31
Jan, 2014

American Anthrax

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Eine Woche nach den Anschlägen des 11. September 2001 tauchten in den USA Briefe mit dem tödlichen Anthrax-Erreger auf, bei  Journalisten, dem Oppositionsführer im Abgeordnetenhaus und weiteren Politikern. Bush-Regierung und  Medien deklarierten dies als “zweite Wellte des Terrorismus” und machten Sadam Hussein und/oder Al Qaida dafür verantwortlich. Tatsächlich kam das tödliche Gift ,wie später zweifelsfrei nachgewiesen wurde, nicht von islamistischen Terroristen, sondern aus Labors des US-Militärs – es war eine “zweite Welle” des Terrors unter falscher Flagge, mit der die Kirche der Angst den bis dahin auf New York und Washington lokalisierten Schrecken im ganzen Land verbreitete. Um so das Ermächtigunggesetz “Patriot Act”  und die Nicht-Untersuchung der Attacken auf die Twin Towers durchzudrücken. “Media Roots” hat jetzt eine Dokumentation über die große Anthrax-Lüge erstellt:

Kommentare

4 Kommentare zu “American Anthrax”

  1. pecas am 31.01.2014 um 13:27 Uhr 

    Der (ebenfalls übel fertiggemachte) amerikanische Autor Michael C. Ruppert widmet den post-9/11-Anthraxbriefen in seinem unvergleichlichen 675-Seiten-Enthüllungsreport Crossing the Rubicon (New Society Publishers, Canada 2004) ein ganzes Kapitel (Chapter 16).

    Es trägt den Titel Silencing Congress (Etwa Das Abwürgen des Kongresses) und setzt dem politisch-institutionellen Laien bzw. Ausländer zunächst die Feinheiten der verfassungsmäßigen Kontrollkompetenz des US-Kongresses auseinander, welche sich – also zumindest dem Papier nach – auf die Handlungen und Rechtsetzungen des Weissen Hauses, d. h. der Exekutive, richtet.

    Ruppert selbst konnte zum damaligen Zeitpunkt bereits auf eine 20 Jahre währende, unmittelbare Erfahrung mit diesen Instanzen zurückgreifen, und erlebte die Anthraxbriefe an die “aufmüpfigen” bzw. “unbotmäßigen”, allerdings hochkarätigen Kongressmitglieder Daschle und Leahy sozusagen mit einem Satz spezieller Röntgenaugen.

    “Believing that Congress will save the day is a trap”, konstatiert er lapidar (S. 269).
    Nur wenigen Mitgliedern des Repräsentantenhauses wie den Komiteevorsitzenden und den Parteiführern ist es vergönnt, “ernsthafte Veränderungen einzuleiten oder zu verhindern” (Ebd.).
    “On 9/11” waren der vormalige Senatsmehrheitsführer Tom Daschle sowie der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Senats, Pat Leahy, “die herausragenden Senatoren in dieser Kategorie” (Ebd.)
    “Aufgrund ihres charismatischen Auftritts und ihrer Geradlinigkeit stellen einige Mitglieder des Repräsentantenhauses eine Bedrohung für das Imperium dar”, meint Ruppert, und “sie nehmen ein schweres Risiko auf sich, wenn sie offen reden” (Ebd.)
    “Tom Daschle war in einer hinreichenden Machtstellung, sämtliche neuen gesetzgeberischen Anweisungen des Empire aus der Bahn zu werfen, (…) und hegte (…) stille Bedenken hinsichtlich des neuerlichen autoritären Anfalls in der ultra-nationalistischen Glut im Gefolge der Anschläge des 11. September” (Ebd.).
    Daschle ermöglichte es dem Abgeordneten Russ Feingold aus Wisconsin am 10. Oktober 2001, das vom Weissen Haus ultimativ verlangte sofortige, ohne weitere Debatte zu erfolgende Passieren des Patriot Act mit einer Eingabe – vorläufig – zu blockieren; am 15. Oktober wurde mitgeteilt, Daschles Büro habe einen Anthraxbrief erhalten.
    “Congress had gotten the message.” (Ebd., S. 270)

    Mit Senator Pat Leahy aus Vermont war es, kurz gesagt, ganz ähnlich. “Nachdem er als Vorsitzender des Rechtsausschusses des Senats bereits während der Monate September, Oktober und November als offener Ktitiker der Bush-Regierung und insbesondere des Generalstaatsanwalts John Ashcroft und seiner Ansinnen (Erlaubtes Abhören von Angeklagten/Mandanten- Gesprächen; Erlaubnis der insgeheimen Verschleppung ausländischer Bürger ohne Verhandlung; Genehmigung der Abhaltung geheimer Militärtribunale mit Entscheidungsbefugnis über Leben und Tod; sowie überhaupt das Aus-dem-Fenster-Werfen der Verfassung) gewaltet hatte, lud er wiederholt Ashcroft vor sein Komitee – ohne jeden Erfolg.

    “Ashcroft ignorierte Leahy, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Am 16. November erhielt Senator Leahy seinen eigenen Anthraxbrief” (Ebd.).

     
  2. Jens am 31.01.2014 um 19:00 Uhr 

    “Um so […] die Nicht-Untersuchung der Attacken auf die Twin Towers durchzudrücken.”

    Danke, genau DAS ist der Knackpunkt. Es ging dabei um nichts anderes. Der ganze Rattenschwanz war reiner Pragmatismus.
    Die USA sind die größte Gefahr, der sich die Menschheit je gegenüber sah.

     
  3. Markus Weber am 01.02.2014 um 15:27 Uhr 

    Die Episode mit den Anthrax-Viren ist wirklich äusserst illustrativ. Zuerst die “Verschwörungstheorie”: Eine Fraktion in den Machtzirkeln der USA wollte immer schon mehr Gewalt nach aussen und mehr Kontrolle und Unfreiheit im Innern. Deshalb Patriot Act und alles auf Halde produziert und auf Abruf gehalten. Dann die gewaltsamen Gebäudeabrisse und -beschädigungen, und los ging’s. Schuld, klar, die Islamerer, wer sonst seit Gladio B. Den Zweiflern und möglichen Behinderern grad nochmals einen übergebürstet, wer nicht in einem “Auto-” oder “Flugzeugunfall” sein eigenes Leben oder Familienangehörige verlieren wollte, der musste es spätestens jetzt kapiert haben. Bei Staatsverbrechen gegen die Demokratie passt das Nachlegen mit Anthrax-Briefen wieder mit dem Verweis auf Al-Qaida folgerichtig zu den 3’000 Todesopfern im Grossereignis zuvor. OK. Alles Quatsch! Weil ja Verschwörungstheorie.

    Der Gegenentwurf ist meines Erachtens die Wahrnehmung aus der Perspektive derjenigen, die immer schon glaubten und immer noch glauben, dass “der Staat” schon alles grosso modo richtig macht, solange man nicht zweifelsfrei das Gegenteil nachweisen kann, wobei man auch nicht auf unwichtige Details versessen sein sollte, denn das wäre tendenziös und einseitig kleinlich. Also: Erst rummst’s – völlig unverhofft und mehrfach. Eigentlich ja schon einzigartig koordiniert. Wer das gewesen sein kann? Nur eine Einheit, die über erhebliche planerische, logistische, geheimdienstliche und finanzielle Resourcen verfügt. Also, zum Beispiel “a guy on dialysis in a cave in Afghanistan”. Klaro! Die Zweifel daran, wie die Einschläge der Flugkörper in die Gebäude zu den gesehenen Schadensbildern geführt haben sollen, werden immer nur mit einer dialektischen Figur gekontert: Boah, kann man mal sehen, wie raffiniert die Typen also tatsächlich sind! Das haben sie also alles auch noch gewusst. Die sind wirklich hinter uns her und scheuen weder Mittel noch Aufwand (die rede ist immer noch von den Bärtigen Felsenbewohnern)!

    Jetzt bekommen im Kongress ein paar Abgeordnete Anthrax-Briefe. Gleiche Reaktion: Da seht Ihr’s Leute. Biowaffen haben sie auch schon! Sie lassen nichts aus. Sie wollen uns in die Selbstverteidigung drängen. Und wenn ein paar von uns immer noch für Freiheiten u. dergl. argumentieren und so unsere Flanken offen lassen, dann – zack! – hauen sie da rein. So sehr hassen sie unsere Freiheiten.

    Dann komt einer und sagt: Anthrax-Sporen? Na, OK. Da müsste sich ja die Kultur isolieren und nachrichtendienstlich identifizieren lassen. Wird gemacht. Heraus kommt (Trommelwirbel): Fort Detrick. Also eigentlich kein Al-Qaida, keine Araber, kein Islamismus, sondern made in USA. Aber alles falsch gedacht. Jetzt ist es wieder der Einzeltäter Bruce Edwards Ivins, der zwar jahrelang – ich nehme an, durachaus verdienstvoll – für die Laboratorien in Fort Detrick gearbeitet hat, dann aber vom rechten Weg abgekommen sein muss, denn sonst hätte er nicht auf einmal gemeinsame Sache mit dem Feind gemacht. Schrecklich sowas. Aber da kann man mal sehen, welches Gefahrenpotential jetzt also auch schon im “homegrown terrorism” zu verorten ist.

    So einen, ja, genau so einen, müsste man mal zu fassen bekommen und für die Nation der Fernsehzuschauer öffentlich zur Rede stellen. Tja, geht aber nicht. Selbstmord. Leider. Leider? Feige und typisch!

    Und die fast flächendeckende Verabreichung von Ciprofloxacin, einem Breitbandantibiotikum des in den USA so verhassten Bayer-Konzerns, im Kongress im unmittelbaren Vorfeld der Briefaktion? Tja, Übung und Routine eben. Wer sollte es sich anmassen, hochrangigen Politikern in ihre Strategien zur Maimierung ihrer Wappnung gegen alle möglichen Unwägbarkeiten hineinezureden? Das wäre vermessen und geht keinen etwas an. Die könnten sich ja auch auf die Position zurückziehen, dass derlei Dinge kategorisch geheim sind. Also, dass sie’s uns wissen lassen, ist doch als Zeugnis ihrer grundguten Art zu sehen. Wir sollten nicht so undankbar und nestbeschmutzerisch sein! Jawoll!

    Die Konstrukte und Längen, die weite Kreise unserer Mitbürger mittragen und -gehen, damit nicht ins Wanken kommt, was offenbar nicht ins Wanken kommen darf, sind unfassbar. Ein offener Verrat an jeder Schulbildung.

    Ich empfehle den Corbett Report in Sachen Snowden. An einer Stelle sagt James Corbett sinngemäss: “Wahrscheinlich ist es den CIA-Kreisen hundertmal lieber, die Bevölkerung erfährt jetzt häppchenweise, dass die Regierung in Massenüberwachung verstrickt ist, als dass sie davon erfährt, dass die Regierung auch in Massentötungen involviert ist.” Edward Snowden also als geschickt auf einer Waldlichtung installierter Stöckchenwurfautomat. Der Durchschnittsjagdhund, noch mit dem “Sei kein dummer Hund!” im Ohr, hüpft absehbar los in Richtung des zuletzt geschleuderten Stöckchens und wird eine Weile im Wald mit Suchen beschäftigt sein.

    Erstaunlich viele wollen um fast jeden Preis das Harmlosere glauben. Es scheint auch so lange als wahr zu gelten, wie diese Mehrheit daran festhält. Wahrheit und Recht sind also keine Befunde mehr, sondern Gestimmtheiten der Mehrheit. Dagegen muss man kämpfen. Die Massenmedien tun das Gegenteil.

     
  4. Timo am 04.02.2014 um 22:21 Uhr 

    @Anthrax: Die Band finde ich allerdings ziemlich gut 😉

    Aber Spass beiseite: “Crossing the Rubicon” habe ich mir gerade besorgt, obwohl ich anfangs so dachte: “Mist, willst du das wirklich alles wissen?”.

    Ich habe ja schon 20 Jahre mit der JFK-Sache verbracht, was meine Weltsicht nicht gerade verbessert hat. Das 9/11 ein Inside Job war, war mir relativ früh klar (Northwoods ist ja nun auch schon ne Weile bekannt…), die Frage ist nur: Ab wann nimmt man Matrix-mässig lieber die blaue Pille, und ab wann lässt man es ob des eigenen Seelenheils bleiben? Oder besser gefragt: Wie viel Wissen kann man ertragen? Deswegen habe ich mich lange Zeit auch gescheut mir die 9/11 Sache näher anzuschauen.

    Also genau das, worauf die Verbrecher (Cheney und Co.) spekulieren. Barbecue und Baseball. Und bitte nicht wissen wollen, woher das Benzin im Auto herkommt, bzw. welche “Opfer” für den eigenen Lebensstil her halten müssen. Das der westliche Lebensstil lange an seine Grenzen gekommen ist, und diese Grenzen nur noch künstlich durch “false flags” verschoben werden können, bevor endgültig die Sch.. am dampfen ist, ist mir schon länger klar. Da die Bevölkerung mit solchen Wahrheiten wohl nicht “belästigt” werden darf, bzw. auf keinen Fall ein Umdenken zum “weniger” statt immer MEHR erfolgen kann oder soll, müssen Geschichten wie die Mär von 19 Boxcuttern her. Nur: Nützt langfristig auch nichts mehr.

     

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