Halbzeit im Real Game of Thrones

Mein Büchlein über “König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf um den Thron” war zwar kein Besteller und der Rest der ersten Auflage wird vom Verlag jetzt für schlappe 4 Euro angeboten. Doch hat dieses “Real Game of Thrones” einige Hardcore-Fans gefunden, die quasi auf Knien um Zugabe und Fortsetzung gebeten haben. Ich habe da freundlich um Verständnis gebeten, dass dieser Donald und das Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln mich wirklich nervt und dass meine Beschäftigung in dieser Jauchegrube keinesfalls zum Dauerzustand werden kann. Denn selbst der lustigste Ton und die schönsten Witze helfen ja nicht darüber hinweg, dass man dafür dauernd im Dreck wühlen muss. Und wenn dann am Ende nicht mal der Mindestlohn für einen gestandenen Müllwerker herauskommt, befasst man sich dann doch lieber mit  angnehmeren Dingen.

Nun stehen also die Halbzweitwahlen an und auch wenn ich mich mit den Zuständen im exzeptionalistischen Königreich nur noch kursorisch befasst habe, scheint mir die Prognose, dass der König mit der  Eichhörnchenfrisur auch diese Wahl gewinnen wird, ziemlich sicher. Und der Grund liegt auf der Hand: bis heute ist es seinen Gegnern nicht gelungen irgendetwas anderes auf die politische Agenda zu setzen als “Russiagate”. Dass es sich bei der aus dem Sink-Tank Hillarys stammenden Verschwörungstheorie, dass Donald  von Wladimir dem Ultrabösen auf den Thron gehievt worden sei, weil unsichtbare russische Häscher Hillarys Post gestohlen hätten, dass es sich bei dieser Räuberpistole um ein Märchen handelt, war zwar jedem halbwegs wachen Beobachter vom ersten Tag an klar. Donalds Gegnern ist aber seit zwei Jahren absolut nichts anderes eingefallen, mit dem sie ihm am Zeug flicken können.

Genausowenig wie ein politisches Thema, mit dem sie seine Agenda kontern und Wähler zurück gewinnen können. Stattdessen dominiert Donald mit seinem Zwitscher-Account die Tagesordnung und  wenn er “Fake News” trötet, blafft der Medienzirkus dumpf “Fake News” zurück.  Und wenn er sein Lieblingsthema anspricht – die Sicherung der Südgrenze gegen illegale Einwanderung –  dann bemängelt die “New York Times” falsche Prioritäten und fordert per Cartoon, das Militär  solle lieber den Mittleren Osten bombardieren. Demokraten die keine anderen Alternativen zu bieten haben müssen sich über  einen Wahlsieger Donald wirklich nicht wundern…

10 Kommentare

  1. Ich finde das Buch sehr lesens-und unterhaltenwert. In diesem Stile kann ich mir auch Teile des Politikunterrichts vorstellen. Habe es bereits dreimal als ebook gelesen und kann immer wieder schmunzeln und lachen. Trotz des sehr ernsten Themas.
    Leichtes Lesen zu einem Thema, bei dem die meisten Menschen ansonsten bereits abwinken!
    Danke !

  2. Stimmt nicht ganz. Russiagate spielt im Moment keine Rolle. Obamacare, genauer die Kostenübernahme von Vorkrankheiten, bewegt viele Wähler. Das könnte den Ausschlag bringen. Andere Faktoren sind seine Frauenverachtung und sein Rassismus.

  3. @Guenter: Die Rassismus/Sexismus/Pussy-Stories haben schon schon beim letzten Mal nicht funktioniert, das hat für die “deplorables”, die Trump gewählt haben, keine Priorität. Bei Healthcare sollte das eigentlich anders aussehen, hat aber auch keine Mehrheiten gebracht. Und der Russiagate-Schwachsinn wird spätestens weiter aufgekocht, wenn Mueller demnächst seine nächsten (Null-)Ergebnisse präsentiert. Es ist ein Trauerspiel, was Dems & Linksliberale seit zwei Jahren veranstalten, da kann man Paul Craig Roberts -Ex Reagan Minister – nur recht geben:
    What should this election be about? If America had an independent media, the election would be about the dangerous situation created by Washington that has caused two militarily powerful countries to prepare for war with the US. This is the most serious development of my lifetime. Everything President Reagan worked for has been overthrown for the material interests of the power and profit of the military/security complex.

    “If America had an independent media, the election would be about the American police state that, based on the 9/11 lie, the weapons of mass destruction lie, the use of chemical weapons lie, the Iranian nukes lie, the Russian invasion of Ukraine lie, was accepted by the insouciant Americans. Those responsible for these lies, which have caused massive war crimes, for which US administrations should be indicted, are feted and rich. The rest of us have experienced the loss of civil liberty and privacy. Any individual in the way of the police state is mowed down. (…)If America had an independent media, the election would be about the 20 years of US and NATO/EU war crimes against Serbia, Afghanistan, Iraq, Somalia, Libya, Pakistan, Syria, and Yemen, and US and NATO support for Israel’s war crimes against the remnants of the Palestinian people, and US and NATO/EU support for the neo-nazi regime established by the Obama regime in Ukraine to commit war crimes against the breakaway Russian provinces, the populations of which refuse to become victims of Washington’s overthrow of the democratic elected Ukrainian government and installation by “America’s first black president” of a neo-nazi regime.
    https://www.paulcraigroberts.org/2018/11/05/what-this-election-is-about/

    1. You are absolutely right with that. All that should be addressed. But the fact remains, that Russiagate doesn’t play a role in this election.

  4. USA =
    Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln ?
    Trump ist doch eher links :
    Beleg :
    Alle Honduras-Mexico-USA-Border-Crosser
    werden “gleich” behandelt….als Invasoren 🙂
    Noch besser belegbar:
    GroKo + EU + UNO =
    Einparteiensystem mit 3 linken Flügeln
    Aktueller Beleg :
    UNO-Original-Text in DEUTSCH
    Ein wunderbarer Orwell-Neusprech-Text aus dem Bilderbuch
    http://www.un.org/depts/german/migration/A.CONF.231.3.pdf
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article183365122/UN-Migrationspakt-Dobrindt-sorgt-sich-um-kommunikative-Hoheit.html

    1. Der UN-Migrationspakt ist nun allerdings alles, bloß kein linkes Projekt. In den endgültigen Entwurf sind wohl ohne Untertreibung viele viele Millionen an Think-Tank-Geldern aus dem Umfeld des Weltwirtschaftsforums geflossen. Norbert Haering hat auf seinem Blog ein sehr gutes Dossier dazu.

      Der Teil der postmodernen Linken, der unbeleckt von jeglichem Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge die weltweit offenen Grenzen zur eigenen moralischen Erhabenheit fordert, das sind nicht mehr als nützliche Idioten für den organisierten Teil des modernen Konzern- und Bankenkapitalismus, der meint, unbegrenzte Migration sei in seinem Interesse.

  5. Werter Herr Broeckers! Wenn es so amüsant und unterhaltend wie im “Ersten Teil” weiter geht, wäre ich auch bereit mehr für das Büchlein zu zahlen! (So als Entschädigung dafür, das Sie sich durch all den Trash wüllen müssen!) An Stoff dürfte es bei der Gemengelage doch nicht mangeln? Teilweise sorgen die Gegner von Trump für interessanteren (will sagen, größeren Bullshit) als der von Ihnen gescholtene Twitter König!

  6. Midterms…
    Trumpies…Republicunts…Demorats…whatever
    reach rock buttom with `em…you stop digging
    Real Americans are still out there 🙂
    DERRINGER PROMO REEL

  7. Die USA sind keine Demokratie. Die Wahlergebnisse am Dienstag belegen es…

    Democrats had a 12-point lead in the overall popular vote for the Senate and have lost three seats.
    Senate popular vote:
    Democrats: 40,558,262 (55.4%)
    Republicans: 31,490,026 votes (43.0%)
    Senate seats: Republicans +3
    Source: NYT

    1. @Karsten Schneider:

      Ich fürchte da sind Sie der NYT auf den Leim gegangen. Die versteht sich bezüglich der politischen Landschaft im eigenen Land derzeit nicht als Zeitung, sondern als letzte Bastion des Widerstands gegen Donald Trump, und da müssen einfache Zusammenhänge schon einmal der Kampagne weichen.

      Das Zweikammernsystem der USA besteht bekanntlich aus Senat und Repräsentantenhaus, und dabei ist es eben so, dass nur das Repräsentantenhaus im Verhältnis der Bevölkerungen der einzelnen Bundesländer besetzt ist, während der Witz am Senat gerade ist, dass jedes Bundesland unabhängig von Größe und Bevölkerung von genau zwei Senatoren vertreten wird.

      Bei der Senatswahl die absolut abgegebenen Stimmen der einzelnen Bundesländer zusammen zu zählen geht an der Sache deshalb vollständig vorbei. Es gibt dort gerade keinen popular vote.

      Man kann dieses System natürlich insgesamt kritisieren, sollte aber auch nicht vergessen, dass diese Art des Bikameralismus andererseits kleine Bundesländer auch schützt.

      Das System nur dann zu kritisieren, wenn der politische Gegner gewinnt, so wie es die NYT derzeit hält, ist im übrigen schlicht bigott. Diese Niederlage haben sich die Demokraten vollständig selbst zuzuschreiben, und vielleicht, wenn nicht noch jemand ein paar Russen aus dem Hut zaubert, lernen sie diesmal auch etwas daraus. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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