Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 56

So gelassen, wie die Bundesregierung mit Terroranschlägen auf deutsche Infrastruktur umgeht, hat es den Anschein, dass man wie einst einst Merkel gegen das “Abhören” nunmehr auch gegen das “Pipelinesprengen unter Freunden” einfach nichts machen kann. Und nicht einmal sagen darf, ob und wie man gedenkt, den Anschlag zu ermitteln und den Tätern auf die Spur zu kommen. Man sei, so erfuhr Sahra Wagenknecht auf eine kleine Anfrage, „nach sorgfältiger Abwägung zu dem Schluss gekommen, dass weitere Auskünfte aus Gründen des Staatswohls nicht – auch nicht in eingestufter Form – erteilt werden können.“

Schön mal wieder von ihm  hören, dem guten alten “Staatswohl”, dem es gesundheitlich  ja ziemlich gut zu gehen scheint, wenn es den Verlust wichtiger Versorgungsadern so locker hinnehmen kann. Und es seiner Gesundheit sogar für zuträglich hält, sich um mögliche Ursachen keinen Gedanken zu machen oder Auskünfte zu geben. Staaten, denen von Terroristen wichtige Versorgungseinrichtungen zerstört werden, würden normalerweise Zeter und Mordio schreien und alle Fahndungsregister ziehen, um die Täter hinter Schloss und Riegel zu bringen. Und ihre Bürger, für deren Sicherheit und Infrastruktur der Staat verantwortlich ist,  regelmäßig auf dem Laufenden halten – über den Stand der Ermittlungen und der Planungen, solche Terrorattacken künftig zu verhindern:  Task-Force, Sonderstäbe, Untersuchungsausschüsse, das ganze Programm. Wie so etwas aussieht, wenn ein Staat alles in  Bewegung setzt, um einen Terroranschlag aufzuklären, kann man an den an detaillierten Erkenntnissen sehen, die russische Ermittler innerhalb kurzer Zeit über den Tathergang und die Täter der Attacke auf die Krim-Brücke  gewonnen und veröffentlicht haben .  Auch wenn sich noch nicht beurteilen lässt, wie “gerichtsfest” die vorgelegten Beweise sind, gewinnt man zweifellos den Eindruck: so geht Anti-Terror-Ermittlung und Polizeiarbeit. Während hierzulande unter Berufung auf die  „Third-Party-Rule“ für die internationale Zusammenarbeit der Geheimdienste entspanntes Nichtstun und verordnetes Aussitzen herrscht. Und nicht einmal Abgeordnete und die parlamentarische Geheimdienstkontrolle erfahren dürfen, ob und wie die Regierung den Anschlag aufzuklären gedenkt.

Die Schweden waren als direkte Anrainer zuerst am Tatort, wollen aber “unter Freunden” nicht verraten, was ihre Taucher dort möglicherweise ans Spuren gefunden haben. Dass es der Ausweis eines russischen Matrosen war, ist immerhin ausgeschlossen, denn das wäre sofort gemeldet worden. Die deutsche Bundespolizei ist nach knapp zwei Wochen dann auch mal gemütlich zur Besichtigung des Tatorts aufgebrochen, was dann immerhin eine Eilmeldung der “Tagessschau” wert war – allerdings nur, weil man  keine passende Tauchausrüstung dabei hatte und unverrichteter Dinge wieder abzog. Auch Profis können ja mal vergessen, dass die Ostsee 70 Meter tief ist und wenn sie es für das “Staatswohl” tun, um so besser…

Es fragt sich allerdings,  um welchen Staat und sein Wohl und Wehe es hier eigentlich geht. Nehmen wir mal an, die amerikanischen “Freunde”, denen deutsche Energieversorgung aus Russland seit über 50 Jahren ein Dorn im Auge ist – siehe dazu “Der unverziehene Strang nach Osten” (Spiegel, 12/1982)  – haben ihre  britischen, polnischen und skandinavischen Vasallen angespitzt, die Nordstream-Pipelines zu sprengen. Die deutschen Dienste lässt man bei dieser Operation außen vor, erinnert sie dann aber an ihr Schweigegebot und lässt sie auch nicht selbst ermitteln. Weshalb mit der Berufung der Bundesregierung auf das “Staatswohl” auch nicht der deutschen Staat gemeint  sein kann, sondern nur das Wohl der “Third Parties”, der “Freunde” in den USA und ihre Vasallen. Dass die Attacken auf die Nordstream-Pipeline, ähnlich wie 2014 die auf den Flug MH-17 über der Ukraine (oder wie 9/11), nicht wirklich ermittelt und aufgeklärt werden, sondern “auf dem weiten Feld der Spekulationen, Schuldzuweisungen und Verschwörungstheorien versumpfen” , hatte ich hier  (Notizen *52)  schon angemerkt. Genau so scheint es zu laufen. Und es sollte sich niemand wundern, wenn in ein paar Wochen dann “Bellingcat” oder andere “Faktenchecker” in Propagandadiensten mit einer Super-Recherche die Unterwasser-Smoking-Gun aufdecken, die dann doch auf Täter  aus dem “Umfeld Putins” verweist…

Unterdessen beklagt die US-Journalistin Ann Applebaum, Gattin des polnischen Ex-Ministers, der sich für den Nordstream-Anschlag mit “Thank You, USA” bedankte, dass man aus Deutschland keine Panzer an Kiew liefert, weil man sich einen Sieg der Ukraine einfach nicht vorstellen will: “Wie wird es Europa verändern, wie wird es Russland verändern, wie wird es das Gleichgewicht der Kräfte verändern? Ich glaube, dass die Situation mit den Panzern genau damit zusammenhängt.” Sie glaubt bei ihrem Talk im “Progressiven Zentrum” auch noch ganz viel anderes, hat aber entweder keinen Schimmer, dass nach aktuell 5876 zerstörten Panzern der ukrainischen Armee ein paar hundert mehr keine Rolle mehr spielen, oder will für ihre Auftraggeber im Militärisch-Industruellen-Komplex einfach nur diese wunderbare Abwrackprämie beibehalten, für die auf ukrainischer Steppe derzeit von den Russen gesorgt wird. Dass es nach der General-Strategie des Pentagon – “unterbreche niemals den Geldfluß!” – aber noch ein ganze Weile so weiterergeht, ist nicht zu erwarten, denn nicht den Russen, sondern dem Westen gehen die Waffen aus. 
Da kann auch die kriegslüsternste Propaganda aus “Progressiven Zentren” nicht helfen, in denen die neokonservative Rechte und  die woke Linke Hand in Hand in den “Woke War III” marschieren. Erstere sind was den Bellizismus betrifft in Wort und Schrift zwar stets ganz vorne mit dabei, haben aber wenn es um realen Krieg geht bisher jeden verloren, den sie angezettelt haben; letzere sind was Krieg betrifft theoretisch und praktisch völlig ahnunglos, wollen aber vom Kindertisch aus “in dienender Führungsrolle” (R.Habeck) vorne mit dabei sein, beim “Sieg in der Ukraine”. Den wird es indessen nicht geben und spätestens wenn General Winter das Regiment übernimmt wird das auch diese Neocon-Grüne-Querfront merken und hoffentlich vom Hof gejagt. Ihrem semi-debilen Führer Joe Biden blüht das schon bei den Halbzeit-Wahlen Anfang November….

Alle bisher erschienen “Notizen” hier

Am 20. Oktober 2002 erscheint:
Mathias Bröckers : Vom Ende der unipolaren Welt , ‎ Fifty-Fifty (2022),  288 Seiten, 20 Euro

 

 

 

 



Das Buch über die Geschichte und Hintergründe des Ukraine-Kriegs:

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

 

 

 

 

20 Comments

  1. Danke Matthias, für diese kurze Zusammenfassung der Beweisführung (falls das noch nötig war), daß wir von feindlichen Agenten regiert werden, denen ihr Amtseid nichts bedeutet. Na ja es gibt Gerichte für sowas. (Harr, harr. Na klar.)

    Was für ein wunderschönes Schauspiel es doch ist, wenn ein verbrecherisches Imperium, das sich seit seiner Gründung 1776 parasitär auf Kosten Eurasiens, Afrikas und Südamerikas gemästet hat bis Blut kommt, mittels der eigenen Tricks komplett selbst vernichtet. Chapeau! Das zur Lebensleistung der Neocon-Bande á la Leo Strauß, Zbigniew Brzezinski, George Friedman et.al: sie haben die USA restlos vernichtet.

    Falls sie das wollten, prima. Falls nicht, upsidu. Abgesehen davon ich mich Eric Arthur Blairs Conclusio komplett anschließe (und es seit etwa zehn Jahren selbst verkünde, in eigenen Worten: “Die USA sind fertig. Sie sind nur zu blöde, um es zu merken.”):

    CONCLUSION: The USA is screwed. Get over it.

    Schlußfolgerung: Die USA sind fertig. Kommt klar damit.

    Wer seine makellose Beweisführung nachlesen möchte (und nebenbei erfahren will, warum Diesel Kraftstoffe vom Heilsbringer zum Klimakiller wurden), kann dies in Englisch tun unter http://thesaker.is/cui-bono-the-big-picture/

    PS.: Der medial betriebene Hype gegen fossile Brennstoffe dient nicht dazu, ein schöneres Wetter zu erreichen, er soll die restlichen kostbaren fossilen Brennstoffe nur für die oberen 10.000 reservieren. Tja, eine Agenda, betrieben von dem Land, das seine Ressourcen in einem sagenhaften Tempo verschürte. Es ist wirklich eine Affenwelt! Ich find’s ehrlich so lustig wie noch nie etwas in der Menschheitsgeschichte.

    PPS.: Schade, daß bei Regime Change-geschädigten Ländern niemals jemand von Deutschland 1933 spricht. Na ja, auch egal.

    1. Der Amtseid ist juristisch nicht bindend, er ist nur Folklore um die Zeremonie zu schmücken. Gerichte sind also außen vor.

  2. Zusammen mit der deutschen und der EUropäischen Deindustrialisierung kam das beschleunigende Booster-Attentat. Der 75 % Schaden (an nur drei von vier Röhren) ist und bleibt überschaubar. Russland, nicht dumm, setzt jetzt einfach und aufwandsarm die Türkei als seine neue Verteilerstation russischen Erdgases ein. Deutschlands Absturz ist zugleich Aufstiegsrückenwind für die Türkei. Nicht nur, dass hier im Land jetzt Türkische Wertarbeits-Industrie mit spottbilligster Energie produziert, kann die Türkei auch Durchleitungskosten in Rechnung stellen. Für Russland bedeutet dieser Tausch der Verteilungsgewaltigen sogar mehr als nur eine andere Adresse zu benutzen. Denn auf lange Sicht ist diese Fortsetzungsgeschichte der multipolaren Weltordnung förderlich hoch drei. BRICS+ gewinnt eine sehr gut geschützte /VerteilerVerkaufs-Plattform und zugleich eine GASBÖRSE. Nicht anzunehmen, dass die Ostsee-Attentatsvergeiger, die konsolidierten West-Sprengamateure in der Türkei erneut zeigen könnten, dass sie zwar über viel Sprengstoff aber umso weniger Hirn einzusetzen vermögen. OK. Ich weiß, man soll nicht über Behinderte spotten.

    1. Ich frage mich, ob wir als nächsten Proxy-Krieg Griechenland vs Türkei erleben.

      1. Eine interessante Frage.
        Ich weiß von einem türkischen Kollegen, dass in Griechenland (und auch Zypern) zuletzt zahlreiche Militärbasen aufgestockt worden sind, bzw. neu aufgebaut wurden

  3. “Die Schweden waren als direkte Anrainer zuerst am Tatort, wollen aber “unter Freunden” nicht verraten, was ihre Taucher dort möglicherweise ans Spuren gefunden haben.”

    Nicht umsonst spricht man vom Stockholm-Syndrom – benannt nach Schwedens Hauptstadt: Es liegt vor, wenn Opfer sich mit Tätern solidarisieren, in diesem Fall Europas dümmste Regierung (S.Wagenknecht) mit ihren dicken falschen Freunden.

    Damit das so bleibt, schlucken wir halt den servierten “Schwedentrunk”!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schwedentrunk

    1. Na ja, Schwedentrunk…- was mich an deiner Idee weitaus mehr fasziniert, Bekir, ist daß ich von diesem köstlichen Naß zuallererst in den Abenteuern des Simplizissimus (von Grimmelshausen – Quellenangabe des Autoren nur für unbedarfte Jungleser. Sicherlich kennst DU dieses sehr lustige Büchlein!) las. Und das könnte Europa durchaus blühen, so ein 30 bis hundertjähriger Krieg jeder gegen jeden. Ausgetragen aber nur bis zum Eisernen Vorhang, den ich vor einem Jahr schon entlang des Dnjepr prophezeite, mittels dem sich die reichen osteuropäischen bzw. eurasischen Geldsäcke die Armutsflüchtlinge aus u.a. Deutschland vom Hals halten werden.

      Da bin ich mal neugierig, wie es dieser überheblichen Wir-sinds-Bagage gefallen wird, sich bei der türkischen (in Bälde, falls nicht s.o., Krieg auf Befehl, mit Griechenland oder einem anderen Anrainerstaat) Wohlstandsgesellschaft in spe nen Job bei der Müllabfuhr zu erbetteln.

      Allerdings möchte ich nochmals darauf hinweisen, daß eine Reparatur der beschädigten Leitungen von NS 1+2 etwa zwei Monate dauern würde, und problemlos machbar wäre. Dazu müssten die Eurolemmige, allen voran der schläfrige deutsche Michel, einfach nur ihre Korruptis aus dem Amt jagen. Da würden zwar kaum Politiker in SPD FDP GRÜNE CDU/CSU etc. übrig bleiben, aber wer braucht diese Parteien schon, bzw. hat diese jemals gebraucht? 9/10 dieser Reichenwünscherfüllungsgehilfen, ähm Quatsch, Politbagagenjobs könnte man wegstreichen, und niemand würde einen Verlust bemerken.

      Ein echter Vorteil des Ein-Parteien-Systems ist, daß dort die Machtkämpfe intern vor sich gehen, und der Auswahlprozeß viel fundierter ist, als es ein Wahlentscheid jemals sein könnte – vor allem, da die wahlberechtigte Gesellschaft (dank Impf- bzw. Wahlbeteiligung erwiesen) zu etwa der Hälfte aus Dumpfbacken besteht, denen eigentlich gar keine Wahlberechtigung erteilt werden sollte. Da man in Schland eh für alles eine Genehmigung braucht, wie wäre es mit einem obligatorischen Staatsbürgertest alle fünf Jahre?

      Gilt natürlich für alle, vor allem für das Politgesockse selbst, weil wer unter solchen Leuten wie -ach ich spar mir die Namen, jeder kennt die Liste der üblichen Verdächtigen-, also praktisch sämtlichen Spitzenkandidaten der amtsinhabenden Parteien, und das im gesamten freien Westen (frei von Intelligenz, harr harr) das nächste Regierungsoberhaupt bestimmen muß, kann auch gleich zuhause bleiben. Das erspart dir schon die Enttäuschung über die “Metamorphose nach der Wahl”, wie es ein Banknachbar im Biergarten mal leutselig nannte. Buchtipp: “Kneipengespräche im Kaiserreich” rororo, auch “Trau, schau, wem” genannt.

      Solange die Oligarchen im Westen, und deren privater Deep State aus Behörden und hauseigenen Wissenschaftlern (sowohl den öffentlich wahrnehmbaren, als auch den vielen, vielen unerkennbaren IM-Maulwürfen in jeder Parteigruppierung oberhalb von 1% Wählerzustimmung) nicht aus dem Verkehr gezogen wurden, sind Wahlen eh sinnlos, egal welche Partei man präferiert – diese Hampelmänner haben nichts zu bestimmen außer Bananenbiegereien, und sogar diese geschehen auf Befehl, nur um sie bewiesenermaßen als die Handpuppen zu zeigen, die sie sind. Es war vermutlich nur eine Scherzwette zwischen Oligarchen, wer die Politclowns zur sinnlosesten Verordnung zwingt, die diese EU-Richtlinie ins Leben rief. Heiße Eisen, die die Politheinis da anpacken, und genauso elementar wichtig wie die bedeutenste EU- Kampagne aller Zeiten, den Leuten mittels völlig aus dem Zusammenhang gerissener
      Ekelbilder das Rauchen zu vermiesen – und damit nur als Kinderschreck und Arbeitsplatzvernichter (i.e. Verlagerung in Geringlohnländer, der Antrieb für ein Drittel der politischen Entscheidungen seit ’89. Die anderen 2/3 befassen sich mit Vermögenssicherung und Steuererleichterungen für die Schwerreichen. Das geht hin bis zur Tabaksteuer, 7,65% Steuern auf Zigarren, während der Arbeiter für seine Fluppen sogar einen cent pro Lungenspargel zur Flugsicherheit abdrücken darf – und sich a) eh keinen Flug mehr leisten kann wegen der Preistreiberei bei den Vermögenswerten – etwas anderes hat der Westen nicht mehr, nur rudimentäre Reste der einstigen Schwerindustrie, so wie z.B. der Schiffsbau nach Südkorea verlagert wurde, währens die dortige Arbeiterbewegung und ihr Kampf für faire Löhne und gesellschaftlicher Teilhabe mit der gleichen unfaßbaren Mord-und-Totschlagpolitik niedergemacht wurde, wie die Freikorps an Brutalität innehatten, als sie 1919 3500 deutsche Arbeiter, Mütter mit ihren Kindern im Arm, so niederkartätschten, wie es Franzisco de Goya wiederum ein Jahrhundert früher bereits gemalt hatte. Nichts neues unter der Sonne, bereits Rom hat Karthago vorgeworfen, Menschenopfer zu tätigen, d.h. Kinder zu töten, um irgendwelche Rituale durchzuführen, die vor Ort – niemand kennt; außer bei den Juden, was als Selbstgeständnis dann doch eher glaubwürdig erscheint, denn als Aussage irgendwelcher Matrosen wie in der Reclam-Ausgabe über die völlig ohne Moral oder Gewissen vollzogene Vernichtung Atahualpas seitens der vom Teufel höchstpersönlich instruierten und losgeschickten Conquistadores – der hatte die dortige Kultur, als liebender Mönch verkleidet, 30 Jahre lang beobachtet, und wusste von der Inka-Prophezeiung, dereinst käme die göttliche Erlösung aus dem Osten. Ob damit wohl BRICS+ gemeint war? Das wäre möglich, wer kennt schon das Tempo, mit dem die göttlichen Mühlen mahlen.)

      Falls jemand der Politpros versucht, aus der Reihe zu tanzen, gucken die Spezialisten für solche Fälle verläßlich auf einen Unfall- oder Attentatsbesuch vorbei, wie z.B. beim Herrhausen (falls sich noch jemand an den armen Narren erinnert, der dachte, er könne den Einfluß von IWF und Weltbank verringern).

      Momentan ist das Identifizieren der Maulwürfe so einfach wie noch nie: Wer so wie ich mit einem Dauergrinsen durch die Gegend spaziert, ist vertrauenswürdig. Die Leute mit den Leichenbittervisagen sind Teil der ‘Yeswecan’-Verladetruppe.

      Was mich vor allem freut ist, daß ich dank 10,- Euro-Plastikwanne (Bidet) und Verzicht aufs Auto (seit 1999) und 1-Zimmer-Appartement jetzt monatlich mehr Geld spare, als ich im im gleichen Zeitraum überhaupt verdiene (was sehr wenig ist, seit das dt. umlauffinanzierte Rentensystem auf Befehl der Allianzgroup eliminiert, und durch eine Privatversorgung ersetzt wurde von der Art, über die George Carlin verächtlich meinte: “Und wenn die Pensionsfonds zur Auszahlung fällig werden, werden sie von den reichen Oligarchen gestohlen.” [sinngemäßes Zitat aus “Life is worth losing” bei na wo auch immer als Video.]).

      Und -wieder Retour zu yours truely- das noch dazu GEZ-befreit!

      Kein Wunder, daß ich nur noch am Lachen bin. Das sollte man zeitlebens üben, denn liegt man in der Grube, dann ist es zu spät…

      Weniger ist manchmal mehr, das wussten schon die ollen Griechen – die schön blöd wären, das Angebot von USA und Israel, das sie nicht ablehnen können, nämlich sich nochmal mit den Türken zu kloppen, bestimmt lieber nicht ablehnen würden. Die USA sind ganz einfach (s.o.) restlos am Ende und kaputt.

      Eins weiß ich wenigstens genau: Was Europa bald händeringend einzustellen versuchen wird, werden nicht Systemgastronomen, Firmenfachanwälte und woke Genderdefinitionsexperten sein – sondern Schweinehirten, Pferdekenner und Pfingstochsen. Wartet’s nur ab!

      Und ja klar, ich bitte 1000x um Entschuldigung für meine Weitschweifigkeit. Und jetzt passt auf, der erste, der hierauf kommentiert “VT-Spinner! Schwurbel!”, ist ein Maufwurf. Oder ein Bot, denn Maulwürfe kosten Geld, Bots machens für mau. Das ist doch ein Fortschritt, wenn die Streikbrecher durch Automaten ersetzt werden!

      Ich sag’s ja, noch nie war das Leben so lustig wie heute. Bezahlt dafür wird dann im Winter mit Frostbeulen. Darf ich meine an der Eingangstür anschreiben lassen, Herr Wirt? Bierfilze sind nämlich moderner Luxus, ihr Pappnasen. Wer es sich leisten kann, hat gerade gelacht. Und das ist gut so, denn “das Lachen bringt uns den Göttern näher.” (laut James Clavell, in “Shogun”)

  4. Was macht denn nun unsere Ursel v.d. Lügen bloß? DIe hatte doch ganz großspurig größtmögliche Konsequenzen angekündigt.

    1. Wie ich hörte muss sie sich gerade mal wieder mit dubiosen Geschäftsabschlüssen und dem Verschweigen zugehöriger Informationen auseinandersetzen.

      https://exxpress.at/staatsanwalt-ermittelt-gegen-von-der-leyen-impfstoff-kaeufe-haben-nachspiel/

      Das Lustige daran ist: die EU-Staatsanwaltschaft, nicht die weisungsgebundene deutsche, die auf EU-Ebene einen denkbar schlechten Ruf genießt, wegen ihrer antirechtstaatlichen, im Kontext “Gewaltenteilung” auch antidemokratischen Ausrichtung. Die deutsche Staatsanwaltschaft darf zB auch keine EU-Haftbefehle mehr ausstellen.

  5. Ich wollte gerade – den Artikel noch nicht zuende gelesen – schon ausholen bzgl “Querfront”, aber danke, dass der Begriff endlich mal gefallen ist. Als Demokrat darf man sich in diesem Land andauernd irgendwelche Anfeindungen anhören. Da tut ein “den eigenen Spiegel vorhalten” mal richtig gut.

    Fand ich auch vielsagend: bei Röper steht, wie Grüne zu funktionieren scheinen. Für ein High Five von europäischen Faschisten, sind sie auch noch begeistert dabei die deutsche Wirtschaft gegen die Wand zu fahren.

    Zitat:
    „Meine persönliche Zeitenwende, muss ich gestehen, hatte ich eine Woche vorher. Wir waren mit dem Ausschuss gegen Desinformation zusammen in Washington und und als Robert dann der Nord-Stream-2-Pipeline endlich den Garaus gemacht hat, hatte ich am nächsten Morgen beim Betreten des Aufzugs ein High Five von meinen polnischen Kollegen. Das muss man sagen, dass polnische Kolleginnen und Kollegen, inklusive der PiS, uns feiern, uns Grüne in Deutschland feiern, uns sagen: Vielen Dank, ihr habt es endlich verstanden. Ihr macht das möglich, was 16 Jahre zuvor nicht möglich gemacht wurde, auch dafür ganz herzlichen Dank an diese Bundesregierung, an Robert und Annalena.”

    Quelle: https://www.anti-spiegel.ru/2022/die-gruenen-feiern-das-ende-des-deutschen-wohlstandes/

    Ich denke Frau Wagenknechts Einschätzung bzgl Intelligenz einiger Leute ist durchaus passend formuliert….

    1. @Richard

      Eigentlich logisch das Verhalten der neuen Nazis von der grünen Partei. Wenn man sich mit polnischen Rechtsradikalen begeistert abklatscht, nachdem man das eigene Land wirtschaftlich ruiniert hat, hat man natürlich die ausgewachsenen Nazis (also die, die Völkermorde durchaus für ein legitimes Mittel von Politik halten) so richtig lieb. Ob Ukraine, Katar oder USA, sie sind ihre “besten Freunde”, vor denen man vor lauter ganz tief runter Bücken gerne auch mal den Fußboden küßt (Stiefel leckt?) wie Habeck in Katar.

      Die deutschen Grünen sind zu einer besonders schlimmen Version von genau dem geworden, was sie in ihrer Gründerzeit bekämpft haben.

      Wie recht der alte Wagner doch hatte mit seinem Spruch (sinngemäß) “Wenn du lange genug in den Abgrund blickst, blickt er zurück”

  6. (Zunächst: Schickes Bild oben!!)
    Interpetation von Putins jüngsten Worten: Jetzt hat sich offenbar das Ziel der russ. Intervention geändert. Auch die Rolle von Belarus wird jetzt klarer. Hier “The Duran”: “Major shift in Putin’s stance on Ukraine”

    1. Was will unsere (Dr-)Außenministerin eigentlich sein? – fragt Küppersbusch TV,
      https://www.youtube.com/watch?v=ZDBmISrannw

      Verhandlungen mit Putin sind für sie bekanntlich völlig undenkbar. Küppersbusch klärt auf, dass Putin nicht lügt, wenn er daran erinnert, dass Russen und Ukrainer bei den Verhandlungen von Istanbul Ende März sich schon so gut wie einig gewesen waren.

      Laut der führenden US-Zeitschrift Foreign Affairs berichteten mehrere US-Offizielle der Waffenstillstand sei ausgehandelt und beinhalte einen Rückzug der Russen hinter die Grenzen vor der Invasion vom 24. Februar – im Gegenzug müsste die Ukraine versprechen, keine Nato-Mitgliedschaft anzustreben.

      Selbst die Ukrainska Prawda hatte im Mai davon berichtet, dass ein Gipfel von Selenski und Putin mit einer Einigung auf einen Waffenstillstand in letzter Sekunde verhindert worden war – per Intervention durch den “klärenden” Blitz-Besuch des windigen Briten-Premiers Boris Johnson in Kiew.
      Von wegen, man könne mit Putin nicht verhandeln: Der Wertewesten hinderte die Ukraine daran, will also das Fortdauern der Kämpfe!

      Nach einem kurzen Rückblick auf wenig überzeugenden Besetzungen Baerbock, Steinmeier, Maas fragt Küppersbusch ironisch: Hatten wir jemals einen Außenminister?
      Die genannten glänzten alle nicht gerade durch überzeugendes Verhandlungsgeschick, obwohl Verhandeln das Hauptgeschäft des obersten Dienstherrn /-frau der vielen Diplomaten im Außenministerium ist bzw. sein sollte.

      Journalist Friedrich Küppersbusch (bekannt durch die WDR-Politsendung ZAK) gehörte im Dezember 2014 neben Gerhard Schröder, Roman Herzog, Hans-Jochen Vogel, Margot Käßmann und Mario Adorf zu den insgesamt über 60 Unterzeichnern aus Politik, Gesellschaft und Medien des Appells für eine andere Russlandpolitik, der parteiübergreifend von Horst Telschik, Antje Vollmer und Walther Stützle initiiert worden war.

      In diesem Appell wurde die Annexion der Krim durch eine „für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten“ begründet. Die Unterzeichner forderten die deutsche Bundesregierung dazu auf, auch weiterhin auf einen besonnenen Dialog mit Russland zu setzen, denn das „Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.“ An die Medien wurde appelliert, vorurteilsfreier „als bisher“ zu berichten und keine Völker zu dämonisieren: „Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden.“
      https://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-russland-dialog

      1. „Nato-Beitritt durch die Hintertür? :
        In Brüssel ist passiert, was Putin eigentlich immer verhindern wollte

        Die ukrainische Armee soll laut Nato-Vertretern in den nächsten Jahren vollständig auf westliche Waffensysteme umgestellt werden. Die Konsequenzen sind weitreichend“,

        https://www.tagesspiegel.de/politik/in-bruessel-ist-passiert-was-putin-eigentlich-immer-verhindern-wollte-8747248.html (14.10.2022)

        Eine Nachricht, die laut Tagesspiegel „vor lauter Ankündigungen neuer Waffensysteme für Kiew fast untergegangen ist:
        Die Nato will einen Zehnjahresplan erarbeiten, um die ukrainische Armee und die Verteidigungsindustrie des Landes vollständig in die westliche Militärarchitektur zu integrieren.“

        Jetzt wird also offen und ohne Rücksicht auf Verluste ausgesprochen, was nach 2008 (Ablehnung Nato-Beitritt wegen Veto von Deutschen und Franzosen) bis 2014 die Briten und Amis schon vorbereitend anlaufen ließen.

        Sie taten das damals aber noch sehr heimlich und diskret, nicht nur aus Rücksicht auf deutsch-französische Befindlichkeiten. Wichtige westliche Koryphäen wie Henry Kissinger hatten nämlich dringend davon abgeraten und da war ja auch noch die lästige Ungewissheit, dass die Ukrainer ihre demokratische Freiheit in künftigen Wahlgängen dazu „missbrauchen“ könnten, die Nato-isierung zu stoppen – wogegen sich der Westen dann 2014 mittels Maidan-Putsch erstmals absicherte.

        Nach der Invasion waren unter Vermittlung Erdogans russische und ukrainische Unterhändler im Frühjahr 2022 in Istanbul einig geworden:
        Selenski war bereit, einen verlässlichen Frieden mit Russland zu schließen, indem er Putin die eigene Neutralität (und dieser den Ukrainern ihre Grenzen von 2021 samt russischem Truppen-Rückzug) garantiert.
        Von wegen Putin als verkrampft-sentimentaler Träumer von alten Sowjet-Grenzen!
        Putin hätte nur das bekommen, was er (zur Sicherheit Russlands) seit ca. 2008 forderte: die Neutralität der Ukraine. Die wirtschaftliche Anbindung an die EU (statt an die GUS-Staaten) sah er zwar auch nicht gern, betrachtete sie aber nicht als sicherheitsrelevant und daher nicht als rote Linie!

        Die russisch-ukrainische Verständigung sabotierte Johnson im März / April also nicht aus bloß vorübergehenden taktischen Gründen etc. Und auch nicht im wohlverstandenen Interesse der Ukrainer, die für den Westen nur Schachfiguren sind.
        Nein, die „angelsächsisch“ dominierte Nato ist generell gegen die Neutralität der Ukraine, selbst wenn die Ukraine mit guten Gründen dafür ist und zu einem soliden Frieden finden könnte!

        Das „Recht“ der Ukrainer, sich selbst zu „verteidigen“, kalkuliert die Nato ein als Quasi-Pflicht sich zu opfern, sprich: auf die Russen zu schießen im Interesse der Nato, sobald und so lange diese darauf drängt.

        Damit zeigt sich klar: Zu den oft beschworenen Werten des Nato-Westens gehört nicht die „Selbstbestimmung“ der Völker. Diese trägt er aber mit großer heuchlerischer Inbrunst wie eine Monstranz vor sich her, wenn das Gebiet der Nato-Vasallen nach Osten ausgeweitet werden soll.
        Im Interesse des eigenen Nato-Machtzuwachses ist die Überrumpelung und das Ausbluten des ach so geliebten neuen Nato-Mitglieds eingepreist und per manipulativer Narrativ-Propaganda längst auf das Schuld-Konto des ultrabösen Putin eingebucht…

        Um als Vertreter freiheitlich-demokratischer Werte zu gelten, darf der (u.a. per Morddrohung gleich nach seiner Wahl 2019 westlichen Wünschen gegenüber gefügig gemachte) Wähler-Verräter Selenski lästige Medien und konkurrierende Parteien verbieten – alles kein Problem: Als „Diktator“ gilt nur Putin, der dies in Russland zwar nicht macht, aber boshafter Weise nicht vor dem West-Hegemon kuschen will. Solange Selenski kuscht, gehört er zu uns, den Guten, und ist über Kritik erhaben.

        Putin hätte Selenskis Wankelmütigkeit und Erpressbarkeit (durch den Westen) schon 2019 misstrauisch machen müssen und erst recht hätte er im Frühjahr 2022 nicht auf seine Friedensbereitschaft und Verlässlichkeit vertrauen dürfen – die Hardliner in Russland wurden jedenfalls wohl aus diesem Grund immer ungeduldiger und lauter.

        Andererseits kann Putin sich sagen: Der Versuch war es wert, weil jetzt die Fronten klar sind und der Westen seine heuchlerische Maske fallen ließ. Alle Welt kann sehen, wie selbstsüchtig-kompromisslos der Westen entschlossen ist, Ukraine und Russland weiter aufeinander in einen Kampf zu hetzen, der für beide eigentlich keinen Sinn macht und nur das Ergebnis westlicher Einmischung und Manipulation ist.

        „Alle Welt“? G7-Natostan hält das gefährliche Wissen von seinen Völkern fern, so gut es geht. Und es geht sehr gut: Die Europäer als der dem Schlachtfeld am nächsten liegende Teil Natostans gönnt sich nicht nur Unwissenheit, sondern auch noch die Dummheit, sich vom großen Hegemon zu selbstmörderischen Handlungen treiben zu lassen.

        Putin, Russland und die freie (d.h. nicht-westliche) Welt sehen aber auch klar, dass die angeblichen „Helfer“ nicht nur faktisch längst Kriegspartei sind, sondern dies auch förmlich verankern wollen und den bisher regional begrenzten Krieg dadurch offiziell zum Weltkrieg machen, auch wenn das Lügen-Wording es vermutlich bestreiten wird (erste Details des Integrations-Plans sollten laut Tagesspiegel bei einem Treffen diese Woche geklärt werden).

        Selbst wenn Welt- oder Atomkrieg sich nicht realisieren werden: Ukraine als West-Marionette und Russland haben beide keine Chance mehr auf eine „unter sich vereinbarte“ Waffenstillstands-Linie – die Ukraine muss bis zum letzten Ukrainer kämpfen (oder die Nato-Freunde aus dem Land rausputschen?).
        Und Russland kann keine halben Sachen mehr machen, weil sonst alle Opfer vergeblich sind: Es muss das Nachbarland zeitnah gänzlich besetzen oder mit einem Regime Change unter Kontrolle bringen.

  7. Wer der Staat ist, das dürfte man auch an dem neuen, 777 Millionen Euro teueren Gebäude sehen. Es ist nicht die Bevölkerung. Aber andauernd von den USA, Deutschland oder Schweden zu sprechen, verblendet die Sicht. Es sind ja keine Länder, die Entscheidungen treffen. Es ist eine kleine Clique, die über Grenzen hinweg fröhlich zusammenarbeitet. Die Flagge spielt für diese Personen keine Rolle, die wird nur ausgepackt um die Dummebeutel an der Nase herumzuführen. Und das geht wunderbar schon seit 80 Jahren so. Diese Clique im Westen begreift nur so langsam, das ihr Kalkül nicht aufgeht. Auch wenn die Bevölkerungen/Untertanen wohl manipulierbar sind und auch gerne mal schlucken: “Es war der Russ! Es war Putin!” (oder auch “Es waren islamische Terroristen!”), der Rest der Regierungen im globalen Süden und Osten schauen sich dieses Theater an und wissen sehr genau was sie davon zu halten haben. Nicht umsonst ist der “Westen” gerade im Freien Fall. Die Sprengung der Pipelines ist diee letzte Verzweiflungstat, die dem Rest der Welt zeigt das man mit der NATO nicht zusammenarbeiten kann. Auch wenn ein Borrell davon tönt, das Europa ein ‘Beacon’ sei, ein wunderschöner Garten, wird das die Regierenden im Rest der Welt nicht davon überzeugen diesem Garten beizutreten. Denn um nichts anderes geht es: Der Westen versteht nicht wie die Regierenden im Süden und Osten nicht verstehen, das die Regierenden im Westen seit Jahrzehnten ein, ihrer Meinung nach wunderbar funktionierdes Konstrukt aufgebaut haben, was die Untertanen willfährig macht, ohne ‘barbarische’ Mittel einzusetzten.

    Die Regierenden wachen gerade in einer Realität auf, in der 80 Jahre Planung den Bach runtergehen, weil sich im Süden und Osten eine Alternative ZUsammenarbeit auftut, die die alten Kolonialherren aussen vor lässt.

    Die Frage für mich ist nur, so ein altes verwundetes und vergrämtes Tier, wird es sich dem Wahnsinn hingeben einen Nuklearkrieg gewinnen zu können?

  8. Der (nach den Worten des Spiegel 12/1982, Link s.o.) “unverziehene Strang nach Osten” war im Gegenstand eines – heute nicht mehr vorstellbaren – selbstbewussten und entschlossenen Auftretens deutscher Politiker (Schmidt, Lambsdorff, Baum) gegenüber den verärgerten, aber zurückhaltenden USA. Dabei hatte Deutschland noch keinerlei Aussicht auf Rückerlangung der vollen Souveränität von den “alliierten” Besatzungsmächten, wie die längst nicht mehr verbündeten, aber eisern an ihren Vorrechten hängenden vier Weltkriegs-Gewinner noch immer hießen.

    US-Drohungen mit Sanktionen oder gar Sprengung gegenüber Europäern waren damals noch völlig undenkbar.
    Kaum ein Problem war, dass im November 1981 die Verträge über die den Eisernen Vorhang durchquerenden Röhren unterschrieben wurden und der nicht demokratisch legitimierte Leonid Breschnew zwei Tage später höchstpersönlich in Bonn einschwebte – Vertrag blieb Vertrag, obwohl einen Monat später Polens Staatschef unter mutmaßlichem Sowjet-Druck das Kriegsrecht ausrief, um die schon seit längerem währenden Solidarnosc-Proteste von der Straße zu fegen.
    Polen war Ostblock, also Hinterhof der Sowjets, die dort genauso unangefochen und selbstverständlich den Ton angaben wie die Amis in ihrem lateinamerikanischen Hinterhof. Politik war Politik und Geschäft blieb Geschäft.

    40 Jahre später macht der Vorsitzende Vergangenheitsbewältigung:
    “Klingbeil gesteht Fehler der SPD ein”,
    https://www.tagesschau.de/inland/klingbeil-spd-russland-politik-ukraine-energie-101.html

    Erstaunlicherweise geht es nicht um die Breschnew-Zeit (die SPD unter Kanzler Schmidt flog bereits 1982 aus der Regierung und kehrte erst 1998 dorthin zurück). Nein, es geht um “Fehler seit Ende des Kalten Krieges”, d.h. ab 1990.

    Nanu, hatte die SPD aus der Opposition heraus etwa allzu begeistert “Gorbi, Gorbi” gerufen? Oder hatte sie in den 1990ern aus einem verwerflichen anti-neoliberalen Reflex heraus Jelzin gewarnt, z.B. vor den als Ami-Wirtschaftsreformern (“Chicago Boys”) getarnten Zerstörern der russischen Wirtschaft? Eigentlich nicht.

    Oder hatte Schröder ab 1998 als neuer Kanzler die (Gas-)Geschäfte mit Russland ausgeweitet und sich dem westlichen Lager entfremdet?
    Eigentlich auch nicht: Die Pipelines erbte er einfach von Helmut Kohl, der sie von Helmut Schmidt geerbt hatte. Über einen “Gas-Helmut” (weder den roten noch den schwarzen) hatte aber nie jemand gelästert. Und den Titel “Gas-Gerd” erwarb Schröder sich erst nach seiner Kanzlerschaft als Privatmann unter (und mit Segen von) Kanzlerin Merkel, die bekanntlich nicht der SPD angehört.

    Sieht Klingbeil die Ehre der SPD beschmutzt, weil Gerd (und noch viel mehr die grüne Tonne Joschka) 1999 anstandslos beim Nato-Angriffskrieg auf Serbien mitmachte?
    Oder bei dem zum Nato-Verteidigungsfall umdeklarierten US-Überfall auf Afghanistan 2001? Nein, auch nicht.

    “Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten haben wir oft das Trennende übersehen. Das war ein Fehler”, sagte Klingbeil in einer Rede bei einer Parteiveranstaltung in Berlin.

    Laut Klingbeil habe die SPD nach dem Ende des Kalten Krieges geglaubt, dass die Beziehungen zu Russland einfach immer besser werden würden. “Dadurch sind blinde Flecken in unserem Umgang mit Russland entstanden. Und das hat zu Fehlern im Umgang mit Russland geführt.”

    Diesen strammen ungetrübten Blick auf das unveränderliche “Reich des Bösen” hätte der kalte Krieger Ronald Reagan nicht schöner formulieren können – auf den einzelnen Breschnew, Gorbi, Putin kommt es nicht an, wenn ein Land durch und durch (quasi genetisch) böse ist und “entkoppelt” oder “dekolonisiert” werden muss.
    Und hat man einen Feind, dann hat der Tag (hier: die Partei) Struktur, wie wir von Volker Pispers wissen.

    Klingbeil sprach sich dafür aus, die Haltung zu Russland grundsätzlich zu ändern. Die Aussage, dass es Sicherheit und Stabilität in Europa nur mit und nicht gegen Russland geben könne, habe keinen Bestand mehr. “Heute geht es darum, Sicherheit vor Russland zu organisieren. (…) Russland hat sich aus dem System der gemeinsamen Sicherheit und der gemeinsamen Werteordnung verabschiedet. Unsere Sicherheit muss ohne Russland funktionieren.”

    Der SPD-Vorsitzende ist wieder bei den Rechtgläubigen und darf nach dieser schonungslosen Beichte demnächst bestimmt den Huf des Baphomet .. ähm den Fuß des Hegemons als Zeichen seiner Treue küssen.

  9. Was spricht eigentlich dagegen, anzunehmen, dass die Deutsche Bundesregierung die Amerikaner gebeten hat, Nordstream zu sprengen?

    Ich meine, “cui bono?” heißt es immer. Also die Vorteile dieser Entwicklung für die Bundesregierung (nicht für Deutschland) sind doch offenkundig. Man muß sich nicht mehr gegen die aufkommende Bewegung, die die Inbetriebnahme von Nordstream 2 forderte, wehren. Man kann seine Klimaziele nun leichter erreichen: eine schrumpfende Wirtschaft wird weniger CO2 emitieren. Man hat eine gute Ausrede, warum der Haushalt so aus den Fugen geraten ist. Am Ende sieht sich die Bevölkerung womöglich noch als Opfer einer fremden Macht – wo es in Wirklichkeit ihre eigene Regierung ist, die die Sabotage betreibt. Kurz: es paßt hervorrangend in die Politik der Selbstsabotage Deutschlands durch seine eigene Regierung und lenkt ideal von dieser sicher nicht mehrheitsfähigen Zielsetzung ab.

    Wenn man sich mit diesem Gedanken anfreundet, wird auch klar, warum Geheimhaltung so sehr im Interesse des Staatswohls liegt – Sttat heißt ja nicht Bürger!

    Für mich passen so die verschiedenen Vorkommnisse, Reaktionen und Unterlassungen am besten zu einem Gesamtbild zusammen.

  10. Das Niveau unserer “Leitmedien” ist auf dem direkten Weg in den Keller. Wenn es dort nicht schon seit Corona ist?
    Jetzt propagiert man, daß Putin in den neu zu Russland hinzugekommen Gebieten das Kriegsrecht ausgerufen hat und damit einiges an Ungemach auf die dort lebende Bevölkerung zu kommen wird. Das dort seit 2012 – auf Geheiß der damals von den USA installierten Marionettenregierung in der Ukraine – Krieg herrscht, scheint unseren sonst so aufgeklärten und alles besser wissenden Schurnalisten entgangen zu sein. Ebenso wie die über 12.000 geschätzten Toten! Unter welchen Bedingungen die Menschen dort, in den letzten 10 Jahren gelebt haben, scheint diese Prestituierten auch nicht weiter zu tangieren. Wichtig ist, dass man jetzt moralisch überhöht, (Wie auch sonst?) den Leser auf diese radikalen Maßnahmen des ultrabösen Putin aufmerksam macht, auf das dieser vor Entsetzen das Denken einstellt und dem vorgegeben Narrativ unserer Medien willenlos folgt. Herr, werfe Hirn vom Himmel!

  11. Warum schließen eigentlich immer (auch in diesem Artikel) alle aus, dass die Deutsche Regierung irgendwie in die Sprengung der Pipelines involviert war?

    OK, ich kann mir gut vorstellen, dass die Deutsche Marine eine solche Operation nicht zuwege bringt, aber genau so gut kann ich mir vorstellen, dass die Deutsche Bundesregierung in Form ihrer Außenministerin und ihres Wirtschaftsminister in Washington so etwas wie ein „go ahead“ gegeben haben, immerhin haben beide stets davon gesprochen, dass Nord Stream 2 nie in Betrieb gehen wird, wenn sie in die Regierung kommen. Jetzt ist es soweit, und wenn sie zerstört sind, dann hört sich auch jedwede Demo “zum Einschalten der Pipelines“ auf.

    Das würde auch passen, warum man von Seiten der Deutschen Regierung gar kein Interesse an einer Aufklärung hat, ja nicht einmal an einer Stellungnahme (was sollen sie auch sagen, wir wollten die Pipelines eh nie aber jetzt beklagen wir uns?), und zur Erklärung „Staatswohl“, dieses wäre wohl ziemlich beschädigt, wenn sich diese Theorie irgendwie erhärten täte.

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