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Jan, 2015

Further Up On The Road

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“2014 könnte interessant werden: 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs, 75 Jahre nach Beginn des Zweiten, 25 Jahre nach dem Mauerfall….und immer noch nix dazugelernt ? Schaun wir mal, wie sich der Kalte Krieg – “böser” Putin (trotz freigelassener Oligarchen,Pussy-Tussis und Snowden-Asyl) vs. “guter” Obama (trotz NSA, Drohenmorden und Guantanamo) weiter entwickelt. ARD, CNN & Co. sind auf jeden Fall durch RT.com zu ergänzen, wie überhaupt  beim Medienkonsum die Sensibilisierung des persönlichen BB (Bullshit & Brainwashing) -Detektors dringender denn je angeraten ist…”

So lautete vor einem Jahr an dieser Stelle die Prognose… und sie lag schon recht gut, denn auf die rhetorische Eingansfrage, ob die Welt noch immer nix dazugelernt kann man heute mit einem eindeutigen “Nö” antworten. Der Krieg zwischen Ost und West ist heiß geworden und hat in der Ukraine schon tausende Menschenleben gefordert. Diese Eskalation – und der permanent im roten Bereich drehende BB-Detektor angesichts der Darbietung dieses Konflikts in den “Leitmedien”- waren  der Grund, warum ich mich Anfang Mai kurzer Hand entschloss, ein Buch darüber zu schreiben. Die Penetranz des Schwarz-Weiß-Films mit dem alleinigen Schurken Putin war ebensowenig auszuhalten wie die völlige Unterschlagung der geschäftlichen und militärischen Agenda von USA/NATO/EU. Weil ich mit Paul Schreyer gleich einen perfekten Ko-Autor fand konnte “Wir sind die Guten” sehr schnell fertigestellt werden  und schon am 1. September erscheinen. Dass es mittlerweile seit 16 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste ist  – obwohl es abgesehen von einer kurzen Erwähnung in der “Süddeutschen”  in den großen Zeitungen nicht rezensiert wurde – spricht nicht nur Bände über den verwahrlosten Zustand der Leitmedien, die eines der meistgelesenen politischen Sachbücher des Jahres einfach ignorieren weil es nicht in ihr Narrativ paßt, sondern auch über den Verlust  an Deutungs,- und Interpretationshoheit, den diese Medien dank des Internets erfahren haben. Um ein Buch, eine Idee, eine Meinung einem großen Publikum bekannt zu machen,  braucht es die Leitartikler und Feuilletons von FAZ bis taz einfach nicht mehr und merkwürdigerweise scheinen es die Journalisten zu sein, die das als Letzte merken  – sie wundern sich immer noch, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung ihre Berichterstattung in Sachen Ukraine als wenig objektiv und einseitig empfindet. Da kommt der Pegida-Schlachtruf “Lügenpresse” – recycelt aus dem PR-Arsenal von Joseph Goebbels – gerade recht, um sich mit spitzen Fingern von diesem “Mob” zu distanzieren – und die nur zu berechtigte Kritik mit dumpfem Rassismus und Rechtsradikalismus zusammenzurühren und als “Verschwörungstheorie” – auch 2014 ein Dauerbrenner in der Liste der Unwortedes Jahres  –  zu entsorgen. Von Selbstkritik und Besserungsbeteuerungen war jedenfalls nach den vernichtenden Umfrageergebnissen in Sachen Medienvertrauen wenig bis nichts zu hören. Es wird also weiter sinken und wir können die BB-Warnung  von vor einem Jahr nur verschärft wiederholen.

Was den neuen Kalten Krieg betrifft, bin ich pessimistisch – nicht nur militärische Aufrüstungsprogramme  auch eine allgemeine geistige Mobilmachung sind im vollen Gange. Die Vereinigten Staaten sind pleite, ihre Staatsschulden haben sich in wenigen Jahren mehr als verdoppelt – wären sie in der EU, die “Pleite-Amis” müßten noch vor den Griechen von der Troika gefeuert werden; zudem haben sie sich mit dem gegen Russland gerichteten Drehen an der Ölpreis-Schraube ins eigene Knie geschossen: die Fracking-Blase – die mit Abermilliarden kreditierte heimische Öl-Exploration – droht zu platzen: wenn der Ölpreis noch länger auf dem aktuellen Niveau von 60 $/Barell verharrt, steht ein neues Finanzdesaster ähnlich der 2008 geplatzten “Housing-Bubble”   ins Haus. Zudem wankt die globale Herrschaft des Petro-Dollar, denn China und Russland haben zum Jahresende begonnen ihre Geschäfte in Landeswährung abzurechnen. Das kommt, nicht nur wegen des 725 Milliarden $  Pipeline-Deals der beiden Länder, einer tektonische Plattenverschiebung im globalen Wirtschaftssystem gleich – die anglo-amerikanische Finanzherrschaft ist ernsthaft angeknackst, wenn Russland und China – der Rohstoffriese und der Wirtschaftsriese, die knapp ein Drittel des globalen BSP generieren –  sich  der Kontrolle durch die westliche Hochfinanz entziehen. Und wie das so ist, wenn Imperien an Einfluß verlieren, bleibt als Lösung nur Krieg – zumal wenn man, wie die USA,  von dem Ziel einer  globalen “Full Spectrum Dominance” nicht lassen will. Dass der nächste Krieg für dieses Ziel in Europa stattfinden müßte und die EU in der Ukraine kräftig mit dabei ist, das Pulverfass dafür scharf zu machen  – was zwar ganz im Sinne der anglo-amerikanischen Strategie, nicht aber im Sinne Europas sein kann – hat in Brüssel offenbar noch niemand gemerkt. Dass dieses Schlafwandeln endlich aufhört – statt wie vor 100 Jahren zum großen Knall zu führen – ist vielleicht der wichtigste politische Wunsch für 2015.

Ansonsten schauen wir – mit Musik  – was uns im neuen Jahr Further Up On The Road erwartet, wir hören noch einmal die alten Begleiter, die uns verlassen haben – Johnny Winter, Jack Bruce, Joe Cocker – vergiessen mit diesen wunderbaren Fingerpickern ein paar Tears in Heaven und beschliessen die kleine Neujahrsansprache mit einem Good Spliff . Danke für die Aufmerksamkeit und alles Gute für’s Neue Jahr.

 

Kommentare

10 Kommentare zu “Further Up On The Road”

  1. xyz am 01.01.2015 um 20:52 Uhr 

    danke für alles !!!

     
  2. pyramid am 02.01.2015 um 17:18 Uhr 

    Schöne Musikauswahl Herr Bröckers.

    Hier noch ein Meisterwerk aus dem Jahre 1986, das zeigt das es eigentlich keinen “Niedergang” des Journalismus gibt, sondern das er schon immer so niederträchtig war.

    Jackson Browne

    Lives in the Balance

    https://www.youtube.com/watch?v=qm8GysKPgGs

    Songtext:
    I’ve been waiting for something to happen
    For a week or a month or a year
    With the blood in the ink of the headlines
    And the sound of the crowd in my ear
    You might ask what it takes to remember
    When you know that you’ve seen it before
    Where a government lies to a people
    And a country is drifting to war

    And there’s a shadow on the faces
    Of the men who send the guns
    To the wars that are fought in places
    Where their business interest runs

    On the radio talk shows and the T.V.
    You hear one thing again and again
    How the U.S.A. stands for freedom
    And we come to the aid of a friend
    But who are the ones that we call our friends–
    These governments killing their own?
    Or the people who finally can’t take any more
    And they pick up a gun or a brick or a stone
    There are lives in the balance
    There are people under fire
    There are children at the cannons
    And there is blood on the wire

    There’s a shadow on the faces
    Of the men who fan the flames
    Of the wars that are fought in places
    Where we can’t even say the names

    They sell us the President the same way
    They sell us our clothes and our cars
    They sell us every thing from youth to religion
    The same time they sell us our wars
    I want to know who the men in the shadows are
    I want to hear somebody asking them why
    They can be counted on to tell us who our enemies are
    But they’re never the ones to fight or to die
    And there are lives in the balance
    There are people under fire
    There are children at the cannons
    And there is blood on the wire

     
  3. Michael Werner am 02.01.2015 um 19:50 Uhr 

    Sehr geehrter Herr Broeckers,

    während einiger Stöberminuten in meiner Buchhandlung in Leipzig ist mir Ihr Buch rein zufällig in die Hände gekommen. Ich kannte weder den Titel aus irgendeiner Ankündigung, noch sagten mir die Autoren etwas. Jetzt weiß ich aber, dass es auch in unserem Land Journalisten gibt, die ihren Beruf ernst nehmen und tatsächlich in der Lage sind eine umfassende Analyse eines weit- und tiefgefächerten politischen Problems darzustellen, sogar Schlußfolgerungen zu ziehen und politische Handlungsempfehlungen zu geben. Ich würde mir sehr wünschen, unsere Kanzlerin und alle für die Außenpolitik Verantwortlichen unseres Landes stellten sich Ihren Argumenten.
    Herzlichen Glückwunsch also für dieses hochaktuelle politische Schriftwerk.

    Mit besten Gruß

    Michael Werner

     
  4. Roland am 04.01.2015 um 08:49 Uhr 

    Das neue Jahr beginnt mit einer false-flag Operation und US-Sanktionen gegen Nordkorea.
    Es war aber ein Insider-Job bei Sony.
    http://www.gotnews.com

     
  5. pyramid am 04.01.2015 um 09:30 Uhr 

    @Michael Werner

    Sie wünschen sich, unsere Kanzlerin und alle für die Außenpolitik Verantwortlichen unseres Landes stellten sich den Argumenten des Buches “WIR SIND DIE GUTEN”. Das ist wirklich wünschenswert und wäre sehr zu begrüßen.

    Und tatsächlich entdeckt auch “MUTTIS KLÜGSTER”
    https://www.google.de/search?q=%22muttis+kl%C3%BCgster%22&btnG=Suche&gbv=1
    massive Propaganda in Deutschland!

    Er beklagt “Massiven Druck gegen deutsche Journalisten”:
    Nach den Worten von Röttgen wird beispielsweise massiver Druck aufgebaut gegen “deutsche Journalisten, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk unparteiisch aus der Ostukraine berichten und Russlands Beteiligung beim Namen nennen”.
    http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_72354438/roettgen-wirft-putin-propaganda-in-deutschland-vor.html

    Tja , was soll man davon halten?
    Stellt die Brille die Herr Röttgen trägt die Wirklichkeit auf den Kopf?
    Wurde er möglicherweise im Sommer letzten Jahres lobotomisiert oder hypnotisiert?
    https://www.google.de/search?gbv=1&q=norbert+r%C3%B6ttgen+bilderberg&revid=1453903361&sa=X&ei=4umoVIK8IOXPygPU54HgCw&ved=0CEgQ1QIoAQ

    Hat “Muttis Klügster” auch Visionen von Putin und sieht ihn nackt auf einem Tiger durch die Taiga reiten und traut dem Teufelskerl deshalb einen derartigen Einfluss zu?

    Die Klagen der Journalisten scheinen sich jedenfalls zu häufen. So lamentiert auch eine Schreiberin der SÜDDEUTSCHEN:

    … Die Wut gibt es nicht nur am Rand
    Journalisten und Journalistinnen zum Beispiel sind mit ihr heute dort konfrontiert, wo sie damit überhaupt nicht rechnen.
    Da ist zum Beispiel der Schulfreund mit Einser-Abitur, der begeistert Videos des Kreml-Senders Russia Today auf Facebook postet: “Endlich mal eine andere Sicht auf die Dinge.” Da sind die Freunde der Eltern – Hochschulprofessoren, pensionierte Lehrer – , die von einem Propagandafeldzug von Regierung und Medien gegen Russland sprechen. Da ist der neue Freund der Studienfreundin, der einem “alternative Online-Medien” zur großen US-amerikanischen Finanzkapitalverschwörung ans Herz legt. Da sind die Bekannten, die sagen, sie könnten den Frust der Pegida-Demonstranten schon verstehen. …
    http://www.sueddeutsche.de/politik/pegida-hogesa-afd-und-montagsmahnwachen-das-jahr-der-grossen-wut-1.2271049

    Um sich dann im Artikel ihr Weltbild doch wieder zurechtzubiegen bzw. zurechtzulügen.

    Jedenfalls zeigt die Arbeit von Mathias Bröckers und vieler Anderer doch ihre Wirkung.
    Da kann man dann auch mal mit einem guten Gefühl auf das vergangene Jahr zurückblicken.

     
  6. Blaubeere am 05.01.2015 um 11:22 Uhr 

    Diese Behauptung, es würde Druck ausgeübt auf “deutsche Journalisten, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk unparteiisch aus der Ostukraine berichten und Russlands Beteiligung beim Namen nennen”, hat mich erstaunt. Welche deutsche Journalisten berichten denn direkt aus Donezk, Lugansk oder Gorlowka? Meistens kommen doch die Berichte von Korrespodenten aus Moskau oder Kiew, d.h. von Leuten, die eben NICHT direkt vor Ort sind. Und wenn die Volksrepubliken in der Ostukraine einigermaßen bei Trost sind, lassen sie auch Leute wie Frau Atai gar nicht erst bei sich rein… 😉

     
  7. pecas am 05.01.2015 um 13:13 Uhr 

    Global Research hatte am 7. Dezember 2014 einen satt zusammenfassenden 25-Jahre- Rück- bzw. Einblick von (Prof.) James Petras:

    http://www.globalresearch.ca/the-rise-of-german-imperialism-and-the-phony-russian-threat/5418498

    Wenn nicht der einzige Grund dafür, wie wenig von den (auch) dort vermerkten, geschichtlich definitiv entscheidenden Tatsachen hierzulande bis heute überhaupt nur einmal bemerkt – geschweige denn sich vom eventuellen Rezipienten bzw. potenziellen Zinnsoldaten bewusst gemacht – worden wäre, die (auch in dem verlinkten Artikel angemerkte) konsequente, “pro-aktive” und möglichst flächendeckende, so arglistige wie heimtückische Unterdrückung/Verfälschung aller entscheidungsrelevanter Meldungen in den hiesigen, fast schon absolut dominierenden, einseitig US-EU/NATO- (bzw. wieder, wie wir z. B. von Antony Sutton und/oder Guido Preparata wissen, “Vasallen-Großdeutsch”-) orientierten Medien sein könnte, wäre es direkt schon lustig, die davon geprägten Menschen fürderhin ohne die sie erst (zu) gutmeinend zu solchen machende Blindbrille zu sehen.
    – Jedenfalls wird es immer gefährlicher, für die ganze Welt, das nicht zu tun.
    In diesem Sinn wünschte ich mir ein gutes, ein mutiges Neues.

     
  8. Markus Weber am 05.01.2015 um 14:30 Uhr 

    Sehr geehrter Herr Bröckers,

    auch Ihnen alles Gute zum neuen Jahr und vielen Dank für Ihre unermüdliche Arbeit im vergangenen! Sollten die Guten, gemeint die “Super-Guten” – aus welchen Gründen auch immer – weiterhin in ihrer Auf-und-Niedergangsagenda den jüdischen Kalender parodieren, dann wird seit ein paar Monaten gerade ein Sabbat-Jahr abgespult, dessen vermutlich krachendes Ende wir Mitte September 2015 erleben werden. Gefolgt sein wird das Dahin-Fahren-Lassen aller spitzenmässigen Errungenschaften (man erinnere sich: Die US-Regierung hatte im Sommer 2001 kaum etwas gegen den laufenden Angriff auf das WTC und sieben Jahre später nichts gegen das Heraufziehen der Finanzkrise zu unternehmen gewusst) von einer Phase der energischen Wiederaneignung all dessen, dessen man zuvor verlustig gegangen zu sein sich wähnt oder das man an dessen statt zur Besänftigung des Verlustes sich einzuverleiben beliebt. Der Krieg, die Kriege – man weiss noch nicht genau, welche – werden also ab Oktober 2015 wieder aufflammen und noch viel mehr verzehren als die bisherigen, die in diesem neuen düstereren Lichte wie (fahr)lässiges Vorgeplänkel erscheinen dürften. Man möchte sich wünschen, ich läge komplett falsch. So wie ein Habgieriger das Opfer seiner Diebstähle grausam zurichten und töten kann, so kann der Mordlustige Hab und Gut seines Opfers verschwinden lassen – einfach nur, damit die Ermittler möglichst lange dem falschen Motiv aufsitzen.

     
  9. jens fiedler, kassel am 05.01.2015 um 15:57 Uhr 

    frohes neues auch allerseits von mir.

    bezugnehmend auf…

    Horst Teltschik: “Merkel muss Putin ein Angebot machen” | ZEIT ONLINE
    http://www.zeit.de/politik/2014-12/horst-teltschik-angela-merkel-russland-wladimir-putin

    …sprach vor einer woche im spiegel heinrich august winkler richtiges und wichtiges aus:

    “horst teltschik, der kanzlerberater kohls, hat angela merkel aufgefordert, sie solle putin ein angebot machen. in wessen namen? die vorstellung, wir könnten uns über die köpfe der ukrainer hinweg mit russland verständigen, bedeutet einen rückfall in deutsches großmachtdenken. diese zeiten sind unwiderruflich vorbei. es ist schon außerordentöich bedenklich, dass die zahl derer nicht klein ist, die an alte deutsch-russische gemeinsamkeiten anknüpfen wollen. das reicht von alexander gauland von der afd über lothar de maizière, den letzten ddr-ministerpräsidenten, bis zu matthias platzeck, dem ehemaligen spd-chef, und der partei die linke. häufig fällt dann der name bismarck. wenn polen und balten das hören und lesen, denken sie an den hitler-stalin-pakt oder im falle polens auch an die drei teilungen des landes durch russland, preußen und österreich.”

    apropos teilung: der ultranationalist schirinowski forderte neulich das undenkbare. In seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Staatsduma hatte er einen “offiziellen Brief” an das polnische Außenministerium geschrieben. In dem Brief schlug er die Teilung der Ukraine vor. Ähnliche Briefe seien an die rumänische und ungarische Regierung gegangen. Polen schlug er vor, eine Volkabstimmung in den 5 westlichen Regionen der Ukraine – Wolhynien, Lemberg, Iwano-Frankiwsk, Ternopil und Rivne – zu verlangen. Das seien schließlich polnische Gebiete, schrieb er. Ungarn und Rumänien sollten Transkarpatien und Tscherniwzi fordern. Übrig bliebe dann nur der zentrale Bereich der Ukraine als unabhängiger Staat.

    womit wir beim thema revanchismus sind. spätestens jetzt wirds hochinteressant imo. herr bröckers, sie erinnern sich sicher an die krim-rede putins in sewastopol. er sagte dort, es gehe russland darum, “historische gerechtigkeit wiederherzustellen” – ein irrer satz, der so ziemlich jede grenze in europa in frage stellt. denn wer, bitte, sollte denn festlegen, was gerecht ist und was ungerecht? im zweifel die stärkste atommacht in europa. was gerecht ist und was nicht, liegt in der regel im auge des betrachters. will russland alaska wiederhaben? sollte frankreich das spottbillig vertickte louisiana von den amis zurückfordern? was ist mit dem schönen elsass? let´s have it back /irony off. denkbar, dass der südschleswigsche wählerverband eine online-petition startet, die dänemark dazu auffordert, sich deutschland anzuschließen. im ernst: mich wundert, dass sie als altlinker auf den geschichtsrevisionismus putins nicht allergisch reagieren. auf die frage, warum sie kurt georg kiesinger geohrfeigt habe, antwortete beate klarsfeld wie folgt: “weil er ein revanchist ist.” wenn sie, herr bröckers, klarsfelds motiv ernstnehmen (woran ich keinen zweifel habe), hätten sie die gute dazu auffordern müssen, putin nach dessen sewastopol-rede ebenfalls unsanft zu betatschen. taten sie aber nicht. schade. aber kann ja noch kommen.

    beste grüße

     
  10. Björn am 07.01.2015 um 18:46 Uhr 

    Nichts zu sagen zur Rezension in der FAZ, Herr Bröckers? Die las sich ja doch reichlich vernichtend.

     

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