Frohes Fest!

Dieser Tage habe ich mich mal durch einige Musik geklickt, die von diversen “Experten” zum Song oder zur Band des Jahres gekürt wurden, aber konnte da nichts entdecken, was mich zum Weiterhören animiert hätte.  Hat vielleicht mit dem Alter zu tun, in jungen Jahren passierte  es ja dauernd, dass man eine unbekannte Musik , eine neue Band hörte und gleich drauf abfuhr, aber mittlerweile kommt so was, wenn überhaupt, nur noch alle paar Jahre mal vor.  Macht aber nichts, es gibt so viele gute alte Songs ohne jedes Verfallsdatum :

Besuch bei einer Landkommune Mitte der 70er, über dem Herd ein großer Stengel mit Hanfblüten: “Nimm nicht zu viel, ist starkes Zeug”. Ach, dachte ich,  was diese Landeier “stark” nennen und bröselte mir eine dicke Tüte. Nach ein paar Zügen legte ich mich auf’s Sofa, nahezu bewegungsunfähig…. aber dann lief dieses Stück und ich flog ab.

Verliebte haben oft “unser Lied”, bei mir war das vor 20 Jahren einmal “Nwahulwana” von Wazimbo – auch ohne Verliebtsein immer noch wunderbar…

Du immer mit deinem J.J.Cale, sagen mir Freunde oft. “Der macht doch immer nur dasselbe” – “Ja, aber immer wieder anders.” Deshalb höre ich ihn seit 1972 immer wieder, denn keiner hat diesen Groove… Und keine von den vielen Cover-Versionen seiner Songs kam je an das Original heran. Eine Ausnahme war in meinen Ohren nur Captain Beefheart mit JJ’s “Same Old Blues”

Das beste Rockgitarren Intro aller Zeiten, oder: wie man aus einem Drei Akkord Song eine  beethovenartige Symphonie macht:  die Hinführung von Steve Hunter und Dick Wagner (Guitars) und Prakash John (Bass) zu Lou Reeds “Sweet Jane”-Riff….

Beth Hart  ist nicht nur eine wunderbare Art Hybrid aus Janis Joplin und Tina Turner, sondern darüber hinaus und in jeder Hinsicht zum Niederknien. Zum Beispiel für dieses Cover des Ike&Tina Klassikers “Nutbush City Limit”:

Weil mir die Riffs von AC/DC auch nach hundert Jahren noch runtergehn, gelte ich bei weltmusikalisch avancierteren Freunden zwar als Dumpfbacke, klicke aber auf der Youtube-Jukebox immer gern mal wieder so einen Kracher an. So stieß ich auf dieses “Tribute” für Malcolm Young, den im letzten Jahr verstorbenen Rhythmus-Gitarristen der Band. Ein echter Großmeister des Power-Chords. Für die Berliner Band TXL “Die beste rechte Hand des Rock’n Roll”.

Dass alte Stadion-Kracher auch unplugged und  live richtig abgehen, wenn man singen kann wie Billy Idol und Gitarre spielt wie Steve Stevens, hier ist der Beweis:

Erich währt am längsten!  Eric Burdon war ganz früh ein ganz Großer und ist es immer noch – und dann auch noch mit einem meiner Bob Dylan-Favourites: Gotta Serve Somebody. Must hear!

“Talking Timbuktu” von Ali Farka Touré und Ry Cooder ist einer meiner All Time Favourites und wird immer wieder aufgelegt:

Wenn Weihnachten im Himmel gesungen wird, müsste man die schon unter den Engeln weilende Eva Cassidy heraushören. So himmlisch wie sie – hier bei ihrem letzten Konzert 1996 – hat hienieden kaum jemand gesungen.

Und wem grad nicht einfällt, welche Musik jetzt passen würde: das Musikradio mit dem besten Mix überhaupt –  Radio Paradise  – passt fast immer. Frohes Fest!

8 Comments

  1. Lieber Herr Bröckers,

    vielen Dank für die wunderbare Musik zu Weihnachten.

    An dieser Stelle möchte ich die Gelgenheit nutzen, Ihnen für Ihre unermüdliche Aufklärung, Ihren Scharfsinn und Ihre tiefgründige, stil- und charaktervolle Arbeit zu danken, deren Qualität man gar nicht hoch genug schätzen kann.

    Ohne Sie hätten wir keinen “Augenöffner”, der sich stets der aktuellen Ereignisse mit messerscharfen Analysen annimmt.

    Bitte bleiben Sie uns (und selbstverständlich Ihrer Familie) noch lange erhalten!

    Für das kommende Jahr wünsche ich Ihnen Gesundheit, Ausdauer, weiterhin unbändige Energie und Schaffenskraft und alles erdenklich Gute!

    Herzlichst,
    dreamcatcher

  2. Lieber WUNDERBARER Mathias ! heute haben Sie mich ausnahmsweise mit fannnnntastischer Musik begeistert, vielen Dank dafür ,und noch mehr DANKESCHÖN für Ihre zahllosen Bücher ,für Ihre unermüdlichen Anstrengungen im blog gegen Falschinformationen des mainstream anzukämpfen , wenn eines Tages doch das Wahre übers Falsche siegt ,(dessen bin ichmir sicher )werden Sie einen grossen Anteil dazu beigetragen haben ,alles Liebe,alles Gute,GESUNDHEIT ,langes Leben ,paulo wallner

  3. Hier auch noch’n Link, der auf seine Weise vielleicht ganz gut zu diesen Elitengeburtstagstagen passt; und sei es auch nur, weil da die Zeit nicht gar so knapp ist:
    Prof. emer. Hartmann, ein Soziologe, spricht erhellend über das Elitensystem – sprich: “oben und unten” – in Frankreich sowie Deutschland (ggf. durchhalten bis Minute 25)… ist also auch “Musik drin”.

  4. Muß nochmal Danke sagen, für den Tipp zu Radio Paradiso. War ja lange Radio Eins Hörer, aber da die Moderatoren dort immer mehr dem Mainstream auf den Leim gingen, will sagen Null kritische Information, alles glatt gebügelt und angepasst. Habe ich jetzt eine gute Alternative, ohne mich über nervende Werbung, gleichgeschaltete Nachrichten und Kommentatoren zu ärgern. Danke dafür!!!

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