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Dec, 2016

Die unwahrscheinliche Unperson

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ken-facebook-02Unter dem Titel: “Die unwahrscheinliche Unperson Ken Jebsen” hat der Wirtschaftsjournalist und Buchautor Norbert Häring das Buch besprochen, das ich mit Ken Jebsen gerade gemacht habe:

“Der Kopf hinter dem erfolgreichen Videoportal KenFM, Ken Jebsen, hat einen sehr zweifelhaften Ruf. Nach einer Auswertung von Twitter-Aktivitäten der Anti-Querfront-Szene ist Ken Jebsen der schlimmste “neurechte” Verschwörungstheoretiker und Antisemit im deutschsprachigen Raum. Weil ich sehr neugierig war, ob daran vielleicht doch irgendetwas Wahres ist, las ich das Buch „Der Fall Ken Jebsen“ von der ersten bis zur letzten Seite. Es lohnte sich.

Als mich Ken Jebsen im Frühjahr zu einem Interview über das Thema meines Buches „Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen“ einlud, riet mir mein Buchverlag trotz der großen Reichweite des Videoportals KenFM ab. Damit würde ich meiner Positionierung als Autor schaden. Auch ein bekannter investigativer Journalist war sehr skeptisch und riet ab. Jebsen sei ein Verschwörungstheoretiker mit Hang zu durchgeknallten Theorien, wie der Chemtrail-Verschwörung. Ich schaute mir die Website von KenFM, einige Texte und Videos an, und was man auf die Schnelle so im Internet über Ken Jebsen lesen kann. Ich fand nichts, was unseriös auf mich wirkte, dafür sehr viel was darauf hindeutete, dass hier ein unbequemer Zeitgenosse gezielt und kampagnenhaft diskreditiert werden sollte. Die Kritiker führen nämlich selten etwas an, was er sagt oder tut, sondern fast nur angebliche oder tatsächliche Fehltritte oder Defizite von Leuten, mit denen er geredet hat oder auch nur früher mal auf der gleichen Veranstaltung aufgetreten ist. Also sagte ich zu, weil ich es unerträglich finde, wenn Menschen durch vielstimmiges Geraune zu Aussätzigen gemacht werden, zu Unpersonen, mit denen man – bei Strafe eigenen Ausschlusses aus der Gemeinschaft- nicht reden darf.

Jebsen war sehr gut auf das Interview vorbereitet, das etwa 90 Minuten dauerte und soweit ich sehen konnte, ungekürzt auf KenFM erschien. Im Vorgespräch fragte ich ihn, was er von den Chemtrail-Theorien halte. Er sagte, diese Theorien würden ihm immer wieder angetragen, aber weil ihm bisher noch keiner irgendwelche Belege oder starke Indizien präsentierte, habe er noch nichts dazu gemacht. Später erinnerte ich den investigativen Journalisten, mir die versprochenen Links zu Chemtrail-Videos mit Jebsen zu schicken, vergebens.

Umso mehr habe ich das Buch „Der Fall Ken Jebsen“ mit großem Interesse gelesen, das der Journalist Mathias Bröckers auf Basis eines langen Gesprächs mit Jebsen veröffentlicht hat, alle 256 Seiten, damit mir auch kein Hinweise auf problematische Gesinnung Jebsens entgehen würde. Das ganze Buch zu lesen war ein unerwartetes Vergnügen. Jebsen ist ein Mensch mit sehr interessantem Lebenslauf und  interessanten Gedanken, die er auch noch in einer lebhaften Sprache ausdrückt. Liest man das Buch, wird sehr deutlich, was für ein Mensch das ist. Ich will ihn für sich selbst sprechen lassen.” Weiter gehts hier.

“Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 S., 18,00 Euro) ist ab sofort im Buchhandel und direkt beim Verlag erhältlich.

Kommentare

5 Kommentare zu “Die unwahrscheinliche Unperson”

  1. Stefan Miller am 06.12.2016 um 11:13 Uhr 

    “weil ihm bisher noch keiner irgendwelche Belege oder starke Indizien präsentierte, habe er noch nichts dazu gemacht”. ??? Welche Belege hatte er zu den anderen Themen, die er so leidenschaftlich propagierte? Welche starke Indizien? Die Chemtrails sehe ich fast jeden Tag auf dem Himmel, wie sie teilweise sogar stundenlag am Himmel nach und nach zu langgezogenen Wolken werden, wie sie manchmal unter bestehende Wolkendecke absinken. Ich habe keine Flüchtlingszüge in Frankfurt gesichtet, von Brexit bisher nichts gespürt, auch keinen Terroranschlag mitbekommen. Das kenne ich alles nur aus dem Mainstream, aus den Fakenews, also braucht Ken Jebsen Mainstream Belege und Indizien? Soll ich das so verstehen, daß bis ihm der Mainstream keine Belege oder Indizien presentiert, wird Ken Jebsen das Thema ignorieren?
    So werde ich wohl nie erfahren, was es mit den Chemtrails an sich hat…egal. Der Ken hat sicherlich einen interessanten Lebenslauf. Verwandschaft in Israel, die er gerne besucht, etc. Er ist so zu sagen eine deutsche Mischung aus David Icke und Alex Jones. Alles nur kontrollierte Opposition. Die andere Seite der selben Medaille. Reine Zeitverschwendung.

     
  2. Obi am 06.12.2016 um 20:08 Uhr 

    Ken Jebsen ist ein Radiomann, Schnellsprecher, Dampfplauderer…kein Intellektueller, kein abwägender tiefer Geist, kein Philosoph. Aber er ist wach, neugierig, aufmerksam, menschenfreundlich…ein sehr guter Reporter, mit einem Sinn für interessante Themen und Gäste.
    Dass so einer von der ARD gefeuert wird zeigt, wie heruntergekommen die zwangsgebührenfinanzierten Anstalten mittlerweile sind. Wer nicht seichten Bullshit oder dumpfe Propaganda liefert hat dort keine Chance.
    Dazu ist gerade ein interessantes Interview bei KenFM erschienen, mit zwei ehemaligen Tagesschau-Machern:
    https://kenfm.de/braeutigam-klinkhammer/

     
  3. Jlrg am 07.12.2016 um 11:35 Uhr 

    Bezeichnungen als Lügen- und Propagandamittel:
    Bezeichnungen (z. B. “Populist”), die für sich genommen, harmlos sind, stammen oftmals aber aus einem geprägten Kontext, den man ihnen verpaßt hat. Sie sind nun ‘vergiftet’ sind und werden für Hetze verwandt.
    Beispiel wäre “Verschwörungstheoretiker”. Jeder Staatsanwalt, aber zumeist auch Richter und Rechtsanwälte, müssen “Verschwörungstheoretiker sein! Das ist ihr Job! Das Wort selbst wäre deshalb durchaus nicht negativ.

    Ein weiteres Beispiel wäre “Fake News”. Oder auch “Rechtspopulist”
    Hierzu mein Vorschlag: Man sollte diese Worte nach dem Prinzip des Judo gegen den Angreifer selbst anwenden. D. h.: Statt das Wort “Lügenpresse” zu verwenden, sollte man den Mainstream als “FAKE NEWS-PRESSE” oder “FAKE NEWS-MAINSTREAM” bezeichnen.

    Zu “Rechtspopulist”: Ja es gibt leider Rechtsradikale. Aber das Wort wird – ähnlich der sog. “Nazikeule” – ja gerade gegen Kritiker angewandt, die durchaus(!) nicht rechtsradikal sind, sondern nur als solche diffamiert und in die Ecke des Nazitums gestellt werden sollen, um sie ‘anzuschwärzen’, sie negativ zu belegen und ihnen sozusagen rhetorisch ein bißchen so etwas wie einen “Judenstern” anzuheften – wie z. B. im “Fall” Ken Jebsen.

    Wir sollten Das Wort “Rechtspopulist” umkehren und zukünftig, z. B. den “SPEIGEL”, als “UNRECHTSPOPULISTISCHES VERSCHWÖRUNGSMAGAZIN” bezeichnen.
    Und diese Bezeichnung wäre nicht so abwegig, wie man im ersten Moment denken könnte. Denn es gibt nicht nur einen Populismus, sondern es gibt leider auch einen “POPULISMUS DES UNRECHTS”. Der Nationalsozialismus, der Zionismus usw. fallen ohne weiteres unter diese Bezeichnung. Auch auf fundamentalistisch-extremistische Religionsverständnisse – oder besser: Religionsmißverständnisse – trifft die Bezeichnung zu: Z. B. auf die calvinistisch-christlichen Sekten in den USA (dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Dominionismus) oder gewisse Hindus, gewisse Moslems, ja, sogar auf gewisse “Buddhisten”, die einen Populismus der ethnischen Säuberung von Minderheiten betreiben (z. B. Sri Lanka, Burma, Thailand).

    Und ein “VERSCHWÖRUNDMAGAZIN” ist z. B. der SPEIGEL auch allemal (“9/11”, “Stoppt Putin jetzt” usw.). Zu “9/11”: Der SPEIGEL (und andere) verbreitete die herrschende (und absurdeste) Verschwörungstheorie, die George W. Bush ausgerufen und gezielt lanciert hatte: „Ein paar Araber hatten sich in afghanischen Höhlen verschworen, uns mit gekaperten Flugzeugen…“.

     
  4. Stefan am 07.12.2016 um 13:04 Uhr 

    Ich habe früher den Fehler gemacht, mich an Rezensionen oder Filmbesprechungen der MSM zu orientieren. Manchmal bin ich dann aber trotz Verriss ins Kino gegangen oder habe mir das Buch gekauft und mich gewundert, weil ich es nicht bereuen musste.

    Irgendwann begriff ich es: Die Rezensenten der MSM sind schlau und wenn die Methode „totschweigen“ nicht mehr funktioniert, schreiben sie, das Werk sei „langweilig“, „schlecht gemacht“, „von minderer Qualität“, „wenig originell“ usw. Das klingt schön unpolitisch und schreckt den Durchschnittskonsumenten weit mehr ab, als wenn sie schreiben würden, „der Inhalt ist umstritten“ oder „widerspricht der korrekten Sichtweise“, denn das macht neugierig.

    Man sollte sich darüber klar sein: Die Agenda der „Lückenpresse“ ist offenbar nicht auf das Tagesgeschehen wie die US-Wahlen beschränkt, sondern wirkt auch – und gerade – bei „eher weichen“ Themen (quasi durch die Hintertür) wo man es nicht unbedingt erwartet hätte – wie Kultur, Literatur, Film & Fernsehen.

    Von George F. Kennan soll folgender, erhellender, Satz stammen: „Dieses Land (die USA) hat kein Kulturministerium, und der CIA musste diese Lücke, so gut es ging, schließen.“

    Inzwischen sehe ich Rezensionen in den MSM mit anderen Augen: Wenn Autoren, Filmemacher und deren Werke verrissen werden, interpretiere ich dies als Empfehlung und mein Interesse ist geweckt…

     
  5. Jlrg am 07.12.2016 um 13:43 Uhr 

    @ Stefan

    Wie man mit “labelling” jeder Sache einen “spin” geben kann, sieht man schön an dieser Parodie: “DEMONSTRATIONEN GEGEN VAN DER BELLEN!” – https://sciencefiles.org/2016/12/04/demonstrationen-gegen-van-der-bellen-oder-wie-rot-medien-eingefaerbt-sind/ .

     

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