3JT #65: Dämonisierung

Die Flut – jetzt ist sie da und reißt unsere Vorstellung vom Katastrophenschutz mit sich. Doch die Regierung versucht von ihrem Versagen abzulenken. Und die Medien dämonisieren freiwillige Helfer. Außerdem: China und Russland werden weiter zum Feind stilisiert – doch war da nicht was mit dem Pegasus-Skandal und dem Bundestrojaner? Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in Ausgabe #65 des 3. Jahrtausends. Eine komplette Linkliste zur Sendung findet Ihr hier: ►►https://www.exomagazin.tv/daemonisierung-das-3-jahrtausend-65

8 Comments

  1. Zum Thema Flut: Ich stelle nur fest, dass das Hochwasser genauso wie die Pandemie erschreckend zu meiner damaligen Orakelei über moderne Formen der Kriegführung passt. Ganz offensichtlich hilft die Flut der Obrigkeit genauso wie Covid bei der Machtsicherung. Beide Phänomene wirken in dieselbe Richtung, Parallelen sind frappierend, z.B.:

    – Vernichtung von Werten (hier nicht durch Lockdowns, sondern durch physische Gewalt)
    – danach Ausschütten von Helikopter-Money, um Konjunkturimpulse auszulösen und Inflation zu erzwingen: Finanzcrash hinauszögern
    – Militäreinsatz und Kriegsrhetorik ganz offen im Mainstream
    – Zusammenstehen gegen “äußeren Feind” und Sammeln hinter der Obrigkeit, die als “guter Hirte” den Schäfchen Rettung bringt und die Spaltung der Gesellschaft überdecken soll
    – Ablenken von der schweren systemischen Krise des westlich-neoliberalen Systems, die nie thematisiert wird

    Obwohl übrigens auch der Mainstream schon lange einräumt, dass die Manipulation und Auslösung von Extremwetterereignissen als Form der Kriegführung bekannt und praktikabel ist, behaupte ich nicht etwa, dass dies hier auch der Fall wäre. (Andererseits traue ich denen zur Sicherung ihrer Macht buchstäblich alles zu.)

    Vielmehr denke ich, dass speziell in Deutschland Dummheit und Unfähigkeit, gepaart mit Ich-Bezogenheit und Desinteresse am Gemeinwohl, nicht nur im Volke (als gewollte Begleiterscheinung des Neoliberalismus) auf dem Vormarsch sind, sondern insbesondere die Spitzen von Politik und Verwaltung dominieren (ob sie Söder, Laschet, Baerbock oder wie auch immer heißen).

    [Anstatt Sirenen zu erhalten oder wenigstens die sogar von der EU geforderte allgemeine Funkzellen-SMS zu senden, muss es in Deutschland immer die profilierungsträchtige Goldrandlösung sein (Hauptsache hipp, digital und App), die im Ernstfall dysfunktional ist nur versagen kann, was auch jeder Laie begreift.]

    Problem für die Obrigkeit wird, dass sie bei weiter fortschreitendem Großversagen ungewollt die im Volk brodelnde Wut nur anheizt und bei denkenden Leuten (“Verschwörungsideologen”) die Überlegung reift, dass es doch Absicht sein muss, denn “so verblüffend unfähig und dumm” kann ein Staatsapparat einfach nicht sein…

  2. @Stefan
    Erstmal Dexit = 1. Priorität….und dann sollten wir uns als 51.Bundesland den USA anschließen..( Ein klassischer Verfassungsstaat und atomarer Schutzschild…PLUS Marijuana-Freigabe in USA läuft = Bröckers Lebensziel ist somit erfüllt = jetzt Blog dichtmachen…lieber Mattes ! :-). Wir könnten eine glaubwürdige Moderation machen (.No Heiko Maas natürlich ) gegenüber Polen + Russland …und gemeinsam mit Polen-Ostländern und Russland die KP-Chinesen ( A Danger to Humanity ) ante portas halten

    Frankreich kann den “Chef de Cuisine” machen gegenüber den PIIGS…anstatt dauernd dem deutschen Rentner die Kohle aus der Tasche zu ziehen….A good Challenge for “Grand Nation”…..Wie ist Ihre Meinung dazu…Herr George Soros und Herr Dr. Henry Kissinger ? …die Meinung der 3 von der Tankstelle hier auf dem Blog zählt eh nicht
    ( Gut gedacht…gut gemeint…but who the fuck cares about them… in geopolitics )

  3. @pecas
    ” When the End comes…I Know…I am just a Gigolo…and Life goes on without me ”
    Optimaler Grabspruch für Soros und Kissinger !
    Bei Merkel steht :
    “Warum ist meine Handtasche beim Absprung über Paraguay nicht aufgegangen ?”
    Optimaler Steinmetz-Entwurf für die Kastner-Evangelische 🙂

  4. Und was gibt’s Neues von Julian Assange?

    Im Dezember 2019 fragte ein Kommentator:
    “Werden wir in diesem Blog je etwas über Reality Winner und ihren Fall hören?”
    https://www.broeckers.com/2019/12/03/meet-john-shipton/#comment-64666

    Assanges Leidensgenossin wurde jetzt vorzeitig aus der US-Haft entlassen:
    https://www.republik.ch/2021/07/27/ich-habe-nicht-versucht-snowden-zu-sein

    Die Whistleblowerin war am 23. August 2018 zu 5 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt worden, die bis dato längste Strafe für die unautorisierte Weiter­gabe von geheim­dienstlichen Informationen an Medien. Man wolle an ihr ein Exempel statuieren für weitere Whistle­blower, so der Staats­anwalt damals.
    Edward Snowden im Dokumentarfilm “United States vs. Reality Winner”: “Der Staats­anwalt verkündete das so ohne jegliches Schamgefühl”. In jenem Moment habe er sich sehr geschämt, Amerikaner zu sein.

    “Julian Assange und Edward Snowden sprachen sich immer wieder lautstark für die inhaftierte Whistle­blowerin aus. Unter­stützung gab es auch aus Europa, etwa von ‘Reporter ohne Grenzen’ oder vom Whistle­blower-Verbund ‘The Signals Network’. Es meldeten sich Journalistinnen, Drehbuch­autorinnen und Filme­macherinnen aus aller Welt bei der Familie. Was auffällt: Es waren vor allem Frauen, die sich für Reality Winners Geschichte interessierten.” (Unabhängig davon scheint man bei der REPUBLIK alles auf weiblich zu gendern.)

    Der Republik-Artikel rollt die Geschichte einer Patriotin auf, die zwar gelegentlich (aber vorwiegend privat bzw. in ihrem Tagebuch) sehr kritisch und manchmal spöttisch auf ihr Land blickte, aber eigentlich gar keine Whistleblowerin oder ein zweiter Snowden werden wollte.

    Bei ihrer “Untat” glaubte sie, ihrem Land einen Gefallen zu tun: Das von ihr an Intercept weitergegebene Dokument handelte von Manipulations­versuchen des russischen Geheim­diensts bei der Wahl 2016. Für die damals schon in die Medienöffentlichkeit gebrachten (aber noch unbewiesenen) Vorwürfe war das Dokument sozusagen ein erhärtender Beleg – und die Vorwegnahme einer später sowie erfolgenden hochoffiziellen Enthüllung (so jedenfalls das Narrativ, der Wahrheitsgehalt von “Russiagate” ist ja bekanntlich noch mal eine eigene Baustelle).

    “So wirkt Winners hohes Strafmass spätestens dann absurd, als der Sonder­ermittler Robert Mueller 2019 seinen Bericht über die versuchte russische Einfluss­nahme auf die Wahlen zugunsten von Donald Trump veröffentlichte” – und hierbei im wesentichen Informationen bestätigte, die Winner zuvor geleakt hatte.

    Die Absurdität hat allerdings System, was der Artikel anschaulich macht:
    “Der ‘Espionage Act’ war ursprünglich 1917 vom Parlament verabschiedet worden, um die Einmischung in militärische Operationen unter Strafe zu stellen oder Ungehorsam im Militär zu verhindern. Doch seither – besonders seit dem Terror­anschlag von 2001 – wird das Gesetz umgedeutet und gern als Mittel für die Jagd auf Whistle­blower genutzt.
    Dieses Gesetz kennt keine mildernden Umstände oder Rechtfertigungs­gründe. Auch nicht, wenn sie den legitimen politischen Interessen des Landes dienen würden.”
    Uno-Sonderbericht­erstatter für Folter Nils Melzer:
    “Sobald jemand in den USA als Whistle­blower verurteilt wird und damit als ‘Verräter’ gilt, also als jemand, der aus der Reihe tanzt, wird dies rabiat verfolgt.”

    Brachte der gute Biden der Trump-Gegnerin die Freiheit – Ende gut, alles gut?

    Melzer macht sich keine Illusionen: “Die Demokraten, allen voran Obama, sind drakonische Verfolger von Whistle­blowern.” US-Behörden würden Whistleblower lebenslänglich strafen wollen, ihr Leben zur Hölle machen und sie als Person in der Gesellschaft ausradieren. Die partei­politische Couleur der Regierung spiele dabei nur eine sekundäre Rolle. Weder Regierungsmitglieder noch hochrangige Demokraten hätten sich bis heute öffentlich hinter Winner gestellt.
    Ironie des Schicksals – die den Democrats nahestehende Winner wird ausgerechnet von einem damaligen Sicherheitsbeamten des repubikanischen POTUS Bush gelobt:
    Winners Enthüllungen hätten dazu geführt, dass die US-Wahlen 2020 als die sichersten in die Geschichte eingehen würden.

    Winners Familie und Freunde streben trotz wieder erlangter Freiheit immer noch die offizielle Begnadigung der 29-jährigen an, denn ihre Verurteilung würde sonst “lebenslang wie ein Makel an ihr haften und sie in den USA zu einer Persona non grata machen. Winner müsse sich stets als unter dem ‘Espionage Act’ Verurteilte ausweisen und bleibe eine Bürgerin zweiter Klasse”.

    Kurz gestreift wird auch die zwielichtige Rolle der Zeitschrift INTERCEPT (die sich bekanntlich im Unfrieden getrennt hat von allzu kritischen Mitgründern wie dem Journalisten Glenn Greenwald und der Dokumentar­filmerin Laura Poitras):
    Winners anonym zugesandter Ausdruck konnte zurückverfolgt werden, weil (wie man eigentlich schon seit 2004 weiß) jedes gedruckte Papier einen heimlichen Code aus gelben Punkten enthält, sogenannte Drucker-Wasserzeichen. Der (bloß zu dämlich-vertrauensselige?) Reporter wollte sich die Echtheit von einem “Kontakt­mann eines NSA-Dienst­leisters” bestätigen lassen, der die erhaltenen Infos sogleich an die Geheimdienste weiterleitete.

    Winner will künftig hinweisen auf die unmenschlichen Haft­bedingungen in Amerikas Gefängnissen, die sie selbst erlitten hat und die (wenn auch nicht von der Länge her) an diejenigen von Assange erinnern.

  5. die kleine Ahr kann doch niemals so viel Wasser aufstauen nach 5 Tagen mässigen Regen. Die Flut war hausgemacht. Die haben auf eine Gelegenheit gewartet und die Talsperren aufgemacht und die Täler geflutet. Es gibt noch einige private Videos von den Schleusen, wie dort das Wasser durchläuft. Da ist nichts gebrochen, alles absichtlich gemacht. Und wie es dort wirklich aussah, wissen wir auch nicht, denn das erste, was sie gemacht haben, war dafür zu sorgen, dass keine private Aufnahmen vor Ort gemacht werden konnten. An die vielen Toten glaube ich nicht. Muss man aber sowas erfinden, sonst wäre die Dramatik futsch. Auch die Berichte von den vielen Kinderleichen sind nur Ablenkung. Jetzt wird in den Medien sobald es nur etwas regnet sofort vor einer Flutgefahr gewarnt. Also ob es jetzt anders wäre als früher. Im Feburar stand das Wasser im Rhein übrigens deutlich höher als im Höchststand bei der Flut im Juli.

  6. Schläfrige Journalisten, die meinen, Assange sei ja gar keiner der ihren und daher keiner Kollegen-Solidarität würdig, können beruhigt weiterschlafen.

    Es ist bloß ein weiterer Hobby- und damit Nicht-Journalist, der gestern seine 8-monatige Haftstrafe antreten musste: Craig Murray, ehemaliger Botschafter in Usbekistan und daher seinen wertewestlichen ehemaligen Dienstherren als “Whistleblower im diplomatischen Dienst” ein besonderer Dorn im Auge. Der “Vater eines Säuglings, Mann von fragiler Gesundheit und ohne Vorstrafen” hat sich eines besonderen Vergehens schuldig gemacht, das wohl keine Aussetzung der Strafe zur Bewährung oder die sonst übliche Verhängung einer Geldstrafe duldete.
    Denn er ist “der erste Mensch seit einem halben Jahrhundert, der in Großbritannien wegen Missachtung des Gerichts ins Gefängnis gesteckt wird”.

    Nein, randaliert hat der weißhaarige Gentleman nicht – er berichtete als einer von nur einer Handvoll Journalisten täglich im Londoner Gericht über das Verfahren gegen Assange und fertigte protokollierte, was er dort miterlebte: “himmelschreiendes Unrecht und Rechtsbeugung in erschütterndem Ausmaß”.
    Zuvor hatte er Anfang der der 2000er Jahre die Kollaboration der britischen und US-amerikanischen Regierungen mit dem Folterregime von Usbekistan öffentlich gemacht.

    Aufhänger seiner Verurteilung vor zwei Monaten war jedoch seine Teilnahme an zwei Verhandlungstagen im nichtöffentlichen Verfahren im März 2020 gegen Schottlands Ex-Premier Salmond, der in allen angeklagten Fällen sexueller Belästigung und versuchter Vergewaltigung letztlich für nicht schuldig befunden wurde.
    Murray berichtete von der Vermutung des Angeklagen, es sei zu Absprachen zwischen Zeugen, der schottischen Nationalpartei SNP und Regierungsbediensteten gekommen sei, um Salmond gezielt zu diskreditieren. Das Verfahren gegen Salmond sei politisch motiviert, da er in der Frage der schottischen Unabhängigkeit einen viel radikaleren Kurs verfolgt habe als seine Nachfolgerin Nicola Sturgeon.

    Bei britischen Verfahren zu sexueller Gewalt “dürfen die Namen von Zeugen und möglichen Opfern nicht genannt werden, erstaunlicherweise aber der Name des (noch) nicht für schuldig befundenen Angeklagten”. Murray hielt sich daran, aber laut Gericht habe er habe “Details zu Zeugen veröffentlicht, die im Zusammenhang mit persönlicher Kenntnis und anderen, möglicherweise Jahre alten Artikeln eine Identifizierung von Zeugen vielleicht möglich gemacht habe”. Sein Hinweis, “dass viele der etablierten Medien und pikanterweise auch eine der ausdrücklichsten Kritikerinnen von Salmond, Dani Garavelli, viel mehr und öfter Details, die zu einer Zeugenidentifizierung führen könnten, veröffentlicht hätten als er selbst” verhinderte nicht, dass er als einziger dafür belangt wurde.

    Das Urteil bringt nicht nur eine lästige Stimme aus dem Assange-Prozess zum Schweigen, sondern ermöglichte es, “ihm seinen Pass zu entziehen, so dass er nicht nach Spanien reisen und in einem Prozess in Zusammenhang mit Assange aussagen konnte, der Großbritannien und die USA ernsthaft in Verlegenheit bringt”.
    Im spanischen Prozess geht es nämlich darum, “dass die USA Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London illegal ausspioniert haben”.

    Auch wenn er den (für ihn kostspieligen) Kampf durch die Instanzen letztlich doch noch gewinnen wird, fegt das intrigante Verfahren ihn (wie Salmond) längere Zeit oder vielleicht sogar endgültig aus der Bahn.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=74783
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=72388
    https://dissenter.substack.com/p/craig-murray-8-months-prison-sentence

  7. Und noch’n Whistleblower in den Zähnen des Imperiums:
    Der frühere US-Soldat Daniel Hale wurde am 27. Juli zu 45 Monaten Gefängnis verurteilt, obwohl seine Enthüllungen über die Brutalität der US-Drohnenkriegsführung keinem Amerikaner geschadet und keinen weniger sicher gemacht haben.

    Sogar der Bundesrichter, der Hale ins Gefängnis schickte, anerkannte, dass Hale bei seinen Versuchen, die Öffentlichkeit auf den menschlichen Tribut des Drohnenkriegs aufmerksam zu machen, grossen Mut bewiesen hatte.

    Dem Delinquenten geholfen hat diese Würdigung (“appreciation”) allerdings nicht; der Apparat zeigt vielmehr gnadenlos seine schizophrene Dekadenz:
    “Drei Tage später, während das Justizministerium und das «Büro des Direktors der Nationalen Nachrichtendienste» über den «National Whistleblower APPRECIATION Day» twitterten, wurde Hale in das Regionalgefängnis Northern Neck verlegt. Er wird derzeit in einem Raum mit hundert Personen festgehalten, ohne eine Matratze, Decke und ohne Wechselkleidung, und natürlich auch ohne Besucher.”

    Der “National Whistleblower Appreciation Day” wird erst seit 2018 begangen und soll jährlich mutiger Menschen gedenken, deren Aktionen das amerikanische Volk vor Betrug und Machtmissbrauch schützt. Ausgerufen hat ihn übrigens nicht irgend eine regierungskritische NGO, sondern der US-Senat – einstimmig!

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=75205#h16
    https://www.infosperber.ch/freiheit-recht/recht-auf-oeffentlichkeit/er-erzaehlte-einfach-die-wahrheit-ueber-den-us-drohnenkrieg/

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