20
Aug, 2016

Burkarneval forever!

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Saudi-Emojis-2

Die Angst vor dem Weiblichen, vor der Anziehungskraft des weiblichen Körpers, führte mit dem Aufkommen des Patriarchats vor einigen tausend Jahren dazu, dass die Männer die Frauen zwangen, sich zu verhüllen und zu verstecken. Dass Perikles, der “Vater” der athenischen Demokratie, sich mit seiner Frau Aspasia bei öffentlichen Anlässen zeigte, galt als Skandal und wie die alten Griechen hielten es auch viele nachfolgende Völker und Religionen und halten es bis heute, nämlich die Frauen unter Kontrolle. Mit Verhaltens,-und Kleidungsvorschriften, mit Separation von einer allein Männern vorbehaltenen Welt. Notwendig wurde diese Unterdrückung, um die Umstellung von der weiblichen auf die männliche Erbschaftslinie durchzusetzen, wozu die Vaterschaft sichergestellt werden muss. Im »Husband« (engl. Ehemann) klingt heute noch an, dass der Mann  zuvor bestenfalls »ans Haus gebunden« war, ansonsten aber bloß ein durchaus austauschbarer Spermienlieferant  und keineswegs Chef im Ring oder Herr im Haus. Das wurde unter patriarchalen Bedingungen anders, von  nun an mußte die Frau vor anderen  potentiellen und potenten “Lieferanten” verborgen und verhüllt werden. Um die Vaterschaft zu sichern und die Frau unter Kontrolle zu bekommen,wurde sie wegsperrt, ihrer Freiheitsrechte beraubt und reduziert auf die Funktion eines wertvollen Nutztiers.

Der Reformer Mohammed »befreite« die Frauen dann im 6. Jahrhundert nach Christus zumindest insoweit, dass sie ihren Ehemann im Falle seines Todes beerben konnten und nicht mehr selbst zusammen mit Kühen und Kamelen als Nutztier vererbt oder – wie in Indien – einfach verbrannt wurden. Womit wir den Islambegründer zwar nicht als frühen Feministen, aber durchaus schon auf dem Weg zu einer Gleichberechtigung sehen, der dann aber erst über 1000 Jahre später, mit dem Zeitalter der europäischen Aufklärung eingeschlagen, im 20. Jahrhundert rechtlich und politisch festgeschrieben wird und zu Beginn des 21. Jahrhunderts nur in wenigen Ländern der Welt halbwegs realisiert ist. Über die Burka, die orientalische Ganzkörperverschleierung, gibts es derzeit eine heftige Diskussion, rein symbol-politisch, denn de facto laufen in ganz Deutschland höchstens ein paar Dutzend  Frauen derart vermummt durch die Gegend. Gerade weil es nur ein Symbol ist und in der Realität keine Rolle spielt, braucht es ein gesetzliches Verbot, findet nun der FAZ-Herausgeber Kohler, alles andere würde als “Zurückweichen” der Politik wahrgenommen.

Also mit Burka-Bussgeld “klare Kante” zeigen, selbst wenn es keinem nützt und sowieso keine Rolle spielt ? Nur um “dem Moslem” mal zu zeigen, was im christlichen Abendland ne Harke ist ? Das klingt  nach Dumpf-Populismus, unterste Schublade. Deutet aber insofern in die richtige Richtung, als es wirklich neue Gesetze braucht, um Probleme wie dieses zu lösen, Gesetze, die nicht nur “dem Moslem”, sondern auch “dem Christen”, “dem Hindu”, “dem Juden” und allen Anhängern anderer religiöser Kulte zeigen, was im säkularen 21. Jahrhundert ne Harke ist. Nämlich die strikte Trennung von Staat und Religion, wobei Letztere sich den Gesetzen des Ersteren unterzuordnen hat – und nicht umgekehrt. Der Staat darf nicht länger als Erfüllungsgehilfe bestimmter Religionen fungieren und sie über Zwangsabgaben finanzieren, sondern hat nur die Glaubens,-und Religionsfreiheit zu garantieren, als reine Privatangelegenheit. Wenn der Rechtsstaat erlaubt, mit Sonnebrille, Mundschutz und Hoodie herumzulaufen, sind selbstverständlich auch Burkas oder andere Vollverschleierungen legal, wenn er das eine auf Demos wg. Vermummungsverbot auschließt müssen auch Burka-Trägerinnen auf ihre Demonstrationsrecht verzichten. Nämliches gilt an Behördenschaltern, an staatlichen Schulen usw., wo “amtliche” Dienstkleidung vorgeschrieben ist.  Ansonsten gilt: solange die Kostümierung niemand anderen gefährdet möge jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Da hat sich der säkulare Rechtsstaat nicht einzumischen, egal ob das Kostüm aus religiösen oder karnevalistischen Gründen getragen wird.

(Foto: Saudi-Emojis, Postillon)

Kommentare

11 Kommentare zu “Burkarneval forever!”

  1. Blaubeere am 22.08.2016 um 09:38 Uhr 

    Bin jetzt nicht ganz schlau geworden aus dem Aufsatz. Erst wird die Vollverhüllung als Instrument als Instrument der Unterdrückung durch den Mann gebrandmarkt, dann aber soll jeder nach seiner Fasson glücklich werden? Was denn nun? Und sind die verhüllten Frauen wirklich glücklich?
    Ich stimme zu, daß auch Deutschland endlich säkulärer werden muß – sprich Trennung von Staat und Kirche, dazu gehört dann aber auch, KEINER Religionsgemeinschaft Sonderrechte einzuräumen. Dies betrifft den endlich abzuschaffenden Religionsunterricht an staatlichen Schulen, das dem Tierschutz hohnsprechende Schächten, die nach wie vor geduldete Körperverletzung durch das Beschneiden, das Einräumen von Steuervorteilen, das abweichende Arbeitsrecht in religiösen Einrichtungen, usw. usf.
    Angesichts dieser Probleme ist die Verhüllung sicherlich das kleinere Problem, dennoch mag ich mich nicht mit solchen Gespenstern abfinden. Die Argumentation, man müsse nicht so ein Bohei machen, da es nur wenige Frauen betreffe, kann man genauso gut umkehren – wenn es nur wenige betrifft, dann tut man ja nicht vielen weh mit einem Burkaverbot, und die paar Hanseln sollen sich mal ruhig danach richten. Und ich möchte an die Szenen erinnern, wo in Syrien die vom IS befreiten Frauen ihre Burka verbrannten. Und einige fliehende IS-Kämpfer hatten versucht, unter einer Burka zu entkommen…

     
  2. www.gemeinde-neuhaus.de am 23.08.2016 um 09:16 Uhr 

    Seht euch den YouTube Film von Prof. Sinn bei einem
    Vortrag im Jahr 2012 bei der IHK an. Dann wisst ihr was
    geplant ist …….

    https://youtu.be/vbk_T5140ho

    http://www.gemeinde-neuhaus.de
    http://www.nestag.at

    Deutschland braucht / sucht einen Friedensvertrag zum
    WK I. (Buch mit Informationen auch als kostenlose PDF)

    Fast alle Probleme im Land lassen sich auf den fehlenden
    Friedensvertrag zurückführen. Dann wären wir nicht mehr
    besetzt, sondern wir wären souverän und wieder frei !

    Die BRD sieht sich als alleinige handlungsfähige
    Präsenzform des „Deutschen Reiches“.

    https://www.youtube.com/watch?v=ws4JuLOH8Ks

    Nachrichten-03-02-2012-BRD-Rechtsnachfolger des Dritten Reiches.

    Solange wir dies u.a. durch sogenannte “Wahlen” bestätigen,
    wird es so sein.
    Wir können uns, wie das Buch beschreibt,
    selbst organisieren und damit der BRD den Rücken
    zukehren.
    Dann sind wir, der Souverän, die handlungsfähige
    Präsenzform. Wichtig ist es die reaktivierten Gemeinden
    aus dem Vertrag zu nehmen und geschäftsfähig zu werden.
    Das heißt, daß über fünfzig Prozent der Bundesstaatsangehörigen
    die staatliche Gemeinde bestätigt (gewählt) haben.

    Gemeinde und Städtereaktivierung bei BewusstTV

    https://www.youtube.com/watch?v=u9T97IZyYBU

    Souveränität-Friedensvertrag – Gemeinde Reaktivierung
    Wake News Radio/TV

    https://www.youtube.com/watch?v=LJy08w-JPdo

    Gemeindereaktivierung (aus dem Vertrag nehmen)
    Bodenrecht durch Reaktivierung …..

     
  3. ichbin am 23.08.2016 um 11:02 Uhr 

    “Die Angst vor dem Weiblichen…führte mit dem Aufkommen des Patriarchats…dass die Männer die Frauen zwangen, sich zu verhüllen und zu verstecken.”

    Aha, soso. Also sozusagen wie der Urknall praktisch aus dem Nichts geschöpft, gell. Aber hat man denn vergessen dass es keine Wirkung ohne Ursache gibt ? Hat Bröckers es vergessen ? Sucht er nicht mehr nach den Ursachen ? Nein ?

    Da ! Plötzlich ist die Angst da, einfach so…Kabumm, eben so wie der Urknall. Der scheint ja auch ne menge Verwirrtheit hinterlassen zu haben in der Form dass man immer noch an Wirkungen ohne Ursachen glaubt. Wobei man doch wissen sollte, das Glaube kein Wissen sein kann. Es sei denn man sagt eindeutig dass man Wissen darüber hat dass man glaubt.

    Und so ein Patriachat generierte sich dann wohl auch aus dem Nichts.

    Merke: Aller Anfang ist Lüge. Oder wenigstens Fahrlässige Unterlassung, wenn eine Ursache aus dem Nichts angeboten wird und !!! diesem Nichts
    mit – nichts, engegnet wird.

    Der eigentliche Grund der Verhüllung war aber der, dass die Frauen wenn sie ihre Notdurft vor den Stadtmauern verrichteten, sich deshalb verhüllten um nicht von gierigen Männeraugen beglotzt zu werden. Die Gründe waren also rein Präventiver natur wenn man so will. Das es inzwischen Toiletten gibt, weiß man natürlich in solchen Ländern nicht, oder doch ?

    Und warum kennt Bröckers die eigentlichen Ursachen der Verhüllung nicht ? Und warum weiß Bröckers nicht, dass Flugzeuge (Ein leichter Hohlkörper) nicht in Stahlgebäude wie in Butter eintauchen können ?

     
  4. Stefan am 23.08.2016 um 13:02 Uhr 

    Meine – gewiss mit Vorurteilen beladene – Wahrnehmung ist, dass der Schleier in Gesellschaften mit einem hohen Anteil heißblütiger Zeitgenossen, die vermeintliche Ehrverletzungen traditionell schnell mit dem Messer klären, eine Schutzmaßnahme darstellt. Nicht nur für die Frauen, sondern um ein – ohnehin schon sehr labiles – friedliches Zusammenleben im Alltag zu erreichen. Und manche Muslima schätzt vielleicht sogar die Verhüllung, denn sie suggeriert, dass sich darunter jemand “Begehrenswertes” versteckt, auch dann, wenn dies tatsächlich gar nicht so ist. Insofern hat der Vollschleier eine “demokratische” Komponente: ob mehr oder weniger schön – verhüllt sind alle gleich.

    Das soll aber kein Plädoyer für diese Art Kleidung sein. Denn ich wäre dafür, dass in unseren Breiten diese Art der “Schutzmaßnahme” überflüssig bleibt, weil man(n) sich weiterhin beherrscht und weder spärlich bekleidete Frauen noch anderweitige “Ehrlosigkeiten” gleich zu handfesten Übergriffen führen. Man mag dies “europäische Kultur” oder einfach vernünftig nennen, aber das bessere Lebensmodell für den Alltag ist es allemal.

     
  5. Maat am 24.08.2016 um 09:39 Uhr 

    es geht um das “weibliche Prinzip” vs. dem “männlichen Prinzip”

    das Erfolgsgeheimnis von 5k Jahre blühendes Agypten ist die Verehrung der Maat und Isis (Demeter und Nemesis) gegenüber Seth (Pan). Der lebensspendende Geist wurde von der weiblichen Fürsorge auf den männlichen Samen als materialisierte kosmische/göttliche Kraft verlagert (röm. Saturn, gr. Olympische Modell, Kreuzritter etc.). Wurde früher der teuflische Ziegenbock in die Wüste ausgetrieben und der satanische Widder den Felsen hinabgestürzt und der aggressive Stier rituell erstochen laufen heute die Chauvinisten wieder Stolz mit ihren Phyrischen Mützen und suchen ihren Erlöser in der Tropfsteinhöhle (Herr Höcke beim Kyffhäuser). Erich Fromm hat des sehr schön zugespitzt in dem Model Biophilie vs. Nekrophilie.

     
  6. Maat am 24.08.2016 um 10:10 Uhr 

    Mist, Pointe vergessen:

    die Alewiten vs. Sunniten verkörpern genau diese Auseinandersetzung der beiden Prinzipien

     
  7. Kritikus am 24.08.2016 um 12:04 Uhr 

    Die meisten kopftuchtragenden Muslimas wurden schon als Kinder dazu gezwungen, von Freiwilligkeit und Religionsfreiheit kann da keine Rede sein. Und bitte keine Vergleiche mit christlichen Religionen, denn ob jemandem nach der Geburt geheiligtes Wasser über den Kopf gegossen wurde, ist in der Regel von außen nicht sichtbar. Das Kopftuch zeigt in der heutigen Gesellschaft deutlich an, dass hier jemand ist, der sich absondern will und häufig ist es auch so, dass diejenige sich für moralisch besser, “sauberer” und überlegen hält. Für ihre nicht-kopftuchtragenden Mitbürgerinnen haben die Kopftuchträgerinnen sehr häufig sehr viel Verachtung übrig, das kommt in Gesprächen meistens durch.

    In den meisten Kulturen ist es üblich, sich das Gesicht zu zeigen, als Zeichen der Offenheit, Ehrlichkeit und der Anerkennung der Gleichwertigkeit des anderen. Jemand, der mit Hoodie und Mundschutz durch die Gegend läuft, wird in der Regel nicht als offene und ehrliche Person wahrgenommen. Und mal ehrlich: die meisten, die so rumlaufen, haben eher unmoralische Gründe, ihr Antlitz zu verbergen.

    Kopftuch bei Privatpersonen ist mir egal. Aber Gesichtsverschleierung geht eindeutig zu weit.
    Und keine Hinweise auf Menschen mit durch Unfällen entstellte Gesichter. Erstens sind das Einzelfälle und zweitens gibt es da dann doch akzeptable Gründe.

     
  8. Silberlöwin am 24.08.2016 um 12:06 Uhr 

    Nein nein, das Patriarchat war nicht einfach so peng! da, aus dem Nichts, wie Kommentator “Ichbin” meint.
    Das Patriarchat ist eine Folge des Sesshaft-Werdens.
    Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, war es wohl nicht so, wie wir heute glauben – dass ausschließlich die Männer jagten. Aber Frauen mit Kindern blieben eher zuhause. Die Gesellschaft der Nomaden war egalitärer, jede/r trug nach besten Kräften zum Gedeihen der Gruppe bei. Da das Jagdglück nicht immer hold war, war das Sammeln von Früchten sicher keine verachtete Tätigkeit.
    Aber die Männer verfügten (im Zuge der Anpassung an Lebensumstände) über mehr Testosteron, wie heute noch, weil sie sich eher auf die Jagd spezialisiert hatten. Jagen ist ja schon gewalttätiger als Sammeln.
    Dann entdeckten die Menschen, dass man Nahrung anbauen und Tiere zähmen konnte. Sie wurden sesshaft. Und das war der Anfang des “Eigentums”: Man kann sich vorstellen, dass die Sicherheit des Überlebens umso größer war, je mehr Nahrung und Werte jemand anhäufen konnte.
    Dass jetzt die Männer Herrschaft über die Waren erlangten, ist ein Prozess, den man vielleicht mit ihrer traditionell größeren Gewaltbereitschaft erklären kann. Ich meine das nicht herabsetzend, sondern ganz sachlich.
    Religionsgeschichtlich kann man an den Mythen verfolgen, wie männliche Götter schrittweise den Vorrang erhielten. Das war anfangs nicht der Fall! Die Menschen sehnen sich aber wohl doch immer noch nach einer Göttin, so blieb zum Beispiel Maria erhalten, auch wenn sie offiziell keinen Göttinnen-Status hat. Aber sich an eine weibliche Macht zu wenden, ist immer noch ein Bedürfnis unter religiösen Menschen. (Im Islam scheint mir diese Komponente zu fehlen – daher ist er vielleicht so anfällig für Brutalitäten wie durch den IS heutzutage. Keine ausgleichende weibliche Sanftheit wie von Maria.)
    Um aber Herr über das Eigentum zu bleiben, musste man unbedingt das Zersplittern dieses Eigentums verhindern. Das erforderte die Einführung von “Erbschaft”.
    Wer erbt? Selbstverständlich nur die eigenen Kinder. Und wie kann man verhindern, dass es plötzlich Kinder von irgendwelchen anderen Vätern gibt, die Ansprüche stellen?
    Indem man die Frauen daran hindert, sich mit anderen Männern einzulassen.
    Man braucht nun wirklich nicht besonders viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass durch diese Konstellation die Frau zum Besitz gehören musste.
    Für mich wäre es ja logischer gewesen, die Erbschaft einfach über die weibliche Linie laufen zu lassen, denn über Mutterschaft kann es ja kaum Zweifel geben. Nur, die Männer fühlten sich in der Rolle der Herren eben einfach zu wohl, und sie konnten sich auch durchsetzen.
    So ganz plötzlich von einem Tag auf den anderen ist das Patriarchat also nicht entstanden, sondern erst durch diesen wachsenden Kapitalismus.
    Der war und ist nur mit einer gewissen Rücksichtslosigkeit durchzusetzen. Alle Eigenschaften, die damit zusammenhängen, wurden als männlich angesehen und hoch geschätzt. Weibliche Eigenschaften dagegen, die man für schwach hielt, wurden verachtet, gleich zusammen mit den Frauen.
    Ich finde, man kann es schon so sehen: Unsere Welt ist von Rücksichtslosigkeit gegen alles geprägt, was der Anhäufung von Besitz entgegensteht, und das ist eine sehr sehr alte Tradition. Selbstverständlich gibt es auch Männer, die ganz anders sind, ich rede hier nur von allgemeinen Strömungen, die unsere Traditionen prägen seit dem Beginn des Sesshaftwerdens.
    Die Hinwendung zu “harten” Eigenschaften ist es denn auch, die Menschen zerstört. Maat hat das schon erwähnt mit Erich Fromm und der Nekrophilie, in diese Richtung kann man viel entdecken.
    Ja, am Ende fragt man sich: Wäre es nicht besser für uns gewesen, einfach Jäger und Sammler zu bleiben?
    Wir hätten natürlich Vieles nicht erreicht, aber so manches Böse auch gelassen.

     
  9. Kritikus am 24.08.2016 um 12:31 Uhr 

    Religionsunterricht in der Schule

    1. Religionsunterricht in deutschen Schulen ist per Anweisung nicht-missionarisch sondern akademisch korrekt durchzuführen. Bei den Katholiken klappt das auch ganz gut, denn viele katholische Religions-Lehrer wollten einst Priester werden, haben sich dann aber während der Zeit an der Uni verliebt und sind einfach Lehrer geworden. Das heißt natürlich auch, dass die vernünftigen Priesterkandidaten, die sich das Zölibat nicht aufschwatzen lassen, eben Lehrer werden.
    Bei den Evangeliken ist das anders: wer evangelischer Priester werden will, muss nicht zölibatär leben, als evangelischer Priester wird man aber besser bezahlt als als evangelischer Religionslehrer. Die Folge ist ein Mangel an studierten evangelischen Religionslehrern. Die Folge davon ist, dass unstudierte Quereinsteiger evangelische Religion unterrichten und die tun dies oftmals schlecht, weil sie häufig eher zu den eher unbemittelten aber glaubenseifrigen Zeitgenossen gehören. Dann werden die Kinder im evangelischen Religionsunterricht eben damit gequält, dass es nur eine richtige Bibelauslegung gibt. Unter mehreren solcher Exemplare durften übrigens meine evangelischen Mitschüler leiden.

    Welch seltsame Umwege das Leben doch erzeugt …

    2. Religionsunterricht ist momentan das einzige Fach, dass sich zu einem Großteil mit Moral auseinandersetzt. Kein anderes Fach tut das so dezidiert und so ausführlich. Philosophie hat sich immer noch nicht flächendeckend durchgesetzt und wird häufig nur aber der Oberstufe unterrichtet.

    3. Religionsunterricht ist in der Oberstufe die Alternative zum Philosophieunterricht, der häufig viel schwerer ist. Reli = gute Noten, Laberfach mit wenig Aufwand.

    4. Akademisch ausgebildete Religionslehrer verfallen weniger häufig dem Fanatismus und können, weil an öffentlichen Schulen angestellt, demokratisch und staatlich kontrolliert werden. (So haben oben erwähnte evangelische Religionslehrer häufiger Ermahnungen etc. der Schule und der Schulbehörde erhalten und danach ging es dann eine Weile besser.) Die angemessene Unterrichtung von Religion ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Man vergleiche mal christlichen Religionsunterricht in deutschen Schulen mit den christlichen Fanatikern in US-Schulen oder auch mit islamistischen Koranschulen, in beiden findet keine Diskussion statt und das akademische Niveau ist absolut primitiv. Ein Verwandter hat als Schüler ein Schuljahr in den USA verbracht und kam mit dem festen Glauben wider, dass Gott die Bibel geschrieben hat (und zwar persönlich mit Feder und Tinte), dass die Erde nur 5000 Jahre alt ist weil der Grand Canyon nur 5000 Jahre alt ist und dass einige Dinosaurier noch in Afrika leben. Die Frage, ob der Grand Canyon denn nicht auch später als die Erde entstanden sein könnte, wurde mit wütendem Geschrei beantwortet. Die Reli-Schulbücher der US-Schule waren an wissenschaftlicher Dummheit kaum zu überbieten, denn diese Schulbücher wurden nirgendwo kontrolliert oder zugelassen o.ä. Der Bundesstaat Texas hat es neulich auch wieder geschafft, den Anspruch akademischer Korrektheit für (alle) Schulbücher abzuschaffen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. In Texas gibt es Schulbücher, deren Inhalte akademisch / wissenschaftlich eindeutig falsch sind und dieser Unsinn ist staatlich-rechtlich abgesegnet, natürlich alles unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit.

    Diese Art von Religiösität ist gefährlich, weil der Übergang zum Fanatismus praktisch gelegt ist.
    Der schulische, akademisch fundierte und demokratisch kontrollierte Religionsunterricht erfüllt also auch die Funktion, gesellschaftlich ein gewisses Gegengewicht zu akademisch primitiven und fanatischen Formen von Religiösität aufzubauen.

    Ich bin zwar prinzipiell auch ein Vertreter von säkulären, laizistischen Staatsordnungen, aber ich plädiere eher dafür, den Religionsunterricht in der Schule zu belassen. Ist ja eh freiwillig.

    Übrigens könnte islamischer Religionsunterricht auch das Bildungsniveau gewisser Steinzeit-Muslime in Deutschland deutlich heben. Auch Imame (Priester im Islam) würden an Einfluss verlieren, wenn deutsche Schulen einfach freiwilligen, akademisch fundierten, islamischen Religionsunterricht anbieten würden.

    😉

     
  10. Berndchen am 24.08.2016 um 15:58 Uhr 

    Einen weiteren Aspekt aus meiner Sicht möchte ich hier erwähnen:
    Auch Männer gehen bei den Arabern vollverschleiert. Es handelt sich um die Nomaden, die sich dadurch vor der Sonnenglut und den Sandstürmen in der Wüste schützen.Im Laufe der Jahrhunderte, mit dem allmählichen Übergang zur Ortsbindung ehemaliger Nomaden in Häusern, wofür als Ursache die Entwicklung der Produktionsweise hin zu Viehzucht UND Ackerbau Ursache war, verschwand die Männertracht allerdings mehr und mehr, es blieben als Rudimente die langen weißen Gewänder, die Kopftücher und Stirnbänder übrig.
    Die Bauweise der lehmgemauerten Häuser mit ihren ausgeklügelten Belüftungssystemen waren als Schutz vor Witterungsextremen bedeutend effektiver. Was blieb war die Verschleierung der Frauen, weil die helle Hautfarbe ein Schönheitsattribut und -ideal für die orientalische Frau war und ist. Sicherlich spielen auch religiöse Gründe mit, die bilden aber nicht die Hauptursache der Verschleierung.
    Ein Ägypter sagte mir mal, die Araberinnen haben deshalb so atemberaubend schöne Augen, weil die das einzige waren, womit sie als Vollverschleierte ihre Um- (und natürlich die Männer-) welt beeindrucken konnten und im Laufe der Jahrhunderte sich dieses Schönheitsattribut besonders stark ausgebildet hat.
    Wie gesagt – nur ein Aspekt, aber das sollten wir auch mit in Betracht ziehen.

     
  11. Real Knowing am 26.08.2016 um 08:28 Uhr 

    Die Vollverschleierung begann bei den Frauen von Mohammed und war ein Statussymbol (!) Wichtig ist auch der Hinweis darauf, dass auch die Maenner in arabischen Gesellschaften ziemlich verhuellt sind. Die Kleidung weist auf eine sehr viel kollektivere Gesellschaft hin, in der das Individuum sich der Gemeinschaft unterordnet, anders als in unserer westlichen Individualgesellschaft, in der die Kleidung das Individuum und den Koerper betont. Wie Broeckers schreibt, hat Mohammed die Rechte der Frauen in vieler Hinsicht gestaerkt, aber in anderer Hinsicht hat er stark zu der Trennung zwischen Maennern und Frauen im sozialen Leben beigetragen, die der Entwicklung der Gesellschaft wohl eher nicht zutraeglich ist.

     

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