26
Aug, 2015

“Der Journalismus produziert seine Kritiker und Gegner selbst”

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PropagandaUnter dem Titel “Querfront – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks” ist unlängst eine Studie der “Otto Brenner Stiftung” (der IG-Metall) erschienen, die  sowohl methodisch als auch inhaltlich ziemlich mißraten ist, wie hier, hier und hier schon gezeigt wurde. Einmal mehr wird in dieser “Studie” um das Tabu “Verschwörungstheorie” alles Mögliche und Unmögliche zusammengerührt, um mit diesem Brei aus Esoterik, Mumpitz, Nationalismus und der unvermeidlichen Prise “Antisemitismus” alles zu kotaminieren, was dort dann hineingestreut wird. Mir fehlen ja schon lange die Gähntechnologien, um diesem nach dem immer gleichen Muster gestrickten Stumpfsinn noch zu folgen, er begleitet mich seit den ersten Artikeln über 9/11. Wer die offizielle Version der Anschläge bezweifelt, glaubt eben auch an den lebenden Elvis, die reptiloide Alienregierung resp. jüdische Weltverschwörung und geht nur mit Aluhut außer Haus. Und zur neuen “Querfront” gehört er oder sie, wenn er oder sie mit jemanden aus diesem “Netzwerk” einmal gesprochen hat, oder verlinkt wurde. Dass es sich bei der von ihnen behaupteten Front um ein Konstrukt handelt, merken die Autoren dann auf S. 27 zwar selbst – “Ein gemeinsames operatives Ziel des hier untersuchten Netzwerks ist nicht zu erkennen,weder ein publizistisches noch ein ökonomisches oder politisches. Es ist auch keine Strategie zu erkennen, wie das Netzwerk oder einzelne seiner Akteure systematisch mehr Einfluss gewinnen wollen….” – sehen darin aber keinen Grund, den selbst gebastelten Popanz in die Tonne zu treten.

In einem Interview mit Marcus Klöckner bekundet nun der Herausgeber der Studie Wolfgang Storz durchaus richtig: “Der Journalismus produziert seine Kritiker und Gegner selbst”, und fordert zur Zurückgewinnung der Glaubwürdigkeit: “Es muss selbstverständlich werden, dass ein strikter Gegner der Euro-Währung, der Politik des Staates Israel, der offiziellen Version von 9/11 mit seinen Argumenten Teil der Berichterstattung und der Debatte ist. Dann wird gezeigt, wir nehmen die Kritik an dieser Verengung ernst, sie ist ja sehr weit verbreitet, wir ziehen Konsequenzen daraus. So könnten Medien auch Vertrauen zurückgewinnen.”

Hmmmh….hört sich prima an. Ist aber völlig unrealistisch. Denn was würde geschehen, wenn das unaufgeklärte Jahrhundertverbrechen 9/11 von den Großmedien tatsächlich ernsthaft recherchiert und die Ergebnisse debattiert würden ? Es käme heraus, dass es sich bei Osama und den 19 Teppichmesern als Alleintäter um ein Höhlenmärchen handelt und dass die Geheimdienste ( der USA, Saudi-Arabiens, Israels, Pakistans) in den Anschlag mindestens so verstrickt sind wie der deutsche Verfassungschutz in den NSU-Terror. Was natürlich Untersuchungsausschüsse,  staatsanwaltliche Ermittlungen und strafrechtliche Konsequenzen auf höchster Ebene zur Folge haben müßte.

Medien, die die Aufklärung dieses Massenmords so vorantreiben, dass die wahren Hintermänner zur Rechenschaft gezogen werden, würden die hearts and minds der Bevölkerung fraglos im Sturm zufliegen –  das Vertrauen in die Regierungen aber wäre restlos dahin. Weil mit 9/11 als inside job ja auch der gesamte “war on terror”, die sogenannte Sicherheitspolitik, Überwachung, Vorratsdatenspeicherung, “Patriot Act” und und und plötzlich in Frage stünden.  Und Dick Cheney möglicherweise nach Guantanamo verfrachtet, Chelsea Manning  den Friedensnobelpreis bekommen und Edward Snowden Datenschutzbeauftragter der Vereinten Nationen würde. Kurz: nach der 9/11-Aufklärung wäre so ziemlich nichts mehr wie es war. Eben deshalb findet sie nicht statt. Und Journalismus, der sich diesem Tabu unterwirft, ist keiner mehr.

Kommentare

6 Kommentare zu ““Der Journalismus produziert seine Kritiker und Gegner selbst””

  1. Stefan Miller am 27.08.2015 um 07:59 Uhr 

    seit es die Massenmedien gibt, so ab 1900 etwa, damals nur überregionale Zeitungen, werden die Massen damit manipuliert. Die Manipulation ist die Aufgabe der Massenmedien und nicht die Information der Massen. Nach dem zweiten Weltkrieg eröffneten sich mit der Erfindung des weltweiten Radios und später des Fernsehens völlig neue Möglichkeiten, die Massen gleichzuschalten und auf Kurs zu bringen. Jetzt kam noch das Internet dazu. Alle diese Erfindungen erfordern in der Anlaufphase erstmal riesige Investitionen und jede Menge Aufwand und das wird nicht aus kommerzielen Zwecken gemacht. Da sollte man sich keine Illusionen machen. Noch können wir per Internet alternative Informationen austauschen. Das konnte man auch früher mit unabhängigen Zeitungen und unabhängigen Sendungen sowohl im Radio als auch im Fernsehen. Aber auch das Internet wird und bald weggenommen werden, fürchte ich. Ich glaube mich mittlerweile in einer Art Truman-Show zu befinden und halte immer mehr Dinge für mediale Illusionen, die nur deswegen kreiert werden, um die Massen im permanenten Angstzustand zu halten, denn nur ängstliche Massen lassen sich kontrollieren. Das gilt für Schafe und für Menschen gleichermassen. Auch die neueste Shooting-Geschichte aus Virginia-USA gehört zu der medial kreierten Illusion. Offenbar reicht es ein paar verwackelte Filmchen zu zeigen und die ganze Welt glaubt daran nur weil die ganze Welt es gesehen hat. Und sie hat es im Internet gesehen, das Fernsehen interessiert doch niemanden mehr, wenn es um aktuelle “Informationen” geht.

     
  2. Markus Weber am 27.08.2015 um 09:38 Uhr 

    Gut gebrüllt, Herr Bröckers! Vielen Dank!

    Ich habe mir das Elaborat der Otto-Brenner-Stiftung gerade mal quer durchgelesen und einmal mehr bestätigt gefunden, worauf Sie neulich mit diesem Videovortrag über Propaganda-Methoden, mit denen kritische Stimmen zum Schweigen gebracht werden,hingewiesen hatten. Regel Nummer soundso: Darstellung überprüfbarer Sachverhalte zur blossen Meinung degradieren. Der Autor der Studie lässt an einer Stelle in vermeintlich selbstkritischem Ton fragen, ob man nicht besser daran täte, mal genauer und differenzierter zu klären, ab wann denn einer mit einer abweichenden Meinung zu einem neuralgischen Thema ein unerträglicher Verschwörungstheoretiker sei und bis wohin man ihn unter dem Gebot der Toleranz noch gewähren lassen, ihm Zugang zu den Leitmedien geben sollte. Später findet man dann auch in einer Liste von Charakterisitika zur Querfront, dass diese Leute “…ständig die Eliten sich absetzen sehen,…Vorbehalte gegen das Finanzsystem haben,…und für die Einschränkung der Meinungsvielfalt…” seien. Erst dachte ich, es ist ein schlechter Witz oder eine billige Projektion (die ist es ja sowieso), aber es passt schon: Wahrheit und Überprüfbarkeit gelten in den Augen der Leitmedien, der Spitzenpolitiker und der Gerichtsbarkeit nichts mehr. Wahrheit ist als Kategorie deshalb verpönt, weil der Begriff selbst Geltungsanspruch enthält.

    Richard Gage (von den Architects&Engineers for 9/11 truth) hat neulich erzählt, man habe ihn für seine im Umkreis der 9/11-Gedenkstätte unter die Leute gebrachte Broschüre schon alles mögliche geschimpft, unter anderem auch einen “Antisemiten”. Dabei habe er doch noch mit gar keiner Silbe gesagt, wer denn der oder die Täter sei(en). Seine Todsünde besteht in einer Darstellung, die keine andere Möglichkeit lässt, als von der alleinigen Täterschaft der 19 Teppichmesser abzurücken und die noch nicht erfassten (Mit-)täter in unserer Mitte aufzuspüren. Da hat sich Noam Chomsky (den James Corbett als “limited hang-out” bezeichnet) schon klüger verhalten: In die Enge getrieben, dass er ja auch alle möglichen Zweifel an der offiziellen Version habe und also eine Position wegen der Gebäudeeinstürze einnehmen müsse, sagte er sinngemäss, dass sich das alles durchaus noch in seinen Kardinalvorwurf an die US-Regierung, nicht genug zur rechtzeitigen Vereitelung der Attentate unternommen zu haben, einreihe, nämlich insofern, als man dann davon ausgehen müsse, dass “die Araber” offenbar sogar beim Sprengfertigmachen und Verkabeln der Türme ungestört agieren oder so oberausgeklügelte Sprengsätze mit an Bord schmuggeln konnten. Klar! Die Chomsky’sche 9/11-Kritik zwingt niemanden zum Handeln. Sich auf die Brust zu schlagen und zu sagen “Ja, Mist nochmal, manchmal sind wir in unseren Amtsstuben sowas von naiv! Uns fehlt einfach die kriminelle Phantasie. Dam’! Also, beim nächsten mal passen wir besser auf, versprochen” reicht komplett aus, um die, die unverbrüchlich an einen glauben, bei der Stange zu halten, weil sie einen jetzt sogar noch zusätzlich als Opfer der Übeltaten sehen.

    Mit einem Prozent der in den Kriegen verlochten Milliarden hätte man z.B. in einer Wüste eine identische Sektion des Pentagon nachbauen und einen Wettbewerb ausschreiben können, wer irgend ein geeignetes ausgedientes Passagierflugzeug so nachrüsten und lenken kann, dass man mit ihm die behauptete Flugbahn nachvollziehen und sich so ein realistisches Bild von den zu erwartenden Schäden durch einen solchen Aufprall machen könnte. Wurde nie erwogen. Obwohl es ja in einer möglichen, faktenbasierten Breitseite gegen alle Zweifler hätte münden können.

    Eine Regierung, die längst von den Wahrheiten zu den Narrativen übergeschwenkt hat, kann so etwas nicht wollen. Die An- und Einbindung der Bürger ist quasi-religiös: man muss nur alles mit genügend Herzblut glauben – und als Prämisse wie einen Gott in den Raum stellen, dass der eigene Staat (durch die, die ihn lenken) nichts per se Schlechtes verursachen kann.

    Das alles ist ein konzertiertes Abschwören von den Werten der Aufklärung. Da muss jeder Verweis auf ein wie immer geartetes “Abendland” natürlich auch störend sein. Die grossen Pressehäuser haben bei dieser Religion unterschrieben (der Staatsschutz legt einem das ja auch sehr nahe) und wundern sich dann, dass ein Kopp-Verlag ihren Wust nicht auch mitveröffentlicht und von den Nicht- oder Andersreligiösen fast jeden annimmt.

    Unsere Politapparate imitieren mehr und mehr den, den sie uns jahrzehntelang als das Inbild des unaufgeklärten, hoffnungslos antiqierten Sturkopfes zur Ablehnung präsentiert haben: den Papst oder besser die Curie. Man kann keine Kirchenaustritte dulden und schon gar nicht die Schriften der Ungläubigen für lesenswert anerkennen. “Unsere Wahrheit” gibt es nur bei uns. Die andere Wahrheit ist uns zu sehr auf das “wahr” konzentriert. Wo das “unsere” fehlt, sollte man keine Beachtung zollen.

     
  3. Bernie-Cornfeld am 27.08.2015 um 12:38 Uhr 

    D’accord! Hoffe trotzdem, daß “kotaminieren” nur ein Verschreiber ist.

     
  4. Stefan Miller am 27.08.2015 um 13:01 Uhr 

    Virginia Shooting war gefaked. Es gibt ein Video aufgenommen vom Kameramann als es passierte, dann ein Video vom Killer selbst mit dem Handy aufgenommen und ein drittes Video ebenfalls vom Kameramann aufgenommen, als er gerade erschossen wird mit dem Killer drauf, der direkt in die Kamera zielt. Und der Verlobte der erschossenen Frau hat 12 min zu früh darüber getwittert. Geht’s noch? Wer was unterhaltsames zum Thema Georgia Guidestones sucht: https://www.youtube.com/watch?v=Z6TLvkwR3UA

     
  5. Obi am 31.08.2015 um 21:02 Uhr 

    Albrecht Müller hat einen weiteren treffenden Verriss des Machwerks auf den Nachdemkseiten:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=27377

     
  6. Stefan am 02.09.2015 um 11:10 Uhr 

    Wenn die Massenmedien den Leuten jeden Tag unisono erzählen, dass die Sonne scheint, obwohl es in Strömen regnet, dann hat es nichts mit rechts oder links zu tun, wenn man sich von denen abwendet und nach alternativen Nachrichtenquellen sucht.

    Die veröffentlichte Lügensuppe ist inzwischen so unverdaulich geworden, dass immer mehr “normale” Zeitgenossen – egal welcher politischen Neigung – sie angewidert ausspucken. Dazu braucht es keine
    Querfront, nur ein Minimum an kritischem Verstand.

    Wenn man nach einer “Querfront” sucht, sollte man lieber fragen, wieso in angeblich linken Zeitungen das gleiche Mainstreamgesülze steht wie in konservativen Blättern oder wieso Gewerkschaftsbosse, Grüne und Sozialdemokraten mit Bürgerlichen und Neoliberalen stets im Gleichschritt laufen, wenn es darum geht, systemkritische Graswurzelbewegungen oder Trutherinitiativen zu verunglimpfen.

    Aber diese tatsächlich existente Querfront der Obrigkeit nennt sich natürlich nicht so, es handelt sich um das selbsternannte “demokratische Spektrum” woraus praktischerweise folgt, dass jeder, der an deren Gebaren Kritik übt, offensichtlich ein “Gegner der Demokratie” sein muss (in der DDR war man in vergleichbarem Fall ein “Feind des Weltfriedens”). Aus dieser Logik heraus entstehen dann solche Studien wie die der Otto-Brenner-Stiftung.

     

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