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May, 2014

Am Nasenring von Brainwashington

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20.03.14 09:19-Bildschirmkopie

Es ist schon toll: da richten die Bundeskanzlerin und EU an den neuen Superschurken aus dem Reich des Bösen – Osama Bin Putin – die “dringende Forderung”, die “Destabilisierung” der Lage in der Ukraine zu unterlassen, während gleichzeitig  gemeldet wird, dass 400 Söldner der privaten US-Firma Academi (ehem. Blackwater) in der Ostukraine im Einsatz sind, um Seit an Seit mit dem “Rechten Sektor” für Ordnung zu sorgen. Dies hatte “Bild am Sonntag” unter Berufung auf den Bundesnachrichtendienst (BND) berichtet, es wurde von einer Sprecherin des akademisch getauften paramilitärischen Unternehmens zwar umgehend dementiert, doch da die Putschriegreung in Kiew sich schon länger von “Experten” der CIA und des FBI beraten lässt,und die Heckenschützen des “Rechten Sektors” unter US-Anleitung in Polen trainiert wurden, paßt die Nachricht, dass auch private US-Spezialkommandos aktiv sind durchaus ins Bild. Schon im März hatten russische Agenturen gemeldet, dass zwei von der Putschregierung als Gouverneure eingesetzte Oligarchen Söldner des Blackwater-Ablegers Greystone engagiert hätten. Schmutzige Operationen von privaten Killerkommandos erledigen zu lassen, die an keinerlei (Kriegs)-Recht gebunden sind und juristisch nicht belangt werden können, gehört seit langem zu den Standards der amerikanischen Kriegsführung – und der Verdacht, dass die Scharfschützen auf dem Maidan ebenfalls zu einem solchen Kommando gehörten, wiegt mit jedem Tag, an dem dieser Massenmord nicht aufgklärt wird, schwerer.

Könnte es sein, dass man auch beim BND einen solchen Verdacht hegt – und deshalb nicht länger den Pudel von NSA und CIA spielt und der “Bild”-Zeitung eine solche Meldung steckt, die ja die bisherige Propgandawelle über die Alleinschuld des Superagressors Putin unterminiert ? Will sich etwa die Bundesreigerung nicht länger am Nasenring von Washington in einen Krieg treiben lassen ? Wäre man Optimist, könnte man dieses Leck beim BND als erstes Anzeichen dafür werten. Andererseits besteht die Politik der Bundeskanzlerin ja bekanntlich darin, keine Politik zu machen, weshalb man es statt mit derlei Hoffnungern doch lieber mit dem Realisten Willy Wimmer (CDU), der einen mittlerweile Krieg für unvermeidlich hält:

Genf, das waren die ehrbaren Bemühungen der Mittelmächte wie Frankreich und Deutschland – und vielleicht auch Großbritannien –, um es in Europa nicht zum Schlimmsten kommen zu lassen. Doch der umgehende Besuch des CIA-Direktors in Kiew – und leider auch des amerikanischen Außenministers John Kerry unmittelbar nach Beendigung des Genfer Treffens dort selbst – haben jedenfalls einen deutlichen Zusammenhang zwischen deren Besuchen und dem militärischen Losschlagen der Kiewer Machthaber gegen die Protestbewegung in der Ostukraine hergestellt.

Genf und die dortigen Überlegungen haben in Kiew niemanden interessiert, und es ist in Europa ein einmaliger Vorgang, mit Panzern, Artillerie und Kampfflugzeugen gegen Demonstranten und Hausbesetzer vorzugehen. Die lendenlahmen Erklärungen der deutschen Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, und ihres Gastes auf Rügen, des französischen Staatspräsidenten Francois Hollande, in Richtung Kiew zwecks dortiger Mäßigung zeigen doch in aller Deutlichkeit, dass sich die Junta in Kiew taub stellt, wenn Paris und Berlin anmahnen, die Vereinbarung von Genf einzuhalten.

„Its masters voice“ sitzt eben in Washington und notfalls kommt der berüchtigte Senator John McCain eben höchstpersönlich. Würde EU-Europa seine Werte ernst nehmen, stünde dieser Herr schon längst auf der Liste derjenigen, die mit Einreiseverboten belegt werden müssen. Das Vorgehen der Junta-Kräfte gegen die Ostukraine – und das kann man nach der Art und Weise des Vorgehens deutlich sehen – dient nur einem Zweck: es soll in der Ostukraine eine Bürgerkriegslage geschaffen werden, die örtliche russische Potentaten zu jener Form von Abwehr veranlassen, an die in diesen Tagen aus Gründen, die 69 Jahre zurückliegen, besonders gedacht wird.

Das Muster ist aus dem Jugoslawien-Krieg bekannt, an dem Deutschland  nicht nur wegen seiner Blitzanerkennung der kroatischen Separatisten entscheidend beteiligt war, – am Nasenring der USA, denen nicht an einem einigen, starken Jugoslawien, sondern an einem halben Dutzend schwacher, schutzbedürftiger Kleinstaaten gelegen war. So wie es jetzt darum geht, nicht mit friedlichen Mitteln eine vereinte, blockfreie, als Brückenkopf mit Russland UND der EU kooperierende Ukraine zu schaffen, sondern mit Krieg eine Reihe von Kleinstaaten, die sich entweder unter den Rettungsschirm (die “Knute”)  von Mütterchen Russland oder unter die Knute (den “Rettungsschirm”) des IWF und der NATO flüchten müssen. Dass dabei eine kaum mehr als 20 Jahre existierende Nation zerrissen wird, geht dem weit entfernten Uncle Sam naturgemäß am Arsch vorbei – er rückt mit der “Eroberung” der Westukraine dem neuen “Reich des Bösen”  wieder ein Stück weiter auf die Pelle. Uns aber als direkten Nachbarn in Deutschland und Europa kann und darf das nicht egal sein. Selbst wenn es “unter Freunden” mittlerweile OK sein soll, massenhaft die Verfassung zu brechen und Bundesbürger bis in die Unterhose auszuschnüffeln: wenn Krieg vor der Haustür angezettelt wird, ist die rote Linie defintiv überschritten!

Kommentare

10 Kommentare zu “Am Nasenring von Brainwashington”

  1. Berndchen am 12.05.2014 um 20:35 Uhr 

    Ukraine…
    Analyse und Ausblick:

    Eine sehr interessante Sichtweise findet sich auch bei

    http://www.medienanalyse-international.de/index1.html

    (scrollen bis “Die Afghanistan-Falle”).

    Widerspruch zu Merkel: sie macht nicht “nichts”. Sie will – gemeinsam erfolgreich für Europa – ein paar Kilo abnehmen. Mal sehn was sie so schafft bis 25.Mai. Könnte mir ein Kreuz wert sein. Mal sehn bei wem…:-(

     
  2. Blaubeere am 12.05.2014 um 23:53 Uhr 

    Herr Bröckers, dem was Sie sagen ist fast nichts hinzuzufügen. Außer daß ich befürchte, daß es für eine geeinte Ukraine angesichts des Einsatzes des Militärs gegen die Ostukraine fast zu spät sein dürfte.

     
  3. pecas am 13.05.2014 um 08:18 Uhr 

    Die “deutsche Kanzlerin” macht schon Politik…
    allerdings eine solche minus Geopolitik – diese (und es handelt sich dabei bekanntlich um die in jeder Hinsicht entscheidende, ALLES vital bzw. lethal vorentscheidende Dimension auf dem Feld) überlässt sie als genau das, was sie eben in Wirklichkeit ist und was somit “am Nasenring von Brainwashington” hängt, absolut ihren mephistophelischen puppet-masters, die sie selbstverständlich gut kennt.
    Dr. Faust femally reloaded – the latest and possibly last german tragedy, respectively tragic hoax.
    Angela, mir graut vor dir.

     
  4. pecas am 13.05.2014 um 12:29 Uhr 

    Ein (mir ungeheuer aktuell erscheinendes) Zitat aus dem vor einigen Tagen hier (im vorigen Broeckers-Blogeintrag) von gabor mit PDF-Link empfohlenen Guido G. Preparata Buch, Conjuring Hitler (2005), das das Great Game der anglo-amerikanischen Weltherrschaftsfanatiker ab dem Jahr 1900 in einer state-of-the-art -Manier angeht, dass es einem zunächst einmal ganz schwindlig wird vor lauter brillant aufgedecktem, allein im letzten Jahrhundert eiskalt hunderte Millionen von Leichen auftürmendem Schwindel… bis man merkt, das ist die einzige Medizin gegen die übliche historische Gehirnwäsche, die je richtig half:

    Wir befinden uns dabei in Preparatas Schilderung an einem Punkt kurz nach der Versailler Friedenskonferenz vom Juni 1919, als John Maynard Keynes, ein offizieller Teilnehmer (aufseiten des englischen Schatzamtes) bis nicht ganz zum Ende derselben, der den Entrüsteten über die entsprechenden, aus noch ganz anderen als den bislang allgemein bekannten Gründen vollkommen zurecht berüchtigten “Friedens”-Diktate gibt, im Dezember desselben Jahres ein “zugleich empörtes und beschwichtigendes” Buch mit dem Titel The economic consequences of the Peace herausbringt, in welchem er zwar zur Mäßigung aufruft, zugleich jedoch Alternativen zum Status Quo an die Wand malt, die er “stets schlechter” als jenen darstellt.
    Preparata, S. 78 (meine Übers.):
    “Interessanterweise dräute in diesem ‘beschwichtigenden’ Anflug bereits der Geschmack des Spiels, das Britannien in den 1930ern gegen den Rest der internationalen Gemeinschaft spielen und Hitler zum Krieg nötigen würde. Ein Spiel, das Sowjetrussland [welches, wie P. bis dahin nachgewiesen hat, von niemand anderem als den anglo-amerikanischen Verbündeten selbst – die freilich auf die aussergewöhnliche politische Dummheit der Deutschen bauen konnten – mit den scheußlichsten Lug- und Trugmanövern der Weltgeschichte an die Macht gebracht worden war] als den sprichwörtlichen ‘subversiven Feind im Osten’ auf dem Zettel hatte, gegen den Britannien ein zum Schweigen gebrachtes Deutschland setzte, das einerseits fortwährend in seine Furcht vor dem kommunistischen Russland und andererseits in die nicht weniger intensive Verachtung für seine europäischen Nachbarn gestossen war. (…)”

     
  5. Stefan am 13.05.2014 um 15:32 Uhr 

    Der angeblich “sozialistische” französische Präsident Hollande tritt zusammen mit Merkel als treuer US-Vasall auf – trotz Washingtoner Bellizismus und Förderung von ukrainischen Faschisten, trotz massiver NSA-Spionage gegen EU-Staaten, trotz Währungskrieg gegen den EUR, trotz Fuck-the-EU-Politik (Schüren von Krisenherden an den Rändern, Zerwürfnis mit Russland).

    Man vergleiche Hollandes Auftreten mit der Politik des seinerzeitigen gaullistischen (also eher rechten) Präsidenten Chirac nach 2001 und wundere sich. Dieser Kurswechsel lässt sich nur mit großem Druck aus Washington erklären. Man sieht es gut im Fall Snowden: Die Bundesregierung versucht gar nicht, Begründungen für die verweigerte Aufklärung auszudenken, sondern führt ausschließlich US-Interessen an, lässt sogar Rechtsgutachten gleich von US-Kanzleien schreiben, als ob in Deutschland amerikanisches Recht gelten würde. Wenn Berlin erklärt, die Untersuchung von Spionage gegen das Land gefährde das Staatswohl, kann man das als bizarren Irrsinn interpretieren oder als fast schon subversiven, halbwegs ehrlichen Hinweis auf die wahren Machtverhältnisse.

    Nach einer Allianz von Überzeugungstätern sieht das jedenfalls nicht aus, eher danach dass der Gangsterboss seine Kumpane fest an der Gurgel hat.

    Unsere teuren Qualitätsmedien könnten doch mal darüber recherchieren, aber sie werden den Teufel tun. Dass sie plötzlich geringfügig ausgewogener aus UKR berichten, ist wohl eine Reaktion auf den heftigen Widerspruch seitens der Bürger (Leserbriefe, Montagsdemos) angesichts bevorstehender Wahlen. Das Eingeständnis, dass die Leute trotz permanenter Gehirnwäsche noch nicht so verblödet sind wie gewünscht und deshalb allzu billige Lügenpropaganda zurückweisen, setzt sich bei der Herrschaftselite erst zeitverzögert durch.

     
  6. Blaubeere am 14.05.2014 um 09:34 Uhr 

    Neuigkeit:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/14/sohn-von-us-vizepraesident-biden-wird-vorstand-bei-ukrainischem-gas-konzern/
    So so, da geht also die Übernahme der Ukraine durch die Amerikaner weiter, oder wie soll man das interpretieren?

     
  7. urks am 14.05.2014 um 13:09 Uhr 

    Also bei mir verfestigt sich so langsam der Eindruck,dass ein wichtiges strategisches Ziel des großen Bruders darin besteht die EU, vor allem D, von Russland zu isolieren und wieder mehr an sich zu binden. Diese Analyse hat Paul Schreyer am Montag in Telepolis erläutert:
    “Verwischte rote Linien”
    http://www.heise.de/tp/artikel/41/41726/2.html

    Der Effekt ist jetzt schon offensichtlich. “Die Amis zündeln, in unserem Wald”, sagte vor zwei Monaten schon Mister Dax. Und was tun die Europäer? Wie blöd muss man sein?

     
  8. urks am 14.05.2014 um 13:10 Uhr 

    ach ja, der Link zu Mr. Dax:
    “Was passiert in der Ukraine?”

     
  9. Blaubeere am 14.05.2014 um 22:19 Uhr 

    Etwas off-topic, aber hier die Besprechung eines Buches über Banker und 9/11:
    http://rt.com/op-edge/158988-bankers-killing-suicide-fraud/

     
  10. Stefan Westermann am 26.05.2014 um 11:30 Uhr 

    @Stefan am 13.05.2014 um 15:32 Uhr

    >Wenn Berlin erklärt, die Untersuchung von >Spionage gegen das Land gefährde das Staatswohl, >kann man das als bizarren Irrsinn interpretieren >oder als fast schon subversiven, halbwegs >ehrlichen Hinweis auf die wahren >Machtverhältnisse.

    Es gibt allerdings auch noch einen (mindestens) Punkt aufzuführen.
    Die USA (und ihre Interessenvertretung “NATO”)hat über Stay-Behind-Organisationen wie Gladio (*) und untergeschobenen Anschlägen die “Volksmeinung” in vielen europäischen Ländern beeinflußt. Sollte sich Deutschland von der USA, auch nur teilweise, abwenden ist durchaus mit Anschlägen zu rechnen.
    Insoweit hätte Merkel durchaus recht, allerdings, wird das (Schaden vom deutschen Volk abwenden) nicht die Intension ihres Handelns sein.

    *Literatur dazu zb.:
    Daniele Ganser (siehe Liste bei Wiki und Interviews u.a. bei Youtube)
    Regine Igel (“Terrorjahre” bezüglich Italien)

     

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