Darth Vader ganz entspannt

25.07.15 21:08-Bildschirmkopie

Bei der Operation 9/11 läuft alles nach Plan, da kann man im Büro schon mal ein wenig die Füße  hochlegen…
Nun gäbe es sicher wichtigere, unveröffentliche Bilder vom 11.9.2001 als die 350 Aufnahmen von Bush, Cheney und Mitarbeitern, die das Nationalarchiv jetzt veröffentlicht und auf Flickr eingestellt hat, aber was die “Atmo” im Weissen Haus betrifft, ist dieses hier schon recht aufschlussreich. So relaxed, locker und wenig überrascht wie Dick Cheney haben wohl wenige diesen unfassbaren Anschlag zur Kenntnis genommen…

In “9/11 – Zehn Jahre danach” hatten wir im Kapitel “Auf verlassenem Posten” über das merkwürdige Nichtstun des Verteidigungministers, des Armeechefs und des Vizepräsidenten geschrieben:

Wo aber war, zu guter Letzt, Vizepräsident Richard Cheney – in Vertretung des morgens eine Grundschule besuchenden (Kap. 18) und erst am Abend nach Washington zurückkehrenden George W. Bush für den Verlauf des Tages faktisch »Commander in Chief« und amtierender Präsident?

Legendär ist in diesem Zusammenhang der Bericht von US-Verkehrsminister Norman Mineta, der am Morgen des 11. September mittendrin war, also im Weißen Haus, an der Seite von Dick Cheney. Mineta wurde nach eigener Aussage um 9:20 Uhr in den Bunker-Konferenzraum unter dem Weißen Haus gebracht, wo sich Cheney zu diesem Zeitpunkt bereits aufhielt. (Minetas – wenngleich nicht unumstrittene – Aussage wurde von der Kommission vollständig ignoriert und aus deren Videoarchiv entfernt, kann aber dennoch weiterhin im Netz begutachtet werden.) Richard Clarkes Schilderungen bestätigen indes Minetas Aussagen, jedenfalls grundsätzlich: Laut Clarke war Cheney um zirka 9:15 Uhr im Bunker eingetroffen,was Medienberichte, die sich auf Condoleezza Rice’ Aussagen zu den morgendlichen Abläufen im Weißen Haus stützten, unterstrichen.

Laut Mineta erfuhr nun Cheney im White-House-Bunker von einer Maschine, die sich Washington näherte. Nachdem ein Mitarbeiter dem Vizepräsidenten zum dritten Mal die – abnehmende Entfernung – mitgeteilt und ihn gefragt hatte, ob »der Befehl immer noch« gelte, fuhr Cheney den Überbringer der Nachricht an: »Natürlich gilt der Befehl noch! Haben Sie irgendwas Gegenteiliges gehört?« Das ereignete sich – laut allen Zeugenaussagen – um 9:25 oder 9:26 Uhr, etwa zehn Minuten vor der Pentagon-Explosion.

Der Commission Report ließ all diese Fakten links liegen und präsentierte eine ganz neue Version. Denn die Kommission stellte fest, dass Cheney erst um 10 Uhr in den Bunker gebracht worden war. Grundlage dieser maßgeblichen Realitätskorrektur war eine ominöse Secret-Service-Alarmierungs-Timeline – die dann allerdings leider, als »Skeptiker« sie sehen wollten, nicht mehr auffindbar war. Dennoch stellte der Commission Report alle bis dahin gesammelten Aussagen richtig. Oder auf den Kopf, nämlich so:»Ab 10:02 Uhr gingen im Bunker Berichte des Secret Service über ein sich Washington näherndes – mutmaßlich entführtes – Flugzeug ein. Dieses Flugzeug war United 93. … Irgendwann zwischen 10:10 und 10:15 Uhr teilte ein militärischer Mitarbeiter dem Vizepräsidenten und anderen mit, das Flugzeug sei 80 Meilen entfernt. Vizepräsident Cheney wurde um Erlaubnis gebeten, die Maschine angreifen zu dürfen. … Der Vizepräsident genehmigte den Angriff auf die Maschine. Er sagte uns, der militärische Mitarbeiter sei ein paar Minuten später, vermutlich zwischen 10:12 und 10:18 Uhr, zurückgekehrt und habe ihm mitgeteilt, die Maschine sei 60 Meilen entfernt. Erneut habe er um eine Genehmigung zum Angriff gebeten. Der Vizepräsident sagte erneut ja.«

Beachtlich. Der Commission Report verlegt also Cheneys »Umzug« in den Bunker um etwa eine Stunde nach hinten, erklärt den Flug AA 77 zu UA 93 und macht aus »natürlich gilt der Befehl noch!« (also der von Skeptikern vermuteten Stand-Down-Order für die Abfangjäger) einen markigen Befehl zum Abschuss. Einen Befehl, der allerdings passenderweise um 10:15 Uhr keine Folgen mehr haben konnte, da UA 93 bereits zehn Minuten zuvor abgestürzt war.
Eine Stunde mehr oder weniger, das ist natürlich generell und erst recht erdgeschichtlich gesehen keine große Sache, in dem Fall aber doch der Rede wert. Denn an dieser waghalsigen Umdeutung der Realität lässt sich trefflich zeigen, wie gründlich die Kommission (Kap. 2) gearbeitet hat.

Uns bleibt auch hier nur die Bitte um staatsanwaltliche Hilfe. Konfrontieren wir jene, die an diesem Morgen dringend hätten handeln können, ja, müssen, mit den Aussagen von Clarke, Mineta, Rice und so vielen anderen. Am besten auch gleich noch mit denen von Dick Cheney selbst, der am 16. September 2001 im Interview sagte, er habe im Bunker vom Pentagon-Crash erfahren. In genau dem Bunker, im dem er ja laut Commission Report erst eine halbe Stunde später eintraf. Die Kernfrage also lautet: Meine Herren! Wieso wart ihr an diesem Tag alle zu zuverlässig »nicht auf dem Posten«? Und wieso widersprecht ihr euch bei jedem Erklärungsversuch alle, dass sich die Balken biegen?

12 Comments

  1. Wieso habe ich eigentlich kein Vertrauen mehr in Fotos ? Und von einem Nationalarchiv schon gar nicht ?

    Das alles kann genausogut von einer “Hilfe die Russen kommen” Übung sein.

    Das Foto mit den Füssen hoch ist ein Fake .. jede Wette. Gibt es da ein Original ?

    Hier werden VTler mal wieder beschäftigt .. Ablenkung ..

  2. @piper: Die Fotos scheinen echt zu sein:

    “The photos were released as part of a Freedom of Information Act request filed by Colette Hanna, a documentary coordinating producer for films appearing on “Frontline.”

    http://thehill.com/blogs/blog-briefing-room/news/249147-new-photos-released-of-bush-cheney-from-9-11

    …und was die “Übung” betrifft: Die gab es ja wirklich an diesem Morgen, allerdings wurden nicht “Hilfe, die Russen kommen” geübt, sondern die Entführung von Zivilflugzeugen durch “Hijacker”. Und Cheney, als Boss von COG (Continuity od Gouvernement) – http://www.voltairenet.org/article187603.html – war quasi der Übungsleiter.

  3. Darth Vader ganz entspannt:
    ‘Hoffentlich funkt uns nicht NORAD dazwischen…Ach so nee…die hatten wir ja so lange nach Alaska geschickt..also erst mal ganz locker die Beine hoch…so wie’s mir mein Kardiologe empfiehlt…’

  4. ….na ja, ein bischen photoshop war da denn doch im spiel….man erkennt ja garnicht seine hufe, da sind ja billige schuhe ruebergemalt….

  5. Halb OT aber doch passend zum Thema:
    General Wesley Clark kann sich Internierungslager in den USA vorstellen:

    goldseiten.de/artikel/252909–Internierungslager-in-den-USA-Wesley-Clarke-kann-sich-das-vorstellen.-.html

    Erinnert sich jemand noch an die mehrere Jahre alte “Verschwörungstheorie” von Alex Jones, nach der es in den USA 800 Fema-Camps mit eine Gesamtkapazität von 16-Millionen Menschen gibt?
    Kann man Clarks Aussage jetzt als die erste offizielle Bestätigung diese Lager sehen nachdem die Leute durch “Erziehung” im Fernsehen wo z.B. Folter etwas gutes sein soll abgestumpft sind?

  6. Apropos: Die Russen hatten an dem Tag bekanntlich auch eine Luftübung angesetzt und zwar im hohen Norden mit atomar bestückbaren Langstreckenbombern. Das war seinerzeit noch nicht wieder so alltäglich wie heute (erst seit 2007 machen die wieder regelmäßige Sperrflüge) und hat die Amis beunruhigt. Das war ja angeblich der Grund für die Verlegung der Airforce-Jäger in den Norden. Die Russen haben ihre Übung dann aber vorzeitig beendet. (Stand damals alles im Toronto-Star.)
    Diese Dinge wurden anschließend von kaum jemandem thematisiert, wegen der ganzen Zufälle und zwangsläufigen Fragen.

  7. Ich bin ja für ein UN-Tribunal zum MH 17 Absturz.
    Quatsch ich meine zum 9/11.

    Bin schon ganz durcheinander. Sry

  8. BREAKING:

    IDF trainiert in Griechenland!

    Die israelische Armee darf in Griechenland trainieren – Während sich A. Tsipras mit Angela Merkel auseinandersetzte, hat Pannos Kammenos, der verantwortliche Verteidigungsexperte, ein Kooperationsabkommen mit Israel unterzeichnet. Der Verteidigungsminister vertritt die kleine Partei: “Unabhängige Griechen”. Er war in Israel und hat dort das Dokument SOFA (Status of Forces Agreement) zusammen mit Moshe Yaalon unterzeichnet. Es wird vertraglich festgelegt, dass israelische Streitkräfte in Griechenland trainieren dürfen und umgekehrt! Diese Vereinbarung ist außergewöhnlich: nur die USA haben bisher einen solchen Vertrag mit Israel abgeschlossen. Yaalon begrüßt das Abkommen: ”das griechische Volk fühlt sich dem Volk von Israel sehr nah. Unsere Zusammenarbeit, auch in militärischer Hinsicht ist hervorragend; wir werden das gemeinsame Training fortsetzen. Terrorismus und Dhihad treffen nicht nur den Nahen Osten, sondern auch den Balkan und Europa. Wir haben gemeinsame Interessen, da es um die Folgen des iranischen Raketenprogramms geht.”

  9. Weshalb versteht Broeckers (noch) nicht, dass die Mineta-Geschichte eine der vielen psychologischen Finten des CoverUps ist?
    Nicht im Commission Report drin bedeutet, dass Mineta für die Wahrheitsgehalt seiner Aussage nicht haftbar gemacht werden kann. Aber die Geschichte pflanzt das “Flugzeug am Pentagon” in die Köpfe der Skeptiker. Das ist ja der eigentliche Zweck der Aussage. Um ein Faktum handelt es sich bei dieser Geschichte eben nicht.

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