?
    Oder – am Beispiel der Studenten: Was ist der Grund dafür, daß es sogar im eigenen Interesse der Studenten wäre, gegen den Spitzel- und Überwachungsstaat oder gegen den Kriegsstaat Front zu machen, daß aber die Studenten nicht in der Lage sind, dieses Interesse zu artikulieren?

    Antwort: Der Grund liegt genau darin, daß diese Fähigkeit sich in Form von Gruppen- oder Kollektivbildung zu organisieren, gezielt zerstört oder ‘torpediert’ oder ‘kastriert’ wird.

    Wie geschieht dies?
    Die meisten Leute sind nicht in der Lage, sich eine eigene politische Meinung selbst auszuprägen. Dies durchaus nicht aus Mangel an Intelligenz! Sie müssen sich vielmehr verschiedene Meinung anhören. Und dann wählen sie sich die sie überzeugendste aus . Und dann können sie diese sehr wohl auch fundiert argumentativ vertreten.
    Um die meisten Leute zum Schweigen zu bringen, braucht man also einfach nur die ‘Anbieter’ von Meinungen ausschalten

    Das geschieht heute mit dem massenhaften Einsatz von Spitzeln durch unsere Gestapo-Dienste (Verfassungsschutz-Länder und -Bund, MAD, BND, “Staatsschutz-Abteilungen der Landespolizei).
    Spitzel waren früher dazu da, Informationen zu beschaffen. Das jedoch geht heute aber schon über Abhören, GPS-Peilung des Handys, Ringpeiler, Sammeln von Meinungsäußerung im Internet usw.
    Spitzel haben heut zumeist die Aufgabe zu L e n k e n. Warum ist denn die stinklangweilige NPD in ihrer Führungsetage derart massiv unterwandert (deshalb hat sich ja das Verfassungsgericht geweigert, einen praktisch geschlossen von Staatspitzeln geführten Verein zu verbieten)? Damit die Spitzel LENKEN! Informationen zu sammeln ist lediglich sekundäre Aufgabe.

    Und nicht nur die Führungsetage der stinklangweiligen NPD ist völlig von Spitzeln unterwandert. Selbstverständlich sieht es bei den viel interessanteren Studenten, den ASten den Studentenvereinigung (“Jusos”) usw. nicht anders aus. In den USA brüstet sich einmal – vor nun schon sicherlich mehr als 20 Jahren – ein CIA-Mann damit, daß die CIA mit den für sie arbeitenden Studenten und den für sie arbeitenden Personen aus dem Lehrkörper (Professoren, Assistenten etc.) selbst die bei weiten größte Universität der gesamten USA aufmachen könnte.

    Als der AStA meiner Heimatstadt darüber debattierte, ob man nicht den Staatschutz auffordern solle, mitzuteilen, ob Mitglieder des AStA abgehört würden, ging ich auf dem Unigelände an einem Handzettel verteilenden Stundenten vorbei. Obwohl ich an ihm vorbeischleichen wollte, hielt er mich an und verpaßte mir einen Zettel. Er teilte mir mit, daß er für den ganz neuen Studentenbund “Spartakus” arbeite. Eilig fügte er hinzu, daß es sich nicht um den mir vielleicht noch bekannten “MSB Spartakus” vergangener Zeit handle. Vielmehr sei diese Organisation eine neue trotzkistische Studentenvereinigung. Wo er mich schon angehalten hatte, legte ich los, mit dem was ich auf dem Herzen hatte: Der AStA wollen nun die Polizei fragen, ob seien Mitglieder abgehört würden, teilte ich ihm mit. Viel wichtiger sei es aber – so fügte ich hinzu – doch die Polizei zu fragen, ob sie nicht längst den AStA TOTAL MIT SPITZELN UNTERMINIERT habe!

    Vielleicht wurde ich beim letzten Teil meiner Ausführung (aus Erregung) lauter. Jedenfalls erbleichte dieser Student, dann drehte er sich um und rannte weg – nicht ohne sich beim Weglaufen noch einmal zu mir umzudrehen und mir ein höhnisches Grinsen und eine “sozialistische Faust” zu zeigen.
    Ich war völlig verdattert und brauchte ein paar Momente, bis ich begriff, daß sich dieser Student (zu Unrecht) von mir als Spitzel enttarnt geglaubt hatte.

    Später schlußfolgerte ich, da diese trotzkistische Vereinigung womöglich sogar von Anfang an ein reine Gestapo-Gründung sein könnte.

    (wird fortgesetzt)

     
  8. Jörg am 13.11.2010 um 11:00 Uhr 

    (weiter von “Jörg am 12.11.2010 um 22:51 Uhr”)

    In meiner Heimatstadt besuchte ich vor einigen Jahren die Versammlung des “Arbeitskreis Datenspeicherung”. Wir waren nicht mehr als ca. 6 Mann an einem Tisch und plauderten einfach. Im Gespräch äußerte ich mich entsetzt darüber, daß Deutschland wieder so viele Kriege führe. Ich sprach auch den widerwärtigen MAD (militärischer Abschirmdienst) an. Der neben mir sitzende Vorsitzende erklärte sofort: Er sei selbstverständlich sehr f ü r die Bundeswehr und ebenso sei er entschieden f ü r den MAD! Ich verließ daraufhin sofort die Sitzung.
    Daß das ein Spitzel war, kann ich natürlich nicht beweisen. Aber es liegt einfach auf der Hand. Und ich würde annehmen, daß es sich wie folgt verhielt: Diese Spitzel werden ja bezahlt. Und da hat man eben einem relativ verhandlungserfahrenen Kollegen aus dem MAD oder einem Kollegen Berufssoldat die Möglichkeit gegeben, sich ein bißchen was dazu zu verdienen. Und der sah eben keinen Grund mit seiner Ansicht hinter dem Berg zu halten.

    Selbstredend sind auch unsere Zeitungs- und Funkmedien unterwandert. Dazu muß man sich nur die “Gleichmacherei” praktisch sämtlicher Medien beim Lügenverbreiten ansehen. Außerdem ist es aktenkundig, daß der BND bezahlte Spitzel in Redaktionen installiert. Bereits 1975 hatte der damals schon pensionierte Ex-BND-Chef Gehlen in einem Rundfunkinterview verraten “Es sind viele Journalisten interessiert worden für den BND, um public relations zu machen und falsche Vorstellungen zu beseitigen…”. Diese Mengenbeschreibung der BND-Journalisten mit “viele” müsse man heute im Jahr 2010 mit ”u n g l a u b l i c h viele” anpassen.
    Der Journalistenverband “Netzwerk Recherche” hatte sich noch vor ein paar Jahren über den massiven Einkauf von Journalisten durch unsere geheimen Dienste beschwert.

    Auch im Internet sind ganz Horden von bezahlten Spitzeln/Schreibsöldnern unserer Geheimdienste unterwegs, um Leute mit ungenehmen Meinungen einzuschüchtern oder zumindest niederzuschreien.

    Nach dem Zusammenbruch des Nazi-Reiches hatte man sich in Deutschland fest vorgenommen, daß es eine Gestapo nie wieder geben dürfe. Der Grund waren nicht die Morde und Folterungen der Gestapo, sondern die verheerende Wirkung, die diese Gestapo auf die Bevölkerung des Reiches gehabt hatte: Die Bevölkerung eines ganzen Landes war unter den Nazis v e r s t u m m t .
    Dieses “Verstummen” sollt es nun nie mehr wieder geben. Und man erkannte den Grund für dieses Verstummen der Bürger nicht darin, daß bei der Gestapo gefoltert und gemordet wurde, sondern darin, daß es sich um eine Polizei gehandelt hatte, welche mit g e h e i m d i e n s t l i c h e n Methoden arbeitete und die Bürger überwachte (Abhören, Briefe öffnen, Nachbarn befragen). Das Überwachen schüchtert die Leute ein!

    Trotz aller Vorsätze nach WK II ist die BRD längst wieder ein SPITZEL-Staat. Ist das unterwandern von Bürgerorganisationen mit der Verfassung vereinbar? NEIN!
    Die geheimen Polizeien sind längst unsteuerbar und zu einem Staat im Staate geworden und agieren im rechtsfreien Raum! Das ist natürlich total verfassungswidrig. Hier müßte es Strafverfahren gegen die verantwortlichen Beamten setzten und Schadensersatzansprüche wegen der – illegalen und verfassungsfeindlichen – Spitzelvergütungen!

    Schlußfolgerung:
    Daß die Mainstream-Medien nichts über diesen erz-verfassungsfeindlichen Gestapo-Staat bringen und nichts über seine horrenden Kosten, verstehe ich ja noch. Die Mainstream-Medien sind ja selbst unterwandert.
    Daß ich aber auf keinem einzige freien blog oder keiner einzigen freien site j e m a l s dieses Thema aufgegriffen sah, das ist doch wirklich schockierend!
    Denn solange diese widerwärtige Gestapo-Krake nicht beseitigt wurde, ist doch jede politische Diskussion oder jede politische Initiative eitles Schaumschlagen im Wolkenkuckucksheim. So als würden zwei angekettete Sklaven darüber diskutieren, welches Automodel sie sich kaufen würden, wenn sie erst frei wären!

    Die Verlogenheit mit der die freien blogs alle möglichen politischen Themen diskutieren und dabei so tun, als hätten wir eine Demokratie, bei der es nur noch um die demokratische Meinungsbildung bei unseren Mitbürgern gehe, um alle Dinge zu richtet, ist doch abstoßend!

    Noch nicht einmal, als die Hartz IV Empfänger drangekriegt wurden, weil ‘der Staat doch endlich sparen müsse’, war auf den freien Medien was zu hören. Hier hätte doch nahegelegen, daß man einmal aufzeigt, wo wirklich gespart werden kann. Wie bereits ausgeführt, schätze ich die Kosten des Spitzel- und Überwachungsstaates auf ca. 18 Mrd. €.

    Als zweite Parole könnte man darauf verweisen, daß noch nicht einmal die Nazis einen derart mächtigen Spitzel- und Überwachungsstaat hatten. Vor vielleicht 10 Jahren fand ein kanadischer Wissenschaftler heraus, daß die Nazis im Großraum Würzburg, der damals über ca. 1 Millionen Bürger verfügte, nicht mehr als 20(!) Gestapobeamte eingesetzt hatten.
    Die Nazis hätten einen Orgasmus gekriegt, wenn Sie gewußt hätten, über welche Personalstärke u n s e r Spitzel- und Überwachungsstatt verfügt! Und das auch noch bei unserer enorm fortgeschritten TECHNIK der Überwachung.

    Wann immer darüber gesprochen wird, daß ‘der Staat nun aber sparen müsse’, ist sofort zu verlangen daß der verfassungsfeindliche Spitzel- und Überwachungsstatt abzuschaffen ist!!

    Wenn immer das Wort “Demokratie” fällt, oder frech behauptet wird, die BRD sei ein “Rechtsstaat”, ist sofort zu verlangen, daß der verfassungsfeindliche Spitzel- und Überwachungsstatt abzuschaffen ist!!

    (Schluß)

     
  9. arab am 16.11.2010 um 14:49 Uhr 

    @Jörg

    ich war mit 14 nich so verwirrt, wie du heute. aber mal was anderes.

    das mit dem Film “Brasil” meinst du doch nicht enst? ich hätte eher gedacht du glaubt, dass wir bald Verhältnisse haben wie bei “kreig der Sterne” wo der Imperator – im Bush-NeonKlo-Style – die frei Welt und die edlern Jedi-Ritter (BrotBrain) hinders Licht führt. Das alles nur damit er peinliche Gewänder tragen kann, ohne dass sich jemand traut ihn auszulachen. Ich hätte deine Rolle als C-3Po eingeschätzt. Ich bin natürlich Chewbacca! BrotBrain ist ObiWahn.

     

Leave a comment!