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Feb, 2016

Erregungsbereitschaft und Schießbefehl

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Ein guter Freund schrieb mir am vorletzten Wochenende: “Ich war am Donnerstag auf einer Veranstaltung zum Füchtlingsunterbringung am Tempelhofer Feld und war erschrocken über die Erregungsbereitschaft von Menschen, die sich für intellektuell halten. Die anwesenden Politiker wurden kaum argumentativ angegangen, sondern immer wieder höhnend, johlend, beleidigend an den Pranger gestellt. Unter aufbrandendem Beifall und im Scheinwerferlicht. Intelligente Polemik und gutes Kabarett ist etwas anderes…. Es wird gefährlich, wenn differenzierte Argumentationen und Politiker, die sich mit unpopulären Kleinsterfolgen und Kompromissen von Sitzung zu Sitzung schleppen, von großsichtigen Schreibtischtätern und skandierenden Straßendemonstranten ins mediale Abseits gedrängt werden.”

Dieser Stimmungsbericht  kommt nicht aus dem tiefbraunen Sachsen, sondern aus der direkten Nachbarschaft der grün-alternativen Hochburg Kreuzberg – und auch wenn die Besucher der Veranstaltung sicher nicht alle aus dem links-grünen Wählerspektrum stammten, ist die zitierte “Erregungsbereitschaft” aktuell doch ein  weit verbreitetes Symptom. Vor allem, wie mir scheint, bei älteren Männern und auch bei solchen, die man mal für intelektuell und  scharfsinnig hielt. Botho Strauss etwa, der sich in seiner uckermärkischen Klause zum “letzten Deutschen” stilisiert, Rüdiger Safranski, der sich  empört, mit Flüchtlingen “Deutschland zu fluten” oder Peter Sloterdijk, der den  “Souveränitätsverzicht” beklagt und sich von einer  Überrollung bedroht sieht.

Warum nutzen einst durchaus freie, kosmopolitische Geister auf ihre alten Tage die Freiheit des Denkens nicht, sondern rudern stattdessen  zurück in nationale völkische Enge, wie kommt es, dass saturierte und etablierte Intellektuelle sich in ihrer wohl geheizten Schreibstube plötzlich vor dem Islam fürchten und den Untergang des Abendlands schon vor der Tür sehen ? Spricht hier –  wie in den von Klaus Theweleit analysierten  Flut- und Fließmetaphern der Freikorpsliteratur und ihren  Vorstellungen von Bedrohung und Entmenschlichung – einmal mehr der Strom eines Unbewußten, der schon für die Konstitution des faschistischen Mannes prägend war ? Oder handelt es sich nur um ein Erregungs-Syndrom alter Säcke, die sich – zumal nach dem Sylvester-Hype um viril-aggressive “junge Männer” – ins präsenile Abseits gedrängt fühlen ?

Wenn schon gestandene Denker und Weltdeuter sich Fluten, Schwemmen, Wellen und  Ströme einbilden  – und implizit nach dem Retter rufen wenn sie “Merkel muß weg!” fordern – muß sich über prekäre Pegidisten, die  Flüchtlingsheime angreifen und einen starken Führer herbeisehnen, niemand mehr  wundern. Wie auch, wenn nicht einmal die Großdenker zu den eigentlichen Ursachen des Problems irgendetwas zu sagen haben, sondern sich nur darüber mokieren, dass hierzulande die Symptome nicht schnell genug beseitigt werden ?  Zu den Kriegen, die die Massenfluchten auslösten, hat man von den gelehrten Herrn jedenfalls keinen  empörten Widerspruch gehört. Wer aber über Bomben und Drohnen nicht sprechen will, sollte über die davor Fliehenden schweigen. Und wer die mit deutscher Unterstützung geführten Kriege für notwendig hält und stillschweigend billigt, der muss die Konsequenzen tragen. Wer Grenzen schließen will muß schießen – auf alles was sich bewegt, denn anders lassen sich Grenzen nicht schließen. Wer sich Flüchtlinge aussuchen will, muß Selektionsrampen eröffnen: die Guten in’s Töpfchen, die Schlechten ins Mittelmeer.

“Wer Menschheit sagt, will betrügen”  wandte einst der Staatstheoretiker und Nazi Carl Schmitt gegen die Behauptung einer universellen Ethik und allgemeiner Menschenrechte ein, der rechts-konservative Philosoph Arnold Gehlen kritisierte dann in den 1960ern die Existenz einer “Hypermoral” und eines “Humanitarismus”, der die Menschenliebe über den Erhalt ordnungsstiftender Institutionen stelle. Auf dieser Linie argumentieren jetzt auch die oben genannten Intellektuellen und auch ohne sich zu diesen Ahnherren explizit zu bekennen bleibt ihnen nichts anderes, als in deren hypertrophierte Trutzburgen – Nationalstaat und Volk – zurückzurudern. Als ob das Signum “Nation” oder “Volk” nicht ebenso zum Betrug und Missbrauch genutzt wurde , wie Missionen im Namen der “Menschheit” zum aktuellen Menschenrechts-Bellizismus  ausgeartet sind. Nicht die “Willkommens-Kultur” ist deshalb als Hypermoral zu kritisieren, sondern die hypermoralistische Perfidie, mit der “Menschenrechte” permanent vorgeschoben und missbraucht werden, um Macht,-und Geschäftsinteressen mit Krieg durchzusetzen. Solange sich gegen diese Politik keine Erregung breit macht, solange unter dem Fähnchen der universellen Gesinnungsethik  “Menschenrechte” mit Bomben verbreitet werden, solange können “Verantwortungsethiker” zu Hause nur an den Symptomen herumpfuschen. Dafür braucht es in der Konsequenz, da hat die AfD-Dame Storch durchaus recht,  den Schießbefehl an der Grenze.

(Dieser Beitrag ist auch auf Telepolis erschienen)

Kommentare

9 Kommentare zu “Erregungsbereitschaft und Schießbefehl”

  1. Reinard Schmitz am 02.02.2016 um 20:13 Uhr 

    Danke. Getroffen.

     
  2. daniel hopsicker am 02.02.2016 um 21:07 Uhr 

    must be nice, living in a place that’s got “left-greens.”
    only “greens” we got here are collards, and then only in the South. and our left only surfaces once its safe to come out after football season. Hoo-yah!

     
  3. gabor am 02.02.2016 um 21:17 Uhr 

    Guter Artikel…Mattes !!

    Jedes Wort erweckt das Widerwort ( Goethe )

    Kein Mensch der 1+1 zusammenzählen kann, würde verlangen, dass der 5-jährige-der 15-jährige-der 65-jährige-der 95-jährige ein jeweils identisches Verhältnis zu den Lebens-Tatsachen einzunehmen hätte, wie der um…Dezennien… Jüngere.

    Die Einzigen, die dies verlangen,
    sind die Grünen & Linken …LoL

    „Sich Irren ist menschlich
    Sich immer Irren = Sozial-Demokratisch“ 🙂

    Habe in den 70 zigern auch Willy gewählt und gleich ihm in Bonn zwischen Mülltonnen gevögelt,
    nur erstens interessiert das keine Sau mehr (Mich auch nicht ) und zweitens wird das Boot, in dem wir aktuell sitzen, derartig gehörig gerockt werden:

    Dass den Alt-Linken die Spuke wegbleibt…weil sie in ihren Theoremen NULL Kategorien auffinden können, um zu verstehen…was geschieht

    Rechte dito genauso wenig

    und in der sogenannten „Mitte“ befindet sich eh nur noch die Dumpfbacken-Fraktion..die komplett Unbedarften..und die ausgelenkten Arschlöcher-und Feiglinge, denen zu allen Zeiten eh immer alles recht war.

    Rettung in der Not verheißt einzig und allein :

    Das „Indivium-Invidium“( Heinz Erhard )

    das sowohl zurückrudert gegen den Main-Dream-Schwall,als auch nach vorne seine “Keine Macht den Drögen”-Pfeile absondert, unter eigener Innewerdung:

    Everyman for himself

    Strange trails ahead
    bröcki-blogger-people
    I guarantee

     
  4. Wolfgang am 03.02.2016 um 04:55 Uhr 

    Die sexuelle Anspielung von wegen drohender Altersimpotenz von Leuten wie Sloterdijk als “heimlicher” Motivation ihrer Skepsis finde ich etwas daneben.

    Was immer man von den einzelnen Argumenten von Sloterdijk & Co hält, zumindest ist für jeden Beobachter der aktuellen Regierungspolitik erstaunlich, inwieweit offenbar eine Form der “Grenzanarchie” in Kauf genommen wird. Nach innen herrscht ein strenges Kontrollregime, wenn man z.B. im HartzIV-System steckt, aber an den Grenzen wird freier Einlass praktiziert.

    Dabei geht es eben nicht darum, dass Deutschland aus guten historischen Gründen Flüchtlingen aus (Bürger)Kriegsgebieten Hilfe gewährt oder nicht, sondern dass ein anderer Prozess damit einhergeht, nämlich der Exodus von Armutsflüchtlingen. Die Dimensionen sind gewaltig. Der CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller hat die Zahl verkündet, dass um die 10 Millionen Menschen auf dem Weg nach Europa sind. Das Potenzial der Exoduswilligen in Afrika und Asien geht in die Hunderte Millionen (der Soziologe Gunnar Heinsohn hat hierzu geforscht). Die schon eingetroffenen Menschen aus Syrien, Algerien, Eritrea, Pakistan usw. sind also der Anfang.

    Man kann das schadenfroh kommentieren i.d.S., dass nun der 1. Welt ihre Rechnung für jahrhundertelange Unterdrückung und Ausbeutung von Teilen der 3. Welt bekommt. Man muss sich aber klarmachen, dass solche Vorgänge auch die europäischen Wohlstandsinseln hinwegfegen können, und damit auch die Nischen der hiesigen Alternativkultur.

     
  5. snm am 03.02.2016 um 11:49 Uhr 

    “Erregungsbereitschaft” ist treffend.
    Nur wird diese meiner Meinung nach von der Regierung unterstützt.
    Von Anfang an kamen in der Berichterstattung z.B. Bilder von Flüchtlings – „Strömen“
    und direkt danach ein Bericht über einen Anschlag auf ein Flüchtlingsheim.
    Also Polarisation.
    Die sogenannte „Willkommenskultur“ verstößt gegen viele Gesetze, ist ein Alleingang
    Deutschlands in der EU, die Hilfe wird privatisiert und ist eher eine „Willkürkultur“ in der extrem emotional argumentiert wird.
    Dadurch wird eine sachliche Diskussion verhindert.
    Sonst hätte man über den Pfusch der Bundesregierung sprechen müssen, die Sanktionen gegen Syrien, die Kriegstreiberei usw.. usw.
    Es wird unterteilt in Hell und Dunkel.
    Gut und Böse.
    Ich nehme der Regierung nach der Ukraine, Afghanistan usw. den plötzlichen Humanismus nicht ab.

    Also:
    Geht es eine Nummer kleiner?
    Pegida ist nicht Freikorps. Diese Denkrichtung klärt nicht sondern verunklärt.
    (Aber wenn man sie lange genug in diese Ecke schreibt, werden sie es vielleicht.)
    „Erregungsströme“ sehe ich auf allen Seiten. Aber ich sehe noch nicht den Wunsch alles in Brei
    zu verwandeln oder den Wunsch nach leeren Plätzen.

    Was ich vermisse sind rechtliche Grundlagen, Diplomatie.
    Die Flüchtlinge werden hin und her geschoben und für das eigene Ego und zur Lagerbildung benutzt.
    Hilfe sieht anders aus.

    Das Schlusswort gehört Albrecht Müller:

    • Rettung und Stärkung der europäischen Zusammenarbeit
    • Behutsamer Umgang mit den Wählern der AfD. Keine Beschimpfung, Werbung um sie. Unter ihnen sind viele ehemalige Wähler der SPD und der Linken.

     
  6. Stefan am 03.02.2016 um 11:59 Uhr 

    Die westliche Vermögenselite (das eine Prozent, das so viel besitzt wie der Rest zusammen) wird überhaupt nichts teilen, im Gegenteil: Der kleine Mann und die kleine Frau – ob nun empört oder nicht – haben im Rahmen neoliberaler Lebensmodelle beschlossen, dass Kinder sich nicht rechnen und deshalb drohten sie, ggü. der Kapitalistenschicht in eine Position der Stärke zu kommen, denn nach deren Logik ist das, was knapp ist auch teuer. Und damit die Elite in Deutschland auch morgen noch genügend Diener und Lohnwillige findet, die im Zweifel bereit sind es auch für die Hälfte zu machen (die tagesschau meldet schon fast freudig erregt ein erwartetes Ansteigen der Arbeitslosenzahlen), hat die Merkelei das getan, was sie angeblich sonst ganz böse findet, nämlich einen “deutschen Sonderweg” gewählt, der für genügend Nachschub sorgt.

    Dass nebenbei auch jemand in Washington sitzt, der in Nahost für Bombenstimmung sorgt und sich die Hände reibt, wenn die EU als potentieller Globalkonkurrent in Chaos, Streit und Zerrüttung fällt, weil sie die Migrationsprobleme nicht mehr regeln kann und jeder wieder für sich agiert, steht auf einem anderen Blatt.

    Das zu benennen hat nichts mit rechts oder links, grün oder braun zu tun, aber wie hat es mal ein kluger Mensch ausgedrückt: “Das von einer politischen Haltung beherrschte Denken kann es sich nicht erlauben, ständig an neue Erfahrungen angepasst zu werden.”

     
  7. Alter Sack am 03.02.2016 um 12:32 Uhr 

    … um ein Erregungs-Syndrom alter Säcke, die sich …
    Zunächst: da fühle ich mich persönlich angegriffen 😉
    Und: Autorix (wer auch immer) macht einen recht erregten Eindruck. Warum wird hier explizit auf das Geschlecht der Dünnschiss-Redner abgehoben? Wo doch gerade auch Frauen sich mit Unsinn hervor tun und derzeit nicht in unerheblichem Maß Einfluss auf die Geschicke Europas haben?

    Oba alle samma Wixxa , um es mit Hans Söllner zu sagen, Dummheit macht vor keinem halt.

    Ich für meinen Teil begrüsse die ankommenden Menschen, freue mich auf viele neue afro-deutsche, nahost-deutsche, deutsch-afghanen… mir schien diese Entwicklung schon immer als eine Notwendige (Generation Star Trek). Jeder Mensch ist Ausländer – fast überall. Soll das ewig so sein? Natürlich wird alles anders – das war schon immer so. Naheliegend, dass Alte mit Veränderung schwerer zurecht kommen. Kein Grund sie dafür zu ächten und zu verspotten.

    Der Anlass ist unerfreulich, das Ergebnis muss es nicht sein. Die Zukunft beginnt jetzt. Auch das war immer so.

     
  8. Markus Weber am 03.02.2016 um 15:24 Uhr 

    Bravo, Herr Bröckers!

    Über die weitesten Strecken haben Sie meine vollste Zustimmung. Insbesondere bei jenem Passus, wonach keiner der Spitzendenker das heisse Eisen der Gründe für das Elend im Mittleren Osten und mithin für den Flüchtlingsstrom anzufassen wagt. Dieses Fass aufzumachen, gilt auch auf manchen Foren als total verpönt. No-go area könnte man sagen.

    Dabei wäre alles so einfach gewesen, und man würde sich wünschen, Angela Merkel könnte in diesem einen Punkt zurückrudern und erklären, dass es:

    1) Für Elend in der Welt offenbar keine Obergrenze zu geben scheint. So also auch eine Begrenzung in den Anstrengungen der Bundesrepublik zur Linderung der Not auch fremder Menschen, Zugereisten eben, in Anbetracht der Werte, für die man einstehen will, zumindest problematisch ist. Nun muss allerdings auch klar sein, dass die Not, vor der die meisten der ankommenden Flüchtlinge geflohen sind, mit einem kasernierten Leben unter garantiertem Schutz vor Übergriffen erst einmal gelindert und um Längen aus de Welt geschafft ist. Es steht hernach jedem Bürger mit gutem Herzen frei, ein paar davon bei sich zu Hause einzuquartieren. Oder ihnen gleich ein ganzes Einfamilienhaus zu schenken. Also klare Absage an Seehofer. An braunen Mob schon lange.

    2) für Nicht-EU-Ausländer, die sich für ein Mittun am hiesigen Arbeitsmarkt interessieren, Regeln und ein festes Prozedere gibt, an dem ich nichts Zynisches finden kann. Der Sündenfall besteht hier vielmehr darin, auf den Zuruf der Billigheimer-Lobbyisten mit “OK, dann setzen wir diese Regeln eben für den Nachschub am Markt für Geringqualifizierte mal kurz aus”. Wer hindert eine Regierung daran, einschlägige Gesetze auch kurzfristig, wenn’s sein musss und wenn’s Zustimmung findet, anzupassen oder neu aufzulegen?

    3) Für Menschen, die an einer Meldestelle in Deutschland vorstellig werden und zu verstehen geben, dass sie Asyl beantragen wollen, ebenfalls z.T. sogar im Grundgesetz verankerte Regeln gibt, nach denen die meisten Fälle schnell geklärt sind.

    Hier fallen eben zwei Unsicherheits- und Unzufriedensheitstreiber zusammen: Schon bald werden es ca. 40 % der Bevölkerung sein, die der Altersarmut ins Auge sehen müssen, so dass also, systematisch um die verdienten Früchte seiner Arbeit gebracht zu werden, zum Massenphänomen werden wird. Und nur um den Flüchtlingen auch in dieser grossen Zahl mit etwas mehr Wohnlichkeit entgegenzukommen, werden aber kurzerhand geltende Regeln ausser Ktaft gesetzt. Der deutsche Hartz IVer in spe – un das sind verdammt viele – sieht mit eigenen Augen, wie wildfremde Menschen in der Gunst seiner eigenen Regierung locker an ihm vorbeiziehen. Ich kann jeden verstehen, der missgünstig ist, keinen allerdings, der zur Gewalt gegen die Flüchtlinge greft oder aufruft. Die können am allerwenigsten dafür.

    Wenn Felix Baumgartner es tatsächlich als Missstand ausgemacht hat, dass derselbe Staatsapparat, der das Fischen in verbotenen Teichen mit der harten Hand der Justiz verfolgt, während er es achselzuckend hinnimmt, wenn die Grenzen des Staates, den er im Schuss halten soll, tausendfach verletzt werden, dann schliesse ich mich ehrlich gesagt an.

    Es braucht genügend Meldestellen, Augenmass bei der Unterbringung, erst einmal keinerlei mathematische Obergrenzen, aber einen ganz klaren Zwang, das Land wenn schon, dann nur auf legalem Weg zu betreten. Wer als eigenen Wllkommensakt nicht mehr als einen Rechtsbruch mitbringen kann, muss sofort eingebuchtet werden, bis er sich eines besseren besinnt und Abbitte leistet.

    Wenn also die Politik nur dies verstanden hätte: Dem Bürger zu sagen, dass die an ihn gemachten Versprechen durch den Staat von etwaiger Grossmütigkeit gegenüber den Flüchtlingen völlig unbenommen sind, wäre es nie zu diesen Zerwürfnissen gekommen. Jetzt regiert doch überall die Verlustangst. Manche Stube ist vielleicht schon bald gar nicht mehr so sehr geheizt, wie man dass weitherum unterstellt. Es ist vielmehr zu befürchten, dass der Regierung mit ihren Plänen, den Bürger in seiner Versorgung völlig auf sich selbst gestellt sein zu lassen, dieses Flüchtlingsszenario als gut getarnter Dauerausnahmezustand in die Hände spielt. Es wird am Ende vom Sozialstaat kein Stein auf dem anderen bleiben. Und von den abendländischen Werten ist dann natürlich auch nichts mehr übrig. Sie kurz und klein zu hauen, muss Teil des Kalküls derer gewesen sein, die im Mittleren Osten diese unerträgliche und die Kriege geschürt haben. In ihre Konzepte passen sie nämlich nicht.

    So ergibt sich allerdings ein neuer Deutungsversuch für Angies Willkommenskultur. Mit “wir schaffen das” wollte sie den Drahtziehern hinter all diesen Kriegen sagen: “Uns erpresst ihr nicht. Wir werden eure primitiven Anschläge einfach so souverän und lächelnd wegschlucken, bis ihr noch dreister lügen, brennen und sengen müsst. Aber dann fliegt ihr auf”. Hätte beinahe klappen können. Dann eben jetzt Bürgerkrieg, wenn in der Glotze schon nichts läuft, das einem über all die Sattheit und Selbstzufriedenheit hinweghelfen könnte.

    Wer Flüchtlinge als Bereicherung empfindet, soll dies ausleben können. Wer Grund zur Furcht hat, seine Rente würde für die Mobilfunkverträge einer riesigen Zahl neuer Mitbürger verfrüstückt, braucht eine ehrliche und klare Antwort. Die könnte ja sein: “Wird nicht geschehen. Allerdings ist sie schon verfrühstückt. Das schon.” Um mit Volker Pispers zu schliessen: “Was wirklich schlimm wäre: Wenn wir alle ausstürben, und es wäre noch Rente über.”

     
  9. gabor am 03.02.2016 um 20:45 Uhr 

    @all
    Bin auch nicht allwissend…aber Du must kein Raketen-Wissenschaftler sein, um folgendes
    nachzuvollziehen:

    Der gemeine Mann denkt sich, bei der Merkel saßen halt ein paar Anal-Kugeln queer, die auf Ihren G-Punkt drückten, und DADURCH hat sie als quasi “Erweckungserlebnis” Ihre tiefe Liebe- und Empathie für die Gesamt-Menscheit entdecken dürfen.

    Die Wahrheit ist:

    Merkel just follows Marching-Orders from the US-based Empire to rock down Germany and Europe as a whole

    Wir sind denen halt unliebsame Wettbewerber…wir als “Krauts”- und die Franz-Männer im Kern..die gilt es mit ALLEN Mitteln zu schwächen, auch um deren Allianz mit einem ressourcen-reichen Russland zu verhindern.

    Einfach mal zurückblicken, und dann bitte mit
    knackigen “Gegenargumenten” nicht geizen, Leute

    1. Euro-Einführung = Kein demokratisches Mandat
    2. EU-Reform-Vertrag = Kein demokratisches Mandat
    3. Bundeswehr+Nato-Einsätze =Kein demokratisches Mandat
    4. Banken-Rettung = Kein demokratisches Mandat
    5. PIIGS-Rettung durch ESM = Kein demokratisches Mandat
    6. Energie-Wende wegen Fukushima= Kein demokratisches Mandat
    7. Aushebelung bestehender Asyl-und Zuwanderer- Gesetze= Kein demokratisches Mandat
    8. Russland-Sanktionen = Kein demokratisches Mandat
    9. TTIP-etc. = Kein demokratisches Mandat
    10. Aufgabe von Maastrich-No Bail-Outs-Dublin 2 =
    Kein demokratisches Mandar
    11. “Wir Europäer” united under a Brüssel-Straßburg-Büro-Crazy = Kein demokratisches Mandat
    12. Die Troika-EU-Entscheider in Finance + Poltics …hauptsächlich alle von Goldman & Sachs kommend = Kein demokratisches Mandat

    ab 12.
    kann ja jeder noch was hinzufügen…außer das Kreutzchen für Merkel bei den nächsten Wahlen …wenn’s denn Recht ist.

    cheers

     

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