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Aug, 2014

You break it – you own it

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11.08.14 20:55-Bildschirmkopie“You break it – you own it” – was du kaputt machst, mußt du bezahlen. Beziehungsweise, wie Colin Powell Präsident Bush warnte (bevor er dann der UNO mit gefälschten Dokumenten dem Irak-Krieg als gerecht und notwendig verkaufte): “Wenn du in ein Land einbrichst, dann gehört es dir und du bist verantwortlich für 26 Millionen Menschen….”. Dass das Imperium dieser Verantwortung nicht nachkommt machen die Milizen des “Islamischen Staats” (IS) auf erschreckende Weise klar. Diese sind natürlich nicht einfach so mal aus dem Nichts entstanden, wie es in den Medien meist dargestellt wird, um als Geisterarmee mir nichts dir nichts ein Drittel des Iraks zu erobern. Sie wurden herangezüchtet und ausgerüstet, um “im Namen Gottes” gegen das säkulare Regime Assads zu kämpfen – und wie das so ist, wenn Geister erstmal aus der Flasche sind: sie machen sich selbstständig und die Hexenmeister werden sie nicht mehr los. So wie es die Zauberlehrlinge in Washington jetzt erfahren: die islamistischen Hardcore-Barbaren gehören ihnen.

Und sie kommen wie gerufen, um den “War on Terror” und “Enduring Freedom” fortzusetzen. Vergessen wir OBL ( Osama Bin Laden), hier kommt BAB (Bakr al-Baghdadi) – und schon trommeln die üblichen Verdächtigen hierzulande dafür, dass man den Amerikanern die Bekämpfung dieser  neuen Mega-Terroristen doch nicht alleine überlassen und die Bundeswehr deren “Völkermord” nicht einfach tatenlos zusehen könne. Da kann man nur ganz laut “Stopp” rufen: der Irak ist eine amerikanische Kolonie, er wurde  völkerrechtswidrig  bombardiert, besetzt und mit einer Marionettenregierung ausgestattet, die jetzt in einen Bürgerkrieg verwickelt ist. Von einer terroristischen Miliz, die  von den USA (und ihren Alllierten in Riad und Katar) geschaffen wurde um ( ebenfalls völkerrechtswidrig) einen souveränen Staat (Syrien) anzugreifen. Nachdem sie dort auf massiven Widerstand stießen und nicht vorankamen – trotz einer “False Flag” Operation mit Giftgas, die Assad in die Schuhe geschoben wurde und dank des russischen Geheimdiensts gerade noch rechtzeitig vor einem NATO-Bombardement auf Damaskus aufgedeckt wurde – wandten sie sich endgültig gegen ihre Herren und riefen ihr eigenes Kalifat aus. Das war für das Imperium noch kein Grund zum Eingreifen. Erst als sich die IS-Milizien jetzt gegen den kurdischen Teil des Iraks wandten – dessen Ölvorkommen sich Exxon gesichert hat – sahen die USA ihre “Kerninteressen” bedroht und verordneten Luftangriffe. Nach dem Prizip des “Teile und Herrsche” bestehen seitens Washington gegen einen zersplitterten Irak keine grundsätzlichen Einwände, ans Eingemachte, also ans Geschäft, dürfen diese Separationen aber nicht gehen. Deshalb muß den IS-Separatisten jetzt Einhalt geboten werden. Mrs. Clinton – man weiß nicht ob man sie Killary oder Hitlary nennen soll – tönt unterdessen, man hätte einfach Syrien bombardieren und die Islamisten dort an die Macht bringen müssen, dann wäre das mit dem Kalifat erst gar nicht passiert.

Ob diesem jetzt allein mit der Luftwaffe Einhalt geboten werden kann ist fraglich. Keine Frage aber ist, dass dieser Schaden von dem zu verantworten ist, der in den Irak eingebrochen ist und das Chaos angerichtet hat. Die einzige militärische Supermacht auf Erden wird ja wohl eine entlaufene und wild gewordene Meute ihrer Kettenhunde einfangen können. Daraus jetzt einen “Bündnisfall” zu konstruieren und wg. “Völkermord” zum “humanitären” Bundeswehreinsatz zu blasen ist nichts anderes als eine weitere Instrumentalisierung der Opfer wie wir sie derzeit schon im Falle MH-17 erleben.

Kommentare

15 Kommentare zu “You break it – you own it”

  1. Jared J. Myers am 11.08.2014 um 21:41 Uhr 

    Ich bin für das Verursacherprinzip: Wäre diese Welt gerecht, müssten man die Herren Bush, Rumsfeld, Rove, Kristol, Cheney und Wolfowitz adäquat mit Waffen ausrüsten und per Luftlandeoperation bei Qayyarah absetzen – mit dem Befehl, den IS-Djinn wieder zurück in die Flasche zu stopfen.

     
  2. curti am 12.08.2014 um 08:36 Uhr 

    Alles richtig Mathias Bröckers, so sieht sie aus die Welt des “enduring freedom”, das Substrat der “Wertegemeinschaft”, “Demokratie und Freiheit” in Reinkultur, jetzt auch mitten in Europa mit ethnischer “Säuberung” – Mission accomplished!

    All das verbunden vorgetragen durch ein Maß an politisch und medialer Einseitigkeit, Ignoranz, plumper Propaganda, kurzum Stumpfsinn, der gem. Umfragen auch in der Bevölkerung “folgerichtig” zunehmenden Einzug hält, umrandet von NATO-Gedonner – es ist schlicht über(ge)wältigend.

    Beinahe unerträglich drückt aus, was empfunden werden kann gegenüber diesen Entwicklungen, sobald sie verinnerlicht werden. Intellektuell schmerzvoll geht dem voraus, verbunden mit rezidiver Fassungslosigkeit.

    Und wofür das alles – wer jetzt noch bei “klarem” Verstand ist und sich nicht für ein paar incentives hechelnd prostituiert in dieser abstrusen Nummer, wird nicht umhin kommen zu erkennen, daß eine Clique Psychopathen den Ton vorgibt und die Marschrichtung bestimmt. Und die Masse folgt devot wie der Zug der Lemminge, Debilismus in Reinkultur breitet sich pandemieartig aus. Man gibt Pfötchen und macht artig Platz!

    Was bleibt zu tun, wie kann man Einhalt gebieten?

     
  3. Hausmacht am 12.08.2014 um 13:52 Uhr 

    Was soll ich sagen?

    Mathias du bist der einzige noch verbliebene Fels in der Brandung!

    Mach weiter!

     
  4. curti am 12.08.2014 um 15:13 Uhr 

    Jetzt ist es soweit – auch DIE LINKE soll in diesem Konflikt mitmischen lt. Gysi.

    Wenn der so weitermacht und entsprechenden Freiraum erhält, kann man getrost vom Gregorpfad sprechen, auf dessen Original bereits die Grünen gewandelt sind bis zur Unkenntlichkeit bzw. back to the roots.

    Indes – DIE LINKE hat nicht deren Wurzeln, dieses “Willkommen daheim” in gutbürgerlichem Ambiente mit Mercedes-Stern auf dem Kühler und komfortabler Pufferzone bis zum 5%-Abgrund.

    Bei der letzten Wahl gab es bereits Zähneknirschen vor der Stimmabgabe. Kann ich mir das nächste Mal wohl ersparen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/is-im-irak-gysi-erntet-widerspruch-fuer-waffenvorschlag-a-985683.html

     
  5. Karsten Fiedler am 12.08.2014 um 23:27 Uhr 

    > Mrs. Clinton – man weiß nicht ob man
    > sie Killary oder Hitlary nennen soll –
    > tönt unterdessen, man hätte einfach
    > Syrien bombardieren und die Islamisten
    > dort an die Macht bringen müssen, dann
    > wäre das mit dem Kalifat erst gar nicht
    > passiert.

    matthias bröckers, mit verlaub, aber das ist grotesk. clinton hat das mit keinem wort gesagt.

    In her interview with The Atlantic, Clinton went further than she does in her book and called the inaction in Syria a “failure.”

    “The failure to help build up a credible fighting force of the people who were the originators of the protests against Assad – there were Islamists, there were secularists, there was everything in the middle – the failure to do that left a big vacuum, which the jihadists have now filled,” Clinton said.

    http://politicalticker.blogs.cnn.com/2014/08/10/hillary-clinton-splits-with-obama-on-foreign-policy/comment-page-1/

    “there were Islamists, there were secularists, there was everything in the middle”
    wo, bitte, ist davon die rede, dass isis/is in syrien an die macht hätte kommen sollen?

     
  6. Karsten Fiedler am 12.08.2014 um 23:35 Uhr 

    Nachtrag: Aus dem von Ihnen verlinkten “Atlantic”-Artikel geht etwas anderes hervor. Ich zitiere…

    During a discussion about the dangers of jihadism (a topic that has Clinton “hepped-up,” she told me moments after she greeted me at her office in New York) and of the sort of resurgent nationalism seen in Russia today, I noted that Americans are quite wary right now of international commitment-making. (…) She said that the resilience, and expansion, of Islamist terrorism means that the U.S. must develop an “overarching” strategy to confront it, and she equated this struggle to the one the U.S. waged against Soviet-led communism.

    http://www.theatlantic.com/international/archive/2014/08/hillary-clinton-failure-to-help-syrian-rebels-led-to-the-rise-of-isis/375832/?single_page=true

    mit keiner silbe sprach sie davon, isis/is in damaskus an die macht zu verhelfen.

     
  7. curti am 13.08.2014 um 08:31 Uhr 

    Schützenkönig zu diesem Thema ist mal wieder SPON, hier vermittelt durch den ewigen Konfirmanden Fleischhauer (darum auch der Teufel):

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fleischhauer-ueber-margot-kaessmann-und-ihren-pazifismus-a-985621.html

    Hab ihm gerade einen kurzen comment ins Poesiealbum geschrieben, mal schaun ob´s eingestellt wird. Falls nicht, vielleicht bildet er sich ja hier weiter 😉

    Anstatt zunächst….zu fragen/prüfen, ob diese Terroristen nicht vielmehr dem Zauberhut eines weltlichen Geistes entsprungen sein könnten, für den deren Treiben überaus nutzbringend ist, wird kurzerhand der Teufel aktiviert und derart versucht, zumindest intellektuell alle Spuren zu verwischen. Als nächster Schritt werden dann andere eingespannt, die bei starkem Nebel die Karre aus dem Dreck ziehen sollen, koste es was es wolle, auch das Leben.

    Was für eine armselige Denke/Schreibe Fleischhauer, gerade für einen Journalisten – der Herr möge Erbarmen haben!

     
  8. Tom am 13.08.2014 um 08:35 Uhr 

    @ Karsten Fiedler am 12.08.2014 um 23:35 Uhr :

    Natürlich sagt Hillary das nicht wörtlich so, sie ist ja immer für “Demokratie”, “Freiheit” blablabla, aber glaubst du die ISIS-Banden hätten einfach so die Waffen niedergelegt, wenn der Westen Damaskus bombardiert und ihre Bodentruppen dann Assad verjagt hätten ? Never – sie wären an der Macht beteiligt worden, so wie die Rechtsradikalen in Kiew, die vier Ministerposten in der Putschregierung bekamen.

     
  9. curti am 13.08.2014 um 08:53 Uhr 

    @ Karsten Fiedler

    Der eiskalte “Engel” H(K)illary Clinton verfügt über alle Eigenschaften, die es braucht um die Welt zum Gegenteil dessen zu machen was sie vorgibt bewirken zu wollen. Dazu gehört auch und gerade das Wortspiel!

    Für etwas psychische Intimität:

     
  10. Markus Weber am 13.08.2014 um 13:58 Uhr 

    Sehr geehrter Herr Bröckers,

    haben Sie vielen Dank für Ihre kerzengeraden Berichterstattungen und Analysen! Man kann Ihnen nur gratulieren und zustimmen, und es läuft ja wieder einmal alles darauf hinaus, dass “wir”, also der “Westen”, einfach nicht so recht von dem Selbstbild der kategorisch “Guten” wegkommen will.

    Ich möchte nur ein paar Dinge anfügen, die ich in diesem Zusammenhang für interessant halte:

    1) Gabor Steingart (den ich sonst nur aus dem SPIEGEL kannte) hat im Handelsblatt ausführlich beschrieben, wie sehr vorurteilsbasiert und parteiisch unser Umgang mit den Russen in Sachen Ukraine und MH17 doch ist. Es gibt sie also noch, die Journalisten, die etwas Mässigendes dazu verlautbaren.

    2) Unsere Mainstream-Presse ignoriert Positionen wie die Ihre keineswegs einfach. Man scheint u.a. bei Ihnen sehr aufmerksam nachzulesen, wogegen man als nächstes argumentieren muss, um am Ball zu bleiben und den Deckel auf dem Topf zu halten. Und prompt können wir in der FAZ lesen, dass es im IRAK mit der ISIS auch ohne den US-Einsatz gegen Sadam Hussein so oder sehr ähnlich gekommen wäre, wir also jetzt in der Pflicht stehen.

    3) Dabei hatte Peter Scholl-Latour schon in seinem “Grossmacht im Treibsand” darauf hingewisen, dass das Irak-Abenteuer der USA sinn- und aussichtslos sein und ihre Überdehnung einläuten würde. Ein Leuchtturm-Projekt in Afghanistan hätte gereicht – und alle Mann an Bord gebraucht.

    4) Ebenfalls im SPIEGEL erhält Margot Kässmann Raum, um darzulegen, dass Krieg und Tötungen für Christen nie eine Leitlinie zum Wohle und zum Frieden sein dürfen. Prompt verwünscht man sie auf der Achse des Guten dorthin, wo die Bananen wachsen, und Jan Fleischhauer wirft ihr unter grossem Beifall Blindheit für moralische Dilemmata vor.

    5) Von Oded Yinon gibt es aus den achtziger Jahren einen Wunschplan für Nahost, der im derzeitigen Chaos so ziemlich seine idealtypische Erfüllung finden würde. Kein Wort dazu in der Presse.

    6) Ebenfalls sorgsam wird umschifft, dass es zwischen MH370, MH17, Gaza, Syrien, Irak, Iran und der Ukraine grössere Zusammenhänge, eben so etwas wie eine planvolle Inszenierung, geben könnte.

    Das sind wie immer alles nur ganz ganz furchtbar unrealistische Verschwörungstheorien. Das kennen wir ja zur genüge. Und doch ist man jedesmal wieder perplex, wie gross der Hang zum Schweigen ist. Dazu empfehle ich übrigens die Ausführungen der Psychologin udn Therapeutin Frances T. Shure auf Architects & Engineers for 9/11 Truth.

    Bitte, bleiben Sie am Ball und bemühen Sie sich um Gespräche mit führenden Politikern und um Auftritte in bekannten Fernsehsendungen. Man muss Ihre Gegenpositionen gehört haben, bevor man das, was da abgehalten wird, eine Debatte oder eine differenzierte Betrachtung nennen kann.

     
  11. Karsten Fiedler am 13.08.2014 um 14:17 Uhr 

    @Tom:
    > sie wären an der Macht beteiligt
    > worden, so wie die Rechtsradikalen
    > in Kiew

    und wenn schon. besser als ein kalifat, in dem die frauen zwangsweise beschnitten werden. apropos kiew: die rechtsradikalen in der ukraine lehnt putin ab – denen in ungarn und frankreich hat er zum europawahlsieg gratuliert. das war das einzige, was ihm in vier stunden bürger-tv-sprechstunde zu europa einfiel. putin als lordsiegelbewahrer des anti-faschismus ist ungefähr so glaubwürdig wie jürgen elsässer als sprecher der deutschen friedensbewegung.

     
  12. H. Bandermann am 13.08.2014 um 23:27 Uhr 

    OT: “Titanic” nimmt Montagsdemos aufs Korn

    http://www11.pic-upload.de/13.08.14/oyzyjerqxogn.jpg

     
  13. michael snoek am 14.08.2014 um 11:19 Uhr 

    brilliant, der steckbrief fuer die moerderbande ist ja schon fertig. jetzt muessen die nur noch nach den haag gebracht werden. da gibt es wohl sicherlich einen special/extraordinary rendition flight wo noch ein paar plaetze frei sind.wird auch zeit!

     
  14. Berndchen am 14.08.2014 um 11:31 Uhr 

    Kleiner Hinweis:
    Brandaktuelles Gespräch mit Dr. Daniele Ganser (13.8.2014) zum Thema!
    Kenfm

     
  15. Jens am 17.08.2014 um 18:51 Uhr 

    Hallo Herr Broeckers,

    ob die “Islamisten” leider, leider ihre Herren verraten haben, oder genau das tun, was sie sollen, ist meines Erachtens offen.

    Hierzu ein Zitat von Susan George aus ihrem Buch “Der Lugano-Report” aus dem Jahr 2001:

    Da man mich immer wieder fragt: “Was ist zu tun?”, fange ich mit einigen Negativvorschlägen an. Als erstes darf man dem “Sollte”, “Müsste”, und “Sich an die Stirnschlagen” nicht in die Falle gehen. Anzunehmen, man bräuchte eine Veränderung nur zu erklären, damit sie angenommen werde, weil sie schließlich zu Gerechtigkeit, Gleichheit und Frieden beitrüge, ist die traurigste und ärgerlichste Form der Naivität. Viele gute und ansonsten intelligente Menschen scheinen zu glauben, wenn mächtige Leute und Institutionen den Ernst einer Krise und die Notwendigkeit der Abhilfe erst einmal richtig verstanden hätten, würden sie sich an die Stirn schlagen und zugeben, sich die ganze Zeit geirrt zu haben, und wie durch eine plötzliche Offenbarung sofort eine Kehrtwende in ihrem Verhalten einleiten.

    Einiges ist zwar Ignoranz und Dummheit zuzuschreiben, aber das meiste geschieht, weil die Mächtigen es genau so wollen.

     

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