God Only Knows

Zur Jahreswende ein bisschen Musik.
Steve Hunter`s grandioses Gitarren-Intro zu Lou Reed`s Klassiker “Sweet Jane”  (1974) hatte ich hier vor 12 Jahren schon einmal gerühmt, weil es sich “langsam und genial an das zentrale Motiv heranschleicht, es umspielt, andeutet, phrasiert…und dann kickt der Rif ein, ein beethovenartiger Hammer, Rock’n Roll at it’s best.”
Dieses Jahr habe ich entdeckt, dass Steve Hunter 50 Jahre danach ein wunderbares Cover des Stücks aufgenommen hat, ganz ruhig und laid- back, aber immer noch mit dem einzigartigen Ton, den er aus den elektrifizierten Brettern mit sechs Drähten  herausholt. Und wenn im Ausklang dann ganz zart die Eingangsakkorde des alten Krachers anklingen, will man den gleich auch noch mal hören….

“Sweet Jane” war ein Song von Lou Reed`s erster  Band “Velvet Underground” Ende der 1960er, als auch Don McLeans “American Pie” entstand, ein Lied, das dieses Jahrzehnt und einiges mehr auf dokumentarisch-poetische Weise besingt. Was damit alles gemeint ist –  möglicherweise – erklärt dieses Video.

Über meine Kids und die Teenie-Enkel erreichte ich der Tipp, mir die Serie “The Runarounds” mal anzuschauen, eine Familien,- Coming-of-Age Geschichte einiger College-Jungs, die unbedingt ne berühmte Rockband werden wollen. So wie die Monkees, die Ende der 60er in Serie auch im deutschen Fernseh liefen – als Antwort Hollywoods auf den Erfolg der “Beatles”, mit einer zusammen gecasteten Boygroup, die anfangs kaum ein Instrument spielen konnten. Und dann, dank Studiomusikern und einem Song von Neil Diamond,  einen  Megahit landeten – bis heute weltweit gehört, geliebt und dank der drei Akkorde auf der ” Vox Continental” -E-Orgel  unverkennbar: I`m a believer

Weil der Poprock der “Runaraounds” gar nicht übel war, wollte ich herausfinden, wer die Musik in der Serie gemacht hat. Und siehe da: es sind die feschen Burschen selbst. Und sie sind  gar nicht schlecht, sodass man ihnen den Plattenvertrag, der am Ende der Staffel steht, wirklich gönnt.

 “Im Westen hat keiner eine Ahnung von arabischer Musik”, meint er und beeilt sich hinzuzufügen: “Bei uns allerdings auch kaum jemand” – so Anouar Brahem, der Komponist und Meister der arabischen Laute Oud, in einem Interview.  Als Ralph Metzner bei einem seiner bewusstseinserweiternden Workshops einmal ein Stück von Anouar Brahem auflegte, flog ich regelrecht ab – und besorgte mir sofort die CD: “The Astounding Eyes of Rita”….

….unaufgefordert aber sehr passend spielte youtube dann danach “Lotus Feet” von John McLaughlin, begleitet von Jean Luc Ponty der Geige.  Auch wenn mir die Flöte im Original (mit dem Mahavishnu Orchestra, 1976) noch immer besser gefällt als die Violine, ist es in wunderbares Stück.

Im Juni 2025 starb Brian Wilson, Gründer, Komponist und Kopf der “Beach Boys”, deren violette Singles  wie in meinem  in  fast jedem Plattenalbum der 60er vertreten waren. Zumindest eine, und meistens  der von Brian Wilson komponierte und arrangierte Jahrhundertsong (hier ein Video der Produktion:) “Good Vibrations”. Dass der Maestro himmlischer Harmonien nach seinem Abschied von der Erde nun in eben solchen schwelgen möge, ist ihm mehr als zu wünschen. 

“God only knows…” gilt auch für die Prognosen auf das kommende Jahr. Erwarten wir also das Unerwartete. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein glückliches Neues Jahr.

*

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Zuletzt erschienen:

Mathias Bröckers: Inspiration – Konspiration – Evolution. Gesammelte Berichte aus dem Überall,  Fifty-Fifty (Juni 2024), 464 Seiten, 30 Euro

8 Comments

  1. The Monkees – Stichwort für mich, nochmal ihren Film “Head” anzuschauen, den ich vor 30 Jahren mal gesehen hatte. Eine experimentelle Collage mit ständig wechselnden Sets ohne kohärente Handlung, wie in einem Traum oder Trip. Produziert von Jack Nicholson mit Gastauftritten von Zappa und anderen Prominenten.

    Ob ich mir den Film ein drittes Mal anschauen werde, weiss ich nicht. Aber definitiv ein interessantes Zeitdokument.

  2. Lieber Mathias Broeckers,

    endlich -Dein musikalischer Beitrag zu Neujahr!
    Wollt schon ungeduldig drängeln, aber auf Dich ist Verlass!
    Vielen Dank – nicht nur für die Musik, bei der ” das Herz wie ein Falke in die Lüfte steigt”, sondern für Deine unermüdliche Arbeit, die der Wahrheitsfindung dient.
    Get it on!

    Beste Wünsche

    Theresia

  3. Seitdem Bachmüllt glorreiche erobert wurde, hat der Werthofwesten nix zu lachen. so eine genial ausgeführte Eroberung der Ulkraine mit Enthauptungsschlag kann nur der heilige Putin durchführen. Davon träumt die NAhtod oder die EU.

    schon erstaunlich wie effizient und zielführend die russischen Streitkräfte vorgehen. sie achten sogar auf die Umwelt und sind teilweise auf Öko-Tansporte umgesattelt. Davon kann sich die Bundeswehr ne Scheibe abschneiden. Scheibe Pferdewurst.

    Wenn das so gut weitergeht, wird Russland wohl noch Indien und China übernehmen. die EU alleine ist zu wenig. Grönland hat man ja schon im Sack. und der Deal mit Trump um Venezuela ist auch gut abgelaufen. USA bekommen Grönland und Russland bekommt Venezuela. genialer geht’s nicht

  4. Wünsche dem Blogchef ebenso alles Gute für 2026!
    Leider beginnt das neue Jahr von Seiten der sich als Wertewesten deklarierenden Staaten in bekannter Kolonial- oder in diesem Fall Cowboy- bzw. Wildwestmanier. Der verrückte Sheriff mit der frechen Eichhörnchenfrisur hat in Venezuela ordentlich aufgetrumpft und in einer ziemlich zweifelhaften Aktion, die Maduros Sicherheit betrifft, ihn und seine Frau flink geschnappt.
    Zur Sicherung seiner Macht- und Ölinteressen im südamerikanischen Hinterhof pfeift der Möchtegern-Hegemon auf internationales Recht. Selbst die sonst so laut bellenden Chihuahuas aus Europa, welche in letzter Zeit oft genug gegen Trump arbeiteten, halten sich zurück. Man braucht den Führer der NATO für die Planungen nach 2029. Dann will man gegen den ultrabösen Russen kriegstüchtig genug sein. Vorausgesetzt das Humankapital der Ukraine hält bis dahin durch? Sonst bliebe den kriegswütigen NATO-Kumpanen, die hier in Old Europe das Sagen haben und unser Schicksal wie ein Glücksspiel in ihren hohlen Köpfen drehen, kaum noch ein Grund, diesen von Anfang an sinnlosen Krieg weiterzuführen – während sie (per Losentscheid!) entscheiden, wer für unsere Demokratie und Werte in den Ring steigen und sterben darf.
    Aber ich wollte gerne noch einen Musiktipp abgegeben. Da der Blogchef etwas Orientalisches hat einfließen lassen, viel mir ein, dass ich den Neunziger Jahren beim stöbern im Musikland auf den Pakistani Nusrat Fateh Ali Khan gestoßen bin, welcher mit nur 48 Jahren im Jahr 97′ bereits die Reise zu Allah angetreten hat. Seine interessante und eingängige Musik bleibt.
    Nusrat Fateh Ali Khan – Mustt Mustt (Live at WOMAD Yokohama 1992) —-> https://www.youtube.com/watch?v=SDfELfpumEE&list=RDSDfELfpumEE&index=1

  5. @Günther Hauch
    05/01/2026 at 11:46
    “USA bekommen Grönland und Russland bekommt Venezuela. genialer geht’s nicht”

    Die Amis sind doch nach Venezuela rein, damit Russland und China das Öl nicht bekommen. Ob die sich das gefallen lassen, ihre MIlliarden-Investments in Venezuela abzuschreiben, das steht dahin. Informieren Sie sich mal korrekt aus einer Primärquelle
    Martin Armstrong war und ist mitten drin http://www.youtube.com/watch?v=wCTqPIp6q7k
    Unter 100 Euro gibts schon die Talkbuds, falls Sie kein Englisch verstehen sollten
    https://talkbudstranslator.byqinux.com

    1. ich fürchte, Sie haben nicht die korrekten Matrix Version eingespielt. woher beziehen Sie ihre Updates? Vielleicht mal Neustarten.

      ich hab ja die neusten KI-Quaten-Quatsch Computer Chips hier in China. Wir können das Geschehen in der Matrix also problemlos einstellen. Wir wissen also, was geht.

      Zur Zeit updaten wir die Mullah-Matrix auf Version 2.0

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