New Look On The Blog

Nach vielen Jahren wurde es Zeit, diesem Blog ein neues Design zu verpassen.  Weil ich keinen Webdesigner engagieren wollte, habe ich das kostenlose WordPress Theme “Graphy” verwendet. Mit ein paar Anpassungen, die meine rudimentären html und php-Kenntnisse nicht überforderten, passt das jetzt wunderbar und gefällt mir. Auf einigen Seiten sind noch ein paar fehlerhafte Darstellungen, die nach und nach korrigiert werden. Auch ansonsten werden sich noch Kleinigkeiten verändern. Die schöne Erdkugel auf dem alten “Header” wurde schon vermisst. Da wird es Ersatz geben, den ich aber noch basteln muss.

Einher mit diesem aufwändigen Relaunch wird ab kommender Woche eine Paywall gehen, die den Inhalt dieser Seite nur noch zahlenden Leserinnen und Lesern zugänglich macht. Zehn Euro im Monat (und 100 für ein Jahresabo) sind für sauberen Journalismus und schlaue Kommentare sicher nicht zuviel. Dass die Besucherzahlen dann von derzeit etwa 30.000 pro Monat erstmal auf 30 zurückgehen ist zwar bedauerlich, aber leider nicht zu ändern. Von irgendetwas muss ein Autor schließlich auch leben.

Kleiner Scherz. Natürlich bleibt dieser Blog kostenlos. Und wer ihn unterstützen will – denn von irgendwas müssen Autoren tatsächlich leben –  kauft, liest, verschenkt und empfiehlt einfach meine Bücher. Die waren im alten Blog-Design auf einer zweiten Randspalte gelistet und finden sich jetzt hier.

Insgesamt sind (Stand von heute) auf dieser Seite 932 Beiträge und 8163 Kommentare versammelt und einsehbar. Die bisher vorhandene “Tag Cloud” mit den Stichworten gefiel mir nicht mehr, aber über die Suche oben rechts läßt sich mit Eingabe eines Stichworts alles sehr schnell finden.

Soweit zu diesem neuen Look. Ich wünsche weiterhin viel Vergnügen und danke für die Aufmerksamkeit.

Oswald & CIA: Trained To Kill

Zum 56. Jahrestag der “Schweinebucht”-Invasion Kubas am 17. April 1961 sind die Erinnerungen eines Beteiligten, Antonio Veciana, erschienen: Trained To Kill: The Inside Story of CIA Plots Against Castro, Kennedy, and Che. Veciana war einer der militanten, rechts-radikalen Exil-Kubaner, die von der CIA  für Mord,-und Sabotageaktionen gegen Fidel Castro eingesetzt wurden. In “JFK-Staatsstreich in Amerika”, soeben in einer aktualisierten Neuauflage erschienen,  schrieb ich über ihn und sein Kommando:

“Alpha 66 war eines der Kommandos, die von der großen CIA-Station JM/WAVE in Florida gesteuert wurden. Sie hatte schon bei der »Schweinebucht«-Operation eine zentrale Rolle gespielt und wollte sich durch Kennedys Vereinbarungen mit Chruschtschow von ihren Invasionsplänen nicht abbringen lassen. Die Absicht hinter den Sabotageaktionen war klar. Antonio Veciana, der Führer von Alpha 66, gestand später den Ermittlern des HSCA, dass es darum ging, »Kennedy öffentlich in Verlegenheit zu bringen und ihn dazu zu zwingen, gegen Castro vorzugehen«. Seine Anweisungen erhielt Veciana von einem CIA-Mann, der unter dem Namen Maurice Bishop firmierte und ihm »immer wieder sagte, dass Kennedy zu einer Entscheidung gezwungen werden müsse und dass der einzige Weg darin bestehe, ihn an die Wand zu drücken«. Wie der HSCA-Ermittler Gaeton Fonzi 1976 aufzeigte, verbarg sich hinter »Maurice Bishop« der CIA- Agent David Atlee Phillips, der uns als eine Schlüsselfigur bei der Ermordung John F. Kennedys später ebenso noch begegnen wird wie sein enger Mitarbeiter David Sanchez Morales, der als Chief of Operations der JM/WAVE-Station die Überfälle der Exilkubaner koordinierte.”

David Atlee Phillips hatte Vecianas Aussagen und sein Pseudonym “Maurice Bishop” stets bestritten und Veciana selbst hatte den Namen bei seinen bisherigen Aussagen auch nie genannt, weil. er sich mit seinem alten Arbeitgeber CIA nicht anlegen wollte. In seinem Buch nennt er ihn jetzt – und nicht nur das. Er schreibt auch darüber, dass er im September 1963 David Atlee Philips mit Lee Harvey Oswald zusammen in Dallas getroffen hat. Jeff Morley – Herausgeber von JFK Facts – hier im Podcast über das neue Buch und die Bedeutung dieser Aussage – eines sehr glaubwürdiger Zeuge und Insiders, der keine Gerüchte und Stories erzählt, sondern Fakten präsentiert. Ein weiterer Puzzlestein, der die offizielle Geschichte des kommunistischen Einzeltäters Oswald erschüttert, denn ein solcher hätte sich nicht zwei Monate vor dem Mord mit einem führenden CIA-Offizier getroffen…

Der letzte echte Grüne

Christian Ströbele war der einzige Grund, warum ich bei den letzten Wahlen noch mit der Erststimme Grün wählen konnte, denn er war der Wahlkreiskandidat in Kreuzberg  und  vor allem einer, der noch nicht ins olivgrüne Lager der Kriegseinsätze und Militärinterventionen übergelaufen war. Dieses Jahr tritt er nicht mehr zur Wahl an, die Grünen werden keine Direktmandate mehr holen, was ihm zwei Mal gelang und sind jetzt auch für mich leider unwählbar, denn bei Krieg hört der Spaß und die politische Kompromißbereitschaft  definitiv auf. Dass das bei Ströbele genauso ist und er sich da auch nach Jahrzehnten Parteipolitik nie hat verbiegen lassen zeichnet ihn aus –   unter den Myriaden von  Arschkriechern und Flachpfeifen im politischen Geschäft sind solche Menschen eine Seltenheit. Deshalb hier im abendfüllenden Feiertagsfernsehen:  Das politische Leben des Christian Ströbele. Auch wenn er vor einer Batterie von Leitz-Ordnern sitzt ist das  Gespräch mit Thilo Jung keineswegs verstaubt:

Dicke Eier

Liest man in Sachen Giftgas-Attacke diesen Artikel von  Spiegel Online im Vergleich zu diesen bei TelepolisRubikon und und Huffington Post erschienen Beiträgen, läßt sich der Unterschied zwischen PR und Journalismus noch ganz gut erkennen. Während das zusammengestückelte Werk der SpOn-Autoren penetrant nach Auftragsarbeit der Atlantikbrücke riecht, lassen die anderen drei Berichterstatter noch so etwas wie Unabhängigkeit bei der Wahrheitsfindung und Meinungsbildung erkennen. Dass sie bei ihrer Analyse des Sachverhalts zu dem vorläufigen Schluss kommen, dass es sich bei diesem Giftanschlag um eine False Flag Operation gehandelt hat entspricht zwar nicht den von den USA verbreiteten”Fakten, scheint aber deutlich näher an der Wahrheit als diese.

Die im letzten Posting geäußerte Möglichkeit, dass Trumps irrsinnige Bomben auf Syrien nur ein Wag The Dog-Alenkungsmanöver gewesen sein könnten um so vernünftige Verhandlungen über ein Ende dieses Kriegs mit Russland und Iran beginnen zu können, ohne deren Kooperation der Konflikt nicht lösbar ist, kann nach dem Moskau Besuch von T.Rex ad acta gelegt werden. Trump und sein Außenminister machen tyrannosaurus-mäßig da weiter, wo die Clinton-Bush-Obama-Dynastie aufgehört hat: Interventionismus, Regime Change und globale “Full Spectrum Dominance” haben nach wie vor Priorität. Und hatte Obama 2013 noch gezögert aufgrund einer höchst wahrscheinlichen Chemiewaffen-“False Flag” mit Bomben auf Syrien zu reagieren folgt Trump jetzt ohne zu Zögern den Direktiven aus dem militärisch-industriellen Komplex.

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Wedelt Trump mit dem Hund ?

Kaum war 1997 der Film “Wag The Dog” in den Kinos gestartet, bei dem ein US-Präsident einen fiktiven Krieg in Albanien konstruieren läßt um von seinem Sex-Skandal abzulenken,  lies Bill Clinton eine Fabrik im Sudan mit Tomahawk-Rakten angreifen, weil “Terroristen” dort “chemische Waffen” herstellen. Just in der Nacht bevor die Praktikantin Monica Lewinsky vor dem Kongreß erstmals über die Sex-Praktiken in Clintons “Oral Office” aussagen sollte. Nicht nur weil die bombardierte Fabrik nur Aspirin herstellte wurde den Autoren des Films angesichts des sich entfaltenden Clinton-Skandals eine geradezu prophetische Initiuition nachgesagt. “Wag the Dog” ist seitdem zu einem geflügelten Wort für medial inszenierte Ablenkungsmanöver geworden.

Nachdem von Präsident Trump befohlenen Angriff auf einen syrischen Flughafen stellt sich die Frage, ob dies vielleicht auch ein “Wag The Dog”-Event war. Das Dauerfeuer, dem Trump seit Beginn seiner Amtszeit ausgesetzt war, scheint zumindest fürs Erste beendet, die  Vorwürfe “Putin-Marionette” und “russischer Agent” sind vom Tisch, erstmals wird der Präsident auch von seinen Gegnern gelobt, die stets kriegsgeilen Neocons sind sogar begeistert, während auf Seiten seiner “alt right”-Fans schwere Vorwürfe und Enttäuschung über den “Verrat” laut werden. Tatsächlich hatte Trump seinen Wählern was Interventionismus und “Regime Change”-Politik betrifft anderes versprochen als dieser Angriff jetzt demonstrierte. Wenn er denn nicht nur ein “Wag The Dog”-Event war, wofür einiges zu sprechen scheint.

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Fake oder Nicht-Fake, das ist nicht mehr die Frage

Also zwitscherte Donald Trump am 9. Oktober 2012 als Obamas Zustimmungsrate  abgestürzt war und jetzt ist er nach 10 Wochen in den Umfragen auf 35 % abgstürzt – so tief wie kein Präsident vor ihm – ,erfüllt seine eigene Prophezeiung, und hat – anders als Obama, der dann in Libyen losschlug – den syrischen  Giftgas-Test nicht bestanden. Wenn ISIS, Al Qaida, Al Nusra militärisch ins Hintertreffen geraten, brauchen sie künftig nur einen kleinen Angriff mit Chemiewaffen veranstalten oder simulieren – und schon liefert ihr großer Führer Luftwaffenunterstützung.

Dass nicht Assad, sondern der IS in Syrien/Irak schon mehr als 50 Mal chemische Waffen eingesetzt hat, dass  auch die bekannt gewordenen Einsätze 2013 nicht der syrischen Armee sondern den sogenannten”Rebellen” zugeschrieben werden müssen und dass Syrien sämtliche Chemiewaffen unter UN-Aufsicht vernichtet hat – all das ist vollkommen irrelevant wenn ein paar Gerüchte mit wackligen Bilder einer makabren “White Helmet”-Theatertruppe  auftauchen und der Qualitätsjournalismus in den Giftgas-Modus schaltet.Continue reading →

Giftgas-Test für Trump?

Einen Oskar in Hollywood hat die Sanitätsabteilung von Al Qaida  “White Helmets” ja schon gewonnen, jetzt haben sie bei den gemeldeten Giftgas-Einsätzen in Syrien erneut Zeit zum Filmen gefunden und die Welt mit schrecklichen Bildern versorgt – und erneut wird in den westlichen Medien die syrische Armee für die Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. Aber wie schon beim letzen Mal, als mit chemischen Waffen die “rote Linie” überschritten wurde, ist das keineswegs sicher und es läuft bei diesem Krieg in Pipelinistan wieder dasselbe Blame Game wie 2013/14. Damals schrieb ich hier:

“Der Hype um das Überschreiten der “roten Linie” durch den Einsatz von Sarin-Gas führte dazu, dass Präsident Obama den Termin des Bombenangriffs auf den 2. September festsetzte, England verlegte ein U-Boot und Kampfflugzeuge nach Zypern, eine Staffel der französische Luftwaffe wurde in Bereitschaft versetzt. Ohne Frage wäre es zu diesem Angriff auf Syrien  gekommen – der US-Präsident hatte ihn sogar schon öffentlich angekündigt. Dass er im letzten Moment abgewendet wurde, verdankte sich einem russischen Agenten, der dem britischen Geheimdienst MI 6 ein Muster des in Ghuta verwendeten Giftgases zukommen lies – samt eines vertrauenswürdigen Belegs, dass dieses nicht aus russischen Beständen stammte und daher auch nicht im Arsenal von Assad gewesen sein konnte. Nachdem die Chemiker des MI 6 dies geprüft hatten, funkten sie eilig nach Washington: „Wir wurden reingelegt!“Wie dies geschah, deckte Seymour Hersh in zwei investigativen Reports ( “Whose Sarin? ”  und “The Red Line and the Rat Line”  ) einige Monate später auf: als eine klassische „False Flag“- Operation hatten die „Rebellen“ selbst das Giftgas eingesetzt. Die Kampfstoffe stammten aus der Türkei und waren auf der von der CIA eingerichteten „Rattenlinie“ zur Versorgung der Aufständischen nach Syrien gebracht worden. Mit dem von der Türkei, Katar und Saudi-Arabien ausgeheckten Plot sollten die Großmächte in den Konflikt hineingezogen werden…”

Um eine solche Eskalations-Strategie  – einen Rote-Linien/Giftgas-Test für Trump – scheint es auch bei dem aktuellen Giftgas-Hype wieder zu gehen,  der zwar noch ungeklärt ist aber Assad schon komplett in die Schuhe geschoben wird.  Tatsächlich droht allerdings den Al Qaida/Al Nusra/ ISIS-Milizien in Syrien/Irak die finale Niederlage und für die auf der Siegerstraße befindliche syrische Armee, die sich  unter UN-Aufsicht ihrer Chemiewaffen 2014 offiziell entledigte, macht ein solcher Einsatz militärisch absolut keinen Sinn. Sehr viel logischer scheint da die von Syrien und Russland vorgebrachte Erklärung, dass es zu dem Gasaustritt durch das Bombardement einer Munitionsfabrik kam, in der die sogenannten “Rebellen” solche Waffen heimlich produzierten und lagerten. Das wäre nun wieder kein Grund, endlich Damaskus zu bombardieren, wie es die Kriegstreiber seit Jahren fordern, sondern sich endlich davon zu verabschieden, diese fanatischen Wickelmützen als Söldner zu benutzen. Dass Trump jetzt schon vom Überschreiten “vieler roter Linien” spricht, läßt nichts Gutes erwarten…

UPDATE: Gestern war der Nahost-Experte und Buchautor Michael Lüders in der Talkshow Markus Lanz und konnte ausführlich darlegen, warum “wir” in diesem Konflikt nicht “die Guten” sind. Ob der Zensor nur mal kurz pinkeln war, weiß ich nicht, aber es ist selten genug, das echte Journalisten im ZDF noch so zu Wort kommen:

Real Game of Thrones: „Das Unheil, das ich angestiftet, leg ich den andern dann zu schwerer Last“

Weil das Real Game of Thrones nicht nur ein Spiel ist sondern auch blutiger Ernst, ist die Farce, die sich seit Donalds Thronbesteigung im exzeptionalistischen Königreich abspielt, nicht wirklich zum Lachen. Auch wenn Humor vielleicht die letzte Zuflucht ist, die einen vor der Finsternis retten kann, die sich über dem Imperium zusammenzieht. Was aber nicht allein an diesem verrückten König mit der Eichhörnchenfrisur liegt, sondern auch den Verlieren des Wahlkampfs, die sich mit dieser Niederlage nicht abfinden können.

Dass Donald gegen alle Vorhersagen der Kaffeesatzleser, gegen die Gilde der Herolde und Lautsprecher und gegen Hillarys doppelt so schwere Kriegskasse den Sieg errang, hatte das unterlegend Lager so tief getroffen, dass es sich ein demokratischen Spielregeln entsprechendes Eingeständnis dieser Niederlage nicht abringen konnten. Weil Hillary mit Betrug den alten Bernie aus dem Rennen geboxt hatte, der die Massen anzog und auch Donald besiegt hätte, trug sie die eigentliche Hauptschuld. Und wie das so ist, wenn man ein Versagen vor sich selbst nicht eingestehen kann – „Das habe ich getan“ sagt mein Gedächtnis. Das kann ich nicht getan haben — sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich — gibt das Gedächtnis nach“, hatte einst der Psychologe Nietzsche dieses Procedere beschrieben – sucht man die Schuld bei anderen. So kam König Wladimir als Watschenmann und „Ultraböser“ in Spiel: er soll Hillarys Post gestohlen, ihren Betrug öffentlich gemacht und so seine „Marionette“ Donald auf den Thron gebracht haben. Diese zwar unbewiesene und nur behauptete „Einmischung“ in das heilige Ritual der exzeptionalistischen Demokratie, die Wahlen, wurde sodann als „kriegerischer Akt“ bezeichnet, mit dem der Ultraböse das Königreich angegriffen habe und nun mittels seines Agenten Donald zerstören will. Dass das unterlegene Hillary-Lager für diese haarsträubenden Verschwörungstheorie nicht umgehend ausgelacht wurde, verdankte es nur seiner engen Verbindung mit den „Mainstreammedien“ genannten Lautsprechern, die diese Gruselgeschichte als „Nachrichten“ verbreiteten und damit am laufenden Band das produzierten, was im Königreich neuerdings „Fake News“ genannt wurde.

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E-Mail und die Detektive

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