Medien im Krieg

titel-17“Vertreter der traditionellen Medien brandmarken die Kritiker als “Putinversteher” und stempeln sie allzu oft allgemein als Verschwörungstheoretiker ab. In aller Deutlichkeit geben meinungsführende Journalisten zu verstehen, dass sie das Monopol auf die legitime Deutung der gesellschaftlichen und politischen Wirklichkeit innehaben, wie es der französische Soziologe Pierre Bourdieu einmal sinngemäß in seinen Analysen des journalistischen Felds ausgedrückt hat. Der Konflikt zwischen den traditionellen Medien und ihren Rezipienten, das ist festzustellen, ist vor allem ein Kampf um die Deutungshoheit.”

In diesem Kampf stellt das Online-Magazin “Telepolis”  eine wichtige Bastion des Widerstands gegen das Meinungsmonopol der Großmedien dar, was sich schon vergangenen Krisen und Kriegen gezeigt hat und auch im Zuge der Auseinandersetzungen in und um die Ukraine wieder deutlich geworden ist. Wenn der Mainstream den Kriegsmodus einschaltet  werden  journalistische Standards ausgeschaltet – für die gute Sache, versteht sich, denn wir kämpfen ja immer nur für das Gute – oder nur noch simuliert. Wo und wie das geschieht  – und dafür gesorgt hat, dass der Graben zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung selten so auseinanderklafte  wie im verganenen Jahr –  machen die gesammelten Interviews, Artikel und Analysen von Telepolis-Autoren deutlich. Sie sind jetzt, herausgegeben von Florian Rötzer,  für 4,99 Euro als eBook erschienen: “Medien im Krieg –  Krise zwischen Leitmedien und ihren Rezipienten”

5 Comments

  1. Sorry, aber für mich geht diese Medienkritik immer etwas in die Irre, weil sie auf einem Missverständnis beruht. Kritiker glauben offenbar, dass es nur um eine Fehlentwicklung geht, dass die Medien von ihrer “eigentlichen Aufgabe” abweichen, einfach nur mies recherchieren oder von der Politik zur Propaganda gedrängt werden.

    Meine Überzeugung ist, dass die Großmedien hier von Beginn an keine andere Aufgabe hatten, als die Massen zu steuern, zu manipulieren, zu beherrschen. Sie tun genau das, wozu sie geschaffen wurden. Es ist effizienter und geschickter, die Menschen auf diese Art zu beherrschen als mit einem teuren und offen autoritären Sicherheitsapparat a la Stasi.

    Allerdings stößt dieses Mittel jetzt an seine Grenzen, weil die von der Herrschaftselite verantwortete finale Schussfahrt in den Orkus ein solches Tempo aufgenommen hat, dass die begleitende Verblödungspropaganda nicht mehr glaubhaft Schritt halten kann.

    Dass die Medien nicht bloß Sprachrohr der Politik sondern die Machtverhältnisse andere sind, kann man immer gut am Beispiel Schröder zeigen, der von “Medienmacht und Medienmanipulation” sprach, nachdem er vor den Wahlen abgeschrieben wurde, weil er mit Putin und Chirac gegen Bushs Irakkrieg war: http://www.ngo-online.de/2005/09/19/bei-ard-und-zdf-unterbrochen/

    Also: Medienkritik bleibt ein Missverständnis, solange man die Diskussion über die tatsächlichen Machtstrukturen in der Bananenrepublik scheut.

  2. Tja , Medien im Krieg.

    da gibts dann eben auch mal einen “Kollateralschaden”.
    Gut das ist vielleicht der falsche Begriff.

    http://meedia.de/2014/12/04/spiegel-buechner-wird-freigestellt-saffe-geht-auch-nachfolger-werden-noch-nicht-inthronisiert/

    Jedenfalls gibt es bei mir ein gewisse Freude über diese Meldung!

    Vielleicht hat ja mein erster und auch letzter Leserbrief an den Spiegel, eine wenn auch geringe, zusammen mit vielen anderen aber doch eine gewisse Wirkung erzielt.

    https://www.broeckers.com/2014/07/29/luge-in-kriegszeiten/

  3. Genau, @Stefan am 04.12.2014.
    Allenthalben wird vom “Versagen” der Medien gesprochen. Und das betrifft nicht nur die Medien, sondern alle Herrschaftsinstrumente.
    “Versagen” impliziert ja, dass sie nicht effektiv genug arbeiten, die Menschen nicht mehr erreichen und dass die Probleme mit mehr Geld, besserem Personal und Material gelöst werden könnten…

    Nein. Abschaffen und neu aufbauen. Aber nicht alles. Geheimdienste werden nicht gebraucht.

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