Als Top-Dog Donald die Euro-Chihuahuas im vergangenen August zum Schwanzwedeln antreten lies, wollten die ihn als “Koalition der Willigen” motivieren, weiter und mehr in den Ukrainekrieg zu investieren. Den freilich der alte Baulöwe Trump unterdessen als Pleiteobjekt schon abgeschrieben hat und dafür “keinen Dollar” mehr ausgeben will . Stattdessen lieferte er den angereisten Eurokraten – wie einst in der Erdkunde-Stunde mit Landkarte – eine kleine Lektion über die neue Donroe-Doktrin und die geplante Arondierung des künftigen us-amerikanischen Immobilienreichs. Zu dem zwar Kanada, Venezuela und Grönland zählen, aber nicht die bankrotte Ukraine. Wenn ihr da weiter unbedingt Krieg führen wollt, könnt ihr es tun, solange ihr hier die Waffen kauft. Aber wenn Putin euch auf`s Dach gibt, werde ich euch nicht raushauen – mit dieser Botschaft schickte Donald die Euro-Clowns ratlos und frustriert nach Hause. Hatte er nur einmal mehr den Troll gegeben oder meint er das ernst ?
Wir wissen zwar nicht, ob der große Imperator seinen Vasallen als Meme auch noch diese Skizze mitgegeben hat…
…aber so ungefähr stellt er sich die neue globale Unordnung erst Mal vor. Wobei es mehr als unwahrscheinlich ist, dass er den Mittleren Osten dabei einfach Xi und Putin überlassen wird. Es geht eher darum, erst mal die eigene Festung samt Vor,-und Hinterland zu konsolidieren, um sich mit den beiden anderen Großen anlegen zu können. Bis dahin wird der Mittlere Osten – Iran, Jemen – weiter bombardiert und die Palästinenser vertrieben oder ermordet, um mit einem freundlichen “Shalömchen” auf ihren Gräbern eine Plastik-Riviera zu errichten.
Gegen den Genozid in Gaza hatten die EU,- und NATO-Oberen außer Sonntagsreden nicht nur wenig einzuwenden, sondern ihn mit fortgesetzten Waffenlieferungen auch aktiv unterstützt, die Entführung des amtierenden Präsidenten Maduro aus Venezuela wurde allenfalls mit ein wenig Stirnrunzeln kommentiert aber grundsätzlich gut geheißen, ebenso wie die Installation eines Kopf-ab-ISIS Terroristen im Armani-Anzug als Präsident von Syrien.
London, Paris, Berlin, Brüssel waren bei all diesen neo-kolonialistischen Schweinereien des Imperiums dabei und scheuten sich dabei keine Minute, weiter von “regelbasierter internationaler Ordnung” und “westlichen Werten” zu schwadronieren. Sie waren die Capos eines Mafia-Dons und willige Vollstrecker seiner Agenda, die sich von der seiner Vorgänger nur dadurch unterscheidet, dass der “Pate” jetzt nicht mehr im Schönsprech sondern Klartext redet. Und seinen EU-Vasallen in Sachen Grönland Angebote macht, die sie nicht ablehnen können:
„Sie haben die Wahl. Sie können Ja sagen, und wir wären Ihnen sehr dankbar dafür, oder Sie können Nein sagen. Wir werden uns daran erinnern“, sprach der Boss der Bosse in Davos.
In der “Laudatio” zu seiner zweiten Inauguration am 22. Januar 2025 (Habemus Imperator) hatten wir notiert:
Sagenhafte 5 Prozent des gesamten Umsatzes eines Landes, der BIP genannt wird – so hat Imperator Donald verkündet – sollen künftig fällig werden, wenn es weiter in den Genuss des “Schutzschirms” dieses Bündnisses kommen will. Die Forderung ist in vielen Ländern bereits auf großes Kopfschütteln gestoßen. Zum einen, weil sie um Dimensionen alles übersteigt, was im privaten Schutzgeldgewerbe als angemessen gilt – die als “Mafia” oder “Clans” bekannten Marktführer auf diesem Gebiet orientieren sich bei ihrer Preisgestaltung an einem Prozentsatz vom Gewinn eines Unternehmens und nicht am Gesamtumsatz – und zum Anderen, weil sich viele fragen, ob dieser “Schutz” wirklich solche Unsummen wert ist und was eigentlich droht, wenn man bei der NATOstan-Muckibude kündigt und in Sachen “Sicherheit” künftig auf Heimtraining setzt ? Schlägt dann morgen, oder übermorgen, der “Ultraböse” zu, demoliert meinen Laden und vergewaltigt die Kassiererin ? Oder schickt der Imperator ein paar “Farbenrevolutionäre”, die mir den Laden aufmischen damit ein neuer Geschäftsführer dann die 5 NATOstan- Prozent abdrückt ? Auch wenn in den verschiedenen NATOstan-Kolonien diese Fragen von den Amtsinhabern noch nicht wirklich laut gestellt wurden, weil man den Zorn des Imperators fürchtet, drängen Donalds Forderungen sie zunehmend auf.”
Dass er jetzt in Davos nach seinen deftigen Grönlandansagen noch anmerkte, nicht sofort zuzuschlagen und es ohne Gewalt und Strafzölle mit einem “Deal” zu versuchen, wurde von den EU, -und NATOstan-Kapitänen zwar am Ende als “Einlenken” interpretiert, nahm aber dem Wirkungstreffer auf ihr sinkendes Schiff nichts von seinen Folgen. Und hinterließ die Euro-Clowns einmal mehr ratlos, mit Schnappatmung in der Zirkuskuppel und erschrockenem “Ja, aber das Völkerrecht”-Gestammel, nachdem der Neo-Caligula unverhohlen klar gemacht hatte, dass es von diesem Völkerrecht doch schon immer zwei gab: eins für das Imperium sowie eines für den ungehörigen Rest der Welt. Und dass dieser Doppelstandard auch für sie gilt, wenn sie als ungehörige Vasallen Nein sagen zu den Forderungen des Imperiums.
Dass man sich als Komplize beim fortgesetzten Völkerrechtsbruch schlecht auf dasselbe berufen kann, hat die “Koalition der Willigen” argumentativ schwer ins Dilemma gebracht – und seitens des kanadischen Premiers und Ex-Chefs der “Bank of England” Carney das Zugeständnis: “Wir wussten, dass die Erzählung von der internationalen regelbasierten Ordnung teilweise falsch war.”
Die (Selbst-)Erkenntnis, dass es sich nicht “teilweise”, sondern von vorn bis hinten um einen globalistischen Propaganda-Fake handelt, um ungehörige Länder zu erpressen und auszurauben, sollte in Europa dank der jüngsten Aktionen und Ankündigungen Donalds langsam angekommen sein. Und zu der Einsicht führen, dass wir es nicht mit einer „Zeitenwende“ zu tun haben, in der man einfach einen U-Turn macht und von Entspannung wieder zurück Richtung Rüstung und Krieg brettert, sondern mit einem Epochenbruch und der Frage, wie Europa sich in der künftigen multipolaren Welt aufstellt. Oder ob es sich von den anglo-amerikanischen Strategen weiter aufstellen lässt, im Sinne der „Herzland“-Doktrin des britischen Geostrategen Halford Mackinder, nach der ein Zusammenwachsen von Westeuropa mit Eurasien um jeden Preis zu verhindern ist, um die Macht des Empires zu erhalten.
Schon 1952 hatte Stalin bekanntlich den Rückzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland angeboten, unter der Bedingung, dass das wiedervereinigte Land militärisch neutral wird, als unabhängiger, souveräner, neutraler Staat mit demokratischer Regierung in Europas Mitte. Die Adenauer-Regierung und die West-Alliierten lehnten ab, stattdessen wird die Bundeswehr gegründet und die BRD zum Frontsaat des Kalten Kriegs wieder aufgerüstet. Fast Forward 2022: Nachdem die Minsk-Verhandlungen über eine militärisch neutrale Ukraine endgültig gescheitert sind und der seit 2014 währende Bürgerkrieg eskaliert, marschiert Russland ein. Wieder mit dem (in Istanbul unterbreiteten) Angebot eines sofortigen Rückzugs für den Preis einer militärischer Neutralität der Ukraine, was die Regierung in Kiew auf Druck der West-Alliierten ablehnen muss. Stattdessen wird sie zum Frontstaat aufgerüstet und in einen Krieg gegen Russland getrieben – ein sinnloses, grauenhaftes Blutbad (und militärisch-ökonomisches Pleite-Projekt) aus dem Washington jetzt raus will, aber London und die EU noch immer nicht genug haben.
Doch jetzt wohl von Donaldus Maximus und seinem höchsteigenen “Friedensrat” endgültig zur Ruhe gebracht werden, der eine militärisch neutrale Ukraine schaffen soll: mit einem 800 Milliarden-Deal – in den auch die in europäischen Tresoren eingefrorenen russischen Staatsgelder einfliessensollen, die sich die Eurokraten zwecks Kriegsfortsetzung gerne unter den Nagel reissen wollten – bei dem die Donetzk-Region Russland zugeschrieben und unter Leitung des Blackrock-Chefs Larry Fink in den Aufbau der militärisch neutralen Ukraine investiert wird.
Noch sind die Russen dem exklusiven “Board of Peace” des Imperators – Eintrittsgebühr eine Milliarde Dollar, Mitgliedschaft nur mit Zustimmung des Direktors auf Lebenszeit D.T. – nicht offiziell beigetreten, die Eintrittsgebühr will Putin freilich entrichten – aus dem eingefrorenen Topf. Die “Willigen” haben noch kein Interesse am Beitritt bekundet, werden aber nicht umhin kommen, wenn sie bei der Nachkriegsordnung dabei sein wollen.
Nicht als Kriegspartei, sondern…Neutral! Raus aus der NATO, rein in ein blockfreies Europa souveräner Nationen! Das war mein frommer Weihnachtswunsch (in der letzten 3.JT-Sendung 2025). Und scheint mir die beste und zukunftsträchtigste Antwort zu sein auf den gegenwärtigen Epochenbruch und die kommende multipolare Ordnung. Vielleicht sogar die einzige, wenn Europa nicht wieder zum Schlachtfeld eines Weltkriegs werden will.
Würden Deutschland, Österreich und die Schweiz einen solchen Verbund souveräner blockfreier Staaten starten, wäre sofort großer Zulauf aus der EU zu erwarten – der blockfreie Block würde schnell groß und bedeutend, ruhender Pol zwischen den Einflußsphären der drei Supermächte. Und keiner der drei großen Hunde würde ihn fressen, weil er dann die beiden anderen an der Gurgel hat. Nicht “Kriegsgemeinschaft”, sondern “Blockfreiheit” gehört jetzt auf die Agenda der EU, statt Ausbau der NATO die Helvetisierung Europas. Willkommen in NEUTROPA!
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Zuletzt erschienen:
Mathias Bröckers: Inspiration – Konspiration – Evolution. Gesammelte Berichte aus dem Überall, Fifty-Fifty (Juni 2024), 464 Seiten, 30 Euro


